Dienstag, 14. Oktober 2014

als touristen in der alten heimat unterwegs


der mittlere sohn und ich fanden uns an einem tag der ferien ein wenig planlos und bei nicht so gutem wetter in der grossen stadt wieder, in der wir bis vor gut neun jahren wohnten. mit einer riesenmenge an zeit, da wir die tochter bei ihrer patentante für ein spezielles patentante-mit-patenkind-programm abgeliefert und ganz genaue anweisungen, wann wir frühestens wieder da sein dürften empfangen hatten. da dem sohn nicht nach museum war, machten wir einfach einen riesenlangen stadtspaziergang, liessen uns einfach so treiben und uns auf das ein, was die stadt so zu bieten hat.


klar, dass wir auch lieblingsorte aufsuchen mussten, zunächst mal die markthalle. da die gerade 100 geworden ist, gibt es eine ausstellung zu ihrer geschichte. ein ganz junger architekt hat das konzept geliefert, und sich in einem anonymen wettbewerb gegen seinen lehrer paul bonatz durchgesetzt. (dessen bahnhof gerade ziemlich demoliert wird, während die markthalle gefeiert wird.)



irgendwie haben wir dann den postenweg aber doch nicht weiterverfolgt... weil es ja auch ganz viel anderes zu sehen gab. vor der fischtheke mit dem foto in der hand hatte ich dann definitiv das gefühl: touristin. aber "hallöle ich bin ein steinbeisser", das fand ich dann doch zu komisch. (der seeteufel ist ein zuagroaster, oder?)


am marienplatz im café condesa mussten wir dann mal ein bisschen hinsitzen (und trocknen). auf empfehlung des sohns, der sich nach dem besuch bei seiner patentante und seinem grosscousin mit moderner gastronomie auskennt, nahmen wir die hausgemachte limonade. und wurden nicht enttäuscht. leckerer ingwer-limetten-pfefferminz-sirup mit eis, limette, minze und sprudel... es war aber auch so komisches wetter, nass, aber total warm, da tat die kalte limo echt gut. 

von dort aus steuerten wir direkt unser altes wohnquartier an, spielplatz, kindergarten, einkaufsmöglichkeiten. aber hoppla... während wir noch von den zeiten träumen, als wir über einem laden mit frischen, handgemachten nudeln wohnten, hat dort ein hundesalon eröffnet.


 

 wenigstens der legendäre dönerladen zwei häuser weiter existiert noch. also hunger hatten wir zwar beide nicht, aber das kann man sich nicht entgehen lassen, inklusive halbe stunde wartezeit...


das foto hätten wir beinahe vergessen.

und dann fielen uns noch ein paar sachen ein, die wir unbedingt in der grossen stadt kaufen wollten, also bogen wir nochmal (wir hatten immer noch genügend zeit) in richtung innenstadt ab. erledigten, was zu erledigen war und nutzten die restliche zeit, um vor der textbox doch noch ein bisschen kultur zu bekommen.



bei tochter und patentante trafen wir pünktlich ein, in der disziplin distanzen in der stadt schätzen bin ich wohl immer noch ziemlich gut, auch wenn ich zeitweise durch die riesige baustelle am bahnhof keine ahnung hatte, wo es weitergehen könnte.

ein (man verzeihe mir den helvetismus) lässiger tag. mit einem kind und genügend zeit kann so etwas spannend und entspannt zugleich sein.

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