Montag, 8. Mai 2017

vom wollen und vom müssen

normalerweise kümmere ich mich in meinen filzkursen ja vorwiegend um die, die freiwillig zu mir kommen und schon bevor sie zur tür hereinkommen, wissen, dass (und meist auch was) sie heute filzen werden.
manchmal aber tausche ich auch meinen privilegierten status als filzkursleiterin gegen eine arbeit an der schule ein. dann kommen kinder zu mir, die noch nicht wissen, dass sie den nachmittag mit filzen verbringen werden, sich wenig unter filzen vorstellen können, oder eigentlich auch gar nicht filzen wollen. manchmal gleich alles drei auf einmal. 
 

diese gruppen teilen sich meist zu recht ähnlichen teilen in die, die nicht filzen wollen, die, die gerne filzen wollen und sich schon darauf gefreut haben und die, denen es eigentlich egal ist.

wenn es dann aber mal losgegangen ist, alle ihren arbeitsplatz eingerichtet und material ausgesucht haben, wenn sie dann mit den händen im warmen wasser, der seife und der wolle stecken, dann gruppiert sich da manches um: plötzlich entdecken manche kinder, wie grossen spass ihnen das tun macht, wie lustig sich das anfühlt, wie sie die wolle beeinflussen können, was da unter ihren händen entsteht. leider gibt es auch die gruppe der kinder, die merken, dass sich das glitschig und fremd anfühlt, dass die wolle wegrutscht und nicht das tut, was sie soll, dass es gefühlt ewig dauert, bis da endlich mal etwas passiert.

manche freuen sich am ergebnis, manche am prozess, manche gehen und wissen, dass sie das nie wieder tun wollen, filzen. das hat manchmal nicht unbedingt mit dem ergebnis zu tun.


die arbeit mit diesen schülergruppen macht mir deswegen nicht weniger freude als mit den kursen. sie ist nur anders. die erwartungen sind meist nicht so hoch, der prozess steht zunächst mehr im vordergrund, das produkt interessiert erst in zweiter linie und nicht bei allen kindern. und trotzdem entsteht viel schönes: zwei "blumensträusse" von kindern der klassen 4 bis 6 der kreisprimarschule rekingen, die an zwei nachmittagen mit unterschiedlichen gruppen entstanden sind. noch vier gruppen sind in den nächsten wochen "dran".

Kommentare:

  1. Ich finde die Blumen sehr schön, Kinder haben ihre Fantasie daher ist es schön lässt du sie das so auch ausleben.
    Du hast noch was vor mit den vier Gruppen, zeigst du uns das Gesamte Foto auch noch?
    Lieber Gruss
    Heidi

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  2. Boah wie toll du das beschreibst. Mir geht es ähnlich mit den Kindern und dem Filzen und nächste Woche filze ich auch mit Kindern in unserem Projekt. Auch Blüten werden dabei sein. Die Sträusse sind sehr ausdruckstark und das Erlebnis für die Kinder ist vermutlich nachhaltig. herzliche Grüße Anke

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