Dienstag, 12. November 2013

novemberwochenende nummer zwei

am vergangenen wochenende waren wir in stuttgart, freunde besuchen. inzwischen sind wir ja in unserer alten heimat beinahe so etwas wie touristen. und liessen uns ein bisschen zeigen, was es neues gibt.

 

zum beispiel den blick vom kunstmuseum am kleinen schlossplatz. obwohl das museum noch ganz kurz vor unserem umzug fertig geworden sein muss, haben wir es noch nie von innen gesehen.


definitiv neu (nicht nur für uns) ist die neue stadtbibliothek. wir waren am abend dort, und fanden vor allem die oberen stockwerke sehenswert.


 auch von dort hat man einen spannenden ausblick über stuttgart.


und während wir am morgen in der stadt uns immer noch zuhause fühlten und ganz klar unsere anlaufpunkte haben, die immer besucht werden müssen (wobei wir diesmal nicht in der markthalle waren, eigentlich schade) ist uns dieser stadtteil, in dem die neue bibliothek steht und wo gerade an einem stadtbahntunnel gebaut wird, fremd und neu. hier wird sich stuttgart wohl in den nächsten jahren noch gewaltig verändern. ob zum guten bleibt abzuwarten. 


um den bahnhof herum ist es ruhig geworden. und obwohl wir bei überzeugten s21-gegner zu besuch waren, war der bahnhofsneubau anders als noch vor drei jahren kein thema mehr. zunehmend schwierig ist es für uns, da mitzureden. als wir vor 18 jahren nach stuttgart zogen, war das thema stuttgart 21 für uns eher eine chance: das freiwerden von flächen rund um den bahnhof, der ausbau des fern- und nahverkehrs durch einen umgebauten bahnhof. dann dauerte das ganze immer länger und es wurden immer mehr probleme sichtbar, die mit dem umbau des bahnhofs auf die stadt, das land und die menschen zu kommen würden. wir verfolgten die montagsdemonstrationen - die stuttgarter, mit denen wir auch nach dem wegzug verbunden blieben, waren mit viel engagement dabei. wahrscheinlich wären auch wir das gewesen, wären wir vor ort gewesen. wir freuten uns über die erfolge, die die s21 gegner feiern konnten, bis zur wahl der grün-roten regierung und des grünen oberbürgermeisters. aber immer mehr wurde klar, dass weder die kommunal- noch die landespolitik das projekt im grunde stoppen kann. und wir wurden ein bisschen müde, die sache weiter zu verfolgen. man spürt, dass die überzeugten gegner des projekts, oder die befürworter eines kopfbahnhofs unter dem namen k21 unter druck kommen, von menschen, die genug haben, von der langen auseinandersetzung. der schwabenstreich, bei dem jeden abend um sieben gegen das bahnprojekt mit lautem tröten und schellen protestiert wurde, wäre wohl bald ein fall für einen handfesten oder gerichtsrelevanten nachbarschaftsstreit geworden. ich traue mir momentan in der sache keine meinung mehr zu. aber vielleicht sollte man sich doch eher an hegel halten.

1 Kommentar:

  1. Als Exil-Stuttgarter bin ich auch immer wieder überrascht, wie sich das Stadtbild verändert von mal zu mal. Großartig! Wirklich fantastisch..

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