Dienstag, 19. Februar 2019

montag, 18.2.2019 - vom verschwinden der kartoffeln

in den montag darf ich wegen langem tag der tochter ja immer ganz gemächlich starten. naja, früh aufstehen trotzdem, aber dann habe ich zeit, zeit zu bloggen, zeit schon lange geschriebene blogposts endlich zu redigieren. heute sogar noch ein bisschen mehr, denn der grosse sohn hat urlaub und wir hatten verabredet, dass wir uns noch sehen, bevor ich in die werkstatt gehe. deshalb habe ich auch noch zeit, den ersten teil eines webinars anzusehen, das am sonntagnachmittag um 14 uhr ohne mich stattfinden musste.

so kann ich noch den transport einer voluminösen menge an material durch den sohn organisieren, er wird es mir bringen, wenn er sowieso in richtung schneeberge startet.
zu fuss gehe ich weitgehend im sonnenschein in die werkstatt, die baustelle hat sich in der woche meiner abwesenheit sehr verändert, viel erde wurde bewegt und das gelände ist teilweise terrassiert, teilweise weiter abgetragen, an anderen stellen sind dafür rampen entstanden. ein foto kann ich nicht machen, weil die sonne mir gerade gegenüber steht.
ich arbeite bis zum mittag an einem weiteren objekt für die wohnausstellung, nach dem mittag dann an allen drei bisher entstandenen objekten, die insgesamt noch um einiges standfester werden müssen, damit sie den eindruck erzeugen, den ich haben will. es ist so sonnig, dass ich zum ersten mal die neuen storen nutzen kann!
ein teil der terminunklarheiten der woche klärt sich - ich kann den samstagstermin auf einen tag unter der woche umlegen und bin so am wochenende zuhause. 
irgendwann kommt der grosse sohn mit der materiallieferung, wir trinken noch zusammen kaffee, dann fährt er weiter.
ich räume noch ein bisschen auf und weil ich noch nicht genau weiss, ob ich morgen zum frühstücken verabredet bin, bereite ich einen teil der sachen für den kurstag am mittwoch schon mal vor.
kurz vor drei nehme ich den bus nach hause, weil ich auch ein paar sachen nach hause transportieren muss.

nach einer kleinen pause trifft die tochter ein, sie erzählt mir von ihrem schultag und ich putze nebenbei die küche, sie arbeitet an ihren aufgaben und ich putze die küche fertig.
wie immer geht es nicht lange, bis ich die küche wieder durch kochen verwüste, heute allerdings mit hindernissen: die gekochten kartoffeln hat der sohn mit zum skifahren genommen, also gibt es keine bratkartoffeln, der restliche sellerie-kartoffel-stampf hat eine komische farbe, also keine kartoffelküchle. da ich schon hackfleisch aufgetaut habe, koche ich schlussendlich nudeln mit bolognesesauce, was kai allerdings schon zum mittagessen hatte.
parallel zum kochen und abwaschen bügeln kai und ich abwechselnd den wäschekorb leer und sehen uns anschliessend die erste folge der dritten staffel der "brücke" an.


Montag, 18. Februar 2019

wochenende 15. bis 17.2.2019 - frühlingshaft

am freitagvormittag bin ich von deutschland zurück nach hause gefahren. die projektwoche der tochter war zu ende, sie hatte am freitag frei, der haushalt wollte mal wieder ein bisschen zuwendung und am abend waren wir zu einem theaterbesuch eingeladen.

zusammen mit freunden besuchten wir das improtheater anundpfirsich in der töpferei in zürich-altwiedikon. ich kannte improvisiertes theater aus meiner studienzeit, dann allerdings eher als theatersport. am freitagabend war das ganze nicht so sehr spontan - also ohne zwischenrufe aus dem publikum zum beispiel- , aber die schauspieler forderten sich gegenseitig immer mal wieder heraus, indem sie den "geschichten aus der luft" andere wendungen gaben, als erwartet.

am samstagmorgen gab es zuerst eine familiensitzung mit der nun schon gewohnten verteilung von koch- und wäschetagen, die nächste woche hat es für mich ein bisschen in sich, mit vielen kurs- und anderen terminen, wobei bei ein paar noch nicht klar ist, ob und wann und wo sie stattfinden, beziehungsweise welchen inhalts sie sein werden. keine gute ausgangslage für mein gemüt.

danach stürzten kai und ich uns auf das wohnzimmer mit den vielen cd- und bücherregalen, das teil unseres aus- und aufräumplans für den februar ist. ziel war einerseits die regale sauberzumachen, andererseits aber auch platz zu schaffen für neu hinzugekommenes. aussortieren konnten wir ein paar bücher, cds, filme und etliche spiele, die sich teilweise einfach nicht als spannend oder für uns passend herausgestellt haben, oder aus denen wir oder die kinder herausgewachsen sind.
wir sind übereingekommen, dass wir sie einfach "über d`gass" verschenken werden, weil wir keine lust haben uns einen tag auf dem flohmarkt um die ohren zu schlagen, und am abend das meiste wieder mit nach hause zu nehmen. das gute wetter trägt dazu bei, wir stellen einfach einen karton mit den sachen raus und die passanten nehmen sich mit, was sie brauchen können.

wir haben am samstag das ganze wohnzimmer geschafft und damit den plan für februar abgearbeitet. auch weil die kinder uns mit waffeln versorgt und teilweise das aussortierte weggeschafft haben. so haben wir das nächste wochenende aufräumfrei, müssen aber vielleicht beide am samstag arbeiten.


am sonntag haben wir zuerst ausgeschlafen und dann eine kleine wanderung oder einen grossen spaziergang unternommen. rund um böttstein führt eigentlich unsere frühlingswanderung, wenn es endlich in der natur ein bisschen grün wird. das war gestern noch nicht der fall, aber wir haben die sonne und die luft draussen genossen. 

zuhause konnten wir im garten kaffee trinken, ich plante noch einmal ein bisschen an der woche herum, aber vermutlich muss ich das meiste einfach auf mich zukommen lassen.
dann mathe mit dem mittleren, während der grosse eine suppe kochte und die tochter sich auf den check s2 vorbereitete. die ferien gehen merklich zu ende.

als es dämmerte gingen wir alle zusammen zur vernissage der fassadenprojektion "aquarium popolarium" beim bagno popolare. bis zum 28.2. wird sie noch jeweils von 18.30 bis 22 uhr zu sehen sein und jeden tag durch weitere aquariumsbewohner angereichert.




 anschliessend gab es noch die vorbereitete suppe und den etwas merkwürdigen, aber immerhin unterhaltsamen tatort.

Freitag, 15. Februar 2019

dienstag bis donnerstag, 12. bis 14.2.2019 - dinge

ich war für ein paar tage bei meiner mutter in deutschland zu besuch und deshalb aus der regelmässigen bloggerei ausgestiegen.

wir haben dinge des täglichen bedarfs eingekauft, die meine mutter nicht mehr so gut tragen kann, haben meine tante und meinen onkel besucht und ich habe ihr etwa eineinhalbähriges enkelkind gesehen, ich habe haushaltsdinge erledigt und mich bekochen lassen.

unter anderem  haben wir dinge aus dem haushalt aussortiert und weggebracht - einiges auf den wertstoffhof, ein paar dinge zu einem sozialkaufhaus. ich hatte eine menge angesammeltes leergut dabei und bin alles losgeworden.
faszinierend, wie beglückend es sein kann, dinge loszuwerden.

an einem abend begleitete ich meine mutter zum abendessen mit dem ehemaligen kegelclub meiner eltern. alle teilnehmer zwischen mitte siebzig und mitte achtzig, zwei der frauen verwitwet, aber insgesamt ein augenscheinlich recht fitter haufen. gesundheitliche probleme dominierten das gespräch, kürzlich waren zwei der männer auf der beerdigung der sekretärin des mittelständischen unternehmens in dem die männer vor ihrer pensionierung zusammen gearbeitet haben.
auch hier wieder das thema aufräumen, ausräumen, weggeben. zwei gruppen von menschen scheint es dabei zu geben: die einen sammeln und horten alles, weil man es ja noch zu etwas gebrauchen könnte, die anderen geben weg und sortieren aus, weil ihnen bewusst ist, dass sie nicht mehr so viel brauchen. beide gruppen belächeln sich im besten fall milde, halten sich aber vielleicht gegenseitig auch für komplett verantwortungslos. beiden ist die fülle aber schon lange eine last.



Dienstag, 12. Februar 2019

montag 11.2.2019 - hopp, hopp, hopp!

morgens bin ich früh aufgestanden und habe gleich mit dem schreiben von diversen listen begonnen: gemüseliste und essensplan,  to-do-liste für den tag, einkaufszettel, auflistung der dinge, die ich morgen mit nach deutschland nehmen muss. der gipfel der zettelschreibkunst: auf eine liste schreiben, dass man eine liste schreiben muss.

nach den morgendlichen basisverrichtungen habe ich mich dann gleich an den schreibtisch gesetzt, den newsletter für die erfahrenen filzerinnen fertiggeschrieben und den blogeintrag übers wochenende im schnee. danach dann haushalt, küche vor allem: mit dem plan jede woche einen schrank in der küche auszuräumen und putzen komme ich zügig voran, die zerlegung der haushaltsarbeit in viele kleine portionen funktioniert immer besser.

zum mittag kam die tochter nach hause und erzählte vom ersten halben projektwochentag: sie haben ein zuckerpeeling und badekugeln selbst gemacht, und ich bin stolz auf mich, dass ich nur gefragt habe, was da drin ist und nicht wegen  - haut! - mengenmässig unkontrollierte und wohl kaum dermatologisch geprüfte inhaltsstoffe! - die sofortige entsorgung angeordnet habe. gegessen haben wir reste, die von der vorigen woche noch reichlich da waren.

am nachmittag kam eine familie in die werkstatt um einen kindergeburtstag zu besprechen, das mache ich dann auch zum ersten mal im nicht mehr ganz so neuen raum. sieben mädchen werden mit mir notizbuchhüllen filzen, die mutter bringt kuchen und getränke und wird den nachmittag über dabei sein zur betreuung der mädchen.
während des wartens habe ich noch schnell überprüft, ob ich die jurte unseres gemüsebauern durch anfilzen eines filzstücks reparieren kann und herausgefunden, dass das gut gehen wird. nun gibt es noch ein muster in genäht und dann soll er entscheiden, wie die reparatur durchgeführt werden soll.

weiter ging es mit einkaufen - vor allem obst für die tochter und noch ein paar kleinigkeiten, die fehlten. mittlerweile hatte das wetter von frühlingshaft mit wind auf graupelschauer mit regen umgestellt und ich war wirklich froh, als ich das velo in die garage schieben durfte.

bis die tochter wiederkam habe ich noch ein wenig zeitung gelesen, mir dann von der massage am nachmittag erzählen lassen und die zuvor geputzte küche durch muffinsbacken und kochen wieder verwüstet. zum abendessen gab es kartoffel-sellerie-stampf mit rosenkohl und dazu wurst für die, die das wollten.

passend dazu, dass ich morgen für ein paar tage nach deutschland fahren werde, haben kai und ich die letzte folge der zweiten staffel der brücke geschaut, dann noch tagesschau und dann relativ früh ins bett!

Montag, 11. Februar 2019

langes wochenende im schnee 8.-10.2.2019

wie bereits angedeutet, ist das ja so eine sache mit den sportferien bei uns in diesem jahr. die einzige, die überhaupt noch sportferien hat, ist die tochter und gerade sie hat ja nun keine sportferien wegen schnuppern und kurswoche in den beiden ferienwochen. trotzdem wollten wir ein bisschen dem unterland mit seinem ewigen hochnebel und höchstens mal stundenweisem schneematsch entfliehen.

deshalb sind wir für drei tage in die surselva gefahren, genauer nach sedrun, das wir bisher nicht kannten. ohne skier und auto, dafür mit wanderschuhen und zug. übernachtet und gegessen haben wir ganz hervorragend im hotel chrüzli in sedrun.   

und da das wetter sonnig und warm und der schnee zwar nicht gerade neu aber immerhin reichlich vorhanden war, sind wir vor allem draussen zu fuss unterwegs gewesen. 
 

 am ersten tag, am freitagnachmittag rund um sedrun.


 und am samstag entlang der bahnstrecke der matterhorn-gotthardbahn von sedrun nach disentis.


 das wunderschöne wetter liess uns mehr schlendern als wandern, unterwegs gibt es auch eine menge ruhebänkchen mit schöner aussicht in der sonne und natürlich kann man immer mal wieder auf einen der malerisch roten züge warten.


 in disentis haben wir einen kaffee getrunken und sind dann für die rückfahrt in die bahn gestiegen. der wirt des hotels hatte mir die gästekarte per mail geschickt, so dass auch ich zwischen disentis und dem oberalppass gratis zug fahren konnte.


 und weil wir ein bisschen neugierig waren, wie es auf dem oberalppass aussieht, fuhren wir einfach durch sedrun durch weiter auf den pass. die matterhorn-gotthard-bahn schaltet bei bedarf an den steilen teilen der strecke einen zahnradantrieb zu.


 zwischen fünf und sechs auf dem pass waren alle skifahrer schon weg und es wurde allmählich kalt. wir bekamen noch etwas zu trinken an der wärme im berggasthaus, wo nebenbei schon geputzt wurde.


mit dem auto kommt man im winter nur huckepack über den pass. und ich endlich auch zu einem bild vom zug.

am sonntag wurde das wetter wie angekündigt schlechter und so verabschiedeten wir uns nach einem gemütlichen frühstück in richtung chur. dort war es föhnig-warm und wir trugen unser gepäck den kurzen weg ins bündner kunstmuseum für ein bisschen kunst und kaffee und kuchen.


am späten nachmittag waren wir dann wieder zuhause - mittlerweile bei sturm und regen räumten wir unsere sachen aus und assen das vom mittleren sohn zubereitete abendessen. danach dann sonntagabendkrimi mit der tochter, die da nur in den ferien mitschauen darf, dann aber darauf besteht.


Freitag, 8. Februar 2019

donnerstag 7.2.2019 - liste abgearbeitet

ein (vorerst) letztes mal bin ich mit der tochter sehr früh aufgestanden, sie hat heute ihren letzten schnuppertag im kantonsspital. heute bin ich wieder aufgeblieben, da es noch einen blogeintrag zu schreiben gab und der tag sowieso schon recht voll war und ohne gelegenheit zwischenhalte zuhause einzubauen.
also bepackte ich das auto mit dem entsorgungszeug und einkaufskörben, sowie den sachen, die ich in die werkstatt bringen wollte. zuerst ging ich einkaufen, dann zur zahnreinigung, dann weiter in die werkstatt. endlich habe ich jetzt eine lampe über dem schreibtisch am fenster!
das fertigstellen des angefangenen objekts (es ist ein bisschen geheimnisvoll alles, aber ich mag noch nicht so viel drüber schreiben, da es für die ausstellung vorgesehen ist) ging überraschend leicht von der hand und ich bin recht zufrieden damit, wie es geworden ist. da ich über der storensache wohl ein bisschen falsche berechnungen zur materialmenge (den grössten teil zwei mal verdoppelt...) gemacht habe, habe ich jetzt noch so viel vorfilz übrig, dass es noch ein drittes objekt geben wird. das gibt auch die chance für ein ensemble. nach einigem herumrechnen habe ich eine form und grösse gefunden, die hoffentlich optimal zu den vorhandenen stücken passt. dieses vorgehen erscheint mit logisch mit dem wohnthema verbunden zu sein: mit den vorhandenen ressourcen das beste zu erreichen wäre eine schöne idee für sinnvolles bauen.

danach fuhr ich dann doch mal nach hause um die in der frühe eingekauften lebensmittel zu verräumen, nach einer knappen halben stunde kam dann der anruf der tochter, dass sie auf dem weg in die stadt sei um mich zum kleiderkaufen zu treffen. sie bekommt einen grossteil ihrer kleidung von einer freundin gebraucht, aber ab und zu braucht es etwas neues, vor allem hosen fehlen immer wieder. ihr geschmack verlangt gerade nach einkäufen in wenig nachhaltig orientierten kleidergeschäften, trotzdem macht es spass, sie zu beraten. und ein bisschen kann man diese fastfashionsache ja auch dadurch aushebeln, dass man die sachen dann wenigstens eine lange zeit trägt. und da mache ich mir bei der tochter wenig sorgen, das meiste was sie anzieht, wird lange und intensiv genutzt und dann noch weitergegeben. mein etwas zähneknirschender standpunkt dazu also: lieber mit schlechtem gewissen einkaufen und dann auch tragen als korrekt einkaufen und dann ungetragen weggeben oder schlimmer noch wegwerfen.

ein bisschen viel zeit haben wir dann aber doch in den klamottenläden vertrödelt, zuhause gibt es kaffee und kakao, ich telefoniere mit meiner mutter, dann hebt auch schon das allgemeine nachhausekommen an. kai kocht semmelknödel aus der pfanne mit lauch-pilz-speck-sauce, ich versuche sachen für das verlängerte wochenende zusammenzusuchen und die tochter ärgert sich über die vorbereitungsseite für den check s2.
nach dem abendessen habe ich noch eine weitere wenig erquickliche matherunde mit dem mittleren. zur prüfungsvorbereitung sind die verschiedenen themen der letzten dreieinhalb jahre nochmal alle
gefragt und das ist einfach viel stoff. trotzdem wird man halt an einem ende anfangen müssen, auch wenn der berg zuerst davon nicht kleiner, sondern grösser zu werden scheint.

jetzt muss ich aber wirklich ans einpacken der kleider gehen.
bis kai und ich auf dem sofa sitzen um noch eine folge "die brücke" zu schauen ist es deshalb schon halb elf. aber so sehen wir wenigstens noch den grossen sohn, der vom fotografieren am musikfestival nach hause kommt. momentan macht er sozusagen zwei jobs und ist dabei noch guter laune: morgen früh, wenn wir aufstehen, ist er schon wieder in seiner normalen arbeit.

Donnerstag, 7. Februar 2019

mittwoch, 6.2.2019 - wuselig

schon wieder so früh aufgestanden, um der tochter beim frühstück gesellschaft zu leisten. als sie im sechs das haus verlassen hat, sah ich aber keinen rechten grund wach zu bleiben (blogeintrag für den tag vorher schon fertig) und legte mich nochmal für eine stunde ins bett.
um sieben dann unter die dusche und anschliessend mit kai den tag abgestimmt. er arbeitete heute im homeoffice, ich in der werkstatt, so dass wir uns über mittag treffen wollten, aber kein passendes lokal fanden. das kleine café, in das ich gerne viel öfter gehen würde, hat jetzt nur noch von donnerstag bis sonntag geöffnet, es blieb also zum schluss nur wieder das hotelcafé, aber dazu später.

vor der werkstatt habe ich meinen nachbarn, den drummer, getroffen, der von seinen reisen zurück ist. das freut mich, wir wechseln immer ein paar worte wenn wir uns sehen. der anlass heute war allerdings nicht so lustig, denn im unterschied zu mir hatte er von dem ganzen storenmontagending nichts mitbekommen und war dementsprechend überrascht, dass die monteure an seine fenster wollten.
auch bei mir waren die storen noch nicht so ganz fertig montiert, irgendetwas musste noch bei geöffnetem fenster justiert werden. aber eine schöne farbe ist es geworden, "schweinchenrosa" sagte der jüngere monteur, ich würde "lachs" bevorzugen.
dann kam der andere nachbar, der gitarrenbauer (ja, ich bin da ein bisschen im musikerghetto gelandet, es gibt auch noch ein tonstudio und zwei jungs, die surfboards zu livemusik herstellen), und erklärte mir ebenfalls, dass er auch von der verwaltung nicht informiert worden wäre über die storen. pfft, ich wusste es ja auch erst seit donnerstag vergangene woche und gebracht hat es mir nichts, weil die monteure dann doch plötzlich vor der türe standen, aber ich frage mich jetzt schon, warum ich das mail bekommen habe und die anderen nicht?
naja, es war aber wieder mal so wie immer, dass es nur genug zu meckern geben muss, dann kommt man auch mal dazu, sich zu unterhalten. witzigerweise dann auch nicht nur über den beschwerdefall, sondern auch mal so ganz allgemein über das was man da so macht. und was einen sonst noch so beschäftig.
insgesamt ging die zeit bis zur mittagsverabredung also viel zu schnell rum und da ich bei meiner arbeit ein bisschen denken musste, konnte ich auch nicht parallel reden und arbeiten. also war ich um zwölf noch nirgends!

über mittag im hotelcafé war in ordnung, aber ausser kaffee gibt es dort wohl definitiv nichts mehr, die kuchentheke war so dunkel und leer, dass ich schon garnicht fragen musste, aber nicht mal ein keks oder ein stück schokolade zur tasse milchkaffee ist schon ungewöhnlich. immerhin war die gesellschaft nett!

danach dann wieder weitergearbeitet, bis das stück wenigstens fertig geflochten und ein wenig angefilzt war. und da der bus von der werkstatt direkt zum schwedischen möbelriesen fährt und ich noch ein paar dinge besorgen wollte, machte ich den umweg vor dem nachhausegehen. die rückfahrt dauerte statt der geplanten knappen halben stunde mehr als eine ganze und so kam ich eigentlich erst zum abendessen zuhause an.
zum znacht gab es zuckerhutsalat mit gefülltem tomme. wir planten noch die abfahrtszeit für den freitag, an dem wir in die berge fahren werden und schauten noch eine folge "die brücke" und anschliessend die tagesschau.
dann fiel mir noch die wollbestellung und das dringend notwendige schuheputzen ein, anschliessend durfte ich dann aber ins bett gehen.

Dienstag, 5. Februar 2019

dienstag 5.2.2019 - #wmdedgt 2/2019

wuhuu!
heute ist #wmdedgt! frau brüllen fragt "was machst du eigentlich den ganzen tag?" und ich bin sowieso gerade im tagebuchblogmodus.

also, was habe ich heute so gemacht?
heldenhaft früh bin ich heute aufgestanden, um halb sechs hat der wecker geläutet. ein bisschen hinausgezögert habe ich das aufstehen dann doch noch, weil mir eingefallen ist, dass ich einfach nur mit der tochter aufstehen, ihr aber keinen kaffee kochen muss, da sie nur saft und müesli zum frühstück nimmt. sie erreichte also auch spielend den bus um 6.03 uhr. als nächstes gingen kai und der mittlere los, dann gab es eine grössere lücke, die ich zum wäscheaufhängen nutzte und um 6.48 uhr hatten alle das haus verlassen und ich konnte mich in ruhe vor die tastatur setzen und die blogeinträge für das wochenende und den montag nachholen. der übers wochenende musste erst noch ein bisschen ablagern, kritik an irgendwelchen ausstellungen oder veranstaltungen will ich gerne nochmal lesen bevor ich sie veröffentliche.

irgendwann nach acht war ich damit fertig und machte mich - immer noch zu fuss - auf den weg in die werkstatt. was ich gestern in klein ausprobiert hatte, will ich in doppelter grösse noch mal machen. also musste ich wieder flächen berechnen und vorfilze anfertigen, diesmal etwa vier mal so gross wie gestern.

diese unbild, das vermutlich auch niemand versteht, steht hier nur, weil dieses inlinkz-tool ein bild braucht, ich hätte es nicht gebraucht.
 heute waren die storenmonteure am werk und kamen nach zehn bei mir vorbei um mir zu erklären, dass sie die storen von innen, bei geöffnetem fenster montieren wollten. und zwar am besten gleich auf der stelle. nach einigem verhandeln ging dann doch ein teil der arbeit von aussen, der andere teil nach zwei uhr. also konnte ich alle vorfilze noch fertig machen und auch noch zwischendurch zu mittag essen, bevor die beiden herren mir ab viertel vor zwei auf die zehen standen. anständigerweise habe ich dann noch den tisch und ein paar dinge vor dem fenster weggeräumt und hoffe nun, dass die das heute fertiggemacht haben.
zuhause habe ich dann den blogbeitrag übers wochenende fertiggeschrieben - ein zusammenhang zwischen dem samstag und dem sonntag war mir erst beim drüberlesen aufgefallen. dann versackte ich noch ein wenig beim lesen im internet und fragte mich gelegentlich, wo die tochter bliebe, die ja wirklich früh angefangen hatte.
irgendwann begann ich zu bügeln, die tochter kam nach hause und erzählte vom tag, wir besprachen das abendessen (omeletten mit obstsalat) und ich verschwand noch für eine stunde zur shibashilektion in die stadt.
als ich nach hause kam, erwarteten mich schon die fertigen pfannkuchen mit dem fruchtsalat, wir assen zu abend und nachdem ich die noch sehr fitte tochter und den leicht angekränkelten sohn ins bett verabschiedet habe, kann ich nun hier vom tag berichten.

das verlinken klappt auch hier wieder auf anhieb leider nicht, ganz ähnlich wie schon beim 12tel-blick, anderer browser, neues glück und ein foto, das ich nicht gebraucht hätte liefern die lösung!   


montag 4.2.2019 - ethik und ästhetik

heute beginnen hier bei uns die sportferien. so richtig ferienstimmung wird hier wohl aber nur für sehr kurze zeit ausbrechen, denn die einzige schülerin wird in dieser woche vier tage im kantonsspital schnuppern. anschliessend fahren wir für drei tage in den schnee, spannend wird das vor allem, weil wir für einmal alles ganz anders machen als sonst: wir fahren mit dem zug und übernachten bei halbpension im hotel. nun hoffen wir auf frischen schnee und schönes wetter. in der zweiten ferienwoche ist dann für die tochter projektwoche der schule. in diesem jahr verteilen sich die projektwochenaktivitäten der schule auf insgesamt vier verschiedene wochen und weil die tochter eine woche ferien sozusagen in der schule verbringt - wenn auch mit einem gemütlichen "projekt" - darf sie in den frühlingsferien drei wochen ferien nehmen.

heute morgen habe ich also die tochter mit dem bus ins kantonsspital gebracht, sie hat sich zwar über die begleitung gefreut, wäre aber vermutlich gut alleine zurecht gekommen. für mich war es aber auch schön zu sehen, dass sie freundlich begrüsst wurde und auf der liste für diese woche stand. für mich ging es dann gleich weiter in die werkstatt, merkwürdig einmal mit dem bus dort anzukommen, quasi die perspektive zu haben, die meine kundinnen haben, wenn sie zu mir kommen. (naja, es kommen auch viele zu fuss vom bahnhof.)

eigentlich sollen diese woche noch sonnenstoren montiert werden, aber vorerst war davon nichts zu sehen, später dann immerhin zu hören, in den weiter oben gelegenen etagen. ich werkelte also so vor mich hin.

für die weitgehend freien ferientage habe ich mir doch noch einmal den ausstellungsbeitrag für die mitgliederausstellung der filzszene vorgenommen.
dem thema "wohnen" würde ich gerne noch einen eher kritischen beitrag abringen, momentan wird ja auch politisch darüber diskutiert, wie wir hier in zukunft in der schweiz wohnen werden. ich weiss nur noch nicht, ob ich meine gedanken dazu so in filz umsetzen kann, dass keine erläuterungen dafür notwendig sein werden.
ich probiere jetzt einfach mal ein bisschen herum und schaue dann, was dabei herauskommt. ein bisschen arbeitet allerdings auch immer die schere im kopf mit, die mir sagt, dass die ausstellung eher auf ästhetik als auf ausbreitung kritischer fragen abzielt. vielleicht ist das aber auch gar nicht so. die mitlesenden damen mögen mir widersprechen!

am mittleren nachmittag hatte ich vorerst genug vom arbeiten und machte mich auf den heimweg, eine stunde später traf auch die tochter ein und erzählte mir strahlend von ihrem ersten schnuppertag. obwohl die schnupperlis wohl nicht geschont wurden, war es für sie ein toller tag. morgen muss sie um viertel vor sieben auf der station anfangen, aber auch das vermag sie nicht wirklich zu schockieren.

ich erledigte noch die übliche haushaltsrunde, dann kochte ich zusammen mit dem grossen das abendessen (steckrübencurry und jasminreis - hoffentlich sind die steckrüben jetzt alle verteilt, wir haben nämlich jetzt das letzte vorbereitete grüne curry verbraucht.)  am abend noch eine folge "die brücke", mittlerweile sind wir schon in der zweiten staffel.



Montag, 4. Februar 2019

wochenende 2. und 3.2.2019 - aufräumen ohne marie kondo

in anbetracht der wenig ferienartigen sportferien, die vor der tochter liegen und den nächtlichen aktivitäten der beiden jungs hatte wir für den samstag ausschlafen angeordnet. eine der anordnungen, die wirklich anstandslos umgesetzt werden, aber am ende hatten doch die meisten schon gefrühstückt, bevor wir eltern unser tagwerk, das aus einem weitern aufräum- und ausräumschritt bestand, begannen.
das schrankzimmer, ein knapp quadratmetergrosser raum mit einem mächtigen wandschrank erschien mir zunächst als lächerlich kleine aufgabe für einen samstag, aber am schluss haben wir dann doch fast den ganzen tag gebraucht, um alles einmal herauszuholen und einer kritischen prüfung zu unterziehen. und nein, bei uns muss ein gegenstand nicht zwangsläufig freude auslösen* um zu bleiben, es reicht schon, wenn unsere gäste ihr haupt drauf betten können, er seinen träger wärmt im winter oder man damit den dreck vom fussboden entfernen kann. sie ahnen also in etwa, was in dem schrank enthalten war.
plus eine kiste voller bedienungsanleitungen und versicherungs-, steuer- und sonstiger unterlagen - die haben uns aber fast am meisten aufgehalten, sind aber dafür jetzt schön geordnet und deutlich verschlankt.

am abend gab es nach langer zeit mal wieder schnitzel und salat, der vegetarier in der familie geht momentan dauerhaft einem äusserst spannendem ehrenamt am musikfestival one of a million nach und bekommt dort sein essen.

danach schauten wir mit der tochter noch einen äusserst skurrilen und witzigen western: the ballad of buster scruggs.  alleine wie die einzelnen episoden durch einen blick in ein buch eingeleitet werden...

***

am sonntagvormittag hatte die tochter einen ministrantendienst abzuleisten, kai und ich gingen solange lieber im schneetreiben spazieren.
für den nachmittag hatte sich die tochter einen besuch in der umweltarena in spreitenbach gewünscht, sie war dort in der vierten klasse mit ihrer schule zu gast und hatte den besuch in guter erinnerung behalten.
an der kasse wurden wir mit einem plan und die tochter mit einem quizbogen versorgt und auf die angebote einer führung aufmerksam gemacht, dann machten wir uns auf einen erkundungsrundgang. im kellergeschoss können auf einer sich nach oben über drei stockwerke öffnenden fläche verschiedene fahrzeuge ausprobiert werden, vom trottinett bis zum elektroauto. darüber erstreckt sich auf zwei galerien im erdgeschoss und ersten stock ein allgemeiner teil der ausstellung zum thema umwelt. unter dem dach geht es im zweiten und dritten  stock zu stark hausbauspezifischen themen weiter.

aufgebaut ist die ausstellung wie eine messe: verschiedene unternehmen präsentieren je ihre bemühungen um nachhaltigkeit und ressourcenschonenden umgang mit der umwelt. die meisten angebote wenden sich mehr oder weniger direkt an den verbraucher und stellen waren und dienstleistungen für den konsumenten vor. insgesamt entsteht so der eindruck, dass lediglich das richtige konsumiert werden muss, um sich umweltschonend zu verhalten. besonders plastisch wird das, wenn nestlè seine kaffeekapseln anpreist: nur wer 10 tassen kapselkaffee pro woche trinkt, kann nämlich im jahr 520 alukapseln recyceln, aus denen dann entweder sieben taschenmessergriffschalen oder aber 424 neue kaffeekapseln gemacht werden können. falsch ist das ja nicht - für diese speziellen kaffeekapseln gibt es zumindest hier in der schweiz ein vorbildlich funktionierendes recyclingsystem. der haken an der sache scheint mit eher daran zu liegen, wie die ganze umweltarena organisiert ist, nämlich rein privatwirtschaftlich. logischerweise findet man keine firma, die dafür zahlt, dass an irgendeiner stelle auch erwähnt werden könnte, dass auch konsumverzicht einen positiven einfluss auf die ökobilanz haben kann...

einige engagierte firmen pflegen ihre auftritte - andere scheinen ihr engagement schon vor einiger zeit aufgegeben zu haben, so dass viele der niedrigschwelligen interaktivangebote nicht funktionierten und eigenartig verlassen und abgenutzt wirkten. wer baut oder sein haus saniert, findet vielleicht in den oberen beiden geschossen sinnvolle informationen, allerdings war auch dort, wie im ganzen haus, kein mensch weit und breit, der etwas erklärt oder erläutert hätte. und auch hier dominieren die auftritte einzelner firmen, die für ihre geräte werben.

wir haben uns sehr über diese art der darstellung von umweltschutz geärgert, die tochter hatte ihren spass mit den fahrzeugen im untergeschoss, die wohl aus ihrer sicht zum guten eindruck des hauses beigetragen haben.

spannend war es für mich, im nachgang andere meinungen zur umweltarena zu lesen (hätte ich das nur mal im voraus getan - immerhin hat uns der spass trotz einer ermässigung für drei personen 31 franken gekostet!). übrigens wird jede kritik von der geschäftsleitung ausführlich und sehr ehrlich beantwortet. mein fazit: beim nächsten mal besser vorher lesen und dann erst schauen gehen.

am abend gab es pizza nur für drei, der mittlere sohn war beim auftritt des rto ehrenfeld in zürich. und anschliessend sahen kai und ich seit langem mal wieder nur zu zweit einen mittelschlechten tatort. warum müssen die kommissarinnen (hier sind die kommissare mitgemeint) immer so widerlich unfreundlich miteinander umgehen? ich glaube ja nicht, dass das im echten leben so auch ist, sehe aber ein, dass es vermutlich so im drehbuch unterhaltsamer wirkt. 


*um endlich auch mal auf den abebbenden marie-kondo-aufräum-hype aufzuspringen, die sich bei allen auszusortieren gegenständen fragt: does it spark joy?
oh und da kann ich endlich noch einen schönen blogbeitrag verlinken, der sogar auch zum besuch der umweltarena passt: wir sind eher so methode campatri. wie die geht? lesen sie am besten bei der erfinderin patricia cammarata.

Samstag, 2. Februar 2019

donnerstag, freitag, 31.1. und 1.2.2019 - let`s dance.

momentan habe ich ein problem mit meiner grundsätzlichen motivation zu bloggen. einerseits weiss ich sehr wohl, dass ich gerne jeden tag schreibe und dass es um so einfacher ist, regelmässig zu schreiben, je eher ich es auch tue. andererseits macht sich immer wieder im kopf dieses "wen interessiert`s?" breit. beschreibe ich langatmig meinen alltag, verschrecke ich vielleicht die letzten, die sich hier auf dem blog nach filz umgeschaut haben, wer auf der suche nach alltag ist, will vielleicht nicht unbedingt die detaillierte schilderung eines filzworkshops lesen...
dabei bin ich einfach ein gemischtwarenladen und wie zu nahezu jedem leben gehört auch zu meinem ... einfach vieles.

also, wohlan:
donnerstag schneite es den ganzen vormittag, so dass ich mit dem bus zum einkaufen gefahren bin, weil immer noch ein wenig erschlagen vom langen, langen filztag. unterwegs im öffentlichen verkehrsmittel ergab sich netterweise ein gespräch über die kinder und ganz allgemein das erwachsenwerden derselbigen.

am nachmittag war ich mal wieder in der offenen werkstatt ganz allein, was sich aber auch so schlecht wieder nicht traf, da ich beim aufräumen anfang der woche ein paar massnahmen beschlossen hatte, die es mir erlauben werden, entwürfe auch mal aufzuhängen, aber auch fotos von bisher entstandenem zu präsentieren. ausserdem hat eine hakenleiste für schürzen endlich mal einen platz gefunden. also habe ich gebohrt und geschraubt, gehämmert und gehängt.
später dann auch noch gefilzt, aber nur ein wenig zur vorbereitung eines grösseren stücks.

zum abendessen gab es pellkartoffeln mit quark und käse. ich mag ja sehr den schweizerdeutschen begriff dafür: gschwellti. pellkartoffeln hört sich für mich schon immer irgendwie norddeutsch an, ich weiss eigentlich garnicht, wie wir zuhause früher dazu gesagt haben. vielleicht gab es das auch nicht so oft, eher gab es salzkartoffeln, die ich so wenig mochte, dass ich sie quasi noch nie selbst gekocht habe.

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freitag war ich vormittags in der werkstatt um weiter an einem sitzfilz zu arbeiten. er ist für einen dreieckigen hocker bestimmt, den ich irgendwo gebraucht gekauft habe. der neulich in der werkstatt enstandene sitzfilz mit der verflochtenen oberfläche hat mich daran erinnert, dass ich die flechtung aus drei richtungen, jeweils um 60 grad verdreht, endlich mal ausprobieren wollte, was gut zur dreieckigen form passt.
noch hat der filz nicht ganz die richtige grösse, es gibt also noch etwas zu tun.

dazu hörte ich die moskauer tagebücher von christa wolf. ja, ich bin immer noch nicht durch mit der "wolf", für mich ist die beschäftigung mit ihr auch immer eine reise in eine ganz andere zeit.

am abend war ich schon sehr, sehr lange mit kai zu einem konzert verabredet, ein anlass, der mir je länger, desto mehr unwohlsein bereitete. "a bowie celebration" gastierte im volkshaus in zürich und ich hatte vor gefühlt einem halben jahr zugesagt, ihn dorthin zu begleiten. kai ist grosser bowie-fan, was mich an konzerte mit ihm (bowie und auch kai natürlich) in köln, frankfurt und prag geführt hat.  was ich mir eher nicht vorstellen konnte, war die idee, ehemalige musiker von bowie seine songs aufführen zu sehen und zu hören, mit erklärbar epigonaler attitüde.

beim eintreffen im volkshaus war die erste überraschung, dass die verkauften stehplätze in sitzplätze in den reihen 1- 6 mit freier platzwahl umgewandelt worden waren. vermutlich waren einfach nicht genug karten verkauft worden, es blieben auch bis zum beginn der show viele plätze, vor allem auf den emporen, frei. mein rücken freute sich jedenfalls über diese entscheidung. das publikum war eher älter, wir fielen nicht gross auf. und weil wir schon mehr als eine halbe stunde vor beginn da waren, sassen wir in der zweiten reihe.
während er ersten songs wurde mir wieder einmal klar, warum ich lieber konzerte von bands oder musikern mag, die ich noch nicht so gut, oder noch besser: gar nicht kenne. man hat dann zeit, sich anzuhören, was da geboten ist und sich entsprechend mehr oder weniger zu begeistern. für eine solche aufwärmphase ist keine zeit, wenn bekannte popgrössen selbst auftreten oder ihre songs posthum performed werden. wer bescheid weiss und den song am ersten gitarrenriff erkennt, singt selbstverständlich von anfang an den text mit. manchmal reicht auch eine geste des sängers dafür.
ist nur nicht so meins.
musikalisch war der abend wenig überraschend, aber - so weit ich das beurteilen kann - solide gemacht, von den drei sängern gefiel mir einer ganz gut, die anderen beiden waren zu sehr selbstdarsteller. erkannt habe ich immerhin earl slick an der gitarre, der mir noch nie so klein und hutzelig vorgekommen war, aber andererseits stand/sass ich auch noch nie so nah an der bühne.

ein paar fragen blieben nach dem nett arrangierten schluss mit verneigen ins publikum dennoch offen:

- hat der ältere herr vor uns, angetan mit hard-rock-café-lederjacke, rollingstones-base-cap, - fan-shirt und plattentasche mit stonescover nur das outfit verwechselt oder die ganze veranstaltung?

- wer muss all die verwackelten handyfilmchen der beiden sechzigjährigen parallel tanzenden und filmenden damen vor der bühne anschauen? und haben sie earl slick auf den mit selfiekamera gefilmten teilen wirklich auf dem bild?

-wann hat der gemütlich aussehende endsechziger mit jelmoliplasticsack sein erstes bowiekonzert besucht?
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