Dienstag, 6. August 2024

#wmdedgt vom 5. august 2024

 wie immer am 5. des monats fragt frau brüllen was man denn so mache. 

nun, wir haben ferien und ausserdem etwas zu feiern, dementsprechend fällt der tag nicht so ganz alltäglich aus. 

in unserer ferienwohnung schlafen wir ein bisschen aus, gestern abend war es spät, denn zuerst kamen wir beim abendessen mit einem kroaten und einer ukrainerin ins gespräch und dann sassen wir noch lange vor der ferienwohnung beim wein.

während ich duschte und das frühstück vorbereitete, machte kai seine physioübungen, die turnmatte ist unsere stete begleiterin. frühstück am teich, hört sich idyllischer an, als es ist, ich erspare ihnen die details.

weil wir an den beiden vorigen ferientagen so viel spass am herumradeln in der gegend gehabt hatten, wollten wir heute einfach nur radeln. 

wir folgen wieder der ausgeschilderten route über die kleincomburg (die kirche haben wir dann doch nicht angeschaut) nach schwäbisch hall, wo wir einen stopp einlegen, damit ich mir ein zusätzliches langärmliges oberteil kaufen kann, ich hatte mit mehr hitze gerechnet beim packen. 

dann folgen wir dem kocherradweg, kocherabwärts. viel schneller als gedacht, lassen wir die stadt hinter uns und kommen auf schmalere, grüne radwege, die abwechselnd durch wiesen und wald führen, einmal ganz eng am kocher, dann wieder weiter weg. wir passieren mehrere dörfer, sehen eine wassertretstelle und machen rast an einer einwasserungsstelle für kanus. hier ist es unter den bäumen schön schattig, auch als gegen mittag endlich die sonne herauskommt. 

wir folgen dem kocher bis geislingen und biegen hier ab ins bühlertal, entlang eines noch kleineren flüsschens. zuerst geht es auch hier durch wiesen und entlang von hecken, wir machen eine weitere rast in der sonne. nach cröffelbach müssen auch die radfahrer die kleine, wenig befahrene strasse nehmen. gut ausgeschilderte radwege weisen uns den weg zurück nach schwäbisch hall, dafür geht es erstmal richtig steil bergauf, dann sind wir wieder auf der hochebene und radeln wieder im zickzack durch orte, über felder und wiesen, um den flugplatz des herrn der schrauben und dübel herum und wir nähern uns hessental. 

da wir heute unser restliches brot als vesper mitgenommen haben, müssen wir noch gebäck fürs frühstück kaufen, bäcker sind ein bisschen mangelware hier, aber bei einem discounter werden wir fündig. dann gehts weiter entlang grösserer strassen zum bahnhof hessental. schilder weisen uns den weg zur gedenkstätte für das ehemalige kz hessental, auf einem dreieck zwischen bahngleisen und strasse waren hier ab 1944 fast tausend menschen zusammengepfercht, die aus den lagern weiter östlich hierhergebracht worden waren und hier zwangsarbeit leisten mussten. eine gute gedenkstätte. 

überraschend schnell sind wir dann von hessental in steinbrück, auf dem weg nehmen wir noch ein hohenloher eis in gschlachtenbretzingen. und sind erst noch rechtzeitig zurück, um eine kleine pause einzulegen. und für meine physioübungen (hallo turnmatte!).  und auch noch dafür vor dem aufbruch zum abendessen auf unseren 29. hochzeitstag anzustossen.

für den abend haben wir ein rares gut aufgetan: eine gaststätte, die auch am montag gäste empfängt. ich bin noch ein bisschen skeptisch, weil das rössle auch mit eventgastronomie wirbt, am ende stellt sich aber heraus, dass wir einen gutbürgerlichen gasthof erwischt haben. eine kleine intervention braucht es noch, damit wir draussen sitzen können, wir dürfen uns zu einem anderen paar an den tisch setzen. 

es geht nicht zu fix mit unserer bestellung, wir können ein bisschen sitzen und den garten geniessen und davon ausgehen, dass unser essen frisch zubereitet wird. wir teilen uns ein fleischloses und ein gericht mit fleisch und regulieren so die fleischmenge auf ein von uns akzeptiertes niveau. am ende schaffen wir sogar noch ein dessert. ein schöner abend, den wir uns mit intensiver recherche verdient haben und den wir wieder zurück am teich mit dem rest vom anstossen ausklingen lassen, denn morgen geht es wieder weiter und so eine geöffnete sektflasche transportiert sich dann doch ziemlich schlecht.



Samstag, 3. August 2024

schimelrych bis chrottehalde - eine enttäuschung

 "schimelrych bis chrottehalde - kunst und natur in laufenburg" ist eine ausstellung überschrieben, die man noch bis zum 27. september im städtchen laufenburg am rhein anschauen kann. der titel lockte uns am letzten julitag dort hin - auch wenn wir schon bei der vorbereitung entdecken mussten, dass das veranstaltende lehmann-museum die ganzen sommerferien über geschlossen sein würde. ein teil der ausstellung besteht nämlich aus einem rundgang in und um laufenburg und dieser teil soll unabhängig von den öffnungszeiten des museums begehbar sein. nur ob sich das dann auch lohnt, da kamen uns im lauf des wegs erhebliche zweifel. 

in der bäckerei maier kauften wir uns einen ausstellungsführer - auch mit dem gedanken, so unseren obolus beizutragen. im internet, wo sich auch der überwiegende teil der ausstellungstexte findet, war angegeben, dass man beim bäcker mit der publikation eine leckerei überreicht bekäme - was allerdings nicht der fall war. nachfragen wäre uns schäbig vorgekommen, also liefen wir unbeleckereit los. oder vielmehr versuchten uns zu orientieren. der plan im ausstellungsheft ist kunstvoll, aber für die orientierung von eher untergeordneter bedeutung. im internet gibt es eine bessere streckenbeschreibung auf outdooractive, auf der allerdings die standorte der kunstwerke nicht ersichtlich sind. wir jonglierten also mit mobiltelefon und flyer und entdeckten dann auch, dass der weg ausgeschildert war. 

auf das erste (nicht-)kunstwerk trafen wir in der neuhofstrasse, wo die anwohner aufgefordert waren, während der dauer der ausstellung auf eine pflege ihrer gärten zu verzichten. 

das sah dann in etwa so aus. nicht einmal am friedhof hatte die gemeinde auf eine bearbeitung der rasenflächen verzichtet. (ich muss gestehen, dass ich es zuerst ein wenig schade fand - bei genauerer überlegung aber vielleicht auch nicht bereit gewesen wäre, meinen garten für ein derartiges experiment zur verfügung zu stellen. wenn ich mir überlege, wie viele stunden wir von märz bis september damit verbringen, das grün halbwegs im zaum zu halten und wie es vermutlich aussehen würde, täten wir das nicht, bin ich mir sicher, dass ich das nicht gewollt hätte.)

weiter ging es zum gelände eines ehemaligen kindergartens, in dessen garten ein pflanzenlabyrinth hätte realisiert sein sollen. von essbaren pflanzen war die rede, von partizipation und gemeinsamem arbeiten. hat wohl auch nur mässig funktioniert, am wetter kann es ja in diesem jahr nicht gelegen haben...

 
die frage wirkt bei diesem anblick schon nicht einmal mehr provokativ. 

 ich weiss ja nicht, ob wir ab da ohnehin nichts mehr ernst nehmen konnten, oder wir unter anderen umständen diesem kunstwerk etwas hätten abgewinnen können: 

irgendetwas mit quadratmeter, mikroorganismen und pflanzensamen hätte man hier sehen sollen - dazu gabs auch noch was zu hören, aber halt nur im museum. 

hier wurde es dann komplett absurd: bäume selber pflanzen steht diesem plakat, auf das wir im wald trafen. eine gute idee, aber irgendwie auch nicht. der künstler hatte eine anzahl an weisstannensetzlingen aus einer baumschule im schwarzwald besorgt. in der schweiz dürfen die aber nicht so einfach im wald eingepflanzt werden, da sie den veränderten klimatischen bedingungen nicht gewachsen sind und so den wald eher schwächen würden. also werden die bäume jetzt im museum zum selbstkostenpreis verkauft. falls sie jemand in den vergangenen wochen gegossen hat. und haben will. 

an und für sich eine ganz poetisch anmutende intervention.  -  wenn man den text nicht gelesen hätte. es war nicht nur die rede davon, dass tiere und pflanzen am meisten davon profitieren, wenn der mensch am wenigsten eingreift, sondern auch von rückzugsmöglichkeiten für igel, blindschleichen und eidechsen. die erwähnten ausführlichen feldforschungen haben wohl leider nicht ergeben, dass keines der drei tiere fliegen kann.

ungeschicktheit, mangelnde erfahrung oder einfach schlamperei vereitelten auch den versuch, uns lieder über die natur zu gehör zu bringen. ob es an den in richtung schatten ausgerichteten solarzellen oder an einem anderen technischen problem lag - ach, eigentlich auch egal. 

eins noch: 

wie sie sehen, sehen sie nichts. jedenfalls nicht die keramik im see. ist aber sicher da, wenn auch nur teilweise sichtbar. 

mittlerweile war es auch ziemlich heiss geworden, wir warfen noch einen blick ins städtchen, tranken einen kaffee am rheinufer und hörten auf, uns zu wundern oder zu ärgern. schade um die verpasste gelegenheit. auseinandersetzung mit der natur ist ein spannendes thema. wir hatten am ende das gefühl, doch immerhin ein paar dinge erfahren zu haben: der gute wille oder die gute idee alleine reichen nicht, um sich auf künstlerische weise mit der natur auseinander zu setzen. durch die klimakatastrophe ist es auch nicht einfacher geworden, sich des themas anzunehmen. es geht nicht mehr einfach um eine konfrontation von mensch und natur, sondern um ein komplexes gefüge, das durch das einbinden von dritten noch komplizierter wird. und man sollte weder die natur noch die menschen unterschätzen.





Donnerstag, 1. August 2024

12tel-blick im juli 2024

 so, diesmal trotz ferien dran gedacht und extra zum 12tel-blick hingeradelt. auf dem rückweg habe ich gipfeli und brötchen fürs zmorgen besorgt und anschliessend ging es gleich weiter zu einer ausstellung, von der ich hier sicher auch noch berichten möchte. 

vor dem verschlossenen tor stand ich dann nicht alleine, denn die elektriker wollten zur arbeit. also nur ganz schnell den sonnendurchfluteten eingangsweg fotografiert, dann habe ich erstmal vom acker gemacht. 

auf der anderen seite wurde schon fleissig gearbeitet, das empfangsgebäude beginnt in die höhe zu wachsen. 

dann noch mal in aller ruhe, diesmal mit den elektrikern in der einfahrt - erleuchtend wirken sie nicht gerade. 

und in der gesamtschau zeigt sich, dass sich nicht viel getan hat, an dieser stelle. 

wer ein bisschen mehr über das blogprojekt 12tel-blick erfahren will, schaut mit vorteil bei eva vorbei oder in die bisherigen 12tel-blicke von diesem jahr.

12tel-blick im juni 2024

12tel-blick im mai 2024

12tel-blick im april 2024

12tel-blick im märz 2024

12tel-blick im februar 2024

12tel-blick im januar 2024



Dienstag, 30. Juli 2024

mein juli

im juli habe ich so gut wie jede blogaktion verschlafen. nachdem ich den 12tel-blick im juni schon verbaselt (was kann eigentlich die schöne stadt am rhein dafür? garnix) hatte, fielen auch noch der 5. und der 12. ins wasser. nennenswerte ausflüge waren auch beinahe fehlanzeige, also bleibt mir nur noch, den ereignisarmen monat am ende ein bisschen zusammenzufassen. 

ich habe nachgeschaut:  wir waren an allen samstagen im juli auf dem wochenmarkt in waldshut. und vorher im obergeschoss des café ratsstüble auf eine kaffee und eine butterbrezel. dort kennt man uns mittlerweile schon und fragt nur noch nach, ob es wieder dasselbe wie jede woche sein darf. auch auf dem wochenmarkt kennen wir jetzt unsere lieblingsstände für beeren, obst, gemüse und käse. 


und weil wir regelmässig recht früh starten, bleibt am nachmittag noch zeit für gartenarbeit, dringend nötige. (kirschlobeer auslichten, vor allem die früchtetragenden äste abschneiden, brombeeren daran hindern, alles zuzuwuchern - und überall dort hand anlegen, wo das feuchte frühjahr wuchsrekorde beschert hat.)



aber es blüht auch wirklich wunderschön. und wir können endlich schwimmen. angebadet haben wir sensationell spät in der ersten juliwoche, auch da hatte das wasser noch keine 20 grad. gegen ende des monats gut 24.

die tomaten lassen sich noch etwas bitten, überhaupt habe ich wieder einmal das gefühl, dass es so viele früchte gar nicht sein werden. das kann in einem monat schon ganz anders aussehen. 

sonntags sind wir teilweise einfach im garten geblieben, weil es endlich schönes wetter war und wir die früchte unserer arbeit ja auch gelegentlich geniessen dürfen. und natürlich den ersten zwetschgenkuchen. (zwetschgen vom wochenmarkt. eine woche habe ich noch widerstanden - es kann ja nicht wahr sein, dass es schon zwetschgen gibt, dann ist ja der sommer schon fast vorbei, besser also keine kaufen, dann ist es auch nicht wahr.) 

zwei mal haben wir kurze radtouren unternommen - einmal zum minigolfplatz in dietikon, der ein kleines architekturdenkmal ist und einmal einfach so durch den wald, wegen der kühle.

und weil die tochter ferien hatte (eine woche war sie segeln im wattenmeer, ijsselmeer und markermeer) habe ich auch noch eine radrunde mit ihr unternommen - eigentlich nur zum eisessen zwei ortschaften weiter, dann aber auf dem rückweg doch noch auf einer grösseren, weil einfach schönen runde - sie auf dem gravelbike, ich auf dem e-velo.

sie ist ziemlich gut im finden von vierblättrigen kleeblättern. sie findet das glück sozusagen ohne es zu suchen. 

die termine in der kantonshauptstadt werden weniger. ich habe einen der letzten zu einem weiteren besuch im kunsthaus genutzt, mir die ausstellung "schau, wie der gletscher schwindet" angeschaut und bin anschliessend noch ein wenig durch die sammlung gegangen. immer wieder gibt es etwas zu entdecken.

mit kai habe ich ferienpläne geschmiedet.


für ein paar tage im august und den grossen urlaub ab mitte september, wo es zuerst ins vogtland und dann weiter nach tschechien gehen soll.

gearbeitet habe ich auch. jede woche gab es in der werkstatt im juli einen sitzfellchenkurs, bis am ende die rohwolle knapp wurde.

 und ich energisch die locken verteidigen musste, die ich für eine grössere arbeit reserviert hatte.

der engagierte zackelschafzüchter möchte sich mit dem fell seiner schönen tiere schmücken. in enger zusammenarbeit entsteht hier ein sehr individuelles kleidungsstück - gerade heute haben wir uns noch einmal getroffen, um den knopf zum schliessen der jacke gemeinsam anzuschauen.

das für dieses jahr letzte sitzfellchen ist dann noch einmal aus ouessantwolle entstanden. wie unterschiedlich die wolle von der selben schafrasse ausfallen kann, zeigen diese beiden braunen sitzfelle, beide vom ouessantschaf. 

nach zwei monaten arbeiten mit viel rohwolle war es aber dann auch für mich genug. die werkstatt brauchte eine grundreinigung und ich ein bisschen was anderes auf dem filztisch.

erinnert sich noch jemand an die winzigen täschchen, die ich anfang des jahres gezeigt habe? dieses konzept versuche ich nun in eine alltagstaugliche grösse zu transformieren, nicht ohne hindernisse, aber es hat potential, zu einem neuen geflochten und gefilzt kurs zu werden. 

auch schön: ergebnisse aus dem filzbaukasten sind eingetroffen - ich freue mich immer wieder, wie unterschiedlich die ersten eigenständigen arbeiten ausfallen. 

ich selbst habe auch etwas neues ausprobiert. 

eine strickkollegin hat mir ihr stäbchenwebgerät vermacht. zusammen mit schon vorbereiteten fingergelismeten dicken schnüren. also wurde flugs angewebt und ich kann bereits erste ergebnisse vorweisen. gedacht ist das alles zur resteverwertung von stoffresten und alten kleidern, das aber vermutlich erst später mal. 


die letzten julitage haben wir schon ferien - einen ersten ausflug in die berge haben wir schon gemacht, mal sehen, was wir sonst noch so unternehmen, bevor wir im august für ein paar tage verreisen.  momentan ist es vor allem sehr, sehr heiss und das bädle ist eine willkommene gelegenheit zur abkühlung und zum zuhausebleiben.
 



Montag, 29. Juli 2024

palfries

unseren heutigen ausflug haben wir einem instagrampost von milena zu verdanken. mir hatte die idee der rundtour gefallen und da wir noch ein paar tage unserer ferien in der schweiz verbringen, hatte ich recherchiert und uns für den montagmorgen eine fahrt mit der palfriesbahn auf die hochebene palfries gebucht. 

punkt halb zehn schwebten wir hinauf, der untere teil des bergs lag noch im schatten, aber der kleine wasserfall unterhalb der bahn war beeindruckend.

oben angelangt versuchten wir uns zunächst einmal zu orientieren - alle unsere mitfahrenden waren nicht zum ersten mal hier oben und wanderten fleissig los, wir staunten über die hochebene und die vielen wilden orchideen.

 
am berggasthaus palfries entschieden wir uns für den weg hinauf durch die kuhweiden zum abzweig "in de stei".

steine hatte es reichlich und kühe oder vielmehr rindvieh überall.

so viele jungrinder - da fällt dann schon auf, wie unterschiedlich die verschiedenen tiere und rassen aussehen.

weiter oben und an schattigen ecken gab es auch noch blühende alpenrosen.

fasziniert hat uns dieser stein:

die oberfläche fühlte sich ein wenig wie sandstein an, die spektakulären einschlüsse dabei deutlich rauher als die umgebende masse.

weiss irgendjemand, was das sein könnte? 

wir wanderten weiter bis zum "mürli" - hier gibt es tatsächlich eine mauer aus steinen, vermutlich eine alte einhagung von weiden einzelner alpen.

hinter dem mürli geht es steil bergab und es beginnt eine art rutschtrichter aus feinen schieferstückchen. dem rand dieses trichters folgten wir hinab bis zum berggasthaus stralrüfi, wo wir uns mit frischen getränken versorgten. unser rucksackvesper hatten wir unterwegs schon auf einem stein verzehrt.

aus dem tal drückten immer wieder wolken herauf, aber auch oben war es richtig heiss.

noch ein blick zurück zum alvier, dann ging es für uns hinunter in richtung kurhotel sennis.

der weg führt zuerst über eine schotterstrasse, dann über wiesen, dann wieder über einen schotterweg, vorbei an einigen alpen, die teilweise wohl eher als ferienhäuser genutzt werden.

wir passierten noch eine steinmauer, dann begann der weg sich zu ziehen und in immer weiteren schleifen den hang ganz langsam hinunter zu führen. nun wurde unsere vermeintlich üppig bemessene zeit hier oben dann doch ein bisschen knapp und wir mussten recht stramm marschieren um rechtzeitig zur abfahrt des kleinen busses am kurhaus zu sein - der sollte uns nämlich um 16 uhr wieder zur talstation der bergbahn bringen.

am ende reichte es doch noch für eine rast im schatten und immerhin ein glace auf die hand, aber viel langsamer hätten wir nicht mehr sein dürfen.

ein schöne wanderung! beim nächsten mal einfach noch ein bisschen früher los - denn auf die vielen stopps zum schauen, umschauen, ausruhen, fotografieren und einfach mal nur in der gegend herumstehen oder -sitzen wollen wir nur ungern verzichten. auch wenn uns an der talstation versichert wurde, dass man für den weg höchstens drei stunden brauche - wenn wir schon dort oben sind, wollen wir ja auch was davon haben. herumrennen können wir auch im tal (nicht...).


Dienstag, 9. Juli 2024

12tel-blick im juni 2024

 tja, ich habs vergessen. vergessen den 12tel-blick zu fotografieren und ihn rechtzeitig zum monatsende hin einzustellen. ich bin ein paarmal an der baustelle vorbeigefahren (aber wegen einbahnverkehr deutlich seltener als sonst), ich habe letzte woche mal drangedacht. aber heute morgen habe ich dann noch vor dem filzkurs kamera und fahrrad geschnappt und bin extra zu meinem 12tel-blick geradelt. ich denke, dass es keinen grossen unterschied macht, dass ich 10 tage zu spät bin. aber es tut sich was auf der baustelle, und zwar wieder viel buntes! 


mir gefallen die roten schnecken aus plastikrohr besonders gut. 

was auch immer da links neben dem gärtnerhäuschen blüht, es harmoniert jedenfalls sehr gut mit den türen der mobilen toiletten. im hintergrund ist es jetzt schon ein bisschen in die höhe gegangen, aber nicht so richtig nennenswert. 

und hier noch der überblick. heute war da kein bauzaun, deshalb wieder einmal ein bisschen eine andere perspektive...

wer nun rätselt, was das soll, dem sei gesagt, dass ich anfang jahr diesen blick ausgewählt habe, um ihn zwölf mal zu fotografieren und so die veränderungen festzuhalten, die es im lauf des jahres, aber auch mit dem fortschreiten der baustelle an der villa langmatt so geschehen. gedacht wäre eigentlich immer der selbe bildausschnitt, die baustelle macht das aber schwierig bis unmöglich. also gönne ich mir dieses jahr ein bisschen schluritum und fotografiere wie und wann es passt. 

nun hoffe ich, dass sich das törchen bei eva, die monat für monat all die bilder auf ihrem blog sammelt, noch nicht geschlossen hat. und sehe bei der gelegenheit mal nach, was bei den anderen 12tel-blickerinnen so los war.

wer mehr zur aktuellen serie wissen will, findet alle monate hier: 

12tel-blick im mai 2024

12tel-blick im april 2024

12tel-blick im märz 2024

12tel-blick im februar 2024

12tel-blick im januar 2024

wer alte 12tel-blicke sucht, wird unter dem label 12tel-blick fündig. (das wäre doch mal eine idee - alle zwölftelblicke der letzten jahre wieder einmal aufsuchen und nachschauen, wie es jetzt dort aussieht! vielleicht nächstes jahr... )

Samstag, 29. Juni 2024

mein juni

der juni beginnt mit viel wasser und sehr emsig. bei uns ist der fluss zwar hoch - aber andernorts, auch in unserem alten zuhause, gibt es richtige überschwemmungen mit sachschäden und verletzten. es sind nicht die ersten in diesem jahr und es werden nicht die letzten bleiben. parallel dazu beschliessen sowohl der stände- als auch der nationalrat, ein vom europäischen gerichtshof für menschenrechte ergangenes urteil, das die schweiz zu mehr klimaschutz verpflichtet, zu ignorieren. hätte ich dafür zeit, würde ich daran verzweifeln. 

anstattdessen darf ich endlich wieder einmal das einführungsmodul in den filzbaukasten unterrichten und kann ganz viel über den wertwollen rohstoff wolle erzählen. natürlich legen die teilnehmer*innen auch hand an - ausschliesslich aus naturbelassener wolle, weitgehend von einheimischen oder zumindest europäischen schafrassen entsteht diese "bunte" vielfalt an probefilzen: 

 

kai geht auf den markt und bekocht mich mit den letzten spargeln der saison.  in der folgenden woche beginnt er wieder zu arbeiten, vorerst mit einem halben pensum.

das wetter lässt in der ersten juniwoche gelegentlich gartenarbeit zu - ich schneide zurück, was dringend nötig ist, fülle innerhalb von drei tagen zwei mal die grüntonne und mähe die wiese, die eigentlich noch viel zu nass ist (die pilze dürfen stehen bleiben).

einen kärcher haben wir uns auch noch ausgeliehen, um endlich den belag von den mittlerweile reichlich schlifferigen platten auf der terrasse zu entfernen. eigentlich sollte jetzt die schönste zeit im garten anbrechen, aber die kurzen regenpausen reichen nur für die nötigsten arbeiten, keinesfalls zum geniessen.

der kater muss geimpft werden und bekommt seinen jährlichen gesundheitscheck und vor dem abstimmungssonntag sollen auch noch diese kuverts in den richtigen briefkasten eingeworfen werden. 

zum frühlingsmarkt am samstag trete ich schon ein bisschen angeschlagen an - mein rücken braucht dringend eine pause. vorher aber bringt mir je ein kind meine waren an den markt im nachbarort und eines holt sie wieder ab, das dritte besucht mich zwischendurch. es ist warm, aber regnerisch, und frühling ist eher nicht so die zeit für filzsachen. aber immerhin die standgebühr und ein klein wenig überschuss haben herausgeschaut - ein foto gibt es nicht, dafür hatte ich keine nerven mehr. 

am sonntag kämpfe ich trotzig noch gegen den schmerzenden rücken, am montag kapituliere ich und lasse mir vom hausarzt schmerzmedikamente und physiotherapie verschreiben. und dazu gratulieren, dass ich bisher keine probleme mit dem rücken hatte. so beginnt unsere ferienwoche. ein paar tage weg von zuhause haben trotzdem gut getan und die schmerzmedikamente ihren dienst. 
während wir im schönen bergell im grotto sitzen und das abendessen geniessen, bangen zuhause menschen um ihr zuhause, weil in einer tiefgarage mit feuerwerkskörpern hantiert wurde. zwei menschen sterben und die nachricht von diesem unglück macht die runde bis nach deutschland. 
 
zurück zuhause startet die physiotherapie, die ich von unterwegs noch organisiert habe und ich kann zumindest nachts auf die schmerzmittel verzichten. zahnarztbesuch, vorstandssitzung und ein weiterer sitzfellchenkurs am mittwochvormittag, dann mache ich mich auf den weg zu meiner mutter.

von mittwoch bis samstag kann ich rückenhalber nicht alles erledigen, was zu tun wäre, dafür planen wir ein bisschen für den rest des jahres. und ich treffe spontan die freundin, die mit mir bis zur späten sperrstunde auf dem platz vor dem schloss campari spritz trinkt und dann noch eine stunde auf der strasse weiterquatscht. das war schön!

zurück zuhause drängelt schon wieder der garten, aber zusammen mit kai, der mir hilft, während ich von der alten heimat erzähle, ist es auch schön. und ich habe es geschafft, uns hilfe zu organisieren: die tochter hat geholfen, die terrasse zu reinigen, der mittlere sohn hat solange ich unterwegs war den rasen gemäht und der älteste kommt und schneidet den ewigen kirschlorbeer. täglich ernten wir himbeeren, auch einige erdbeeren, träuble und blaubeeren.

der viele regen lässt alles üppig wachsen ... und wirft es dann um. einige blumen habe ich gerettet. 

mittlerweile bin ich weitgehend schmerzfrei ohne medikamente, mein neuer zahn ist eingeschraubt worden und ich habe begonnen, den sommerbrief für unseren verein zu schreiben. den einen oder anderen abend kann man draussen sitzen, und so tippe ich gerade am gartentisch zu den aufgeregten rufen der alpensegler, die ihr abendessen an insekten erjagen und hoffe, dass ich entweder noch eine fledermaus oder einen hirschkäfer zu sehen bekomme. 

...

und der juni geht ja noch ein bisschen weiter - gegen ende juni ist es heiss und dämpfig/düppig, fast jede woche gibt es irgendwo schwere gewitter, ein unwetter, hochwasser, hagel, verschüttungen und weggespülte strassen. 

für uns gibt es noch einen letzten termin in sachen einbürgerung: bei der ausweisstelle in aarau müssen fotos gemacht und fingerabdrücke genommen werden, damit wir schweizer papiere bekommen können. 


kai geht anschliessend zur physiotherapie, ich ins kunsthaus, wo ich die ausstellung der künstlerin und filmemacherin pauline julier nur zur hälfte anschaue - dafür aber zeit habe, mich auf eine videoarbeit tiefer einzulassen.

obwohl es um das verhältnis des menschen zur natur und um landschaften geht, arbeitet frau julier in ihren videoarbeiten viel mit text und lässt so die bilder in unserem kopf entstehen. eine interessante idee, aber es braucht schon sehr viel konzentration und einlassen auf die gezeigten diaschauen, um etwas davon zu haben/zu verstehen. 

das letzte juniwochenende werden wir ruhig verbringen, heute morgen waren wir endlich mal wieder zusammen einkaufen auf dem markt und zuvor kaffeetrinken, der garten braucht auch noch ein bisschen zuwendung und mit ein bisschen überwindung sollte ein erster (!) sprung ins bädle möglich sein.