Sonntag, 23. März 2014

kreuzwegstation sechs


veronika reicht jesus das schweisstuch. 
(graue neuseelandwolle, schwarze merino-seiden-mischung, pongé-seide, verschiedene näh- und stickgarne.)

auch wieder so eine station an der sich das bild nahezu aufdrängt, veronika, über die ich nicht viel mehr in erfahrung bringen konnte, als dass ihr name aus dem makedonische kommt und "die siegbringerin" heisst, reicht jesus ein tuch, mit dem er sich den schweiss abwischen kann. der legende nach bleibt das gesicht jesu in diesem tuch abgebildet,dieses schweisstuch der veronika wird bis heute, obwohl es mehrere ausgaben davon gibt, als reliquie verehrt.

obwohl das tuch in fast allen bildlichen darstellungen weiss ist, drängte sich mir für die farbgestaltung zunächst ein zartes blauviolett auf. nach einigem überlegen kam ich dann auch auf die verbindung: der früh im jahr blühende gamander-ehrenpreis trägt auch den lateinischen namen veronika. und weil mich diese farbe so verfolgt hatte, landete zum schluss auch noch der ehrenpreis auf dem tuch der veronika: ich stelle mir vor, dass sie es bestickt hat, sie ist noch nicht ganz fertig mit ihrer arbeit, ein saum fehlt noch, auch ist es noch nicht rundherum mit den blütenranken verziert. trotzdem reicht sie es nun dem leidenen jesus auf seinem weg. auch hier tritt wieder das kreuz und damit das leiden hinter die begegnung zurück. die beziehung in die jesus zu veronika eintritt durch ihr mitleiden, ihre mitfühlende geste steht hier im vordergrund.




der vollständigkeit halber die abbildung aus dem jonental: veronika und jesus blicken sich an, sie bietet ihm das tuch an.

zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

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