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Donnerstag, 28. September 2023

zweite septemberhälfte

kurz vor den herbstferien hat uns dann auch noch corona erwischt. late to the party, dank zwei impfungen und zwei boostern, und jetzt müssen wir uns dann definitiv keine gedanken mehr machen, ob wir uns in diesem herbst wieder impfen lassen sollen. (also gegen corona, grippeimpfung ist trotzdem wichtig)

nach je zwei bis drei tagen mehr oder weniger im bett sind wir stagnierend rekonvaleszent, um es mal positiv auszudrücken. dabei hat es uns gar nicht so schlimm erwischt. trotzdem alles ein grosser mist, wir sind immer noch beide von jeder kleinen anstrengung total geschafft, als erstes könnten meine nebenhöhlen allmählich abschwellen und kais husten besser werden. dann nur noch packen und ab in die ferien. anstattdessen quälen wir uns durch die letzte woche vor ferien und ich streiche einen punkt nach dem anderen von meiner vor-dem-urlaub-erledigen-liste, nicht weil er getan wäre, sondern weil ich ganz realistisch nicht mehr alles schaffen werde. also wirklich vor allem einpacken und dinge in der werkstatt für den heissen herbst vorbereiten. an meinem zweiten tag im bett habe ich den fehler gemacht, mal in den kalender zu schauen, vor allem in den oktober und november. mittlerweile habe ich wieder den überblick, aber das wird wirklich viel, wenn es dann so kommt wie geplant. 

ein bisschen habe ich den anschluss an den september verloren. schön war, dass ich noch ein paar mal mit der tochter und alleine ins freibad gehen konnte. perfekterweise hat es ab 24. sowieso geschlossen. aber gefühlt bin ich halt im hochsommer ins bett gelegen und im herbst wieder aufgestanden, und das alles in nicht einmal 72 stunden.

das wetter war in der zweiten septemberhälfte gefühlt meist schön, aber weder konnte ich den garten so richtig geniessen, noch viel darin arbeiten. die tomaten im gewächshaus beenden das jahr mit einer ganz miesen bilanz, keine ahnung, was da schief gelaufen ist. ganz am ende haben sich auch wieder einmal raupen eingestellt, die an blättern und früchten nagen. 

 

die frei stehenden kleineren sorten haben sich von der hitze einigermassen erholt und werden auch noch ein paar früchte produzieren, aber es gab halt schon eine grosse lücke im august. mir fehlte die geduld, samen zu sammeln - allerdings gab es auch nicht wirklich viele schöne früchte und die braucht es halt auch. zwei kürbisse aus dem eigenen garten haben wir aufgegessen, bei den trauben sind wir noch dran, die haben sich wirklich sehr, sehr erfreulich entwickelt. und paprikas, oder wie sie hier genannt werden pepperoni, hatten wir reichlich. das gartenjahr neigt sich dem ende zu - wenn wir mitte oktober zurückkommen, wird es einiges zu tun geben, aber die schönste zeit im garten ist dann vorbei. die tochter ist mit reichlich hinweisen versehen, dass trotz ihrer giessdienste die eine oder andere pflanze jahreszeitbedingt nicht mehr schöner werden wird. 


eines noch: mitte des monats habe ich an einem schriftbild-workshop bei tabea heinicker teilgenommen - ein schöner vormittag mit intensivem versinken in der werkelei mit feder, pinsel, tinte und aquarellfarben. bei mir hatte der kurs dann eine alternative auswirkung: anstatt gleich mit tabeas ideen weiterzuwerkeln, lernte ich erst einmal die kurrentschrift. zuerst einfach so zum spass, aber mittlerweile sehe ich eine grosse möglichkeit darin, schön, aber nicht auf den ersten blick für alle zeitgenossen lesbar zu schreiben. ein bisschen musste ich heute morgen, als es aus hier nicht näher darstellbaren gründen dazu kam, dass ich eine handschriftliche vollmacht ausstellen sollte, dem impuls widerstehen, diese in kurrent zu schreiben. aber gekonnt hätte ich. 

übermorgen geht es in den harz. zu zweit können wir nach herzenslust da auto füllen um uns mit all dem zu beschäftigen, was in den letzten wochen zu kurz gekommen ist.


Dienstag, 27. September 2022

alltag mit coronakind

nach drei tagen hat sich so eine art alltag mit dem coronaerkrankten kind eingespielt. sie hatte bis auf müde und schlapp, kopfweh und schluckweh bisher keine beschwerden, husten und schnupfen halten sich auch in grenzen. trotzdem schläft sie viel und hält sich vorwiegend in ihrem zimmer auf. für die mahlzeiten haben wir eine lösung gefunden, die auch ein bisschen normales familienleben ermöglicht: wenn das essen fertig ist, essen zuerst kai und ich, dabei setzt sich die tochter mit abstand und ffp2 maske dazu. sind wir fertig mit essen wechseln dann wir in den maskenmodus und die tochter isst ihr (meist in der mikrowelle gewärmtes) essen. während dem essen lüften wir das tochterzimmer, nach dem essen den gesamten wohnbereich. gestern haben wir einmal draussen kaffee getrunken, ohne masken, dafür mit abstand. gemeinsame mahlzeiten sind hier halt so viel mehr als nur nahrungsaufnahme. (wir testen also nebenbei sämtliche bisher empfohlenen massnahmen zur vermeidung einer ansteckung, wenns schief geht, taugt mindestens eine nicht so viel, welche es dann sein wird, wissen wir halt auch nicht)

kai und ich sind beide weiterhin negativ (ich teste täglich mit selbsttests, kai hat gestern einen pcr-test bekommen, weil er ab heute wieder ins büro geht). 

am sonntag haben wir einen spaziergang gemacht - im wald gibt es überall pilze in den verrücktesten formen und farben. vom forsthaus haben wir holz für den kamin mitgebracht (die langen und damit billigeren scheite waren ausverkauft, aber sonst hatte es noch wirklich genug, aufgeschlagen haben sie auch nicht) und anschliessend die schwimmsachen verräumt und verschiedene sommersachen eingewintert. 

der grosse sohn meldete sich aus italien - zuerst fand ich seinen kommentar, dass sie nach schliessung der wahllokale am sonntagabend ja nicht mehr gross raus müssten, noch lustig. mittlerweile ist mir das lachen im hals stecken geblieben.

ich habe den gestrigen tag (den ich ja noch unterwegs gewesen wäre, wenn plan a stattgefunden hätte) und damit den einzigen einigermassen trockenen tag der woche für den garten verwendet. jetzt sind die tomaten von totem laub und unsinnigen trieben befreit und lassen hoffentlich noch ein paar früchte reifen. das gerätehäuschen ist sauber und geordnet. im steinbeet habe ich die beiden pflanzen zurückgeschnitten, die es ursprünglich bevölkerten und die den hitzesommer nicht oder nur knapp überlebt haben. hier übernimmt mittlerweile die flockenblume und ein geretteter winterjasmin - wir werden ausserdem sehen, ob die sträucher nochmal austreiben. ich habe einen ganzen arm voll basilikum geerntet und zu pesto verarbeitet. in einer sehr einfachen veganen variante habe ich das jetzt in einer eiswürfelform eingefroren, so kann man es später in portionen entnehmen und nach belieben käse dazugeben. eine litergefrierbox konnte ich mit schnittlauch  füllen. im tiefkühler befand sich noch eine packung schweinehackfleisch vom letztjährigen weideschwein. das hatte uns solo nicht so gut geschmeckt, also habe ich die gleiche menge rinderhack dazu gekauft und nun haben wir zwei portionen fertige rigatoni al forno und eineinhalb kilo bolognesesauce auf vorrat eingefroren, nachdem wir zuerst eine grosse schüssel rigatoni zum abendessen verdrückt hatten. und damit sind die aktuellen tomaten auch verarbeitet. regelmässig kann ich jetzt kleine mengen rucola ernten und der nüsslisalat spriesst auch bereits. damit habe ich noch eine zweiten blumenkasten eingesät, bei den momentanen temperaturen sollte der jetzt gut keimen. was wir nicht geschafft haben: die wiese mähen - ab dem nachmittag setzte nämlich wieder regen ein. also wächst es da jetzt munter weiter. vielleicht gibt es ja eine trockenphase am ende der woche, ich würde vor allem gerne das gras schneiden, damit wir ein wenig nachsäen können, vielleicht kombiniert mit dem sand, den wir im grossen filter des schwimmbädle austauschen müssen.  


Samstag, 24. September 2022

plan b und planänderung

diese woche lief alles andere als nach plan. 

am montag kam die endgültige absage des filzkurses, den ich im schwäbischen wald hätte halten sollen. es waren und blieben viel zu wenige anmeldungen. das hatte sich aber nun schon vor ungefähr zwei wochen abgezeichnet, so dass es für diesen fall einen plan b gab. 

damit kai und ich in unserer herbstferienwoche zwei räume in der wohnung meiner mutter streichen können, braucht es ein wenig vorbereitung. wenn alles nach plan a gelaufen wäre, hätte ich deshalb auf dem rückweg vom filzkurs bei meiner mutter station gemacht und mit ihr farbe und malerzubehör gekauft. damit der renovierungsplan nicht gefährdet ist und weil ich ja ohnehin für die kurstage nichts vorhatte, fuhr ich also trotzdem zu meiner mutter. und weil ich ja keinen einpack- und vorbereitungstag für den kurs brauchte, auch noch einen tag früher, nämlich bereits am mittwoch. und zwar nach einem gemütlichen frühstück mit der tochter, die unter der woche zwei tage frei hatte, um ihren anstehenden wochenenddienst zu kompensieren. 

es war eine gute entscheidung, einen tag früher zu reisen. so konnte ich nämlich am donnerstag bei schönstem herbstwetter mit meiner mutter einen ausflug zum ehemaligen gartenschaugelände und den weleda-gärten bei schwäbisch gmünd machen. die wären vielleicht früher im jahr noch schöner gewesen, aber wahrscheinlich hätten wir dann keine distelfinken dort gesehen. 

nach anschliessendem ausführlichem lebensmitteleinkauf konnten wir sogar noch auf dem balkon in der sonne sitzen bis ich zu einer verabredung aufbrechen musste. 

im letzten abendsonnenschein konnte ich zu fuss zur freundin und ihrer familie gehen. es gab pizza und gute gespräche. anschliessend liess ich mich nach hause begleiten. 

der freitag begann mit deutlich mehr sonne als angesagt - wir entschieden uns trotzdem für die erledigung der baumarkteinkäufe. anschliessend brauchte es ein wenig überredung für einen besuch im möbelgeschäft, aber da die anschaffung von esszimmerstühlen schon so lange auf der liste der auch mal irgendwann zu erledigenden dinge steht... kurz und gut, es war im möbelhaus wie es immer im möbelhaus ist: alle möbel sind irgendwie für menschen mit ganz anderem geschmack, anderen bedürfnissen, anderen räumen und anderen geldbeuteln gemacht. unser hauptproblem: aktuell ist es wohl modern, auf einer art gepolstertem sessel am esstisch zu sitzen. (an kleinkinder wagt man da gar nicht zu denken... mal ganz abgesehen davon, dass ich auch selbst ganz hervorragend kleckern kann...) wir fanden dann beim "jungen wohnen" im mitnahmemarkt etwas mit mehr holz und nur wenig polster, was uns spontan beiden gefiel und sowohl grössenmässig als auch von der holzsorte gut passt. die stühle mussten bestellt werden und da sie erst kurz vor weihnachten geliefert werden sollen, wird es wohl auch nicht sehr kompliziert mit der abholung werden. 

nach diesem erfolg war es dann allerdings auf dem balkon nicht mehr wirklich gemütlich, weil die angesagte bewölkung nun doch aufzog. also erledigte ich ein paar kleinigkeiten, die es auf der liste noch gab und wir gingen zu abendessen und gemütlichem teil über. 

der dauerte allerdings nicht all zu lange. denn dann meldete sich kai und teilte mit, dass die tochter verfrüht aus dem training nach hause gekommen war und nach einem selbsttest nun einigermassen sicher nach zweieinhalb jahren und drei impfungen auch noch eine coronainfektion aufgelesen hatte. kai testete negativ (der hatte die tochter ohnehin seit sonntag nur noch zwischen tür und angel gesehen), ich auch. blieb das gemütliche frühstück am mittwochmorgen. und damit eine wenn auch geringe möglichkeit der ansteckung. 

wegen mittlerweile fortgeschrittenem abend entschied ich mich, noch über nacht zu bleiben und am folgenden morgen zügig abzureisen. die überlegung dahinter: falls ich mich angesteckt hätte, würde es mit jeder stunde wahrscheinlicher, dass ich ansteckend würde und/oder symptome bekäme. 

heute morgen darum eine etwas überstürzte abreise - ohne gemütliches frühstück und ohne einen tag, an dem wir keine erledigungen mehr geplant hatten. mit einigen zwischenstopps für erledigungen und einkäufe (was brauchen wir für die kommende woche alles? was wäre sonst noch praktisch zu hause zu haben?) war ich nach dem mittag zuhause und traf kai beim putzen, die tochter im bett an. als coronabeauftragte der familie regte ich einen pcr-test an (hallo? ... genesenenzertifikat? gewissheit? bescheinigung für die arbeitgeberin? ) - der jetzt erledigt ist. ergebnis in 24 bis 48 stunden. und damit hätten dann auch kai und ich die gelegenheit, uns als kontaktpersonen testen zu lassen. ganz abgesehen von der freundin, mit der die tochter am donnerstag unterwegs war... der tochter geht es nicht gerade gut, sie klagt aber bisher weder über schmerzen noch über sonstige beschwerden, verlässt ihr zimmer nur mit ffp2-maske und will nix essen, aber immerhin tee trinken.


 

Donnerstag, 17. Februar 2022

16. februar 2022 - jetzt heisst es: kopf einschalten

 heute war es also so weit, der bundesrat hat weitgehende lockerungen der coronamassnahmen beschlossen, und die sollen auch schon ab morgen gelten. es wird keinerlei zugangsbeschränkungen zu gastronomie und veranstaltungen mehr geben, keine beschränkungen bei privaten treffen, keine homeofficeempfehlung und masken müssen nur noch im öv und in spitälern getragen werden. isolieren müssen sich nur noch infizierte personen. das kam nicht sehr überraschend, allenfalls mit dem raschen abschied vom maskentragen in innenräumen konnte man nicht sicher rechnen. da aber wird schon von kantonen und einzelnen institutionen nachgesteuert, so bleibt die maskentragepflicht in unserem kanton auch in alten- und pflegeheimen, sowie in betreuungseinrichtungen bestehen und das zürcher opernhaus zum beispiel trägt dem sicherheitsbedürfnis des publikums mit einer fortführung der maskenpflicht rechnung. 

für uns wird sich nicht viel ändern - mit unserem impfstatus konnten wir momentan sowieso alles machen, was wir wollten. oder eher in der umgekehrten richtung: wir werden wieder selbst ein bisschen vorsichtiger sein. maskentragen wird ja nicht gleich verboten, weil es nicht mehr "behördlich angeordnet" ist. den kommentar im tagi dazu fand ich ganz gut. (titel geklaut)

und ich fuchs habe mir heute noch die haare mit maske schneiden lassen...

so weit, so gut. privat wäre mir die lockerung also eigentlich recht egal, ein bisschen haust im hinterkopf der gedanke, dass uns das hier auch ganz schön auf die füsse fallen kann und wir, wenn nicht in den nächsten drei wochen (ich sag nur: fasnacht...), dann doch im winter wieder vom corona-murmeltier gegrüsst werden. 

da ist aber auch noch die veranstaltung, zu der wir im verein mit den damals gültigen massnahmen eingeladen haben, die nun nach neuen regeln stattfinden kann. das ist für die einen sicher eine erleichterung, hoffentlich aber nicht für allzuviele ein grund, eventuell doch noch abzusagen. sollen und können wir an der maskenpflicht festhalten? oder zumindest darauf hinweisen, dass man freiwillig maske tragen kann? was macht der gruppendruck? 

glücklicherweise muss ich das nicht alleine entscheiden, sondern kann das morgen nachmittag mal in die runde werfen, mal sehen, was wir draus machen. 

ansonsten: arbeit, coiffeurbesuch und draussen sturm.

Samstag, 29. Januar 2022

28. januar 2022 - freitag halt, aber anders

aussergewöhnlicher freitag, weil ich schon im vorhinein die offene werkstatt für heute abgesagt hatte. insofern hatte ich nach putzen am vormittag (gipfeli in der kaffeepause) noch reichlich zeit für duschen, mittagessen, pause machen. 

gegen drei uhr brach ich auf, fütterte die katzen der verreisten nachbarn, und ging dann in die werkstatt, um die reste des gestrigen filztags gegen die vorbereitungen für die beiden filzbaukastentage am wochenende auszuwechseln. inklusive müllbeseitigung, durchfegen, einsammeln der gebrauchten handtücher war ich dann doch wieder zwei stunden dort und habe nichts produktives getan. 

gegen sechs zuhause, da gab es apero, ich bereitete einen marmorkuchen vor und während der im backofen war, das abendessen. dann fiel mir ein, dass noch ein gemüsekorb im depot auf uns wartete, den holte kai, nachdem er eine partie schach gegen die tochter beendet hatte. zum abendessen gab es lebergeschnetzteltes mit zwiebeln und paprika, dazu rösti aus den vom raclette übrig gebliebenen kartoffeln und salat. danach sofa und serie, beziehungsweise wir schauten mal ins dschungelcamp rein, aber das ist so wie eh und je, nur hatte ich deutlich das gefühl, dass einzelne teilnehmerinnen auswendig gelernten text aufsagten. vermutlich hat den mal jemand aus alten folgen herausgeschrieben. wir blieben nicht bis zu einer "dschungelprüfung" dabei, sondern schauten dann noch heute-show.  

einen text würde ich ihnen ganz gerne ans herz legen, es geht um corona, und imre grimm bringt das gefühl, das ich momentan habe, ganz gut auf den punkt, denn sie steigt bei der corona-politik nicht mehr durch und fordert einen klare haltung und bessere kommunikation der politik. der text aus dem redaktionsnetzwerk deutschland bezieht sich zwar auf die situation dort, passt aber, mit ausnahme des abschnitts über kinder und schulen, auch ganz gut auf die schweizer politik. und bei den schulen hatte ich hier schon länger den verdacht, dass es nie nur um die kindern, sondern früh schon darum ging, dass die eltern ungestört weiter arbeiten gehen können. weil ein vorbildliches pandemiemanagement gab es dort auch nicht gerade und wenn man daran denkt, dass zumindest in unserem kanton an den schulen gerade nicht getestet wird,  liest man nachrichten, dass nach den skiferien auch noch die maskenpflicht und vielleicht vorher schon die quarantäne fallen könnte, echt mit bedenklichem blick. 

was also tun? (das schreibt imre grimm nämlich nicht) wir halten es ein bisschen mit frau brüllen, halten uns an die regeln, lassen das aus, was uns ganz unsinnig erscheint, aber für den grossen verzichtsorden am bande werden wir uns auch nicht mehr bewerben. (ohne katzencontent und olivenöl lesen sie am besten ab sonst:) und ansonsten kann das meinetwegen jeder halten wie er oder sie es will.

Mittwoch, 12. Januar 2022

11. januar 2022 - hubschraubereinsatz*

gut, dass ich mir heute die arbeit aus der werkstatt mit nach hause genommen hatte! (* - wer bei diesem titel nicht sofort an foyer des arts denkt, ist nicht meine generation!)

am morgen rückte nämlich die angekündigte truppe holzfäller oder vermutlich eher baumpfleger an, die mit hilfe eines hubschraubers den hang unterhalb des hauses von bedrohlich schiefen und sonst irgendwie gefährdenden bäumen (unten stehen auch häuser) befreien sollte. 

ich konnte gemütlich vom schreibtisch aus die vorbereitungen verfolgen - naja, jedenfalls dann, wenn ich mich sehr weit nach links lehnte. also erledigte ich bürokram, beantwortete anfragen und machte mich mit mässiger konzentration an das skript für das kommende filzkursmodul. 

am späten vormittag kam dann auch der heli, wie man hier sagt, und begann abgeschnittene bäume wegzutransportieren. 

nach dem mittagessen packte ich mein fahrrad, machte eine kleine erledigungsrunde ins nachbarstädtchen und war gerade noch rechtzeitig wieder zurück um zu sehen, wie die bäume direkt an ende unseres gartens verschwanden. 

zuerst werden eine ganze menge grüner dicker seile an den ästen befestigt.

dann kommt der helikopter (nicht im bild) und lässt ein seil ab (das rote). dabei muss er gut zielen, denn der mann auf dem baum muss das ende fangen können, um eines der grünen seile daran zu befestigen. also nicht irgendeines, sondern das, das mit dem teil des baums verbunden ist, das zuerst abgeschnitten werden soll.

der helikopter steigt auf und zieht so das seil am baum straff. 

dann wird gesägt.

und da ist der baumteil schon ab.

und tschüss! 

hoch in den himmel geht es...

... und übers nachbarhaus hinweg zum sammelplatz auf einem feld in der nähe.

so wird der baum langsam in seine einzelteile zerlegt und abtransportiert.

danach war dann merkwürdigerweise schluss. da immer noch ein paar seile in den bäumen hängen, rechne ich damit, dass der helikopter morgen noch einmal wiederkommen wird. 

so konnte ich am späten nachmittag dann wenigstens noch ein bisschen konzentriert arbeiten. langsam komme ich voran, da ich zu dem speziellen thema auch noch eigene zeichnungen anfertigen muss. und irgendwann war damit auch schluss, ich widmete mich einem grossen korb bügelwäsche, kai briet schnitzel und machte pommes dazu. die tochter ass zuerst mit uns und ging dann noch ins geräteturntraining. 

kai und ich kruschtelten nach dem abendessen noch an unseren jeweiligen sachen herum, später schweizer tagesschau mit nachrichten zur sich ausbreitenden omikronwelle und der pressekonferenz der task-force. 

sagen wir es mal so: das szenario für die kommenden wochen enthält viel hoffnung. es werden sehr, sehr viele menschen angesteckt werden (aktuell liegt die 7-tagesinzidenz, also nachgewiesen angesteckte pro 100.000 einwohner in einer woche, bei über 2000), viele davon werden das nicht einmal bemerken (hab ich nicht auch so ein kratzen im hals?), andere werden richtig krank werden, sehr wahrscheinlich werden prozentual weniger als bei delta im spital landen, absolut sind das dann trotzdem richtig viele. die sorge gilt primär jetzt nicht mehr den ansteckungen und den angesteckten menschen, sondern der infrastruktur und dem wirtschaftsleben, das zusammenbrechen könnte, wenn 10 bis 15% der arbeitenden bevölkerung gleichzeitig durch isolation oder quarantäne ausfällt. dieser höhepunkt der omikronwelle wird noch im januar erwartet, im februar wird dann alles besser, weil frühjahr, weil dann viele menschen immunisiert sind, weil ... irgendeinen lichtblick braucht es ja. 

also augen zu und durch. mal sehen, was der bundesrat morgen sagt. ich vermute mal, dass man "intensiv beobachten" wird.




Samstag, 18. Dezember 2021

17. dezember 2021 - verschiedenes

adventspost tag 17 weihnachtskugelfische! danke, liebe ann!
 

wie soll ich heute den freitag anmoderieren, den freitag, der immer mehr oder weniger gleich abläuft? aber halt, es war doch etwas anders, die tochter stand nur sehr kurz auf und zog sich gleich wieder ins bett zurück, die dritte impfung hat sie jetzt doch ein bisschen mehr mitgenommen, so dass wir uns darauf einigen konnten, dass sie an ihrer arbeitsstelle heute niemandem helfen können würde und also besser weiterschlafen solle. 

ansonsten hausputz, kai holte gipfeli zum zweiten frühstück, die tochter war am späten vormittag dann auch wieder ein bisschen fitter. zum mittagessen teilten wir uns drei reste der woche, dann fuhren kai und ich zum forsthaus um einen weihnachtsbaum zu kaufen. im letzten jahr hatten wir einen frisch geschlagenen nordmannstannenbaum, der noch vor silvester zu nadeln begann, dieses mal ergatterten wir eine fichte, mal sehen, wie lange die hält. immerhin war sie nicht teurer als ein sack anzündholz, wir werden ihr also frühes nadeln auch leichter verzeihen. 

nachdem der baum im wasser stand blieb mir nicht mehr viel zeit - ich radelte zum gemüseabholen und dann weiter in die werkstatt. letzte offene werkstatt vor der weihnachtspause. ich traf die nachbarin und schenkte ihr den letzten tanzenden engel. später kam dann eine kundin vom winterwonderland vorbei, die noch mehr engel kaufen wollte - in diesem jahr muss ich nur ganz wenig weihnachtsdeko wieder einpacken. 

kurz vor sechs war ich zuhause, kai bereitete schon kartoffelsalat vor, weil wir vor dem abendessen noch bei der eröffnung des nachbarlichen adventsfensters vorbeischauen wollten. die tochter wollte heute früh vom sport abgeholt werden, letztes training bei der jugend, ab 2022 gehört sie nur noch zu den aktiven. geturnt hat sie nicht, sich nur verabschiedet, die impfung ist noch nicht ganz ausgestanden.

erinnern sie sich noch an die massnahmen, die der bundesrat letzte woche vorgeschlagen hat?  nun werden einige davon ab montag zur anwendung kommen, in innenräumen wird nun generell eine 2g plus regelung eingeführt, was, wenn ich das richtig verstanden habe, bedeutet, dass nur noch geimpfte und genesene zutritt haben. das plus ist ein zusätzlicher test oder aber eine impfung, die noch nicht mehr als 4 monate zurückliegt. und verpflichtendes homeoffice wird kommen. was genau mit den schulen passiert? maskenpflicht ab sek2, aber da sind die meisten kantone schon weiter, den rest konnte ich noch nicht herausfinden, betrifft uns aber auch nicht wirklich. nach weihnachten werden auch die beiden grossen söhne drittgeimpft sein, dann können die auch wieder in den club, wenn der dann noch offen ist und sie das dringend wollen.


Samstag, 11. Dezember 2021

10. dezember 2021 - kennen sie den?

adventspost tag 10 - um die es heute ein bisschen aufregung gab. zuerst einmal lag sie pünktlich im briefkasten, das ist nicht so ganz einfach, das zu schaffen, wenn man die karte aus deutschland absendet. und dann schickte anke, die urheberin der karte, am nachmittag ein mail, dass sie die karten ins ausland falsch frankiert habe, deshalb nicht mit ihrere ankunft rechne und eine neue karte schicke. ich konnte sie dann beruhigen, war mir aber so sicher nicht, ob es sich genau um diese karte handelt, erinnern konnte ich mich nur an den "fisch mit fahrrad" aus münster und das hat dann gepasst! danke, liebe post, ich bezahle ja, wie schon geschrieben, ein bisschen mehr, dann wird sich das ausgleichen! beim motiv musste ich an einen unsäglichen spruch aus den achtzigern denken, sie kennen den entweder, dann wissen sie welchen ich meine, oder halt nicht, dann ist es besser so.

 schon wieder freitag. das übliche prozedere mit putzrunde und nachmittäglich offener werkstatt wurde heute von schneefall begleitet. zuerst nur ganz sacht, dann immer mehr, so dass ich zu fuss in die werkstatt ging. unten am fluss war ich mir nicht mehr so sicher, ob das jetzt noch schnee oder schon eher regen war. 

zu feierabend dann tropfte es überall von den dächern beim verlassen der werkstatt, oben, wo wir wohnen, lag noch schnee, aber kein schöner mehr. 

am nachmittag schickte der bundesrat mal wieder ein paar ideen zur bekämpfung der fünften coronawelle in die vernehmlassung - will heissen, die kantone dürfen jetzt bis dienstag beraten, was sie gerne umsetzen wollen und was nicht. auf dem menu stehen ein weiteres mal die repetitiven massentests an schulen und eine maskenpflicht ebendort, aber ich weiss ja nicht, ob sich das noch lohnt, so kurz vor den weihnachtsferien?* die übrigens auch in verschiedenen kantonen schon mal vorgezogen werden sollen. 

dann gibt es einen vorschlag in richtung 2g, oder vielleicht sogar 2g mit maske oder test oder als alternative: wir machen alles dicht. ich weiss nicht, ob das ein entweder - oder ist, oder ob die kantone auch noch sagen können, das wollen wir alles nicht. jedenfalls wird am dienstag irgendetwas davon entschieden werden oder auch gar nichts, ich bin jedenfalls wie in der vergangenen woche nicht mehr in der lage, mich richtig aufzuregen. 

zum abendessen servierte kai risotto mit calamari, dazu chinakohlsalat. später ein bisschen fernsehen, unterbrochen davon, dass die tochter vom sport abgeholt und wäsche an die leine gehängt werden wollte. 



*vorsichtshalber möchte ich diese äusserung als ironisch kennzeichnen. da sie vielleicht keine profunde kennerin der schweizer coronamassnahmenverhandelei sind: die massentests wurden in der letzten runde von den kantonen abgelehnt, also nicht, weil sie nicht sinnvoll wären, sondern weil man sie für nicht durchführbar hielt. da wäre doch als grund: ist ja schon bald weihnachten auch nicht schlecht. es wird übrigens durchaus an schulen getestet, nur verpflichtend ist es halt nicht. ich weiss auch nicht, ob das immer noch heisst, dass man an den angebotenen tests nicht teilnehmen muss, oder ob die schulen das nicht unbedingt anbieten müssen.

Samstag, 4. Dezember 2021

3. dezember 2021 - der bundesrat entscheidet über weihnachten (die überschrift ist nicht von mir)

adventspost tag 3 (ich sag hier nichts über das format...), danke liebe regina!

freitag halt: zuerst die runde durch das haus, dann offene werkstatt. keine besucher:innen, also früher feierabend, diesmal mit umweg über dorfbibliothek, wo ich mir drei bücher auslieh, und gärtnerei für amaryllis. die bereits fertigen sträusse waren allem mit viel glitzer und krimskrams, ich liess mir zu einer rosa blüte nur ein wenig zapfen, eukalyptus und kiefernwedel binden. 

die nötige prise aufregung brachte die verkündigung der bundesrätlichen beschlüsse zur pandemiesituation, es wird ein bisschen mehr 3g geben, es werden ein bisschen mehr masken getragen werden, verpflichtendes homeoffice und vor allem repetitive tests in den schulen, wo halt unfreiwillig die meisten ungeimpften beieinander sitzen, werden nicht kommen, so weit alles im erwartbaren rahmen. 

überraschend der umgang mit omikron: die quarantäneregelung für einreisende aus ausgewählten ländern wird aufgehoben (die machte ja auch kaum so richtig sinn), dafür brauchen jetzt alle in die schweiz einreisenden einen negativen pcr-test, unabhängig von impfung oder genesenenstatus. 

zunächst hatte ich nur diese information und schwankte zwischen der idee, gleich mal einen testtermin für den weihnachtsbesuch zu buchen und abwarten, ob die eidgenossenschaft tatsächlich bereit ist, auf 60.000 berufspendler:innen zu verzichten, in welchem fall dann nicht nur die wirtschaft aufgestöhnt hätte, sondern auch die spitäler vermutlich noch einiges früher an den anschlag gekommen wären. ausgenommen sind wieder wie bei den meisten grenzmassnahmen nach der ersten welle im frühjahr 2020 die direkt angrenzenden regionen der nachbarländer, was dann gleich recht sportlich ausgelegt wird und auch ganze bundesländer umfasst. 

ich bin mittlerweile viel zu grundgenervt, dass ich über den sinn oder unsinn, die durchsetzbarkeit oder einschränkungen der massnahmen urteilen mag, ich bin froh, dass überhaupt etwas passiert, die ganze familie ist entweder schon auffrischungsgeimpft oder wird das im laufe des dezembers werden, auch die junge generation wartet mit sicherheitsmassnahmen schon lange nicht mehr, bis schule, kanton oder bund sie ihnen vorschreibt und damit ist es für mich so gut, wie es in einer pandemie im winter halt sein kann. und ja, ich bin jetzt schon gespannt, welche fortschritte wir in dieser sache bis zum nächsten winter machen werden.

Mittwoch, 1. Dezember 2021

30. november 2021 - booster im schneegestöber

 es war nicht der erste schnee, der gestern fiel, aber bisher schneite es vor allem nachts und morgens war dann der garten ein wenig überzuckert. das erste mal am vergangenen freitag und dann noch einmal am montag, an dem ich zum ersten mal zu fuss in die werkstatt ging. 

gestern dann zuerst trocken und am nachmittag einsetzendes schneetreiben, das je länger, je doller wurde. bis ich um vier in richtung impfzentrum startete, war es so richtiges sauwetter, vor allem auf den strassen schlug sich das als stau nieder. ich schaffte es dann aber doch pünktlich in die shopping mall, in deren dachgeschoss ein provisorisches impfzentrum des kantonsspitals eingerichtet ist. 

meine ersten beiden impfungen bekam ich ja in einem ausgedienten gebäude der psychiatrischen klinik königsfelden - im frühjahr fuhr ich dort für beide impfungen mit dem rad hin. jetzt also noch ein bisschen provisorischer. es gab zwei warteschlangen, eine für menschen mit termin, eine zweite in die man sich auch ohne termin stellen konnte. es war ein buntes durcheinander von erst-, zweit- und auffrischungsimpfungen, ich unterstelle, dass man ein bisschen priorität hat, wenn man sich für eine erstimpfung anstellt, aber vielleicht war das auch wunschdenken. dementsprechend waren alle alterskategorien vertreten, von der jugendlichen, die mit ihrer mutter kam, bis zu ganz alten menschen. besonders nett fand ich das grüppchen junger mütter, die abwechselnd ihre kleinkinder hüteten, damit die anderen in die impfkabine verschwinden konnten. 

die jungen männer vom zivilschutz fehlten, wo sie im frühjahr den impfwilligen jeden schritt erklärt und jeden noch so kurzen weg gezeigt hatten, flitzte nun eine angestellte des kantonsspital herum und ordnete die schlangen, strich angemeldete auf der liste ab, schleuste die kleinkindmütter flott durch und klemmte sich ab und zu selbst hinter den computer um vom einen oder anderen die personalien aufzunehmen. es ging auch nicht mehr ganz so zügig wie im frühjahr, beeindruckend aber die gute laune und zugewandte freundlichkeit, die bei all dem gewusel und sichtbaren improvisieren herrschte.

für mich geht von all diesen gut aufgelegten, freundlichen menschen, die sich alle mühe geben, einen guten job zu machen, fragen beantworten und sich geduldig mailadressen buchstabieren lassen und darüber für jede und jeden, die und der das wollte auch noch ein persönliches wort haben, eine botschaft aus: 

es ist gut, dass du dich heute und hier impfen lässt.

Samstag, 27. November 2021

26. november 2021 - nicht viel

ein sehr freitäglicher freitag mit der üblichen runde durch bäder, küche und restliche räume. die geburtstagsblumen sind jetzt leider auch vollends hinüber, ich denke über die anschaffung einer amaryllis nach, der garten gibt nichts mehr her. 

nachmittags wären eigentlich zwei personen für die offene werkstatt angemeldet gewesen, die sich dann aber kurzfristig wieder abgemeldet hatten, so dass ich gemütlich alles für den markt einpacken konnte. anschliessend wusste ich nicht so recht, was umachen nd hatte auch keine lust etwas anzufangen, also sammelte ich alle schmutzigen handtücher ein und machte früh feierabend. so konnte ich gleich auch noch der abendlichen öffnung der braufabrik nebenan entgehen. 

zu hause hatte ich auch nichts zu tun, also konnte ich ein buch auslesen und ein neues tuch anschlagen. später entdeckte ich, dass im aargau jetzt auffrischungsimpfungen für alle gebucht werden können und rechnete mit einem anmeldeverfahren und terminzuteilung nicht vor januar, es kam aber ganz anders und ich kann mich am kommenden dienstag jetzt schon boostern lassen. in der shopping mall. vielleicht verbinde ich gleich ein paar weihnachtseinkäufe damit.

Samstag, 20. November 2021

19. november 2021 - mit fremden federn

 frau brüllen hat heute meine wahrnehmung der pandemiesituation hier in der schweiz bereits vollumfänglich beschrieben

In der Schweiz zu leben fühlt sich aktuell ein bisschen so an wie Finger in die Ohren stecken und laut LALALALALA zu singen. Österreich macht Lockdown und Impfpflicht, Deutschland macht wilden Flickenteppich aus allem, ganz grosses Thema, wie viele Gs, plus, minus, und natürlich Wechselunterricht, Schulschliessungen tralalala, man kennt das.

Hier: es wird beobachtet. Der Bundesrat findet es wichtig, die Kontrolle zu behalten und naja, beobachtet.

(...)

Strange days. Aber ich habe keine Nerven mehr übrig für irgendwelche Angst oder Panik oder Wut, wir machen jetzt halt einfach. Weiter. 

die stimmung ist bei mir ähnlich, machen wir halt weiter. ich kann es mir auch einfach nicht leisten, die werkstatt vorsorglich dicht zu machen. und aufs theater in der kommenden woche freu ich mich auch, ist immerhin mit zertifikat und herr knyphausen wird kaum etwas dabei finden, wenn es eventuell menschen mit maske im publikum hat. 

eine voraussage wage ich aber noch: falls hier etwas passieren sollte, dann sicher nicht vor dem 29. november, da wird nämlich bereits zum zweiten mal über das corona-gesetz abgestimmt. ich würde mir ja nicht gerade gleich eine diktatur wünschen und mag die volksabstimmungen hier eigentlich noch ganz gern, aber in diesem fall frage ich mich, ob direkte demokratie hier wirklich sinn macht. man fragt ja im kindergarten auch nicht die kindergartenkinder,  ob sie drinnen hausschuhe tragen wollen. ok, der vergleich hinkt, aber manchmal kommen mir diese massnahmengegner hier schon ein bisschen so vor, wie die kinder, die morgens immer noch ein bisschen in der garderobe herumtrötzeln mussten. ich würde da gerne mal sagen, so, jetzt, hier die trychel aufhängen, hinsitzen, fertig trotzig, finken an die füsse und dann kannst du reingehen und mit den anderen spielen.

Donnerstag, 18. November 2021

17. november 2021 - graue stadt

ich habe heute etwas getan, von dem ich mir nicht sicher bin, dass es eine gute idee war und das wahrscheinlich nicht zur nachahmung empfohlen ist. dabei war das eigentlich etwas ganz harmloses, nämlich ein ausflug per bahn, tram und bus nach zürich, allerdings wenigstens nicht zu stosszeiten. es war aber ein völlig vermeidbarer ausflug, bei dem ich nur einige zutaten fürs weihnachtsbacken und noch weniger dinge für die weihnachtspost gekauft habe, die ich letztlich auch irgendwo anders, wenn auch nicht in derselben qualität, hätte kaufen können. oder mir wenigstens bequem nach hause liefern lassen. ausserdem habe ich mich mit kai getroffen zu einem gemeinsamen mittagessen, das wir in einem innenraum eingenommen haben. draussen war es aber auch zu bääh. also vom wetter her. 

was den harmlosen ausflug zu einem etwas zwiespältigen unternehmen macht, sind die rasant steigenden corona-fallzahlen in den deutschsprachigen gebieten europas. dabei steigen ausnahmsweise die ansteckungen in der schweiz am langsamsten in den drei betroffenen ländern und zugegebenermassen habe ich den überblick verloren, was ausserhalb deutschland, östereichs und der schweiz gerade so in sachen pandemie läuft. dafür purzeln die drastischen massnahmen rundherum gerade nur so und das ist wahrscheinlich auch dringend notwendig wenn nicht sowieso schon zu spät, wenn man sich ausser den fallzahlen auch die spitalbelegungen ansieht. es sind zwar im wesentlichen ungeimpfte betroffen (sowohl von den massnahmen, als auch von den ansteckungen und den hospitalisationen), aber mittelbar halt auch geimpfte (wenn es um verschobenen operationen geht) oder menschen, die sich - noch - nicht impfen lassen konnten, vor allem kinder (die dann nicht von den massnahmen, aber vor allem von den ansteckungen).

eine entschuldigung für mein verhalten habe ich nicht, ich wollte hier aber dokumentieren, dass ich mir der lage durchaus bewusst bin. 

ansonsten war die stadt, da wo ich war, einigermassen leer bis dann doch ziemlich voll, novemberlich grau und ungemütlich nasskalt. ich bin ein bisschen mit dem tram durch unbekannte gegenden gefahren, beziehungsweise an neuen plätzen umgestiegen. 

zürich, bucheggplatz

 ich war einkaufen wie vor hundert jahren und habe mir nach eingehender beratung verschiedene backzutaten, gewürze und kaffeebohnen lose in papiersäcken verpacken lassen. na, die kaffeebohnen dann doch nicht, also nicht im papiersack, sondern in plastikaromaverpackung. dort im kolonialwarenladen schwarzenbach ein foto zu machen ist allerdings ganz undenkbar, ich bin ja keine touristin! 

ich war mit kai belegte bagels essen, aber sie haben uns auch schon besser geschmeckt - aber immerhin wurde selbst in dieser imbisssituation sowohl das covid-zertifikat als auch der ausweis eingehend geprüft, nachdem wir gesagt hatten, dass wir unsere bagels vor ort essen wollen. 

und ich habe mich beim einkauf im künstlerbedarf schon arg zurückgehalten und habe nur eine besonders gut deckende neonorangene acrylfarbe und einen strukturspachtel gekauft. im offcut nebenan habe ich nichts spannendes gefunden, so richtig gut scheinen sich die waren dort auch nicht umzuschlagen, ich sah im wesentlichen das gleiche wie vor ein paar monaten in den regalen. 

auf dem rückweg habe ich zutaten für eine selbst gemachte gelatineplatte gekauft und sie zuhause dann auch gleich gegossen - und kann jetzt sagen, dass es nicht die in deutschland übliche gelatine in pulverform braucht, und man anstattdessen auch gelatineblätter nehmen kann, insgesamt 54 anstatt der neun päckchen pulvergelatine. die platte kann jetzt noch ein bisschen aushärten, da ich erst am 19. dezember meine adventspostkarten abschicken muss, habe ich noch ein viel zeit zum drucken. 

die tochter kochte aus allen noch vorhandenen resten eine gemüselasagne mit hübschen roseton (von der rande, die sie zusätzlich zu rüebli und tomaten verwendet hatte). ich telefonierte mit der tante, die mir verspätet zum geburtstag gratulieren wollte und der  abend endete wie so oft auf dem sofa.

Freitag, 12. November 2021

11. november 2021 - zwischen werkstatt und feld

der heutige tag ist schnell erzählt - vormittags machte ich engelsflügel, dann noch einen engel aus einem kreis, dem nächste woche ein paar weitere folgen sollen. 


und nachmittags fuhren wir auf den bauernhof der gemüsegenossenschaft und ernteten für die morgige verteilfahrt 65 stangen lauch und vier kisten nüsslisalat. wir hatten wetterglück, die sonne schien zumindest zu anfang auf die felder und in die folientunnel. das telefon hatte ich zusammen mit einer kiste marmeladengläser zuhause auf dem esstisch stehen lassen, dafür haben wir fast alles zum entsorgen mitgenommen, was im keller herumstand. fotos gibt es deshalb keine. 

für den abend hatte ich mir ein bisschen schreibtischarbeit vorgenommen, ich kam dann auch ungefähr so weit, wie ich es gedacht hatte, allerdings hatte ich irgendwo im hinterkopf gedacht, ich könnte fertig werden. spätes abendessen aus bratkäse, aufgebackenem brot und oliven. dann noch die doku über die entwicklung des ersten corona-impfstoffs durch biontech auf srf geschaut, ohne die bösen, bösen pharmagiganten wäre es halt nicht so schnell gegangen, wer hätte das gedacht...

und ja, das thema pandemie beschäftigt mich wieder mehr als auch schon, auch oder gerade weil sich diese woche mit ihren vielen begegnungen, veranstaltungsbesuch und essengehen schon fast wieder "normal" anfühlt. 

und aus diesem anlass empfehle ich auch noch einen kommentar von sascha lobo im spiegel, mit einem wunderbar stabenden titel. und ja, das geht es natürlich vor allem um deutschland, aber so manches scheint für den ganzen deutschsprachigen raum, dach sozusagen, zu gelten, wie auch die jungs vom alpenpodcast in ihrer neuesten ausgabe feststellen. ich würde übrigens auch eher sascha lobos meinung teilen, dass wer heute nicht geimpft ist, das ganz bewusst so will, anders sieht das christian drosten, der hofft, dass mehr aufklärung in bildungsfernen gruppen mehr impfungen bringen wird, im trotzdem absolut hörenswerten aktuellsten corona-virus-update nr. 102

so, jetzt sind sie wieder geupdatet, was ich zum thema corona so höre und lese. und zu teilen bereit bin. denn nebenbei lese ich auch "die ostschweiz", aber diesen käse teile ich hier nicht.


Donnerstag, 11. November 2021

10. november 2021 - zwischen nebel und sonne

grosser reisetag. so fühlte es sich zumindest an, als ich um viertel vor neun alle taschen gepackt und dabei schlussendlich die ausgedruckten unterlagen doch auf dem esstisch vergessen hatte. 

der erste teil der reise führte mich ins glarnerland, an den esstisch der freundin, wo wir dann einfach zweieinhalb stunden sitzen blieben, kaffee und saftschorle tranken, belegte brötchen assen und schwatzten. austausch von geranien und strickmustern inklusive. schön wars, leider viel zu selten. 

am walensee
 

von glarus ging es dann weiter nach chur, vom bahnhof grad direkt ins hinterzimmer der sitzungskneipe, zwei stunden meist konzentriertes besprechen der geschäfte der filzszene. wir bereiten gerade das jubiläumsjahr 2022 vor und das wird spannend. fulminant. und richtig schön. hoffentlich. 

zwischen alle termine schaffte ich noch ein bisschen shopping dazwischenzuschmuggeln und so habe ich jetzt zwei geschenke für die kommende geschenkesaison und ausserdem einen schönen wasserkrug für uns. 

zu meiner reise gehörten auch zwei begegnungen mit ungeimpften menschen, korrekter vielleicht, bisher nicht gegen covid19-immunisierten. 

vermutlich wussten sie es schon, dass ich schon ganz fest zur fraktion der impfbefürworter:innen gehöre. ich finde es ganz abstrakt einfach nicht gut (und das ist die neutralste formulierung, die ich finden konnte), wenn sich menschen nicht gegen diese potentiell tödliche krankheit impfen lassen wollen, mit einem der impfstoffe, die mittlerweile milliardenfach verimpft wurden und mit einer geringen chance auf nebenwirkungen oder ernste impfschäden, die deutlich seltener auftreten als schwere folgen einer covid-erkrankung, die, das sieht man wohl inzwischen auch, in den nächsten monaten bis jahren jede und jeder von uns durchmachen wird, ob ungeimpft oder geimpft, nur in letzterem fall mit erheblich geringerem risiko schwer zu erkranken. auch nicht gut finde ich, dass ungeimpfte über das persönlich risiko hinaus auch dazu beitragen, dass sich das virus mehr als notwendig (weil mit impfung viel weniger) in der bevölkerung verbreitet und damit personengruppen, die sich nicht impfen lassen können (immer noch viele, viele kinder unter 12 jahren) oder trotz impfung keinen guten immunschutz aufbauen können (viele alte und chronisch oder akut kranke) gefährden. ich kürze hier ab und verzichte auf die komplizierteren argumente, denn:

ganz konkret habe ich um diese beiden menschen angst. 

symbolbild geranien.
 

weil mit wem soll ich sonst geranien und strickmuster tauschen???



Mittwoch, 10. November 2021

9. November 2021 - zwischen fabrik und kirchturm

der neunte november, ein tag voll deutscher geschichte. muss ich halt immer beim schreiben dran denken, hat aber für meinen tag heute keine rolle gespielt, zumindest keine evidente.

morgens brauchte ich zuhause eine weile, bis ich alles für die nach dem werkstattvormittag anstehende einkaufsrunde zusammenhatte, dann also werkstatt und dortselbst zuerst einmal heraussuchen aller weihnachtssächelchen für den markt. es hat noch genügend: 

- zapfen mit nikolausmütze, die ich eine gute idee fand, meine kundschaft bisher eher nicht, mal sehen, wie das dieses jahr ist. 

- tannenbäume im mehrschichtverfahren. leider mehr rote als grüne, aber wenn man sie abwechselnd hängt, fällt es nicht so auf. 

nicht mehr genügend: 

- engel aller sorten. der verkaufsschlager muss also nachproduziert werden. ich begann mit einigen köpfen, machte dann auch noch ein paar flügel, dann war schon zeit um richtung einkaufen aufzubrechen: 

reinigung - post - apotheke (in diesem jahr kann man zur grippeimpfung einfach kommen wann man will, mache ich dann nächste woche, diese woche brauche ich meine beiden arme die meiste zeit) - supermarkt 1 für flaschenmilch, supermarkt 2 für den rest (wir brauchen die leeren milchflaschen für den frostschutz im schwimmbädle und da supermarkt 2 zwar unser bevorzugter supermarkt ist, aber keine milchflaschen mehr führt, gehen wir jetzt halt auch noch diese extrameile) - bäckerei. hab ich was vergessen? 

zuhause mittagessen, dann pause. 

dann hätte ich gerne im garten gearbeitet, die grünguttonne war aber noch voll und da zog ich es vor zu bügeln, was sich dann elend in die länge zog. zwischendurch schrieb ich eine zahlungserinnerung und erhielt umgehend antwort, mal sehen ob sich dann auch an meinem kontostand demnächst etwas tut. 

kai und ich radelten zur shibashilektion und wurden etwas vom angewandten schutzkonzept überrascht. die kirche hat die veranstaltung zur festen gruppe, die sich regelmässig trifft erklärt und schwuppdiwupp ist weder zertifikat noch maske notwendig. ich verstehe zwar nicht, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll und beiseite gesprochen treffen wir uns monatlich (manchmal auch einen monat nicht) und es gibt zwar einen harten kern von 4-5 personen, aber es sind halt auch immer mindesten 1-2 neue personen dabei. wir behielten also unsere masken auf und dabei wird es dann halt auch bleiben. und ja, glauben ist eine kernkompetenz in der kirche, aber in sachen covid-zertifikat würde ich persönlich doch lieber auf kontrollen setzen. oder wenn man das nicht will, auf maske und abstand. 

und noch grundsätzlicher: liebe leute, es geht in dieser pandemie nicht in erster linie darum, die staatlich verordneten schutzkonzepte möglichst kreativ zu umgehen oder meinetwegen auch nur weit auszulegen, sondern darum, ansteckungen zu verhindern. nur mal so zur erinnerung. 

nach dem shibashi waren wir mit der tochter zum abendessen verabredet, eigentlich sollte das abendessen zu zweit stattfinden, da aber wegen steigender infektionszahlen am ort der turngruppe das training momentan ausfällt, konnte die tochter endlich auch mal wieder mit uns auswärts essen gehen. sonst nutzen wir ja immer die abende, an denen sie sowieso weg ist. hier übrigens, wie immer in der schweiz, wenn kontrolliert wird, korrekte kontrolle mit scan des zertifikats und gegencheck mit ausweis. wir sassen dann zu dritt in einem leeren lokal, aber es hätte ja auch noch jemand kommen können. das essen war gutbürgerlich und ziemlich ok, aber mehr auch nicht, es gab dann noch ein bisschen ärger, weil wir nicht mit karte zahlen konnten, was ein etwas unwürdiges zusammenkratzen von bargeld au mehreren geldbeuteln zur folge hatte. hätten wir das früher gewusst, wäre uns das erspart geblieben, wir hätten aber vermutlich auch woanders gegessen, aus gründen, die zu erläutern mir jetzt hier zu mühsam sind.

Donnerstag, 24. Juni 2021

23. juni 2021 - viel planung

 keine ahnung, warum ich eigentlich immer zwei ereignisreiche tage zusammenfasse, aber unter der woche jeden einzelnen tag beschreibe. 

heute jedenfalls war blogtechnisch nicht so ergiebig, keine fotos, den vormittag am schreibtisch mit  dem skript für das nächste kursmodul im august und der wochenplanung verbracht, teile des nachmittags dito. gartenrundgang zum rosenausputzen, später am nachmittag zwei grünguttonnen mit den resten des perlmuttstrauchs gefüllt, jetzt sieht der garten punktuell etwas kahlrasiert aus, aber die vor ein paar wochen zerlegten weigelien treiben schon wieder aus! und der sommerschnitt ist wohl die einzige möglichkeit, keine blühsaison zu verlieren. 

am abend hatte kai besuch, da kam ich direkt noch dazu, den keller aufzuräumen und stundenlang über der essensplanung für das fest am sonntag zu brüten. der plan fürs mittagessen steht, ich hadere noch mit dem dessert- und kuchenbuffet. mir fallen, weil ich eh eine vorliebe dafür habe, zur zeit nur rezepte mit quark ein. die tochter findet alles mit früchten super. und da sich das eh gut kombinieren lässt, bringt uns das auch keinen schritt weiter. 

dabei hatte ich keine zeit für die neuesten nachrichten in sachen corona-lockerungen. der bundesrat lockert und lockert, deutlich mehr als angekündigt und erwartet, so dass nur noch ein häuchlein massnahmen übrig bleibt. man darf fast alles wieder ohne maske, es bleibt aber weiterhin kompliziert und das prinzip eigenverantwortung in kraft. fast ist es ein bisschen so, als ob man sagen wolle, hei, ihr habt die gelegenheit, euch impfen zu lassen, macht das, oder wenn ihr es nicht machen wollt, dann seid ihr halt selber schuld, wenn es dumm ausgeht. (bisschen blöd vielleicht für die, die sich noch nicht impfen lassen konnten oder aus irgendwelchen gründen auch nicht können werden.)

Dienstag, 4. Mai 2021

3. mai 2021 - zwei links statt tagesberichterstattung

der montag wieder von allem etwas: physiotherapie, werkstatt und eine kundin, die einen sitzfilz fertig macht, spaziergang, haushalt, garten und am ende des tages eineinhalb stunden mixed media per zoom. 

gelegenheit, mal wieder zwei links loszuwerden, die ich gesammelt habe (und auf diese weise auch mir selbst erhalte): 

immer mehr geht es darum, was corona mit uns macht, auch wenn wir nicht direkt daran erkranken. und wie wir damit umgehen können, dass wir nicht mehr dieselben sind, wie vor der pandemie. 

theresa bäuerlein von den krautreporter*innen übersetzt den begriff des languishing mit corona-erschöpfung. 

der soziologe hartmut rosa sieht die ursache für die fehlende energie im mangel an sozialen kontakten - und weil wir keine energie haben, suchen wir diese dann auch nicht. hört sich ein bisschen nach hamsterrad an. und ist es auch, denn es fehlen uns vor allem die umwege, die die kultur ausmachen.


Samstag, 1. Mai 2021

29. und 30. april 2021 - was mir so durch den kopf geht

es ist viel los und es passiert gleichzeitig relativ wenig. pandemiebedingt. was im letzten jahr noch neu war, ist jetzt auch schon ein alter hut. am donnerstag für mich dann der erste abend, an dem sich ein zoom-meeting nahtlos an das andere anschloss: nachbesprechung des online-filzkurses zuerst, dann mitgliederversammlung der gemüsegenossenschaft. glücklicherweise hatte kai für den zweiten termin den tisch gedeckt und foccacia gebacken, so dass wir nebenbei essen, später auch noch abspülen konnten. das ist vielleicht nicht super höflich, aber da ich ganz gut zuhören und essen oder abwaschen kann und weder eine übertragung von bild noch ton von unserer seite notwendig war, ging das auch mal. abstimmen per zoom, viel gestaltungsspielraum war eh nicht, wir wunderten uns über das eine oder andere, aber vermutlich wundern sich ja auch andere über das eine oder andere, was wir so machen. im grunde genommen ist die solidarische landwirtschaft, die unsere gemüsegenossenschaft betreibt eine gute sache, es wird sehr viel ehrenamtlich gemacht, da spielen ein paar hundert franken für eine in unseren augen überflüssige idee keine rolle. 

was mir auffiel: mir fehlt das direkte zusammentreffen mit den anderen biocòs momentan eher nicht. 

überhaupt: bisher haben wir die mittlerweile schon zwei monate gewährten "freiheiten", wie museumsbesuch, einkaufen (auch in nicht-lebensmittelläden), und seit fast zwei wochen auch aussengastronomie kaum genutzt. irgendwie haben wir uns abgewöhnt, etwas mit anderen menschen zu machen. mir ist das alles auch teilweise zu kompliziert, ich müsste die exakten regeln nachlesen und dann doch vor ort wieder verhandeln, obwohl ich gar keine regeln verhandeln will, sondern einfach nur, dass sich alle dran halten. 

ein beispiel: die amtliche rauchgaskontrolle hat sich angemeldet und kommt eine halbe stunde früher als gedacht. deshalb habe ich keine maske auf, als es an der türe klingelt, wie ich das sonst mache, wenn handwerker*innen angemeldet sind, die etwas im haus erledigen sollen. ich entschuldige mich, setze eine maske auf und höre: wege mir müend sie keine ufsetze. 

ich muss aber mit der kaminfegerin in den keller hinunter und ihr die heizung zeigen. ich will eine maske tragen. sie muss, weil der chef  das so will, sagt aber ihren kunden immer, dass sie das nicht müssen. sie betrachtet das als service, dass sie niemanden dazu zwingt eine maske zu tragen. ich finde es total unnötig über eine derart unkompliziert umzusetzende vorsichtsmassnahme zu diskutieren. masken hat gerade jeder zur hand, beim einkaufen und im öv muss man sie ja auch tragen, also warum nicht auch, wenn eine handwerkerin im haus ist. es gehört für mich in der neuen normalität auch zur höflichkeit, die/den anderen und sich selbst zu schützen.

ich stelle mir kurz vor, wir würden ab sofort andere höflichkeitsfloskeln auch so behandeln. beim begrüssen würden wir nicht zuerst "grüezi" sagen, sondern dem anderen möglichst zuvorkommen mit: sie müssen mich nicht grüssen. das würde kompliziert, denn vielleicht möchte das gegenüber ja gerne einen gruss aussprechen? dann würden wir in einer diskussion festhängen, grüssen oder nichtgrüssen und am ende wüsste keiner mehr, was erwartet wird und wie man sich höflich verhält, auch wenn man mit dem gruss nicht immer meint, was man sagt. na dann lieber doch öfter mal guten tag, obwohl man dem gegenüber das aktiv gar nicht wünscht. 

sonst noch so: blümchen für den garten gekauft und auch gleich in töpfen vor dem haus und auf dem gartentisch verteilt. es regnet, und zwar ausgerechnet jetzt, wo wir eigentlich das sschwimmbädle einlassen wollten.



Freitag, 23. April 2021

22. april 2021 - nur pandemisches

unauffälliger tag. mein arm tut ein bisschen weh und am nachmittag habe ich eine stunde geschlafen, was aber auch daran liegen kann, dass ich noch immer wie in den ferien zu bett gehe, aber alltagsmässig aufstehe.

zwei dinge herausgefunden: 

- der bundesrat hat die richtwerte für verschärfungen der pandemiemassnahmen "angepasst", will heissen, so nach oben geschraubt, dass die steigenden ansteckungszahlen und krankenhauseintritte noch unter die eingezogene decke passen. 

- baden-württemberg erlaubt seit montag vollständig geimpften die einreise (und rückreise aus einem hochinzidenzgebiet)  ohne quarantäne. wenn nichts grandioses dazwischenkommt, so in der preislage virusvariante, werden wir irgendwann ab anfang, mitte juni die familie im ländle wieder mal sehen/einladen können.