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Sonntag, 29. Juni 2025

kw 26 - auf knopfdruck entspannen

ich bin ja einigermassen stolz darauf, dass ich es seit ein paar wochen schaffe, mir in meine wochen etwas anderes als alltag einzuplanen - in dieser woche gab es sogar zwei kleine ausflüge. 

dabei war die arbeitswoche intensiv und wieder einmal sehr zerstückelt, dank dreier etwas komplizierter vermietungen. es gibt ja immer wieder so situationen, in denen nicht alles klappt, aber der grad des nichtklappens ist dann halt schon auch noch entscheidend. diese woche: einmal beamer tut nicht das, was er soll (deutlich unkomplizierter gelöst als die it sich das gedacht hatte), es ist zu heiss im raum (kann ich nicht ändern, die gruppe kam am zweiten bezahlten tag nicht wieder), schlüssel nicht im schlüsselkasten (ja, die vormieterin wusste, dass sie den schlüssel nicht mitnehmen darf, aber es kann halt schon passieren, dass sie es vor lauter stress und hitze vergisst? menschliches versagen, das zu einem um 10 minuten verspäteten unterrichtsstart geführt hat, vielleicht auch eine lektion, die die jungen menschen, die ein bisschen warten mussten, bis sie sich hinter ihre bildschirme setzen konnten, gratis und franko bekommen haben. nur: wie bringe ich die eltern dazu, das auch so zu sehen?), entgegen meinem dringenden und begründeten wunsch zum falschen zeitpunkt im falschen raum angeliefertes zusatzmobiliar für eine veranstaltung (hallo? gemietet für vier stunden und dann sollen wir fünf tage auf dem zeug sitzen? - angesichts der hitze hab ich ja verstanden, dass es so einfacher war, ich musste trotzdem laut protestieren, wurde gehört, abgeholt, später geliefert... und - damit hab ich gedroht - kein kind in der krabbelgruppe von bauteilen erschlagen). 

arbeitszeit in der werkstatt minimal: ich filzte ein bestelltes veggiefell, lieferte es aus und verbrachte einen besucherlosen freitagnachmittag in der offenen werkstatt mit häkeln für ein filzprojekt für mich.  

ansonsten war es wieder heiss (und soll auch noch so bleiben), es gab gegen wochenmitte überall rundherum gewitter, wir bekamen nur ein paar tropfen, einige wolken und für einen tag ein bisschen abkühlung ab. allmählich geht das wasser zum giessen aus. den tomaten im gewächshaus ist es zu warm um früchte anzusetzen (meine arbeitshypothese - nur: wie bekomme ich die töpfe aus dem gewächshaus raus? oder kann ich das ding an den ecken irgendwie aufbocken? was passiert dann, wenn es stürmt?) ich muss mich immer mal wieder davon abhalten, zu sehr den hitzerekorden nachzustudieren - insgesamt fühlt es sich halt an wie in einem roman von t.c. boyle, nur weniger verdichtet, ist ja auch nicht literatur, sondern unsere gegenwart. 

ich habe die uralte hängematte aus guatemala aufgehängt. ein bisschen ist es eine erinnerung an ein anderes leben (ich war nie in südamerika, habe sie von einem freund mitgebracht bekommen). ich muss aber erst noch vertrauen in das ding aufbauen, blöderweise kann ich sie nur an einem ort aufhängen, wo unter ihr betonplatten sind. 

am mittwoch dann ein sehr früher ausflug, bei der hitze aber sinnvoll. 

wenn man um kurz nach sechs mit dem zug hier startet, kann man um kurz vor sieben am zürichsee sein. es waren schon die ersten schwimmenden unterwegs. 

mein weg führte mich ins dorfmuseum von thalwil und dort in den rosengarten mit herrlichem blick über den see - wo wir uns gemeinsam bei einer runde yoga ent-falten konnten. 

 

das "entfalt-stündli" war teil des rahmenprogramms zur textilen installation der elysiummanufaktur, die diese aus anlass der thalwiler kulturtage geschaffen hat. (leider schon rum, deshalb keine rechte werbung mehr)  

das schreiben die macherinnen zur installation: verklemmt. klemmte, klamm, geklommen. be-, ein-, ab-, ver-, ge-, fest-, unver-, dahinter. fühlt du dich gequetscht? irgendwo steckengeblieben? zusammengepfercht? ... möchtest du dich mal wieder locker machen? wir haben alle dilemmas und vorkommnisse zum einklemmen untersucht und präsentieren: eine textile herausforderung, ein kollektives ragout und sofortige erste hilfe. 

 anschliessend gab es einen entspannungszmorgen und ich blieb einfach sitzen im garten. 

ich liess sozusagen alle pläne, noch mehr kultur zu sehen, auf knopfdruck los. 

auf dem rückweg machte ich noch halt im elliesyum - der buchhandlung der elysiummanufaktur. 


 und auf dem bahnsteig gab es kultur von thalwiler hofkunst. 

haben sie den gestrickten pfeil gesehen? ich liebe diese details! 
im zug zurück studierte ich die füdlizytig - sozusagen der intellektuelle overload zum thema verklemmungen. und dann wars auch schon mit dem entspannen vorbei (siehe oben). 

aber irgendwie wurde es auch samstag und für diesen tag war schon seit langem der jahresausflug des vereins filzszene geplant. unser ziel in diesem jahr die ausstellung "textile manifeste" im museum für gestaltung in zürich. viel organisation war diesmal nicht - ich hatte die führung gebucht, aber ein gemeinsames zmorgenessen an reservierten tischen war uns verwehrt worden. nach einem kurzen spaziergang durch den schattigen platzspitz-park (glücklicherweise packte nicht eine die alten geschichten aus dem letzten jahrhundert aus, oder sie lief so weit hinter mir, dass ich es nicht gehört habe. ja, schlimme zeiten und zustände, aber ich kanns nicht mehr hören, vor allem der wohlige grusel mit dem erzählt wird.) waren wir viel zu früh im museum und tranken unseren kaffee halt unorganisiert - später zum gemeinsamen imbiss stellten wir ein paar tische zusammen, geht doch!

die führung war spannend, für mich vor allem der aspekt der geschichte des gebäudes. die ausstellung selbst, die den anspruch erhebt, einen überblick über die textilkunst der letzten ungefähr hundert jahre zu geben, ist unglaublich dicht mit objekten bestückt. filz fehlt natürlich wieder einmal fast komplett - einzig zwei werke von stefanie salzmann waren zu sehen und fanden bei den fachfrauen wenig anklang. über andere objekte wurde fröhlich gefachsimpelt - die geduld der recht jungen führenden war wirklich bewundernswert, aber angesichts des geballten fachwissen blieb ihr auch streckenweise nicht viel anderes übrig. 


unsere führerin vor einer textilinstallation von elsi giauque. 


ich habe nur ein paar stücke fotografiert, die mich spontan beeindruckt haben - leider kann ich jetzt auch nicht mehr herausfinden, welche künstlerinnen sie geschaffen haben - überhaupt stehen bei solchen besuchen bei mir die verantwortung für die organisation und die möglichkeit mich auf die objekte einzulassen ein bisschen in widerspruch, vielleicht kann ich ja bis mitte juli noch mal einen besuch einplanen. 

auch dieser entspannungs-tag war ausserdem wieder mit arbeit garniert - als ich am spätnachmittag zuhause war und ins bädle springen durfte, war ich deshalb schon recht froh. 

samstagabend und sonntagmorgen bin ich diese woche alleine  und hoffe, dass ich jetzt die zeit bis zur ankunft von kai und allerlei zeug aus seinem elterlichen haus noch ein bisschen mit lesen und/oder recherche zur reise nach mähren im herbst nutzen kann. 

Sonntag, 4. Mai 2025

kw 18 - zerschnitten und kunstvoll zusammengenäht - als wochenmotto

was war denn das? ein rückreisetag, zwei tage arbeiten, feiertag (erschlichen, in unserem kanton eigentlich nicht frei), arbeitstag, wochenende. 

für diese konstellation habe ich eigentlich recht viel erledigt bekommen und es gab auch genügend schöne zeit zum geniessen. es geht also auch unter solchen lustigen bedingungen. 

dienstag und mittwoch habe ich vormittags viel im kulturzentrum weggeschafft, nachmittags dann haushaltsdinge und eine schwimmrunde am dienstag, einfach so im garten sein und dinge für die werkstatt erledigen am mittwoch. ach und zwischendurch brauchte es noch ein bisschen telefonische unterstützung für die mit einer heftigen erkkältung in ihrere koje liegende tochter.

blumen von unterwegs mitgebracht und der osterhase darf noch ein bisschen bleiben.

donnerstag hatte kai - weil er in zürich arbeitet - frei und ich nahm mir einfach einen fast freien tag. bei schönstem fahrradwetter radelten wir nach dem frühstück zum spargelhof im wehntal, holten uns ein kilo spargel, eier und die für mich bereitgestellte wolle der ouessant-schafe dort ab. ging alles gut auf unsere zwei velos und nicht einmal so beladen ging es zurück nach hause - in den garten. 

der sohn machte einen zwischenstopp auf apfelkuchen bei uns, bevor er zur 1.-mai-veranstaltung nach zürich ging und später habe ich damit begonnen, den seit einem jahr ruhenden kompost zu sieben und in die töpfe für die tomaten zu verteilen. so muss kompost sein! wunderbar krümelig, die kompostwürmer waren alle schon in den aktiven kompost umgezogen und es gab nur ein paar stöckchen, reste von kaminasche und andere fremdkörper zu entfernen. 

zu den fremdkörpern gehörte auch das messer von unserem stabmixer - nach dem grabungshorizont zu urteilen (es gab darin auch nicht vollständig kompostierte passionsfrüchte) ist er um silvester 23 herum dort gelandet. da wir ihn natürlich ersetzt haben, haben wir jetzt zwei davon und werden allein schon deshalb nie wieder einen verlieren. (gedanken zu den kompostanlagen: diesen jetzt leeren komposter werde ich erst im frühjahr 2027 wieder umsetzen. gärtnern ist wirklich was mit langem zeithorizont.)

nachdem ich die töpfe im gewächshaus mit erde gefüllt hatte, pflanzte ich gleich die erste hälfte der tomatensetzlinge ein - die sind zwar noch wirklich winzig, können aber auch gleich in den töpfen gross werden. 


am freitag dann das vorwochenendeprogramm mit hausputz und offener werkstatt - auch hier nochmal einiges erledigt, liegengebliebenes und vorauszuerledigendes. und weil mich eh niemand besuchen wollte, habe ich dann früh feierabend gemacht und den restlichen kompost umgegraben während kai das zum abendessen cordon-bleus mit pommes und salat zauberte. 

teil des hausarbeitsvormittags: kakteen duschen und nach draussen bringen, sicherheitshalber mit sonnenschirmchen, die kriegen sonst immer sonnenbrand.

samstag war shirdaksamstag. 

schon zum vierten mal trafen sich fünf frauen aus dem verein filzszene schweiz in meiner werkstatt um auf mehr oder weniger traditionell kirgisische weise sitzfilze herzustellen. (die muster der shirdaks werden eigentlich nicht wirklich gefilzt, sondern entstehen durch das zerschneiden und anschliessende kunstvolle zusammennähen von fertigen filzplatten - bei uns natürlich handgefilzten, ehrensache!)

ich hatte ein bisschen was aufzuholen, nämlich die kordeln an den rändern der zusammenstossenden filzflächen anzunähen - aber ich konnte auch noch mit dem absteppen beginnen - zum ersten mal mit einem plan. jael, die vor ein jahren die gelegenheit hatte, in kirgistan selbst dieses handwerk zu erlernen, hat uns wieder ganz wunderbar durch den tag und den nächsten arbeitsschritt geführt - sie macht einfach vor, wir machen nur nach - oder nutzen eine der von ihr vorgeschlagenen varianten. 

für den sonntag hatten wir uns eigentlich eine erste längere radtour vorgenommen und wollten zum schloss wildegg und zum pro-specie-rara-setzlingsmarkt radeln. nur leider war dann das wetter nicht so passend zu unserem plan und es wurde ab dem späten vormittag vor heftigem regen gewarnt. also änderten wir unsere pläne und fuhren mit dem auto bis möriken, stellten es am friedhof ab und gingen zu fuss zum schloss.

hier hat uns dann auch der regen erwischt.

trotzdem machten wir einen rundgang an den ständen und stellten uns sogar für eine bratwurst an.


sehen sie auch das herz aus clematen? 

unsere ausbeute: zwei verschiedene pepperonipflanzen (also eine paprika und eine pepperonipflanze -falls sie nicht in ch wohnen) eine gurke, eine kapuzinerkresse (bei uns ist keine gekeimt), eine okra (ob das gut geht?) und ein topf mit basilikum (eingewickelt). die warten nun zusammen mit den restlichen sieben tomatenpflanzen aufs einpflanzen, weil draussen regnets momentan. später gibt es noch spargel, den kai gestern auf dem markt besorgt hat.

Donnerstag, 30. November 2023

noch mehr november

blogmässig  bin ich irgendwie wieder einmal in der schleife "entweder jeden tag schreiben oder so lange damit warten, bis ich auch nicht mehr weiss, was ich schreiben wollte" gelandet. es ist viel los, aber das hat mich früher auch nicht daran gehindert, hier ab und zu etwas zu hinterlassen. 

nun ja, heute schneit es und weil ich eh schon gefühlt die ganze woche unterwegs war, habe ich beschlossen, den schneeflocken beim fallen zuzuschauen, heute die werkstatt werkstatt sein zu lassen und zu überlegen, was es zu erzählen gibt. schnipselweise. 

ich hangle mich mal an meinen fotos entlang. 

wie bereits im letzten post angekündigt, war ich am vergangenen samstag marktfahrerin. für den adventsmarkt winterwonderland war wieder kein gutes wetter angesagt, es wurde dann wechselhaft, mit sonne, wind, regen, graupel, schnee. aber eigentlich war das wetter komplett egal, denn der markt war so gut besucht, dass ich kaum dazu kam, mir gedanken über wettermässige befindlichkeiten zu machen. 

die tochter half mir beim aufbau - der sonnenschein war von kurzer dauer, ein paar minuten später graupelte es.

mein blick blieb dann die folgenden stunden in etwa derselbe - wenn ihn nicht gerade die kundschaft versperrte.

ganz zum schluss wurde es ruhig. das bild ist etwa eine viertel stunde vor ende des markts bei einsetzendem schneeregen aufgenommen, eine bekannte hat mich kurz am stand vertreten. mein stand ist der einzige ohne plastikfolie drumherum. eine halbe stunde später kam kai um mich abzuholen und das, was noch übrig war, zum trocknen in die werkstatt zu transportieren. viel war das nicht mehr. noch nie hatte ich einen so erfolgreichen und kurzweiligen markttag. 

am sonntag regnete es weiter, überhaupt war der november ein regenmonat, ich denke, ich erwähnte es schon.


beim gemütlichen sonntagsfrühstück stellten wir fest, dass der granatapfel aus dem rheinfelder garten durchaus reif und essbar war - eine schöne überraschung. 

am montag wurden wir sogar im thermalbad nassgeregnet (und erst recht auf der heimfahrt) - jetzt haben wir also auch mal die gar nicht mehr so neue therme mit dem komischen namen fortyseven von innen gesehen. schade, dass einfach der funke der architektur nicht zünden mag. es ist ein schönes neues bad, aber halt nicht irgendwie besonders. auch das ganze achtsamkeitsgeschreibsel macht das nicht besser. zum ausprobieren fand ich den kosmos ganz nett - die lightshow im solebad eher langweilig (warum überhaupt solebad? hier kommt ja keine sole aus der erde?) und dafür die bilder auf der liegeinsel zu schnell um sich wirklich drauf einzulassen. 

mir persönlich hätte einfach auch warmes wasser gereicht. (dafür vielleicht zu einem volkstümlicheren preis.) aber das gibt es ja glücklicherweise auch gratis an den öffentlichen brunnen, halt ohne die infrastruktur drum herum. das kostet mich im winter schon arge überwindung. 

 

mit der tochter habe ich ein wenig gebacken - mittlerweile sind drei sorten gutsle fertig: ausstecherle/mailänderli, kardamomkipferl und elisenlebkuchen, von letzteren sogar richtig viele. 

den adventskranz habe ich wieder beim katholischen frauenverein gebunden - so richtig gesellig ist das ja auch nicht, aber auf jeden fall netter als zuhause alleine. 

und gestern war ich dann mit der filzszene unterwegs. in st.gallen ging es zuerst zum extra für uns einen tag früher geöffneten stoffaoutlet der forster-rohner-ag, dann zum mittagessen und am nachmittag noch ins textilmuseum. wir hatten gemeinsam eine führung in der ausstellung akris - selbstverständlich, danach blieb mir noch ein wenig zeit, mich im ganzen haus umzusehen.

 
blick ins archiv der musterbücher. 

musterstickereien. 

im geschoss darüber machte ich noch einen rundgang durch die dauerausstellung - das museum ist definitiv einen zweiten besuch wert.



 




Samstag, 28. Oktober 2023

zwei wochen in einigen bildern und ein bisschen text

schon mit den 12 posts aus den ferien im harz hätte ich die diesjährige blogstatistik in jedem anderen monat übertroffen - aber eigentlich wollte ich nicht gleich wieder den faden verlieren und zwischen dem 12von12 und dem 12tel-blick einfach gar nichts mehr posten. doch da ist mir wieder einmal das leben dazwischengekommen und im zweiten teil der blogpause auch noch eine erkältung. 

aber fangen wir vorne an. 

wir sind ja, schrieb ich, früher aus dem harz nicht nur wegen des regens, sondern auch für den geburtstag der tochter abgereist - den haben wir dann am samstag mit der familie und freundinnen gefeiert. 

 
nach einem gemütlichen sonntag startete montags ein wenig alltag, bei dem ich allerhand an erledigungen in vier tage zu pressen versuchte, so dass ich am freitag mit winterreifen und auch ansonsten gut präpariert zum nächsten geburtstag starten konnte.  
 
bis zum sonntag blieb ich bei meiner mutter, neben der geburtstagsfeier gab es auch ein paar dinge zu tun, noch ist nicht alles am gewünschten ort, aber wir arbeiten dran. und beim nächsten mal vergesse ich dann auch nicht die schraubbaren filzgleiter, die es, wie es scheint, nur hier in der schweiz zu kaufen gibt.  

mit halsschmerzen und schnupfen kam ich zuhause an und legte mich mehr oder weniger sofort ins bett (vorher noch kurz in die wahlnachrichten geschaut, naja, hätte ich mir auch sparen können - schon unterwegs war ich etwas irritiert über die deutsche bewertung der vorhergesagten gewinne der schweizer volkspartei und die bezeichnung als rechtspopulisten - so hatte ich das noch nicht gesehen. gestern dann den "einfach politik"-podcast zum thema gehört und in meiner meinung bestätigt gefühlt, dass der unterschied zwischen der svp und vielen rechten parteien in europa schon darin besteht, dass sie das staatliche system nicht generell in frage stellen. und populismus ist hier nicht nur sache der rechten...) 

den sonntag verschlief ich bis auf die mahlzeiten komplett und nutzte jeden mir angebotenen service wie den transport meines filzworkshopgepäcks aus der werkstatt nach hause, denn ich musste dringend fit werden für die kommende woche und den anstehenden kurs bei strongfelt...

was soll ich sagen? ich habs geschafft, der schnupfen wurde immer besser und ich sass mit am filztisch - mein platz unschwer am handtuchdesign zu erkennen. 

vielleicht hat es auch die bergluft gerichtet.

oder das leckere essen im hotel ucliva in waltensburg - vor allem die leckeren suppen, die es jeden mittag als vorspeise gab.

 

jedenfalls war ich äusserst excited lisa klakulak im echten leben zu treffen - und sie umgekehrt auch, teilnehmerinnen ihrer online-klassen persönlich zu begrüssen. und auch wenn es teilweise ein wildes kauderwelsch war, was da durch den kursraum tönte - es war stets geprägt von der guten laune und dem humor von lisa, die nicht nur für ihren filz eine ganze menge begeisterung transportierte, sondern auch immer wieder für die landschaft, das wetter, die kühe und nicht zuletzt für den lake walensee, an dem sie ein paar tage verbracht hatte. (wir waren in der surselva).

das wetter war jeden tag anders, aber da ich genügend mit meiner nase und dem filzen beschäftigt war, hätte der workshop meinetwegen auch im industriegebiet stattfinden können, wobei der ausblick schon schön war. 

und die hauptattraktion fand eh in ganz kleinem rahmen auf dem filztisch statt. 

mein blog, meine ergebnisse im vordergrund. (wenn sie die von allen sehen wollen, gehen sie zur instagramseite der filzszene.)

es war ganz grossartig mit euch allen! 

die rückfahrt war dann noch ein bisschen herausfordernd, da es ab dem glarnerland schüttete was herunterkonnte und ich zuhause beim aussteigen den rechten hinterreifen auf dem noch nicht ganz letzten loch seine luft herauspfeifen hörte... aber inzwischen ist auch das geflickt, die instaposts für den verein geschrieben, meine notizen zum kurs ergänzt, werbung für die kommenden kurse im november gemacht und draussen scheint die sonne und lockt uns demnächst zu einem spaziergang und einer ausstellung nach effingen...


Sonntag, 5. März 2023

wochenrückblick woche 9

eine woche ohne grosse pläne aber mit vielen listen, um ja niemanden und nichts zu vergessen bei der generalversammlung der filzszene. dazu startete die woche ohne kai, der auf einem kongress in hamburg war und die tochter hatte mit ausnahme der berufsschule am montag jeden tag spätdienst. 

am mittwochabend war ich mit kai an einem konzert/einer musikalisch-szenischen inszenierung des freischütz-themas, inspiriert von carl-maria von weber ebenso wie von black rider - selber stoff, andere musik - von robert wilson, tom waits und william s. burroughs. die veranstaltung haben wir uns im rahmen unseres theater-wahlabonnements im kurtheater ausgesucht und zum ersten mal sassen wir nicht im grossen theatersaal, sondern im neuen foyer. zuerst fand ich die offensichtliche anwesenheit der bühnentechnik ein bisschen störend, aber die witzige inszenierung mit szenischer lesung, den musikern und den beiden hauptprotagonisten auf der bühne, die ihren part wesentlich singend absolvierten bestach durch präsenz und tolle stimmen (evelinn trouble und gisbert zu knyphausen). und als in der alles entscheidenden szene, in der die kugel gegossen wird, sich die vorhänge an zwei seiten des foyers öffneten und den blick auf die rot angestrahlten bäume im kurpark freigaben, rundete sich das alles noch einmal mehr. schöner abend, tolle premiere, ich kann dem stück nur wünschen, dass es noch viele bühnen finden wird. 

samstag dann der grosse tag: reibungslose reise nach chur, ab zürich mit den zwei scheidenden vorstandskolleginnen und erstaunlich wenig skifahrer*innen, aufbau in dem für die vielen angemeldeten teilnehmerinnen etwas knapp dimensionierten raum (letztes jahr waren wir weniger und hatten mehr platz, aber da war ja auch noch corona), dann generalversammlung mit tatsächlich gut einem drittel anwesenden vereinsmitgliedern. die nachfolgen für die kommenden zwei jahre sind geregelt und alle anwesenden waren wohl doch ziemlich zufrieden. ein leckeres mittagessen gab es noch und eine altstadtführung durch chur, die mir zwar ein paar neue einblicke in die stadt gab, aber mich nicht so richtig mitzureissen vermochte.


in den bergen hat es wenig, sehr wenig schnee, woher im sommer das wasser für die flüsse kommen soll, weiss ich auch nicht. mit solchen gedanken ging es dann zusammen mit vier vereinsmitgliedern auf die rückreise - ich schätze die gespräche, die sich auf den reisen und um die anlässe herum ergeben, immer sehr. 

zuhause war ich nicht einmal so sehr schlagkaputt und konnte mit kai noch einen spannenden film anschauen: triangle of sadness, einen schwedischen spielfilm, in dessen mittelpunkt ein influencerpaar auf einer luxuskreuzfahrt steht, die sich zum horrortrip entwickelt. ich habe kai zu weihnachten ein abonnement der schweizer streamingplattform filmingo geschenkt und was wir hier in den letzten beiden monaten gesehen haben, hat uns alles überzeugt. in diesem monat war das noch everything everywhere all at once, in dem es um die chinesische besitzerin eines waschsalons geht, die unversehens in die weiten eines multiversums gerät, wo verschiedene existenzen gleichzeitig stattfinden.

Donnerstag, 18. August 2022

mittwoch 17. august 2022 - workshop flechten und filzen

für den heutigen tag hatte ich zum gemeinsamen gedanken machen, aber auch zum filzen eingeladen. thema war das flechten und filzen in der fläche und die vielfältigen möglichkeiten, die diese technik bei der gestaltung bietet. 
 
vier frauen aus dem verein "filzszene" haben diese einladung angenommen. 
 

nachdem sich alle erst einmal mit kaffee und gipfeli gestärkt hatten, versuchte ich, meine bisherigen bemühungen ein wenig systematisch zusammenzufassen und einen kleinen überblick zu bieten. 

anschliessend ging es ans ausprobieren - mit den mitgebrachten vorfilzen nahm sich jede der vier teilnehmerinnen eine ganz eigene aufgabe vor. 

orthogonal, diagonal und triaxial wurde geflochten, materialien kombiniert, bindungen ausprobiert. 


 zwischendurch sassen wir beim geteilten mittagessen und schwammen eine runde im fluss - ein wirklich schöner filztag mit viel austausch und gemeinsamkeit!

Montag, 4. April 2022

1. bis 3. april 2022 - vereinsausflug ins unterengadin

 den ersten april habe ich nur so der vollständigkeit halber mit in die überschrift genommen, eigentlich war das ein ganz normal langweiliger freitag mit keinen besonderheiten ausser der tatsache, dass es nun hier in der schweiz keine corona-massnahmen mehr gibt, ausser an ein paar ganz speziellen orten. ob das gut ist oder nicht, weiss ich nicht, und wird man vielleicht eh auch erst in ein paar tagen, wochen, monaten wissen können. 

mich beschäftigte vor allem die aufhebung der maskenpflicht in öffentlichen verkehrsmitteln, weil ich ausgerechnet für das erste april-wochenende eine länger zugfahrt und intensive nutzung des öv geplant hatte, zweck der reise: vereinsausflug der filzszene.

los ging es am samstagmorgen, viertel nach sieben mit dem bus, dann mittelvoller zug nach zürich, danach dann richtig voller zug nach landquart. schon in der rhätischen bahn in richtung unterengadin wurde es dann deutlich ruhiger, dafür fand sich allmählich ein grüppchen filzfrauen zusammen, den weg bis landquart hatte ich nur mit einer vorstandskollegin geteilt. 

ankunft in susch bei nicht ganz so schlechtem wetter wie vorhergesagt, es war nur ein bisschen wolkig, kalt und ziemlich windig. 

wir durften aber auch gleich ins museum. das museum susch wurde von einer polnischen künstlerin gegründet, architektonisch spannend in einer alten brauerei untergebracht, mit unterirdischer verbindung zum gegenüberliegenden gebäude und vor allem in den unteren geschossen einigen räumen, auf die die ausgestellte kunst abgestimmt  ist oder antwortet. 

weiter oben dann nüchternere räume, mehr luft und teilweise grossartige ausblicke. 

insgesamt ein museum zum entdecken und erkunden. 

ich vertrödelte mich dann auch tatsächlich mit einer kollegin derart, dass wir als letzte am nächsten programmpunkt ankamen. dort wartete schon ein sgraffito-kunsthandwerker auf uns, und die restlichen frauen, die bereits mit einem eigenen sgraffito begonnen hatten. 

 nicht ganz alle werke, die während des workshop-nachmittags entstanden sind. (weiter rechts standen noch ein paar...) 

 

und weiter ging es mit der rhätischen bahn über ardez und einen kleinen besuch im kunsthandwerkerladen butia da besch nach scuol, wo wir in der jugendherberge zu abend assen und übernachteten. 

am nächsten morgen lockte uns schon sonne beim frühstück...


 ok, auf dem foto sieht es jetzt nicht so aus, aber es war viel, viel schöneres wetter als gedacht. ab scuol nahmen wir das postauto und fuhren über sent nach sur en, wo uns eine vereinskollegin an ihrem schaftstall erwartete. 

schafe, hunde, sonne und wieder viel zeit zum miteinander sein. 

später gab es ein paar hundert meter weiter eine gerstensuppe, dann machten wir uns auf den heimweg. 

zugegebenermassen sind die fotos vom ausflug nicht die besten. als spontan engagierte reiseleitung konnte ich zwar auf eine gute vorbereitung durch die ausgefallene vereinskollegin zählen, hatte aber das fotografieren delegiert. deshalb gibt es dort heute deutlich bessere fotos.