Donnerstag, 30. Juni 2016

wolle waschen

vor ein paar tagen habe ich zwei grosse und mehrere kleine säcke wolle von erhaltenswerten schweizer schafrassen abholen dürfen. darunter sind engadiner schafe, bünder oberländer in verschiedenen farbschlägen und spiegelschaf. unter anderem ist es gerade deshalb im blog so ruhig, weil ich damit beschäftigt bin, diese wolle zu waschen. gestern hat mich der sohn mit der kamera begleitet und so kann ich sie jetzt einladen, mir ein bisschen beim wollewaschen zuzuschauen. 


kommen sie einfach mal mit.  (altes t-shirt, plastikschürze und viele eimer und kannen, alles notwendiges equipment)


das wollvlies, hier vom engadiner schaf, habe ich vorgängig sortiert und einige stunden in regenwasser eingeweicht. hier bin ich schon dabei, die wolle wieder aus dem wasser zu nehmen und abtropfen zu lassen.  (das schaf ist zwar noire, also schwarz gewesen, hiess aber nicht vitelotte. das waren kartoffeln, die wir mal angebaut haben.)


anschliessend wird sie portionsweise in zwiebel- oder kartoffelsäckchen verpackt.


 das restliche wasser mitsamt dem gelösten dreck wird herausgeschleudert. (tja, bauknecht weiss, was filzfrauen wünschen. mein traum von einer eigenen kleinen wäscheschleuder hat sich letzte woche via verschenkeplattform erfüllt)


das einweichwasser, in dem sich trotz striktem aussortieren der verschmutzten wolle einiges an sand und dreck gelöst hat, kann man sehr gut als giesswasser nutzen. es stinkt nur ein bisschen und vermutlich produziere ich damit ein stickstoffüberangebot in meiner tomatenplantage.


 in reichlich warmem wasser (so geschätzte 45 bis 50 grad) löse ich dann ein bisschen wollwaschmittel auf und lasse die wolle etwa eine halbe stunde einweichen. ab und zu bewegen hilft, ist aber nicht unbedingt notwendig, da ich ohnehin immer nur so viel wolle wasche, dass sie noch frei schwimmen kann.


nach einer halben stunde dann das gleiche prozedere wie zuvor mit dem einweichwasser: abtropfen lassen, ausschleudern in portionen und dann noch in handwarmem wasser ausspülen. wichtig ist, dass die wolle nicht heftigen temperaturwechseln ausgesetzt wird, sonst kann sie sich bereits jetzt verfilzen - aber das soll sie ja erst später.


dann wird die wolle auf diesen gestellen ausgebreitet zum trocknen. immer schön im schatten, damit sich in der sonne kein wasserstoffperoxid bildet.


zuletzt wird die wolle in säcke verpackt und ich schicke sie in eine kleine karderei im fränkischen.

Kommentare:

  1. wasche gerade mit - endlich hält das wetter!
    liebe grüße

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  2. mega lässä fotischtriim danggä foll spannend gsii. boaeh de arbet! liäbi grüäss

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