Montag, 20. Mai 2019

wochenende 18. und 19.5.2019 - nicht viel neues

das wochenende war wettermässig weitaus schöner als angekündigt, so dass wir sowohl mit unserem besuch als auch ich selbst bei einer weiteren einladung im garten sitzen konnten. der frühling scheint trotzdem weitgehend mit wenig angenehmen temperaturen und viel regen an uns vorbeizuziehen.

am sonntag haben wir wieder zu zweit einen längeren spaziergang bei aarau gemacht:
das auto haben wir am friedhof parkiert und sind dann durch das zelgliquartier richtung safenwil gestartet. vom planetenweg haben wir nach rechts einen abstecher durch den wald genommen, sind dann aber wieder zurück auf den hauptweg gekommen, den wir später in richtung roggenhauser tal verlassen haben. entlang des kleinen bachs und vorbei am wildgehege roggenhausen haben wir dann die strasse in richtung schönenwerd erreicht und überquert.
weiter ging es durch ein wohnquartier, dann unter den bahngleisen durch in richtung pferderennbahn. dort war renntag und wir konnten beim umrunden des geländes sogar einmal ein ponyrennen beobachten. entland der aare ging es dann bis zur kettenbrücke, unterwegs konnte man wie schon von oben sehen, wie viel schon für das eidgenössische turnfest im juni gebaut wurde. in der stadt haben wir uns noch eine kugel eis geholt und sind via kunsthaus wieder zu unserem auto zurückgekehrt.

reichlich raupen des tagpfauenauges in den brennesseln am wegrand

Freitag, 17. Mai 2019

freitag 17.5.2019 - es läuft

so langsam kommen die dinge wieder ins laufen:

morgens mit dem kater beim tierarzt gewesen, um ihn impfen zu lassen und mit einem komplett erbärmlichen tier zurückgekommen, weil er eine intensivbehandlung gegen flöhe über sich ergehen lassen musste. anschliessend war er nass und durfte zuhause in der sonne liegen, während der mittlere sohn seine vorbereitungen auf die berufsmatura vorantrieb (bis ende mai jetzt immer freitags) und ich mich dem restlichen haushalt widmete. die orientierungsmail zum grossanlass ist gekommen, da kann es also jetzt auch weitergehen.

zum mittagessen wärmten wir die letzten reste aus dem kühlschrank auf, allerdings sind über die woche wieder neue leckere dazugekommen.

kai kam auch nach hause um im homeoffice zu arbeiten, ihn hatte ich für mittagessen gar nicht eingeplant, aber es hätte auch nichts geholfen, wenn ich das getan hätte, denn für uns drei hatte es je nur eine halbe scheibe restebraten gegeben, die man beim besten willen nicht mehr hätte teilen können.

am nachmittag wieder eine runde mathe mit dem sohn, fazit: viele themen klappen jetzt immer besser, er hat aber noch defizite im bereich algebra. meine wissenslücken sind vor allem rund um den logarithmus und das rechnen mit potenzen angesiedelt. geometrie kommt in der kaufmännischen matura offensichtlich nicht vor.

anschliessend zum baumarkt: tafelfarbe habe ich bekommen, aber einfache plastikschüsseln sind offensichtlich so sehr aus der mode gekommen, dass man sie nicht mehr kaufen kann. der fragende blick des baumarktmitarbeiters, wozu man denn solche schüsseln ("becken" wäre das bessere wort gewesen!) brauche, konnte ich allerdings auch nur die vage verwendung "zum basteln mit kindern" angeben. ihm zu erklären, dass ich sie zum filzen mit kindern brauche, war mir eh schon zu kompliziert. zuhause habe ich dann das gemacht, was ich besser vor der fahrt gemacht hätte: im internet nachgeschaut, wer solche schüsseln im sortiment hat.

kai hatte mittlerweile feierabend und wir sind noch in die werkstatt gefahren und haben fotos für die anleitungen für den grossanlass gemacht. es soll nämlich dort so laufen, dass eltern mit ihren kindern ohne weitere anleitung die kardiermaschine bedienen oder einen kleinen ball filzen können und ich nur im hintergrund da bin.
weil es schon gegen abend war, mussten wir fürs fotografieren einen tisch auf den balkon vor der werkstatt stellen, wo uns dann allerdings der wind das leben schwer machte. gleichzeitig mit uns auf dem balkon waren die surfer, die gegenüber von mir eine surfboardwerkstatt betreiben. weil der fluss ja gleich vor der türe ist, gehen sie immer direkt von dort schon in ihren neoprenanzügen los. und cool sind die! so cool, dass kai meinte, die tropften vor coolness. ja, alles klar, jetzt weiss ich auch, warum es auf dem flur immer so nass ist. die fotos sind also gemacht, jetzt kann ich mich in der kommenden woche dranmachen, alles weitere zu organisieren.

zum abendessen gab es gebratenen grünen spargel - und danach beratschlagten wir über die ferien. zumindest die reisetermine sind nun fixiert!




Donnerstag, 16. Mai 2019

donnerstag 16.5.2019 - "sie brauchen gute nerven und viele stecknadeln"


der tag war wenig spektakulär, aber am nachmittag habe ich endlich die zeit gefunden, das buch von monika künti zu besprechen, es heisst "aus streifen geflochten" und ist im haupt verlag erschienen: 

zugegebenermassen bin ich an das neue buch von monika künti nicht ganz unbefangen herangegangen, denn erstens kannte ich schon ihr erstes buch "einhängen & verschlingen" und zweitens hatte ich bereits vor einigen jahren das vergnügen, mich von monika in das flechten mit streifen einführen zu lassen. 

nachdem ich für meine abschlussarbeit eher zufällig auf das verflechten von vorfilzstreifen gekommen war, hat mich das thema nie mehr so richtig losgelassen und beschäftigt mich mehr oder weniger stark seit langem. nicht alles kann ich in meine filzarbeit integrieren, aber es ergeben sich immer wieder anknüpfungspunkte. zuletzt hat mich vor allem die arbeit mit drei flechtrichtungen fasziniert, ohne dass ich bisher wirkliche fortschritte hätte erzielen können, aber dazu später mehr. 

das neue buch von monika ist mir auf meine bitte hin freundlicherweise vom haupt verlag zur rezension überlassen worden. herzlichen dank dafür!   


wie bereits das erste buch von monika künti ist es nicht einfach ein anleitungsbuch, oder vielleicht sogar noch weniger als das erste, es ist vielmehr eine gute basis zum erlernen der technik.
aber eben nicht nur das, sondern viel mehr, denn das erste kapitel widmet sich vor allem anhand zahlreicher abbildungen der geschichte und objektvielfalt, sowie dem sozialen aspekt der aus streifen geflochtenen dinge.


«Flechttechniken erfordern Aufmerksamkeit und Koordination von Intellekt und Körper. Der Körper schwingt in den Bewegungen, es gibt rhythmische Wiederholungen, man macht haptische Erfahrungen. Die einzelnen Tätigkeiten werden vom Einfachen zum Komplexen erlernt und geübt, der Schwierigkeitsgrad lässt sich individuell anpassen. Wenn der Einstieg in die Grundfertigkeiten gelungen ist, kann sich beim Tun grosse Ruhe ausbreiten.»

(ach, diesen text würde ich am liebsten in meine kursbeschreibungen übernehmen…)

das zweite kapitel kommt meinem wunsch nach struktur sehr stark entgegen: 


  • grundbegriffe werden geklärt, 
  • mögliche materialien vorgestellt und vorbereitet (es fehlt auch nicht der hinweis, dass brauchbares material oft unbeachtet als abfall herumliegt),
  • werkzeuge und hilfsmittel zusammengestellt (man braucht quasi nichts, was man nicht ohnehin in fast jedem haushalt finden kann),
  • aber auch das gestalterische potential bis hin zur ausstellungspraktik kommt zur sprache.

die beiden einführungskapitel nehmen etwa ein drittel des buchs ein – lassen sich aber problemlos in einem rutsch durchlesen, denn einerseits sind sie ganz wunderbar mit immer neuen inspirierenden abbildungen illustriert und dann wendet sich monika künti so an ihre leser, als ob sie neben ihr am werktisch stünden und sie noch en passant ein interessantes detail mitteilen müsse. es macht also einfach spass, das zu lesen!

das kapitel «die praktische arbeit» gliedert sich in drei abschnitte, zuerst werden verschiedene möglichkeiten eine fläche aufzubauen erklärt, in der folge randtechniken vorgestellt und dann geht es in die dritte dimension. dabei wechseln sich rein technische anleitungen ab mit kleinen projekten, für die bereits dimensionen und materialien vorgeschlagen werden. hier entstehen zum beispiel kleine körbe oder schmuckobjekte.

einen grossteil der techniken kannte ich bereits von meinem besuch in monikas werkstatt, deshalb habe ich mir ganz bewusst ein objekt ausgesucht, das ich noch nicht unter anleitung angefertigt hatte, einen tütenförmigen korb, für den ein mikronesischer fischerhut pate gestanden hat. 


ein bisschen musste ich noch im kapitel über die materialvorbereitung nachlesen, denn die zugeschnittenen streifen aus einer landkarte erwiesen sich als zu wenig steif, so dass ich zuerst je zwei übereinander geleimt habe. 


 die kleine arbeit hat mir grossen spass gemacht und dazu geführt, dass ich mich gleich weiter mit dem flechten beschäftigen wollte – glücklicherweise hatte ich genügend streifen geschnitten…

für das flechten mit drei richtungen finden sich leider nicht so viele anleitungen im buch – monika gibt selbst auch gleich den hinweis, ist doch diese art des geflechts so kompliziert, dass es auch als mad weave bekannt ist… 


anstatt des komplizierten geschlossenen ist im buch das offene dreirichtungsgeflechts erklärt. eine fläche konnte ich nach der anleitung so problemlos legen, dass ich gleich zu den dreidimensionalen objekten gesprungen bin und aus meiner fläche einen kleine korb angefertigt habe.


dabei habe ich gleich einen rat beherzigt: die vorgestellten objekte auch aus anderen materialien anzufertigen.
und damit werde ich vermutlich auch fortfahren, denn gerne möchte ich die eine oder andere anregung in meine arbeit mit filz übernehmen. ganz viele ideen habe ich bereits im letzten kapitel des buchs entdeckt, hier geht es um muster und dekorationen.

zusammenfassend würde ich das buch gerne menschen empfehlen, die sich auf das thema flechten mit streifen neu oder vertiefend einlassen wollen. die anleitungen sind sehr gut nachzuvollziehen, anhand der fotos auch einfach nachzuarbeiten. allerdings sollte man als leserin schon ein bisschen experimentierfreude mitbringen, denn das gelernte ist ein anfang und will mit anderen materialien, in anderen dimensionen und vielleicht auch ein bisschen die regeln brechend weiterentwickelt werden. die vielen abgebildeten beispiele laden dazu aber auch förmlich ein - basisliteratur im besten sinne also!


***

hier habe ich über meine besuch bei monika und das gelernte geschrieben: flechten 
und hier habe ich "einhängen und verschlingen" ausprobiert: was neues ausprobieren

Mittwoch, 15. Mai 2019

mittwoch 15.5.2019 - verschrobener garten

und wieder begann ich den tag mit dem vorherigen tag, respektive mit dem blogpost über den vorherigen tag.

deshalb war ich wieder relativ spät erst in der werkstatt, da ich aber immer noch nicht so richtig weiss, was anfangen, ist das nicht weiter schlimm. meine liste ist voll mit eher administrativen arbeiten, die noch nicht eilen, aber irgendwann erledigt sein wollen, und mich davon abhalten, so richtig den kopf frei zu haben für neues.

vorerst beschäftigte ich mich weiter mit dem tagesanlass und erstellte die texte für die anleitungen, - für die fotos bin ich aber auf eine zweite person angewiesen, die meine hände fotografiert.

ausserdem stellte ich fest, dass ich die infoblätter zur offenen werkstatt und zur raummiete nicht abgespeichert hatte, also habe ich sie abgetippt und dabei gleich ein bisschen angepasst. so werde ich in den nächsten wochen das ganze kursprogramm überarbeiten und dann mit den neuen terminen auf die homepage stellen.

und irgendwann werde ich dessen so überdrüssig sein, dass ich lieber mal zwischendurch etwas filze. oder ich probiere mal eine der ideen von bea bernasconi vom textile art forum aus.

meine kreativität geht gerade eher in den garten. zwar war es am nachmittag wieder recht kühl, aber ich habe das gemüsebeet vom unkraut befreit und zwei kleine reihen cima di rapa eingesät. ausserdem habe ich noch platz für drei tomaten, je eine im hochbeet und zwei in einem normalen beet, gefunden.

aus dem alten korbsessel, den man nicht mehr zum sitzen benutzen kann, habe ich eine art etagere für die kakteen gebaut, die auch endlich an die frische luft dürfen. unser garten sieht so richtig verschroben aus. mir ist aber auch gar nicht nach ordnung im garten, die gibt es ja andernorts schon genug. in unserem garten gibt es dafür holzbienen, jede menge spinnen und blattläuse (und sicher bald auch wieder marienkäfer), irgendwo brüten vögel, die man nur hören, aber nicht sehen kann, und es blüht an allen orten. bald gehen die ersten rosen auf! rund ums beet habe ich den giersch gemäht, aber sonst darf er einfach stehen bleiben, er ist so schön grün!

am abend habe ich noch aus vier mittelgrossen duschtüchern 24 kleine handtücher genäht, am beliebtesten sind doch die gästetücher beim filzen, und so habe ich jetzt in dieser grösse reichlich vorrat.

gekocht hat der grosse sohn zwei riesige spinatrollen, die sehr lecker waren. er ist jetzt zum fotografieren ins kulturlokal royal verschwunden, die tochter arbeitet nebenan an einer arbeit für geographie und ich werde mir wohl einen gemütlichen abend machen und noch ein paar vorträge von der re;publica 19 nachschauen.

dienstag 14.5.2019 - alltag

das bloggen über den vergangenen tag habe ich auf den morgen verschoben, also start in den tag mit dem tag zuvor.

danach bin ich durch die kälte in die werkstatt geradelt und habe mich geärgert, keine handschuhe mitgenommen zu haben. jetzt ist es aber langsam mal genug mit den eisheiligen. sowohl zuhause als auch in der werkstatt läuft noch die heizung. aber wenigstens die limmat hat wieder einen akzeptablen wasserstand.

in der werkstatt wollten zunächst mal die vorräte an material überprüft werden: für einen anlass ende mai brauche ich verschiedenes material, um den weg von schaf zur wolle zu zeigen:

- ungewaschene wolle zum waschen

- gewaschene flockenwolle zum kardieren

- vlieswolle in natur und bunt für eine kleine filzaktion

aber alles in grösseren mengen - beim kardieren und beim filzen können die besucher selbst hand anlegen und ihre ergebnisse auch mit nach hause nehmen.

eine zusätzliche station wird reine demo sein, hier werde ich auch noch spinnen und über die verarbeitung der wolle erzählen.

im groben steht das konzept für die vier stationen - konkret muss aber noch einiges vorbereitet werden. unter anderem werde ich für das kardieren und das filzen eine bebilderte anleitung vorbereiten.

zum mittagessen nach hause geradelt und den wohlgefüllten kühlschrank genossen. die ersatzsimkarte für die tochter ist angekommen, so dass sie sich das abgelegte mobiltelefon ihres bruders einrichten konnte - zum ersten mal fast komplett alleine.

mittagspäuschen, danach dann mathe mit der tochter: wahrscheinlichkeitsrechnung. der schwierigkeitsgrad der aufgaben der achtklässlerin unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was ich zur zeit mit dem maturanden repetiere, nur die menge dessen, was er jetzt auf einen schlag parat haben muss ist natürlich eine andere. das hat aber auch vorteile: die prüfung der tochter kann der sohn zum üben nutzen.

das gemüse ist auch gekommen:

spinat, sellerie, rande, kartoffeln, rüebli, mangold, kopfsalat, frühlingszwiebeln, rucola und koriander.
haushaltszeugs, dann war es überraschend schon so spät, dass ich mich beeilen musste, rechtzeitig für die shibashirunde im städtchen zu sein. dort traf ich auch kai - im moment ist das shibashi etwas mühsam, ich bin nun seit vier jahren dabei, kai nicht viel kürzer und wir kennen deshalb die 18 übungen recht gut. es kommen aber immer wieder neue menschen in die gruppe, so dass die einzelnen übungen wieder im detail erläutert werden. die zeit fehlt dann für komplette durchgänge durch alle übungen, die bisher immer am ende der stunde standen und die wir sehr genossen haben.

vom shibashi direkt weiter zu einer vorgeburtstagsfeier, da unter der woche wurde nicht erwartet, dass wir bis 12 uhr blieben. es war ein netter abend, nur frauen am tisch und grösstenteils habe ich es genossen. das gratulieren darf ich heute dann nicht vergessen.

zuhause habe ich den mittleren sohn und einen berg schneckennudeln angetroffen, er hat für seine schulklasse gebacken und dabei auch an uns gedacht.
kai kam auch noch von seiner abendverabredung dazu, wir haben noch einige zeit gesessen und gesprochen, unter anderem wie wir vielleicht das shibashi-thema ansprechen könnten, ohne die kursleiterin zu kränken. 
 




Dienstag, 14. Mai 2019

montag 13.5.2019 - fülle

früh raus, weil früh schule und werkstattbeginn auch gleich um acht.

das frühe anfangen in der werkstatt hat sich aber gelohnt:
ich durfte die entstehung eines grossen filzsteins begleiten. eine wirklich anstrengende arbeit, die trotzdem um halb fünf beendet war.
ich hatte extra einen foto mitgenommen, aber zuerst vergessen fotos zu machen und dann als es mir einfiel dachte ich, dass es jetzt eh zu spät wäre, den ganzen prozess zu dokumentieren. beim füllen des steins in drei wochen werde ich aber auf jeden fall fotografieren.
der "stein" ist nämlich sehr schön geworden! 
interessant aber, wie wenig man sich die ausmasse eines dreidimensionalen körpers vorstellen kann, auch wenn man in der lage ist, einigermassen exakt umfang und durchmesser zu berechnen. (will heissen, ich war eher ein wenig enttäuscht, wie klein der stein geworden ist, auch wenn er ziemlich exakt so gross wie geplant ist.)

noch in der werkstatt erreichte mich der anruf der tochter, die sich die erlaubnis einholt, zum abendessen einen crumble zu backen, aus dem rhabarber im garten. ich muss mein zeitfenster zum backen der mangoldwähe verteidigen, dafür habe ich gesellschaft in der küche beim vorbereiten.

am ende einigen wir uns auf die reihenfolge mangoldwähe - crumble, beides schmeckt sehr lecker zum abendessen. da aber wieder einmal nur ein teil der familie anwesend ist, wandern wieder reste in den kühlschrank:


eindeutig: wir haben das problem mit foodwaste voll im griff - bei uns werden alle reste einfach in den kühlschrank getan.
(muss ich jetzt schreiben, dass ich alles im kühlschrank selbst gekauft habe? oh nein, das stimmt ja nicht mal: mindestens zwei der sichtbaren produkte im kühlschrank haben wir geschenkt bekommen! sie dürfen jetzt raten, welche. )

Sonntag, 12. Mai 2019

wochenende 11. und 12.5.2019 - und 12von12 im mai!

das wetter ist zwar immer noch nicht wirklich richtig gut, aber der garten hatte an diesem wochenende vorrang vor allem anderen.

wegen der sehr mageren kompostausbeute mussten wir am samstag zunächst blumenerde besorgen, an einem samstagmorgen zum burenaldi zu fahren ist natürlich komplett der wahnsinn. knapp hat es noch gereicht die erde und die anderen einkäufe ins auto zu laden, dann begann es auch schon zu regnen. bis wir zuhause waren, hatte es dann aber auch schon wieder aufgehört. es war aber eher windig und feucht, als wirklich schön draussen.

erledigt haben wir trotzdem einiges:

- die restlichen tomatentöpfe eingepflanzt
- trichterwinden gesät
- sonnenblumen zum vorziehen in töpfchen gesät
- basilikum gesät
- den in italien gekauften weinstock in einen grösseren topf gepflanzt und einen platz für ihn an der süd-westlichen hauswand gefunden. (und frei geräumt, denn vorher lagerte da noch grillholz.)
- eine aster eingetopft und den frei gewordenen platz zwei weiteren tomatenpflanzen gegeben

jetzt muss ich nur noch das gemüsebeet wieder einmal vom beikraut befreien und auch hier noch ein bisschen etwas säen: zum beispiel cima di rapa. und vielleicht haben auch noch tomatenpflanzen im beet platz.

zum abendessen gab es rinderbraten, mehr so nebenbei geschmort, dazu kartoffelbrei und salat.

***

am sonntag sah es zumindest am morgen wettermässig deutlich besser aus. nachdem ich aus dem gartenrhabarber einen kuchen gebacken und das frühstück gemacht hatte, war es aber schon wieder bewölkt.

kai und ich machten eine kleine wanderung von holderbank durch den steinbruch schümel zum schloss wildegg und besuchten den sortigen garten. die tulpen sind schon fast alle verblüht, dafür gab es schon sehr viele nutzpflanzen zu entdecken. seit einigen jahren betreibt die stiftung pro specie rara im schlossgarten einen sortengarten, einerseits als schaugarten, aber auch zur nachzucht von saatgut.
es ist immer wieder so schön in diesem garten!

getreide im garten
haferwurzel - eigentlich ein gemüse, aber mit schönen blüten
divenhaft verblühte tulpen
die ausstellung zum garten ist in einem kellergewölbe untergebracht und die multimediainstallation wirklich sehenswert: eine ehemalige schlossherrin unterhält sich mit dem heutigen gärtner und möchte anschliessend nicht mehr in ihr zeitalter zurückkehren...
 zurück im eigenen garten gab es kaffee und kuchen, aber so richtig gemütlich war es draussen noch nicht.
trotzdem konnte ich noch eine runde mit dem fotoapparat machen:

hier stehen nämlich jetzt die akeleien in voller blüte.
wenn unser garten eines kann, dann sind es diese filigranen schönheiten: in allen farben blühen sie rund ums haus.




 und alle säen sich von selbst aus. eine der akeleien ist mal als staude zu uns gekommen, einige davon als samen, aber wahrscheinlich waren auch schon welche im garten, bevor wir ihn übernommen haben. vor zehn jahren sah es im akeleienbeet übrigens so aus.


prächtig gedeiht auch das hochbeet: also alle 18 kohlrabipflanzen, der salat, aber auch die krautstielpflanzen aus dem jahr 2017. (und ja, auch das unkraut dazwischen.)


der hopfen muss noch davon überzeugt werden, den vorgeplanten weg einzuschlagen und nicht in nullkommanichts den zaun zum nachbargrundstück zu überwuchern. 



und auch wenn die erdbeerpflanzen schon wieder eingesetzt sind, da gäbe es dann noch einige primeli zu verteilen...
naja, ein garten ist nie fertig. also jedenfalls unserer nicht.

meine zwölf gartenbilder schicke ich heute zu 12von12 und werde nachher noch schauen gehen, wer sich da wieder alles das stelldichein bei caro gibt!


Freitag, 10. Mai 2019

freitag 10.5.2019 - schaffe, schaffe...

nur getan, nichts erlebt. dabei genossen, meine zeit weitgehend frei einteilen zu können.

morgens haushaltsdinge erledigt und zwar wirklich alle, zum mittagessen pfannkuchen gebacken (zum rausbacken der pfannkuchen kokosfett benutzt, sehr lecker und keine anbrennspuren in der pfanne), mit dem sohn die erste der vier letzten matherunden absolviert.

danach wollte ich eigentlich in die werkstatt fahren, aber da das wetter überraschend schön und relativ sicher regen für den samstag angesagt war, habe ich mich spontan umentschieden und bin in den garten gegangen. unsere pflanzkübel für die tomaten vor dem haus müssen hergerichtet werden, dafür muss aber zunächst aus den pflanzkübeln alle spontanvegetation entfernt werden. dann soll die erde vom vergangenen jahr mit frischer komposterde angereichert werden. bisher haben wir immer die töpfe komplett neu gefüllt, eventuell waren die tomaten mit den vielen nährstoffen aber überfordert und haben deshalb gekränkelt. in diesem jahr werden wir sie also ein bisschen kürzer halten. aber mehr kompost hätte ich auch beim besten willen nicht gehabt. (fürs protokoll: ich habe den linken - den alten - kompost geleert, beim nächsten mal wäre dann also der rechte dran.)

die töpfe sind jetzt parat, ein paar sogar schon eingepflanzt, morgen kann es also meinetwegen ein bisschen regnen, aber es wäre auch schön, wenn ich weiter im garten arbeiten könnte. es müssten noch die selbstgezogenen tomaten eingepflanzt und ein paar töpfchen zum verschenken bereit gemacht werden.

zum abendessen gab es ein spannendes, leckeres curry aus wintergemüsen und allem was so da war vom grossen sohn. und danach sind kai und ich bei der aktuellen serie versackt: drei folgen weissensee. und ja, von aktuell kann keine rede sein, die erste staffel ist von 2010, wir kannten sie aber noch nicht und haben sie erst jetzt beim streamingdienst entdeckt.

Donnerstag, 9. Mai 2019

donnerstag 9.5.2019 - durchgangsstadium

einkaufsvormittag, wobei wir gerade recht wenig lebensmittel brauchen. wir essen vor allem das gemüse und vorräte, einkaufen muss ich lediglich milchprodukte und eier und was an trockenen vorräten zur neige geht.

am nachmittag die erste offene werkstatt nach einer gefühlten ewigkeit. weil ich gestern eher die werkzeuge neu organisiert und weniger aufgeräumt hatte, musste ich zuerst die tische von den überbleibseln der letzten wochen befreien. da aber sowieso niemand filzen wollte, war das nicht so schlimm.


ich merke, dass es zwar für den wiedereinstieg hilfreich ist, etwas neu zu ordnen oder zu organisieren, aber noch viel wichtiger, die ausstellung wirklich abzuschliessen. dazu gehört unter anderem die vorhandenen fast 500 fotos auszusortieren und teilweise zu bearbeiten, vor allem ausschnitte auszuwählen. das habe ich dann heute nachmittag in der werkstatt gemacht. es ist zwar schön, dass nach wie vor lobende stimmen zur ausstellung eintreffen - ich kann sogar einen zeitungsbericht verlinken! - aber wenn die arbeit endlich beendet ist, bin ich auch wirklich froh.

pünktlich um halb sieben war ich fertig und bin zu fuss nach hause gegangen. trotz einsetzenden nieselregens war ich neugierig wie sich die baustelle verändert hat.
es tut sich was. an einer stelle wird bereits das erdgeschoss geschalt, an einer anderen sind fundamente sichtbar. mittlerweile sind drei kräne im einsatz. demnächst muss ich wieder fotos machen.

am ortsbach hatte ich dann noch eine merkwürdige begegnung mit einer sehr seltsamen raupe. ich nehme jedenfalls an, dass es eine raupe ist.


das tier war etwa so dick wie mein kleiner finger und ausgestreckt knapp 10 zentimeter lang. beeindruckend finde ich vor allem die tracheenöffnung, die recht gross und deutlich sichtbar an beiden seiten der segmente sitzen. es handelt sich um die raupe des weidenbohrers, was sehr gut passt, da ich sie quasi aus dem bach gefischt habe, und zwar direkt unterhalb einer sehr angefressenen weide.


Mittwoch, 8. Mai 2019

mittwoch 8.5.2019 - werkzeuge an der wand

wie angesagt war das wetter zwar endlich wieder wärmer, aber dafür hat es den ganzen tag über geregnet.
beim aufstehen war ich so sehr noch im ferienmodus, dass ich aufstehen und auf den stundenplan sehen musste, um zu wissen, ob die tochter am mittwoch oder am donnerstag früh in der schule sein muss. sicherheitshalber bin ich dann so aufgestanden, dass ich sie auch noch hätte wecken können, wenn - und habe dafür die beiden söhne noch gesehen, bevor sie das haus verliessen.
anschliessend konnte ich mich nicht so recht entscheiden, was ich mit dem vormittag machen sollte und wurstelte so herum, bis es mich nach neun dann doch noch packte und ich die sachen von der ausstellung in die werkstatt brachte. nach beinahe einem ganzen monat ohne geregelte filzarbeit fremdele ich ein bisschen bei dem gedanken, in die werkstatt zurückzukehren.

dort angekommen war mir aber sofort klar, dass ich nur ein bisschen aufräumen und natürlich eine ecke neu gestalten muss, um wieder anzukommen. also habe ich damit begonnen, für meine werkzeuge eine neue ordnungmöglichkeit zu bauen: alles wirklich wichtige wie lineale, scheren, zangen, hammer, locheisen habe ich nun an der wand untergebracht.
am vormittag fehlten mir dafür ein paar werkzeuge und schrauben, also nutze ich die mittagspause nicht nur zum essen mit der tochter, sondern auch zum einpacken des akkuschraubers und diverser schrauben.

gegen halb vier war ich mit der installation zufrieden, einiges muss noch aufgeräumt werden, aber das werde ich morgen machen.
zuhause machte ich erst mal ein bisschen pause, erledigte noch verschiedene anstehende hausarbeiten, sagte meine nachhilfetermine für den mai ab und wollte gerade zum stricktreff aufbrechen, als die tochter ohne ihr mobiltelefon, dafür reichlich aufgelöst nach hause kam.
vermutlich hat sie es an der bushaltestelle liegen lassen... als sie dort nachschauen ging war es aber schon nicht mehr da, wir hoffen nun, dass es entweder beim postautochauffeur oder auf dem fundbüro abgegeben worden ist.

der stricktreff war nett wie immer, ich mag es sehr, dass der haufen jetzt immer mehr alters- und nationengemischt ist. bolivien, kanada, china, deutschland, schweiz... zum abendessen gibt es da traditionell einen seniorenteller schnitzel mit pommes, ohne salat. wer noch nicht alt genug ist für den seniorenteller nimmt eine halbe portion.
auch nett: man ist um halb neun wieder zuhause und kann den abend ganz normal mit einer folge weissensee beenden. ja, die serie ist von 2010, wir schauen sie halt erst jetzt.

Dienstag, 7. Mai 2019

dienstag 7.5.2019 - als konsumentin überfordert


heute habe ich zuerst besorgungen in der grossen stadt erledigt - unter anderm habe ich meinen vorrat an schreibsachen wieder einmal auffüllen dürfen, dann ging es zuhause mit organisationskram weiter.


ausserdem kam das gemüse. ab mai bekommen wir wieder jede woche einen korb gemüse und da von der letzten woche noch einiges da war, sind die vorräte jetzt wieder sehr gut gefüllt. frisch gab es heute einen grossen sack spinat, asiasalate (die meisten sind sehr senfig, eher so im stil von rucola), radieschen (letzte woche gab es drei bund, diese woche glücklicherweise nur einen), einen winzigen blumenkohl, karotten, kartoffeln, sellerie und rande aus den lagerbeständen. immerhin ist klar, was zuerst wegmuss. weil wir aber mittlerweile 3 selleries, mehr als 1 kg karotten und immer noch reichlich radieschen hatten, habe ich ein säckchen gemüse an eine befreundete familie verschenkt.

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das fax an die autostrade ist raus. ich habe mir das heute noch mal genauer angeschaut, unser drucker kann nämlich, wenn man ihn mit dem telefonkabel verbindet, auch faxen. das habe ich dann einfach mal versucht und siehe da, es hat funktioniert. ob damit die sache erledigt ist? wir hoffen es, zur sicherheit konnte man auf dem gefaxten formular eine emailadresse angeben, vielleicht meldet sich ja jemand.

***

die küchenmaschine ist deutlich komplizierter als das faxproblem: der gestrige livechat in sachen küchenmaschine (englisches markenprodukt) hatte ja damit geendet, dass die freundliche dame die kompatibilität eines neuen schnitzelwerk mit der alten maschine und allenfalls des vorhandenen fleischwolfs mit einer neuen maschine überprüfen und mir dann per mail ein angebot für eine ersatzbeschaffung machen wollte.
heute morgen kam dann auch ein mail, von kompatibilität war keine rede mehr, dafür wurde mir eine ganze palette von küchenmaschinen derselben marke mit einem rabatt angeboten, einziger haken: das originaletikett der alten maschine sollte vorgewiesen werden, um diesen rabatt zu erhalten. zubehörteile (und genau um ein solches ging es mir ja, herrgottnochmal ich brauch doch nur eine neue gemüseraffel!) waren nicht auf der liste.

ein gegencheck beim elektrohändler um die ecke ergab dann aber, dass der das bessere angebot machen konnte, eine passende maschine, mit einem zugegebenermassen entbehrlichen zubehörteil war hier deutlich günstiger als beim hersteller mit eintauschrabatt.
ich bin also kurz mal zum elektrohändler gefahren um mir die angepeilte küchenmaschine und das zubehörteil anzuschauen. im gepäck eine rührschüssel und den spritzschutz, die ich beide gerne weiterhin verwenden möchte.
der augenschein an der küchenmaschine ergab, dass der anschluss für das schnitzelwerk oder die auswurfraffel (was für worte!) identisch mit der alten maschine ist. im umkehrschluss stelle ich mir vor, dass dann der anschluss am zubehörteil auch auf die alte maschine passen müsste. das zubehörteil war dann aber doch nicht vorrätig.
eine weitere maschine desselben herstellers wies sogar zusätzlich den gleichen anschluss auf, den ich für den fleischwolf benötigen würde.
der haken an der sache: das neue schnitzelwerk sieht wenig vertrauenswürdig aus, zumindest auf den fotos. anstattdessen gäbe es eine trommelraffel aus metall, die passt aber nicht an die alte maschine, auch nicht an die baugleiche neue, sondern nur an die neue mit einem sechskantniedrigtourenanschluss. die gute nachricht: die schüsseln passen auf alle geräte, der spritzschutz nur auf eines, beim anderen ist einer dabei.

an dieser stelle war ich dann als konsumentin restlos überfordert. ich bin nach hause gefahren, habe das ausgeschlagene gehäuse der gemüseraffel mit sekundenkleber geleimt und hoffe nun, dass das recht lange halten wird. mindestens aber so lange, bis der motor der alten küchenmaschine aufgibt und ich einfach ein neues grundgerät kaufen muss.

welches ich dann nehmen soll? keine ahnung, aber vielleicht gibt es ja bis dahin einen adapter.

Montag, 6. Mai 2019

montag 6.5.2019 - back to normal

ein tag zum ausruhen, zum sortieren, zum ankommen ... im alltag.
nach der kinderwoche, nach ostern, nach den ferien in der toskana, nach der filzausstellung.

ich starte den tag darum nach dem frühstück mit der anfertigung einer liste und nehme ausser den dringend zu erledigenden dingen auch die pausen auf.

weil es in den beiden vorderen zimmern schön sonnig ist starte ich mit dem abräumen des osterbaums, entostern und entstauben des esszimmers. und mache dann grade weiter im arbeitszimmer, indem ich von schreibtisch und schubladenschrank stück für stück an den richtigen ort versorge. der kater hat es sich während unserer abwesenheit offensichtlich öfter auf dem sofa bequem gemacht, deshalb muss ich das intensiv staubsaugen.

ein durchgang durch den vorratsschrank und überhaupt die küche rundet das ganze ab und ich bin gegen mittag nicht nur mit den gröbsten und wichtigsten aufräumarbeiten fertig, sondern kann auch einen einkaufszettel weiterleiten und mir eine nudelsuppe zubereiten, die ich im schrank gefunden habe.

eine ausgedehnte ruhepause auf dem frischgestaubsaugten sofa nutze ich zum lesen und zu einem mittagsschlaf, bevor ich mich an die büroarbeiten mache:

recherchen nach einem ersatzteil für das schnitzelwerk unserer kenwoodküchenmaschine enden schlussendlich im livechat mit dem kenwoodservice. anstatt eines ersatzteils für die sicher 40 jahre alte maschine bekommen wir ein angebot für ein neues schnitzelwerk oder eine neue maschine, die hoffentlich dann mit den alten zubehörteilen kompatibel ist. morgen per mail.

ausserdem haben wir es geschafft ohne ticket in valdarno auf eine italienische autostrada aufzufahren. weil wir nicht den preis für die ganze strecke von rom an bezahlen wollen recherchiere ich die möglichkeit einer selbstdeklaration. geht nur per fax oder einschreiben mit rückschein. wahrscheinlich könnten wir auch persönlich vorbeischauen und in stein gemeiselte tafeln abgeben, aber die beiden letzten möglichkeiten kämen vermutlich ebenso teuer wie die gebühr. es bleibt spannend, momentan suchen wir ein faxgerät. (und nein, das kann die kenwood nicht.)

zwischendurch hole ich mir ein paar akeleien aus dem eisigkalten garten und bringe die beiden klettergeschöpfe, die akebie und den hopfen auf den rechten weg nach oben. das unkraut muss warten bis es wärmer ist und ich die dringenden sachen erledigt habe.

gegen vier kommt die tochter aus der schule, sie erzählt ein bisschen, ich trinke kaffee und sie leistet mir gesellschaft, zieht sich dann aber auch zurück. ich bewerte unsere ferienwohnung so fair wie möglich, aber auch ohne die mängel zu verschweigen. mal schauen, wie die vermieterin reagiert. anschliessend setze ich mich einfach mal so zum stricken in den sessel.

dann mache ich mich ans kochen, heute gibt es blumenkohl-linsen-salat mit bruschette. am vergangenen dienstag gab es hier eine blumenkohlschwemme, aber da der sehr lecker ist, ist daran nichts auszusetzen. mal sehen, ob und welches gemüse wir morgen bekommen.

nach dem abendessen ist familiensitzungszeit, da der grosse gerade in seinem campingbus wohnt, schaltet er sich per messenger zu, wir verteilen das kochen und das waschen, dann stehen noch ein paar terminsachen der tochter an: turnwettkampf am samstag, musikstundenverlegungen, ein termin für den multicheck.

das formular für die spesenabrechnung für die ausstellung ist schon da - da fülle ich es gleich aus und staune, wie viel geld ich da ausgegeben habe. und weil ich eh schon am compi sitze, schreibe ich gleich diesen blogeintrag.









Sonntag, 5. Mai 2019

#wmdedgt - 5.mai 2019: immer noch ausstellung auf schloss greifensee

wir haben hier ja immer noch ausnahmezustand, deshalb bin ich heute morgen in einem fast leeren haus um kurz nach acht alleine aufgestanden, nachdem ich kurz mit kai per telegram kommuniziert hatte, wer wann heute abend zu hause sein wird. (fazit: ich weiss es noch nicht, er und die tochter kommen gegen fünf mit dem zug an.)
zwei stunden bis zur abfahrt nach schloss greifensee, also erstmal ein bisschen aufräumen (die beiden letzten abende nach dem aufbau und dem ersten ausstellungstag war ich so platt, dass ich kaum mehr als essen und schlafen gehen geschafft habe), eine waschmaschine starten, frühstücken.
noch schnell ein infoblatt für die ausstellung ausdrucken, die beiden kameras wieder bereit machen und zusätzliche flyer und karten einpacken - aber auch noch ein bisschen durch blogs lesen ist drin.
um halb zehn leistete mir dann noch der mittlere sohn gesellschaft bis ich um 10 uhr losfahren muss.

die fahrt nach greifensee dauert heute wieder nur wieder etwas mehr als 30 minuten, viertel vor elf bin ich am schloss, und gleich nach mir kommen die ersten besucher für die filzausstellung "be-wohnen" ins schloss. bis wir in den oberen etagen alles bereit gemacht haben, müssen sie im erdgeschoss bleiben. der strom der besucher wird bis zum ausstellungsende um 17 uhr danach nicht mehr wirklich versiegen.

ich habe mir heute für die beiden ersten stunden keine einsätze ausbedungen, damit ich genügend zeit und musse zum fotografieren finde. in knapp zwei stunden arbeite ich mich langsam vom keller bis zum obersten geschoss hinauf, fotografiere alle ausgestellten werke, wechsle immer mal die kamera um ab und zu auch die mit besuchern gefüllten räume einfangen zu können. zwischendurch ergeben sich auch gespräche mit besucherinnen, auch solchen, die vor allem wegen mir gekommen sind.

um 13 uhr löse ich meine kollegin esther beim infotisch für den filzlehrgang ab, und rede von da ab mehr oder weniger eine stunde am stück: mit liebem besuch, mit einer 87 jährigen filzerin, die ihr atelier auflösen will, mit interessentinnen für den filzlehrgang. die stunde standdienst ist im nu um und ich werde wieder abgelöst.

danach trinke ich einen kaffee und verpflege mich am "knabberbuffet" für die helferinnen, ich schaffe es nicht, das schloss zu verlassen, das wetter, das am vormittag noch einigermassen fotografierfreundlich war, lässt es aber auch nicht wirklich zu, denn zwischendurch schneit es sogar.

nun bewege ich mich einfach zum spass durch die oberen räume, bin ein wenig hier und ein wenig da, treffe eine kollegin aus dem filzbildungsgang, rede mit den anderen ausstellerinnen, löse dann gegen vier wieder die kolleginnen ab. der am weitesten angereiste besuch ist sicher eine filzkollegin vom deutschen filznetzwerk aus reutlingen, ich freue mich sehr über alle besucherinnen!

auch eine meiner filzlehrerinnen aus dem bildungsgang ist da, nachdem die andere uns schon gestern besucht hat. gegen halb fünf wird es ruhiger, trotzdem habe ich noch einmal ein gutes gespräch mit einer interessentin für den lehrgang. so viele menschen die sich für das filzen interssieren, die von der ausstellung begeistert sind, es ist einfach schön.

um fünf schliessen wir offiziell, viele der teilnehmenden frauen sind gekommen um ihre werke abzuholen, helfen aber auch ganz allgemein beim abbau mit und so können wir gegen 19 uhr das schloss besenrein übergeben.

die heimreise gestaltet sich noch ein wenig langwierig, stau vor dem gubristtunnel gehört zum sonntagabend einfach dazu.

zuhause erwarten mich schon mann, tochter und sohn und eine fast fertige pizza, danach der tatort und jetzt geht es ins bett. gut nacht!

Samstag, 4. Mai 2019

be-wohnen - filzausstellung auf schloss greifensee

noch völlig unsystematisch und beinahe unsortiert möchte ich gerne ein paar blicke in die filzausstellung auf schloss greifensee mit ihnen hier teilen. falls sie lust bekommen sollten, die kunstwerke der 25 filzerinnen anzusehen, haben sie leider nur noch den sonntag, von 11 bis 17 uhr sind wir noch auf dem schloss und sie dürfen uns besuchen! 

 

 ein bisschen spannung muss sein - so müssen alle warten bis kurz vor elf sich die tore zur ausstellung öffnen.


 aber immerhin kann man uns schon von weitem sehen!


 apero mit den geladenen vereinsmitgliedern - ein paar war es draussen zu kalt.

und nun die völlig unsortierten eindrücke:


 hier vertreiben sich die filzgeister die zeit.

 

und da brüten die filzraben. 

 

durchblick in ein zimmer mit wandbildern, eines davon ein syrisches mädchen. 




 andere vögel wohnen in goldenen käfigen.


 und besucher, die nicht nur von den filzkunstwerken sondern auch vom wunderschönen blick auf den greifensee begeistert sind.



und noch einmal vögel! (und dabei habe ich bei weitem noch nicht alle vögel fotografiert!)

Mittwoch, 1. Mai 2019

ferien in der toskana: aus gründen alles an einem stück!


an unserem letzten tag in italien werde ich endlich damit beginnen, von der reise zu berichten. der urlaub ist nun ganz anders geworden, als wir ihn uns erhofft hatten, nichts dramatisches, aber einfach anders. 


geplant hatten wir ein paar ruhige tage in einer ferienwohnung in der ländlichen toskana, einkaufen auf dem markt, kochen, draussensitzen, lesen, spiele spielen, bloggen über das gesehene und erlebte. das ganze garniert mit ein paar ausflügen in die nähere und weitere umgebung, spaziergängen durch die frühlingshafte landschaft und berühmte städte. ich hätte gerne endlich das flechtbuch von monika künti rezensiert und rechtzeitig meinen post zum 12tel-blick veröffentlicht. 

anstattdessen sind wir jeden tag von morgens bis abends unterwegs gewesen, vor allem um einer ungemütlichen, nach norden ausgerichteten und darum sich trotz sonne nicht erwärmenden ferienwohnung zu entgehen, deren garten vor vielen jahren so ausgesehen haben mag, wie er sich auf den bildern auf der vermietungsplattform angepriesen hatte. gottlob hat wenigstens die heizung funktioniert, der herd und merkwürdigerweise auch die spülmaschine, obwohl wegen ihr ein handwerker kam, der keine für uns erkennbare änderung an ihrem zustand hervorgebracht hat. internet hatten wir - bis auf zwei halbtage - keines, die vermieterin war zwar vordergründig bemüht, hier abhilfe zu schaffen, aber drei verschiedene herumliegende modems sprachen für uns bände. den auf wenig malerische weise verwilderten garten haben wir erst gar nicht betreten, die baufälligen möbel hinter dem haus haben uns ausgereicht.

hinreise

schon die hinfahrt in die toskana war weniger gemütlich als geplant, auf der alpensüdseite, nach dem durchqueren des gotthardtunnels, erwartete uns ausgedehnter regen auf immerhin fast staufreien autobahnen. abgesehen von zwei, drei kurzen pausen mit fahrerwechsel fuhren wir deshalb die ganze strecke an einem stück durch und waren schon am späten nachmittag im urlaubsort bucine angekommen. wir übernahmen die wohnung, liessen uns die heizung der 13 grad kalten wohnung erklären, orientierten uns grob über die möglichkeiten und ausstattung der küche und machten uns wie von der vermieterin empfohlen auf den weg in einen grossen supermarkt zwei ortschaften weiter. 

was für eine freude! in der gemüseabteilung wurden wir quasi aus unserem randen-rüebli-sellerie- universum direkt in die fülle der mediterranen gemüse katapultiert: artischocken! saubohnen! orangen und zitronen aus sizilien! schon frische tomaten von ebendort, salat und so weiter. ganz zu schweigen vom schinken-, käse- und fleischangebot. das zusammensuchen des notwendigen schaffte uns dann aber doch noch ziemlich, so dass es mit kochen und einräumen der wohnung richtig spät wurde. 

1.tag: marktbesuch und wanderung zum torre di galatrona


gut dass wir uns für den ersten tag am ort ausschlafen und den besuch des markts im ort vorgenommen hatten. der markt war dann zwar vor allem ein warenmarkt, aber die tochter fand spontan zwei sommerhosen an einem stand, wir kauften noch einmal gemüse und früchte ein und erkundeten den kleinen ort so weit, dass wir für den abend im restaurant reservierten. 


 am nachmittag schnürten wir die wanderschuhe zu einer kleinen wanderung zu einem aussichtsturm in der nähe, die sich als doch nicht so klein erwies. zuerst ging es durch die flache landschaft mit wiesen und wein, dann hinauf nach san leolino durch olivengärten und weitere weinberge, wo wir immerhin eine bar entdeckten, wein und wasser und eis bekamen. nach dem ort immer höher bis auf einen höhenzug, mit noch ein paar weingütern, dann durch die typische niedrige bergvegetation aus eichen, edelkastanien und blühenden riesigen heidekrautbüschen, immer weiter dem kamm entlang bis zum torre di galatrona. 


geöffnet war der turm an einem gewöhnlichen wochentag natürlich nicht, dafür hätten wir am samstagnachmittag kommen müssen, aber auch so hatten wir immer wieder schöne ausblicke ins chiantigebiet und ins arnotal. hinunter in die ebene ging es wieder durch weingüter und felder und nach einem reichlich erschöpfenden fussmarsch kamen wir wieder nach bucine.

milchsterne - überall in den wiesen und weinbergen

2.tag: ausflug zum parco delle sculpture di chianti

um unsere müden füsse ausruhen zu können, planten wir einen ausflug mit dem auto durchs chiantigebiet, mit dem ziel, den parco delle sculpture di chianti zu besichtigen.


auf der kurvenreichen fahrt machten wir noch kurz an der badia di coltibuono halt, die kirche war im reiseführer als streng romanisch angekündigt, was für die architektur sicher zutrifft, die barocken deckenmalereien und die ausstattung, zusammen mit einem in die kirche integrierten souvenirladen machten aber den eindruck eher zunichte. von aussen aber wirklich schön und mit bestem ausblick! und in der saison mit einem malerisch gelegenen restaurant. 

im chiantiskulpturenpark hat sich vor einigen jahren ein rühriger kunstsammler daran gemacht, auf einem ehemals für eine wildschweinzucht eingehegten gelände künstler einzuladen, eine skulptur für einen bestimmten ort herzustellen. das ist nicht überall gleich gut gelungen, auch sind wirklich sehr unterschiedliche kunstwerke zusammengekommen. beeindruckt haben mich vor allem die skulpturen, die sich so gut in die landschaft eingepasst haben, dass sie teil davon geworden sind. 




beeindruckend altert die grosse steinskulptur von kemal tufan, the keel, in der man wahlweise das gerippe eines gestrandeten bootes oder eines vor langer zeit gestorbenen grossen tieres sehen kann.





ganz anders bei the corner of the white wood von nicolas bertoux, das sich vom schlangenweg aus dreimal anders zeigt: zweimal streng geometrisch, dann aber sich plötzlich in der landschaft auflösend. 


in twist von neal barab erkannte ich die windungen der äste der dahinterstehenden eiche wieder.  




und auch costas varotsos energia gefiel mir gut.



leapfrog von dominic benhura und das labirinto von jeff saward luden uns zum interagieren ein. 


und die figuren von dolorosa sinaga, die vor dem house in the wood stehen, machten uns einfach spass. 

auf der rückfahrt machten wir noch station in san gusmé, einem autofreien, mittelalterlich restaurierten städtchen, der weitere weg führte uns über viele toskanische hügel, einen ziemlich hohen bergrücken, dann in die nähe des erwanderten turms und schliesslich mitten hinein in ein radrennen. die rennfahrer hetzten uns über die landstrasse, bis wir auf die idee kamen, an einem seitensträsschen zu parkieren. in einem irrwitzigen tempo passierten uns die radfahrer um insgesamt fünf runden zu drehen … ironischerweise genau durch das seitensträsschen an dem wir unser auto geparkt hatten, um aus dem weg zu sein.

3. tag: ausflug nach arezzo

unser urlaubsörtchen hatten wir auch wegen seines bahnhofs an der strecke zischen arezzo und florenz gewählt, mit der idee, so die beiden städte stressfrei mit der bahn besuchen zu können.
am freitag nutzten wir die gelegenheit, das wetter war ohnehin nicht so besonders, zu einem ausflug nach arezzo. frühstück gab es auf dem weg zum bahnhof in der pasticceria, dann brachte uns ein treno regionale in die stadt. weit waren wir noch nicht gekommen, da setzte der angekündigte regen in völlig unangekündigter stärke ein. wir opferten dem wettergott mit dem kauf von drei regenponchos, dann war es wieder trocken. in der franziskanerkirche kauften wir tickets für die besichtigung der fresken piero della francescas, allerdings erst für den späten nachmittag. 

es blieb weiterhin kühl und ungemütlich, der dom war über mittag geschlossen, im park wollten wir nicht sitzen, die restaurants der piazza grande waren uns dann doch zu touristisch, also landeten wir für die mittagspause bei johnny bruschetta, einer leicht hipsterigen gastronomiekette. 


am nachmittag besichtigten wir dann doch noch den dom, entdeckten einen winzigen und wunderschönen lederwarenladen, wo sich kai einen gürtel und die tochter eine handtasche kauften. 

die tochter allerdings brauchte den besuch der fresken piero della francescas als bedenkzeit. der besuch des bedeutenden kunstwerks lief ein bisschen seltsam ab. der chor, in dem die restaurierten fresken zu sehen sind, ist durch eine mauer vom kirchenschiff abgetrennt, nur 25 personen dürfen sich jeweils für eine halbe stunde dort aufhalten. deshalb muss man den zeitpunkt der besichtigung reservieren. nach dem pünktlichen eintritt ins kirchenschiff wird man dann in den chorraum gescheucht, steht direkt unter den fresken, und versucht mit verrenktem hals zu erkennen, welcher teil der geschichte des kreuzes jesu auf welcher bildfläche dargestellt ist. ikonographische vorkenntnisse sind hier von nutzen, sollten allerdings nicht eine gute vorbereitung ersetzen. will heissen, die texte zu den einzelnen bildern reichen nicht aus, man sollte schon auch den plan fotografiert oder physisch dabei haben. immerhin füllten wir die halbe stunde mit angeregten diskussionen und konnten schlussendlich alle teile der geschichte zuordnen – schwieriger schon die von piero implizierte ebene der interpretation der legenden, die sich ums heilige kreuz ranken.   

ob ich wohl dazu komme, das noch einmal nachzulesen? nachdem wir uns den kopf genug verrenkt und den chor verlassen hatten, entdeckten wir von den kirchenbänken aus, dass die fresken vom kirchenschiff aus gesehen deutlich besser und schöner wirken als direkt darunter. auch eine erkenntnis, die uns nicht wirklich wunderte. das holzkreuz von cimabue verblasste ein wenig vor dem hintergrund des ganzen boheis um die fresken, dabei ist es doch auch so schön! vor vielen jahren war ich schon mal in der kirche, da wurden die fresken gerade restauriert, die ganze kirche war voller baugerüste und das kreuz strahlte als einziges eine religiöse ruhe aus. 

streetart von blub in arezzo
 auf dem rückweg zum bahnhof erwischte uns dann doch noch ein regenschauer – vielleicht hätten wir doch nicht die ganz billigen regenponchos nehmen sollen? immerhin schützten sie uns und die rucksäcke vor dem ärgsten und als wir in bucine aus dem zug stiegen, schien schon beinahe wieder die sonne. fürs abendessen kauften wir im ort ein – der eigentlich alles zu bieten hat, was man so für den täglichen bedarf und ein leckeres improvisiertes abendessen braucht. 


4.tag: wanderung im pratomagno

genug stadt – am samstag wollten wir lieber wieder wandern gehen. ohne internet war die recherche eher mühsam, aber eine kombination aus reiseführerlektüre und konsultation der auf mapy.cz eingetragenen wanderwege brachten uns auf das oberhalb von loro ciuffena gelegene trappola, wo allerdings die saison noch nicht annähernd begonnen hatte. in einer höhe von 850 metern war es wesentlich frühlingshafter als unten im arnotal, der blick aufs croce di pratomagno inmitten kahler bäume erinnerte an den winter. 




 wir entschieden uns für eine runde durch den wald, immer steil hinauf zu einer kleinen, etwas über 1000 meter hoch gelegenen schutzhütte, dann entlang des berg, steil wieder hinunter zu einem kleinen flüsschen und durch ehemalige kastanienwälder auf einer alten, aber üppig angelegten strasse wieder zurück ins örtchen. unterwegs trafen wir überall auf von wildschweinen durchwühlte stellen, teilweise war der weg förmlich umgegraben.

in vielen kurven gings nach der wanderung wieder hinunter nach loro ciuffena, zu kaffee und eis in der bar, und zu einem rundgang durch das an einer engen, durch einen fluss ausgewaschenen schlucht gelegene örtchen und seine steilen, engen gassen. wir schauten in kleine haushaltswarenläden, kauften mottenkugeln und für ein abendessen in einem kleinen lädchen ein.


den späten nachmittag nutzten wir noch zu einem besuch der romanischen kirche in gropina, bevor wir nach bucine zurückkehrten und dort tatsächlich noch ein wenig am haus sitzen konnten. 

gropina - unscheinbar von aussen

fenster aus dünn geschliffenem alabaster

und ein detail der uralten verzierungen der kirche

 5. tag: ausflug nach siena 

einen ruhetag hätten wir gut gebrauchen können, aber da die wohnung und das wetter uns wenig lockten, planten wir einen ausflug nach siena. die vielen, kleinen strässchen unserer ersten fahrt durchs chianti mieden wir diesmal und nahmen den weniger direkten, aber angenehmeren weg durchs ambratal zur autostrada und waren so in etwa einer dreiviertelstunde in der auf dem berg gelegenen stadt der contraden.


viel touristischer als arezzo, das wussten wir schon, aber einen parkplatz haben wir dann doch schlussendlich irgendwo gefunden. nur zwei ziele hatten wir auf dem plan, eigentlich wollten wir ja nichts tun. 

geschickte tauben am brunnen auf der piazza grande

durch die altstadt schlenderten wir zur piazza grande und einmal darum herum, weiter dann in richtung dom durch feiertäglich geschmückte stadtteile. unterwegs lockte eine pizza auf die hand, hier ging der plan, am sonntag ein möglichst touristisches ziel zu wählen, voll auf! 



am dom angekommen bestaunten wir zunächst die schlange der anstehenden menschen und erst dann die fassade. das innere des komplett gestreiften doms ist vor allem wegen seines gesamteindrucks sehenswert. 


na ja, dieses detail ist aber auch nicht zu verachten: fische im weihwasserbecken.

das innere ist gross, aber nicht so riesig im wettstreit mit florenz geplant war. von den weitaus grösseren plänen zeugen aber die wände des nicht vollendeten hausptschiffs, das das heutige kirchenschiff zum querschiff gemacht hätte.


auf dem rückweg vom dom haben wir uns fast ein bisschen verlaufen, dann aber doch das café nannini wiedergefunden, aus dem wir unbedingt espressobohnen nach hause bringen wollten. die namensgleichheit mit der bekannten italienischen sängerin ist übrigens kein zufall!


gerade als wir das geschäft verliessen, kamen in der nähe die trommler eines stadtteils vorbei – ein beeindruckendes akustisches erlebnis und ein schönes fotomotiv! 

wir schlenderten dann weiter durch die gassen bis zur fortezza, in deren nähe wir unser auto geparkt hatten. 

zum abschluss des tages wollten wir eigentlich gerne im restaurant zu abend essen, am besten in dem vor ort, mit dem wir ja schon gute erfahrungen gemacht hatten. leider mussten wir feststellen, dass es sonntagabend nicht offen hatte, glücklicherweise hatte aber kai den autoschlüssel mitgenommen, so dass wir das ohnehin im ort geparkte auto nehmen und damit nach montevarchi fahren konnten. nun ist der sonntagabend nicht der geeignetste tag um in italien auswärts zu essen, aber schlussendlich fanden wir eine bis fast auf den letzten platz gefüllte trattoria, in der wir nach angekündigt langer wartezeit leckere pizzen serviert bekamen. spät wurde es an diesem abend. 

6. tag: familie h im konsumrausch

bei der planung unseres urlaubs, den wir vor allem der tatsache verdankten, dass die tochter ihre sportferien gegen eine projektwoche in der schule eingetauscht hatte, hatten wir wenig über feiertage nachgedacht, oder zumindest nur über deren vorteile für das urlaubskonto, weniger aber darüber, dass der tag vor unserer heimreise der 1.mai sein würde, also das traditionelle abschlussshopping entweder ausfallen oder vorverlegt werden musste. mit wochenende, montagschliesstag in vielen museen und dem italienischen feiertag zum ende des 2.weltkriegs am 25.april waren wir also maximal unflexibel in der planung unserer aktivitäten. und so wurde der montag zum shoppingtag erklärt. 
 


vormittags besuchten wir aber noch schnell die fattoria la vialla, den nach demeterrichtlinien wirtschaftenden bauernhof, von dem wir nun schon einige zeit wein und ab und zu auch käse beziehen. alles hübsch dort, aber nachdem wir das gesehen hatten, waren wir doch ganz froh, dass wir nicht dort quartier bezogen hatten, was ursprünglich einmal der plan gewesen war. die fattoria vermarktet vorwiegend nach deutschland, in die schweiz und die niederlande. das macht das bestellen von wein einfach, wird er doch aus einem zentrallager in unserer nähe geliefert und nicht jedes päckchen aus italien und ist sicher für die betreiber eine lukrative variante ihren anfangs nicht zertifizierten aber leckeren wein zu verkaufen. aber es macht die ganze veranstaltung auch ein wenig zu einem urlauberghetto mit wenig kontakt zur realen italienischen aussenwelt. und irgendwie war es mir dann doch schon fast ein wenig zu pittoresk und zu weit von der schratteligen atmosphäre der durchschnittlichen italienischen kaffeebar entfernt. 

weiter ging es dann nach arezzo, der lederwarenladen war noch nicht vollständig leergekauft. ein souvenir für die katze haben wir dann auch noch gefunden, aber sonst geht es uns gut. in arezzo regnete es wieder, die ponchos kamen auch noch einmal zum einsatz und es gab kaffee und paste in einem café zum aufwärmen, denn mittlerweile hatte es ziemlich abgekühlt auf nicht mehr gemütliche temperaturen.
auf dem rückweg hielten wir dann an einer gärtnerei, ich suchte uns tomaten- und paprikapflanzen aus und spontan einen weinstock, allerdings mit tafeltrauben. durchs arnotal dann doch noch einmal in den ipercoop, käse, toskanischen schinken und noch ein paar nette sachen zum nachhausenehmen besorgen. fürs abendessen hatten wir vorgesorgt, das restaurant hatte wieder nicht offen, dabei wollten wir doch unbedingt für den 1.mai, also unseren letzten abend in bucine, reservieren! 

7. tag: florenz

früh aufstehen hiess es für unseren ausflug nach der toskanischen hauptstadt, jedenfalls ferienmässig früh. um halb acht verliessen wir bei sonnenschein die ferienwohnung zum auswärtsfrühstücken, wasser kaufen und den weg zum bahnhof.


das pratomagnogebirge zeigte sich mit einer kleinen haube aus schnee, so kalt war es inzwischen wieder geworden. der anvisierte zug fuhr zwar nicht, aber dafür einer eine viertelstunde später, der uns mit einem mal umsteigen zur stazione santa maria novella brachte. 

für florenz hatte ich schon im voraus eine ungefähre route ausgearbeitet, einfach um nicht in der fülle der möglichkeiten zu ertrinken. 



so machten wir uns als erstes zum mercato centrale auf und schauten uns lebensmittel an, die wir nicht kaufen konnten, weil wir sie ja nicht den ganzen tag herumschleppen wollten. aber kandierte früchte waren eine gute idee: kirschen, ananas, pomelo (quietschgrün!) und orangenscheiben futterten wir unterwegs auf unserem weg durch die stadt. rund um die markthalle hatte es lederwarenstände, taschen, lederjacken, taschen, nochmal taschen, zur abwechslung mal schuhe, wieder taschen, die stände begleiteten uns auf dem weg zum dom, zur loggia mit dem wildschwein, zum palazzo vecchio, zur ponte vecchio. die stände wiesen so mehr oder weniger den weg von einer sehenswürdigkeit zur nächsten. 


überhaupt: florenz war der touristische overkill, die schlange der für den besuch des doms anstehenden menschen erstreckte sich um die hälfte des gigantischen bauwerks herum und überall reckten sich fähnchen und schirme und blumen der reisegruppen in die luft. man konnte den gruppen nicht entkommen, also warum nicht einmal ein bisschen zuhören? interessant wie unterschiedlich die reiseleiter und führenden ihr wissen darbieten: von charismatisch über süffisant-gebildet bis langweilig-auswendiggelernt haben wir vieles gehört. auch sehr spannendes, bei der englischsprachigen gruppe, die sozialhistorische überlegungen zum prunkvollen dom zu hören bekam. 

wir wichen dann ein bisschen aus, assen auf der anderen arnoseite in einer osteria sehr gut zu mittag, ich die florentinische spezialität, nämlich kutteln, die anderen beiden hervorragende pasta. 




danach sahen wir uns die galleria palatina im palazzo pitti an, wobei die  «petersburger hängung» der vielen, auch teilweise sehr berühmten bilder schon sehr ermüdend ist. 


dementsprechend erschlagen verliessen wir den ehemaligen palast. die boboligärten ersparten wir uns (die italiener haben ein eigenartiges talent, kombikarten für unattraktive zusammenstellungen, naheliegendes aber ausschliesslich mit einzeltickets anzubieten.) 

schilderkunst von clet
 anstattdessen machten wir uns auf den weg nach san miniato al monte, mittlerweile schon ziemlich genervt von den … sie ahnen es … lederwarenständen. eine rast machten wir auch noch, entdeckten kurz vor der porta san miniato einen laden, in dem wir aufkleber vom florentinischen strassenkünstler clet als urlaubserinnerung und mitbringsel kauften, erklommen mit beinahe letzter kraft die treppe zur kirche und genossen die aussicht über die grosse stadt. von oben wird erst so richtig deutlich, wie riesig der dom ist und wie er die ganze stadt dominiert.  

 
in der kirche sassen wir dann einfach so ein bisschen, während in der krypta ein gottesdienst gefeiert wurde, und genossen eher den gesamteindruck (und die möglichkeit zu sitzen). 


für den rückweg zum bahnhof wurde es dann noch einmal recht spannend: der plan sah vor, vom piazzale michelangelo den bus zum bahnhof zu nehmen. der erste bus brachte uns die erkenntnis, dass anders als an der haltestelle angegeben, im bus keine tickets verkauft wurden, auch nicht mit aufpreis. die tickets besorgten wir dann an einem etwas abseits gelegenen kiosk. der busfahrer des zweiten busses erklärte uns, dass er nicht zur santa maria novella, sondern nur zum campo marte fahre. und kurz vor dem dritten bus fanden wir heraus, dass in der gegenrichtung die lösung lag: hier fuhr zwar eine andere linie, aber die brachte uns wenigstens in die nähe des bahnhofs. superknapp kauften wir routiniert tickets für die rückfahrt, bestiegen den zug und liessen uns gemütlich nach bucine bringen.
in bucine schafften wir auch noch den umweg über das restaurant, reservierten für den abend vor der abreise und stiegen zur ferienwohnung hinauf. die tochter war so müde, dass sie weder essen noch schlafen gehen wollten, wir assen brot und reste und nahmen uns fest vor, am letzten tag der ferien einfach nichts zu tun. 

8.tag: nichtstun

bisher geht dieser plan ganz ausgezeichnet auf – wir sind nach 7 vollgefüllten tagen so müde, dass uns weder wackelige gartenstühle noch ameiseninvasionen mehr stören und haben es uns auf der terasse hinter dem haus bei den uns beobachtenden eidechsen gemütlich gemacht. mittlerweile ist es nachmittag, es gibt ein wenig orangen und prosecco zum urlaubsausklang (viel mehr gibt die küche auch nicht mehr her) und nachher werden wir unsere sieben sachen zusammenpacken.


postskriptum: 
wir sind wieder gut zuhause angekommen, die strassen waren halbwegs frei, den stau am gotthardtunnel haben wir trotzdem noch mitgenommen. ciao bella italia, tschau ferien, jetzt geht es mit volldampf in die ausstellung!