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Dienstag, 27. Februar 2024

mein februar

eigentlich finde ich es schade, dass ich gerade so wenig hier schreibe. ein bisschen ist der blog ja schon auch mein ausgelagertes langzeitgedächtnis. aber es gab immer schon mal flauten und betriebsamere zeiten, es wird sich wieder einpendeln. als soforthilfe habe ich beschlossen, einen post über den gesamten monat zu schreiben, allerdings ohne anspruch auf vollständigkeit. 

was mir so zum vergehenden monat noch einfällt: 

am ersten februarwochenende waren wir in basel - anlass war die einladung zur präsentation einer studentin der hochschule für gestaltung und kunst, die in unserem verein eine umfrage zur arbeit der filzerinnen gemacht hatte. rundherum viel stau weil sportferienbeginn, dann wollten wir noch unbedingt einen einkaufsabstecher nach frankreich machen und erwischten den schlechtesten supermarkt, den wir je erlebt haben, so dass ich schon bei der anfahrt zum dreispitzlager total genervt war. man kommt zur hochschule super mit dem öv, mit dem auto war es ein bisschen mühsam bis wir in einem total leeren parkhaus gelandet waren. wir kennen ja so studipräsentationen von der zhdk in zürich her, da präsentieren dann immer mehrere studiengänge gemeinsam und es ist schon ein erlebnis, auf dem campus unterwegs zu sein und überall gibt es etwas zu sehen und zu erleben. ja, also, in basel im studiengang modedesign war das jetzt eher nicht so der fall. gut ausgeschildert und alles, aber in den weit verstreuten räumen gab es nur wenig zu sehen und noch weniger menschen, die etwas zu ihrer arbeit sagen wollten. kurzfristig luden uns die bildenden künstlerinnen in ihre gemeinschaftsateliers (spannend!), aber wir wollten weiter zur modeschau. als geladene gäste hatten wir bändeli, die schau wurde parallel an zwei orten gezeigt und wir hatten viel glück, dass wir früh da waren und so auch noch auf stühlen sitzen konnten. also erst mal eine halbe stunde bis es los ging. und dann noch zwei halbzeiten lang. während die präsentationen liefen. modeschau traf es dann nicht so ganz - die student:innen präsentierten einzeln und so gab es alles von cosplay über kunsthappening und szenischer lesung bis politischer demonstration. 

 

die eigentlich ausgestellte bekleidung trat dabei ab und zu in den hintergrund oder blieb auch mal arg im dunkeln - aber von ganz wenigen ideen abgesehen, war das auch gar nicht so schlimm. tragbares gab es sowieso nicht zu sehen, aber das erwartet man ja auch gar nicht. leider war auch das untragbare nur selten glamourös oder sonstwie extraorbitant - mir fiel vor allem die weitgehend fehlende passform auf, aber sind ja keine schneider:innen, die das ausgebildet werden. insgesamt spannender einblick in eine ganz andere welt, leider war die studentin, wegen der wir gekommen waren, krank, vielleicht hätten wir von ihr noch mehr erfahren. 

den sonntag dann zum draussensein genutzt, noch ganz wenig frühling draussen, aber warm und sonnig. 


 für mich folgte eine kurze woche, weil ich mich am donnerstag auf den weg zu meiner mutter machte. 

keine ahnung wann es mal wieder eine direkte zugverbindung von zürich nach stuttgart geben wird, diesmal bescherte mir die sperrung der gäubahnstrecke eine oberschwaben-rundreise. von zuhause ging es zuerst nach zürich, dann über schaffhausen und radolfzell (erste sichtung von narren, unter anderem eine dusche und mindestens eine traditionelle alemannische zunfttracht, es war immerhin schmotziger dunnschtig) weiter nach friedrichshafen und von dort dann direkt nach göppingen, etwas mehr als fünf stunden mehr oder weniger in nahverkehrszügen, aber alles super pünktlich (naja, die anzeigen liessen sich schon noch optimieren, dann müsste man nicht den zugführer fragen, wo der zug, auf dem "nicht einsteigen" steht, hinzufahren gedenkt...) oben übrigens blick über den untersee bei radolfzell. 

bei meiner mutter war diesmal neben erledigungen auch mal zeit, das nahe städtle zu geniessen. ich löste das letzte deutsche sparkonto auf, meine hoffnung auf ein erstarken der europäischen gemeinschaftswährung ist quasi nicht mehr vorhanden und so flüchte auch ich nun in die "sichere" währung unseres gastlandes. an allen möglichen ecken bot sich die gelegenheit für ein schwätzle, sehr nett. kai kam dann am samstag mit dem auto, wir holten das verschobene weihnachtsessen mit dem schwiegervater nach und fuhren am sonntag weiter nach stuttgart, wo wir mit studienfreunden verabredet waren, die wir tatsächlich seit herbst 2020 nicht mehr gesehen hatten. 



neben regem austausch an leben gab es ein leckeres mittagessen, einen spaziergang in den weinbergen über der stadt und anschliessend noch kaffee und kuchen. dementsprechend spät wurde es am sonntagabend, bis wir zuhause waren, aber wir haben die zeit sehr genossen. 

damit war dann auch das ausflugspotential für den monat ausgeschöpft - gut so, denn nun standen für die tochter eine hand-op und für mich das einsetzen eines implantats auf dem terminkalender. seither heilen wir so vor uns hin, meine fäden sind schon raus und die der tochter werden das monatsende auch nicht mehr erleben. 

so ganz allgemein beschäftigt mich der ausufernde garten - es gibt nach dem nassen herbst immer noch einiges zu schneiden und zu entsorgen - und ich verstehe je länger je weniger, warum gerade in der zeit, die für den rückschnitt von vielen gartengehölzen ideal für pflanzen und tierwelt ist, die grüntonne nur alle zwei wochen abgeholt wird. bei vollen tonnen widmete ich mich dann einfach dem einen von unseren zwei schnellkompostern und leerte ihn einmal komplett aus. resultat: vier säcke erde für die tomaten und was sonst noch so wachsen soll.

dabei wurde es rund um mich herum frühling: die krokusse blühen, die osterglocken sind blühbereit, die clematis und die hortensien treiben derart viel grün, dass ich bedenklich gen kalender deute und vor frost warne, vergebens. und ich stelle fest, dass ich im herbst tatsächlich überall im garten blumenzweibeln verteilt habe und die auch austreiben. pepperoni/paprika sind gesät und teilweise schon gekeimt.


noch so ein dauerthema: das aus deutschland gezügelte geld anlegen. ich lerne gerade ungeheuer viel. nicht nur über geldanlagen, sondern auch darüber, in welcher bank man den besten kaffee angeboten bekommt. und dass es ungewöhnlich ist, zum banktermin mit dem velo anzureisen. 

in der werkstatt ist ganz zu anfang des monats eine grosse filztasche entstanden - unter meiner anleitung, aber komplett selbst gefilzt. 

es ist bereits die zweite tasche, die die kundin gefilzt hat, die erste ist ihr aus ihrem fahrradkorb abhanden gekommen. so viel zur beliebtheit der produkte aus meiner werkstatt.

für mich habe ich ein bisschen mit flechten und filzen herumprobiert (eigentlich schon im januar begonnen) und dabei sind diese beiden täschchen herausgekommen. 

daraus könnte auch ein weiterer filzkurs werden - wobei das linke täschchen tauglicher ist als das rechte. 

in der werkstatt gibt es eine liste mit ideen, die ich gerne ausprobieren möchte und eine liste mit dingen, die endlich mal verbraucht werden müssen. von der zweiten liste ein grosser sack mit angeblichen arvenspänen (aka sägemehl, vermutlich eher kiefer) und von der ersten die idee, die unterschiede in schrumpfungsraten zwischen dicken vorfilzen und fein ausgelegten flächen auf grössere und gröbere objekte zu übertragen. ergibt zum beispiel ein meditationskissen: 

das funktioniert also auch in gross. mühsam nur die füllung aus sägespänen. darauf würde ich bei einer wiederholung verzichten.

zuhause ist die sau fertig geworden. ich hab gleich noch eine angefangen, weil ich unbedingt auch noch ausprobieren will, wie das kleine schweinchen aussieht, wenn ich es nicht in zusammengewürfelten resten, sondern in schweinchenrosa stricke.

so, nun stürze ich mich in die letzten vorbereitungen für die generalversammlung unseres filzvereins, die anfang märz stattfinden wird und zwar diesmal zum ersten mal in meiner nähe, so dass ich viel mehr an organisatorischem zu erledigen habe als sonst.

Mittwoch, 29. März 2023

vom arbeiten mit und in der natur

eigentlich habe ich gar keine zeit und noch weniger lust, hier etwas über alice fox´ "wilde fasern" zu schreiben. wenn ich das jetzt trotzdem mache, dann liegt es nur daran, dass ich wirklich vollkommen begeistert bin von diesem buch, das mir der haupt-verlag zum rezensieren zur verfügung gestellt hat (danke!). aber  viel lieber wäre ich schon draussen im garten oder im wald unterwegs und würde dinge suchen und sammeln, die ich dann nach den anregungen von alice fox verarbeiten könnte. 


dabei muss ich doch tatsächlich damit beginnen, was das buch nicht ist: es ist nämlich kein anleitungsbuch. man findet darin nur ganz wenig "rezepte" um mit gesammelten pflanzen oder gefundenen resten zu arbeiten. anstattdessen weist die autorin darauf hin, dass sich im internet reichlich bebilderte und gefilmte anleitungen finden, um einen einstieg in das thema zu bekommen - und dass ansonsten vor allem das selbst-ausprobieren der beste weg ist, sich dem ungewohnten und nicht standardisierten material aus der natur anzunähern. 

exemplarisch für den anbau von flachs, das sammeln brennesseln und das verarbeiten von brombeerranken, aber auch ganz allgemein für alles andere pflanzenmaterial geht sie zwar auf die wichtigsten grundsätze der pflanzenaufbereitung ein, viel wichtiger sind ihr aber ratschläge für eine schonende sammeltätigkeit. 



den hinweis, dass man wirklich nur so viele brombeerranken "ernten" sollte, wie man frisch verarbeiten kann, habe ich mir allerdings nicht genug zu herzen genommen. die verarbeitung vom abschaben der äussersten wachsigen schicht über das klopfen der stängel bis zum abschaben des weichen inneren marks ist dermassen aufwändig, dass ich nur ganz wenige lange triebe an einem nachmittag verarbeiten konnte. der rest wanderte vorerst in die wassertonne. 

was macht denn aber nun das buch so spannend?

anstatt anleitung bietet alicia fox anregung. und da macht sie auch nicht bei den fasern halt (weswegen ich den titel ein klein bisschen verwirrend finde) - sondern verarbeitet gefundenes aus der natur, wie blätter, schalen, hülsen, aber auch steine und dinge, die eigentlich in der natur gar nichts verloren haben, wie plastikseile und andere fundstücke. und sie hat eine klare haltung. anstatt material zu kaufen regt sie dazu an, vorhandenes zu verwenden, weggeworfenes auf seine tauglichkeit zur künstlerischen weiterverarbeitung zu prüfen und ungewöhnliche eigene weg zu gehen. 


in die - nicht besonders systematischen - kapitel eingestreut finden sich portraits von verschiedenen künster*innen, die ähnlich wie alicia fox arbeiten. und man bekommt nicht nur anhand des projekts "neun steine" mit, wie konzeptuelles künstlerisches arbeiten geht. ganz ohne theorie, sondern vollkommen praktisch. gut gefallen hat mir auch die idee eine künstlermanifests.

ich schätze das buch, weil es mich immer wieder aus dem text heraus dinge ausprobieren liess: eine schnur wickeln aus den letzten resten der gladiolen vom letzten jahr. 



oder an einem besonders kalten und regnerischen tag dem ratschlag folgen, zunächst mit leicht zugänglichen oder im überfluss vorhandenen materialien zu "üben". so ist bei mir aus einer zeitungsschnur, an der ich das drehen von schnüren geübt habe, eine kleine wulstgewickelte schale entstanden. 



auf den garten schaue ich auch mit anderen augen: während nebenan mit akribie der löwenzahn aus dem rasen gestochen wird, kann ich es kaum erwarten, die langen stängel zu ernten und sie auf die gezeigte art zu verflechten. ob dafür vielleicht auch die stängel der osterglocken taugen? 

und was ist eigentlich mit dem brombeerranken passiert? nach einer guten woche im regenbottich sind sie "gerottet". anstelle zu flachen spanartigen streifen zerfallen die ranken beim klopfen zu einzelnen fasern - die ich zu kleinen seilen drehen kann. ich glaube, das wird ein spannender gartensommer! 



Freitag, 13. September 2019

12 von 12 im september 2019 - der letzte am alten ort

meine ursprünglich idee für den heutigen zwölften, der wenn alles wie geplant läuft, der letzte am alten ort sein wird, waren doppelbilder: eine nahaufnahme und dazu dann das bild vom ganzen zimmer oder zusammenhang. dass ich das konzept nicht ganz durchhalten konnte, werdet ihr selbst sehen. 


frühstücksmüsli und -kaffee, wie meist schon halb leer bis mir einfällt, dass heute der 12 ist. oder ich von meinem internet dran erinnert werde. an dieser stelle geht ein dank nach hamburg.


das ist unser frühstückstisch wie es ihn viele jahre gab. nicht von anfang an, denn das stufenweise frühstück kam erst später, aber mindestens so 10 jahre, würde ich schätzen.


ein bisschen bildschirmarbeit fürs business. heute ein bild austauschen und wegen eines kurzfristig hereingeschneiten termins die zeit der offenen werkstatt am freitag anpassen.


diese arbeiten erledigte ich lange jahre an einem schreibtisch im arbeits- und gästezimmer, formerly known as spielzimmer, wie es immer noch manchmal genannt wird. es ist das zimmer neben dem esszimmer, abgetrennt, aber nahe genug am geschehen, um von dort aus die geschicke der familie zu lenken, haha. (hier fehlt schon ein regal - ich sagte es ja schon, so langsam wirds ungemütlich)


 mein morgendlicher blick auf meinen arbeitsplatz. (in zukunft komme ich von der anderen seite.)


 und daran habe ich heute gearbeitet. was das gibt? vermutlich schon wieder etwas für die wand, da habe ich gerade viel spass daran.


tomatenernte, immer noch werden täglich tomaten reif. bitte macht mal, hopp, hopp. ihr werdet nicht mit umgezogen.


 aber ich brauch eure töpfe für pflanzen, die wir umziehen wollen. also, wenns geht, ein bisschen schneller, dieses jahr werde ich nicht im november noch tomaten ernten.


 und dann gibt es noch die fälle, in denen es lieben menschen einfällt, dass sie ja immer schon einen ableger von unserem hopfen brauchten. das wäre zwar im frühling einfacher gewesen, aber wird schon klappen, das ding ist unverwüstlich. ich werde den hopfen wohl hier lassen, denn er war zwar mal ein geschenk meiner eltern und bot im frühsommer regelmässig den marienkäfern einen schönen platz, aber er zerkratzte auch genauso regelmässig die velofahrer und die attraktion für die marienkäfer waren die zuvor tonnenweise auftretenden blattläuse. ausserdem wüsste ich spontan keinen platz im neuen garten, den ich ihm anbieten wollen würde. sollte sich das ändern, weiss ich ja jetzt, wo ich mir ableger holen kann.


 giessen muss ich noch. jetzt wieder regelmässig, denn die vielen neu befüllten töpfe sind auf zuverlässige wasserversorgung angewiesen.


 ausserdem geht es heute den stoffvorräten an den kragen. ich sortiere ungefähr die hälfte der gesammelten resten aus und behalte nur, was ich mir vorstellen kann, es zügig zu verarbeiten. der rechte stapel bleibt, der linke (und der nicht sichtbare am boden) füllen später einen 110 liter müllsack. obwohl ich schon komplette stücke aussortiert habe zum verschenken.


noch ein bisschen aufregung um eine tote katze (nicht unsere) im garten der nachbarn, sachen zum verschenken auf die strasse stellen, wäsche abhängen, schwimmzeug sortieren (diverses wasserspielzeug, 2 badeanzüge und ein bikini der tochter können weg), dann schaffe ich es um halb sechs endlich, mir einen kaffee zu kochen und mich ein wenig vor das haus zum stricken hinzusetzen. vielleicht sucht ja auch jemand die katze.

bis zum abendessen sortiere ich dann noch eine regalmeter bücher aus, stelle zwei artikel auf tutti ein und bestücke die waschmaschine. das fotografieren habe ich später vergessen, es gab auch nicht mehr so viel zu zeigen.

nun schicke ich meine zwölf bilder mit einem dank für diese immer noch schöne blogaktion zu caro!

Montag, 25. März 2019

woche 12 - 18.- 24.märz 2019

schon wieder eine woche voller termine, diesmal vor allem abends.

gestartet bin ich dann aber doch recht gemütlich am montag und habe ausser einer fahrt in die mühle nach scherz zum abholen eines riesigen sacks dinkelspelzen nichts gemacht, woran ich mich jetzt noch erinnern könnte.

am dienstag dann die gemüseverteilfahrt, mit vorherigem abpacken der gemüsekörbe, am dienstagnachmittag, dem einzigen freien nachmittag der tochter, mit ihr gelernt.

am mittwoch war ich dann mit der weihnachtsmarktkollegin frühstücken, die dorfweihnacht ist bis auf ganz wenige details jetzt abgerechnet, der rest des geldes, das wir über sechs jahre eingenommen haben, wird vorerst auf dem konto stehen bleiben, bis wir eine gelegenheit finden, ein projekt im ort zu unterstützen, das vielleicht ein wenig starthilfe braucht. viel ist es nicht, aber wir hätten uns in unserem ersten dorfweihnachtsjahr gefreut über eine finanzielle absicherung.
nachmittags dann büchertausch und danach in die werkstatt, um am kursprogramm für das kommende jahr zu arbeiten.

das kursprogramm hat sich überhaupt durch die ganze woche gezogen, blöderweise habe ich dann auch noch einmal alles bisher notierte verloren, weil ich vor einer fahrt von einem ort zum anderen das speichern vergessen hatte. das ist mir auch schon lange nicht mehr passiert. aber es hat auch fast die ganze woche gebraucht, bis mir gedämmert hat, dass ich für die zeit nach den sommerferien, für die ich ja noch keinen stundenplan der tochter habe, schlecht ganztagestermine für unter der woche festlegen kann, geschweige denn den tag, an dem ich die offene werkstatt weiterhin anbieten werde. also muss ich nur noch für mai und juni termine finden.

am mittwochabend dann noch die generalversammlung der gemüsegenossenschaft, für die ich mich als protokollführerin gemeldet hatte. die kontrovers diskutierten themen hatten wir schon bei einer ausserordentlichen generalversammlung im november abgehandelt, finanziell sieht es momentan gut aus bei der solidarischen landwirtschaft, die volle anzahl von 60 körben ist verkauft, es besteht sogar noch eine warteliste, also verlief der abend bis auf eine winzige kleinigkeit harmonisch. das macht natürlich so ein protokoll verhältnismässig einfach.

donnerstag wie immer vormittags einkaufen, frühes mittagessen mit der tochter und nachmittags offene werkstatt. viel besuch war nicht, aber immerhin waren die werkstattnachbarn da, unter anderem um einen auftrag abzuholen.
wieder vor allem schreibtischarbeit: ein angebot für die begleitung einer veranstaltung einer hochschule und das protokoll der gv.

am abend schnell nach hause und dann gleich weiter an die nächste versammlung, diesmal die des quartiervereins ennetraum. hier das komplette gegenteil zur routiniert durchgezogenen biocò-versammlung. bei jahresrechnung und budget wurde jede einzelne zahl verlesen und erläutert, und zwar mindestens zwei mal, auch wenn sich von jahr zu jahr wenig veränderung ergibt. dabei warteten alle anwesenden vor allem auf die letzten traktanden, in denen es um den umzug in einen neuen raum gehen sollte.
zur grossen überraschung aller beteiligten, auch des vorstands und der gemeindevertreter, hat sich die option eines umzugs vorerst komplett zerschlagen, da der vermieter der räumlichkeiten nicht kooperieren wollte. die verhandlungen liefen schon eine ganze weile, das endgültige aus aber kam erst am tag vor der mitgliederversammlung. nun ist eine art schwebezustand für den verein entstanden, das konzept für eine professionalisierung in neuen räumen steht, doch räume gibt es keine. unglücklicherweise wirkt sich das auch auf die beteiligung des vereins an der 200-jahr-feier des ortes aus. dementsprechend ging ich etwas verblüfft und enttäuscht nach der versammlung nach hause. 

am freitag haushaltsvormittag, mittagessen im katholischen kirchgemeindesaal bei der fastensuppe, und danach in die werkstatt für einen kindergeburtstag.
das wetter war wunderbar, die brauer von nebenan haben eine treppe auf den balkon vor den werkstätten gebaut und so konnten die kinder draussen feiern und drinnen filzen. anstatt der angekündigten sieben kamen neun kinder, aber in der werkstatt ist das ja kein problem. alles sehr lebhaft, zwischendurch musste ich ein bisschen druck machen, damit die gewünschten notizbuchüllen auch fertig wurden, aber am ende waren alle glücklich und zufrieden.

der grosse sohn und kai kamen zum feierabend in die werkstatt, einerseits dringend angefordert, da im eifer des feierns der sack mit dem dinkelspelt ein loch bekommen hatte und ich kein gutes klebeband zur hand hatte, andererseits um bei der benachbarten braufabrik baden ein feierabendbier zu nehmen. wir probierten diverses, ich ein american pale ale (lecker hopfig) und ein ingwerbier mit alkohol. es wird einem ja auch nicht leicht gemacht mit dem fasten.


der samstag war schon vor einiger zeit verplant, aber erst ab dem nachmittag, so dass mir am vormittag noch zeit dafür blieb, die beete auf der südseite des hause zu entunkrauten. der rhabarber wächst! hoffentlich können wir in diesem jahr, zwei jahre nach dem umzug an einen anderen standort, mal wieder anständig rharbarber ernten!  andererseits fiel mir auf, dass ich noch keine schimmer habe, was ich pflanzen will auf den beeten. noch nicht einmal die tomaten sind gesät.

am nachmittag dann nach zürich, zum off-cut. ich wollte material für die kinderwoche besorgen, aber ausser möglichen heftumschlägen für zu nähende hefte habe ich nichts gefunden. oder doch: für mich ein paar interessante materialien, mit denen ich ein bisschen herumexperimentieren kann. und eine schachtel für eine ideen-sammel-box.

die söhne, die uns begleitet hatten, verabschiedeten sich einer nach dem anderen, wobei der grosse uns noch zum piccolo giardino begleitete, wo wir in der sonne eistee trinkend den blick auf diese betonmauer genossen:


kai und ich liefen erst einen grossen bogen durch die stadt bis zum stadtteil werd, von da nahmen wir dann die strassenbahn auf die andere stadtseite, um im café des amis zum saisonabschluss miesmuscheln zu essen. beim nachhausekommen trafen wir die beiden söhne noch am risographen an, der in der vergangenen woche einzug in den keller gehalten hat. nach ein paar startschwierigkeiten druckt der nun meistens und wird fleissig getestet. ich kann also jetzt mein kursprogramm im haus drucken lassen! vorerst zwar nur in einer farbe, aber was will man mehr?!


sonntagmorgen frühstück in etappen, aber gemütlich. kai und ich machten einen ausgedehnten spaziergang über die schacheninsel oberhalb von brugg. die insel wird regelmässig überschwemmt und verändert sich immer wieder. ein grosser teil ist recht wild und die wege nicht immer gut sichtbar, aber verirren kann man sich kaum. wir gingen bis zur spitze der insel, wo wir noch nie waren, und folgten auf dem rückweg dem aarekanal am kraftwerk. auch hier hat es mittlerweile viele biber, die auch grosse bäume komplett tot genagt haben.


am nachmittag im garten zuerst einen sack repariert, dann einen korb im keller vergessene walnüsse geknackt. über dieser arbeit über allerhand nachgedacht und vom einen zum anderen gekommen. weil aber jetzt dieser blogpost mal fertig werden muss, kann ich das heute nicht mehr erläutern.

später abendessen aus ernteanteil und übrigen reis, den der mittlere sohn gerettet hat. danach noch familiensitzung und tatort.





Mittwoch, 15. August 2018

sommerpost traumreise

um meine sommerpostgruppe nicht zu sehr auf die folter zu spannen, kommt hier und heute der erklärende blogpost, obwohl ich nicht weiss, ob alle ihre karten schon bekommen haben: 

ich habe es wieder einmal gewagt und bei sommerpostaktion des post-kunst-werk-blogs mitgemacht! 

was das ist, lesen sie am besten dort, unten folgt eine beschreibung wie mein beitrag entstanden ist, und hier können sie mal schauen, was die anderen so gemacht haben! 

auf meine traumreise nehme ich den reiseführer des zufalls mit. egal wohin ich reise, er führt mich an ungewöhnliche und spannende orte, spielerisch und verspielt.
so habe ich auch meine sommerpost zum thema traumreise gestaltet: gespielt mit buchstaben, gespielt mit wörtern und bildern, mit geschichten und ideen und davon inspiriert insgesamt 12 collagen gestaltet.

 

ausgangsmaterial und verbindendes element für alle collagen ist eine wellpappe, mehr oder weniger genau zugeschnitten auf 15 x 15 cm, weiss grundiert und mit einem teil himmel (oder wasser) und einem teil land bemalt. so langweilig wie diese landschaft wünsche ich mir meine ferien! dann kann ich sicher nicht nur ganz viel lesen, sondern auch ganz herrliche collagen machen und der zufall hat leichtes spiel.



 es gibt ihn übrigens wirklich, den reiseführer des zufalls. entdeckt haben wir ihn 2015 bei der ausstellung der abschlussarbeiten im studiengang design an der zürcher hochschule der künste. lena grossmüller wollte mit ihrem projekt eine alternative zu klassischen reiseführern entwickeln und mehr raum für überraschendes, unbekanntes und musse schaffen.

um den zufall in die sommerpost zu bringen habe ich auf anagramme gesetzt - also auf eine buchstabenfolge, die aus einer anderen buchstabenfolge allein durch umstellen der einzelnen buchstaben entsteht. (grade sehr gelacht, als ich anagramm geg**gelt habe und als vorschlag "mama rang" bekam - da hat wohl jemand viel humor oder das war ein total irrer zufall - mama rang ist ja auch ein anagramm von anagramm -)
ich liebe solche buchstabenspiele und habe auf meinem smartphone einen anagrammgenerator installiert. man muss manchmal ein bisschen mit den ausgangsbegriffen herumspielen: sommerferienpost, ein kompositum mit 16 buchstaben ergab die schönsten und sinnreichsten neuen kombinationen. 12 besonders vielversprechende aus 1927 vorschlägen wähle ich aus. für manche habe schon gleich eine idee, andere geben mit selbst noch rätsel auf.


 und weil ich die originalworte sommer - post - traum - reise nicht für die anagramm verwendet habe, spiele ich mit diesen worten noch ein bisschen für die kuverts.



wieviele kombinationen der einzelnen hauptwörter sind möglich? garnicht so viele, insgesamt nur 12 stück, wenn es immer nur komposita aus zwei wörtern sein sollen. mit hilfe von selbstgeschnitzten stempeln entstehen die umschläge für die sommerpost, den postsommer.


 dann beginnt mein eigener reisesommer. ich packe eine keksdose mit schnipseln, kleb, farbstiften, schere und den vorbereiteten pappen und anagrammen ... und komme unterwegs zu nichts. so richtig langweilig war weder die lüneburger heide noch der klützer winkel und weil wir an beiden orten zum ersten mal sind, wollen wir alle möglichst viel sehen und baden und radfahren und wandern und eisessen.


 kaum zuhause pressiert es zwar noch nicht so recht, aber ich nutze gleich den ersten der verbliebenen ferientage und tauche ganz tief in die keksdose ein. mitgenommenes und im urlaub gesammeltes wird gesichtet und den zwölf anagrammierten begriffen oder halbsätzen zugeordnet. als der stapel durchgearbeitet ist, starte ich mit dem aufkleben und weil ich gerade in so einer recht assoziativen stimmung bin, geht der poesiegaul ein bisschen mit mir durch und es entstehen zu den collagen auch noch kleine geschichten, die meisten handeln von reisen und von der ferne, aber auch von träumen und langgehegten sehnsüchten!
nun hoffe ich dass die briefe mit den collagen und den geschichten bei ihren empfängerinnen angekommen sind und zeige sie hier alle noch einmal und hoffe, so auch den anderen sommerpostfans eine freude zu machen!

zu den 8 regulären bildergeschichten gibt es noch vier bonuskarten: eine habe ich kai geschenkt, je eine bekamen tabea und michaela und eine ging an eine liebe freundin, die so absurdes zeug gerne mag!


Als Seraina Brühwiler die Aufgabe für die Abschlussarbeit im Fach Architektur an der ETH Zürich erhält, ist sie zunächst ratlos. Studienhalber reist sie zunächst ins Maggia-Tal, kann aber dort auch keine Emporen finden. Von Airolo bis Lugano, von Bedretto bis Bellinzona wird sie immer verzweifelter. Erst als der Abgabetermin längst verstrichen ist und sie sich beinahe schon entschlossen hat, sich den Hippies im Valle Onsernone anzuschliessen, träumt sie bei einer Wanderung auf den Monte Verità von der Lösung der Aufgabe, konkret in Farbe und Form.


Am vergangenen Sonntag wurde die englische Reisende G. Lace Opfer eines Raubüberfalls. Infolge eines Schlages auf den Kopf ist sie immer noch bewusstlos, so dass sie keine Täterbeschreibung abgeben konnte. In ihrer Hand fand man aber den Rest eines Memos, auf dem der Räuber eventuell seine Lieblingseissorten festgehalten hat. Nun fragt die Polizei wer von Waldmeister und Marzipaneis träumt?


Wie wäre wohl die Geschichte von Alice im Wunderland ausgegangen, wenn der Märzhase Alice anstatt Tee eine Mimose zum Knabbern angeboten hätte? Vielleicht wäre sie dann ganz schnell aus ihrem Traum aufgewacht? Oder träumt sie gar nicht und reist anstatt dessen durchs Wunderland?


Ernährung ist heutzutage ja schon beinahe eine Art Religion geworden. Der Vegetarier Klaus B. tüftelte lange an seinem Rezept für ein eiweissreiches Gericht, das mit einer Kochzeit von maximal 14 Minuten auch auf Reisen zubereitet werden kann. Er gibt dazu Insektenbeine und Spaghetti in kochendes Wasser, kocht exakt 14 Minuten, würzt mit Salz und frischen Kräutern und geniesst den luxuriösen Traum mit einem reinen Gewissen!


Vor mehr als 300 Jahren führte die Erforschung der Mimosen den Reisenden Johann Erbsen aus dem Sauerland in den Fernen Osten. Die Früchte, die aus den gelben Blüten hervorgehen, so fand er heraus, schenken den meisten Menschen schöne leichte Träume. Leider wollten die Mimosen im Sauerland aber keine Früchte tragen.


Felix Maultaschl, Stadtgärtner der niederösterreichischen Gemeinde Hollabrunn, hat sich zum 25jährigen Dienstjubiläum eine Reise nach Hawaii geschenkt, sein einziges Souvenir, ein Ableger von Victoria régia, der amerikanischen Seerose, lässt ihn träumen – FM Importseerosen, so wird er seine Spezialitätengärtnerei nennen!


Das Meer vom Badest-Rand aus beobachtet, sieht eigentlich ganz harmlos aus. Oder verbirgt sich da etwas Unheilvolles? Was ist das eigentlich der «Badest»? Und warum bleiben wir lieber am Rand? Ans Meer reisen, nachschauen wie es da ist und daheim den Traum vom Meer als Badeanstalt gestalten, mit Sandstrand und Palmen, aber ohne den geheimnisvollen Badest, das will er, der Spion vom Naturbad im Hahnenbachtal. Gut gemacht!
 

Leider eine wahre Geschichte. Aus der zufälligen Anagramm-Schlagzeile wird im Sommer 2018 Realität. Wochenlang fällt kein Regen, es ist so heiss und trocken in Europa, dass die Bäume leiden und ihre Blätter fallen lassen. Wer seine Traumreisen mit Papier und Klebstift unternimmt reist mit einer guten CO2 Bilanz und schont das Klima und damit den Wald!


Wenn in der japanischen Stadt Akashi die Sonne rot hinter den grünen Hügeln, die ganz von kleinen Reisfeldern bedeckt sind, aufgeht, beginnt der Tag auf Honshu, der Hauptinsel des japanischen Kaiserreichs. Dann reisen die Diener der Prinzessin der Zeit auf ihren kleinen roten Pferden immer weiter hinauf in den Himmel bis sie am Abend hinabsteigen ins Meer und den Menschen in den Hügeln von Honshu nur ihre Träume zurücklassen. Diese oder eine ähnliche Geschichte erzählt man sich in Japan schon immer. Wer möchte nicht gerne einmal ins Land der aufgehenden Sonne reisen um dort am Abend die Träume der Sonnenreiter zu träumen?


Wer an die Früchteforen der Importmesse reist, muss Zeit mitbringen. Denn Zeit kann man schmecken, sie schmeckt traumhaft nach Banane, Orange oder Ananas.


Bei den Badegästen an Nord- und Ostsee waren vor mehr als hundert Jahren die sogenannten Meerprismenfotos äusserst beliebt. Herbert Raum reiste von Hamburg aus in alle beliebten Seebäder und nahm die Fotos mit dem von ihm entwickelten Verfahren auf. Da er immer nur davon träumte, aber keine Zeit fand, die Aufnahmetechnik zum Patent anzumelden, nahm er das Geheimnis der Meerprismenfotos mit in sein Grab. 


Melusine F., passionierte Chorsängerin, urlaubt mit ihrer Tochter Odette in diesem Jahr auf einem Schloss. Zum Programm der Pauschalreise gehört das Einstudieren einer Oper. Während Odette Anschluss an die örtliche Motorrad-Gang sucht, überlegt sich Frau F. ob sie sich beim Reisebüro beschweren soll, dass es sich lediglich um eine Form-Oper handelt. Sie entscheidet sich dagegen und träumt weiterhin davon, für die echte Oper entdeckt zu werden.