Donnerstag, 19. September 2019

arbeit und alltag

unter der woche laufen die tage alle ähnlich ab, morgens fahre ich in die werkstatt, arbeite ein paar stündchen, dann nach hause, gemeinsames mittagessen mit der tochter und nachmittags sortiere ich dinge aus. bücher, bastelmaterial, collagenpapiere, stoffe, kurzwaren, wolle, bücher und so weiter. was nicht wegkommt wird eingepackt für den umzug. 

das wetter ist immer noch spätsommerlich schön, allerdings morgens und abends nun durchaus mit einem stich ins herbstliche, so dass ich seit ein paar tagen mit pullover und socken in die werkstatt radle. die kurse laufen noch nicht so richtig an, das wetter ist zu schön, oder zu viel los, jedenfalls habe ich meine werkstatt für mich alleine und nutze sie. 

aus heiterem himmel kam anfang september das thema turkmenische filze wieder auf die tagesordnung, und zwar zunächst in form des zweiten klee-entwurfs, darüber schrieb ich ja bereits.


 hier noch einmal das ausgelegte tier.


 ganz mutig teilweise in einer wollseidenmischung gefilzt, mit einem leichten glanz deshalb in der oberfläche.



fertig schaut er natürlich in die andere richtung - das mag ich gerne an der technik, das bild, das mir vertraut ist auf eine besondere weise, weil ich mich lange damit beschäftigt habe, weil ich es im nachbilden zu durchdringen versucht habe, schaut mich dann spiegelbildlich noch einmal ganz anders an. kennt ihr das auch? ein vertrautes zimmer im spiegel wirkt plötzlich fremd, verwirrend auch immer wieder die frontkameraansicht des smartphones, weil gespiegelt oder nicht gepiegelt, jedenfalls anders, distanzierter.
das "geht vorüber" ist übrigens schon verkauft.


ein paar tage später habe ich ein weiteres bild in turkmenischer technik begonnen. diesmal eine art ethnologisches muster, die anregung dazu gefunden in dem hervorragenden buch zum thema design von gunnar sneum. was ich nicht vorhergesehen hatte: wie viele anschlüsse, wie viele kleine flächen da auszuarbeiten sein würden.


 und zwar wirklich kleine flächen. mit dem kammzug einmal über kreuz gab schlussendlich so insgesamt sechs schichten.


 und dementsprechend lange hat das ganze dann auch gedauert. zumal ich mich ja auch bei der fläche wieder um jedes einzelen element herumarbeiten musste. die bastmatte hat übrigens sogar das nasse herumliegen übers wochenende gut überstanden.


auch hier wieder der grosse augenblick, das erste wenden. 


 im fertigen zustand dann noch etwa 140 cm auf knappe 30 cm. (ausgelegt 200 cm / 45 cm)


und immer noch nicht genug von den turkmenen. noch einmal habe ich einen ball dunkle schnur vorbereitet und die bastmatte ausgerollt. orientierungsmarken bringe ich mit stecknadeln direkt auf der matte an, am besten man zählt die nadeln, dann kann man sich sicher sein, dass man vor dem rollen auch wirklich alle entfernt hat.


 es entsteht diesmal ein symmetrisches muster - oder schon eher ein bild? ahnt schon jemand was das geben soll?


 aber jetzt ist es klar?


 oder doch erst jetzt?


so weit war ich gestern, als ich die werkstatt um kurz vor zwölf verlassen habe. kontur und die erste schicht der farbigen flächen sind ausgelegt.
heute habe ich dann den "hintergrund" hinzugefügt und mich langsam, schicht für schicht auf teppichdicke vorgearbeitet. dabei kann ich immer wieder auch reste verarbeiten, so hat der teppich eine letzte dünne schicht aus gotlandwolle im rücken bekommen, die ich ungern solo verarbeite, aber ganz gerne noch für effekte nutze.
nun geht es morgen mit dem anfilzen weiter - während der offenen werkstatt.

Freitag, 13. September 2019

12 von 12 im september 2019 - der letzte am alten ort

meine ursprünglich idee für den heutigen zwölften, der wenn alles wie geplant läuft, der letzte am alten ort sein wird, waren doppelbilder: eine nahaufnahme und dazu dann das bild vom ganzen zimmer oder zusammenhang. dass ich das konzept nicht ganz durchhalten konnte, werdet ihr selbst sehen. 


frühstücksmüsli und -kaffee, wie meist schon halb leer bis mir einfällt, dass heute der 12 ist. oder ich von meinem internet dran erinnert werde. an dieser stelle geht ein dank nach hamburg.


das ist unser frühstückstisch wie es ihn viele jahre gab. nicht von anfang an, denn das stufenweise frühstück kam erst später, aber mindestens so 10 jahre, würde ich schätzen.


ein bisschen bildschirmarbeit fürs business. heute ein bild austauschen und wegen eines kurzfristig hereingeschneiten termins die zeit der offenen werkstatt am freitag anpassen.


diese arbeiten erledigte ich lange jahre an einem schreibtisch im arbeits- und gästezimmer, formerly known as spielzimmer, wie es immer noch manchmal genannt wird. es ist das zimmer neben dem esszimmer, abgetrennt, aber nahe genug am geschehen, um von dort aus die geschicke der familie zu lenken, haha. (hier fehlt schon ein regal - ich sagte es ja schon, so langsam wirds ungemütlich)


 mein morgendlicher blick auf meinen arbeitsplatz. (in zukunft komme ich von der anderen seite.)


 und daran habe ich heute gearbeitet. was das gibt? vermutlich schon wieder etwas für die wand, da habe ich gerade viel spass daran.


tomatenernte, immer noch werden täglich tomaten reif. bitte macht mal, hopp, hopp. ihr werdet nicht mit umgezogen.


 aber ich brauch eure töpfe für pflanzen, die wir umziehen wollen. also, wenns geht, ein bisschen schneller, dieses jahr werde ich nicht im november noch tomaten ernten.


 und dann gibt es noch die fälle, in denen es lieben menschen einfällt, dass sie ja immer schon einen ableger von unserem hopfen brauchten. das wäre zwar im frühling einfacher gewesen, aber wird schon klappen, das ding ist unverwüstlich. ich werde den hopfen wohl hier lassen, denn er war zwar mal ein geschenk meiner eltern und bot im frühsommer regelmässig den marienkäfern einen schönen platz, aber er zerkratzte auch genauso regelmässig die velofahrer und die attraktion für die marienkäfer waren die zuvor tonnenweise auftretenden blattläuse. ausserdem wüsste ich spontan keinen platz im neuen garten, den ich ihm anbieten wollen würde. sollte sich das ändern, weiss ich ja jetzt, wo ich mir ableger holen kann.


 giessen muss ich noch. jetzt wieder regelmässig, denn die vielen neu befüllten töpfe sind auf zuverlässige wasserversorgung angewiesen.


 ausserdem geht es heute den stoffvorräten an den kragen. ich sortiere ungefähr die hälfte der gesammelten resten aus und behalte nur, was ich mir vorstellen kann, es zügig zu verarbeiten. der rechte stapel bleibt, der linke (und der nicht sichtbare am boden) füllen später einen 110 liter müllsack. obwohl ich schon komplette stücke aussortiert habe zum verschenken.


noch ein bisschen aufregung um eine tote katze (nicht unsere) im garten der nachbarn, sachen zum verschenken auf die strasse stellen, wäsche abhängen, schwimmzeug sortieren (diverses wasserspielzeug, 2 badeanzüge und ein bikini der tochter können weg), dann schaffe ich es um halb sechs endlich, mir einen kaffee zu kochen und mich ein wenig vor das haus zum stricken hinzusetzen. vielleicht sucht ja auch jemand die katze.

bis zum abendessen sortiere ich dann noch eine regalmeter bücher aus, stelle zwei artikel auf tutti ein und bestücke die waschmaschine. das fotografieren habe ich später vergessen, es gab auch nicht mehr so viel zu zeigen.

nun schicke ich meine zwölf bilder mit einem dank für diese immer noch schöne blogaktion zu caro!

Dienstag, 10. September 2019

montag und dienstag, 9. und 10. september 2019 - gartenplünderung

am montagmorgen mit dem geschwollenen und genähten auge gleich in die schule gehen, war der tochter dann doch zu viel. andererseits fand ich sie nicht krank genug um den ganzen tag zuhause zu bleiben, wir einigten uns etwas mühsam auf einen vormittag zuhause, am nachmittag würde sie dann wieder in die schule gehen.

mein wochenanfang litt darunter dann auch, denn bis die diskussionen und grabenkämpfe um den schulbesuch ausgestanden waren, machte es schon keinen sinn mehr, in die werkstatt zu fahren, also erledigte ich haushalt, buk zimtschnecken für den nachmittagskaffee, bügelte die angefallene wäsche weg und versuchte einfach den vormittag sinnvoll herumzubringen.

am frühen nachmittag kehrte kai aus deutschland zurück und liess sich von mir aufs laufende in sachen wochenende bringen. den nachmittag verbrachte ich dann im wesentlichen am schreibtisch, nicht ganz so produktiv und erfreulich wie gedacht, aber dafür kann ich hier am allerwenigsten. immerhin gelang es mir noch die formalitäten rund den unfall abzuschliessen (vorerst, da kommt sicher noch was) und mit der besorgten grossmutter des kindes zu telefonieren. am abend fühlte ich mich relativ unproduktiv, aber im rückblick hatte ich gar nicht so wenig weggeschafft.

***

am dienstag dann mit ungeduld und einem gut mit arbeit gefüllten korb in die werkstatt. ich wurde gebeten, türsteine zu produzieren und zwar die einfachste und schlichteste variante. es gab auch von der vorigen woche noch dinge aufzuräumen und zu dokumentieren, und um viertel nach elf meldete sich die tochter, die ohne schlüssel vor der verschlossenen tür stand, weil sie den schlüssel nur mitnimmt, wenn sie mit dem velo fährt. sie hatte gesellschaft von einem blumenstrauss, der für sie abgegeben worden war: der unfallgegnerin tut es sehr leid, was passiert ist. das erklärte sie zusätzlich in einem brief an uns. ein feiner zug, im gegenzug teilten wir ihr umgehend mit, dass es der tochter ziemlich gut geht und die platzwunde sicher bald verheilt sein wird.

zum mittagessen zauberte ich schnell ein zucchinicurry, aber der zauberspruch war wohl ein wenig defekt, es schmeckte ziemlich fad und langweilig.

und am nachmittag begann ich endlich damit, den garten zu plündern. es gibt hier das eine oder andere pflänzlein, das ich sehr gerne habe und von dem ich entweder einen guten, gesunden ableger oder die pflanze selbst in den neuen garten mitnehmen möchte.
und so barg ich heute der reihe nach: eine winterheckenzwiebel, einen weissen storchenschnabel, mehrere ableger vom rhabarber, ein leberblümchen, eine clematis, noch einen zartvioletten storchenschnabel, eine baumpäonie (die ich erst vor einem jahr gepflanzt habe und die frisch aus dem pflanzenmarkt kaum wurzeln hatte, dafür jetzt um so mehr). auf der liste stehen noch zwei rosenstöcke und ein bisschen kleinkram. und sie können es mir glauben, es bleibt noch genügend hier.


ausserdem habe ich damit begonnen, den zweiten kompost auf den ersten umzuschichten, so dass ich die eine kompostmulde sauber machen kann vor dem umzug. ich würde mir nämlich gerne ein wenig wurmkompost an den neuen ort mitnehmen und dafür müsste dann ja dort schon ein kompostbehälter stehen. und aussortieren werde ich noch müssen, nahezu von allem, was sich halt in einem garten so ansammelt über die jahre, inklusive der halb verrotteten tomatenstecken, die ich ganz sicher nirgends mehr hintragen werde. die spinnen haben sich dort immer sehr wohl gefühlt, hoffentlich finden sie wieder ein neues zuhause.
für das gemüsedepot unserer gemüsegenossenschaft ist auch ein ersatzort gefunden worden, es wird sich zukünftig beim reformierten gemeindehaus befinden, ein sehr guter ort, weil er zentral liegt und auch wieder sehr gut mit öffentlichen verkehrsmitteln zu erreichen ist. wieder ein  wichtiger punkt auf dem weg zum neuen haus erledigt. jetzt sind es ziemlich genau noch drei wochen bis es so richtig losgehen kann. so richtig gemütlich ist es nicht mehr überall in der wohnung, aber das muss ja jetzt so.

Sonntag, 8. September 2019

sonntag 8.september - planänderung

wach geworden gegen halb acht vom regen auf dem dach. der erste gedanke: ich habe die verschenkekiste draussen stehen lassen. (weil wir immer noch am aussortieren sind, stellen wir einen korb mit dingen zum verschenken auf den stromkasten gegenüber unserer einfahrt, damit sich die menschen daraus bedienen können - gestern zum beispiel: bücher, eine cd, stempel, diverse handarbeitshefte und wolle.) das nachschauen auf dem wetterapp ergab, dass es schon länger heftig regnete, also kaum noch mehr schaden entstehen konnte.

gegen halb neun dann aufstehen und eine sachte anfrage, wer denn alles frühstücken wolle, die tochter ja, der sohn nein. duschen. die kontrolle der verschenkekisten ergab, dass die wolle wohl vor dem regen noch einen liebhaber/eine liebhaberin gefunden hatte, die bücher aber nur noch für die tonne gut waren.

frühstück mit der tochter und beschluss, am nachmittag wegen des anhaltenden regens lieber im kino einen weiteren film der fantoche anzuschauen, als nochmal aufs dorffest zu gehen. anschliessend ein zweistündiges telefonat mit einer freundin, die ich seit dem jahresanfang nicht mehr gesehen oder gehört hatte. alle neuigkeiten ausgetauscht, nicht nur erfreuliches leider.

die tochter hatte sich mittlerweile zum nähen bei einer klassenkameradin verabschiedet, ich schrieb noch einen newsletter (der letzte für diesen monat!) fertig, dann machte ich mich bei strömendem regen auf den weg in die stadt.

als eine der ersten an der kinokasse konnte ich für den wunschfilm der tochter zwei tickets ergattern, die beiden anderen filme wären ausverkauft gewesen. ich hatte gerade angefangen, mir die wartezeit mit wordfeud und chatten mit kai zu vertreiben, da läutete mein telefon. unter der nummer der tochter meldete sich eine fremde stimme und teilte mir mit, dass sie soeben meine tochter angefahren habe. sie sei ansprechbar, habe aber eine platzwunde. der rettungswagen sei alarmiert, ich solle doch bitte kommen.

also drückte ich die kinokarten der mitbewohnerin des grossen sohns in die hand, die zufällig auch anwesend war und die sich sicher ein wenig gewundert haben wird und machte mich auf den weg zur unfallstelle.

der rettungswagen war eingetroffen, die tochter wurde gerade erstversorgt, ich sicherte ihr fahrrad, sprach kurz mit der ebenfalls anwesenden kantonspolizei, dann ging es mit dem rettungswagen ins kantonsspital. dort untersuchung, lokale betäubung für das augenlid, nähen von zwei platzwunden, dann befragung durch die inzwischen auch eingetroffenen kantonspolizisten. inklusive alkoholkontrolle. (hä? sonntagnachmittag bei einer 14ährigen? ok, verkehrsunfall...) so hörte ich endlich, was eigentlich passiert war. die tochter zeichnete eine skizze, weil zunächst unklar war, wo sie denn eigentlich das auto getroffen hatte, aber sie konnte sich erstaunlich gut an alles erinnern, inklusive der tatsache, dass erst der umstand, dass sie am ende wieder auf ihrem velo zu liegen kam, zu der verletzung geführt hatte.

ein bisschen wackelig machten wir uns auf den weg zur notfallapotheke für ein schmerzmedikament und dann mit dem bus nach hause. zuhause sank das gebeutelte kind dann erstmal auf das sofa, ich gab kai bescheid, was passiert war, besprach mich mit dem grossen sohn, der mir versprach, das velo abzuholen und der kurze zeit später auch mit velo und hunger eintraf. der besuch des grossen bruders stellte dann auch die schwester so weit wieder auf, dass sie ein wenig essen, dann das schmerzmedikament einnehmen und schlussendlich ins bett gehen konnte.

ich warte nun hier noch auf das eintreffen des festkindes, der tapfer eine ganzen tag bei dauerregen am hotdogstand ausgeharrt hat und immer noch nicht genug hat.


freitag/samstag 6. und 7.september 2019 - vom festen und vom flüssigen

freitagmorgen das übliche haushaltsgeraffel, in umgekehrter reihenfolge, so dass ich den sohn nicht durch frühes staubsaugen im obergeschoss aus dem bett werfen musste. man nimmt ja gerne rücksicht auf menschen, die eine urlaubswoche dafür opfern, dass sie an einem strassenfest zusammen mit anderen jungen menschen einen stand organisieren, dessen reingewinn einem verein für jugendkultur zugute kommt. vor allem wenn man weiss, dass die nachtschicht unter umständen bis 4 uhr gehen kann.

blogpost und mails beantworten nahmen den restlichen vormittag in anspruch, mit der post kam ein rezensionsexemplar eines neuen filzbuchs aus österreich hier an. dann ging es um ein uhr in die werkstatt, zum offenen nachmittag. heute wieder mit eine besucherin, die erste schritte in filz macht. ich freute mich, dass sie von ganz alleine auf die idee gekommen war, dass sie sich notizen machen will, um ein ähnliches objekt zuhause nachzuarbeiten. 


ich konnte nebenbei die laptoptasche fertig stellen (sie erinnern sich - weil ich meinen messungen misstraute, habe ich das am tag zuvor abgebrochen) und ein bisschen an einem pröbchen herumsticken. nach fünf fand ich noch ein wenig zeit, um in das filzbuch hinein zu schauen, demnächst dann mehr dazu hier auf dem blog.

am abend schob ich das velo brav übers festgelände, schaute noch kurz nach dem hotdogköchen und ging dann nach hause. die tochter traf ich dort nicht, sie war am nachmittag mit dem zug aus dem klassenlager angekommen und der sohn hatte ihr einen schlüssel gebracht, aber sie war schon wieder unterwegs ins turntraining. um viertel nach acht konnte ich sie dort abholen und bis wir zuhause ankamen, war dann auch kai von seinem geschäftsanlass zurück. die tochter und ich assen salat und die letzten semmelknödel aus der pfanne. sie erzählte noch ein bisschen von der lagerwoche, aber auch im rückblick war das wohl keine so richtig tolle sache für sie.

nach ziellosen fernsehen relativ spät zu bett.

***

samstagmorgen dann ausschlafen und anschliessend frühstück mit vorsorglich eingekauften aufbackbrötchen. der sohn war schon vor dem frühstück wieder an seinen stand unterwegs.
anschliessend wollte ich eigentlich nur etiketten für das eingekochte ketchup machen, aber ich kam mit dem aussuchen passender papiere in einen kleinen aufräumrausch und dezimierte meine collagevorräte auf eine vernünftiges mass, räumte noch einmal die gestelle im arbeitszimmer auf und konnte mich sowohl von wollvorräten als auch von verschiedenem anderem material trennen. die etiketten wurden dann auch noch fertig, aber manchmal ist es schon lustig, was sich so ergibt, wenn man restpapiere verwendet...


das herumräumen nahm so einigermassen den vormittag ein, irgendwann gab es dann noch kaffee und kai verabschiedete sich in richtung deutschland, um seine eltern zu besuchen. ich wusche ein bisschen wäsche, räumte ein bisschen auf und das wetter wurde immer besser. die tochter war mit kolleginnen für das dorffest verabredet und verschwand am späten nachmittag und spazierte gegen abend durch die weinberge auch in richtung fest. ich traf wieder verschiedene alte und neuere bekannte, erzählte ein bisschen von unserem wegzug, aber auch davon, was die kinder inzischen so machen, liess mir im gegenzug von anderen kindern, familien, menschen erzählen, ass noch einmal einen hotdog, traf später die tochter und dann gingen wir gemeinsam nach hause. ich hätte ich wegen der allgemein entspannten stimmung am fest auch noch ein stündchen länger gegönnt, aber sie hatte es wohl auch gesehen. in unserere strasse, die zum parkplatz fürs fest erklärt worden war, parkten tatsächlich vereinzelt autos, aber so richtig viel hatten die einweiser nicht zu tun.

früh zu bett und noch ein wenig in georges perecs denken/ordnen gelesen.


Freitag, 6. September 2019

#wmdedgt - 5. september 2019

tagebuchbloggen im september -

viertel vor sieben ist diese woche aufstehzeit, da niemand früh in die schule muss. spülmaschine ausräumen, frühstück machen, frühstücken mit kai und dabei an der wordfeud-partie weiterspielen. aber auch eine kleine abstimmung für den abend ist notwendig, ich weiss, dass ich erst gegen nachmittag in die werkstatt kommen werde und möchte von dort aus direkt ins kino fahren, er hofft, dass er nach der arbeit noch kurz nach hause kommen kann um sein gepäck abzulegen. also vereinbaren wir, uns um 18.15 direkt am kino zu treffen.

notfallmässig müssen heute gut zwei kilo tomaten und weiteres gemüse versorgt werden, ich koche ketchup daraus, mit den zutaten, die gerade so im haus sind. jedes rezept führt eh wieder andere ingredienzen auf, also kann ich da auch ein bisschen variieren. entscheidend scheint mir das verfahren: tomaten, zwiebeln, paprika klein schneiden, kochen, pürieren. dann durch ein sieb die groben bestandteile herausfischen (ging prima mit der flotten lotte), würzen (zucker, honig, gewürze, essig und salz nach gusto) und einkochen bis eine ketchupähnliche konsistenz erreicht ist. heiss in gläser einfüllen und hoffentlich hält es sich eine weile. es gab nämlich tatsächlich acht gläser, kleine halt.


 die post bringt ein kleines büchlein, georges perecs posthum erschienene sammlung denken/ordnen, über die ich irgendwo gelesen habe. ein paar texte lese ich kurz an, das macht grossen spass, der aber heute warten muss. irgendwann steht der sohn auf und verschwindet wieder zu den festvorbereitungen, heute abend geht es los. wir vereinbaren erreichbarkeit und verfügbarkeit des autos für eventuelle hilfsanfragen, bevor er geht. 

ausserdem gibt es noch trockenes brot zu versorgen, daraus mache ich teig für semmelknödel aus der pfanne. nebenbei entsteht der text über die ersten drei wochentage für den blog, eigentlich sollte ich noch mails erledigen, aber dafür bleibt keine zeit mehr.

um halb zwölf treffen freunde mit umzugskartons ein, sie sind gerade gezügelt, uns steht es noch bevor, wir tauschen bei einer tasse kaffee ein bisschen erfahrungen aus und verabschieden uns - bis zum nächsten mal im neuen haus!

danach brate ich die semmelknödel - anstatt einer möglichen mittagsmahlzeit stehen sie jetzt in der küche als snack für diejenigen, die sie im laufe des tages brauchen werden. ich beende noch verschiedenes am schreibtisch und fahre nach zwei in die werkstatt.

die angefangene laptoptasche will noch mit den bereits vorbereiteten fischen gestaltet werden. klappt alles prima, zwischendurch überlege ich noch eine aufhängung für das sitzende tier, das ich immer noch nicht fotografiert habe. aber der tag ist düster und nieselig, beim fahrradfahren habe ich gefröstelt, obwohl ich sogar mit langer hose und socken unterwegs bin.
irgendwann bin ich mir nicht mehr sicher über die masse des laptops, die ich notiert habe. sie kommen mir viel zu klein vor, die dinger werden immer winziger, dieses ist nur knapp din a4-gross. die nachfrage bei kai ergibt aber, dass ich völlig korrekt gemessen und notiert habe.

kurz vor sechs reisse ich mich los, diese woche macht das arbeiten spass. mittlerweile ist das dorfjubiläum entlang der ennetbadener limmatpromenade in vollem gange, mit dem velo hätte ich den berg hinauf über die goldwand ausweichen sollen, da ich aber in die stadt will, schiebe ich lieber durch das festgelände, wechsle aber so bald wie möglich auf die badener seite zum weiterfahren.

ich komme ein paar minuten zu spät zum kino, wo kai mich schon erwartet. vor dem kinosaal, in dem ruben brandt, collector, der film, den wir sehen wollen, gezeigt wird, hat sich schon eine lange schlange gebildet. gut haben wir reserviert, es ist nämlich ausverkauft, während nebenan im grossen kino der wettbewerb wieder eher schwach besucht ist. die atmosphäre an der fantoche ist grossartig und während wir in der schlange warten habe ich zeit, kai aufs laufende über den tag zu bringen.
der film ist ganz zu recht ausverkauft, eine ungarische produktion, mit ungewöhnlich kubistisch anmutenden figuren, collagenhaft animiert, teilweise an gute comicproduktionen erinnernd. die geschichte ist ein bisschen krimimässig, es geht um kunst und kunstgeschichte, aber viel entscheidender finde ich die umsetzung mit vielen anspielungen auf berühmte kunstwerke und filme. ein wichtiges mitglied der filmcrew ist im kino anwesend und nach dem film gibt es die gelegenheit, ihm fragen zu stellen. spannend vor allem die frage, nach den bildrechten für die kunstwerke, die im film vorkommen - die natürlich abgeklärt, zum teil auch bezahlt werden mussten.*

nach dem film besuchen wir den sohn am hotdogstand und nehmen uns als abendessen zwei verschiedene hotdogs auf einen spaziergang über das festgelände (festperimeter ist der technische ausdruck, den ich jetzt mal hier los werden muss). leider sind die würstchen in unseren beiden hotdogs vertausch worden, was zu ein bisschen verwirrung führt, wir wissen also nicht, wie es hätte schmecken sollen, die heissen hunde schmecken aber auch so ganz gut.

auf dem rundgang - wie hätte es auch anders sein sollen - treffen wir etliche bekannte gesichter, aber letztendlich ist es uns dann doch zu ungemütlich kühl, um uns irgendwo niederzulassen, deshalb fahren wir nach hause, schauen noch tagesthemen (was für ein chaos in england) und trinken gemütlich auf dem sofa ein glas wein.

 #wmdedgt ist eine blogaktion von frau brüllen, alles details und andere tagesbeschreibungen finden sie dort

*anekdote am rande: die gezeigten kunstwerke sind im film verfremdet, und zwar im kubistischen stil des films. ein stil, der den meisten von picassos figuren vertraut sein dürfte. nun haben aber gerade die rechtinhaber der kunstwerke picassos drauf bestanden, dass die verwendeten kunstwerke gerade nicht verfremdet werden dürfen...

Donnerstag, 5. September 2019

montag bis mittwoch, 2. bis 4. september 2019 - mittagessenkochfrei

eine spezielle woche startet am montag mit der abreise der tochter auf klassenfahrt. das ist, obwohl gerade erst das schulahr begonnen hat, ihre abschlussfahrt im letzten schuljahr auf der obligatorischen schule. sie fahren an die rigi, geplant sind wandern und stadtspiel, schwimmen und kanadierfahren, gemeinsam kochen sowieso. obwohl die tochter gerne verreist, ist sie nur mittelmässig begeistert von dieser reise.

ich habe also auf jeden fall mittagessenkochfrei für diese woche und kann mir meine zeit wirklich frei einteilen. am montag erledige ich darum zuerst den haushalt und fahre erst am späteren vormittag in die werkstatt.
hier muss ich mich zuerst einmal von all den streng zweckgebundenen aufgaben der letzten woche erholen und beginne etwas, was ich schon lange geplant, aber bisher nicht umgesetzt habe. vor mittlerweile mehr als drei jahren habe ich in einem kurs bei annemie koenen eine skizze von paul klee in filz weiterentwickelt. von diesen skizzen gibt es mehrere und so hatte ich die idee nach dem vorbeigehenden wesen auch noch das sitzende in filz zu arbeiten.

nun, was soll ich sagen, am montag war es halt so weit. das sitzende tier wollte raus.


ein bisschen abenteuerlich habe ich für einen teil der farbflächen eine wolle-seide-mischung genommen, von der ich erst nicht wusste, wie gross der seidenanteil war. handgefärbt dazu hin noch, und leider auch überfärbt, denn ich hatte plötzlich farbe überall. leider auch auf der weissen umgebung...
bis zum abend war nicht nur das tier, sondern auch die umgebung und der rücken der fläche ausgelegt.

zum abendessen gibt es die reste des gemüsekorbs, und dadrin gab es nur noch eine zucchini, die ich angebraten habe und die wir zu fertiggnocchi in selbst gemachter tomatensosse assen. ein bisschen salat musste auch noch weg.

***

für den dienstag hatte ich mit dem sohn verabredet, ihn mit dem auto zum gastronomiehändler und in den baumarkt zu begleiten, damit er verschiedene dinge für das am kommenden wochenende anstehende jubiläumsfest der gemeinde, auf dem er mit den anderen jungs vom jährlichen fussballgrümpelturnier einen stand hat.
wir starteten also in aller herrgottsfrühe um acht (der grosshändler hat ab 6.30 uhr auf), kauften unter anderem einen sack zwiebeln, viele servietten, eine kühlbox, acht sperrholzplatten, farbe, kabelbinder und so weiter. die jungs werden hotdogs verkaufen, aber kaufen mussten wir nur das, was niemand liefern kann oder will.

zu mittag machten wir zuerst einen versuch an einem thailändischen imbiss, wegen zu viel text und undurchsichtiger angebotslage (das einzige gericht, das wir sicher identifizieren konnten war reis mit ei) entschieden wir uns aber um und assen dann belegte brote und himbeertörtchen vom bäcker.

reichlich gemüse heute - und das ausgerechnet in einer woche in der ich wenig bis garnicht kochen wollte...
am nachmittag ging es dann mit dem sitzenden tier in der werkstatt weiter. erstaunlich gut und schnell hat sich auch die seidenmischung filzen lassen (also der wollanteil darin, seide selbst filzt ja nicht). im areal ist zur zeit grosse aufregung, das fernsehen ist da und nimmt zwei sendungen des samschtig-jass auf. dafür ist nahezu jedes verfügbare fleckchen in den höfen zugeparkt und jede menge menschen rennen herum. alle sind ganz aufgeregt, inklusive der beiden hausmeister - was wir schon am morgen, als wir noch zwei tischböcke aus der werkstatt holen mussten, bemerkt hatten.

am abend hatten sich die beiden söhne noch verabredet, um weiteres material für die bar zu holen und so kam es, dass wir zu viert, mit dem ausgezogenen sohn, fenchelgratin mit bulgur zum abendessen hatten.

***
mittwochmorgen zuerst büroarbeit zuhause, ein weiterer newsletter wollte fertig gemacht werden, ausserdem gab es anmeldungen zu beantworten und überweisungen zu tätigen. bis zum kaffee um zehn war ich damit fertig und verabschiedete mich anschliessend von kai, der im homeoffice arbeitete, in richtung werkstatt.
das sitzende tier ist fertig und weil kai sich eine hülle für ein neues geschäftslaptop wünscht, pröbelte ich ein bisschen herum. es wird wohl was mit fischen werden.


um halb drei holte mich kai zu einem limmatschwumm ab. als wir dann aber so in badekleidung am ufer standen, war ich nicht mehr so sicher, ob das eine gute idee war. an der limmat finden gerade uferarbeiten statt und flussabwärts kam uns eine arbeitsplattform entgegen, die ganz schön breit war. dazuhin sind wohl in den letzten tagen am rechten flussufer reichlich bäume gefällt worden, die, an die verbliebenen baumstümpfe gebunden, nun fast bis zur mitte im fluss lagen. nach der arbeitsplattform konnten wir dann aber im mittlerweile wieder kühler werdenden wasser ungestört schwimmen.

ich arbeitete noch ein bisschen weiter (die tasche ist ausgelegt) und machte gegen halb sechs dann auch schluss. durch die anstehenden besucher der samschtigjassaufzeichung und die aufbauarbeiten für das 200jahr jubiläum der gemeinde an der uferpromenade mehr oder weniger zurückgeradelt.
zuhause dann nochmal mails, abendessen (tomate-mozzarella) und dann zur fantoche.

haben sie nicht wieder eine originelle dekoration, die leute vom kleinen aber feinen animationsfilmfestival?

wir sahen den internationalen wettbewerb 4, und wie immer bei den wettbewerbszusammenstellungen gibt es positive und merkwürdige überraschungen. am besten gefallen hat mir gleich der erste kurzfilm, grand bassin. sehr witzig, aber von der animation her eher unspektakulär war apfelmus aus österreich - ein von alexander gratzer im alleingang hergestellter film, der das leben auf eine einzige frage reduziert: haben wir überhaupt einen pürierstab?
insgesamt scheint dem animationsfilm neuerdings die farbe ausgegangen zu sein, viel sepia und entsättigte farben waren zu sehen, und auch in einigen geschichten ging es recht dunkel zu.

nach dem kino war ich müde bis schwummerig von dem langen tag und wollte anstatt zur festivalparty lieber ins bett. darum liessen wir das royal trotz vager verabredung mit dem sohn rechts liegen und fuhren mit dem velo nach hause.

morgen dann nochmal fantoche und schon dorffest in ennetbaden.

Montag, 2. September 2019

manufaktursonntag - 1.september 2019


die fotos oben sind bei den vorbereitungen zum manufaktursonntag entstanden - und eigentlich wollte ich daraus noch eine instastory machen und so den weg in die werkstatt zeigen.

es kam aber dann ganz anders. denn kurz vor elf, als offiziell der tag der offenen türe beginnen sollte, kam erst mal die stadtfotografin und machte fotos von der werkstatt, von mir - und vom ersten besucher, der bereits kurz nach elf eintraf. vielleicht habe ich diesen freundlichen russischen spaziergänger überredet, aber ein wenig interessant muss er das filzen doch gefunden haben.

dann hatte ich noch einmal kurz die gelegenheit, instagram zu öffnen und schon kamen neue besucher. bis ungefähr vier uhr ging das so weiter - nie mehr als drei, vier, fünf personen gleichzeitig, dafür aber einige länger als eine stunde. kai kredenzte kaffee, kuchen, wasser und später auch ein schlückchen prosecco. unbekannte und bekannte gesichter wechselten sich ab und schauten beim filzen zu oder nur einfach mal herein in die werkstatt. niemand ging ohne kursprogramm und flyer und manche nutzten die gelegenheit, sich gleich zu einem kurs anzumelden.


das konzept ist also aufs schönste aufgegangen - einerseits nämlich menschen einzuladen, die mich bereits kennen und beim tag der offenen tür die werkstatt und das neue kursprogramm unter die lupe nehmen können und andererseits durch die zusammenarbeit mit dem verein industriewelt und das "dach" manufaktursonntag auch menschen in die werkstatt zu holen, die mich noch nicht kennen. zusätzlich haben die im areal platzierten plakate und wegweiser neugierige spaziergänger angelockt, einfach mal so reinzuschauen.

(auf die instastory konnte ich also getrost verzichten.)

und wenn sie sich jetzt ärgern, dass sie den manufaktursonntag verpasst haben ... dann können sie mich jeden freitag von 14 bis 18.30 uhr in der werkstatt besuchen. (es gibt dann halt
wahrscheinlich weder kuchen, noch prosecco und auch nicht kais legendäre selbstgebackene grissini)

Samstag, 31. August 2019

12tel-blick im august - mauern mauern



 es geht voran. nach wie vor in kleinen, in der gesamtansicht kaum sichtbaren schritten. am besten sieht man es noch am verschwinden der sockel der weiter hinten stehenden alten badehotels. eine terrassierung des geländes wird sichtbar. aber nach wie vor kann ich mir nur schlecht vorstellen, wie das thermalbad am ende aussehen wird.



 ich habe mir deshalb mal ein foto von der website des bauträgers ausgeborgt, damit wir uns alle mal wieder ein bisschen orientieren können. (zur seite hier entlang.) so viel höher wird das also alles garnicht werden.


nur das ärztehaus auf der linken seite wird noch um zwei geschosse wachsen. an den bereits gegossenen säulen kann man sich ganz gut orientieren.

apropos orientieren: mitte des monats gab es eine informationsveranstaltung von bauträger und stadt zur baustelle. sehr spannend war das allerdings nicht. nur eines wurde mir dort deutlich: für die bevölkerung, die rund um die baustelle lebt, ist vor allem die erschliessung des uferbereichs, der wohngebiete, auch der kapelle wichtig. immer wieder war auch der ursprünglich etwas weiter limmatabwärts geplante mättelisteg thema. mit dem steg gäbe es einen rundweg entlang der badener und ennetbadener promenade - aber leider fehlt dafür geld und die zustimmung des einwohnerrats in zwei der drei beteiligten gemeinden. sinnvoll wäre der steg auch für die erschliessung des oederlin-areals, wo ich meine werkstatt habe, deshalb wird auch von dieser seite eine finanzielle beteiligung erwartet.
(ach, und bevor sie fragen: wir ziehen demnächst von der einzigen gemeinde, die den steg gerne finanziert hätte, in die, die sie am stärksten ablehnt. und mein werkstatt-vermieter ist auch in die sache involviert.)


hier noch die übersicht über die vergangenen acht monate.
was der 12tel-blick ist, lesen sie gerne bei eva nach. sie sammelt auch in diesem monat wieder viele, meist idyllischere blicke bei sich, danke!

wer die entwicklung der baustelle über die monate mitverfolgen will:

12tel-blick im januar
12tel-blick im februar
12tel-blick im märz
12tel-blick im april
12tel-blick im mai 
12tel-blick im juni
12tel-blick im juli 

Freitag, 30. August 2019

unter der woche - 26. bis 30 august 2019

die woche ist wieder einfach so durchgerauscht durch unser leben.
eine vorbereitungswoche, die nur teilweise im hier und jetzt stattfand, zu einem gutteil aber auch  nächsten sonntag (ich), nächste woche (die tochter und der sohn), nächstes wochenende (kai) im focus hat.

im hier und jetzt waren kai und ich am mittwochabend im biergarten am kloster wettingen, war ich bei der coiffeuse (der, die auch malt und tolle postkarten macht) und bei der zahnreinigung. unser klavier wurde abgeholt und ich sortiere mich durch post und papier. (na, auch nicht wirklich im hier und jetzt, sondern für den umzug.)

auf den nächsten sonntag hin habe ich in der werkstatt das regal eingeräumt und dinge zusammen in schachteln getan, die ich dazuhin erst einmal mit dem wunderschönen papier von frau müllerin überzogen habe. das papier habe ich mal gewonnen und ich freue mich, dass es jetzt die werkstatt schmückt.

 

ein vorher-nachher bild. die schön bezogenen schachteln stehen im endergebnis leider hinter dem sessel. 

jetzt ist alles aufgeräumt, die beispiele für die kommenden kurse liegen bereit, die texte sind gedruckt und ich freue mich auf den sonntag. am 1.september ist nämlich tag der offenen tür im rahmen des manufaktursonntag. wenn sie lust haben, mich und die werkstatt kennenzulernen kommen sie doch zwischen 11 und 16 uhr vorbei. es gibt einen kleinen apero und ganz viel anzuschauen und sogar eine kleinigkeit zu filzen:

hier finden sie den flyer zum manufaktursonntag in meiner werkstatt
klick auf das bild zeigt den flyer zum manufaktursonntag in meiner werkstatt.


Montag, 26. August 2019

wochenende 24. und 25.august 2019 - gartenarbeit und sport

am freitagnachmittag - das muss ich hier noch nachtragen - habe ich noch pia und ihre ouessant-schafe kennengelernt. oder zumindest pia und die wolle ihrer ouessant-schafe. sie kam zu mir in die offene werkstatt und brachte die gewaschenen und kardierten, fluffigweichen vliese mit. aus dem einem kleinen teil entstand am freitagnachmittag dann ein kleiner probefilz - den man aber auch zum beispiel als topfuntersetzer gebrauchen kann.


der plan sieht nun vor, dass nach und nach in der offenen werkstatt aus der restlichen wolle sitzfilze entstehen. ganz wie es zeitlich zum arbeitsaufwand auf einem bauernhof passt.
genau dafür ist die offene werkstatt da! ich freue mich auf weitere nachmittage mit pia und den ouessant-schafen.

***

für den samstag hatte ich schon ziemlich genaue vorstellungen, was alles erledigt werden sollte:

- die hecke an der strasse musste geschnitten werden.
(ein letztes mal. und das gerade jetzt, wo die naturhecke, der wir nur wenig nachgeholfen haben, endlich so richtig dicht und vielfältig ist. am neuen ort erwartet mich viel kirschlorbeer, wenn ich mich richtig erinnere.)

das arbeitszimmer, jetzt deutlich leerer.

- das regal aus dem arbeitszimmer sollte in die werkstatt gezügelt werden.
(die bücher hatte ich schon über die woche mit dem wägelchen transportiert, und das regal stück für stück freigeräumt. kai hat mir am spätnachmittag geholfen, der schreibtisch musste weichen, so ist jetzt eine schöne lese- und kaffeeecke entstanden. und der frei gewordene werkstattschreibtisch zog dann gleich noch weitere umräumarbeiten nach sich. kai tauschte seinen - eigentlich meinen alten - schreibtisch gegen den werkstattschreibtisch und so konnte der grosse sohn am sonntag den alten eichenschreibtisch, den ich in den späten achtzigern irgendwann gekauft habe, zu sich in sein wg-zimmer nehmen. rechtzeitig vor der einweihungsparty!)

ausserdem so: zwetschgenkuchen gebacken. tomatensosse gekocht. der grosse sohn hat sich spontan zum abendessen eingeladen. gelesen und wordfeud gespielt.

***

der sonntag war komplett terminfrei. zum frühstück holte kai nach einer gefühlten ewigkeiten mal wieder frische gipfeli und brötchen. nach dem frühstück radelten wir an den katzensee, schwammen bis zum bootshaus, teilten uns eine bratwurst und assen zum dessert eis, radelten wieder zurück (40 km fahrradfahren, ca. 1 km schwimmen).
am abend waren wir müde. 


Freitag, 23. August 2019

unter der woche - 19. bis 23.august 2019

die wochentage sind angefüllt mit arbeit in der werkstatt, am computer, im haushalt.


in der werkstatt entstehen letzte musterstücke für den tag der offenen tür zum saisonstart, an dem ich möglichst für alle kurse des kommenden jahres frische und neue beispiele zeigen will. ausserdem habe ich damit begonnen, alles was mit filz zu tun hat, von zu hause in die werkstatt zu bringen, denn im neuen haus werde ich kein arbeitszimmer mehr haben.

die karte für die kinderkurse musste auch endlich fertig werden, themen und termine stehen schon lange fest. ich hoffe, dass ich reichlich davon am manufaktursonntag verteilen kann. die karten werden von jahr zu jahr weniger wichtig, weil die meisten eltern sich auf der homepage informieren oder den newsletter nutzen, um an die termine erinnert zu werden. sogar die schule hat das kursprogramm nun digital zum abrufen bereitgestellt.
aber bei veranstaltungen und auf märkten sind die karten halt immer noch ganz praktisch. ausserdem habe ich mir ganz fest vorgenommen, wieder einmal karten im kindermuseum und an anderen orten, an denen menschen mit kindern vorbeikommen, auszulegen.
gestaltet hat die karte dann letztendlich wieder der sohn, was mir eine ganze menge zeit am computer erspart hat, ich habe foto, text und den groben entwurf geliefert. ich bin fasziniert, wie er die buchstaben herumschiebt, bis es wirklich gut aussieht.

dafür hatte ich dann mehr zeit, den nächsten newsletter zu schreiben. da zwischen den einzelnen versandterminen immer einige wochen, wenn nicht gar monate liegen, muss ich mich erst wieder in die software eindenken. insgesamt wird der newsletter aber immer mehr so, wie ich ihn haben will. heute abend geht er raus.

donnerstag habe ich es endlich geschafft, mich mit der tochter in der stadt zum mittagessen zu verabreden. leider war es nicht ganz so warm wie angekündigt, aber wir sassen trotzdem sehr nett in der kajüte am limmatufer.


der umzug rückt näher und wird allmählich konkreter. kai und ich sind immer noch dabei, dinge auszusortieren und einen neuen platz für sie zu suchen. eine kommode, die der sohn stehengelassen hatte, ging gestern weg, noch bevor sie 24 stunden auf tutti gestanden hat. andere sachen sind mühsamer, aber immerhin klappt es mit dem verschenken ganz gut.
ausserdem überlege ich ständig, wie sich das leben im neuen haus verändern wird. nach 14 jahren gibt es hier abläufe und gewohnheiten, die ich am neuen ort nicht mehr für praktikabel halte. alleine die möglichkeit dinge an neuen orten unterzubringen, die vielleicht viel geschickter sind als bisher, ist sehr beflügelnd. aber immer noch kann ich auch zwischendurch in eine kleine panik ausbrechen, weil ich mir für viele sachen nicht vorstellen kann, wo wir sie hin tun sollen. oder wie lange es dauern wird, bis wir einen platz dafür gefunden haben werden.

ich habe den eindruck, dass ich mir diese gedanken bei den letzten beiden umzügen nicht gemacht habe. ist das jetzt das alter? oder war zumindest der umzug aus der stadtwohnung in stuttgart in das häuschen im aargau ohnehin so umwälzend, dass klar war, dass nichts so bleibt, wie es war?

Sonntag, 18. August 2019

wochenende 17. und 18.august 2019 - barcamp und müde

samstagmorgen stand ich alleine und für ein wochenende mittelfrüh auf, um nach zürich zu fahren. ohne frühstück, denn das barcampCH*, zu dem ich mich angemeldet hatte, sollte mit frühstück beginnen.
am bahnhof erwischte ich den früheren zug und hatte so gelegenheit, zu fuss durch die stadt zum veranstaltungsort, dem kulturzentrum karl der grosse, zu gehen. nicht mehr ganz so frühmorgens sind in zürich schon erstaunlich viele touristengruppen unterwegs, die mir später am tag noch nie so aufgefallen waren.

foto: Claudio Schwarz

viertel nach neun startete also mein abenteuer barcamp. ich hatte zwar schon an verschiedenen orten von solchen veranstaltungen gelesen, aber noch nie selbst eines besucht. das ankommen war erstmal ein wenig verwirrend, einfach ein papierschild nehmen, name drauf und dann unter die menge mischen fühlte sich zu wenig offiziell an. gut, dass ich mittlerweile frühstückshunger hatte und mit kaffee und gipfeli versorgt auch gleich mit einer anderen erstbesucherin  am tisch landete (und feststellen durfte, dass ich schon ganz gut über das prozedere informiert war).

um zehn ging es dann in den grossen saal. nach einer kurzen vorstellungsrunde für etwas mehr als 50 personen (nur name und drei begriffe, bei mir: bloggerin, filz, garten) startete die sessionplanung.
eine session dauert etwa 45 minuten, die inhalte kommen von den teilnehmern selbst und werden in der sessionplanung spontan vorgeschlagen. man weiss also nicht vorher, was einen an der "unconference" so erwartet. während der sessionplanung werden die inhalte auch kurz vorgestellt, aber man muss schon ziemlich gut sein, wenn man sich das alles bis am späten nachmittag merken will.


ich wählte als erste session die mit dem thema "konsensieren" - was auch vielleicht die session gewesen sein wird, aus der ich am meisten mit nach hause nehmen konnte.

foto: Claudio Schwarz

es ging darum demokratische prozesse besser zu machen durch neue abstimmungsmethoden, bei denen es keine (oder zumindest weniger) verlierer gibt, wer mehr wissen will, bitte hier entlang.

der vormittag blieb bei mir politiklastig, denn weiter ging es mit politischen onlinekampagnen. ein rundumschlag mit vielen beispielen, aber letztlich zu viel, dass es zu einer diskussion gekommen wäre, es blieb beim reinen faktenaufzählen. und so ganz klar, wie sich politische, de facto also vor allem parteienkampagnen von denen aus der wirtschaft unterscheiden, war mir bis dahin nicht so ganz klar.

dann: mittagessen. leckeres gemüsecurry, vom zentrum karl der grosse zubereitet. überhaupt war die ganze veranstaltung durch sponsoren für alle teilnehmer umsonst.

nach einem pausenkaffee auf der terrasse ging es gleich weiter mit den sessions. mir fiel die entscheidung schwer, allmählich konnte ich mich auch immer schlechter an das erinnern, was bei der vorstellung zu den einzelnen angeboten gesagt worden war. aber storytelling hörte sich nützlich an. also erfuhr ich so mittelviel neues über instastories (vor allem) und über die sechstagechallenge, die die veranstalter der session vorstellen wollten. im unterschied zu den beiden sessions am vormittag war dies also auch ein bisschen eine werbeveranstaltung. dinge vorstellen, die man in einem etwas ausgedehnteren rahmen dann auch käuflich erwerben kann, vor allem coaching und beratungen, das ist offensichtlich auch eine möglichkeit bei einem barcamp.
ein bisschen ambivalent finde ich das schon, auch weniger offen als bei den weniger zweckgebundenen sessions. denn wenn jemand etwas vorstellt, was er persönlich spannend findet (zum beispiel das konsensieren in der ersten session) bleibt für mich mehr raum zum (auch mal kritischen) nachfragen. klar geben die anderen (kommerzielleren?) sessions auch zunächst etwas an die teilnehmer weiter, aber da kann ich dann entweder konsumieren oder auch nicht.

nachdem ich bisher nur männer in den sessions erlebt hatte, die teilnehmenden aber gefühlt eher ausgeglichen über die geschlechter verteilt waren, wollte ich um 15 uhr mal eine weibliche sicht haben und entschied mich für das "hier und jetzt" - fand aber recht schnell heraus, dass mir das thema eher nichts zu sagen hatte. nun war zwar bei der einführung gesagt worden, dass man jederzeit eine session auch verlassen könnte, ich brauchte aber doch noch weitere fünf minuten, um wirklich zu gehen. immerhin konnte ich meinen stuhl an jemanden weitergeben. über den gang hinweg gab es dann robotik für greenhorns, da verbrachte ich dann den rest der zweiten nachmittagssession.

zum schluss wurde es nochmal spannend, denn eigentlich passte mir nichts mehr so recht, ich entschied mich dann für die session, an deren vorstellung ich mich am wenigsten erinnern konnte: wünsche und ängste.
und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass ich da opfer eines soziologischen experiments geworden bin. angefühlt hat es sich jedenfalls ziemlich so. vielleicht hätte man schon hellhörig werden sollen, als man nicht gleich sehen durfte, was auf das flipchart geschrieben wurde...
nun, nach beginn der session wurde das dann umgedreht und der sessionleiter bat darum sich zu überlegen, welche unausgesprochenen ängste und wünsche die teilnehmenden in sachen beziehung, intimität und sexualität beschäftigten.
es dürfte ein grobvakuum oder zumindest ein unterdruck im raum entstanden sein, vor lauter tiefem einatmen. und dann wurde losgeredet, nicht unbedingt als antwort auf die frage (man war ja auch eigentlich nicht zum erzählen, sondern zum nachdenken aufgefordert worden) und ich bekam den eindruck, dass das alles so nicht gedacht war. am ende berichteten vier, fünf personen mehr oder weniger intimes aus ihrem leben, es fielen worte wie "ratschläge", sofort sinnvollerweise heftig kritisiert, es wurden geschlechtsstereotypen geritten und gleich wieder auf die weide geschickt und als die stunde um war, fragte ich mich, was das jetzt war.

feedbackrunde - foto: Claudio Schwarz
gut gab es die feedbackrunde zum runterkommen und überlegen, was alles schön war am barcamp. es wurde dann noch ein wenig gesungen (joa, hätte man jetzt für mich nicht unbedingt machen müssen) und viel gelobt, es gab aber auch noch ein bisschen mimimi-kritik. dann aufräumen der räume und ab auf die terrasse zum grillieren.
da war dann zeit, mit ein paar menschen einfach so zu reden, in entspannter atmosphäre. man war sich einig, dass das barcamp eine tolle sache ist und so sehe ich das auch: man braucht zwar eine gewisse toleranz gegenüber obskurem, aber man trifft doch einen ganzen haufen menschen, die interessante dinge zu erzählen haben, von denen man bisher gar nicht ahnte, dass sie interessant sein könnten. also unbedingt wieder ans barcampCH im nächsten jahr, vielleicht überlege ich mir dann auch eine eigene session.

***

und so ein tag am barcamp macht müde. natürlich auch der abend nach dem barcamp, weil ich kai ausführlich erzählen musste, was ich erlebt hatte. aber am sonntag war ich teilweise schon ziemlich geschafft.

gemütliches frühstück im garten, dann kuchenbacken und während der kuchen im ofen war, lesen. aber nach der anschliessenden limmatschwimmrunde war ich dann komplett im eimer. kaffee und kuchen, dann pause, dann familiensitzung, dann kam der vermieter zu besuch und wir wissen nun, dass wir das haus, das verkauft werden soll, besenrein (und nicht etwa komplettgereinigt) hinterlassen dürfen. aus den restlichen tomaten sosse kochen für die morgige pizza, dann ein gemüsecurry aus den meisten restegemüsen, dann tatort.
so wenig ist es letztendlich doch nicht gewesen, was ich am sonntag gemacht habe, aber weil ich den tag über nur selten aufs mobiltelefon geschaut hatte, fiel mir erst beim zubettgehen auf, dass ich seit zwei tagen keine mails mehr bekommen hatte (nicht einmal spam!) und das musste ich dann doch noch dem mittleren sohn schnell mitteilen. der wiederum ganz schnell reagierte und meinen mailaccount heilte. irgendetwas ist schief gegangen um zusammenhang mit der am freitagabend so spontan live gestellten neuen website, aber nun ist alles gut und ich kann in die neue, für mich erste arbeitswoche nach den ferien starten.




*wer sich unter dem begriff barcamp nichts vorstellen kann, bitte hier entlang.