was wir im garten suchen, ist die gegenwelt. der schönste ort auf erden. ein zaun gehört drum, allenfalls ein türchen ist erlaubt. dieser ort kann überall sein. manchmal ist er nur im kopf.
Samstag, 28. März 2020
27. märz 2020 - die veränderung im immer gleichen
(immerhin stehen für die kommende woche zwei feste blogtermine schon fest - und das bei mir, die garnienicht einen plan für den blog gemacht hat und machen wird. und für das #the100dayproject hätte ich da ja auch so eine idee, die mit schreiben zu tun hat.)
der freitag verläuft für coroanzeiten beruhigend normal. es ist haushaltstag. mit dem kleinen unterschied, dass ich noch vor dem frühstück und dem bloggen das schlafzimmer fertig machen muss, da es sich als geeignetster raum für onlinekonferenzen herausgestellt hat. (in den anderen zimmern ist zu viel hall.) also: betten abziehen, aufräumen, staubsaugen im eiltempo, damit ab acht dort gearbeitet werden kann.
frühstück, bloggen, dann geht es weiter mit der zweiten runde hausputz - da die tochter die meisten aufgaben der schulwoche schon erledigt hat (sie macht das übrigens fast komplett in eigenregie, nur gegen ende der woche musste ich mal ein bisschen strukturieren, damit auch noch die allzu offen formulierten aufträge irgendwann ein ende fanden) kann ich sie zum zeitgleichen zimmeraufräumen motivieren, so dass das staubsaugen in einem aufwasch erledigt werden kann.
zum mittag wieder kaltes vesper, danach wald- und wiesenspaziergang. ich hab ihnen mal das inzwischen blühende silberblatt mitgebracht:
das habe ich bisher nur an einer einzigen stelle im wald entdeckt und heute dachte ich schon, ich hätte sie verpasst. wieder grosse begeisterung, wie viel veränderung innerhalb eines tages in der natur stattfindet. wir werden die gleiche runde wohl noch eine weile beibehalten. und wir werden schneller. heute waren bei wärmerem wetter wieder viel mehr spaziergänger unterwegs.
am nachmittag fahre ich in die werkstatt um die bisher bestellten wollsets zum video auszuliefern. es sind nur zwei, aber immerhin liegen die adressen in der gleichen strasse. ein bisschen mehr resonanz hätte ich mir schon erhofft, aber vielleicht kommt das ja noch.
pünktlich zur kaffeezeit bin ich zuhause, danach dann diverses. an anruf bei meiner mutter und stricken kann ich mich noch erinnern. und daran, dass ich endlich onedrive auf dem mobiltelefon eingerichtet habe. allmählich komme ich doch zu dingen, die ich immer wieder verschoben habe, teilweise aus guten gründen.
zum abendessen gibt es gebratenen reis, freestyleküche. ich wollte was mit gemüse und reis haben, dafür habe ich reichlich zwiebeln, rüeblistifte, paprika, einen rest sellerie gestiftelt und eine aubergine in erdnussöl angebraten und später gekochten reis hinzugefügt. gewürzt mit einer portugiesischen paprikapaste, die eher salzig als scharf ist. kurz vor fertig habe ich die masse an die ränder der bratpfanne geschoben und in der mitte rührei aus drei eiern stocken lassen. es hat wieder sehr gemundet. wir brauchen noch einen namen dafür.
am abend nochmal zwei runden brändi-dog, dann zeit-lesen (ich hab uns mal wieder ein gratisabo gelöst) und ein versuch mit der heute-show, interessanterweise nicht einmal völlig daneben. humor in zeiten von corona, ein heikles thema, ausser wenn es um klopapier geht.
gelesen: paul auster, mr. vertigo
gesehen: heute show
Samstag, 6. November 2021
5. november 2021 - #wmdedgt im november 2021
"was macht du eigentlich den ganzen tag?" fragt frau brüllen immer am 5. des monats. und ich antworte heute so:
früh aufgewacht, weil ohnehin wegen des spätabendlichen ärgers schlecht geschlafen. also war es auch egal, dass die tochter heute wieder früh raus musste und ich mit ihr aufstand, so gegen halb sechs. als erstes räumte ich die spülmaschine aus und erledigte das vom abend übriggebliebene geschirr, dann machte ich frühstück, schrieb den blogeintrag für den vergangenen tag und frühstückte mit kai.
in der vergangenen woche hatte ich eine idee, wie ich meine wöchentliche putzrunde am freitagvormittag noch besser organisieren könnte und begann deshalb damit, alle räume mit steinböden im erdgeschoss für das feucht wischen vorzubereiten. ich habe mich ja vor vielen jahren ausführlich mit der organisation des haushalts beschäftigt, woraus der putzplan mit festgelegten intervallen für bestimmte arbeiten und später eine arbeitsteilung für kochen, wäsche und putzen hervorgegangen ist. das putzen erledige ich aber immer noch alleine (abgesehen von grossen arbeiten, wozu im jetzigen haus auch das fensterputzen gehört) und bin ständig dabei, die abläufe an den putztagen montag und freitag weiter zu optimieren. vielleicht glauben sie mir das nicht, aber das macht sogar spass. also weniger das putzen als das optimieren.
anschliessend startete ich die übliche runde: schlafzimmer, badezimmer oben und unten, dann feucht wischen überall, wo steinboden liegt und zwar heute zuerst oben, dann gleich unten (anstatt wie sonst erst am ende der runde). damit die böden trocknen konnten, legte ich eine frühstückspause ein und erledigte ein bisschen büroarbeit. das kursanmeldungschaos liess sich aufdröseln, die anmeldungen erreichten nun mein postfach. es gab auch noch eine zusätzliche anmeldung, da der kurs ja stattfinden sollte, war es auch egal, dass sie nach der anmeldefrist kam.
ich bezog die betten frisch, räumte die frischgeputzten räume wieder ein, wischte im rest der wohnung staub, staubsaugte alle holzböden und musste nicht mal blumen organisieren, weil der strauss vom markt von voriger woche noch immer schön ist.
und als ich gerade so richtig zufrieden sein wollte (mit der neuen reihenfolge und weil es gerade erst halb elf war und ich schon fertig) da kam die erste und die zweite absage für den morgigen kurs. ich ging erst mal unter die dusche, was ich ohnehin vor hatte und beschloss, den arg zusammengeschrumpften fiznachmittag abzusagen. die freude über den freien samstagnachmittag ist ein wenig verhalten, denn in solchen kursausschreibungen steckt schon wenn alles wie am schnürchen klappt eine menge arbeit, in diesem fall kam noch der ärger dazu. dann habe ich halt wieder mal für nichts gearbeitet.
ich lungerte ein bisschen herum, machte dann ausgiebig mittagspause, hatte aber keinen hunger, wegen des zweiten frühstücks, und fuhr dann los um das gemüse abzuholen. das gemüse nahm ich mit in die werkstatt.
kurz vor zwei stellte ich das schild, das auf die offene werkstatt hinweist, vor die türe des gebäudes und bereitete die tische für eventuelle besucherinnen vor. die angekündigten besucherinnen kamen dann alle auf einmal, die eine wollte einfach ein bisschen reden und brachte mir ein lemoncurd und ein reisszeug ihres mannes für den sohn mit. der mann war bauingenieur und dürfte den grossteil seines arbeitslebens auch nicht mehr mit dem reisszeug gearbeitet haben, mein sohn ist geomatiker und hat nicht einmal während der ausbildung nie mit tusche pläne gezeichnet. ich bin gespannt, ob er das wunderschöne etui aus nostalgischen gründen trotzdem haben möchte oder vielleicht sogar etwas damit anfangen kann. ausserdem überlegte ich, dass von vielen heutigen berufen keine solche sichtbaren zeichen mehr übrigbleiben werden. sein erstes cad-programm wird der sohn jedenfalls nach der pensionierung niemandem weitergeben können.
die anderen beiden besucherinnen wollten sich umschauen und über das kursprogramm informieren. ich erzählte also ein bisschen, sprang immer wieder zwischen den beiden besuchergruppen hin und her und hatte das gefühl, dass beide so einerseit genügend zeit zum schauen, zum fragen und erzählen hatten. mit den beiden filzinteressierten habe ich nun eine verabredung zu einem ersten kleinen stück, in der nächsten woche.
als sich auch noch die strickfreundin gegen halb vier verabschiedet hatte, wurde es ruhig und ich konnte mich den beiden in dieser woche eingetroffenen arbeiten von kursteilnehmerinnen und ihrer beurteilung widmen. zwischendurch holte kai noch einen teil des gemüses für das abendessen ab. gegen sechs machte ich feierabend, eigentlich geht die offene werkstatt bis halb sieben, aber die chance, dass noch jemand gekommen wäre, tendiert gegen null.
im dunklen und kalten radelte ich nach hause und begegnete einem der busse, die die besucher der "hellen nacht", einer veranstaltung zur industriekulturim kanton aargau, herumfuhren. ich freute ich auf den ruhigen abend. zuhause hatte kai einen kleinen apero vorbereitet, das passte gut zu meinem ausgefallenen mittagessen. ich las auf dem sofa, kai frittierte tintenfische und dazu gab es salat. später nach wäscheaufhängen wieder sofa und heute-show. da war dann auch schon die tochter aus doppeltem turntraining zurückgekehrt und schaute ein bisschen mit uns.
Samstag, 5. Dezember 2020
4. dezember 2020 - ja mei, freitag halt.
| adventspost nr.4 - simone aus tirol (im link könnt ihr sehen, wie sie gedruckt hat) schickt mir schneeberge. skifahrer haben ihre spuren hinterlassen. ich sehe durchaus zusammenhänge mit der tagespolitik. oder sehe ich nur wegen der tagespolitik skispuren? |
freitag - wer schon länger liest, weiss, dass der tag voraussehbar ist. vor der putzrunde habe ich heute die basler leckerli gebacken, glasiert und geschnitten, so dass die tochter schon beim frühstück über den duft begeistert war. am nachmittag in der offenen werkstatt weiterarbeit an dem affen, mit sehr viel geduld und akribie, er hat seine aussenhülle bekommen und alle besonders gestalteten stellen wie hände, füsse und gesicht samt ohren sind fertig. nun muss er nächsten freitag noch fertig gewalkt werden. (ich hatte beim letzten mal vomundig versprochen, dass er heute fertig werden würde, man nahm es mir aber nicht übel, dass es nicht so war, sondern begriff es als entlastung und anregung zum genauen und überlegten arbeiten.)
vor dem heimweg erreichte mich die nachricht der tochter, dass wir mit dem abendessen nicht auf sie warten müssten, sie wollten länger in der turnhalle bleiben, um eine besondere turnchoreografie nur zu zweit auszuprobieren. geturnt wird übrigens in der gruppe und zu zweit, ausser für kraftübungen, wo alle weit auseinander stehen, mit maske. am stufenbarren, an den schaukelringen und am boden. nachdem ich neulich ohne an die maske zu denken, zwei stockwerke parkhaus hochgerannt bin und anschliessend im vollbesetzten laden die maske nicht abnehmen konnte, kann ich mir das noch weniger vorstellen.
also assen kai und ich alleine spaghetti mit kohlrabisosse. und weil kai mir von einem podcast über ausgestorbene berufe erzählte, in dem von schmuckeremiten die rede war, lachten wir viel über die vorstellung, das als berufsziel bei der berufsberatung anzugeben. ich glaube, das kann man auch als quereinsteigerin über fünfzig noch machen. die ausbildungsplätze dürften rar sein (ausgestorbener beruf), aber warum nicht, ich hätte da schon was gefunden. als blogname wäre das übrigens auch noch eine gute idee.
die tochter kam nach hause, wir plauderten noch ein wenig, erledigten anstehende hausarbeiten in küche und waschküche und landeten dann wieder vor der freitäglichen trinität im zweiten deutschen fernsehen.
gelesen: allende
gesehen: heute-show und zdf magazin royale.
Samstag, 23. Mai 2020
22. mai 2020 -
Samstag, 19. September 2020
18. september 2020 - mehr ehrlichkeit
der allmählich sich durchsetzende herbst erlaubt es mir wieder, in den "normalen" freitagsrhythmus zu kommen. alos morgens das haus wochenendfein zu machen und nachmittags mit oder ohne angemeldete besucher in die werkstatt zu verschwinden.
heute hatte ich noch wichtige dinge zu erledigen: zwei kurstage montag und dienstag mussten vorbereitet werden, zum einen physisch: umstellen der tische, aufräumen, herrichten von anschauungs- und filzmaterial. und zum zweiten mental: was biete ich für themen an, wie fange ich eventuell fehlende filzerfahrung auf. weil ich zweiteres aber schon seit gestern nachmittag in meinem kopf hin und her überlegte, ging es dann doch ganz fix und ich kam anschliessend noch dazu ein anschauungsobjekt oder musterstück für einen kurs im november zu filzen.
auf der suche nach einer idee für ein tandemfilzen (also eine erwachsene person zusammen mit einem kind) bin ich bei einem der ersten stücke gelandet, das ich selbst mit dem ältesten sohn gefilzt habe, einer spiellandschaft. da das mittlerweile etwa 20 jahre zurückliegende stück filz aber wahrscheinlich einem umzug oder den motten oder gar beidem zum opfer gefallen ist, musste ich ein neues herstellen. dafür weiss ich jetzt auch, wie viel wolle wir ungefähr brauchen werden und wie ich ungefähr mit eltern und kindern vorgehen werde. noch text und foto und preis für die kursbeschreibung, dann darf ich gespannt sein, ob für diesen kurs interesse besteht.
spontan fiel mir dazu gerade die überschrift zu einem blogpost von roberta bergmann ein: verdopple deine versagensquote! auch wenn es immer wieder schwer fällt, dies einzugestehen: ein teil der geplanten kurse findet nicht statt, weil thema, zeit, preis oder einfach alles nicht gepasst haben. im laufe der zeit habe ich gelernt, das zu akzeptieren und es nicht persönlich zu nehmen. und ich denke, es ist gut, dies einzugestehen anstatt immer die fassade "bei mir läuft alles prima!" aufrechtzuerhalten.
gegen fünf war ich dann schon wieder zuhause, um zuerst eine runde zu schwimmen und dann doch wieder bürodinge zu erledigen. und zwar ungefähr so lange, bis ich die tochter vom sport abholen musste.
zum abendessen hatte kai frittierte tintenfischringe und salat vorbereitet, ich werde vermutlich noch bis morgen abend satt sein, aber lecker war es schon. dann noch heute-show und ins bett.
gelesen: james rebanks, mein leben als schäfer
gehört: verschiedene folgen des podcast kafi am freitag
Samstag, 15. Februar 2020
14. februar 2020 - zeitschleifen
über den vormittag klärten sich dann noch dinge, die die kommende woche betreffen, was für ein krimi und dabei ein wenig unnötig. und dabei war ich selbst ja nicht einmal eine der figuren im krimi, sondern nur das publikum. allenfalls eine randfigur.
beim mittagessen aus restlichen fleischküchle und den letzten resten brot las ich mich durch blogs und stiess dabei auf einen eintrag von herrn buddenbohm, der mir die augen öffnete. sie müssen bis dorthin lesen, wo es um die deutsche wiedervereinigung geht, der rest ist auch interessant, vor allem die musik hat mir gut gefallen, aber richtig eingehakt habe ich bei diesem wiedervereinigungs- und mauerfallthema.
nun war es ja in den letzten monaten öfter so, dass man bilder aus dieser zeit wieder zu sehen bekommen hat und viele wichtige und weniger wichtige menschen haargenau beschreiben konnten, wo und in welchem gemütszustand sie sich befanden, als sie die ersten bilder vom mauerfall sahen.
ich also nicht.
ich mutmasse allerdings ein szenario, mit den eltern im wohnzimmer und der tagesschau auf dem fernseher, aber das muss auch überhaupt nicht so gewesen sein, es ist nur möglich und passt ganz sicher auf einige abende in dieser zeit, da ich während meiner lehre zur buchhändlerin noch zuhause wohnte. jubel und fahnenschwenken kommen da nicht vor. an was ich mich allerdings noch ziemlich genau erinnern kann, ist das unbehagen, das mich und vor allem auch meinen vater angesichts des ungebremsten jubels gelegentlich ergriff. ich verstand wenig davon, was da passierte, begann aber, mich damit zu beschäftigen und hätte, wie herr buddenbohm
gerne etwas länger besprochen und den Leuten an den runden Tischen [...] gerne etwas länger zugehört, diese Sichtweise war gar nicht exotisch, nicht in Ost- und nicht in Westdeutschland.
zurück im jahr 2020 rief mich meine werkstatt, mit zwei angemeldeten besucherinnen für den offenen nachmittag. ein lange geplantes sitzkissen aus wolle von den eigenen schafen ist da entstanden und am anderen tisch wurde mit aufgelegten streifen aus allerhand mehr oder weniger gut filzenden materialien experimentiert.
ich bin immer wieder fasziniert, wie regelmässige besucherinnen der werkstatt sich sozusagen ihr eigenes curriculum zusammenbasteln und mit jedem neuen stück wieder ein bisschen etwas neues über das filzen lernen. ganz ohne vorgaben und sozusagen in einer sagenhaft mäandernden weise.
am abend habe ich mich dann aufgerafft, die werkstatt noch aufzuräumen, so dass ich in der kommenden woche, in der ich wieder zwei tage unterwegs sein werde, bei meiner rückkehr gleich loslegen kann.
zuhause war ich um kurz nach sieben, kai hatte schon mit kochen begonnen und brauchte nur noch ein paar hinweise für den kartoffelsalat, ich holte noch die tochter vom turnen ab, dann abendessen mit paniertem kabeljau und kartoffelsalat mit gurke.
mit den ergebnissen der tanzwoche, die wir als film anschauen durften und vagen planungsversuchen fürs wochenende wurde es dann reichlich spät, die tochter ging zu bett, kai und ich sahen noch nachrichten und heute-show.
gelesen: die fischtreppe
gehört: servus, grüezi und hallo (aus der vergangenen woche)
gesehen: heutejournal und heuteshow, dann noch den beitrag über die känguru-chroniken in aspekte. ich weiss noch nicht, ob ich die verfilmung brauche, überlege aber, die känguru-reihe wieder einmal anzuhören.
Samstag, 27. März 2021
26. märz 2021 - freitag
hätte ich gestern nicht schon geschrieben "donnerstag halt...", hätte heute auch freitag halt... gepasst.
morgens die übliche haushaltsrunde erledigt, und weil ich so schnell fertig war wie selten, habe ich noch die diversen sitzgelegenheiten und tische draussen abgewaschen, am wochenende soll ja nach einem kurzen regenintermezzo das wetter schön werden und vielleicht können wir schon mal eine mahlzeit draussen einnehmen.
am nachmittag hatte ich eine verabredung für die offene werkstatt - ein sitzfilz aus den locken des ouessant-schafs ist entstanden. das vlies war wunderschön zusammenhängend und triefte förmlich von goldgelbem frischem wollfett. ganz frisch nach der schur ist das eine freude! die filzende hält die schafe selbst und erzählte davon, wie entrüstet die schafe waren, ausgerechnet jetzt, wo es doch noch einmal kalt geworden ist, geschoren zu werden. das filzexperiment gelang, denn ich hatte schon öfter solche wilden filze selbst gemacht, aber noch nie jemanden dazu angeleitet. nun bin ich gespannt auf ein foto vom trockenen kissen, denn erst nach dem trocknen entfaltet sich die ganze pracht der locken.
das filzen ging fix, so dass ich noch ein paar minuten auf kai warten musste, der mir den grossen sack mit den dinkelspelzen in die werkstatt brachte. gelegenheit, noch einen letzten stuhlbeinüberzug fertig zu machen.
zuhause gab es einen kleinen apero, freitags gibt es ja immer erst spät abendessen, da die tochter am abend turnt. dann erledigte ich den dringenderen teil der schreibtischarbeit, vor der ich mich gestern gedrückt hatte. die grosse ratlosigkeit, was den sommerurlaub angeht, hat auch ihre vorteile: immerhin sind entscheidungen für termine schnell gefällt, denn im grunde genommen ist es sowieso egal, wann wir frei nehmen und wann ich noch ein paar kurse ansetze, denn im ganzen letzten jahr ist es sowieso anders gekommen als geplant, also können wir auch noch eine weile damit weitermachen.
ich holte die tochter vom turnen ab, dann gab es spiegelei, bratkartoffeln und spinat. die tochter ging ins bett und kai und ich schauten weiter beforeigners, das uns ausnehmend gut gefällt. pünktlich um halb elf stiegen wir auf die heute-show um. die ereignisse in deutschland hatten in der vergangenen woche ja eine steilvorlage für satire geliefert, aber einmal mehr bleibt einem ja eher das lachen im halse stecken, die situation ist eigentlich viel zu ernst - oder zu nahe am witz.
Samstag, 29. Januar 2022
28. januar 2022 - freitag halt, aber anders
aussergewöhnlicher freitag, weil ich schon im vorhinein die offene werkstatt für heute abgesagt hatte. insofern hatte ich nach putzen am vormittag (gipfeli in der kaffeepause) noch reichlich zeit für duschen, mittagessen, pause machen.
gegen drei uhr brach ich auf, fütterte die katzen der verreisten nachbarn, und ging dann in die werkstatt, um die reste des gestrigen filztags gegen die vorbereitungen für die beiden filzbaukastentage am wochenende auszuwechseln. inklusive müllbeseitigung, durchfegen, einsammeln der gebrauchten handtücher war ich dann doch wieder zwei stunden dort und habe nichts produktives getan.
gegen sechs zuhause, da gab es apero, ich bereitete einen marmorkuchen vor und während der im backofen war, das abendessen. dann fiel mir ein, dass noch ein gemüsekorb im depot auf uns wartete, den holte kai, nachdem er eine partie schach gegen die tochter beendet hatte. zum abendessen gab es lebergeschnetzteltes mit zwiebeln und paprika, dazu rösti aus den vom raclette übrig gebliebenen kartoffeln und salat. danach sofa und serie, beziehungsweise wir schauten mal ins dschungelcamp rein, aber das ist so wie eh und je, nur hatte ich deutlich das gefühl, dass einzelne teilnehmerinnen auswendig gelernten text aufsagten. vermutlich hat den mal jemand aus alten folgen herausgeschrieben. wir blieben nicht bis zu einer "dschungelprüfung" dabei, sondern schauten dann noch heute-show.
einen text würde ich ihnen ganz gerne ans herz legen, es geht um corona, und imre grimm bringt das gefühl, das ich momentan habe, ganz gut auf den punkt, denn sie steigt bei der corona-politik nicht mehr durch und fordert einen klare haltung und bessere kommunikation der politik. der text aus dem redaktionsnetzwerk deutschland bezieht sich zwar auf die situation dort, passt aber, mit ausnahme des abschnitts über kinder und schulen, auch ganz gut auf die schweizer politik. und bei den schulen hatte ich hier schon länger den verdacht, dass es nie nur um die kindern, sondern früh schon darum ging, dass die eltern ungestört weiter arbeiten gehen können. weil ein vorbildliches pandemiemanagement gab es dort auch nicht gerade und wenn man daran denkt, dass zumindest in unserem kanton an den schulen gerade nicht getestet wird, liest man nachrichten, dass nach den skiferien auch noch die maskenpflicht und vielleicht vorher schon die quarantäne fallen könnte, echt mit bedenklichem blick.
was also tun? (das schreibt imre grimm nämlich nicht) wir halten es ein bisschen mit frau brüllen, halten uns an die regeln, lassen das aus, was uns ganz unsinnig erscheint, aber für den grossen verzichtsorden am bande werden wir uns auch nicht mehr bewerben. (ohne katzencontent und olivenöl lesen sie am besten ab sonst:) und ansonsten kann das meinetwegen jeder halten wie er oder sie es will.
Samstag, 7. März 2020
6. märz 2020 - abstand bitte.
da ich die offene werkstatt für den nachmittag abgesagt habe, weil ich mich noch nicht fit genug für einen langen nachmittag mit vielen gästen fühle, strukturiere ich den tag einfach um.
nach frühstück und langem bloggen, erledigen von post und dingen fahre ich in die werkstatt. das durcheinander muss ich heute also auch nicht beseitigen und kann es noch ein bisschen liegen lassen. anstattdessen mache ich mich irrationalerweise an die erledigung der hausaufgabe für die gv-sitzung der filzszene, obwohl ich schon ziemlich sicher bin, dass ich nicht hingehen werde. aber irgendwie fände ich es schade, die herausforderung nicht angenommen zu haben. also vergrössere ich die zur verfügung gestellte schablone ein klein wenig.
und filze ein bisschen drauf los. meine erste idee hatte eine starke vergrösserung beinhaltet, so wäre ein hut draus geworden - dabei wäre dann nur der mittlere teil als umhüllung für den kopf hohl ausgebildet worden, der grosse umlaufende bogen wäre dekoration geworden und hätte auch eine andere schrumpfung gehabt. so ganz war ich aber damit nicht zufrieden, da ich schon im vorhinein sicher war, dass ich einen so extravaganten hut niemals tragen würde. gescheitert ist die ausführung vor allem am zeitmangel, der manchmal auch gut für was ist. positiv gewendet: ich habe prioritäten gesetzt.
die zweite eingebung war dann ohne vergrösserung der schablone eine art fingerpuppe zu machen, eine raupe. als ich dann aber nochmal genauer hingeschaut habe, schaute mich da halt eher eine art echse oder chamäleon an. also farbwechsel. für die stabilität und auch weils spannender aussieht: zacken. augen dazu. und eine zunge aus wolllocken.
nicht unbedingt eine fingerpuppe, aber auf dem pflock kann man das tier vielleicht im garten unterbringen? wildes drauflosfilzen, kann ich manchmal auch.
kurz vor zwölf machte ich mich auf den weg zum mittleren kind, wir waren zum mittagessen in die neue wohnung eingeladen. wir, das heisst, die tochter, kai und ich. es gab asiatische nudeln mit brokkoli und pepperoncini aus der pfanne. bei tisch fast nur gespräche über das coronavirus und die umstände daraus. zwischendurch wurde noch das sofa für den sohn geliefert, ich würde sagen: einrichtung wird.
mit velo nach hause, mit einem abstecher über den bäcker, für nachmittagsgebäck. ein bäcker im ort ist eine tolle sache. und dieser bäcker hier verblüfft mich immer wieder. bei fast jedem besuch entdecke ich etwas neues. und die osterhasen, die er macht, sind sensationell. vielleicht traue ich mich ja, mal ein foto zu machen.
zuhause: pause. dann das übliche freitagsvormittagprogramm, etwas abgespeckt und immer wieder von telefonaten unterbrochen, denn ich sage meine teilnahme an der generalversammlung der filzszene tatsächlich ab, ich fühle mich nicht fit genug für einen tag unterwegs. sage aber gleichzeitig eine kanditatur für ein amt zu. kann man ja machen, besser als nix. die kollegin, die mit mir den lehrgang gibt, kommt auch nicht. präventionsmassnahme, ein familienmitglied arbeitet beim energieversorger. und eine der grossen sorgen hier ist ja, dass durch steigende infektionszahlen die versorgung mit lebensnotwendigem wie strom und wasser gefährdet wird.
am spätnachmittag noch ein bisschen herumräumen: durch das frei gewordene zimmer samt wandschrank werden regale im wohnzimmer frei, alles kann nun ein bisschen luftiger stehen.
![]() |
| was allerdings manches familienmitglied mit ganzem einsatz zu verhindern sucht. |
überhaupt finde ich das thema covid19 eher ungeeignet für satirische zwecke. ich hoffe immer noch, dass alle ergriffenen schutzmassnahmen helfen, eine ausbreitung zu verzögern, am besten bis ein impfstoff gefunden ist, es sommer wird und die leute sich wieder weniger in geschlossenen räumen aufhalten oder wenigstens so lange, dass das öffentliche leben nicht zusammenbricht.
da ich es nicht besser weiss, kann ich nur darauf vertrauen, dass viel richtiges unternommen wird.
da die veranwortlichen auch keine wahrsager sind, wird einiges unnötige dabei sein, aber alles besser als nichts zu tun.
vielleicht werden wir in eine paar wochen oder monaten witze darüber machen, aber jetzt halte ich das für verfrüht. ironie relativiert. und bei dem erreger der neuen lungenkrankheit gibt es kaum was zu relativieren, die bedrohung muss einfach ernst genommen werden. um uns, aber vor allem auch, um schwächere in unserer gesellschaft zu schützen. also: waschen sie sich die hände. es gibt so schöne seifen. (okay, das war jetzt auch ironisch.)
gelesen: charlotte link - die suche
gehört: meine cousine rachel, daphne du maurier
gesehen: heute-show
Samstag, 13. November 2021
12. november 2021 - kein zwölf von zwölf im november
ja, dran gedacht habe ich schon, aber ganz ehrlich, weder das wetter noch die im lauf des tages anfallenden tätigkeiten boten besondere fotografiergelegenheiten für 12 fotos. deshalb ohne bilder - oder vielleicht mit einem.
eigentlich wären kai und ich ja bereits seit gestern unterwegs gewesen, er zu einer präsenzveranstaltung seines studiums, und ich als begleitung zu touristischen zwecken. nun findet aber halt schon wieder oder immer noch nichts in präsenz statt, was man nicht auch anders erledigen kann und wir sind zuhause und kai hat ein bisschen mehr zeit als sonst. was uns auf die idee gebracht hat, den vormittag für das reinigen der fenster zu verplanen. das wetter war passend grau in grau, die fenster, die teilweise nur mit der fünf meter langen leiter zu erreichen sind, sind sauber und ich war zu mittag eigentlich schon mit dem tag durch. mit der woche allmählich auch.
aber es hatten sich für den offenen nachmittag in der werkstatt gleich vier personen angemeldet. zwei hatten sich schon in der vergangenen woche für die werkstatt interessiert und mit mir einen termin für ein erstes filzstück abgemacht, ausserdem war aus der ausgefallenen filzgruppe vom letzten samstag noch eine mutter mit tochter übrig geblieben, die gemeinsam nun doch eine filzlandschaft gestalten wollten.
das war eine nette, bunte mischung, die gut nebeneinander und auch ein bisschen miteinander funktioniert hat, beide tische besetzt und ich dazwischen unterwegs. und gegen fünf waren alle ungefähr gleichzeitig fertig und konnten glücklich mit ihren werken nach hause gehen. da tobte draussen auf dem gang dann schon eine party, privatvermietung der brauerei, die wohl vergessen hatten, dass es auch noch andere menschen im gebäude gibt. ich stellte also mein werbeschild rein und räumte noch ein bisschen auf und machte gegen sechs ebenfalls feierabend.
zuhause waren alle beschäftigt in onlinemeetings, die tochter mit dem sportverein, kai studienhalber und ich hatte zeit, in ruhe zuhause anzukommen, die zutaten fürs abendessen vorzubereiten und ein feuer im kamin anzuzünden. irgendwann nach acht waren alle bereit für abendessen, es gab pakchoi und rüebli mit reisnudeln in einer curry-curcuma-kokos-sosse. die tochter ging danach ins bett, sie hat samstagsdienst, kai und ich schauten noch heute-show und hingen eine maschinenladung wäsche auf.
und morgen dann: endlich wochenende!
Samstag, 10. Oktober 2020
9. oktober 2020 - unsichere zukunft
am morgen erreicht mich die erste absage für die werkstatt, die auf die wieder steigenden corona-fallzahlen zurückzuführen ist. ich habe das allergrösste verständnis, dass diese verabredung nun nicht zustande kommen wird, aber sorge mich, wie es wohl weitergehen wird.
der morgen vergeht bei schönem wetter über den üblichen haushaltsarbeiten, die tochter geht für uns einkaufen, zum mittagessen gibt es resten und süsse stückle und ich schaffe noch ein bisschen lesepause vor der offenen werkstatt.
in der offenen werkstatt kläre ich zuerst fragen, die sich aus der letzten woche ergeben haben, dann geht es darum, einen gleichmässigen, grossen vorfilz anzufertigen. ich zeige verfahren, wie die wolle durch das aufteilen in einzelne sektoren ganz gleichmässig auch auf grössere flächen verteilt werden kann. der vorfilz wird in der kommenden woche noch einmal weiterbearbeitet werden - immerhin ist so die absage für den kommenden freitag auch zu etwas gut.
ich notiere mir ein paar ideen, was ich machen will, wenn ich die werkstatt für besucher wieder ganz zusperren muss.
für den abend haben wir den ältesten sohn mit freundin zum zwiebelkuchenessen eingeladen. sie kommen und zeigen uns erst mal ihr neues auto, einen recht mitgenommenen kastenwagen, der aber noch ein jahr lang fahren darf und in dem sie auch übernachten können. wir wundern uns ein bisschen über die entscheidung für noch ein auto, aber immerhin wird unsere garage mal wieder ein bisschen leerer, da mit dem fahrbereiten auto werkzeug und baumaterial aus einem anderen auto abtransportiert werden können.
beim zwiebelkuchen sitzen wir und reden, es wird aber nicht besonders spät, da alle ein bisschen müde sind. kai und ich verhängen später noch vor heute-show und literarischem quartett, in dem ich zum ersten mal juli zeh sehe.
gelesen: james rebanks, mein leben als schäfer
gehört: corona-virus-update
Montag, 5. September 2022
wochenende 3. und 4. september 2022 - nicht weit weg
am samstagmorgen erwartet mich nach dem frühstück das herausgeputzte oederlin-areal und die aufgeräumte werkstatt. ich muss wirklich nur noch zwei schilder nach draussen räumen, die kaffeemaschine bereit machen und ein paar kekse hinstellen, dann kann es losgehen.
die ersten eineinhalb stunden sind noch eher verhalten, vielleicht auch, weil es gerade um elf, als es losgehen soll, draussen so richtig schüttet. nach dem mittag kommt die sonne heraus und damit auch jede menge besucher. zwischenzeitlich ist es so voll in der werkstatt, dass ich froh bin, dass ich hinter meinem filztisch einen festen platz habe. ich filze ein bisschen zur show, verteile reichlich kärtchen mit der adresse der homepage, verkaufe zwei kleinigkeiten und schaffe es, um fünf uhr (geplant war vier uhr) die türen der werkstatt zu schliessen. draussen hat sich mittlerweile die terrasse der brauerei gefüllt, erfahrungsgemäss kommen jetzt nicht mehr viele menschen, die wirklich interessiert sind.
aber auch mit dem ungeplant späten feierabend komme ich noch rechtzeitig zum abendanlass - das freiluftkino bedankt sich heute bei den helfer*innen mit einem abendessen (leckere hotdogs mit allem!) und einer siebdruckaktion. ich lasse mir ein sweatshirt mit einem insiderwitz bedrucken. es war schön, die menschen vom freiluftkino wiederzusehen, aber gegen halb neun bin ich so müde, dass ich nach hause radle, wo ich dann allerdings noch lange mit kai auf dem sofa sitze.
***
der sonntag beginnt mit nebel, der sich allerdings verzogen hat, bis wir spät aufstehen. ruhetag. arbeitstag. kai schreibt an einer semesterarbeit, ich koche tomatensosse aus den weniger schönen oder einfach nicht aufgegessenen tomaten. mit zeit. später fahren wir mit den velos in ein nahegelegenes café und sitzen ein bisschen am fluss bei kaffee und kuchen. wir sind früh genug zuhause, um noch zu schwimmen, zum abendessen gibt es vegane chickenwings, die eigentlich überbackener blumenkohl aus dem backofen sind. leckeres fingerfood, dazu salat.




.jpeg)