Sonntag, 15. Dezember 2013

dritter advent

wenn ich in dieser woche mal nicht nur die zeit, sondern auch die nerven gefunden hätte, etwas in meinem blog zu schreiben, dann wäre wohl was ganz ähnliches herausgekommen, wie frau nahtzugabe hier  über ihre vorbereitungen (oder eben nicht-vorbereitungen aufs weihnachtsfest) schreibt. so kann ich mir auch diese vorweihnachtliche aufgabe sparen und schicke sie, liebe leserinnen, einfach dorthin.



und ergänze das ganze um ein paar gedanken:
 ja, genau, druck und tempo  - zumindest aus den weihnachtsvorbereitungen - herausnehmen, das hat sich bei uns in diesem jahr ganz von selbst ergeben. einerseits freue ich mich darüber, andererseits bleibt da dieses vage gefühl, dass da doch in anderen, früheren jahren mehr ging.  na und? frage ich mich und beschliesse, mich an dem zu freuen, was ich bisher geschafft habe und in den nächsten tagen vielleicht noch schaffen werde. (dieser satz enthält einige zitierte stellen von frau nahtzugabe, danke!)
also: 
sollte jemandem die eher kärgliche adventsdekoration in unserem haushalt aufgefallen sein: es sind noch 10 tage bis weihnachten, da kann schon noch was passieren, muss aber nicht. schliesslich war früher der advent vor allem eine fastenzeit vor den bevorstehenden hohen feiertagen. ich frage mich sowieso immer mal wieder, ob der herr wichern diesen dekowahnsinn gewollt hat, als er vor bald 175 jahren den adventskranz für die kinder in seinem rauhen haus zum ersten mal mit kerzen bestückt hat? zumal seine idee ja auch nicht funktioniert, wenn schon am ersten advent alles grellhellbunt leuchtet.

nein, lieber sohn 2, es stimmt nicht ganz, dass wir in diesem jahr keine selbstgebastelten weihnachtskarten haben werden. ich bastele so nebenbei welche, ich hatte nur keine lust, mich dafür mit einer weitgehend  aus guten und wichtigen gründen abwesenden familie dafür terminlich abzustimmen, zumal ich zugeben muss, dass ja auch ich in diesem advent öfter mal unterwegs war. man kann aber momentan noch jederzeit in die produktion mit einsteigen.

in diesem jahr bin ich besonders froh, dass ich meine kinder frühzeitig dem allgemeinschweizerischen wettbasteln für gotte und götti, grosi und wen weiss ich noch entzogen habe. sie werken, wenn sie lust haben, dafür aber mit viel freude und erfolg. nicht jedes grosi, nicht jede patentante muss beschenkt werden *, aber wenn sie etwas mit ihren eigenen händen herstellen oder auch wenn sie ihr mittlerweile weitgehend selbst verdientes geld ausgeben für ein geschenk, dann mit bedacht und nicht nach dem giesskannenprinzip. und als zeichen fürs drandenken für alle anderen haben wir in diesem jahr etwas hergestellt, was nicht im regal verstauben muss und an dem auf ganz einfach weise doch alle an der herstellung beteiligt waren.

infolge dieser allgemeinen stimmung der vorweihnachtswahnsinnsverweigerung
gibt es auch hier im blog nicht so viel schönes selbstgebasteltes, selbstgebackenes, selbstdekoriertes zu zeigen und es bleibt weitgehend ruhig. umgekehrt bin auch ich viel weniger auf anderen blogs unterwegs. aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so, denn ohne diesen blick auf die virtuelle nachbarin, die natürlich immer schon viel weiter ist mit dem dekorieren und dem plätzchenbacken und die sowieso die schöneren, leckereren, vielfältigeren gutsle und die kreativeren und fleissigeren kinder hat, kann man sich wirklich besser auf das besinnen, was die adventszeit sein sollte. eine zeit der vorfreude und der vorbereitung, nicht des wettbastelns und -backens!

in diesem sinne, liebe leserin, wünsch ich einen schönen dritten advent!

 für die fotos danke ich wieder mal dem sohn 1.


* wer diese gedanken komisch findet von einer, die ihr geld zum teil damit verdient, dass sie mit kindern werkt, dem sei folgendes gesagt: gerade die filzerei eignet sich nicht unbedingt für die massenhafte herstellung von geschenken. es ist viel zeit und geduld nötig, um etwas schönes herzustellen, und nicht selten fällt es den kindern sehr, sehr schwer ihr selbstgefilztes zu verschenken. 

Kommentare:

  1. Liebe Frau filzquadrat
    Ich schreibe wenig in Blogs, dafür für mich umso mehr. Seit ich pensioniert bin, vorzeitig, ganz bewusst, bin ich am Streichen von Vorhaben. Ich möchte sehr vieles sehen, machen erleben. Schreibe alles in die Agenda. Und dann streiche ich. So ist es auch mit Weihnachtsvorbereitungen. Wo ich nicht streiche, sind meine Lieben. Mann, Kinder, Enkel, Freundin, Strickladys. Ich habe Kerzen, Düfte. Bei mir gibt es keine Weihnachtsdeko. Nicht dass ich das nicht gern habe. Nein, je älter ich werde, je mehr belastet mich dieser Wettstreit. Dazu gehört auch eine gewisse Ehrlichkeit sich selber gegenüber. Sich eingestehen, dass ich nicht gerne bastle, guezzle, dekoriere. Nicht, dass ich das alles gerne sehe. Ich muss es nicht haben.
    Es ist ein Spruch, wie alle vielzitiert: weniger ist mehr.
    Ich wünsche Dir mehr Wärme, Licht und weniger Unruhe.
    Liebe Grüße
    christineM

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  2. Gefällt mir sehr gut was Du so alles geschrieben hast! In meinem Haushalt sieht es ähnlich aus und geht es ähnlich zu. Liebe Grüße aus den Niederlanden, Claudia

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  3. guten morgen
    deinen teilen stimme ich aus vollstem herzen zu - ich freue mich auf ein wiedersehen im april
    gesegnete zeiten
    delia

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