Montag, 4. Mai 2015

verlängertes regenwochenende


 wenn man anfang jahr termine für das frühjahr und den sommer plant, hat man ja kaum die chance, sich gutwetterwochenenden auszusuchen und vermutlich sowieso im januar das gefühl, dass im april, mai alles besser werden wird. vom standpunkt januar aus, erscheint einem vermutlich auch ein verregnetes maiwochenende garnicht so schlimm.
rückt dann allerdings der abreisetermin näher und verhärten sich die aussagen der wetterdienste zu drei tagen dauerregen sieht das dann schon ganz anders aus. zusätzlich absurd mag dann die idee erscheinen, in eine region zu fahren, die in sachen temperatur und vegetationsentwicklung deutlich hinter dem, wo man sonst so lebt, her ist.


darum waren wir um die in der beschreibung der ferienwohnung zwar erwähnten, von uns aber nicht weiter beachteten pelletsöfen schon einigermassen froh. die männer haben sich dann auch so recht gründlich ums heizen gekümmert - wobei ich schon den eindruck hatte, dass so ein richtiges kaminfeuer ihnen lieber gewesen wäre. (mir auch, vor allem weil pelletsöfen merkwürdig viel lärm machen, wusste ich bisher auch nicht.)


die obstbaumblüte steht am urlaubsort kurz vor der tür, jedenfalls an den sonnenbeschienenen stellen, man hätte, an einem schöneren wochenende, sozusagen den frühling nochmal von vorne beginnen lassen können.merkwürdigerweise hat uns der regen aber doch weniger ausgemacht als gedacht. immerhin konnten wir an allen drei tagen etwas unternehmen, wurden auch nur am freitag dabei auf dem rückweg so richtig nass, und dann auch froh, im ferienhaus, die sachen alle trocknen zu können.


 der samstag war, was unsere outdooraktivitäten anging, sogar komplett trocken - also gut, als wir im nach der wanderung im auto sassen, fing es an zu regnen, aber das zählt ja nicht. der schäfer hat es da vermutlich nicht so gut getroffen, aber auch er erzählte uns, dass er am regnerischen freitag mit den schafen nicht unterwegs sein musste.


 am samstagabend haben wir uns den frühling dann einfach auf den tisch geholt. dazu waren die beiden jungs und ich am samstagmorgen auf dem wochenmarkt in münsingen, haben frischen spargel und kartoffeln gekauft und dann abends gekocht. die küche im ferienhaus war prima ausgestattet - den spargeltopf hatten wir dabei, weil so was muss man auf der alb nun wirklich nicht vorrätig haben. der spargel kam aus dem donautal der nähe von ulm, was ich zumindest spannend finde, bringt man doch spargelanbau eher mit dem rheintal in verbindung.

für den sonntag war mehr oder weniger wieder dauerregen angesagt. unter diesen umständen wollten wir dann doch nicht nochmal wandern und dann mit den nassen klamotten nach hause fahren. darum besuchten wir in münsingen den garten- und kunstmarkt und hielten uns noch ziemlich lange dort auf. ein paar nette reiseandenken durften noch mit, und einer sehr lustigen historischen feuerwehrübung haben wir auch noch zugeschaut.
getreu nach dieser gartenweisheit haben wir ein bisschen zaundeko gekauft, da es aber bei uns keinen zaun gibt (der gehört den nachbarn) wird sie wohl auf einzelnen anbindestecken landen. lebensweisheiten hätte es übrigens an einem stand zum halben preis gegeben, aber die wollten wir dann doch nicht haben. 


nach dem markt begaben wir uns mehr oder weniger auf die heimfahrt, allerdings noch mit einem abstecher in die wimsener, oder richtiger friedrichshöhle, der einzigen wasserhöhle in europa, in die man mit dem boot fahren kann. wegen der andauernden regenfälle stand das wasser der zwiefalter ach so hoch, dass es für die touristen im boot schon ziemlich eng wurde.


man kann nur etwa 70 meter in die insgesamt fast einen kilometer weit erforschte höhle hineinfahren, danach geht es nur noch für höhlentaucher weiter. aber schon auf dieser vergleichsweise kurzen strecke muss man sich die meiste zeit über tief hinunterbücken, dass das boot überhaupt durchkommt.


hier geht es schon wieder richtung höhlenausgang, an einem stück mit vergleichsweise viel kopffreiheit kann man dann auch mal die höhlendecke anschauen, die allerdings keine tropfsteine oder ähnliches hat - das erlebnis besteht vor allem aus der kurzen, unbequemen bootsfahrt.


auf der rückfahrt hörten wir dann schon im radio die hochwasser- und hangrutschungsmeldungen infolge der starken regenfälle in der schweiz. damit hätten wir aber nicht gerechnet:


die wiese gegenüber unserem haus, auf der sommers die kühe des gegenüberliegenden bauernhofs weiden, ist von der oberhalb gelegenen kantonsstrasse komplett bis an unsere quartiersstrasse abgerutscht, hat dabei wohl zeitweise den zugang zum bauernhof blockiert und beschäftigt sichtbar mehrere expertenteams, die sich momentan hier permanenter beobachtung ergehen. mittlerweile hat es auch hier wieder zu regnen begonnen, hoffentlich rutscht da nicht noch mehr hang ab!

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