Mittwoch, 27. Januar 2016

spinnen und zwirnen


momentan profitieren alle weniger anstrengenden textilen arbeiten davon, dass ich seit anfang jahr immer ein bisschen vor mich hin kränkle. schnupfen, halsweh, ohrenschmerzen, halsweh und dann wieder von vorne - nie so richtig schlimm, aber auch nicht so, dass ich mich wirklich fit fühlte und schon gar nicht fit genug um im kalten keller grösseres zu filzen. anstattdessen habe ich viel gestrickt (das ergebnis kommt dann auch demnächst) und gesponnen. vor allem das dezember-faserabo aus der spinnwebstube. und weil ich die kapazität der spulen meines schacht-sidekick unterschätzt hatte, war dann plötzlich deutlich mehr als die hälfte des materials auf einer spule.


nicht so geschickt, wenn man beim spinnen immer mehr zur überzeugung kommt, dass sich die farbe der wolle je gemischter desto besser macht, also eine kettenverzwirnung quasi ausgeschlossen werden kann. also habe ich mich eines tricks entsonnen, den ich mal bei jemandem gesehen habe, noch bevor ich überhaupt selbst ein spinnrad besessen habe. 


 man kann nämlich einfach das komplette gesponnene garn auf einen knäuel wickeln, den man von innen und von aussen abwickeln kann. eine solche knäuelwickelmaschine ist da gut geeignet, aber es wäre auch mit einer nostepinne gegangen. das hätte allerdings bei etwas über 200 gramm auf der spule schon eine weile gedauert, so dass ich über die technische unterstützung schon sehr froh war. das prinzip ist übrigens dasselbe wie das, das man beim verzwirnen von der handspindel anwendet, bei dem das garn so lustig auf die hand aufgewickelt wird. wichtig ist nur, dass man den knäuel von zwei richtungen aus abwicklen kann.


 und das macht man dann auch. beide anfänge miteinander ergeben den zwirn. übrigens ganz ohne dass man darauf achten muss in welche richtung die spulen abgewickelt werden. das einzige problem ist der drall des gesponnenen garns, das sich manchmal zu kleinen knäueln zusammenwurschtelt. am ende ein bisschen mehr als am anfang, aber mit geduld und nervenstärke löst sich hier (fast) jeder knoten.


und wenn man nervenstark genug war, dann bekommt man am ende den lohn: alles garn ist verzwirnt und es ist nichts übrig. das ende des zwirns ist sozusagen die mitte des gesponnenen singles. (und das kann man auch gleich ganz prima am niddy-noddy befestigen...
wie es mit dem fertigen garn jetzt weitergeht - keine ahnung. oder doch so ein bisschen, aber noch nichts wirklich konkretes.

Kommentare:

  1. Schon wegen der Restlosikeit liebe ich diese Art zu zwirnen. Tolles Garn.
    LG Sheepy

    AntwortenLöschen
  2. Restlosigkeit! Das wäre der beste Titel für diesen Post gewesen! Danke!

    AntwortenLöschen
  3. Hey, ich hätte mal eine kurze Frage, da du ja auch deinen Garten sehr zu mögen scheinst. Hast du dir mal überlegt, dir eine Hängematte zuzulegen oder selber anzufertigen? Das ist jetzt nämlich mein Dilemma. Es gibt auf Webseiten wie zum Beispiel dieser echt billige Angebote. Andererseits ist ja das selbstgemachte immer am schönsten und fühlt sich dann auch verdient an. Ich bin jetzt halt nur am überlegen, ob der Aufwand dann nicht doch ein wenig zu groß wäre, wenn man sie ja doch ziemlich erschwinglich kaufen kann. Was würdest du mir raten? Würdest du dich selber je an ein solch großes Projekt rantrauen?

    AntwortenLöschen