Samstag, 30. Juli 2016

safiental


sommerausflug in die berge. das heisst aufstehen um sechs, abfahrt um viertel vor sieben und halb acht im zug von zürich nach chur frühstücken. damit liegen wir im ausflüglerdurchschnitt, was der recht gut besetzte zug zeigt. mit uns fahren velos, bouldermatten und eine grosse menge gutgelaunter ausflügler, wanderer, velofahrer und anderer bergsportler, die je näher die berge rücken, desto gesprächiger werden.


 um viertel nach neun steigen wir an der station versam-safien aus der rhätischen bahn.


und schauen zuerst einmal auf die beeindruckenden felsen der rheinschlucht. in die steigen wir dann auch direkt hinunter, denn uns hat die art safiental hierhergelockt. die temporäre kunstausstellung - noch bis 16.oktober sind die werke zu sehen - versammelt eigens für das safiental geschaffene landartprojekte, teilweise  permanent frei zugänglich, teilweise überhaupt nur temporär. entstanden sind die kunstwerke oder interventionen im rahmen der ersten alps art academy.


das erste landartobjekt, das wir sehen - und auch benutzen - ist die schaukel "noa's song" von axel timm vom berliner kollektiv raumlabor. mittlerweile steht die schaukel nicht mehr direkt am rhein, wegen einer hochwasserwarnung. es schaukelt sich so mittel, der ausblick ist hervorragend. (was der titel und vor allem das auslassungszeichen darin sollen, hat sich uns nicht erschlossen.)
zum thema landart finden sich auf der seite der art safiental auch einige erhellende worte. anderseits sollen, so der ausstellungsbeschrieb, "Die Arbeiten [...] Vorschläge [machen] für eine nächste Land Art, die neben Landschaft und Natur auch weitere Medien sowie die Gesellschaft in die Produktion einbinden."
ein faltblatt mit allen informationen kann entweder im internet angeschaut oder vor ort bei verschiedenen infostellen bezogen werden - wir haben uns gleich eines beim bahnhof genommen. 


 denn die einzelnen objekte oder interventionen verteilen sich über das ganze safiental. die distanzen zwischen den einzelnen landartprojekten sind kaum zu fuss zu bewältigen. wir kehren deshalb zum bahnhof zurück und warten noch ein bisschen auf das postauto, das uns ins safiental  bringen wird.  das warten wird einem hier auch nie lang, denn es gibt immer was zu sehen, zum beispiel wie kanus und schlauchboote in den zug verladen werden oder wie die wiese gemäht wird. und natürlich die landschaft.


unser nächstes ziel ist tenna. dort ist im gasthof alpenblick auch das zentrum der ausstellung gelegen, beziehungsweise in einem kleinen schuppen ("pavillion") hinter dem haus. dort im pavillion kann man aus einer box einen kleinen zettel mit einer "aufgabe" ziehen, wir haben es mal als anregung genommen, uns am landartprojekt zu beteiligen.


meine aufgabe war der bau eines vogelnests, das nachher auf dem tisch in der gartenwirtschaft des alpenblicks zurückblieb.
der weg zum zweiten landartobjekt ist erstaunlich mühsam. eineinhalb stunden wanderten wir meist steil bergauf und wahrscheinlich war alles, was wir unterwegs gesehen haben spannender als die "échappeé belle" des künstlerkollektiv les frères chapuisat, inklusive einer alm mit milchwirtschaft. und des mähenden gemeindearbeiters, der für die bevorstehende erstaugustfeier den platz um das tenner chrüz mähte. auch die glockenblumen und was sonst noch ganz hübsch aussah auf den ersten blick. aber hauptsache durchblick. (und ja, das musste ich jetzt nachschauen, das habe ich auch nicht im französischunterricht gehabt.)


 zurück nach tenna nahmen wir einen anderen weg, mehr talauswärts gelegen und eigentlich für den aufstieg prädestiniert, denn der steilste teil liegt im wald. wir kamen drum auf dem rückweg noch am solarskilift vorbei, der mit dem titel "egofriendly" zur kinetischen installation von filippo minelli mutiert ist. trotz sonne war von kinetik nix zu sehen, der lift stand still und präsentierte uns seine icons eher statisch.


zurück im alpenblick war ich dann die einzige, die noch lust hatte in den zweiten stock hinaufzusteigen und mir die ausstellung von renata schlüssel anzuschauen - ich glaube aber, dass die nichts mit der art safiental zu tun hat.


ansonsten: überall grossartigste landschaft. von der terrasse des alpenblick aus. 


oder gleich bei der letzten postautohaltestelle im tal, beim turahus. 


 überhaupt scheint die landschaft auch ohne landart ihre ganz eigenen installationen zu erschaffen. (nicht die steine oben, sonder der baum im flussbett)


 und schöne blumenwiesen.


 und schöne blumengärten. (der sah auch nicht sehr nach gärnter aus, sondern eher nach natur).


vom tal aus, so abgeschlossen es auf den ersten blick auch wirken mag, kommt man weiter. hoch hinauf oder einfach weit weg.
uns brachte das postauto wieder zurück zur station versam- safien, die rhätische bahn nach chur und der schnellzug nach zürich und weiter nach hause. ich hätte noch gerne die wäscheleinen von jaffa lam gesehen, aber das ist wohl vom postauto aus nicht möglich, hätte aber zu fuss unseren zeitlichen rahmen gesprengt.
und, ich schätze mal, das tal haben wir nicht zum letzten mal besucht. die ausstellung wird uns jetzt zwar nicht gerade tief in erinnerung bleiben, aber immerhin hat sie uns ein schönes tal gezeigt, das wir noch nicht kannten und das wohl ziemlich abseits der üblichen touristenströme liegt.

Kommentare:

  1. wegen der wäscheleine aso so eine hätte ich auch zu bieten mit kafi &kuchen immer &immer aber gad ä so eine doch au wieder nicht der herr guugel het mer sie zeiget . kuul! gad so wie euer ausflug. kuulkuulkuul. liäbi grüäss.

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  2. Bin froh, dass du so Klartext sprichst zu der neuen Kunst in Tenna. Die Natur gibt sooo viel her, da brauchts doch keine solchen Scheiterdurchsichtsbeigen oben beim Tenner Kreuz. Ein Bilderrahmen wäre mehr gewesen, den man mit sich herum tragen könnte, um die Schönheiten zu bewundern. Liebe Grüsse von schräg gegenüber Versam :-) Silvia

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