Samstag, 5. Dezember 2020

4. dezember 2020 - ja mei, freitag halt.

 

adventspost nr.4 - simone aus tirol (im link könnt ihr sehen, wie sie gedruckt hat) schickt mir schneeberge. skifahrer haben ihre spuren hinterlassen. ich sehe durchaus zusammenhänge mit der tagespolitik. oder sehe ich nur wegen der tagespolitik skispuren? 

freitag - wer schon länger liest, weiss, dass der tag voraussehbar ist. vor der putzrunde habe ich heute die basler leckerli gebacken, glasiert und geschnitten, so dass die tochter schon beim frühstück über den duft begeistert war. am nachmittag in der offenen werkstatt weiterarbeit an dem affen, mit sehr viel geduld und akribie, er  hat seine aussenhülle bekommen und alle besonders gestalteten stellen wie hände, füsse und gesicht samt ohren sind fertig. nun muss er nächsten freitag noch fertig gewalkt werden. (ich hatte beim letzten mal vomundig versprochen, dass er heute fertig werden würde, man nahm es mir aber nicht übel, dass es nicht so war, sondern begriff es als entlastung und anregung zum genauen und überlegten  arbeiten.) 

vor dem heimweg erreichte mich die nachricht der tochter, dass wir mit dem abendessen nicht auf sie warten müssten, sie wollten länger in der turnhalle bleiben, um eine besondere turnchoreografie nur zu zweit auszuprobieren. geturnt wird übrigens in der gruppe und zu zweit, ausser für kraftübungen, wo alle weit auseinander stehen, mit maske. am stufenbarren, an den schaukelringen und am boden. nachdem ich neulich ohne an die maske zu denken, zwei stockwerke parkhaus hochgerannt bin und anschliessend im vollbesetzten laden die maske nicht abnehmen konnte, kann ich mir das noch weniger vorstellen. 

also assen kai und ich alleine spaghetti mit kohlrabisosse. und weil kai mir von einem podcast über ausgestorbene berufe erzählte, in dem von schmuckeremiten die rede war, lachten wir viel über die vorstellung, das als berufsziel bei der berufsberatung anzugeben. ich glaube, das kann man auch als quereinsteigerin über fünfzig noch machen. die ausbildungsplätze dürften rar sein (ausgestorbener beruf), aber warum nicht, ich hätte da schon was gefunden. als blogname wäre das übrigens auch noch eine gute idee. 

die tochter kam nach hause, wir plauderten noch ein wenig, erledigten anstehende hausarbeiten in küche und waschküche und landeten dann wieder vor der freitäglichen trinität im zweiten deutschen fernsehen. 

gelesen: allende

gesehen: heute-show und zdf magazin royale.

Freitag, 4. Dezember 2020

3. dezember 2020 - filz, guezli, videokonferenz

 

adventspost nr.3 - elke entdeckt auf ihrem winterspaziergang zwei vögel.

vormittags in der werkstatt wurde eine weitere bunte kugel fertig:


damit sind es jetzt drei in ungefähr der gleichen grösse: 

ich denke, ich weiss jetzt, wie der hase läuft - vielleicht mache ich noch ein oder zwei kleine zum verschenken (der durchmesser sind ca. 11 bis 12 cm), und die grosse, die gehe ich auch mit einiger sicherheit an. gerne noch vor weihnachten - mal sehen, ob das klappt. ich hadere natürlich mit dem verbot, prozessfotos zu zeigen, vor allem in gross wäre das doch sicher spannend ...

über mittag nach hause, wo ich mir reste aufwärmte, dann kam aber auch kai gleich nach hause, so dass wir noch zusammen kaffee trinken konnten, er hatte schon unterwegs gegessen. 

anschliessend wurde das letzte ausgeschnittene t-shirt fertig, draussen war es richtig sonnig, aber weiterhin knackig kalt. nach dem nähen formte und buk ich den gestern vorbereiteten teig zu vanillekipferln. dabei zerbrach mir nicht ein einziges, als ich sie nach dem backen in vanillezucker gewälzt habe, das war jetzt aber auch eine premiere. allerdings durchaus blöd, weil man die zerbrochenen so schön probieren kann. (es wäre jetzt zu überprüfen, ob das nicht-zerbrechen an der mischung aus margarine und butter lag, die ich aus faulheit für den teig genommen hatte. oder einfach daran, dass ich ja jetzt komplett alleine backe und nicht neben der heiklen tätigkeit noch ein bis drei kinder bei weiteren backaktionen beaufsichtigen oder beraten muss. schönes beispiel für anekdotische evidenz.)

den späteren nachmittag verbrachte ich mit geheimen weihnachtsvorbereitungen. wir haben, nebenbei erwähnt, schon für die meisten familienmitglieder ersten grades geschenke ausgesucht. teilweise sind sie schon im haus. und ja, ich war dazu in keinem laden bisher. ich schäme mich nur für ein geschenk, das ich dort bestellte, wo ich eigentlich nur bestelle, wenn es dringend sein muss. das wird andererseits vermutlich der knaller, das rechtfertigt die inkonsequenz.

vor dem abendessen bereitete ich noch einen teig für basler leckerli vor. (ja, so eine einbürgerung muss hart erarbeitet werden. geht nur noch zwei jahre, bis wir das gesuch stellen können.) zum znacht (!) gab es wienerli im teig und salat dazu, vorher aber noch eine kleine videokonferenz mit den söhnen zum thema weihnachten. egal also wie die kantone die vorschläge des gesundheitsministers morgen aufnehmen, wir sind gerüstet. die söhne gingen eh davon aus, dass wir an heiligabend gemeinsam feiern. wäre das also auch geklärt. für den augenblick jedenfalls, alles nähere fällt in den zuständigkeitsbereich der kantone machen wir kurzfristig aus. also im schlimmsten fall auch eine absage der veranstaltung, oder vielmehr verringerung der teilnehmenden haushalte auf einen. 


Donnerstag, 3. Dezember 2020

2. dezember 2020 - feuchtkalt und zäh

 

adventspost nr. 2 - danke doris.

der neuschnee von gestern ist heute von feuchtkaltem winterwetter abgelöst worden. so zäh wie die wolkendecke fühlte sich dann auch der tag an. morgens hatte ich noch grosse pläne, die gutslebacken und nähen vorsahen, im lauf des tages stellte sich heraus, dass nicht alles in diesem tag unterzubringen war. 

morgens in der werkstatt bereitete ich neue vorfilze für eine dritte karierte kugel vor, diesmal in sehr bunt und mit streifen, dafür im untergrund einfarbig. damit wurde ich erst kurz nach zwölf fertig, was aber nicht weiter schlimm war, da kai nicht arbeitete, sondern morgens beim zahnarzt und dann mit überstundenabbau beschäftigt war. zu mittag gab es resten und wir beschlossen, trotz wetter, einen spaziergang ins städtchen, wo, wie die tochter berichtet hatte, auf dem bahnhofsplatz zwei stände von ortsansässigen beschützenden werkstätten und ein stand vom kerzenziehen baden aufgebaut waren. wir kauften also wohltätig ein - wobei ich ein grosser fan der druckwerkstatt der einen institution bin und der rest der einkäufe eher praktischer natur war. dazu trafen wir an einem stand einen lieben bekannten und trugen ihm grüsse an die familie auf. 

 

wieder zuhause tranken wir tee und stellten fest, dass wir dringend unsere teevorräte aufstocken müssen, dazu vereinbarten wir einen termin mit der teenachbarin vom alten wohnort. kai ergänzte die neue lampe mit einem dimmer - supersache das. ich nähte, unterbrochen von verschiedenen telefonaten ein sweatshirt fertig. so richtig schnell war ich dabei nicht, denn anschliessend war es schon zeit zu kochen. immerhin habe ich nebenbei noch einen teig vorbereitet. und eine schmackhafte resteverwertung aus blaukraut, rüebli, kürbis, pakchoi in bratreis mit linsen zustande gebracht. 

weil die tochter ein foto von sich als kind für die berufsschule braucht, schauten wir mit ihr zusammen ihr fotoalbum an, das sie 2014 zur erstkommunion bekommen hat. später noch serie und schweizer tagesschau. ich habe total den überblick über alte, neue, vorgeschlagene und abgelehnte, umgesetzte und gerichtlich gestoppte coronamassnahmen verloren und muss mich jetzt mal auf die schweizer nachrichten konzentrieren, damit ich wenigstens hier wieder "draus komme". skifahren habe ich ja schon vor zwei jahren aufgegeben, das würde, wenn ich das richtig verstehe, richtig, richtig kompliziert. für eine freundin hoffe ich, dass wenigstens der sport selbst ausgeübt werden darf. sie nimmt sowieso immer belegte brote mit auf die piste und fährt so lange ski, dass apresski nicht in den plan passt.

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: diverse podcasts, am liebsten zur zeit - neben dem all-time-favorit servus,grüezi und hallo - kafi am freitag. 

gesehen: rebellion.

Mittwoch, 2. Dezember 2020

1. dezember 2020 - tagebucheintrag, doch noch

 der erste dezembermorgen überraschte uns mit schnee. 

deshalb und auch noch aus anderen gründen muss ich den tagebuchblogpost für heute doch noch nachholen. 

ich hatte für heute das gemüseausfahren für die genossenschaft übernommen - bis dahin blieb ich zuhause, schaute den fallenden flocken zu, telefonierte und nähte eines der zugeschnittenen t-shirts fertig. 

die gemüsefahrt war ein bisschen wunschkonzert: eine genossin wollte ihr gemüse an einen anderen als den üblichen ort geliefert und hatte das schon am vorabend angekündigt, bitteschön, ein korb extra in die stadt. der bauer hatte mehl und saft in einen laden zu liefern, den ich ohnehin anfahren musste, um dort gemüsekörbe zu deponieren, bittedanke, auch das erledigt. auf dem rückweg von den entfernteren standorten erledigte ich noch schnell die wocheneinkäufe (unter anderem je 50 schwarze und 50 normale einwegmasken - brauchen wir nicht jede woche, sind aber diesmal zum ersten mal auf der regulären liste gelandet, das schien mir anlass genug, das zu erwähnen). am ende blieb vor lauter wunschkonzert unser eigenes gemüse auf dem hof stehen - das holte dann kai später und verband es mit einer entsorgungsrunde. danke.

zuhause dann noch ein bisschen nähen, ein zweites t-shirt wurde fertig. dabei hörte ich die neueste folge der lage der nation und musste mich ein bisschen ärgern. in den beiden ländern, für die ich die aktuellen coronamassnahmen im blick habe, in deutschland und der schweiz, wird ja gerade ein modell diskutiert, mit dem weihnachten gerettet werden soll*. dazu sollen die kontakte vor den feiertagen drastisch reduziert werden, damit man an weihnachten ein bisschen sorgloser zusammensitzen kann. in deutschland beginnen deshalb bundesweit die weihnachtsferien in den schulen sogar ein paar tage früher. diese idee wurde nun auch in der aktuellen lage gefeiert. für mich hat das ganze modell einen entscheidenen denkfehler: es wird sicher nicht allen gelingen, ihre kontakte zu reduzieren,auch wenn sie das noch so sehr wollen - was machen dann die? 

ich gehe sogar noch einen schritt weiter - woran erkennen sie, dass sie einen systemrelevanten beruf ergriffen haben? 
im frühling wurde für sie geklatscht, an weihnachten sitzen sie alleine zu hause. 
denn die frauen und männer, die in der pflege arbeiten, die, die an den supermarktkassen und ladengeschäften bis kurz vor der bescherung arbeiten, werden wohl kaum 10 tage vor weihnachten ihre kontakte drastisch reduzieren können. 

ich ärgere mich übrigens nur abstrakt und allgemein - auch wenn die tochter eine ausbildung in der pflege macht. denn für uns fällt das klassische familienweihnachten mit oma und opa ohnehin aus. die grenze ist nicht mehr so unüberwindlich und sichtbar dicht wie im frühjahr, aber bürokratisch doch ganz ordentlich verriegelt, sobald ich nicht nur grenznah einkaufen will. 

*warum ich es für unsinniges framing halte, dass "weihnachten" gerettet werden soll, wäre einen eigenen blogpost wert, ich bin aber noch nicht sicher, ob ich das so ganz politisch korrekt hinbekommen würde. vorerst nur soviel dazu: egal wie, wenn sie lust haben, können sie die geburt des sohn gottes feiern, sie können es aber auch lassen. das drumherum wird in diesem jahr vielleicht ein bisschen schwierig, einiges gewohnte werden sie pandemiebedingt vielleicht überdenken wollen oder müssen, die christliche kernbotschaft, dass mit jesus christus, das licht und die erlösung in die welt kommen, kann ihnen aber, wenn sie dran glauben, niemand nehmen.

Dienstag, 1. Dezember 2020

1. dezember 2020 - adventspost 2020

heute fällt das tagebuchbloggen aus - ich stelle ihnen hier im blog anstattdessen meine karten für die postkunstaktion "adventspost 2020" vor. immer im frühling, im sommer und zur adventszeit gibt es auf dem postkunstblog von michaela müller und tabea heinicker eine grosse postkunstaktion. und seit einigen jahren bin ich schon regelmässig dabei, es sei denn, das thema oder die technik sagen mir gar nicht zu. 

in diesem jahr gaben die beiden postkünstlerinnen als thema "winterspaziergang in grautönen" vor und als technik glasscheibendruck - eine monoprinttechnik, in der ich noch überhaupt keine erfahrung hatte. und auch nur - wie sich im laufe der arbeit herausstellen sollte - nur ein sehr rudimentäres equipment. aber immerhin eine glasplatte, eine farbwalze und acrylfarben.


der erste probedruck entstand am fünften november - der zeitplan liess keine grossen versuchsreihen zu: denn meine karten sollten am 1. dezember den auftakt zum postkunstadventskalender bilden. dazu kommt, dass ich in der schweiz lebe, die allermeisten karten aber nach deutschland verschickt werden müssen. im normalfall fahre ich die karten, da ich nur 15 minuten von der grenze entfernt wohne, selbst auf die deutsche post, das ist nicht nur günstiger, sondern ihre reisezeit dann auch planbarer als als auslandssendung. in diesem jahr konnte ich aber nicht sicher sein, dass ich jederzeit die grenze passieren kann. 

der zufall spielte mir aber in die hände: denn gleich bei den ersten versuchen machte ich die beobachtung, dass eng nebeneinander liegende linien meist dazu führen, dass die dazwischen liegende fläche auch eingefärbt wird, allerdings deutlich schwächer als die linien. 

(beim glasscheibendruck wird eine glasscheibe sehr, sehr dünn  mit farbe bewalzt, die farbe druckt sich auf dem aufgelegten blatt dann durch sanften oder weniger sanften druck auf die rückseite ab. so entstehen linien, flächen, formen auf dem papier. )

diese entdeckung - neben den vielen holzstapeln, an denen wir beim spazierengehen tatsächlich vorbeigehen - führte zu der idee, baumscheiben abzubilden, einen holzstapel vielleicht.


für die feinen linien habe ich eine stricknadel, für die gröberen eine art bambusfeder benutzt. 

leider habe ich nach einigen probedrucken festgestellt, dass acrylfarbe zu rasch trocknet - hier half dann trocknungsverzögerer. ich hatte aber auch gelegenheit, viel zu üben, denn die ersten 24 drucke plus etliche reserveblätter fertigte ich im falschen format an... 

also das ganze nochmal hochkant, aber dafür schon zügiger und schöner.


in einem zweiten durchgang gab es noch ein wenig stahlgrauen himmel übers holz (oben im bild versuche auf den querformatigen fehldrucken.)

im nächsten arbeitsschritt klebte ich die 24 gelungensten drucke auf karton in der passenden grösse. gedruckt hatte ich etwas grösser, um einen rand zum anfassen und festhalten der papiere zu haben. 

über holz und jahresringe nachzudenken, gab es genug gelegenheit beim drucken. 24 - oder wegen reservedrucken - eher mehr gleiche monotypien herzustellen ist nicht immer spannend.

bei einem besuch im materialarchiv des gewerbemuseum winterthur erfuhr ich was jahresringe über die lebensgeschichte eines baumes aussagen können: standort und lage, verletzungen, befall mit parasiten bilden sich hier ab. aus dem vergleich verschiedener jahrringbilder ihrer balken kann sogar das baujahr von häusern ermittelt werden. 

diesen text gab ich meinen drucken schliesslich mit auf den weg. 

das verschicken ging dann doch besser als gedacht - im rahmen der 24 stunden-regelung ist berufspendlern und einkaufstouristen die einreise aus grenzkantonen in grenzlandkreise weiterhin ohne weiteres möglich. und so sollten die karten heute hoffentlich in allen 23 briefkästen angekommen sein. 

es war ein kraftakt in einem durchaus nicht ruhigen november, nun darf ich mich dafür die ganze adventszeit über post freuen und bin sehr gespannt, was für winterspaziergänge da in meinem briefkasten landen. ich werde sie auf dem laufenden halten.


30. november 2020 - abgeschweift

wegen eines abendkurses in der werkstatt hatte ich beschlossen, den tag ruhig angehen zu lassen. ich hab zwar immer ein bisschen ein schlechtes gewissen, wenn ich noch am blogpost bin, wenn kai sich schon zum arbeiten aufs sofa setzt, aber mit der aussicht auf arbeit bis 22 uhr gings. neben dem bloggen chattete ich mit einer freundin - was mich auf eine weihnachtsidee brachte.

also vormittags gemütlich durch die küche, etliche dinge erledigt, die gerne mal liegenbleiben, dabei die total chaotischen vorratsschubladen gekonnt ignoriert und anstattdessen später lieber noch die gutsle vom vortag dekoriert. 


den kinderfilznachmittag vom kommenden mittwoch habe ich abgesagt, wieder gab es nur zwei anmeldungen - eigentlich auch gar nicht so schlecht, dass hier offensichtlich auch an die kontaktreduzierung gedacht wird. das hört sich zwar ein bisschen absurd an, weil ich den kurs ja auch hätte absagen können, aber so können das die teilnehmer selbst entscheiden. 

überhaupt läuft die kurstätigkeit jetzt so ein bisschen aus. heute abend ein kurs mit einer person, nächste woche noch einer mit zwei personen, beide zu weihnachtlichen themen. und dann ist gut. ich habe zuerst noch über eine art adventskalender auf insta nachgedacht, in dem ich anstelle des ausgefallenen marktes meine produkte anbieten hätte können. sicher wäre es schön, jetzt noch das eine oder andere stück zu verkaufen, aber bisher habe ich noch nicht einmal einen newsletter geschafft, der darauf hinweist, dass ich noch bestellungen annehme. ich denke aber, ich lasse es dabei. 

neulich gelesen, bei ramona: ich habe beschlossen, langsam die adventszeit und die weihnachtliche ruhepause einzuläuten. keine weiteren kurse, keine aktionen mehr. es ist genug. ich bin genug. 

der satz hat mich so angesprochen, dass ich ihn mir sogar notiert habe. das jahr war lang, das jahr war aber auch wieder kurz. auf jeden fall war es sehr angefüllt. insgesamt bin ich mit der werkstatt - auch dank der unterstützung meiner kunden - ganz gut durch die coronazeit gekommen. komplett ausgefallen sind nur märz und april, und da hatten wir hier auch noch ganz andere sorgen als nur corona. finanziell sieht es für die werkstatt ähnlich aus wie in den jahren zuvor - ich sags mal so: wenn es ums geld ginge, müsste man das ganze bleiben lassen. aber immerhin habe ich keine verluste gemacht. und das trotz der einschränkungen durch die pandemie. miete und material sind bezahlt, ein kleiner überschuss bleibt. leben kann man davon nicht. aber spass macht es immer noch. 

ende des exkurses. 

restemittagessen, dann gemeinsames laubrechen auf der wiese, anstatt spaziergang. die baustelle nervt, weil immer noch nur spaziergänge in eine richtung möglich sind, oder mit grossem umweg. 

ich sortierte noch fotos, schrieb den blogpost über die adventspost (morgen bin ich schon dran!) und verschwand dann in die werkstatt. ich dachte nämlich, ich hätte um halb fünf einen termin, um das kinderferienprogramm für 2021 zu besprechen. der ist aber erst nächsten montag, wie ich dann auch noch feststellte. also wurstelte ich in der werkstatt - es gibt immer was zu tun - herum, bis um sechs die kursteilnehmerin eintraf. wir werkten bis halb zehn, es entstand ein engelpaar und ein musterengel. 

zuhause dann noch ein bisschen fernsehen (damengambit fertig) und dann ins bett.

Montag, 30. November 2020

28. und 29. november 2020 - ich bin schon ziemlich stolz auf meinen selbstgebundenen adventskranz

 am wochenende haben wir uns viel mühe gegeben, es uns zuhause für den advent schön zu machen. die wochenenden laufen bei uns ja gerade nach einem festen schema ab: samstags gartenarbeit, sonntags spaziergang, das konnten wir trotz vieler pläne auch noch durchhalten. 

am samstag habe ich gleich nach der gartenarbeit den adventskranz gebunden - komplett aus garten"abfällen" und im wald gesammeltem:

das grundgerüst habe ich aus schlingknöterich gewunden - die restlichen ranken schneide ich zwar erst im frühjahr, aber das, was ich jetzt schon weggenommen habe, fällt kaum auf. im linken korb ist das im wald gesammelte diverse grün, den rechten korb habe ich mit resten von der thujahecke und dem sie überwuchernden efeu gefüllt und mit ein wenig lavendel ergänzt.

halbwegs durch. (naja, ober auch erst ein viertel...) nach der hälfte hätte ich mir einen höheren arbeitstisch gewünscht.

und das ergebnis. (wie immer wusste ich nicht, wohin mit den kerzen, als der kranz fertig war. aber irgendwie müssen die halt dann drauf und das ergebnis kann sich sehen lassen, ganz ohne weiteren schmuck übrigens.) 

danach hatte ich mir kaffee und bananenkuchen redlich verdient. 

weitere punkte auf der liste: meine acht päckchen für den gemeinschaftlichen adventskalender packen, eine aussenbeleuchtung auf dem geländer des balkons anbringen, mit diversen menschen den austausch adventlicher aktivitäten per messenger betreiben (äh, das stand nicht auf der liste, das hat sich einfach so ergeben), fotos für den 12tel-blick machen, joghurt ansetzen, abendessen kochen (ofengemüse nach lektüre bei anke gröner zum ersten mal vorgekocht und es schmeckt... ausgezeichnet, dazu gab es fleisch aus dem geschenkkorb, den kai bekommen hat. mit dem geschenkkorb bekam der caterer des firmenanlasses, der pandemiebedingt abgesagt werden musste, eine gelegenheit, trotzdem ein bisschen etwas zu verdienen - eine schöne solidarische geste.) 

ein extrem schlechtes foto von der beleuchtung auf dem balkon. aber das habe ich zuerst ja auch nur per wa verschickt...

dann war der samstag auch schon fast vorbei, die tochter hatte auftaktveranstaltung für den firmweg, ohne eltern in der riesenkirche, danach gab es abendessen und dann schauten wir mal wieder einen science fiction film: sunshine. (das hat mich zuerst sehr verwirrt, weil ich auch noch einen anderen titel mit sunshine auf der liste hatte, das ist allerdings dann eher ein familienfilm: little miss sunshine). 

***



sonntag dann ausschlafen (es wurde auch gar nicht richtig hell), frühstück und anschliessend spaziergang. wir brauchten auch noch holz, das man bei uns in selbstbedienung am forsthaus bekommt, und stellten das auto gerade auf dem parkplatz dort ab um unseren aktionsradius mal wieder ein bisschen zu erweitern. das hat sich dann sehr gelohnt, denn wir entdeckten diesen malerischen hohlweg: 

zurück ging es dann über bekannte wege im wald, wir stellten wieder einmal fest, dass wir vom neuen wohnort aus viel mehr verschiedene spaziergänge machen können. 

zuhause färbte ich der tochter die haare - davor hatte ich ein bisschen respekt gehabt, wir haben das bisher immer draussen gemacht, damit die hennamatsche nicht alles versaut, aber inzwischen haben wir wohl so viel routine, dass das auch drinnen (aber im keller) geht. alles zusammengebunden auf dem kopf und in ein handtuch gewickelt durfte die tochter wieder nach oben. 

ich schaffte es sogar noch, endlich ein paar gutsle zu backen, während der rest der familie seine päckchen für den adventskalender anbrachte mit meiner mutter zu telefonieren und später den restlichen stoff vom donnerstag zuzuschneiden. 

und während kai und die tochter kochten, brachte ich noch eine lichterkette über dem adventskalender an. wir wären dann also parat für die adventszeit. wegen uns muss weihnachten nicht ausfallen, das will ich hier mal festgehalten haben! 

abends dann noch tatort, mal eher von der spannenderen sorte und dann relativ früh ins bett...

Sonntag, 29. November 2020

12tel-blick im november 2020

 ich kann es kaum glauben, dass es schon ende november sein soll. auch wenn wir wirklich schon viele herbstliche und schon einige eher winterliche tage hatten. es ist also zeit für ein neues foto vom 12tel-blick (hier können sie nachlesen, was das ist).

 
so sieht es also ende november aus dem gewählten blickwinkel aus. der unterschied zum letzten bild ende oktober ist wieder nicht gross. aber viele blätter sind gefallen.

 

 der garten verliert zusehends an farbe. wir sind auch nicht wirklich mehr oft draussen. nur am platz unterhalb des schwimmbads hat sich in den letzten wochen wirklich viel getan. 

 
ende oktober haben wir damit begonnen, die seltsam in den himmel gewachsene thujahecke zu dezimieren. 

 
vier wochen später sind wir beinahe fertig mit dieser arbeit. wieder eine ecke des gartens gründlich entrümpelt. 
nun schicke ich meine bilder zum aktuellen 12tel-blick bei eva, aber ... huhu eva ist noch garnicht so weit. vielleicht hat sie gerade ein bisschen viel um die ohren, weil ihre schulklasse im lockdown ist und sie ihnen einen absolut genialen adventskalender gebastelt hat. guckt mal da!

Samstag, 28. November 2020

27. november 2020 - freitag halt.

 einer der eher langweiligen freitage, aber das passt schon: morgens einmal durchs haus, damit alles fürs wochenende schön ist, am nachmittag offene werkstatt. 

in der offenen werkstatt entstand das grundgerüst für einen weiteren affen, mit körper, beinen, armen, kopf und ohren, der darf jetzt bis nächste woche warten, dann geht es weiter mit der aussenhülle und noch ein paar netten details. ich versuchte mich derweil an einem etui, musste aber feststellen, dass die aufs geratewohl gewählte schablone doch zu gross war, um das gewünschte ergebnis zu liefern. dann hab ich jetzt halt zwei etuis. eines könnte ich eventuell auch verschenken. keine fotos, weil keine lust zu fotografieren. (draussen die ganze zeit düster novemberlich, drinnen neonlicht.) 

nach feierabend apero mit kai am offenen kamin. noch die tochter vom sport geholt, zu abend gegessen (gemüserisotto und salat) und aufs wochenende gefreut.

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: deutschlandfunk kultur zum putzen

gesehen: damengambit, heuteshow, zdf magazin royale

Freitag, 27. November 2020

26. november 2020 - spontaner tag

 schlecht und viel zu kurz geschlafen, trotz ausreichend körperlicher betätigung am vortag. die gesamtsituation nimmt mich derzeit mal wieder mit und ich bin einigermassen ratlos über die regelungen in deutschland (der kleine lockdown ist bis zum 20. dezember verlängert, unter anderem dürfen sich maximal 5 personen aus 2 haushalten treffen - diese massnahmen werden über weihnachten und neujahr ausgesetzt und es dürfen sich 10 personen aus beliebig vielen haushalten treffen, wobei kinder bis 14 jahre nicht einmal zählen. das für die chronik.)

am vormittag gehe ich früh in die werkstatt, alle anderen arbeiten heute auch ausser haus. ich räume auf und filze einen zweiten ball (ohne foto, sie erfahren gleich noch warum) und bin überraschend schnell damit fertig. weil ich diesmal gröbere kontrastreichere wolle für das innenleben genommen habe, werden die konturen nicht so schön und die flächen sind farblich nicht so klar. 

zwischendurch schaue ich mal die öffnungszeiten für den geplanten besuch der post in deutschland nach und stelle fest, dass die poststelle über mittag schliesst. da ich sowieso schon fertig bin packe ich schnell alles notwendige zusammen, radle nach hause, werfe pass, deutsches geld und pfandflaschen ins auto und fahre los. tatsächlich werde ich meine adventspost noch vor dem mittag los und kann dann entspannt in den jetzt gegenüberliegenden stoffladen gehen. ich habe beschlossen, mir selbst t-shirts zu nähen, weil ich zum einkaufen keine lust habe und selten wirklich schöne shirts finde. ich kaufe stoff für ein sweatshirt und drei t-shirts und bezahle am ende etwas mehr als 100 euro. ok, ich brauche auch noch zeit zum nähen. aber die shirts sind dann auch wirklich etwas besonderes. 

auf dem heimweg mache ich noch einen kurzen zwischenstopp im lebensmittelladen, aber wir brauchen nicht wirklich viel und so bin ich noch vor zwei uhr wieder zuhause. nach kurzer mittagspause (butterbrezel und ein stück donauwelle - der konnte ich nicht widerstehen) setze ich mich an die nähmaschine und nähe einen dickere pullover fertig, den ich schon zugeschnitten hatte. anschliessend reicht es noch für das zuschneiden von sweatshirt und einem weiteren t-shirt, dann muss ich in die küche. 

der mittlere sohn kommt spontan zum abendessen vorbei, ich muss vorher aber noch bananenkuchen backen, weil schon wieder bananen bei uns gestrandet sind. dann bereite ich senfwirsing und kartoffelstampf vor, dazu gibt es bratwurst vom weideschwein. nach dem essen sitzen wir noch gemeinsam auf sofa und sessel und erzählen uns gegenseitig von unserem alltag. den mittleren sohn haben wir jetzt lange nicht gesehen. 


Donnerstag, 26. November 2020

25. november 2020 - viel arbeit hinter mir, noch einige vor mir

ein anstrengender tag, an dem ich quasi um halb sechs, gleich nach dem aufstehen zu arbeiten begonnen habe und sich die arbeit bis in den abend zog. 

morgens wieder in der werkstatt - heute kann ich wieder nichts zeigen, da ich "nur" vorfilze gemacht habe, sowie weitere vorbereitungen für eine zweite kugel (noch nicht die ganz grosse). ausserdem konnte ich zwei bestellungen postfertig machen und auf dem heimweg gleich auf die post bringen. 

zuhause heute päckchensuppe, dann spaziergang. wir wählten die seit tagen gleiche strecke in umgekehrter richtung. die baustelle verhindert immer noch sinnvolle andere runden und heute war ja dann auch noch der plan, grünes für einen adventskranz aus dem wald zu holen. dafür hatte ich schon seit tagen ausschau gehalten. wie steuerten also zuerst einen stapel gefällter bäume an, unter denen auch frische kiefern und zypressen waren, dann ging es weiter zu einer stechpalme mit früchten mitten im wald und ganz zum schluss erkundete ich noch das gelände der alten, verlassenen gärtnerei, wurde dort aber nur noch so mittelmässig fündig: schmucklorbeer und ein nadelgehölz mit winzig kleinen zapfen ergänzten hier meinen korb. meine mutter schickte mir ein bild von ihrem adventskranz und von ihren gutsle, ich schickte das zurück: 

 

zuhause reichlich schreibtischarbeit: kinderfilznachmittagsankündigung erledigt, dann wollte ich die kommenden kurse in der werkstatt auf die homepage stellen, was auch grösstenteils funktionierte, nur für die turkmenischen muster, von denen ich im herbst des vergangenen jahres so viele gemacht hatte, konnte ich keine fotos finden. nach schier endloser suche auf der festplatte stellte sich dann heraus, dass ich nur einen teil der im september gemachten bilder gespeichert hatte - glücklicherweise fanden sie sich aber noch auf einem alten laptop, das jetzt auch mal wieder frisch aufgeladen und mit updates versehen ist. (ich brauche das immer noch für das abspielen einer cd-rom mit bildern aus skizzenbüchern von vera molnar)  

darüber wurde es spät, so spät, dass ich nur ganz schnell mit kai in die werkstatt fuhr, die leiter wieder zurückzubringen und die netzabdeckung des mobilfunkanbieters zu testen, zu dem wir wohl demnächt als ganze familie wechseln werden. fazit: geht, vielleicht sogar besser als der bisherige. 

zurück zuhause nochmal an den schreibtisch, aber ohne mich noch an sinnvolle ergebnisse erinnern zu können. noch ein päckchen gepackt, das morgen zur post muss und dann wollte ich eigentlich origami falten, habe aber anstattdessen die gestrigen einkäufe mit der tochter geteilt und ihr geholfen, den adventskalender für eine freundin fertig zu bestücken. 

weil kai noch ein onlinetreffen seines studiengangs hatte, das sich unüblich lange ausdehnte, gab es erst spät sehr weich gekochte randen-one-pot-pasta. 

später noch serie und nachrichten aus deutschland - noch einmal vom sohn unterbrochen, er musste noch seine sachen einsammeln, die er bei uns gelassen hatte. 

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: lage der nation, kafi am freitag (von beiden alte folgen, weil ich vergessen hatte, neue herunterzuladen)

gesehen: damengambit



Mittwoch, 25. November 2020

24. november 2020 - bilderlastig

 morgens in der werkstatt wurde der erste karierte ball fertig: 

ich habe mir sozusagen auf den allerletzten drücker noch den onlinekurs von gabriella kovács zum filzen einer karierten kugel gegönnt. prozessfotos sollen nicht gezeigt werden - also hier das fertige exemplar. die technik ist spannend, benötigt ein bisschen fingerspitzengefühl und geduld, aber das ergebnis ist auch überzeugend. ich denke neben verschiedenen farbkombinationen über eine übertragung der technik nach, aber ausser "grösser" kommt mir nicht viel in den sinn. aber grösser wäre auch schon spannend, habe ich doch aktuell in der werkstatt noch diese kugel liegen: 

über mittag brot mit belag und anschliessend wieder ein kleiner spaziergang - morgen dann wirklich mit rebschere und korb, damit wir endlich das material für den adventskranz einsammeln können. 

am nachmittag machte ich einen adventskalender fertig:

der rest ist noch geheim. 

später fuhr ich wegen schlechter abstimmung noch ein wenig mit dem auto herum und brachte dinge von a nach b und holte das gemüse ab. und weil ich einen recht praktischen parkplatz fand, ging ich noch rasch in ein geschäft und erledigte dinge, die ebenfalls geheim bleiben müssen. 

zurück zuhause stellte ich mich für ungefähr zwei stunden ans bügelbrett und trug ein bügelwäschegebirge ab. kai machte derweil abendessen: schweinsplätzli zu selbstgemachten (aufgetauten) nudeln mit salat. 

einigermassen kaputt liessen wir uns später ein letztes mal vom sohn beim fernsehen stören - ab morgen kann er wieder in seine wg zurück. 

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: francesca melandri, alle ausser mir

gesehen: damengambit



Dienstag, 24. November 2020

23. november 2020 - textlastig

schon wieder wochenstart. ein plan für die woche zerschlug sich nach beharrlichem nachfragen, der filzkurs am dienstagabend, den ich ausserhalb meiner werkstatt hätte halten sollen, findet nicht statt. 

kurse ausserhalb lohnen sich nur bei grösseren gruppen, da zum heranschleppen des materials ja auch noch eine raummiete kommt. wenn dann zusätzlich noch der kurspreis gedeckelt und die kommunikation mit der kursanbieterin fehlanzeige ist, wird aus einer chance ein ärgernis.

vormittags in der werkstatt weiter am schönen onlinekurs gearbeitet bis vorerst die vorfilze trocknen mussten. dafür schaffte ich dann noch eine bestellung, die erst am freitag eingegangen war. 

über mittag wieder nach hause - die reste der vorwoche ergaben eine leckere mahlzeit. nach einer beinahe zu langen diskussion über die sonnigste spazierstrecke brach ich mit kai für eine waldrunde auf. vielleicht nicht der sonnigste weg, aber trotzdem schön: ich habe zusätzlich ausschau nach möglichkeiten für adventsdeko gehalten und weiss jetzt, wo wir kiefernäste und vielleicht noch mehr finden können. 

dann haushaltsdinge: kühl-gefrier-kombi in der küche abtauen, küchenfenster und die gesamte küche putzen. und weil es noch so sonnig war, die grosse haushaltsleiter gerade hier ist (sonst steht sie in der werkstatt) und mich das nicht wirklich gut geputzte wohnzimmerfenster bei tiefem sonnenstand störte, putzte ich auch noch gleich das grosse fenster - vom garten aus, weil man es nicht öffnen kann. 

danach schreibtischdinge, aber keine lästige büroarbeit, sondern schönes, bis kai feierabend machte und tochter und sohn eintrafen. noch ein telefongespräch mit meiner mutter, dann abendessen: süsskartoffeln, dazu gefüllte champignons und salat mit mandarinenschnitzen, gekocht vom sohn. 

am abend strickend "gott" von ferdinand von schirach gesehen (live im deutschen fernsehen!) - "leider" hatten wir schon am vormittag auf deutschlandfunk kultur ein interview mit einem echten mitglied des ethikrats gehört, die schon mal vorab erklärte, dass ihre sitzungen ganz anders aussehen als von schirach dargestellt. dementsprechend sahen wir das ganze schon eher auf einer metaebene: eben auch unter dem aspekt, wie versucht schirach hier eine bestimmte haltung (ich vermute mal: seine) zum problem sterbehilfe subtil oder auch weniger subtil dem zuschauer schmackhaft zu machen. dementsprechend ging ja dann auch die abstimmung aus, mit einer grossen mehrheit für eine liberale praxis der sterbehilfe. spannend war die anschliessende diskussion im ländervergleich, diskutiert wurde in einer runde im schweizer, und bei hart aber fair im deutschen fernsehen. ganz andere zusammensetzungen der gäste, ganz andere traditionen (in der schweiz ist sterbehilfe schon lange erlaubt, allerdings hätten die sterbehilfeorganisationen schon auch ein problem mit einem so offensichtlich vitalen menschen wie im fernsehfilm) und vor allem: in der schweiz wurde ein fernsehfilm diskutiert, in deutschland eine politische fragestellung (die im übrigen das bundesverfassungsgericht bereits entschieden hat).


Montag, 23. November 2020

21. und 22. november 2020 - es ist uns ein licht aufgegangen...

 ein gemütliches wochenende liegt hinter uns. wenn da nicht das ständige coronöse hintergrundrauschen wäre, hätte es richtig entspannt sein können. (war es eigentlich auch, ich musste mich nur zwischendurch immer mal wieder über die varianten von "weihnachten fällt in diesem jahr aus" aufregen.) 

samstag war diverses rund um haus und garten geplant, aber vorher gab es ein gemütliches frühstück. sogar im sonnenschein, sie sonne ist jetzt wieder in das stadium eingetreten, in dem sie zwischen neun und zehn auf den frühstückstisch scheint, wenn sie es denn tut. ich buk anschliessend einen zwetschgenkuchen, kai bereitete das aufhängen der neuen lampe vor, die tochter räumte ihr zimmer auf und der besuchweise bei uns weilende sohn verzog sich für den restlichen tag in seine werkstatt zum campingbusumbau. 

wegen anhaltendem sonnenschein taute der rauhreif draussen schnell auf und ich konnte in den garten gehen, um mich weiter um die hecke zu kümmern. der fortschritt ist diesmal kaum zu sehen, aber er misst sich ja auch in gefüllten grünguttonnen und da waren wir - denn kai kam nach rückkehr vom handwerkercenter auch dazu - wieder erfolgreich. ich denke, wir sollten vor weihachten noch mit diesen arbeiten fertigwerden. 

drinnen gab es kaffee und kuchen, anschliessend dann lampenaufhängen, beziehungsweise an die wand schrauben. 

endlich licht über dem esstisch! die konstruktion ist spannend, die lampe an einem langen arm ist auf einem träger, der an der wand befestigt ist, gelagert und lässt sich in alle richtungen bewegen, hoch und runter stellen und kippen. wir denken aktuell noch über eine möglichkeit zum dimmen nach. 

während ich beim lampenaufhängen nicht gebraucht wurde, dachte ich mir einen text für die adventspost aus, schreib ihn mit der reiseschreibmaschine ab und kopierte ihn 24 mal.  

zum abendessen gab es sellerieschnitzel mit dunklem risotto und nüsslisalat mit randen. die tochter weilte zum abendessen bei einer turnkollegin, wir spielten mit dem sohn nach dem abendessen eine partie des spiels, das er uns zu ostern geschenkt hatte. 

***

am sonntag wieder gemütliches frühstück, anstatt sonne leider diesmal nebel. unsere begeisterung fürs rausgehen hielt sich in grenzen und dementsprechend wenig kreativ waren wir bei der auswahl der route. wir starteten dann vom friedhof schachen in untersiggenthal in richtung iflue und drehten eine schöne und sehr ruhige runde durch den wald. 

aussicht war keine, aber dafür viele schöne details im wald. wieder zuhause gab es gleich den restlichen kuchen vom samstag und wieder kaffee, so dass wir einen langen freien nachmittag hatten. 

ich verbrachte den im wesentlichen am schreibtisch mit der adventspost, sogar die sonne kam noch heraus: 


und die 24 karten für den 1. dezember sind fertig geworden! ich habe sie als postkarten gestaltet, so wie das konzept der adventspost das auch vorsieht, und vertraue darauf, dass ich sie ende der woche noch nach deutschland auf die post geben kann. 

am abend reichte es mir sogar noch, die teile für eine pullover zuzuschneiden, dazu machte ich ein kaminfeuer und sah dem sohn zu, der unsere smarthomefähigen glühbirnen ins netz brachte. das projekt schönes licht schreitet also weiter voran. zum abendessen machte kai pizza, später gemeinsames tatortschauen. 


gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: francesca melandri, alle ausser mir

gesehen: damengambit und den aktuellen tatort mit ulrich tukur


Samstag, 21. November 2020

20. november 2020 - ich hab kein bild!

 freitag, wer hier regelmässig liest, weiss es schon: haushaltsvormittag. heute ging alles fix, trotz einiger sonderaufgaben wie betten frisch beziehen und gründliche reinigung der duschwand. schon vor elf war ich fertig mit den freitäglichen arbeiten, der rest kommt dann am montag. ich telefonierte noch mit meiner mutter, dann warf ich alle übriggebliebenen rest der woche in die pfanne und briet pastasciutta mit kartoffeln daraus. 

nach dem mittagessen machte ich pause, während kai spazierenging. kurz vor zwei war ich in der werkstatt, wo ich zuerst die noch vorhandenen sitzfilze der filzszene fotografierte, eventuell gibt es da eine bestellung. pünktlich um zwei trafen die angemeldeten besucher der offenen werkstatt ein: mutter mit kind und freundin. die mädchen sahen sich zuerst ein bisschen um, so dass ich mit der mutter die schritte für den dritten sitzfilz wiederholen konnte - sie konnte dann weitgehend selbstständig arbeiten und musste mich nur noch zu hilfe holen, wenn sie unsicher über das weitere vorgehen war. die mädchen entschieden sich für kraken: ich liess sie zuerst tentakel rollen, aus kammzugresten, gab aber eine sinnlos grosse zahl an, die die mädchen in ihrem arbeitseifer dann nochmal fast verdoppelten... gut, dann sollte es eben zwei kraken geben. da die beiden aber auch noch zwischendurch auf dem werkstattboden picknicken wollten, wurde die zweite krake nicht mehr ganz fertig. 

um halb vier klopfte es dann auch noch an der tür - der schon lange erwartete supergau in sachen offener werkstatt: drei angemeldete personen im raum, und eine filzkollegin vor der türe, die den hinweis, dass man sich momentan zur offenen werkstatt anmelden muss, leider nicht gesehen oder beachtet hatte. dazu war sie aus zürich angereist - wie sich im weiteren verlauf des gesprächs, das ich mit ihr auf dem flur führte, dann allerdings herausstellte, nicht nur wegen mir. ich bot ihr an, gegen halb fünf wieder zu kommen, da dann die beiden mädchen nach hause gehen sollten. das tat sie dann auch und sie konnte sich in der werkstatt umsehen und wir konnten ein bisschen miteinander reden. nebenbei instruierte ich die weiterfilzende kundin für eine halbstündige abwesenheit meinerseits, denn es stand ja auch noch der impftermin an. also radelte ich um fünf nach fünf los, entspannte mich mal zwischendurch für eine viertelstunde beim informationsbogen ausfüllen und grippegeimpftwerden in unserer apotheke (supersache, die impfung in der apotheke) und war um kurz nach halb sechs schon wieder zurück: das sitzkissen fast fertig und noch genügend zeit, das projekt insgesamt schön abzuschliessen und einen weiteren termin für weihnachtsgeschenke anzudenken. 

ich räumte noch ein bisschen auf und radelte dann nach hause. mittlerweile tat der impfarm ziemlich weh und ich beschloss, mal ein bisschen mimimi zu machen und jede weitere arbeit für den restlichen tag zu delegieren. glücklichweise hatte der zu besuch weilende sohn ohnehin das kochen übernommen (es gab kartoffel-lauch-yakon-suppe mit salat). also gab es nur noch die küchensäuberung und das wäscheaufhängen zu delegieren. anschliessend die, wie ich gerade bei frau pfützenspringen las, heilige dreieinigkeit des freitagabends: heuteshow, böhmermann, aspekte. für mich war aber bedtime nach zdf-magazin, wie das ja jetzt offiziös heisst. böhmi dafür heute mit rundfunktanzorchester wieder besser war als die erste sendung im offiziellen programm. 

sonst kein medienkonsum ausser den kruznachrichten auf dem mobilophon.

Freitag, 20. November 2020

19. november 2020 - viel licht

 vormittags entspannt in der werkstatt damit begonnen, den jüngst erworbenen onlinefilzkurs zu nutzen. angenehmes arbeitstempo, man kann teilweise mit dem video mitarbeiten, aber auch zwischendurch anhalten, wenn man mehr zeit braucht. ich filze einen karierten ball, noch ist aber nicht viel zu sehen. zu meiner freude musste viel gerechnet werden für das schnittmuster, teilweise auch mit dem zirkel konstruiert. 

am mittag nach hause, wo mich kai schon mit dem mittagsimbiss erwartete. leider war das wetter tatsächlich schlechter geworden, es hatte am vormittag zu regnen begonnen. wir machten trotzdem den geplanten spaziergang durch den wald und wurden nicht einmal richtig nass. 

noch ein statement pro schwimmbad!

später fuhr ich mit fahrrad und anhänger in die stadt, zuerst zum bücherschrank, wo ich vier taschenbücher erbeutete. ich überlege ja immer wieder, ob die gratisbücherschränke dem buchhandel noch viel mehr schaden als der ganze versandbuchhandel. vorteil bücherschrank: ein begrenztes angebot, aber kaum risiko bei der auswahl. vorteil buchhandel: beratung (nehme ich selten in anspruch) und aktuelles angebot. jedenfalls habe ich jetzt wieder genügend lesestoff. 

anschliessend lebensmitteleinkauf plus haushaltskram. ich habe nach der gestrigen bloglektüre grosszügige mengen kerzen für die laternen im garten und die windlichte auf dem kaminsims gekauft. mein lieblingseinkaufsladen für alltagskram und lebensmittel hat umgebaut, die anordung der waren ist jetzt natürlich komplett unlogisch und ich musste lange durch die gänge streifen, bis ich alles gefunden hatte. zwei menschen mit herunterhängender maske nicht drauf angesprochen, warum sie die nicht aufsetzen, wenn sie sie schon umhängen haben. 

zurück zuhause habe ich dann noch die teekanne der tochter heruntergeworfen. wir haben uns geeinigt, dass sie eine neue bekommt, wenn sie irgendwo eine schöne sieht. schreibtischarbeit, zuerst weniger kreativ, dann regalaufräumen und eine eingebung für eine schöne überraschung, der ich dann gleich gefolgt bin. an das anzünden der kerzen habe ich auch gedacht, aber in sachen gartenillumination ist schon noch luft nach oben. glücklicherweise übernahm kai meinen kochdienst, was ich aber erst später bemerkte, weil ich davon ausging, dass ich heute nicht schon wieder mit kochen dran wäre. es gab kohlrabirüebligemüse, bratwurst vom weideschwein und kartoffelstock. 

nach dem abendessen und anschliessenden küchenaufräumen war meine kreativität vorerst am ende. serie geschaut, unterbrochen von der ankunft des sohns, der von seiner arbeit erzählte. böhmische dörfer, aber man merkt das herzblut dabei. 

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Donnerstag, 19. November 2020

18. november 2020 - heute viel pandemie, aber auf distanz

 so häufig war heute die rede von zwanzigeinundzwanzig, dass ich beim eintragen des datums stockte. ja es ist wirklich immer noch 2020, auch wenn ich schon ziemlich genug habe (es dürfte ihnen auch nicht anders gehen) von diesem jahr. aber heute war auch wirklich viel pandemie.

ich hatte nämlich heute online-sitzungstag. nachdem ich bisher durch acht monate pandemie ohne eine einzige onlinesitzung gekommen bin, war es also so weit. zufall war nur, dass wir zum ersten mal eine vorstandssitzung der filzszene weder verschieben noch vor ort in einer gaststätte stattfinden lassen konnten und am abend gerade noch die erste online-gv der gemüsegenossenschaft anberaumt war. 

der tag startete aber ganz unvirtuell mit dem warten auf die lieferung unserer neuen esszimmertischlampe. ich las mich bis dahin durch blogs und freute mich passend über den blogbeitrag von astrid über die bedeutung von licht in ihrer wohnung (unbedingt auch dem link zum zitat "ich bin kerze" folgen). ich nutzte die wartezeit und bestückte mal die laternen auf dem gartentisch mit kerzen.

vormittags war ich in der werkstatt, wie immer, und puzzelte noch ein wenig an dem grossen wollball herum, bevor ich mit dem mitgebrachten staubsauger einen grossteil des staubs und der krümel, die die restewolle aus der karderei mit sich gebracht hatte, wegstaubsaugte. es kam noch jemand vorbei, um wolle für  weihnachtsprojekte zu holen und anschliessend konnte ich mich endlich zur weihnachtsdeko aufraffen. so richtig ordentlich ist es immer noch nicht, aber morgen werde ich wohl aufräumen müssen, da am freitag wieder eine familie für die offene werkstatt angemeldet ist. 

über mittag nach hause - da schien schon die sonne und ich konnte das sofa und das wohnzimmer (mal wieder alleine) geniessen. noch ein geburtstagsanruf (ich nutze mal die gelegenheit und stelle hier noch ein foto vom gabentisch ein, der sich seit sonntag nochmal gefüllt hat - sorry, liebe s., der tusch wurde ein opfer der ch-pandemiestrategie, will heissen, der hat es beim lüften umgeweht): 

durch das vorgängige telefonat plumpste ich mässig vorbereitet in die telefonkonferenz mit den anderen frauen vom vorstand der filzszene. die kamera, die beim test gestern funktioniert hatte, ging prompt wieder nicht mehr, und beim versuch, sie zu starten, legte ich zwischendurch mal den ganzen rechner lahm, aber ansonsten lief es sehr gut. in der sitzung war eine grosse resignation gegenüber der situation spürbar, die allermeisten für das kommende jahr geplanten aktivitäten müssen in erster linie gegen eine absage abgesichtert werden, teilweise haben wir termine auch schon möglichst weit in den sommer verschoben, in der hoffnung, dass wir sie dann nicht absagen oder erneut verschieben müssen. für die vereinsarbeit bedeutet die pandemie wohl mindestens ein verlorenes jahr, in dem die nur lose verbundenen vereinsmitglieder weiter auseinander driften. wir hoffen, zumindest die mitgliederversammlung im sommer live durchführen zu können - auch und gerade weil dafür frauen aus der ganzen schweiz zusammenkommen! 

anschliessend stärkte ich mich mit dem allerletzten stück schwarzwälder kirschtorte vom sonntag, übernahm den kochdienst der tochter, die sich auf dem weg zur hautärztin befand und schaute mir die ersten videos vom frisch gekauften onlinefilzkurs an. oh, ich freue mich schon, da braucht man nicht nur wolle, sondern auch zirkel und papier und lange lineale... parallel dazu meldete sich der grosse sohn, der wegen eines quarantänefalls in der wg bei uns unterschlupf suchte. kurz mit ihm besprochen, dann die restliche familie informiert: wir sind für ein paar tage zu viert. 

das von der tochter übernommene kochen tat dann gut: ich warf zwiebeln, sellerie, rüebli, nachgereifte tomaten (mehr platz für laternen auf dem gartentisch!), selbstgetrocknetes basilikum und eine schachtel tomatensosse aus  dem gefrierer zusammen und kochte es eine weile. dazu gab es spaghetti und nüsslisalat. kurz vor sieben waren dann auch alle da, wir klärten beim essen wie risikoreich der angekommene sohn ist (ein bisschen erhöhtes risiko, aber durchaus tolerierbar - wegschicken wäre eh keine alternative gewesen) und ich musste dann auch gleich wieder weiter, zur virtuellen gemüse-gv. 

die kamera, die ich am nachmittag wieder zum laufen gebracht hatte, wollte im anderen onlinesitzungstool dann wieder nicht laufen, aber diesmal dachte ich an die externe alternative, die mir kai schon am vorabend gereicht hatte. das wäre dann allerdings gar nicht nötig gewesen, denn ich hatte kamera und mikrophon eh die meiste zeit aus. die verantwortlichen aus der betriebs-, medien- und it-gruppe stellten ihre arbeit vor, der gemüseanbauplan wurde vom bauer erläutert. mitdiskutieren, beziehungsweise fragen stellen, lief über den chat. eingeleitet wurde die sitzung sehr sinnreich und flott mit einem durchgang durch die notwendigen schaltflächen, inklusive test des chats und der abstimmungsfunktion. durch den abend führte dieselbe person ebenso charmant, wie sie es auch live getan hätte. zur sitzung anwesend waren 37 mitglieder, die zusätzlich noch 16 oder 17 weitere stimmen vertraten, damit also nur unwesentlich weniger als zu einer nichtwirtuellen sitzung gekommen wären. und hier, wo ja die hauptarbeit nicht im begegnen sondern im gemüse besteht, das wir nach wie vor auf dem hof ganz real begleiten und bearbeiten können/müssen, war die stimmung auch besser als am nachmittag. im grund läuft alles gut, bis auf die mediengruppe, die pandemiebedingt wenig werbung machen konnte, konnten alle normal arbeiten. andererseits gab es pandemiebedingt auch weniger wechsel als in vorherigen jahren, so dass die werbearbeit auch weniger wichtig war. die warteliste ist auf eine position geschrumpft, wenn sie also zufällig im raum baden/brugg wohnen und sich für gemüse aus einer solidarischen landwirtschaft interessieren, wäre das jetzt die gelegenheit. 


hier können sie sich unseren schönen bauernhof anschauen. (ganz ehrlich: gemüse ist unser kerngeschäft, filme müssen so nebenbei gehen.) aber schön, oder? und hier finden sie dann die infos dazu.

danach noch deutsche nachrichten - mit erschreckenden bildern aus berlin - und ein glas wein. 

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: francesca melandri, alle ausser mir


Mittwoch, 18. November 2020

17. november 2020 - ja zum schwümbi

 in sachen pandemie ist hier so eine art paradox eingetreten: im alltag beschäftigt mich das pandemiegeschehen nicht oder kaum, für haushalt und freizeit, für werkstatt und arbeit habe ich gerade einen weg gefunden, wie damit umgehen. andererseits gibt es viele nachrichten von aussen, die beunruhigend sind. so wurde zum beispiel heute in den schweizer nachrichten die nachricht, dass die regulären intensivbetten in der kompletten schweiz ausgelastet sind. die ansteckungszahlen gehen mittlerweile schon wieder nach unten, aber die erkrankungen, vor allem die schweren, schleppen immer noch nach.

der tag war entspannt: vormittags arbeit in der werkstatt (die filzkugel wächst und wächst, aber nun gibt es nur noch einen kleinen rest material für die füllung zu verarbeiten, dann muss ich mir überlegen, welche farbe sie aussen bekommen soll, für die weihnachtsdeko hatte ich immer noch keine lust.)

zum mittagessen fuhr ich nach hause und anschliessend machten wir einen spaziergang durch den wald. auf dem rückweg fielen uns wieder die teilweise sehr engagiert und einfallsreich gestalteten statements für die im gemeinderat unserer wohngemeinde anstehende abstimmung über einen kredit zur renovierung des schwimmbads auf. alleine in unserem quartier gibt es mehrere privathäuser, die sich mit selbstgemachten hinguckern klar auf der seite der schwimmbadbefürworter positionieren. die beiden parteien, die gegen kredit und renovierung sind, fühlen sich benachteiligt - vielleicht auch, weil hier offensichtlich viel herzblut am schwimmbad hängt... 

am nachmittag dann lauter kleinigkeiten: mails beantworten, gemüse abholen, bügeln. zum abendessen machte kai panierte schnitzel mit pommes und salat, einfach so unter der woche. danach noch ein testtermin für die morgige vorstandssitzung der filzszene. gut haben wir getestet, das funktioniert jetzt aber trotzdem eher so zu 80 prozent. 

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: francesca melandri, alle ausser mir

gesehen: damengambit

Dienstag, 17. November 2020

16. november 2020 - fenster auf

 die tochter hat vor ein paar tagen mit sehr trockenem humor den aktuellen weg der schweiz durch die pandemie beschrieben, ich habe sie schon oft mündlich zitiert, nach dem heutigen tag, an dem rundherum mal wieder über die verschärfung der coronamassnahmen diskutiert, beziehungsweise längst strenge massnahmen eingeführt sind, und ich eine freundin zum zmittag besucht habe, will ich den kleinen scherz auch hier mal wiedergeben: 

fast ganz europa macht momentan immer strengere lockdowns.

und in der schweiz so: "wollen wir mal lüften?". 



Montag, 16. November 2020

13., 14., 15. november 2020 - verlängertes wochenende oder: besser als erdbeerkuchen

 eigentlich wären kai und ich über das verlängerte wochenende nach mannheim gereist, hätten es uns dort im hotel gutgehen lassen und ich hätte einen kurs im jeromin-laden besucht, in dem ich bei frau regnitzflimmern das stempelschnitzen und falten von weihnachtsdekoration gelernt hätte. aus bekannten gründen wurde der kurs abgesagt, die hotels sind zu und über die grenze dürfen wir nur noch für maximal 24 stunden und in den grenzlandkreis. also neuer plan: 

freitag. 

im gewerbemuseum in winterthur interessierte uns eine ausstellung der österreichischen installationskünstlerin anna rubin. also fuhren wir am freitag nach winterthur, stellten das auto ein bisschen weiter vom stadtzentrum ab und spazierten zum museum. die ausstellung erstreckte sich leider nur auf einen raum, aber der war dafür sehr sehenswert. 


auch nachdem wir noch das materialarchiv wieder einmal gründlich durchgesehen hatten, blieb uns noch viel zeit vom tag und so beschlossen wir einen kleinen stadtbummel, der allerdings teilweise ein wenig merkwürdig geriet. den einen laden verliessen wir fluchtartig, nachdem wir eines gesprächs zwischen einer kundin und der hustenden kassiererin über die beobachtung von coronasymptomen an sich selbst teilhaftig wurden. ("kaffee trinke ich seit tagen keinen. du weisch, was das heisst: alarmstufe rot." - hust, hust, hust...) im anderen laden riefen wir die inhaberin per telefon, weil ihre ladenglocke versagt hatte, papeterie und italienischer feinkostladen funktionierten wie gewünscht. und so haben wir jetzt ein paar/ziemlich viele inhalte für den diesjährigen adventskalender. ich weiss garnicht, ob ich schon darüber geschrieben habe, es wird wieder einen adventskalender geben, aber da nur noch drei personen im haushalt leben, teilen wir anders auf. jede/r packt vier päckchen für die jeweils zwei anderen haushaltsmitglieder und so kommen wir auf 2 x 4 x 3 = 24 päckchen. (und mir fehlt nur noch eins!) 

am späten nachmittag zuhause erledigten wir noch ein bisschen hausarbeit, tranken zusammen kaffee (unterwegs kein gastronomiebesuch) und ich nähte mir aus resten ein t-shirt. während kai zum abendessen crevetten mit koblauch zubereitete, holte ich die tochter vom turntraining ab. 

samstag.

noch mehr einkaufen, aber auch endlich das buch von der deutschen lieferadresse abholen, das ich beim letzten besuch um stunden verpasst hatte. wir waren vor allem auf dem markt im grenzstädtchen um oliven und andere türkische leckerein zu kaufen, dann noch im edeka für verschiedenes andere. 

während es unterwegs am morgen noch teilweise sehr neblig gewesen war, war es zuhause schön sonnig und ich nutzte den nachmittag zu einem weitern angriff auf die hecke. diesmal gab es noch genug gefälltes zum kleinschneiden, also kein weiterer fortschritt in metern zu verzeichnen, wir ahnen aber schon, wie schön sonnig diese ecke des gartens werden wird, wenn wir fertig sind. 

während ich draussen war, hatte die tochter die küche okkupiert, zuerst für geburtstagsvorbereitungen, später für schäumlebacken. später gesellte ich mich dazu, um ein rotebeetehummus zuzubereiten und noch später für die abendessenszubereitung, es gab kürbisgnocchi mit salbeibutter und salat. 

sonntag = geburtstag. 

der tag startete mit einem nicht allzu ausgedehnten geburtstagsfrühstück auf sehr schön gedecktem tisch, anschliessend blieb uns noch etwa eine stunde, um so viel wie möglich für die geburtstagswanderung vorzubereiten, zu der ich eingeladen hatte. 

die söhne trafen mit freundinnen pünktlich ein, wir verteilten teekannen und anzündholz, teigschüssel und maronipfanne, sitzfilze und alles andere auf fünf rucksäcke und machten uns vom haus weg auf den weg in den wald. aussenherum auf der grossen runde brauchten wir eineinhalb stunden bis zum grillplatz am forsthaus der nachbargemeinde. der war sogar noch frei und so sammelten wir holz, zündeten ein feuer an, richteten das buffet her, grillten stockbrot, rösteten maroni, wärmten sogar noch glühwein und hatten es insgesamt sehr schön. 

 

auf dem rückweg verirrten wir uns noch ein kleines bisschen (auf einem dafür aber sehr schönen weg) und kamen im garten bei den letzten sonnenstrahlen an. dort gab es zuerst sekt, dann kaffee und schwarzwälder torte! 

beim eindunkeln brachen die gäste auf und wir räumten auf und richteten für den tagesausklang ein resteraclette her. kai hätte mir auch ein geburtstagsmenu gekocht, aber ich fand den tag auch so kulinarisch und auch sonst sehr stimmig! oder wie auch jemand bemerkte: da haben wir schön langweiligere geburtstage ohne corona gefeiert. 

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gesehen: frieden (srf-serie über die schweiz nach dem zweiten weltkrieg)


Freitag, 13. November 2020

12. november 2020 - 12 von 12 mit 10 fotos von drei kameras

 vielleicht war es nicht das schlaueste, für den heutigen 12ten und die 12 bilder dazu drei verschiedene kameras zu benutzen, so dass ich mittlerweile seit 20 minuten versuche, diese alle auf dem laptop zu versammeln um ihnen anhand dieser fotos heute mal ausnahmsweise meinen tagesablauf per bild zu zeigen. 

so, und nun ist auch noch die katastrophe perfekt: es sind nur 10 brauchbare bilder entstanden. ich schlage vor, dass ich ihnen die zwei restlichen einfach wie immer mit worten ausmale. (warum es eigentlich 12 sein müssen und was es mit dem 12 von 12 auf sich hat, lesen sie hier, die aktuellen fotos vom november finden sie hier. )

morgens, kurz vor sechs. es ist eigentlich noch zu dunkel um zu fotografieren. ich notiere mir in meinem völlig schmuck- und kalligraphiefreien bulletjournal was ich den tag über so vorhabe. ausserdem entsteht der blogpost für den vorigen tag. (ja, ich schreibe meist erst am nächsten morgen in aller ruhe über den vorigen tag.) 

seit ich von mittwoch bis freitag mit der tochter um 5.30 uhr aufstehe, habe ich morgens viel schreibtischzeit. heute auch noch für das wegräumen der 24 fertigen adventspostkarten...

und dafür, mir gedanken über den text für die adventspost zu machen. mal sehen, was mir noch alles einfällt, es hat ja noch platz. 

den vormittag verbringe ich in der werkstatt. ich möchte etwas ausprobieren.

eine resteverwertung: zuerst mache ich aus resteschnipseln und verunglückten filzobjekten einen ball.

mit hilfe einer filznadel geht das ganz gut, ein bisschen zeit bleibt auch für spielereien... das schwänzchen bleibt natürlich nicht so.

eine stunde später ist der ball schon wirklich gross geworden. nun habe ich nicht nur alle filzreste, sondern auch widerspenstige wolle verbraucht und bin dazu übergegegangen, eine sack kardierreste aus der wollspinnerei vetsch zu verarbeiten. schön in schichten und weiterhin mit nadeln, allerdings nun mit vier in einem halter.

und noch eine stunde später: ich arbeite in schichten, auf eine schöne schicht folgt immer wieder eine aus eher abfallmässigen resten (die liegen hier gerade rechts auf dem tisch und sollen als nächstes auf die schöne schicht aufgebracht werden). 

hier beende ich meine arbeit vorerst (es gibt noch einen grossen sack voll verwertbarer wolle) und fahre nach hause. ich wärme mir eine paar restenudeln und esse sie mit selbstgemachtem ketchup und parmesankäse. draussen ist es richtig schön, die sonne scheint und es ist auch ziemlich warm geworden. 

nachdem ich überschlagsweise die kommenden tage bis zum nächsten grüntonnentag (immer dienstags) durchgegangen bin, entscheide ich mich für die fortsetzung der entheckung. für das dürre reisig zünde ich wieder ein feuer an, das grüne kommt in die tonne. in zwei stunden schaffe ich einen weiteren knappen meter freien luftraum über der eh schon mehr als drei meter hohen hecke. 

dann geht mir während einer besonders spektakulären rodungsaktion das feuer aus und ich beschliesse die arbeit an dieser stelle und mit einem allgemeinen chaos auf dem platz vor der hecke. 

kai kommt nach hause und bringt berliner mit, die essen wir zum kaffee, ich schnipple gemüse fürs abendessen, telefoniere mit meiner mutter, wische staub und fahre dann zur werkstatt, um um fünf meinen weihnachtsmarktstand wieder abzubauen (ob die zarin das fernsehen an meinem stand vorbeikam, wird sich erst am 19.dezember zeigen).

schon praktisch, wenn man einfach nur mit dem stoss losziehen muss... übrigens ist der stapel ganz kurz nach dem foto so spektakulär gekippt, dass mein werkstattnachbar kam und sich erkundigt hat, ob alles in ordnung ist. einen teil der sachen räume ich auf, einen teil stelle ich für die kommende woche bereit, um die werkstatt noch ein bisschen weihnachtlich zu dekorieren. 

dann fahre ich nach hause, sitze ein bisschen mit kai auf dem sofa, mache pläne für die kommenden drei tage, an denen wir eigentlich zusammen nach mannheim hätten fahren wollen und koche später das abendessen. 

gemüsesammelsurium, zusammen mit rindsleber zu einem wokgericht verkocht. dazu gab es noch mehr restenudeln. 

später noch sofa: wir haben endlich das ende von gran hotel erreicht. war auch langsam zeit. 

 

 

gelesen: ich kann mich nicht recht entscheiden, was ich als nächstes lesen soll, eventuell wir es ein klassiker der weltliteratur

gehört: francesca melandri, alle ausser mir

gesehen: na, siehe oben.