Montag, 10. August 2020

8. und 9. august 2020 - rastloses wochenende

mit schrecken habe ich festegestellt, dass ich den post über den freitag gestern gar nicht veröffentlicht habe. naja, so schlimm war es auch nicht, so viel ist am freitag ja gar nicht los gewesen, also eher so: nix. 

ich frage mich, ob ich mich gerade in einer blogkrise befinde, es einfach nur zu heiss zum bloggen ist, oder es vielleicht sogar ganz heilsam ist, die sache mit dem tagebuchbloggen auch mal lockerer zu sehen. jedenfalls wird es wieder einen wochenendsammelpost geben, denn es ist jetzt bereits sonntagnachmittag. 

und vermutlich werde ich gleich wieder unterbrochen werden, denn die tochter möchte die haare gefärbt bekommen und ich möchte eigentlich schwimmen, aber zuerst muss noch der zwetschgenkuchen fertig werden, damit ich ihn aus dem ofen nehmen kann. der sollte eigentlich schon fertig sein, aber nach der eingestellten backzeit hat der ofen sich ausgestellt und ich habe vergessen, ihn für zusätzliche 10 minuten wieder anzuschalten, und jetzt muss der kuchen halt noch mal nachbacken. 

es ist heiss, wobei es mir bis gestern durch eine angepasste lebensweise noch nicht so sehr heiss vorkam. will heissen: ich bin vor allem morgens und abends draussen, den tag über eher im haus oder höchstens mal im bädle. heute finde ich es aber endgültig: heiss. 

gestern morgen ging der blogpost wohl halb fertig vergessen, weil wir recht früh (kurz nach acht) und ohne frühstück nach aarau aufgebrochen sind, um zuerst dort zu frühstücken und anschliessend über den wochenmarkt zu schlendern. 

und es war nicht nur wochenmarkt, sondern auch flohmarkt! es geht also auch anders.


die markstände stehen viel weiter auseinander, der wochenmarkt auch nicht in doppelreihe, sondern halt auch noch auf dem platz vor dem stadtmuseum und in eine querstrasse hinein. die anzahl der stände für den flohmarkt ist eingeschränkt, aber alle marktfahrer haben sich ein system ausgedacht, wie sie die anforderungen einhalten können und der markt ist so tatsächlich auch weniger stressig. vielleicht muss man an der einen oder anderen stelle ein bisschen mehr geduld mitbringen, aber man hat ja auch mehr zeit, oder ist das schon wieder vorbei mit der entschleunigung? 

nach der "neuen normalität" fragt eine ausstellung im foyer des stadtmuseum aarau, den titel "herrscht nun coro normal?" habe ich an anderer stelle schon mal erklärt. heute waren wir wirklich drin im museum und haben an den interaktiven angeboten teilgenommen: kai hat die leeren strassen aus dem lockdown bevölkert und ich habe einen begriff erläutert, der für mich charakteristisch für die corona-zeit ist. ausgewählt habe ich "inderaktuellensituation" - für mich eine umschreibung und ein euphemismus, der oft gewählt wird, wenn man nicht "wegen pandemie" oder "wegen corona" sagen will. da der begriff  aber mittlerweile so floskelhaft benutzt wird, hat er eine einengung vom neutralen ins spezielle, nämlich gerade auf die coronapandemiesituation erfahren. 


spannend fand ich auch die fotoprojekte von drei aarauer fotografen, die von drohnenaufnahmen über den blick aus dem eigenen fenster bis zu speziell aufgenommenen fotos vom zuhausebleiben (durch die scheiben im erdgeschoss oder dem ersten stock, da dann mit hilfe einer leiter) eine schöne bandbreite im lokalen bieten. 

wir mussten dann noch einen umweg über den bäcker machen, von dem wir brot zum zmorgen gehabt hatten und jetzt haben wir ein sehr gutes dinkelvollkornbrot. ausserdem brachten wir nach hause: ein lammnierstück vom schweizer lamm, paprikas für eine pepperonata, etwas cima di rapa  ähnliches catalogna, zwetschgen für zwetschgenkuchen, äpfel, oliven und käse zum irgendwann essen. 

zuhause waren wir am frühen nachmittag - ich schnitzte an meinen stempeln für die sommerpost weiter, das gibt aber mal einen extrapost, wenn alles fertig ist. der mittag ging dann so schnell herum, dass es mir erst am abend noch einfiel, dass ich ja noch schwimmen wollte. und dann haben wir ausführlich gekocht und vor dem essen noch apero genossen und insgesamt wurde es dann wieder so richtig spät, aber das war auch egal, weil es ja ohnehin sehr warm war und es draussen erst nach sonnenuntergang so richtig angenehm wurde. 

***

für den sonntag hatten wir uns vor allem ausschlafen vorgenommen und für den nachmittag den besuch des sohns zu kaffee und kuchen. als der kuchen im ofen war - also ungefähr zu dem zeitpunkt, an dem ich diesen text begonnen habe, kam allerdings die nachricht von ihm, dass einer seiner arbeitskollegen auf ein covid19-testresultat warte und so sagten wir den besuch lieber ab. den zwetschgenkuchen bekamen die beiden eingeladenen dann per fahrradkurier - ich übernahm im gegenzug eine gestanzte briefmarkenvorlage für die sommerpost. ich merkte erst im lauf des tages, wie traurig ich über diesen abgesagten besuch war.

ansonsten riss über den ganzen sonntag die kette der beschäftigungen nicht ab: früh am morgen eine stunde giessen und gartenpflege, dann kuchen backen, tomatensauce kochen, tomaten ernten, samen sammeln und endlich beschriften, teilweise sogar in tütchen verpacken, die haare der tochter färben, zwetschgenkuchen essen, an den kirschlorbeeren die bereits reifen früchte abschneiden, an diesem blogtext schreiben, ein einziges gehetze durch den sonntag. irgendwann war es genug, ich ging dann eine runde schwimmen und anschliessend stempelte ich meine briefmarken. eine passend meditative tätigkeit um der rastlosigkeit entgegenzuwirken. 

kai machte solange pizza, die wir am einzigen luftigen ort assen, nämlich auf dem balkon im ersten stock. anschliessend noch ein bisschen vorbereitung auf den montag, serie schauen und dann früh zu bett. 

gesehen: the rain (3.staffel) ich weiss nicht, ob das wirklich gut ist. im frühjahr hatte ich einen stop der weltuntergangsszenarien in fernsehunterhaltung verlangt, ich mag einfach nicht auch noch zur unterhaltung von viren und quarantänezonen hören. 

gelesen: john lancaster, kapital (ich bin mittlerweile sicher, dass ich das schon gelesen habe, kann mich aber nicht mehr an viele handlungsstränge erinnern, so dass ich jetzt einfach weiterlese).

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