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Dienstag, 21. April 2026

monatsspaziergang april 26

am vergangenen sonntag haben wir wieder einmal einen der stadtspaziergänge vom zueri z'fuess unternommen. seit wird das angebot der stadt zürich entdeckt haben, waren wir schon 2021 in schwamendingen und 2023 in wipkingen unterwegs. seit 2024 spazieren wir mit freunden - und waren bis jetzt zusammen in hottingen und in altstetten. für dieses jahr sah es zunächst wettermässig nicht gut aus und wir befürchteten schon, auf ein museum ausweichen zu müssen, aber dann wurde der sonntag unerwartet schön und wir machten uns gemeinsam auf den weg, um wollishofen zu erkunden.  

die am westlichen zürichseeufer gelegene gemeinde wollishofen war einmal ein dorf, das aus vielen verschiedenen weilern und höfen bestand und so ist der spaziergang auch ein bisschen eine zeitreise. gestartet sind wir aber am bahnhof und von dort gleich zum seeufer gegangen. am aufgeschütteten seeufer fanden die legendäre landesausstellung der schweiz 1939 und die ausschliesslich von frauen gestaltete saffa, die schweizerische ausstellung für frauen und arbeit, 1958 statt. die kleine insel auf dem bild heisst dann auch noch der ausstellung saffa-insel. 


 per steg ging es weiter über die werft der zürichseeschiffahrt. 


hier machte sich gerade der schaufelraddampfer stadt zürich für eine fahrt nach rapperswil fertig. 


 vor dem savera- areal, einem kleinen park am seeufer, waren ganz mutige schon am baden im see... 


 wir passierten das gemeinschaftszentraum wollishofen und eine aufgelassene kiesfabrik und kamen dann zur roten fabrik. 


 ursprünglich ende des neunzehnten jahrhunderts als seidenweberei gegründet, dienten die roten backsteingebäude von 1935 bis in die siebziger jahre als telefonfabrik, wurde dann als abbruchobjekt von der stadt zürich erworben und nach den jugendprotesten durch eine volksabstimmung zum alternativen kulturzentrum. 

auf dem gelände gibt es viele verschiedene räume für konzerte und bands, aber auch platz für ateliers und werkstätten - und am seeufer für gastronomie.

auf dem cassiopeiasteg, der einen freien blick auf berge und see ermöglicht (ohne foto, dafür war es dann doch zu diesig) passierten wir die 1939 im stil der neuen sachlichkeit erbaute seebadi. 
 

 und rätselten, ob die ironischen bojenbeschriftungen ihre wirkung zeigen. 
 
 
an der zürcher waschanstalt verliessen wir das seeufer und wandten uns bergwärts in richtung dorfmuseum, das allerdings noch nicht offen hatte. 
 

 auch gut, so blickten wir nochmal zurück auf den see und den turm der roten fabrik. 
 

 und auf die hübschen tulpen im garten des museums - und verschnaufen konnten wir hier auch so. 
 
 
unterwegs wunderten wir uns über diesen ungewöhnlichen strassennamen - erdbrust,  habe ich herausgefunden, war der name eines der grösseren weiler wollishofens, der allerdings nur noch in diesem strassenschild und einer hofinschrift weiterlebt. 
 

 gegenüber entdeckten wir dieses wunderschön renovierte häusschen dessen fachwerkbalken ganz wunderbar mit der knallroten azalee um die wette strahlten. 


entlang einer grossen schulanlage mit gebäuden aus den verschiedensten epochen kamen wir zum märchenbrunnen. 


hier mäanderte unser weg dann einmal sehr - damit wir den ehemaligen ortsteil auf dem rain durchqueren konnten, wo sich ein paar alte häuser aus dem achtzehnten jahrhundert erhalten haben. 
 
 
der turm der katholischen kirche st. franzikus. 
 

und die reformiete kirche auf der egg. 
 

hier legten wir dann unsere vesperpause ein - mit blick auf den see und in der sonne auf einem bänkle. 
 

spannende alte und neue häuser auf der egg. 

 
und überraschend viel grün dazwischen. 
 

in den dreissiger jahren wurde hier eine werkbundsiedlung im auftrag der baugenossenschaft neubühl gebaut. die siedlung gilt als das wichtigste zeugnis des neuen bauens in der schweiz. 
 


 der stadtspaziergang wurde immer mehr zum weg durch die wohnformen der letzten hundert jahre, denn nach dem überqueren der albisstrasse kamen wir in ein grosse siedlung moos der abz - der allgemeinen baugenossenschaft zürich. 
 

  in der gesamtanlage gibt es dreizehn häuser mit sieben verschiedenen haustypen, darunter auch einem hochhaus. rundherum findet man weitere genossenschaftsbauten, auch solche, die gerade erst in den letzten jahren erstellt wurden und andere aus den fünfziger jahren ersetzen. 
 

 ein weiterer schlenker brachte uns in den wald und an die autobahn, und später wieder zurück zu einer weiteren genossenschaftssiedlung, dem bergdörfli. typisch für die genossenschaftssiedlungen sind uhren in den strassen. 
 

 ein langes stück folgten wir der frohalpstrasse. 
 

 und durchquerten dann den friedhof manegg, auf dem sogar schafe grasen dürfen. 
 




ein kleiner abstecher brachte uns zum restaurant muggenbühl, wo wir bei kaffee und glacé eine weitere pause einlegten. 
 

 auch hier ist die autobahn dann noch einmal ganz nah - und auf dem weg zurück zum bahnhof wurde uns nochmal deutlich, wie hügelig wollishofen eigentlich ist, mussten wir doch einige täler durchqueren bis wir wieder an den see gelangten. 

ein schöner spaziergang, auf dem es wieder viel zu entdecken gab und den ich gerne zu den bei heike gesammelten monatsspaziergängen beisteuern möchte. 

Sonntag, 23. März 2025

sonntagsspaziergang ... oder so

glücklicherweise hatten wir das faltenröckchen und die seidenbluse zuhause gelassen - für unseren sonntagsspaziergang... weil ab und zu finden wir noch ein eckchen in der nähe (fast noch im kanton aargau). das wir noch nicht (so genau) kennen und gehen das dann entdecken. so heute im fisibachtal. 

wir starteten in fisibach, wo es zwar ziemlich viel platz, aber fast keine möglichkeit gibt, das auto abzustellen. von dort nahmen wir den weg auf der orographisch linken bachseite zum weiler waldhausen. unterwegs viele singende vögel und noch mehr flugzeuge im landeanflug auf zürich, die ungefähr hier ihr fahrwerk ausfahren, was grässliche geräusche macht. ich stelle mir das ziemlich schlimm vor, wenn man mal im garten sitzen will, wenn fast jede minute ein flugzeug hier vorbeikommt. ganz abgesehen davon, dass ich angesichts dieser flugzeugdichte pessimistisch bin und fest damit rechne, dass wir das mit der klimatkrise nicht mehr in den griff bekommen und wir hier so in zehn bis zwanzig jahren keine schönen zeiten mehr erleben werden. 

aber heute schon noch.
 
 

blühende salweide beim weiler waldhausen.

der weiler waldhausen war einmal der gutshof einer nahegelegenen burg, von der kaum mehr etwas zu sehen ist.

schlüsselblumen, oder wie man bei uns zuhause sagt: badenken, an einem kleinen wasserlauf. nach dem weiler gingen wir bergab in richtung thalhof und überquerten hier den bach und die strasse nach bachs. hier gibt es ein altes schulhaus, mit nur einem klassenzimmer, das aber nicht mehr in betrieb ist.

unser weg führte von da steil bergauf in richtung erdmannliloch, einer höhle in diesem molassefelsen.

nach einiger kraxelei fast oben angekommen.

direkt vor der felswand fehlt die distanz zum fotografieren, aber sehr ihr auch den schmetterling?

hoch war mühsam, runter dann noch schwieriger, auf kiesigem untergrund relativ steil bergab. ich war sehr froh, als wir wieder unten auf dem hauptweg standen. ab und zu scheinen auch ganze felsstücke herabzufallen.
 
weiter folgten wir der bergflanke in richtung lehmgrube, in der früher ton für die nahgelegene ziegelei abgebaut wurde. wir wählten einen etwas verwilderten waldweg mit vielen brombeeren und ab und zu auch umgefallenen bäumen. 

borkenkäferkunst.

riesige baumpilze, fast hätte ich darunter unterstehen können.

und wo keine brombeeren den weg überwucherten hatten wildschweine ihre spuren hinterlassen. hier wird wohl intensiv körperpflege betrieben. zuerst geht es in die schlammsuhle und dann wird kräftig an den bäumen geschubbert. wildschwein sahen wir keines.

zurück dann durchs wohngebiet von fisibach, die üblichen steinwüsten und ab und an ein schöner garten. tolle passend österliche wandgestaltung!


und ich mag auch so was immer wieder gerne - da waren wir dann schon fast wieder am auto zurück.

ein bisschen schmutzig, ein bisschen zerkratzt, aber gut durchgelüftet fuhren wir wieder nach hause. und weil wir endlich wieder einmal an einem sonntag "spaziert" sind, erlaube ich mir, diese runde durchs fisibachtal zwischen aargau und zürich zu heikes sonntagsspaziergang zu schicken...



Mittwoch, 8. Mai 2024

familienferien im schwarzwald

 

nachdem die letzten familienferien ja schon eine weile her waren, hatten wir uns für dieses jahr vorgenommen, wieder einmal mit allen kindern und deren freund*innen eine woche urlaub zu machen. beim letzten mal, im april 2021, hatte ich dafür ferien im baudenkmal im schächental gebucht, diesmal hat kai unsere unterkunft ausgesucht*. die wahl war auf die steinberghütte im hochschwarzwald, in hinterzarten, gefallen. nicht ganz so alt wie das urner bauernhaus, aber auch mit einigem charme. 

geheizt - und auf 900 meter höhe war das in der vergangenen woche noch an den meisten tagen oder zumindest abenden nötig - wurde mit einem zentralen holzofen im keller, der nicht nur den kachelofen (den sehr langsam) sondern auch alle anderen zimmer mit wärme versorgte.

 
am schönsten war die grosse stube zum gemeinsamen sitzen. 

ob die lampe im flur noch jemandem aufgefallen ist?

 
und noch ein ausblick. 

nachdem es in der vergangenen woche noch mal richtig kalt gewesen und nicht nur im schwarzwald reichlich schnee gefallen war, hofften wir auf ein bisschen mehr sonne für unsere ferienwoche. am ende war es ein stetes auf und ab, mit einigen sonnigen und auch richtig warmen tagen, aber auch regen und gewitter - immerhin konnten wir dem schnee auf dem feldberg beim schmelzen zusehen. auch vor dem haus lag bei unserer ankunft am samstag noch schnee...

das konnte aber zumindest mich nicht von einer kneipprunde abhalten - am ersten tag wanderten wir vom haus weg zum titisee und waren ein bisschen überwältigt vom tourismus vor ort.

die natur war der höhe angemessen hinter der entwicklung zuhause her - überall blühten die sumpfdotterblumen, an einigen orten ein bisschen vom schnee zerdrückt.

frühling am schluchsee, unserem ziel für den zweiten wandertag - der übrigens in zwei aussprachevarianten daherkam: die nativ schweizerdeutsch sprechenden sprachen das u lang aus, mit der begründung, der see habe die form eines schlauchs. die nativ schwäbisch sprechenden benutzten das kurze u, im anklang an die schlucht.


noch wenig saison. man wagt garnicht, sich vorzustellen, wie es hier im sommer ist. überhaupt deutet vieles auf viel tourismus, nicht nur die gut ausgebauten bundesstrassen, die leer gerne zum sinnlosen rasen benutzt wurden, sondern auch die grösse der ausflugsgastronomie.

aber nicht alles ist ganz so herausgeputzt, am seebrugger ende des schluchsees stiessen wir auf eine ansammlung alter bahnwaggons, die darauf warten, hergerichtet zu werden.

 
der schönste tag war der dienstag und die schönste wanderung  die durch die ravennaschlucht.

wieder konnten wir am haus starten und liefen zuerst durch den ort, dann durch das löffeltal...

... entlang von liebevoll vollgerümpelten gärten...

... zur ravennabrücke.

und dann durch die ravennaschlucht - wo ich leider keinen der wasserfälle, dafür aber den malerischen weg durch die schlucht fotografiert habe (andere haben es auch so gemacht...). 


am mittwoch war schon wieder schönes wetter - und zuerst hatten wir den plan, einen ruhetag einzulegen. dann entschied sich die tochter für eine tour mit dem gravelbike zum titisee, dann verabredeten sich die restlichen jungen menschen ebendort mit ihr zum velofahren, dann hatten kai und ich die idee, eine kleine moorrunde zu drehen und anschliessend am 1.mai-hock im dorf vorbeizuschauen, dann war uns das aber doch zu doof und wir fuhren mit den elektrovelos einfach ein bisschen in der gegend herum, bis wir nahe genug am feldbergsee waren, um dort auf jeden fall noch vorbeischauen zu müssen.

dort oben geht es dann noch ein bisschen länger, bis es frühling wird. auf der rückfahrt sahen wir neben dem weg noch viel schnee und konnten dann fast ohne treten bis hinterzarten zurückfahren.


das einzige küchenbild entstand an diesem tag - gekocht wurde wieder in wechselnden besetzungen, immer vegetarisch und vor allem sehr, sehr lecker. (auf der anreise am samstag hatten kai und ich extra einen besuch auf dem wochenmarkt in waldshut eingeschoben und zwei gemüsekisten mit frischen zutaten gefüllt)

leider war es das mit dem schönen wetter gewesen, der donnerstag startete bewölkt und mit der aussicht auf ein gewitter am nachmittag. beste gelegenheit für eine fahrt nach freiburg. in unserer gästekarte inbegriffen war der nachverkehr bis und in freiburg und weil keine*r von uns die unistadt an der dreisam kannte, lohnte sich ein spaziergang durch die innenstadt nach einem gemeinsamen frühstück im café. wir entdeckten einen schönen stoffladen, einen laden für gartenbedarf, viele nette strassen, den münstermarkt (da begann es dann zu regnen, glücklicherweise erst nachdem wir unsere veganen würstle gegessen hatten), das münster von innen, einen park mit see ein bisschen weiter ausserhalb und noch ein schönes lokal.

und auch der letzte ferientag konnte wettermässig nicht so richtig überzeugen. vormittags nahmen wir dann zwar bei nieselregen noch den moorpfad aufs programm...

für den nachmittag passte das wetter aber ganz gut zu unseren plänen: während kai und ich noch gerne ins augustinermuseum in freiburg wollten, ging der rest ins badeparadies zum rutschen.

in freiburg trödelten wir natürlich auch noch ein bisschen herum, assen torte, kauften badischen sekt und entdeckten eine engagierte buchhandlung. aus guten - nein: eher schlechten! - gründen boomt die exilliteratur ja zur zeit, wir kamen darüber und über lesenswerte bücher zum thema mit dem buchhändler ins gespräch. wie schon in einigen gesprächen mit deutschen freunden in letzter zeit war der tenor, was die zukunft der freiheit für andersdenkende im land angeht, ein düsterer. so klar wie der buchhändler hat nur noch niemand ausgesprochen, dass das verlassen des landes eine option ist. (beim durchlesen gerade gesehen, dass der satz mit den "andersdenkenden" glatt missverstanden werden kann, weil der begriff ja nun auch gekapert wurde. ich möchte es aber trotzdem so stehen lassen, denn es geht mir um die diversität, die darin steckt. und ich meine die freiheit, auch links, liberal, freiheitlich und fremdenfreundlich, international, inklusiv, feministisch, queer und sonstwie zu denken und nicht nur in den grenzen einer rechtsnationalen ideologie.)

ich nahm mir noch ein schönes pflaster mit nach hause - dann ging es ins ferienhaus, wo schon für uns gekocht wurde. 

für die abreise am samstag blieb es wenigstens trocken, so dass wir alles gepäck nach und nach auf die terrasse schaffen konnten und so platz zum putzen hatten, um die hütte sauber zu verlassen. in zwei stunden waren wir, inklusive lebensmitteleinkauf und austausch der leeren getränkekisten gegen volle, dann auch wieder zuhause.

 

*es gibt ein paar bedingungen, wie keine zu grosse entfernung von zu hause und gute erreichbarkeit mit dem öv, weil es auch bei einer vorher abgemachten woche immer mal dazu kommen kann, dass jemand später anreisen oder früher wieder abreisen muss. in dieser hinsicht hatten wir ein bisschen pech - eine umleitung verdoppelte die distanz zum vermeintlich nächstmöglichen abholort vom öv. vermeintlich deshalb, weil wir nachträglich feststellten, dass man doch ohne umweg über freiburg von waldshut nach hinterzarten hätte fahren können, nämlich mit einer kombination aus bus und bahn. was uns auch noch wichtig ist, ist ein wirklich gemütliches haus mit grossem gemeinsamem tisch und einer brauchbaren küche. auch ohne corona haben wir nämlich wieder fast alle mahlzeiten selbst gekocht - so ganz trauen wir der vegetarischen speisekarte auf dem land immer noch nicht. dazu kochen wir auch alle ganz gerne und selbst ohne spülmaschine ist mit sechs leuten der abwasch schnell erledigt - danach wurde der grosse tisch immer gleich zum spielen benötigt. spiel des urlaubs war diesmal crazy wordz - was für sehr, sehr lustige abende gesorgt hat...