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Montag, 22. August 2022

sonntag 21. august 2022 - strohdachhaus und bauerngarten

das thema garten beschäftigt mich wieder mehr als in den vergangenen jahren, ich recherchiere im internet und stosse dabei auf "die tage der offenen gärten", an denen organisationen und privatpersonen einblick in ihre art zu gärtnern geben. und auf die jubiläumsveranstaltung der bioterra, der organisation für den biologischen landbau in der schweiz, die im strohdachhaus in kölliken stattfindet. 

das strohdachhaus mit dorfmuseum liegt so gerade noch in unserem aktionsradius mit den e-velos. knapp vierzig kilometer, allerdings auf weitgehend bekannten wegen, wo wir zügiger vorankommen als dort, wo ich an jeder kreuzung die karte konsultieren muss. 
 
bevor wir losradeln (das museum hat erst ab dem nachmittag geöffnet) bereiten wir das abendessen vor. von unserem neuen gemüsekorb ist nicht mehr viel übrig, aber eineinhalb stangen lauch und noch ein paar andere kühlschrankreste wandern jetzt in eine portion lauchspätzle, die wir fixfertig in den ofen stellen. 

dann radeln wir los, auch um elf ist es noch kühl genug für langärmeliges, zumindest auf dem ersten teil der strecke. am stauwehr unterhalb wildegg und aarau machen wir jeweils eine kleine rast, gegen halb drei sind wir am museum in kölliken. ein anderes imposantes strohdachhaus sehen wir schon auf dem weg, das riesige dach ist beeindruckend. gedeckt ist es heute nicht mehr mit stroh, sondern mit schilf, stroh in dachdeckqualität ist nicht mehr in ausreichenden mengen zu bekommen. 
 

 
das und andere spannende dinge über die konstruktion des hauses und das leben der menschen darin erfahren wir vom audioguide, der uns auf dem rundgang durch das haus begleitet. 

wieder draussen kommen wir gerade recht zu einem vortrag über die geschichte der bioterra - ein langjähriges mitglied berichtet über die anfänge und die entwicklung dieser organisation. wir bekommen kaffee und kuchen angeboten, wollen aber den vortrag nicht ganz anhören. lieber schauen wir uns noch den garten an und machen bei einem quiz mit, bei dem wir früchte und pflanzensamen erkennen sollen.

die samen der baumpäonie sind glücklicherweise nicht dabei, die hätte ich nicht erkannt - dafür habe ich zwei samen für uns abgezweigt... 

und wieder ein paar ideen mitgenommen, für gartendeko und bepflanzung... 

den rückweg nehmen wir fast komplett auf einem anderen weg als den hinweg, wir folgen dazu zunächst der uerke, dann der suhre, weiter geht es über lenzburg und niederlenz nach wildegg. dort überqueren wir die aare und entscheiden uns gegen den aareradweg und folgen den wegzeigern richtung brugg durch verschiedene links der aare gelegene ortschaften. aber zum schauen sind wir jetzt fast schon zu müde und zu hungrig. unterwegs rufen wir die tochter an, dass sie den backofen anwerfen soll, aber es stellt sich heraus, dass sie selbst noch unterwegs ist, sie haben die wanderung in der ostschweiz ausgedehnt, das wetter war so schön. 

gegen halb acht ist das abendessen fertig und ein teil der familie schon geduscht, wir erzählen vom tag unterwegs und sind alle ziemlich müde (und hungrig).

Montag, 10. August 2020

8. und 9. august 2020 - rastloses wochenende

mit schrecken habe ich festegestellt, dass ich den post über den freitag gestern gar nicht veröffentlicht habe. naja, so schlimm war es auch nicht, so viel ist am freitag ja gar nicht los gewesen, also eher so: nix. 

ich frage mich, ob ich mich gerade in einer blogkrise befinde, es einfach nur zu heiss zum bloggen ist, oder es vielleicht sogar ganz heilsam ist, die sache mit dem tagebuchbloggen auch mal lockerer zu sehen. jedenfalls wird es wieder einen wochenendsammelpost geben, denn es ist jetzt bereits sonntagnachmittag. 

und vermutlich werde ich gleich wieder unterbrochen werden, denn die tochter möchte die haare gefärbt bekommen und ich möchte eigentlich schwimmen, aber zuerst muss noch der zwetschgenkuchen fertig werden, damit ich ihn aus dem ofen nehmen kann. der sollte eigentlich schon fertig sein, aber nach der eingestellten backzeit hat der ofen sich ausgestellt und ich habe vergessen, ihn für zusätzliche 10 minuten wieder anzuschalten, und jetzt muss der kuchen halt noch mal nachbacken. 

es ist heiss, wobei es mir bis gestern durch eine angepasste lebensweise noch nicht so sehr heiss vorkam. will heissen: ich bin vor allem morgens und abends draussen, den tag über eher im haus oder höchstens mal im bädle. heute finde ich es aber endgültig: heiss. 

gestern morgen ging der blogpost wohl halb fertig vergessen, weil wir recht früh (kurz nach acht) und ohne frühstück nach aarau aufgebrochen sind, um zuerst dort zu frühstücken und anschliessend über den wochenmarkt zu schlendern. 

und es war nicht nur wochenmarkt, sondern auch flohmarkt! es geht also auch anders.


die markstände stehen viel weiter auseinander, der wochenmarkt auch nicht in doppelreihe, sondern halt auch noch auf dem platz vor dem stadtmuseum und in eine querstrasse hinein. die anzahl der stände für den flohmarkt ist eingeschränkt, aber alle marktfahrer haben sich ein system ausgedacht, wie sie die anforderungen einhalten können und der markt ist so tatsächlich auch weniger stressig. vielleicht muss man an der einen oder anderen stelle ein bisschen mehr geduld mitbringen, aber man hat ja auch mehr zeit, oder ist das schon wieder vorbei mit der entschleunigung? 

nach der "neuen normalität" fragt eine ausstellung im foyer des stadtmuseum aarau, den titel "herrscht nun coro normal?" habe ich an anderer stelle schon mal erklärt. heute waren wir wirklich drin im museum und haben an den interaktiven angeboten teilgenommen: kai hat die leeren strassen aus dem lockdown bevölkert und ich habe einen begriff erläutert, der für mich charakteristisch für die corona-zeit ist. ausgewählt habe ich "inderaktuellensituation" - für mich eine umschreibung und ein euphemismus, der oft gewählt wird, wenn man nicht "wegen pandemie" oder "wegen corona" sagen will. da der begriff  aber mittlerweile so floskelhaft benutzt wird, hat er eine einengung vom neutralen ins spezielle, nämlich gerade auf die coronapandemiesituation erfahren. 


spannend fand ich auch die fotoprojekte von drei aarauer fotografen, die von drohnenaufnahmen über den blick aus dem eigenen fenster bis zu speziell aufgenommenen fotos vom zuhausebleiben (durch die scheiben im erdgeschoss oder dem ersten stock, da dann mit hilfe einer leiter) eine schöne bandbreite im lokalen bieten. 

wir mussten dann noch einen umweg über den bäcker machen, von dem wir brot zum zmorgen gehabt hatten und jetzt haben wir ein sehr gutes dinkelvollkornbrot. ausserdem brachten wir nach hause: ein lammnierstück vom schweizer lamm, paprikas für eine pepperonata, etwas cima di rapa  ähnliches catalogna, zwetschgen für zwetschgenkuchen, äpfel, oliven und käse zum irgendwann essen. 

zuhause waren wir am frühen nachmittag - ich schnitzte an meinen stempeln für die sommerpost weiter, das gibt aber mal einen extrapost, wenn alles fertig ist. der mittag ging dann so schnell herum, dass es mir erst am abend noch einfiel, dass ich ja noch schwimmen wollte. und dann haben wir ausführlich gekocht und vor dem essen noch apero genossen und insgesamt wurde es dann wieder so richtig spät, aber das war auch egal, weil es ja ohnehin sehr warm war und es draussen erst nach sonnenuntergang so richtig angenehm wurde. 

***

für den sonntag hatten wir uns vor allem ausschlafen vorgenommen und für den nachmittag den besuch des sohns zu kaffee und kuchen. als der kuchen im ofen war - also ungefähr zu dem zeitpunkt, an dem ich diesen text begonnen habe, kam allerdings die nachricht von ihm, dass einer seiner arbeitskollegen auf ein covid19-testresultat warte und so sagten wir den besuch lieber ab. den zwetschgenkuchen bekamen die beiden eingeladenen dann per fahrradkurier - ich übernahm im gegenzug eine gestanzte briefmarkenvorlage für die sommerpost. ich merkte erst im lauf des tages, wie traurig ich über diesen abgesagten besuch war.

ansonsten riss über den ganzen sonntag die kette der beschäftigungen nicht ab: früh am morgen eine stunde giessen und gartenpflege, dann kuchen backen, tomatensauce kochen, tomaten ernten, samen sammeln und endlich beschriften, teilweise sogar in tütchen verpacken, die haare der tochter färben, zwetschgenkuchen essen, an den kirschlorbeeren die bereits reifen früchte abschneiden, an diesem blogtext schreiben, ein einziges gehetze durch den sonntag. irgendwann war es genug, ich ging dann eine runde schwimmen und anschliessend stempelte ich meine briefmarken. eine passend meditative tätigkeit um der rastlosigkeit entgegenzuwirken. 

kai machte solange pizza, die wir am einzigen luftigen ort assen, nämlich auf dem balkon im ersten stock. anschliessend noch ein bisschen vorbereitung auf den montag, serie schauen und dann früh zu bett. 

gesehen: the rain (3.staffel) ich weiss nicht, ob das wirklich gut ist. im frühjahr hatte ich einen stop der weltuntergangsszenarien in fernsehunterhaltung verlangt, ich mag einfach nicht auch noch zur unterhaltung von viren und quarantänezonen hören. 

gelesen: john lancaster, kapital (ich bin mittlerweile sicher, dass ich das schon gelesen habe, kann mich aber nicht mehr an viele handlungsstränge erinnern, so dass ich jetzt einfach weiterlese).

Freitag, 26. Juni 2020

25. juni 2020 - viel besuch

schon seit einigen tagen beobachteten wir im garten und am haus einen hausrotschwanz, der auf der suche nach insekten war. mal sass er auf dem rosenbogen, mal auf einer giesskanne, mal auf dem dachrand, meist mit einer portion raupen oder mücken im schnabel. seit mittwoch wissen wir, dass es sich um ein paar hausrotschwänze handelt, die ihre jungen unter den dachbalken auf unserem schlafzimmerbalkon aufziehen. in regelmässigen abständen hören wir die kleinen vögel, mit einigen verrenkungen kann man sie sogar sehen. es dürfte noch ein paar tage dauern, bis die kleinen losfliegen.

ebenfalls seit tagen kommt regelmässig in der abenddämmerung ein hirschkäfer vorbeigebrummt. bisher sahen wir ihn nur fliegen, immerhin so tief, dass wir deutlich erkennen konnten, dass es sich um ein männchen handelt. gestern nach dem abendessen landete er dann direkt auf unserem gartentisch und wurde umgehend zur fotosession geladen.



 vor allem wenn es heiss und trocken ist, wird das wasser für viele insekten zur falle - wir steuern dem mit zusätzlichen trinkgelegenheiten im garten entgegen, fischen aber immer wieder käfer, spinnen und fliegen aus dem wasser, für die jede rettung zu spät kommt.
eine besucherin beendete leider ihr leben in unserem bädle. als wir nach dem  abendessen zum letzten mal die insekten von der oberfläche fischten, fanden wir diesen plattbauch, eine grosslibellenart aus der lautmalerischen familie der libellulidae.



ansonsten:

wir machten einen kleinen ausflug ins pflanzenreich der wildstaudengärtnerei dietwyler bei rüfenach. die gärtnerei, die eigentlich auch ein garten ist, zeigt, wie schön ein verwilderter garten sein kann. schade habe ich keine fotos gemacht, das aktuellste im blog ist von 2007. ich empfehle also einen eigenen besuch!

den nachmittag haben wir wieder im garten verbracht. heute war es richtig heiss, so heiss, dass die arbeitsplätze nach drinnen verlegt wurden. ausserdem gab es eiskaffee mit tochter und mutter.

zum abendessen gab es pizza, danach wurde es windig und kurz ein bisschen ungemütlich im garten, später dann sassen wir  doch noch eine zeit lang draussen.


Montag, 23. März 2020

22. märz 2020 - use what you have

am wochenende ist es schwieriger mit der struktur als unter der woche, die wir hier eigentlich ganz gut durchstrukturiert haben, auch innerhalb des haushalts.

so habe ich gestern vergessen, dass wir am samstag noch einen wichtigen programmpunkt erledigt haben: wir haben die reise nach südengland und cornwall komplett abgesagt und storniert. dass wir nicht reisen werden war uns schon seit etwa einer woche klar, aber uns auf die stornierungen zu konzentrieren haben wir während der woche nicht geschafft. also am samstagvormittag. das hotel für einen zwischenstopp in rouen und die fähre habe ich zum günstigeren tarif ohne stornierungsmöglichkeit gebucht. beim hotel können wir nicht viel machen ausser absagen, das hat aber noch zeit. die fährverbindung ist aber mittlerweile von der reederei gecancelled, so dass wir vielleicht den fahrpreis erstattet bekommen. die ferienwohnung in portsmouth können wir stornieren, ich habe der vermieterin noch ein paar freundliche worte hinterlassen und mich für die stornierung entschuldigt. für unseren aufenthalt in cornwall selbst haben wir am donnerstag oder freitag die reisedetails bekommen, na, da war ja boris noch zuversichtlich, dass corona die britischen inseln einfach so verschonen wird. unser ziel hier: eventuell eine art gutschreiben des bezahlten betrags, so dass wir zu einem späteren zeitpunkt die reise antreten können. wenn es nicht klappt, dann ist es halt ein beitrag für die erhaltung der tourismusbranche in cornwall. so weit der nachtrag zum samstag.

am sonntag haben wir wieder spät gefrühstückt, es gibt ja wenig gründe, früh aufzustehen, ausser für mich, die irgendwann einfach nicht mehr schlafen, aber dann wenigstens bloggen kann. der himmel war bedeckt, aber eher hochneblig als wolkig.

nach dem frühstück nähten die tochter und ich mundschutzmasken nach zwei verschiedenen schnittmustern aus dem internet. es ist schon eine ziemlich komische vorstellung mit den dingern am dienstag zum einkaufen zu gehen, aber wenn es uns nicht nutzt, vielleicht nutzt es den anderen? immerhin kann man so wirklich niemand anniesen oder husten und auch wichtig: man kann sich nicht einfach so unbewusst ins gesicht fassen. mein persönliches sicherheitsgefühl erhöht es nicht, ich denke eher an rücksichtnahme auf das personal in den lebensmittelläden.

danach stand dann die tägliche gartenrunde an, die kai schon begonnen hat, während ich noch die nähutensilien aufräumte und mit dem mittleren sohn telefonierte. da aktionswerbung im augenblick entweder sinnlos (weil fachmärkte geschlossen) oder unethisch (weil die kundenfrequenz beschränkt und nicht ausgeweitet werden soll) ist, wird er sich ab der kommenden woche wahrscheinlich freiwillig melden um das personal seiner arbeitgeberin in den filialen oder in der logistik zu unterstützen.

im garten war es noch ein mächtiges stück arbeit, die reste des chinaschilfs zu entfernen, obwohl viel weniger fläche als am samstag. am rand war das schilf aber komplett mit steinen und anderen pflanzen verwachsen. aber die sonne war herausgekommen, so dass es wieder angenehm warm war. am ende musste der bereich noch neu gestaltet werden, am unteren rand mit grossen steinen und einer weiter nach oben gesetzten steinpflanze. auch im garten ist jetzt das motto: use what you have (nutze was du hast). setzlinge kaufen wird wahrscheinlich eher schwierig. ein versorgungsproblem habe ich auch schon ausgemacht: uns wird früher oder später blumenerde fehlen, denn anders als in den jahren ohne umzug haben wir im herbst alle töpfe geleert und der kompost ist vermutlich auch noch nicht reif genug um reichlich material zu liefern. aber so lange das unsere grösstes problem ist... (gerade nachgeschaut, die örtliche gärtnerei liefert oder macht sachen zur abholung bereit)

dann war der nachmittag auch schon weitgehend rum, die tochter und kai machten sich noch auf für einen spaziergang und zum nachschauen, ob im hoflädeli des bauernhofs noch etwas zu kaufen sei und brachten von ihrer runde fleisch für drei bis vier mahlzeiten mit.
ich telefonierte inzwischen mit einer freundin an meinem heimatort, schulthemen, aber auch die sorge um die eltern und so ganz allgemein die absurdität des momentanen alltags. sie hat verwandte, die sich im südtirol-urlaub mit dem coronavirus infiziert und die krankheit gut überstanden haben. auch mal schön zu hören.

anschliessend bügeln, telefonat mit meiner mutter, abendessen kochen: weil ein bohnenrest weg musste, gab es dazu kartoffelbrei und lebergeschnetzeltes.

lange deutsche tagesschau (mit übersicht über die corona-situation in verschiedenen europäischen und aussereuropäischen ländern), danach tatort. (ich dachte ja, der film am samstagabend sei gemächlich gewesen, aber der tatort schlug ihn noch um längen.)

gelesen: paul auster, mr. vertigo
gesehen: tagesschau und tatort, wie es sich für einen sonntag gehört.

Sonntag, 22. März 2020

21. märz 2020 - löcher stopfen

den gestrigen schluss, dass das, was ich da jetzt aufschreibe, jetzt vielleicht langweilig sei, in zehn jahren aber spannend, habe ich mir, vom techniktagebuch ausgeliehen. das techniktagebuch ist, so könnte man vielleicht sagen, eine art archiv für technische und digitale alltagsdinge aus der gegenwart und der näheren vergangenheit. dort wird natürlich jetzt auch zu den veränderungen durch die corona-pandemie gebloggt. das schöne: in der regel wird nur berichtet was ist, und eben nicht gewertet, gewettert und geurteilt. das überlässt man dann den folgenden generationen. und ganz wichtig: da schreiben ganz viele menschen, so dass zumindest ein bunter strauss an sichtweisen zu finden ist. (technikfeindliche eher weniger, aber das liegt vielleicht in der natur der sache)

anders als an den wochentagen haben wir für den samstag im grunde keinen plan gemacht, das stört mich. ich möchte gerne wissen, wie viel zeit ich für eigene sachen habe, und nicht ständig unterbrochen werden, wenn ich gerade in etwas vertieft bin. meistens schaffe ich es ohne plan nicht, überhaupt etwas für mich anzufangen, weil ich befürchte, dass das dann gleich wieder liegen bleiben muss. dann räume ich im haushalt herum und erledige dinge, die ich auch delegieren könnte und komme so zu überhaupt nichts.

nach dem frühstück erledigen die tochter und ich das, was gestern und die letzten tage liegen geblieben ist, den überblick über unsere eingefrorenen vorräte. die letzte liste ist fast ein viertel jahr alt und auch wenn wir uns mühe geben sie fortzuführen, geht doch immer wieder etwas vergessen und wird nicht eingetragen oder ausgestrichen. viel ist zur zeit nicht eingefroren. das gemüse aus dem letzten sommer ist fast alles aufgegessen und fleisch hatten wir keines mehr bestellt.

danach versuche ich mich in visible mending (sichtbares ausbessern) einer zerschlissenen leinenhose, die ich gerne zuhause trage. das kann ich anfangen und immer wieder zwischendurch liegenlassen, wenn es den hausgenossen dann behagt, etwas gemeinsam zu tun. über den tag schaffe ich es, beide löcher zu reparieren:


sie sehen deutlich den unterschied vom ersten zum zweiten versuch. während ich beim ersten loch drauflosgestichelt habe, so nach dem prinzip hauptsache das hält, wusste ich beim zweiten versuch, worauf des ankommt und habe regelmässigere reichen und stiche gemacht. beim nächsten mal werde ich dann noch die shashiko-regel beachten, dass sich die stiche nicht überkreuzen dürfen. für heute hat es mir schon gereicht, dass die hose wieder funktionstüchtig ist.

im garten haben wir uns heute um das zu viel an chinaschilf gekümmert. das ist wohl einem der gartenvorbenutzer etwas aus der form geraten und hat sich auf etwa doppelte grösse ausgebreitet. wir dämmen das jetzt mal wieder ein und werden sehen, wie gut das mit dem ausgraben funktioniert und ob wirklich nichts mehr nachkommt. ich korrigiere mich: kai hat sich um das schilf gekümmert. ich habe solange eine etwa einen meter lange wegstrecke von seitlich wachsenden kleinen bäumchen befreit. diese bäumchen haben sich aus den massenhaft im ganzen garten vorhandenen schösslingen entwickelt, weil man sie so nah am weg schlecht herausziehen kann. mit einer mischung aus geduld und gewalt geben die meisten aber früher oder später auf und lassen sich unter den platten hervorziehen. die tochter hat die als frostschutz versenkten plastikflaschen aus dem pool entfernt, in dem schon wieder eine menge jetzt auch sehr schmutziges wasser ist. der garten ist ein unerschöpflicher quell sinnvoller arbeit an der frischen luft, die wir gut gebrauchen können, da die sonstigen ablenkungen ja gerade nicht zur verfügung stehen.

später bin ich noch eine kleine runde mit kai spazieren gegangen, habe mit meiner mutter telefoniert und den kontakt zum mittleren sohn gehalten. da er gerade am kochen war, konnten wir nicht telefonieren, vielleicht machen wir das morgen mal.

am abend heimkino mit grosser besetzung, ein film mit anne bancroft, judi dench und anthony hopkins, den wir nicht kannten: 84 charing cross road. sehr, sehr ruhige geschichte, die auf einem realen briefwechsel zwischen einer amerikanischen schriftstellerin und einem britischen buchhändler basiert. die unterschiedlichen folgen des zweiten weltkriegs für amerika und grossbritannien werden en passant deutlich, passte zu töchterleins geschichtsthemen momentan.

gelesen: du bist ich von joan aiken ausgelesen, das ist sehr schade, weil mir die geschichte wirklich gut gefallen hat. ich habe mir antiquarisch (haha) vier weitere bücher von joan aiken bestellt, die mehr als jugendbuchautorin bekannt ist.

gesehen: siehe oben.






Freitag, 20. März 2020

19. märz 2020 - geht halt irgendwie weiter

morgens ist es jetzt schon immer ganz hell wenn ich aufstehe, zur gewohnten zeit. frühstück mit kai, mit scrabble, dann bloggen, den tag planen, ein paar dinge am laptop erledigen. kurzer morgendlicher chat mit meiner mutter, seit der ersten augen-op halten wir das jetzt so, dass sie sich morgens kurz meldet, damit ich weiss, dass alles in ordnung ist bei ihr.

ich sammle anschliessend alle stoffdruckutensilien ein und fahre mit dem rad in die werkstatt, um den stoff für die frühlingspost zu bedrucken. das könnte ich zwar auch zuhause auf dem esstisch machen, aber in der werkstatt habe ich zur zeit zwei grosse tische, die ohnehin leer stehen und wo ich die bedruckten stoffe dann auch liegen lassen kann, bis sie trocken sind. ausserdem habe ich dort auch plastikfolie zum abdecken der tische.

in der werkstatt stelle ich fest, dass die tische natürlich keineswegs leer sind, am freitag hatte ich ja, nach der nachricht von der schulschliessung, alles stehen und liegen gelassen. (das ist gefühlt schon ewig her, geht es ihnen auch so?) also muss ich zuerst einmal aufräumen. aber zu allererst suche ich die dinge zusammen, die ich brauche, um am nachmittag mit kai ein video aufzunehmen, wie man kleine osterhasen filzt um dies meinen filzkindern zur verfügung zu stellen. dann geht es mit dem schablonendruck los.


sie sehen auf dem bild nur die erste schicht, ein bisschen spannend soll es ja auch noch sein. übernächste woche werden die briefe hoffentlich angekommen sein, dann gibt es hier auch noch einen detaillierten bericht.

um die mittagszeit bin ich fertig und radle nach hause, wie abgemacht essen wir um halb eins, brot und auflage.

der anschliessende spaziergang entfällt zugunsten der dreharbeiten am osterhasenvideo. die tochter verabschiedet sich allerdings zu einer etwas sportlicheren runde, das hatte sie ja gestern schon angekündigt. beim videodreh knirscht es etwas, zuerst technisch, dann ist mir das alles auf einmal zu viel, dann geht es doch, dann kommt die kamera an ihr limit. pause. darüber bin ich nicht einmal sehr traurig, dann kann ich noch ein bisschen in den garten.
erster task hier: aussenwasserhahn anstellen. auch das klappt nicht wie gewünscht, denn der auf der gartenseite gelegene wasserhahn ist kaputt, das ventil schliesst nicht, das wasser schiesst nur so heraus. der abstellhahn im keller dichtet nur bedingt, also müssen wir am ende wieder alle aussenwasserhähne am haupthahn abstellen. wir werden uns behelfen, den vermieter einen handwerker aufbieten lassen ersparen wir uns eher momentan.
anschliessend schneide und grabe ich mich der westseite des hauses entlang. es müssen noch ein paar letzte hortensien, rosen und der schmetterlingsbaum geschnitten werden, ausserdem grabe ich wieder einige schösslinge von bäumen aus. die westseite des hauses ist vermutlich die schattigste, da steht neben dem haus ein wahrer urwald über den wir uns noch nicht wirklich gedanken gemacht haben.

irgendwann beenden wir das video, meine mutter ruft an um ein bisschen zu plaudern, wir sitzen zu dritt in der letzten sonne draussen. die tochter verzieht sich noch einmal, sie will noch einen text fertigschreiben. ich stopfe meine gartenabfälle in die grüntonne und fange dann an, das abendessen zu kochen. heute gibt es federkohl mit kichererbsen und paprika und einer joghurtsauce. wir essen uns recht konsequent durch unseren ernteanteil, haben aber auch noch einiges an gemüse im vorrat. überhaupt haben wir beschlossen, dass wir vor anfang der kommenden woche nicht einkaufen gehen müssen.

nach dem abendessen sehen wir heute die schweizer nachrichten - eindringlich versuchen die offiziellen stellen den menschen klar zu machen, dass sie sich an die aufgestellen regeln zum umgang miteinander halten müssen, wenn man einen rasanten anstieg der infektionen bremsen will. der kanton uri hat ein ausgangsverbot für menschen über 65 jahre erlassen. (alte historikerregel: ein regelungsbedarf durch verbot oder gesetz weisst darauf hin, dass das verbotene verhalten vorher regelmässig stattgefunden hat.) selbst unter dem wetterbericht läuft ein band mit verhaltenshinweisen: (regelmässiges händewaschen, distanz zu anderen menschen halten, möglichst zuhause bleiben, nur zum lebensmittel einkaufen, zum arzt, apotheker oder zur arbeit rausgehen, wenn es wirklich notwendig ist). öffnet man instagram oder spotify auf dem smartphone bekommt man dieselben hinweise, bevor man die eigentliche seite öffnen kann.
die bedrohung ist zu abstrakt. steht das wasser an der unterkante des kellerfensters oder fallen bäume auf strassen, dann ist die bedrohung sichtbar, bei der corona-pandemie ist das nicht der fall. vielleicht müssen wir alle erst einen todesfall durch corona in unserer nächsten nähe haben bevor wir aufwachen und die richtigen schlüsse ziehen.

was sonst noch so los war:

die tochter hat jetzt die aufgaben von ihren lehrern erhalten. einige trudeln noch über den tag ein.  selbst der saxophonlehrer hat material geschickt und möchte einmal in der woche eine aufnahme per messenger übermittelt bekommen. bis zu den frühlingsferien befinden wir uns in schuldingen in phase 2, die schülerinnen und schüler bekommen aufgaben, die der festigung des bisher gelernten dienen, prüfungen sind ausgesetzt, aber die aufgaben werden kontrolliert und korrigiert.

und das wollte ich ihnen auch noch zeigen: 

wenn ihnen das alles zu viel wird - die new york times hat hier einen ruhigen platz eingerichtet. ist für einmal besser als mit freunden im park.

gelesen: du bist ich
gehört: die schaulustigen (zeit-podcast)
gesehen: schweizer tagesschau und sex education (das ist so herrlich banal, das braucht man jetzt wirklich)






Sonntag, 15. März 2020

14. märz 2020 - rasenmähen statt fitnessstudio

das hätte ein ganz normaler samstag sein können, aber momentan ist nichts normal. vielleicht werden wir uns in ein paar wochen im ausnahmezustand eingerichtet haben, aber so weit ist es noch lange nicht.

wie immer wochenends vor dem frühstück gebloggt, am sonnenplätzchen im schlafzimmer. die sonne sah ich nicht aufgehen, dafür war ich vielleicht sogar zu spät dran, aber es war auch nicht ganz schönes wetter. frühstück im wochenendemodus, also ein bisschen ausgedehnter und üppiger und danach hatten wir pläne:

die tochter hatte sich mit einer schulkameradin zum backen einer torte verabredet, womit die beiden mädchen dann bis am nachmittag beschäftigt waren.

kai und ich hatten verschiedene gartenarbeiten auf dem zettel, ein weiterer kirschlorbeerstrauch an der nordostecke des hauses wurde von kai so dezimiert, dass die ganze ecke deutlich lichter geworden ist. ein zweiter steht noch dort, aber die kapazität der grüntonnen ist für diese woche ausgeschöpft. ich harkte die wiese, den rasen in spe, das moosbeet, was auch immer sie dazu sagen wollen. das war sehr spannend, denn wenn man wirklich jeden quadratmeter der fläche abschreitet lernt man die pflanzen kennen die da wachsen. an den rändern der wiese wächst wiesenschaumkraut, an einem ende haben sich buschwindwöschen angesiedelt, ausserdem habe ich die spitzen der schon verloren geglaubten osterglocken entdeckt, die ich am rand der wiese im späten herbst eingesetzt hatte. und während ich die zusammengeharkten häufchen aus laub und ästen, die die frühlingsstürme über die fläche verteilt haben, in drei schubkarrenladungen auf den kompost gebracht habe, hat kai alle losen palisadenteile des baufälligen zauns zu den östlichen nachbarn auf einem haufen am ende des gartens zusammengetragen, wo sie nicht stören. dann war erst mal pause.

am spätnachmittag konnten wir den spindelmäher abholen, nur einen ort weiter, ein stabiles gerät und das ganze für umsonst. ein nettes haus mit einer töpferscheibe und einem beneidenswert verwunschenen garten. zuhause mussten wir den mäher natürlich mehr oder weniger sofort ausprobieren, vorher entfernten wir aber noch auf die achsen gewickeltes gras. es ist nicht ganz einfach mit dem handmäher die wiese zu mähen, je mehr moos es hat, desto schwerer lässt sich das handbetriebene gerät bewegen, aber der teil, den wir gemäht haben, bevor uns die kraft und die geduld ausging, sieht schon deutlich besser aus. es ist wohl vor allem eine geduldsfrage, mal schnell mähen ist das nicht, aber dafür können wir wann immer wir wollen ein paar runden über die wiese ziehen. und vielleicht ist es auch eine art ersatz fürs fitnessstudio...


 wir durften dann noch die torte probieren - ein gelungenes werk, aber so mächtig, dass jeder von uns vieren nur ein halbes stück geschafft hat - was aber auch einem normalen tortenstück von der grösse her entsprach. die restliche torte wurde gerecht aufgeteilt: die backfreundin nahm ein stück mit, ein stück bleibt für sonntag bei uns und ein stück trugen die mädchen zur familie eines schwimmkollegen im quartier.


am späteren nachmittag noch ein wenig planen, stricken, dann abendessen kochen: polenta mit schweinsgeschnetzeltem und bohnen. mit der tochter entwickeln wir ideen für die kommenden wochen. die einzige auskunft von der schulleitung, die uns am samstagnachmittag erreichte, enthielt keine hinweise, dass von der schule aus für die schüler lernstoff zur verfügung gestellt wird, sondern folgende formulierung: 
Die Schülerinnen und Schüler gehen grundsätzlich nicht zur Schule. Sie werden Zuhause von den Eltern betreut. Es dürfen keine Aufgaben erteilt werden, auch nicht digital. Hinweise für freiwilliges, selbständiges Lernen an die Schülerinnen und Schüler seitens der Lehrpersonen sind möglich. 
eine lehrerin hat den schülerinnen schon am freitagvormittag wenigstens die lehrbücher mitgegeben, ein teil des materials steht aber noch in der schule. ob einzelne lehrer die möglichkeit nutzen freiwillige aufgaben zu erteilen wird man also abwarten müssen. andere schulen scheinen da besser aufgestellt zu sein, hier und hier bereitet man sich auch auf die "kommende schulwoche" vor. wir haben nun mit der tochter verschiedene möglichkeiten besprochen und sie wird morgen einen plan aufstellen.

abendprogramm für heute ist heimkino: wir schauen nanga parbat von josef vilsmaier.

gelesen: jamaica inn (vielleicht doch gut, dass wir vermutlich nicht nach cornwall reisen werden, wenn es da so zugeht)
gesehen: siehe oben.


Samstag, 29. Februar 2020

12-tel-blick im februar 2020



liebe leserinnen, sie wollten lieber den ausschnitt haben, bei dem sie mir in die kaffeetasse schauen können. heute allerdings noch nicht, denn ende februar ist es dann doch mal ein bisschen winter geworden und es hat sogar geschneit. also schnell raus in den garten und ein foto für den 12tel-blick gemacht. 
verändert hat sich noch nicht viel. der kirschlorbeer vor dem haus musste äste lassen und ausserhalb des blicks hat kai die stämme des kirschlorbeers aus dem mittleren beet entfernt. der frühling hockt noch sehr am boden, so dass man ihn nicht sehen kann. er ist aber schon gewaltig in den startlöchern.


im überblick machen die beiden bilder noch nicht viel her - und hier entlang geht es zur sammlung der 12tel-blicke: bei eva sammeln sie sich auch heuer wieder. danke!

Sonntag, 23. Februar 2020

22. februar 2020 - heute kann es regnen, stürmen oder schnein...

heute ist nämlich der geburtstag des mittleren kindes, aber auch noch ganz viel anderes.

der tag beginnt damit, dass ich früh aufstehe und während die tochter ihre sachen für ihren kurstag zum brevet basis pool zusammenpackt, einen ersten entwurf des blogposts schreibe. um viertel vor acht müssen wir los, picken unterwegs noch zwei andere lebensretterinnen auf und sind überpünktlich am schwimmbad, in dem der kurs stattfinden wird. beim abfahren sehe ich gerade noch erste andere teilnehmer ankommen. mein weg führt mich zuerst zum entsorgungsunternehmen, da es auf dem weg liegt, hat kai mir gestern den kofferraum vor allem mit papier und karton gefüllt, der entsorgt werden muss. anschliessend noch schnell zur tankstelle und eine zopf und fasnachtsgebäck für den nachmittag holen.

zuhause ist schon der frühstückstisch gedeckt, und beim zweiten kaffee scheint dann auch die sonne auf den essplatz. wir sortieren unsere aufgaben für den tag, ich werde zuerst die gewünschte eistorte vorbereiten und kai will, solange es draussen noch zu kühl für gartenarbeiten ist, endlich die oberlichter des wohnbereichs putzen. für diese arbeit haben wir extra eine leiter für eine arbeitshöhe von fünf metern angeschafft.  später am tag dann ein bisschen gartenarbeit, der grosse sohn will vielleicht noch vorbeikommen, später dann kochen und feiern.

dann gibt es allerdings noch ein merkwürdiges intermezzo: beim blick durchs fenster haben wir entdeckt, dass das gartentörchen vom zaun am ende des gartens ausgehängt und etwa fünf meter weiter links abgestellt ist. aprilscherz? erster mai? fasnacht?
beim nächsten blick durchs fenster steht dann auch noch ein roter spaten da rum. und bei genauerem hinsehen arbeitet jemand hinter dem rhododendron am zaun. ganz richtig vermuten wir, dass das angekündigte baumfällen* also heute stattfinden soll. wäre nur nett gewesen, wenn man mal an der tür geklingelt hätte, um dieses ansinnen anzukündigen. abgespeist werden wir mit ausreden, man habe ja nicht gewusst, ob jemand zu hause sei. ja, herr wirf hirn runter, genau dafür ist so eine türklingel ja da! wir sind also etwas genervt, weil just dort, wo der baum gefällt werden soll, sich auch der kompost befindet, den wir für die anstehenden pflanzaktionen brauchen werden. und holen auf die schnelle drei schubkarren kompost, die dann natürlich im weg rumliegen.

mit hainbuche am samstagvormittag
zurück bei eistorte und oberlichtern sind wir für die kommende stunde so beschäftigt, dass wir den fällarbeiten nicht zuschauen müssen, andererseits fällt das aber sehr schwer, denn da hantiert ein eindeutig als nichtprofi erkennbarer älterer herr mit einer elektrokettensäge, nur unzureichend oder gar nicht gesichert in einer höhe von 10 metern im baum. das notfallkonzept scheint aus den abwesend gewähnten nachbarn zu bestehen, die im bedarfsfall ja die 144 wählen können?! zwischendurch fällt auch mal die säge runter, glücklicherweise nicht der gärtner. der nachbar lässt nämlich sägen.

den pausenkaffee mit fasnachtsgebäck können wir draussen auf dem balkon in der sonne nehmen! die fenster sind sauber, die torte friert und in unserem garten türmen sich die äste.

wir wollen auch noch raus in den garten: nur noch ganz wenig kirschlorbeer muss geschnitten werden (eine tonne voll) dann liegen die beiden wiederentdeckten beete schön offen da und können mit kompost versorgt und mit dem am alten ort geretteten rhabarber bepflanzt werden. kai entfernt währenddessen einen eingegrabenen plastikeimer aus dem beet am sitzplatz. wir züchten unsere fliegenlarven und stechmücken in der wassertonne. in das loch kommt ein lavendel, den vorhandenen lavendel binden wir hoch - kriechend auf der terrasse fanden wir ihn nicht so praktisch. ich hoffe, er verzeiht uns das etwas grobe vorgehen und schlägt wieder aus. dann setzen wir noch eine felsenbirne ins grosse beet und eine bergenie an eine schattige stelle. alles, was wir pflanzen, sind gerettete pflanzen aus unserm alten garten, mit viel glück werden sie sich bald hier heimisch fühlen.

das kettensägenmassaker im garten geht weiter, mittlerweile hat der ältere gärtner verstärkung durch seinen sohn bekommen und durch eine motorsäge.

ohne hainbuche am sonntagmorgen
die nachbarn auf der anderen seite leihen sich bei uns ein überbrückungskabel, dabei ergibt sich ein gespräch über die gärten. gut haben wir  drüber geredet, sie wissen jetzt, dass das baumfällen nicht unsere idee war. in ihrem garten steht eine riesige alte linde, die im herbst alle umliegenden gärten mit ihren blättern versorgt. aber auch bei ihnen sterben die eschen, mehrere davon sind beim letzten sturm umgefallen. wir tauschen uns auch noch über den zerfallenden hag zwischen ihrem und unserem grundstück aus, sie sind, wie wir, mit dem vermieter da im gespräch. ich finde den löcherigen palisadenzaun vor allem in hinblick auf unsern pool und ihr kind im nichtschwimmeralter schwierig. sie haben da weniger sorge. ich hoffe, sie behalten recht.

gegen fünf beginnen wir ernsthaft mit dem kochen: falafelmasse und tahinijoghurt herstellen, fladenbrot vorbereiten, tomatensalat schnetzeln (da ist schon der grosse da und hilft beim schneiden), brot backen, falafel fritieren, zwischendurch gäste in empfang nehmen, gratulieren, mit sekt auf den geburtstag anstossen und endlich sitzen und essen und schwatzen. mit allen drei kindern plus freundin des geburtstagskinds geht es hoch her und wir geniessen den trubel bis die letzten gäste gegen halb elf aufbrechen. schönstes kompliment vom jubilar: ihr macht da ja richtig viel aufwand mit dem essen!





* das mit dem baum ist ein bisschen kompliziert. ich habe schon mal am 7.februar darüber geschrieben, da hat der nachbar die fällung angekündigt. der baum steht auf dem von uns gemieteten grundstück, wenn auch ganz am ende und schon hinter dem gartenzaun. er steht zunächst dem hag zum nachbargarten und stört, weil seine blätter auf das nachbargrundstück fallen. es ist ein baum unter vielen, allerdings eine gesunde hainbuche, während einige der daneben wachsenden eschen krank, beziehungsweise bereits abgestorben sind. der nachbar ist sich aber mit unserem vermieter über das fällen des baums einig geworden. von seiten des vermieters haben wir nichts erfahren, vom nachbar kam nur die ankündigung, dass das demnächst gemacht wird.

Sonntag, 16. Februar 2020

15. februar 2020 - rund ist relativ

ein wochenende ohne grosse pläne steht vor der tür, da muss man nicht besonders früh aufstehen. trotzdem habe ich vor dem frühstück bereits am wochenendplätzchen gebloggt und ein wenig im internet herumgelesen.
frühstück, dann familiensitzung, es müssen wieder ein paar dienste getauscht werden, weil ich zwei tage unterwegs bin, ansonsten sieht die woche sehr harmlos aus. anschliessend machen wir noch pläne für den samstag: altglas entsorgen, einkaufen, gartenarbeit (es ist schönes wetter!) - bis es aber so weit ist, habe ich die schublade, in die wir gerade alle post versorgen aussortiert, das abendessen geplant und die rezeptesammlung auf den neuesten stand gebracht.
im garten ist immer noch viel zu tun, aber wir arbeiten uns in kleinen schritten auf den gewünschten zustand zu. kai sägt zuerst die übriggebliebenen stümpfe der kirschlorbeerbäume im mittleren beet ab. die geerbte kettensäge, die kai schon beim vorigen einsatz repariert hat, geht dabei leider vollends in die knie. sie verliert öl und hat eventuell nun genug bäume gefällt. sicherheitshalber nimmt kai das zersägen der stämme sportlich und erledigt es mit der handsäge.
die tochter hat sich dem fegen verschrieben und schafft schubkarrenweise blätter auf den kompost. ausserdem reinigt sie die poolabdeckung von einer feinen sandschicht, die entweder aus der sahara oder von der nahen bäderbaustelle kommt.
ich kontrolliere die überwinterungstöpfe und stelle sie teilweise an geeignetere stellen, ausserdem muss alles, was unter dem dach stand, wieder einmal gegossen werden. ausserdem möchte ich gerne einen kirschlorbeerbaum zu einer kugel formen. das ist aber gar nicht so einfach, denn der busch wurde bisher immer zu einem kubus  geschnitten. relativ nahe unter der "oberfläche" ist er grün, schneidet man aber an einer stelle tiefer, kommt man schnell an dicke äste und es erscheinen kahle stellen. 


das ergebnis meiner bemühungen sieht dann so aus, nicht wirklich rund und überhaupt nicht schön, aber vielleicht hat es ja potential. falls obenrum noch was weg müsste: die grüntonne ist erst ab dienstag wieder aufnahmefähig, aber schicken sie mir gute ratschläge, ich kann bei kirschlorbeer offensichtlich vor allem radikalschnitt. 

gegen vier uhr beenden wir den gartennachmittag, wir haben wieder einiges geschafft, demnächst darf dann der frühling kommen und gnädig alle kahl geschnittenen stellen mit frischem grün bedecken. oder so ähnlich.

es gibt kaffee und vorsorglich eingefrorenen zitronenkuchen, danach ein bisschen zeit zum herumtrödeln. endlich habe ich mich mal an das neue mittwochsmix-thema gewagt, ideen habe ich schon, aber das wollte ich probieren:


tusche tropfen lassen. (eines meiner tuschegläser hat eine pipette, damit geht das richtig klasse)


hier wären also schon mal die tropfen. für die zahl habe ich auch schon eine idee, das wird aber ein wenig aufwändiger werden.

zum abendessen gab es lammnierstück in röstikruste und dazu chinakohlsalat mit orangen. die röstikruste fiel dabei eher breiig aus, wie schon am vortag der kartoffelsalat. was an diesen kartoffeln festkochend sein soll, leuchtet mir nicht ein.

abendprogramm mit tochter: eine runde carcassonne.

gelesen: die fischtreppe (leider aus, ich hoffe, bald kommen die cornwall-bücher von daphne du maurier)



Mittwoch, 15. Januar 2020

14. januar 2020 - squish

im verlauf der üblichen morgendlichen verrichtungen dämmerte mir, dass ich heute mit dem auto in die werkstatt fahren würde, weil erstens noch das riesige wollpaket im kofferraum war und zweitens die leiter in der garage stand, die ich dringend brauchte, um die weihnachtsdeko in der werkstatt abzuhängen und zu verräumen.

also wieder erst mal eiskratzen: der eiskratzertest hat ergeben, dass der erste eiskratzer, den wir schon eine weile haben, das beste der nun vorhandenen drei instrumente ist. aber vielleicht ja auch nur für mich, vielleicht gibt es da ja ähnliche vorlieben wie bei den gemüseschälern. wir werden sehen. aber halt erst nach dem kratzen jeweils.

in der werkstatt alles weihnachtliche und beinahe auch schon das winterliche abgehangen und verräumt, beispiele für die kommenden kurse herausgesucht und zusammen mit den neu angekommenen materialien in die regale dekoriert. noch einmal gestaubsaugt, dann verpackungsmaterial, sonstigen müll und den staubsauger ins auto gepackt und nach hause gefahren.

spülmaschinenreinigungsgang gestartet, in der küche herumgeputzt, dann zum mittagessen mit der tochter diverses aus dem kühlschrank plus avocado und brot gegessen. kleine pause im sonnigen schlafzimmer, dann ging die tochter in die schule und ich in den garten.
bei ganz unjanuarigem sonnenschein arbeitete ich mich weiter durchs mittlere beet wo nochmal bodendecker abzuschneiden und viele schösslinge auszureissen waren. beim herumzerren an einem der schösslinge habe ich es dann vermutlich geschafft, mir eine rippe zu quetschen. fragen sie nicht, wie das geht, aber es hat plötzlich so ein geräusch gegeben, wie wenn man slime durch die finger drückt und weh getan. und jetzt ist ein stück meines rippenbogens sehr druckempfindlich. deshalb mussten die letzten drei schösslinge auch vorerst im boden bleiben, vielleicht muss die jetzt jemand anders rausreissen und ich werde nur noch mit einem körbchen am handgelenk durch den garten wandeln und mit der rosenschere hier und da ein wenig verwelktes von den rosen schneiden. stellen sie sich unbedingt dazu einen sonnenhut vor. ansonsten muss man im mittleren beet jetzt nur noch reichlich chinaschilf entfernen, mit dem spaten wohl.

später am nachmittag noch ein bisschen staubsaugen und eine finale mathelektion mit der tochter, bevor sie am donnerstag den test zum thema schreibt. wir wunderten uns über die lehrerin, die sonst gerne zwei tage vor der prüfung noch einen zettel mit absurd schwierigen übungsaufgaben zückt, dies aber diesmal nicht getan hat. ob das ein gutes oder ein schlechtes zeichen ist?

dann habe ich noch gekocht: blumenkohl-pakora mit tamarinden-raita. zufällig hatten wir alle zutaten im haus, sogar kichererbsenmehl und tamarindenpaste. und die friteuse war auch startklar.

am abend sofa und serie.

gelesen: t.c.boyle, américa aus
gehört: lage der nation
gesehen: anne

Mittwoch, 20. November 2019

der garten

der garten, der zu unserem neuen haus gehört, wurde uns von den vormietern angepriesen mit dem hinweis, dass man dort nackt herumlaufen könne. wir nickten, schauten uns um, schauten auf büsche, mauern, bäume und bejahten. und weil es im garten einen swimmingpool hat, erschien uns das auch nicht vollkommen abwegig, dass wir das irgendwann einmal tun wollten. bisher hatten wir ja eher einen recht öffentlichen garten: vor dem haus die strasse, neben dem haus die bushaltestelle, hinter dem haus der garagenplatz, neben dem haus das nachbarhaus. kein zaun, ein törchen, niedrige mäuerchen und hecken, über die hinweg man sich, wenn sie denn geschnitten waren, auch mal mit passanten unterhalten konnte.

nun haben wir eine art hortus conclusus. zur strasse hin schliessen das haus und mauern den garten ab. am anderen ende des gartens geht es steil bergab, ein holzzaun verhindert das versehentliche verlassen des gartens. an der böschung stehen grosse laubbäume, weiter unten ein haus, das man aber vom garten aus nicht sehen kann. zu den nachbarn links und rechts gibt es mauern, palisaden und viele, viele büsche. vor allem kirschlorbeer, aber auch thujen und andere koniferen. und alle stehen auf unserem grundstück. aber auch ein rhododendron und ein fliederbaum sind darunter, zu meiner grossen freude.

und leider gibt es auch mitten im garten eine art heckenbereich. der verläuft an einer weiteren kleinen böschung entlang, die den bereich vor dem haus vom etwas tiefer gelegenen pool und der wiese trennen. bisher konnte man vermutlich auch nackt baden, ohne die gäste im haus oder auf der terrasse zu embrouillieren. man konnte nämlich bei unserem einzug schlicht und einfach nicht so weit sehen. auch hier verhinderten kirschlorbeer und co den blick in die ferne, beziehungweise den garten.

schon in den ersten tagen nach unserem einzug habe ich damit begonnen, auszulichten. der kirschlorbeer muss hier mitten im garten komplett weichen. dazu habe ich zwei grosse büsche bis auf die dicksten äste abgeschnitten. die strünke müssen dann noch in einer gesonderten aktion mit der motorsäge entfernt werden. eine reihe noch recht kleiner thujen herauszureissen war die leichteste übung, sie drohten einen weg zu überwuchern. chinaschilf haben wir gefunden und vorerst mal beschnitten. auch das muss mindestens an einer stelle komplett entfernt, an einer weiteren ziemlich stark eingeschränkt werden.

die "hintere treppe" mit angeschlagenen thujen und chinaschilf...

und ohne. (fast, das schilf liegt ja immer noch rum.)
in den letzten tagen habe ich eine zierquitte zerlegt, die sich auf der flucht vor dem kirschlorbeer etwa zwei meter den hang hochgearbeitet hatte. sie darf bleiben, aber vom ursprünglichen standort neu starten, was jetzt auch wieder gut gehen sollte, der kirschlorbeer macht ihr ja keine konkurrenz mehr. als bodendecker will ich efeu und die immergrüne heckenkirsche dulden, beide sind ohnehin schon vorhanden und die letztere wird man auch eher schlecht wieder los. nur muss beides zuerst einmal entfilzt und gründlich geschnitten werden. dabei tauchten dann diverse schösslinge auf, die ich aufgrund dessen, dass sie im november keine blätter mehr haben, nicht immer eindeutig zuordnen kann. eines weiss ich aber: ich will sie im nächsten sommer keinesfalls ständig schneiden, also müssen einfach so viele wie möglich raus aus dem boden. eindeutig zu bestimmen sind immerhin einige hainbuchen, eschen, ein weissdorn (bei dem habe ich kurz gezögert, denn eigentlich wäre das ein wünschenswerter strauch) und die überall präsenten kirschlorbeeren. der boden ist aufgrund der in den letzten wochen gefallenen niederschläge so aufgeweicht, dass die meisten sich gut entfernen lassen.

mittlerweile sieht die eine hälfte des böschungsbeets ziemlich verwüstet aus. zwei blütensträucher durften stehenbleiben, wenn meine gartenkenntnisse mich nicht trügen, sollte es sich dabei um eine deutzie und eine kolkwitzie handeln. die andere hälfte liegt noch vor mir. auch da hat es diverse sträucher, die ich gerne retten möchte, aber auch reichlich wildwuchs, der weg muss.

sieht nicht wirklich schön aus: zerlegter kirschlorbeer, dahinter noch die zierquitte auf der flucht.
zwei tonnen mit je 240 liter inhalt stehen mir wöchentlich für die entsorgung des schnittguts zur verfügung. bis auf diese woche habe ich die auch immer ausgeschöpft. ab dezember kommt die grüngutabfuhr dann für drei monate nur noch alle vierzehn tage, aber ich sehe ohnehin, dass es schwieriger wird, wirklich jede woche zeit und gutes wetter zu finden, um im garten zu arbeiten.

da muss ich auch noch durch. vielleicht finde ich dabei noch etwas unerwartetes. zwischen den kirschlorbeerbäumen kam immerhin eine rose zum vorschein.
bis zum frühjahr ist die komplette durchforstung des mittleren heckenbeets geplant. die hortensien, die teilweise riesig sind, müssen zurückgeschnitten, vielleicht sogar richtig gestutzt und etwa zehn meter mauer von einem schlingknöterich befreit werden. eine andere mauer ist mit wildem wein und efeu bewachsen, auch danach muss man dringend mal schauen. was wir in diesem winter mehr oder weniger unangetastet lassen werden, sind die hecken zu den seitlichen nachbarn.

die schlingknöterichmatte und die grösste hortensie. eventuell gibt es hier viel platz wenn ich dazu komme, das aufzuarbeiten.
und das nicht nur, weil wir vielleicht doch einmal im garten nackt herumliegen, sondern weil wir überhaupt mal im garten nicht nur arbeiten wollen.

ach ja, und sicher findet sich nach unserer gartenaktion auch hier und da ein plätzchen für die euphemismen von elke. ich freu mich schon drauf! 

Freitag, 13. September 2019

12 von 12 im september 2019 - der letzte am alten ort

meine ursprünglich idee für den heutigen zwölften, der wenn alles wie geplant läuft, der letzte am alten ort sein wird, waren doppelbilder: eine nahaufnahme und dazu dann das bild vom ganzen zimmer oder zusammenhang. dass ich das konzept nicht ganz durchhalten konnte, werdet ihr selbst sehen. 


frühstücksmüsli und -kaffee, wie meist schon halb leer bis mir einfällt, dass heute der 12 ist. oder ich von meinem internet dran erinnert werde. an dieser stelle geht ein dank nach hamburg.


das ist unser frühstückstisch wie es ihn viele jahre gab. nicht von anfang an, denn das stufenweise frühstück kam erst später, aber mindestens so 10 jahre, würde ich schätzen.


ein bisschen bildschirmarbeit fürs business. heute ein bild austauschen und wegen eines kurzfristig hereingeschneiten termins die zeit der offenen werkstatt am freitag anpassen.


diese arbeiten erledigte ich lange jahre an einem schreibtisch im arbeits- und gästezimmer, formerly known as spielzimmer, wie es immer noch manchmal genannt wird. es ist das zimmer neben dem esszimmer, abgetrennt, aber nahe genug am geschehen, um von dort aus die geschicke der familie zu lenken, haha. (hier fehlt schon ein regal - ich sagte es ja schon, so langsam wirds ungemütlich)


 mein morgendlicher blick auf meinen arbeitsplatz. (in zukunft komme ich von der anderen seite.)


 und daran habe ich heute gearbeitet. was das gibt? vermutlich schon wieder etwas für die wand, da habe ich gerade viel spass daran.


tomatenernte, immer noch werden täglich tomaten reif. bitte macht mal, hopp, hopp. ihr werdet nicht mit umgezogen.


 aber ich brauch eure töpfe für pflanzen, die wir umziehen wollen. also, wenns geht, ein bisschen schneller, dieses jahr werde ich nicht im november noch tomaten ernten.


 und dann gibt es noch die fälle, in denen es lieben menschen einfällt, dass sie ja immer schon einen ableger von unserem hopfen brauchten. das wäre zwar im frühling einfacher gewesen, aber wird schon klappen, das ding ist unverwüstlich. ich werde den hopfen wohl hier lassen, denn er war zwar mal ein geschenk meiner eltern und bot im frühsommer regelmässig den marienkäfern einen schönen platz, aber er zerkratzte auch genauso regelmässig die velofahrer und die attraktion für die marienkäfer waren die zuvor tonnenweise auftretenden blattläuse. ausserdem wüsste ich spontan keinen platz im neuen garten, den ich ihm anbieten wollen würde. sollte sich das ändern, weiss ich ja jetzt, wo ich mir ableger holen kann.


 giessen muss ich noch. jetzt wieder regelmässig, denn die vielen neu befüllten töpfe sind auf zuverlässige wasserversorgung angewiesen.


 ausserdem geht es heute den stoffvorräten an den kragen. ich sortiere ungefähr die hälfte der gesammelten resten aus und behalte nur, was ich mir vorstellen kann, es zügig zu verarbeiten. der rechte stapel bleibt, der linke (und der nicht sichtbare am boden) füllen später einen 110 liter müllsack. obwohl ich schon komplette stücke aussortiert habe zum verschenken.


noch ein bisschen aufregung um eine tote katze (nicht unsere) im garten der nachbarn, sachen zum verschenken auf die strasse stellen, wäsche abhängen, schwimmzeug sortieren (diverses wasserspielzeug, 2 badeanzüge und ein bikini der tochter können weg), dann schaffe ich es um halb sechs endlich, mir einen kaffee zu kochen und mich ein wenig vor das haus zum stricken hinzusetzen. vielleicht sucht ja auch jemand die katze.

bis zum abendessen sortiere ich dann noch eine regalmeter bücher aus, stelle zwei artikel auf tutti ein und bestücke die waschmaschine. das fotografieren habe ich später vergessen, es gab auch nicht mehr so viel zu zeigen.

nun schicke ich meine zwölf bilder mit einem dank für diese immer noch schöne blogaktion zu caro!

Sonntag, 4. August 2019

vierzehn tage ferien in gardenien (oder so)

 
die vergangenen zwei wochen haben wir im urlaub zuhause verbracht. ganz freiwillig war das nicht, aber nachdem der frühsommer ein wenig turbulenzen in unser leben gebracht hatte, war irgendwie die urlaubsbegeisterung verpufft und wir konnten uns recht gut vorstellen, einfach zwei sommerferienwochen an dem ort zu verbringen, wo wir die letzten vierzehn jahre gelebt haben und den wir demnächst hinter uns lassen werden. die zeit der letzten male hat begonnen, warum also nicht die letzten sommerferien in unserem herrlich verwilderten garten verbringen. wenigstens teilweise, denn natürlich haben wir auch noch ganz viele andere dinge gemacht.

* wir haben den geburtstag des ältesten gefeiert - noch einmal am unteren gartensitzplatz unter den bunten gartenlichtern, mit der vor vielen jahren noch in stuttgart selbst gebastelten geburtstagsgirlande und mit der neuen mitbewohnerin aus der wohngemeinschaft. 


 * wir haben zwei tage lang entrümpelt und einen kofferraum voller hinterlassenschaften zum entsorgen gebracht. einige dinge, von denen wir uns vor dem umzug trennen wollen haben den weg in diverse internetportale gefunden und manches auch schon einen neuen platz

* wir waren auf besuch im glarnerland. dass wir uns aus dem internet kennen beweist das foto, denn da ist ein fuss drauf.

weil es heiss war, sassen wir viel gemütlich herum, aber so in gesellschaft ist das sowieso das beste was man machen kann. wir waren aber auch schwimmen, in einem gigantischen wolleladen an einem sehr netten ende der welt und im brockenhaus, das ich bisher nur von instagram kannte, das aber genau so toll, wie man es sich vorstellt!

* ich habe gestrickt. an einem zweiten vertices unite tuch, endlich mit farben, die mir so richtig gut gefallen. aber ich bin eine langsame strickerin.



* wir waren wandern, auf wunsch der tochter mit einem schwimmstopp. da fiel mir spontan der egelsee ein. die eisenbahn brachte uns nach berikon-widen, von dort ging es zu fuss zuerst zum hasenberg, dann zum egelsee mit schwimm- und vesperstopp und weiter richtung rüsler mit schöner aussicht aufs limmattal. wir endeten mit müden beinen und sehr, sehr durstig in neuenhof, es war halt auch ein heisser tag.



* die gartenmöbel brauchen ein wenig pflege: die gartenstühle sind geölt, ein tisch hat eine neue farbe bekommen und die gartenbank einen komplett frischen anstrich und neue schrauben.

* weil ich einen sessel für die werkstatt in zürich abholen musste, bummelte ich mit kai nach einem leckeren mittagessen im gartenhof durch zürich und kaufte mir auf kais anraten eine senfgelbe tunika.



* die tochter verabredete sich mit freundinnen zum basteln diy, zum schwimmen oder einfach nur so.

* wir fuhren alle gemeinsam nach basel um die aktuelle ausstellung im museum tinguely über rebecca horn zu sehen und waren von der leichtigkeit ihrer objekte ganz begeistert (was wir erst merkten, als wir unversehens in teile der daueraustellung von tinguely landeten - was für thematisch und materiell gesehen schwere objekte der auch immer geschaffen hat!)


* wir verbrachten den ersten august zuerst mit hausarbeit und dann mit ausgiebigem faulenzen

* wir gingen ab und zu auch in der limmat schwimmen und statteten der werkstatt einen besuch ab. sie steht noch und ab morgen werde ich dort wieder zuerst aufräumen und dann die restlichen arbeiten für die neue webseite erledigen, vor allem fotos müssen noch gemacht werden, aber auch beispiele für die kinderkurse muss ich noch filzen...

* wir verabschiedeten die tochter in richtung holländischem wattenmeer, wo sie eine woche mit einer jugendgruppe segeln und sein wird.

* wir unternahmen mit dem mittleren sohn einen ausflug zum attisholz-areal bei solothurn, aber davon habe ich so viele schöne fotos, dass es einen eigenen blogbeitrag wert ist.

(und nun stellt sich hier die frage, ob ich ab morgen wieder tagebuchbloggen soll.
soll ich?
was meint das werte publikum?)

Sonntag, 21. Juli 2019

ferien schon fast wieder rum - tag sieben bis neun.

zwei volle ferientage am lario bleiben uns, unbedingt wollen wir noch eine schiffahrt über den see machen. der seearm von lecco ist mit seiner schiffahrt nicht so gut an den restlichen see angebunden, aber nach bellagio bringt uns ein kleines ausflugsschiff von abbadia lariana aus.


drei mal queren wir den see, dann geht es um die spitze bei bellagio und uns wird klar, dass wir uns mitten ins touristenuniversum katapultiert haben.


schön ist dieses fleckchen erde, aber das haben auch schon ganz viele andere entdeckt. wir flanieren durch die engen gässchen und schauen läden an und da es bald schon mittag ist, suchen wir uns ein restaurant mit schöner terrasse.


und wieder teilen wir uns das antipasto del lario - wieder mit frischem und geräuchertem fisch aus dem comer see, aber doch ganz anders als beim letzten mal. zum hauptgang nehmen wir verschiedene primi piatti, risotto mit seefisch, ravioli mit steinpilzen und ravioli mit salbeibutter.

nach dem essen spazieren wir weiter, wieder hinunter zum see, dann der promenade entlang und bis zu den gärten der villa melzi. für die anlage bezahlt man eintritt, es lohnt sich aber sehr, dem englischen landschaftsgarten entlang des seeufers zu folgen. er erstreckt sich bis zur anlegestelle loppi und man kann ihn dort auch verlassen.

toller fotospot. mussten wir auch nicht selbst herausfinden.
eine palme. und was für eine grosse.
ich mag ja einblicke in künstlerateliers sehr. hier wird offensichtlich nicht nur alleine gewerkelt. das ist sicher sehr schön im ambiente des gartens am see.
die villa melzi selbst ist nicht zugänglich, aber ich fand die ansammlung der kamine so hübsch.
 was wir auch tun und nach einem kurzen weg der strasse entlang zu einem öffentlichen strand gelangen. es ist wieder heiss und ein bad im see einfach eine gute idee.
den rückweg nehmen wir natürlich wieder durch die gärten, mit dem ticket kann man den ganzen tag hinein und hinaus, wie man möchte.

wieder zurück in bellagio reicht es gerade noch für ein eis, den einkauf der üblichen pastiglie di leone als reiseandenken und schon stellen wir uns an der anlegestelle an für einen guten platz auf der rückfahrt.


 wieder zurück in abbadia können wir nichts mehr zum abendessen einkaufen - ist aber auch nicht schlimm, denn im parco della chiesa rotta gibt es so leckere pizzen und noch ein bisschen seeleben der eher ruhigen art zu geniessen.

***

der letzte ferientag ist ausnahmsweise ein samstag, erst sonntag werden wir zurückfahren.
da wir am letzten wochenende gelernt haben, dass an wochenenden die strände voll mit tagestouristen sind, haben wir uns eine wanderung zum wasserfall oberhalb unserer ferienwohnung vorgenommen. am schild zu "cascata cenghen" sind wir ja schon oft vorbeigekommen, also wollen wir mal nachschauen, was sich dahinter verbirgt.

da freut sich der wanderer. ist also egal wo lang?
vom sentiero del viandante zweigt ein weg den berg hinauf ab und es geht beinahe gleich von anfang an steil bergauf und immer und immer noch weiter. zwischendurch gelangen wir auf ein plateau, man kann hier die beine mal ein bisschen ausruhen, aber fast sofort geht es wieder steil, steil hinauf.

aussicht! (am weg zum wasserfall wurde unter anderem kritisiert, es gebe keine aussichtspunkte. fanden wir nicht.)
 von allen seiten münden pfade in unseren weg, immer mehr menschen begegnen uns, die tagestouristen liegen also auch nicht nur faul am strand, sondern wandern auch gerne mal.


als wir endlich die cascata erreichen (3,5 km, von 240m auf 650müM) herrscht dort eine fröhliche stimmung. alt und jung macht sich einen spass draus, im eiskalten wasser zu baden und ein paar mutige stellen sich sogar unter den wasserfall.

wir haben das baden der tochter überlassen, weil es schon rund um den wasserfall recht kühl war.
 wir steigen nach einem längeren aufenthalt wieder ein stück entlang des torrente ab, queren diesen dann und verlassen so den offiziellen weg.

der wasserfall von weiter unten.
wieder einmal ist uns die tschechische wanderapp "mapy.ch" ein zuverlässiger wegweiser für eine variante. super auch, dass man den weg hier auch gleich tracken kann und so neue wandervorschläge generiert werden. noch einmal geniessen wir einen schönen ausblick, aber für eine längere rast ausserhalb des waldes ist es zu heiss. den wald hinunter folgen wir einem weiteren sehr, sehr steilen pfad, der komplett mit steinen gepflastert ist. nicht die bequemste art zu wandern, aber insgesamt schöner als der offizielle, teils sehr ausgetretene pfad. eine rast machen wir an einer kleinen quelle und sind dann schon fast wieder zurück auf dem sentiero, bei unserem parkplatz und nach einem kleinen umweg über den über mittag geschlossenen lebensmittelladen (ich hätte wetten können, dass der es auf die über-mittag-wanderer abgesehen hat) auch an der ferienwohnung.

ziehen sie bitte mal vom höhenprofil 50 bis 70 meter ab. beim anfangspunkt war ich zu ungeduldig um zu warten bis der tracker den richtigen punkt gefunden hatte und am ende der wanderung hat er uns wohl am oberen rand des wasserfalls gefunden. da waren wir aber nicht. dafür dürfen sie auch noch ein bisschen was von der wanderzeit abziehen, in den pausen hab ich den tracker nicht abgestellt und dann auch noch geduscht, bevor ich daran gedacht habe.
 spätes mittagessen mit ALLEN resten. morgen werden wir vor der heimreise in der bar frühstücken müssen. anschliessend ein bisschen pause, dann packen.

für den abend haben wir noch einmal im "il vicolo" reserviert, wobei wir diesmal bei der auswahl der gerichte kein so ganz glückliches händchen haben und zwar leckere, aber auch ganz unitalienisch grosse fleischgerichte serviert bekommen. wir sitzen wieder sehr, sehr schön, diesmal in einem vollbesetzten innenhof und lassen es uns gut gehen.

in der ferienwohnung geniessen wir noch ein wenig den privaten innenhof und verabreden uns für den donnerstag auf einen besuch im glarnerland! super, wir freuen uns und fahren schon fast ein bisschen gerner nach hause. 

***

für die heimreise haben wir den wecker auf halb acht gestellt um noch vor der grossen hitze alle sachen wieder im auto und die fahrräder auf dem auto verstaut zu haben. in einer art pendelverkehr tragen wir dazu erstmal alles an den letzten anfahrbaren ort, wo kai das verstauen im auto übernommen hat. während die tochter und kai die velos aufs dach montieren kontrolliere ich nochmal alle zimmer, bringe alles die wohnung ein wenig in ordnung und wecke den gastgeber, um die geräumte wohnung zu übergeben. das passt dann gerade so mit dem fertig gepackten auto zusammen. um halb zehn können wir starten, wollen aber zuerst noch ein paar italienische spezialiäten einkaufen.

dann folgen wir der uferstrasse in richtung norden. in allen ortschaften ist schon richtig viel los und die suche nach einer bar fürs frühstück gestaltet sich schwierig. erst abseits des sees, schon auf dem weg in richtung chiavenna finden wir eine bar - und viel wichtiger: einen parkplatz für das überhohe auto (im schatten!). frühstück um halb zwölf, weiter richtung malojapass, kurz unterhalb des passes machen wir dann auch schon mittagsrast und verweilen uns ein wenig am bergbach, der von maloja herunter kommt.
weiter geht es ohne grössere rast über maloja, julier, thusis und dann die autobahn entlang, die verkehrsnachrichten bringen die üblichen staus am gotthardtunnel, heute im süden und norden, wir werden auch noch ein wenig aufgehalten, aber irgendwann nach sechs sind wir dann auch zuhause.