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Samstag, 28. Oktober 2023

zwei wochen in einigen bildern und ein bisschen text

schon mit den 12 posts aus den ferien im harz hätte ich die diesjährige blogstatistik in jedem anderen monat übertroffen - aber eigentlich wollte ich nicht gleich wieder den faden verlieren und zwischen dem 12von12 und dem 12tel-blick einfach gar nichts mehr posten. doch da ist mir wieder einmal das leben dazwischengekommen und im zweiten teil der blogpause auch noch eine erkältung. 

aber fangen wir vorne an. 

wir sind ja, schrieb ich, früher aus dem harz nicht nur wegen des regens, sondern auch für den geburtstag der tochter abgereist - den haben wir dann am samstag mit der familie und freundinnen gefeiert. 

 
nach einem gemütlichen sonntag startete montags ein wenig alltag, bei dem ich allerhand an erledigungen in vier tage zu pressen versuchte, so dass ich am freitag mit winterreifen und auch ansonsten gut präpariert zum nächsten geburtstag starten konnte.  
 
bis zum sonntag blieb ich bei meiner mutter, neben der geburtstagsfeier gab es auch ein paar dinge zu tun, noch ist nicht alles am gewünschten ort, aber wir arbeiten dran. und beim nächsten mal vergesse ich dann auch nicht die schraubbaren filzgleiter, die es, wie es scheint, nur hier in der schweiz zu kaufen gibt.  

mit halsschmerzen und schnupfen kam ich zuhause an und legte mich mehr oder weniger sofort ins bett (vorher noch kurz in die wahlnachrichten geschaut, naja, hätte ich mir auch sparen können - schon unterwegs war ich etwas irritiert über die deutsche bewertung der vorhergesagten gewinne der schweizer volkspartei und die bezeichnung als rechtspopulisten - so hatte ich das noch nicht gesehen. gestern dann den "einfach politik"-podcast zum thema gehört und in meiner meinung bestätigt gefühlt, dass der unterschied zwischen der svp und vielen rechten parteien in europa schon darin besteht, dass sie das staatliche system nicht generell in frage stellen. und populismus ist hier nicht nur sache der rechten...) 

den sonntag verschlief ich bis auf die mahlzeiten komplett und nutzte jeden mir angebotenen service wie den transport meines filzworkshopgepäcks aus der werkstatt nach hause, denn ich musste dringend fit werden für die kommende woche und den anstehenden kurs bei strongfelt...

was soll ich sagen? ich habs geschafft, der schnupfen wurde immer besser und ich sass mit am filztisch - mein platz unschwer am handtuchdesign zu erkennen. 

vielleicht hat es auch die bergluft gerichtet.

oder das leckere essen im hotel ucliva in waltensburg - vor allem die leckeren suppen, die es jeden mittag als vorspeise gab.

 

jedenfalls war ich äusserst excited lisa klakulak im echten leben zu treffen - und sie umgekehrt auch, teilnehmerinnen ihrer online-klassen persönlich zu begrüssen. und auch wenn es teilweise ein wildes kauderwelsch war, was da durch den kursraum tönte - es war stets geprägt von der guten laune und dem humor von lisa, die nicht nur für ihren filz eine ganze menge begeisterung transportierte, sondern auch immer wieder für die landschaft, das wetter, die kühe und nicht zuletzt für den lake walensee, an dem sie ein paar tage verbracht hatte. (wir waren in der surselva).

das wetter war jeden tag anders, aber da ich genügend mit meiner nase und dem filzen beschäftigt war, hätte der workshop meinetwegen auch im industriegebiet stattfinden können, wobei der ausblick schon schön war. 

und die hauptattraktion fand eh in ganz kleinem rahmen auf dem filztisch statt. 

mein blog, meine ergebnisse im vordergrund. (wenn sie die von allen sehen wollen, gehen sie zur instagramseite der filzszene.)

es war ganz grossartig mit euch allen! 

die rückfahrt war dann noch ein bisschen herausfordernd, da es ab dem glarnerland schüttete was herunterkonnte und ich zuhause beim aussteigen den rechten hinterreifen auf dem noch nicht ganz letzten loch seine luft herauspfeifen hörte... aber inzwischen ist auch das geflickt, die instaposts für den verein geschrieben, meine notizen zum kurs ergänzt, werbung für die kommenden kurse im november gemacht und draussen scheint die sonne und lockt uns demnächst zu einem spaziergang und einer ausstellung nach effingen...


Montag, 28. Februar 2022

26. und 27. februar 2022 - filzbaukasten modul 3 - feine flächen, edle materialien - weniger feines im hintergrund

 am wochenende kamen in meiner werkstatt drei frauen zusammen, die sich dafür interessieren, tiefer und systematischer in die welt des filzens einzutauchen, als sie das bisher getan haben. ungewöhnlich für mich war, dass alle schon erfahrung in der materie mitbrachten und dass sie nicht mir dem ersten basismodul begannen, sondern mit dem dritten. an und für sich sind die einzelen module des filzbaukastens nach der neuorientierung und dem herauslösen aus dem einjährigen filzlehrgang unabhängig voneinander besuchbar - aber der fall war halt noch nicht eingetreten. nach diesem wochenende weiss ich, dass es tatsächlich funktioniert! 




am ersten tag ging es darum, wie feine flächen ganz aus filz oder in kombination mit stoffen entstehen können - das modul bereitet unter anderem für den einstieg ins filzen von bekleidung vor. theoretischen input von materialkunde bis berechungen, die für grosse flächen unerlässlich sind, inklusive. 

am sonntag wurde es dann ein bisschen spielerischer - auch transparente filze ...

... und strukturen mit lücken gehören für mich in diesen kurs.

was wieder zu  kurz kam: edeltierhaare. in zwei tagen ist kaum genügend zeit, sich auf kammzüge, seidenmischungen, verschiedene mikronzahlen einzulassen, da fallen, yak, kaschmir und mohair meist ein bisschen hinten runter. ich hoffe, dass die teilnehmerinnen das irgendwann auf ihrem weiteren filzweg nachholen werden, das rüstzeug dafür sollten sie jetzt eigentlich haben... 

zwei intensive tage nach einer langen arbeitswoche. ein bisschen hat mich der bevorstehende und stattfindende kurs auch davon abgehalten, mich intensiver mit der lage in der ukraine, die von russland am vergangenen donnerstag angegriffen wurde, zu beschäftigen. und ich weiss bisher auch nicht, ob ich das so genau wissen will, was dort passiert und welche wendungen die weltgeschichte nehmen könnte, weil die osteuropäische geschichte in der vergangenheit eine bestimmte wendung genommen hat oder geopolitische, wirtschaftliche und militärische überlegungen das so nahelegen. es ist nun überhaupt nicht so, dass mir das schicksal irgendwelcher menschen und staaten, die von anderen angegriffen werden, egal wäre, aber vielleicht habe ich einfach keine kapazität mehr für eine weitere krise, wie die herzdame von herrn buddenbohm

ich weiss, ich habe mich im laufe der pandemie mehrfach als nachrichten- und hintergrundinfo-junkie geoutet. aber da hatte ich auch das gefühl, dass ich mit besseren und detaillierten informationen mein eigenes handeln sinnvoller ausrichten konnte. auch wenn das sars-cov2-virus immer wieder als unberechenbar beschrieben wurde, wenn die pandemie eine neue wende nahm, scheint mir das nichts zur im vergleich zur unberechenbarkeit eines russischen autokraten und narzissten. vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass es mir an informationen fehlt. 

ich denke an mein geschichtsstudium und den mediävisten, der uns die stadt kiew als schönste aller städte pries. ob er wohl noch lebt und den ganzen schlamassel mitansehen muss? vielleicht hätte ich mehr osteuropäische geschichte hören sollen, dann könnte ich jetzt irgendetwas kluges zur kiewer rus sagen? oder wenigstens was zur missbräuchlichen argumentation mit geschichte als begründung für aktuelles politisches und militärisches handeln? ich weiss es nicht, ich weiss so vieles nicht. immerhin kenne ich jetzt ungefähr die lage der europäischen staaten rund um die ukraine. viel bringt es mir allerdings auch nicht. und den menschen in der ukraine erst recht nicht. 

ich werde jetzt erst mal den links von herrn buddenbohm folgen, den habe ich oben schon verlinkt, da gibt es viel interessantes zum thema zu finden. 



Freitag, 14. Januar 2022

13. januar 2022 - finken filzen

heute bleibt es ruhig im blog, ich war den ganzen tag in der werkstatt und habe zwei menschen zu neuen warmen filzhausschuhen verholfen. 

für mich ist es spannend, wie menschen mit den herausforderungen eines solchen intensiven filztags umgehen. gerade bei den hausschuhen weise ich immer darauf hin, dass es zum ende hin anstrengend wird und es ein bisschen durchhaltevermögen braucht. ich rate zu kleinen pausen zwischendurch, ermutige, motiviere, sporne an - und greife auch mal zu selbst mit an, wenn die kräfte schwinden. schön ist es dann, wenn diese bemühungen fruchten und am ende ein richtig gut auf den individuellen fuss gefilzter hausschuh entsteht. manchmal muss ich aber auch damit leben, dass sich jemand mit dem halben weg zufrieden gibt. die schuhe sind dann immer noch gut durchgefilzt, doch nicht wirklich passgenau. 

aber die menschen sind unterschiedlich. nicht jede*r ist perfektionist*in. oder nicht in allen bereichen.

Donnerstag, 29. Oktober 2020

28. oktober 2020 - fisch auf filz

 wie schon länger auch in dieser nacht wieder schlecht geschlafen - allmählich ist mir klar, dass mich manchmal bevorstehende kurse schlecht schlafen lassen. nicht wegen der inhalte, sondern vor allem dann, wenn ich eine neue kundin in der werkstatt begrüssen kann, deren haltung zur pandemie ich noch nicht kenne. denn bei einem gemeinsamen arbeiten über mehrere stunden ist es halt nicht nur unerlässlich, dass diszipliniert maske getragen wird, sondern auch, dass ich regelmässig, bei gutem wetter sogar dauerhaft, die fenster aufreissen kann, ohne ständiges wehklagen über die ach so unzumutbaren massnahmen. 

nach einem holprigen start (eine dreiviertel stunde zu spät kommen, auch mit ansage, führt bei mir einfach dazu, dass ich nicht sooo entspannt in den kurstag starte) wurde es besser: da hat sich jemand auf etwas ganz neues eingelassen, ohne zu wissen, wie filz entsteht. also erklärte ich erst mal ganz von anfang an und räumte damit ein paar nicht ganz richtige annahmen aus. ich bewundere ja immer wieder menschen, die sich mir (und anderen kursleiterinnen) so bedenkenlos anvertrauen. vor allem weil ich komplett anders gestrickt bin und bevor ich mich zu einem kurs anmelde eher die halbe fachliteratur studiert habe, als nicht einmal im ansatz zu wissen, was mich da erwartet. 

es entstand - mit einiger hilfe, die aber in der einzellektion durchaus möglich ist - eine schöne tasche zum über der schulter tragen. ganz ohne es zu überlegen, habe ich das schwergewicht auf die haptische erfahrung gelegt und wollte vor allem, dass die filznovizin einen eindruck bekommt, wie sich die ausgelegte lose wolle unter ihren händen allmählich zu einem stabilen filz verdichtet. das kam gut an - und zusammen mit der freude über eine gelungene erste filzarbeit trug es dazu bei, dass da jemand strahlend meine werkstatt am späten nachmittag verliess. 

ich habe nebenbei immer wieder mal an meiner stickarbeit weitergemacht: 

 

der korb ist ein komplettes kursbegleitprojekt: der henkel ein demonstrationsobjekt aus der offenen werkstatt, nach langem herumliegen in einen korb integriert, der wieder in der offenen werkstatt parallel zu einem anderen runden objekt entstanden ist. 


und an den stickereien kann ich sogar während etwas anstrengerenden einzellektionen arbeiten - immer dann, wenn ich den filzenden zeit lassen will und nicht direkt daneben stehen, wenn sie selbst erfahrungen mit dem prozess machen. 

sticktechnisch bin ich wieder ein bisschen zurückgefallen, ich arbeite im rückstich, aber alles andere fand ich zu wenig filigran. ausserdem muss ich dabei nun wirklich nichts denken. 

am späten nachmittag war ich wieder zuhause, die tochter auch schon. und das neue fitnessbändele. bei einer tasse tee brachte ich es mit meinem telefon in kontakt (es wollte ein update der software) und informierte mich nebenbei über die bundesrätlichen massnahmen zur eindämmung der pandemie: sperrstunde ab 23 uhr, schliessung der clubs, veranstaltungen bis 50 personen, amateursport und freizeitaktivitäten bis 15 personen, private anlässe bis 10 personen, maskentragepflicht auch im freien, wo die abstände nicht eingehalten werden können. 

joa, das wird unser leben nicht wirklich verändern. froh bin ich, dass ich den werkstattbetrieb mit kleinen gruppen nicht einstellen muss. auch wenn es absagen gibt, weil menschen ihre aktivitäten einschränken, was ich andererseits gut verstehen kann, die werkstatt bleibt geöffnet! 

andererseits erhoffe ich mir von diesen wenig einschneidenden regelungen auch nicht all zu viel. die nachbarn in frankreich und deutschland machen es anders und treffen härtere massnahmen, wobei die ansteckungszahlen in proportion zur bevölkerung in deutschland längst nicht so hoch sind wie in der schweiz. sie sehen es, ich stecke mal wieder in einem dilemma. aber ich glaube, in dem stecken wir grade alle. 

zum abendessen servierte die tochter nudelsalat mit radicchio, danach sofa und lesen und fernsehen. 

gelesen: beth kempton - wabi sabi

gesehen: ausführlich nachrichten aus ch und d, gran hotel

Donnerstag, 22. Oktober 2020

21. oktober 2020 - fröhlicher filz

 heute starteten die kinderfilznachmittage für das schuljahr 20/21 in der primarschule. ich bin seit vielen jahren zwischen den herbst- und den frühlingsferien etwa einmal im monat mit diesem angebot zu gast im raum für textiles werken. bis zu acht kinder können teilnehmen, sozusagen ein ergänzendes angebot an die kinder, die im normalen werkunterricht nicht genug bekommen können. 

zwei termine im frühjahr des vergangenen schuljahrs sind dem corona-lockdown zum opfer gefallen und bevor ich in der ja nun wieder eher angespannten lage mit dem angebot startete, beriet ich mich mit der schulleitung und den lehrerinnen, die hier sonst unterrichten. ich erhielt umgehend grünes licht, anmeldungen waren auch da und so konnte ich mich gestern mit fünf kindern zum filzen treffen. 


natürlich nicht ohne schutzkonzept: in diesem fall trage ich die ganze zeit im raum eine maske, die fenster und wenn möglich auch die türe bleiben offen und alle tische, die ich nicht brauchte, habe ich an den rand geschoben, um nicht nur für jedes kind einen eigenen tisch zu haben, sondern auch noch viel platz dazwischen. worauf ich verzichtete war die plexiglasscheibe auf dem lehrerpult, in einer vollen klasse ist das bestimmt eine gute sache, aber ich konnte ja meine tische so stellen, dass die kinder mein vorzeigen vom platz mit abstand sehen konnten und für bestimmte handgriffe muss ich sowieso zu den kindern hingehen. 

die kinder waren zu beginn sehr ruhig - ein bisschen musste ich ja auch noch die geänderten regeln (kein gemeinsames zvieri, material portioniert anstatt materialausgabe - das war es dann auch schon an zusätzlichem) erklären, aber mit der zeit kam auch ein bisschen unbeschwertere stimmung auf. 

nur ein kind wollte augen an sein "etui mit gesicht" haben.

alle profitierten von der recht kleinen gruppe, denn am ende blieb uns fast eine ganze stunde übrig für eigene experimente. drei kinder wiederholten in einer kleineren form das etui, ein kind filzte flächen und eines versah sein etui mit armen. nicht alles konnte ich fotografisch einfangen, manches durfte ich auch nicht, denn - man darf staunen - die gelegenheit wurde gleich genutzt, um geschenke anzufertigen.

am ende gingen alle zufrieden nach hause - ich war zuvor ganz schön aufgeregt gewesen: wie haben sich die kinder verändert? wie wirkt es sich aus, dass wir wirklich so wenig kontakt wie möglich haben sollen und die kinder das auch wissen, aber vielleicht vergessen könnten? (eines der mädchen hatte ich teilweise noch im vergangenen jahr auf dem schoss, um ihr dinge zu zeigen...) und ist das überhaupt eine gute idee, jetzt dieses angebot zu machen, wo die fallzahlen so in die höhe schiessen? 

letztere frage werde ich wohl kaum beantworten können (ausser im schlimmsten fall, der hoffentlich bitte nicht eintritt) und auch auf die ersten fragen blieb es bei einem eindruck, der mich aber darin bestätigte, was der schulleiter mir gesagt hatte: die kinder brauchen ein bisschen normalität und wenn wir uns gemeinsam mühe geben und das beachten, was wir über die pandemie gelernt haben, können wir ihnen ein stück davon geben. ich bin froh, dass das auch an anderen orten mit der nötigen vorsicht geschieht

nun werden wir sehen, wie es weitergeht. mit den filznachmittagen, aber auch ganz allgemein. 


Mittwoch, 23. September 2020

22. september 2020 - guter plan

heute morgen starteten wir wohl alle mit etwas gemischten gefühlen in den kurstag. aber als nach einer stunde die ersten probewürfel fertig waren, waren die mühen des ersten kurstags schnell vergessen. 

anstatt über varianten des würfelthemas zu diskutieren schlug ich vor, eine variante der erweiterung des musterwürfels gemeinsam anzugehen, in wunschfarben diesmal - und mein vorschlag wurde gerne angenommen. 


sorgfältig legten die beiden kursteilnehmerinnen vorfilz aus - nach der mittagspause wurde dieser geschnitten und miteinander zu zwei würfelförmigen behältern geflochten. 

die ergebnisse können sich sehenlassen! (hier stehen sie schon zum abtransport bereit, auf holzmodel gezogen, unten jeweils der musterwürfel vom ersten tag, oben das zweite stück) 

am späten nachmittag waren wir - diesmal in der zeit - fertig. ich holte noch schnell das gemüse aus dem depot ab (das ist jetzt zum ende des sommers wirklich richtig viel) und machte zuhause erst mal pause. dann kamen der mittlere sohn und freundin, die tochter buk für uns alle pancakes und wir schafften allerhand aufstriche und obst dazu auf den tisch und assen noch einmal draussen, bis es eindunkelte und uns die stechmücken vertrieben. 

am abend plante ich noch ein bisschen an unserem kurzurlaub im oberschwäbischen outback. zuerst zwei tage bei der familie, dann noch drei tage ferienwohnung und das wetter ist eher bescheiden angekündigt. jetzt habe ich aber eine ganze liste von aktivitäten zusammen, auch für schlechtes wetter. es wird nur darauf ankommen, nicht die momentan noch sommerlichen temperaturen auf das reisegepäck anzuwenden.


Mittwoch, 19. August 2020

18. august 2020 - es wird, es wird!

 heute durfte ich dieses sympathische wesen beim werden begleiten: 

 
 
mit bauch, beinen, brust, armen, kopf und ohren, dazu noch einem schwanz hat es einen langen filztag gebraucht, bis alles an der richtigen stelle sass. aber die begeisterung über das allmähliche entstehen eines charakters hat meine filzschülerin und mich durch den tag getragen. ausserdem noch das gipfeli am morgen, die mittagspause, der kaffee mit zwetschgenkuchen am nachmittag und die tatsache, dass es nicht so heiss war wie an vielen tagen zuvor. 

kurz vor sieben war ich zuhause - nach dem abendessen (reste vom curry) schaffte ich sogar noch eine schwimmrunde, ein ganzes blech mit tomaten zum trocknen und fast die ganze bügelwäsche. 

später dann noch die letzte folge von rain und nachrichten, zum ersten mal drinnen auf dem sofa, weil es draussen zu tröpfeln begann.

Mittwoch, 25. März 2020

24. märz 2020 - voller tag!

blogtechnisch war das ein ziemlich ergiebiger tag und ich muss mich jetzt mal ein bisschen konzentrieren, um alles zusammenzubringen, was ich gestern so getan und gemacht und gedacht habe. 

der tag hat auf jeden fall ziemlich aufregend begonnen, denn nach frühstück und bloggen stand die einkaufsexpedition an. dafür hatten wir schon am montag eine liste von gerichten erstellt, die wir in den nächsten tagen kochen wollen, und daraus dann einen sehr umfangreichen einkaufszettel destilliert. 
ich war tatsächlich ziemlich aufgeregt, was mich in unserem kleinen dorfeinkaufszentrum erwarten würde. zuerst einmal eine fast komplett leere tiefgarage, dann eine sehr leere postfiliale und ein relativ leerer bäcker. in die bäckerei dürfen momentan maximal zwei kunden rein, alle anderen warten draussen, das ist sehr komfortabel, weil es eine grosse filiale ist. 
vor der migros (ich erspare mir das jetzt hier mal mit dieser verschlüsselung, so viele mitbewerber gibt es ja auch nicht in der schweiz) dann schon eine eher längere schlange, alle schön mit einkaufswagen, als natürliche abstandshalter. reingelassen wurde man einzeln, nach händedesinfektion. dass es tatsächlich menschen gibt, die diese praxis wundert und die sich dann parallel zur schlange vorzudrängeln versuchen, dabei den wartenden so nahe kamen, dass man sie einfach nach vorne durchlotste, war dann schon ziemlich ohne worte. aber immerhin waren die wartenden solidarisch. 
in der nicht so grossen migrosfiliale fand ich es dann ziemlich eng, trotz einlasskontrolle ballten sich die menschen in der obst- und gemüseabteilung und bei den frischeprodukten, vielleicht auch, weil gleichzeitig noch die regale aufgefüllt wurden und zwar von einer deutlich vergrösserten crew. so ganz verstehe ich das nicht, immerhin hatte die filiale ja gerade erst ein paar minuten geöffnet und es wäre ja für die menschen in der filiale einfacher und sicherer gewesen, vor dem kundenansturm ihre arbeit zu erledigen? und müsste man - streng genommen - nicht die anwesenden mitarbeiter in die personen pro 10 quadratmeter einberechnen? 
auf jeden fall habe ich alles bekommen, was auf der liste stand, bis auf polentagriess, aber ich denke, wir kommen da auch mal ohne zurecht. grosse lücken immer noch beim reis, nicht bei den nudeln. den laden verliess ich mit einer etwa doppelt bis knapp dreifach so hohen rechnung wie in normalen wochen. das eingekaufte sollte aber auch für 10 tage reichen. und die einkäufe derer, die in normalen zeiten sowieso jeden tag an migros und coop vorbeikommen, sind dann doch vielleicht in summe mehr als ich so dachte. 

zuhause wartete auf mich eine waschmaschinenladung an werkstatthandtüchern, die ich gewaschen hatte und das video, das veröffentlich und unter die leute gebracht werden wollte. ich teile das video hier auch mal mit ihnen:



es ist vermutlich nicht der letzte schluss der filzdidaktik, aber ich hoffe, dass es ein paar leuten spass macht, das nachzuarbeiten. meinen filzkinder habe ich zusätzlich das angebot gemacht, dass ich die notwendige wolle für drei hasen abpacke und ihnen per velokurier (ich oder die tochter) zukommen lasse, so dass sie den ausgefallenen kinderfilznachmittag zuhause nachholen können.

dann war auch schon zeit zum mittagessen, danach für den für obligatorisch erklärten spaziergang im wald. dafür hatten wir uns heute mit bargeld ausgestattet, da wir ja blumen kaufen wollten. ein bisschen hatte ich sorge, dass alles verkauft sein könnte, aber es sah eher danach aus, als ob seit gestern nichts weggegangen wäre. wir nahmen uns hornveilchen und ein primeli mit, für vor das haus und auf den gartentisch.

arbeiten im garten war wegen des winds nicht möglich - deshalb mussten die tochter und ich die tomaten auf dem esstisch säen. das tomatenansäen war so nicht geplant, weil ich während unserer englandreise den söhnen, die den kater hätten füttern müssen, nicht auch noch das versorgen einer heerschar von tomatensetzlingen hätte zumuten wollen. da wir aber ohnehin zuhause bleiben, gibt es halt doch tomatensetzlinge. und bald noch viel mehr angesäte pflänzlein. ich muss nur endlich die gärtnerei anrufen für die blumenerde.

telefon mit meiner mutter, die erzählt, dass quasi alle ihre bekannten zuhause bleiben und von den verwandten versorgt werden. sieht man mal von einer vereinzelten spinnerin ab, die verschwörungstheorien anhängt und sie damit auch noch - wenigstens nur telefonisch - belästigt.

herumsurfen auf einigen offiziellen websites, allmählich interessiert die pandemie auch mein historikerherz. ich erinnere mich immer noch mit viel freude an ein semester demographie und epidemiologie, in dem ich sehr viel über statistik und interpretation derselben gelernt habe. ich suche nach fallzahlen, zunächst einmal im kleinen rahmen, kantons- und bundesweit. die schweiz hat ja von anfang an im verhältnis zur bevölkerung hohe fallzahlen von an covid19 erkrankten ausgewiesen. sind die zahlen der einzelnen länder aber überhaupt vergleichbar? oder sieht man an den werten viel weniger die erkrankungsraten als die zahl der durchgeführten tests? ich habe zu wenig informationen, um das beurteilen zu können.

aus historikerperspektive ein spannender artikel bei geschichte der gegenwart: philipp sarasin versucht mit foucault die pandemie zu verstehen.  dort auch eine spannende statistik.

zum abendessen bereitet die tochter eine karottenlasagne zu, während kai und ich auf unseren weniger wichtige 25. hochzeitstag anstossen.

nach dem abendessen sitzen wir virtuell noch ein halbes stündchen mit dem grossen sohn und seiner freundin zusammen und erzählen uns wie es uns geht.
später mit kai noch eine runde serie, dann für die momentanen verhältnisse spät zu bett.

Donnerstag, 27. Februar 2020

26. februar 2020 - over the top (aber ohne silvester stallone)

noch ein durchorganisierter tag. morgens neben frühstück und bloggerei eine rinderbrühe auf den herd gestellt, damit sie die erste stunde kochen konnte. ausserdem überlegungen zum näherkommen der coronafälle, neben der lombardei, die ja direkt an die schweiz grenzt, gibt es jetzt auch einen fall in meinem heimatkreis. hoffentlich absurde gedanken, ob ich nach dem filzertreffen noch nach hause in die schweiz fahren kann, weil irgendwo quarantäne oder grenzen dicht sind. dann aber auch direkt nicht in panik verfallen, sondern auch bemerkt, dass mir einfach die organisiererei für den donnerstag auf den nerv geht und sinnvoll überlegt, was ich mache. ich werde fahren, ein filzertreffen ist kein fussballstadion und panik hilft jetzt wirklich keinem. besser noch mal die vorräte checken und gegebenenfalls auffüllen, ist aber ohnehin sinnvoll, weil ich ja auch das auto mitnehme.

vormittags in die werkstatt, aber nur zum vorbereiten des kinderfilzkurses und packen der tasche für die filzbegegnung.


das wäre es dann übrigens, das täschchen. oberfläche und form gehen auf ideen einer schülerin zurück, die ihrerseits in pinterest gestöbert hat. die tasche ist nicht gross, aber ich habe meine sieben sachen, nebst trinkbecher und einer packung schokolade drin untergebracht.

früh zurück nach hause. beim losfahren fiel mir auf, dass ich vor lauter von a nach b rennen fahren und von c und d organisieren mich noch gar nicht richtig am neuen fahrrad gefreut hatte. das gleich mal ein bisschen getan, ich freue mich schon auf die erste fahrt die nicht direkt von a nach b geht.

zuhause wieder die brühe angeschaltet, gemüse geschnetzelt und dazugegeben. für die tochter und mich zum mittagessen pfannkuchen gemacht. und gegessen. danach hat es sogar noch für eine kleine runde ausruhen gereicht.

mit dem velo den anhänger in der werkstatt geholt - passt alles, die fahrradwerkstatt hat das richtig gut gemacht. ich habe eine viertelstunde für das auspacken und aufbauen der kursmateralien geplant, als ich am tw-zimmer der primarschule ankomme, warten aber schon zwei kinder auf mich und auch der rest trifft sehr flott ein. die stimmung ist aufgedreht, bis wir wirklich beginnen können schon ein bisschen am kippen. für ein paar kinder ist es kaum möglich meinen anweisungen zu folgen, ich bin unsicher ob es an der konzentration oder an der feinmotorik scheitert. einige kinder, die öfter kommen, wollen lieber anders vorgehen als ich vorschlage. ich darf nicht vergessen auch die kinder der gruppe zu erwähnen, bei denen alles reibungslos klappt. am ende haben wir eine riesige menge an stiften umfilzt:


ein paar kreationen sind gewollt oder ungewollt etwas eigenartig. aber es geht ja auch nicht immer nur um das ergebnis.
schöne erlebnisse (über den rest breiten wir den breiten mantel des schweigens):
  • das kind, dem ich sonst massiv helfen muss, kommt sehr gut alleine zurecht und macht zwei schöne stifte in ganz eigenen farbkombinationen ganz ohne hilfe in richtig guter filzqualität fertig. 
  • die kinder helfen einander, dabei merke ich, dass sie das grundprinzip filzen begriffen haben. 
mit kurzem abstecher über die werkstatt nach hause, dort zuerst mal tee mit der tochter. (die hat schon mal besorgt nachgefragt hat, wo ich bleibe und sicherheitshalber tee gekocht hat).

ich habe noch zwei telefonate zu erledigen. das eine schmeichelt mir sehr, ich sage aber trotzdem nein zur angetragenen aufgabe. das zweite verläuft besser als gedacht, schön, wenn zwei menschen, die mit jungen menschen zu tun haben, an einem strang ziehen.

derweil hat die tochter schon die brühe wieder angeschaltet und salzkartoffeln gekocht. kai ist auch schon da, nach zerpflücken des suppenfleischs in teile für die suppe und den rest für den kater und zusammenführung aller komponenten (brühe von mir, salzkartoffeln von der tochter, spätzle von kai) gibt es gaisburger marsch zum abendessen.

wir besprechen das weitere vorgehen für den abend: zwei schlafzimmer müssen ausgeräumt werden, so dass an den aussenwänden malerarbeiten vorgenommen werden können. deshalb muss ich vorher meine sachen packen, obwohl ich erst am donnerstagnachmittag losfahren werde. der anstrich ist notwendig, weil beim den sehr schnell erfolgten malerarbeiten vor unserem einzug etwas schief gelaufen ist und wir nun an der nordseite mit feuchtigkeit zu tun haben.

aber irgendwann sind die taschen ein- und die zimmer ausgeräumt und alles erledigt. entspannungsfernsehen und nachrichten auf dem sofa.

gelesen: rebecca
gehört: meine cousine rachel
gesehen: sex education, heute journal
wetter:schnee - von grossflockig bis schneegestöber alles dabei



Donnerstag, 20. Februar 2020

19. februar 2020 - ich hab die haare schön

nach frühstück und bloggen habe ich versucht, mir einen überblick zu verschaffen, was in den nächsten tagen am dringendsten erledigt werden muss. zwar werde ich erst nächsten donnerstag wieder unterwegs sein, aber wenn ich danach vom filzertreffen zurückkomme, ist der februar bereits um.
auf der liste ganz oben standen die newsletter für kinder- und erwachsenenfilzkurse, ausserdem ein text zu den überlegungen zur neugestaltung des filzlehrgangs der filzszene. also schreibtisch- anstatt werkstattarbeit. das hat dann auch gar nicht so schlecht zum wetter gepasst, ich musste also nicht durch wind und regen radeln. ausserdem hatte ich für den nachmittag spontan einen coiffeurbesuch abgemacht.
die beiden newsletter wurden am vormittag fertig, nebenbei habe ich dann auch noch ein bisschen bürokram für den haushalt erledigt. leider dabei nicht die quittung für den kaputten wasserkocher meiner mutter gefunden.

zum mittagessen gab es reste... und anschliessend eine pause für die tochter und mich. nach einem gratulationsanruf bei meiner patentante machte ich mich zu fuss auf den weg in die stadt, auf radfahren hatte ich keine rechte lust. deshalb habe ich auch das einkaufen verschoben, nur schnell noch ein stück butter im ohne-laden geholt und mir dann die haare schneiden lassen.

immer hat es so schöne ecken im kopfsprung-coiffeur bei mirjam.
immer noch mit viel wind ging es dann nach hause, wo mich schon die tochter zu tee und restlichem bienenstich erwartete. weniger erwartete sie die matherunde, die haben wir dann aber auch noch gemacht.
anschliessend küche aufräumen und kochen: heute endlich die pastinakencremesuppe, die es eigentlich schon gestern geben sollte. zum andicken habe ich anstatt von kartoffeln einen halbe hand rote linsen mitgekocht. und brotreste zum dazuessen angeröstet.

nach dem abendessen wurde dann auch noch der text für die filzszene fertig, mal sehen, was meine beiden mitstreiterinnen dazu meinen.

falls sie sich für meine newsletter interessieren, können sie ihn sich einfach hier anschauen:
kinderfilzkurse
erwachsenenfilzkurse 

gelesen: rebecca
gesehen: lineares fernsehen, viel news, diesmal die schweizer und die deutschen nachrichten ausführlich.

Mittwoch, 12. Februar 2020

9. bis 11. februar 2020 - filzen bei sturm im schwäbischen wald

die letzten beiden tage habe ich in der filzschule in oberrot verbracht, wo ich einen kurs "geflochten und gefilzt" angeboten habe, und weil ich dort keinen zugang zum internet habe, habe ich jeweils nur meine tagesberichte nortiert und hole hier die drei tage nach:

ich sitze am montagmorgen in einem beinahe fensterlosen (immerhin zwei oberlichter) zimmer, draussen stürmt es hörbar und werde das geschriebene nicht bloggen können, da ich hier kein internet habe. ich will aber trotzdem versuchen, den gestrigen tag ein wenig revue passieren zu lassen.

sonntag, 9. februar.

im grund genommen war ja der abend in den neuen tag übergegangen, weil wir so spät erst ins bett gefunden hatten, nach einem langen, schönen abend mit unserem besuch. trotzdem kann ich ja nicht so gut ausschlafen, schlief aber mit unterbrechungen dann doch mehr oder weniger bis acht. so  blieb mir noch genügend zeit zum bloggen und um einen weiteren kuchen zu backen bis wir um halb elf am frühstückstisch sassen.

heute mit dem schon länger ausgezogenen sohn und seiner freundin, die auch gleich die brötchen mitgebracht hatten. ein wenig waren wir alle übernächtigt. und machten uns sorgen wegen der immer konkreter werdenden sturmwarnungen für den abend und die nacht.
ein spaziergang zur limmat tat uns allen aber gut und in der sonne war es wieder richtig warm. aber es gab auch schon erste böen, die staub und papier von den strassen aufwirbelten.

zurück im haus tranken wir noch kaffee und die gäste machten sich schliesslich früher auf den heimweg als ursprünglich geplant, wegen sturm , aber eben auch, weil ich ja auch abreisen musste.
mir blieb dann noch eine knappe halbe stunde um brötchen für den abend zu belegen und alles gepäck ins auto zu packen. dann machte ich mich auf den weg in den schwäbischen wald.
auf der autobahn war vom angekündigten sturm noch wenig zu spüren, in stuttgart wechselte ich dann auf bundestrassen, auch hier schon wind, aber nicht in einem störenden ausmass. bis winnenden fand ich ohne hilfe der navigation, für die letzte halbe stunde über land, in vollkommener dunkelheit, war ich dann doch froh über die ansagen der strecke. der weg führte über abenteuerlich kleine strässchen, bergauf und bergab und mehr als einmal wollte ich kaum glauben, dass ich genau hier in diesen wald abbiegen sollte. die angegebenen 35 minuten zogen sich dann auch unglaublich in die länge, aber gegen halb acht hatte ich das gästehaus der firma wollknoll erreicht und mit hilfe einer kursteilnehmerin auch gefunden.

das zimmer war bereit für mich, auch der kursraum schon vorbereitet und noch offen, so dass ich bereits die materialien vorsichtshalber dort deponieren konnte. die mitgenommenen brote erwiesen sich als sehr gute idee, denn zu essen oder zu trinken gab es nirgends mehr etwas.
gegen neun war ich dann in meinem zimmer, immerhin ein funktionierendes mobilfunknetz gab es, so dass ich zuhause bescheid geben konnte, dass ich gut angekommen war.

ich war gespannt, wie viele der teilnehmerinnen des kurses trotz sturm hier wohl ankommen würden eine hatte ich schon kennengelernt.  aber am frühen nachmittag hatte die deutsche bahn schon die fernverbindungen in grösseren bahnhöfen gestoppt.

montag 10. februar

über nacht war es stürmisch, aber nicht so, dass es beänstigend gewesen wäre. ich konnte sogar die ganze nacht ein oberlicht offen lassen, dadurch war dann aber auch das blasen des sturms viel besser zu hören. früh morgens habe ich dann einmal einen blick aus dem zimmer geworfen, draussen sah es auch noch einigermassen ordentlich aus.

bloggen, dann um acht der versuch nachrichten zu hören um ein bisschen über die auswirkungen des sturms zu erfahren. anschliessend ging ich kurz ins hauptgebäude, um das für mich vorbereitete material abzuholen und nicht zuletzt um kurz hallo zu sagen. bei der gelegenheit erfuhr ich dann auch, dass  eine der teilnehmerinnen nicht angereist war, eventuell aber später oder am zweiten tag zu uns stossen wollte.
ein kleiner rundgang durch das wolllager mit verkauf weckte begehrlichkeiten, aber das muss bis morgen warten.


wolllieferung.
anschliessend frühstück, unter anderem zusammen mit einem teil der restlichen teilnehmerinnen, auch der eines zweiten kurses, der im anderen raum stattfindet. dabei lernte ich auch noch eine kurzfristig angemeldete teilnehmerin kennen, die ich noch nicht auf der liste hatte. eine liste gibt es tatsächlich nicht, es gab nur eine rolle namenskleber, aber da stand eben ihr name auch nicht drauf. also dann doch fünf teilnehmerinnen, plus eben später/morgen eine weitere?

egal, um zehn uhr waren die beiden restlichen teilnehmerinnen dann auch noch aufgetaucht und es konnte losgehen. den kurs habe ich ja in dieser form schon mehrfach gehalten  und kann immer ganz gut die reaktionen der teilnehmerinnen vergleichen, schön war, dass alle sich auf das ein wenig sperrige thema einlassen konnten, auch wenn die ersten stunden ohne filz und anstattdessen mit viel papier und denken ablaufen.
das mittagessen gab es aus organisastorischen gründen heute schon um halb eins, so dass wir bis dahin noch nicht so weit waren, wie ich gewohnt bin, aber es fehlten ja auch fast eineinhalb stunden!

am nachmittag ging es mit mehr filz weiter. gegen halb fünf, als ich schon ziemlich müde war, tauchte relativ unvermittelt dann die sechste teilnehmerin auf. während die anderen schon an der fertigstellung des ersten musters waren, kam also nun die herausforderung dazu, mit einer einzelnen person noch einmal ganz von vorne anzufangen.

dass nach einer knappen halben stunde der strom ausfiel und erst wieder kam, als es schon ziemlich dämmerig wurde, machte die sache auch nicht wesentlich besser. der stromausfall war in der ganzen region, immerhin das wurde uns mitgeteilt.

gegen sechs waren die musterteile fertig, das gibt dann immer so einen kleinen kick für die motivation der teilnehmerinnen, den ich nutzte, um eine stunde lang das thema eines zweiten eigenen entwurfs zu besprechen. wer mag, kann sich noch am abend gedanken machen, oder es geht morgen mit neuer kraft weiter.

viertel vor acht sassen dann alle am abendessenstisch, wo wir uns aus den vorräten im kühlschank bedienten und zusätzlich die reste des mittagessens aufassen.

ein bisschen aufregung gab es noch, als eine teilnehmerin über die schlecht oder besser: nicht beleuchteten stufen am kursgebäude stolperte und sich an knie und zähnen verletzte. sie wollte aber nicht dass hilfe geholt wurde, sondern liess sich nur in ihre unterkunft bringen.
nach neun unterhielt ich mich noch eine weile mit kai und meiner mutter via messenger, wieder im fensterlosen zimmer. auch eine abendbeschäftigung, aber sonst gibt es hier wenig orte, wo  man in ruhe sitzen kann.
nicht ganz so früh geschlafen, in der nacht kräht der hahn unablässig, wie am tage.


dienstag 11. februar

die zweite sturmnacht dann noch harmloser als die erste, ich hätte gedacht, dass es auf den höhen des schwäbischen walds stärker blasen würde.
hartnäckig durchgehalten, was das schreiben der tagesberichte angeht, auch wenn ich sie nicht veröffentlichen kann, das dann am mittwoch, wenn ich wieder zuhause bin. nach dem schreiben alles zusammengeräumt, damit ich nach dem frühstück das zimmer räumen konnte. noch vor dem frühstück ein abstecher in den wolladen gemacht, dort vor allem nach lust und laune und gar nicht planvoll mich unmittelbar ansprechendes ausgesucht. alles andere kann ich auch im katalog oder onlineshop finden, in ruhe. ausserdem zwei bücher von bruno bujack erbeutet, das taschenbuch und das hutbuch. ich bin immer noch ein grosser fan seiner darstellungen und überlegungen, ganz ohne fotos kommt das daher und ist so hilfreich!

dann frühstück, leider war ich zu spät um noch ein joghurt abzubekommen. bis kurz vor neun noch geplaudert, mit einer teilnehmerin des anderen, zeitgleich stattfindenden kurses, die sich als botschafterin des saarlandes verstand  und damit bei mir offene türen einrannte. irgendwann fahre ich da mal hin.

kursbeginn ganz offiziell um neun. wir beginnen mit einer runde im sitzen und ich lasse mir die bereits entwickelten projekte vorstellen. erfreulicherweise sind alle teilnehmerinnen bereit, sich auch die projekte der anderen anzuhören. die meisten pläne kann ich nachvollziehen, bei einigen muss ich nachfragen und andere berechnungen anregen, aber insgesamt konnte wohl viel aus kurstag eins direkt angewandt werden. ich freue mich.
dann geht es los mit den vorfilzen, ich habe so lange zeit, mich mit der spät zu uns gestossenen teilnehmerin zu beschäftigen und mir ihr in kleinen schritten den ersten würfel zu flechten.
dann sind auch schon die ersten vorfilze fertig und werden geschnitten, mehr oder weniger selbstständig. das tempo der tn hängt dabei nicht nur von der grösse der vorfilze, sondern auch von ihren fertigkeiten und ihrer arbeitsgeschwindigkeit ab.

schauen sie mal meinen kursteilnehmerinnen über die schulter - licht und hintergrund sind teilweise nicht so schön, aber draussen hätte es die objekte weggeweht!
es gibt einen unentdeckten berechnungsfehler, der aber nicht schlimm ist, weil eher mehr als weniger material und einen zu sehr und zu schnell geschrumpften vorfilz, der zu klein für die geplante anzahl ein streifen ist. die streifenbreite zu verkleinern macht hier mehr sinn als zusätzlichen vorfilz zu produzieren, zumal kein material mehr vorhanden ist. es ist eben nicht nur notwendig, einen plan zu machen, man muss auch immer wieder kontrollieren, ob die eigene arbeit dem plan noch entspricht.
mittagessen, weiterarbeiten, die ersten eigenen filzobjekte werden fertig und fallen ganz  unterschiedlich aus. dabei spielen material und arbeitsweise die hauptrollen. eine überblicksrunde über alle werke und eine anschliessende feedbackrunde fallen sehr erfreulich aus, grosse zufriedenheit nicht nur mit dem gefilzten, sondern auch mit dem verlauf der beiden kurstage. ich teile noch ein wenig werbung aus, dann allgemeines fertigstellen und aufräumen, um sechs ist alles fertig und ich kann mich auf den weg machen.

vorher muss ich allerdings noch eine dicke schicht eis von den autoscheiben abkratzen, der  regen ist über den tag immer wieder festgefroren. gut habe ich mich schon vorher entschieden, für den  rückweg lieber einen umweg in kauf zu nehmen und grössere strassen zu wählen als wieder auf kleinen strässchen durch den wald zu irren wie am sonntag. ab welzheim ist die strasse dann aber auch trocken und ich traue mich, schneller zu fahren. bis stuttgart brauche ich eineinhalb stunden, und bin dann nicht nur froh über das abendessen bei freunden, sondern auch über das angebotene bett.

gelesen: endlich wieder internet - ganz viele blogeinträge!





Donnerstag, 23. Januar 2020

22. januar 2020 - filzfinken

mittlerweile habe ich mich so sehr ans morgendliche tagebuchbloggen gewöhnt, dass ich auch eine längere kurstageserie durchhalte.
heute also nach einer eiskalten velofahrt wieder start um 8.30 uhr in der werkstatt, die angemeldete filzerin kam angenehme 10 minuten zu früh, so dass wir ganz gemütlich beginnen konnten.

kursinhalt heute: filzfinken herstellen.
dafür muss zunächst eine schablone vom fuss erstellt, viel wolle ausgelegt und dann kräftig gefilzt und gewalkt werden. es ist eher wenig denkarbeit zu leisten, ein bisschen konzentration ist gefragt, wenn es um das gleichmässige verteilen der wolle und später der filzkraft auf die beiden schuhe geht, aber es blieb auch noch genügend zeit zum reden.
gegen halb fünf standen ein paar schöne, gut durchgefilzte filzfinken in dunklem türkis und schönem steingrau auf dem tisch, und es hatte sich in meiner lederkiste ein genau auf das türkisfarbene innenleben abgestimmtes stück leder für schöne ledersohlen gefunden. die ledersohlen und auch die entscheidung, ob die beiden langen schuhanziehzungen an den fersen noch abgeschnitten werden, wurde auf die zeit nach der trocknung verschoben und vielleicht bekomme ich ja noch bericht oder foto von den fertigen schuhen!
ich habe nebenbei noch ein wenig am thema weiss, linie weitergearbeitet, wie sich das für einen mittwoch gehört und kann so nächsten mittwoch ein paar linien in filz zeigen.

auf dem nachhauseweg habe ich dann noch einen abstecher über den velohändler gemacht und das gestern ausgesuche velo bestellt. eine schnelle sache, aber ich glaube, dass die entscheidung gut getroffen ist. es ist übrigens weiss.

zuhause ein bisschen mit kai und dem sohn geschwätzt, dann musste ich noch mal los, ein paar sachen einkaufen und das erste gerettete essen in der bäckereifiliale im ort abholen. am späten nachmittag hatte ich mir nämlich über die app to good to go ein überraschungspaket gesichert. für 4.90 franken bekam ich backwaren im wert von 15 franken. das überraschungspaket enthielt: ein nussbrot, ein sandwich mit thunfisch und eine schachtel mit einem quarkbällchen und einem stück torte. von der essensrettungsidee her eine gute sache, für uns passte am abend eigentlich nur das brot so richtig in den haushalt, das sandwich kann vielleicht morgen jemand mitnehmen und die konditoreisachen gibt es am nachmittag. ein bisschen noch gemischte gefühle, so richtig gerettet ist ja noch nichts, nur steht es vorerst nicht mehr in der bäckereifiliale sondern bei uns rum.

zum abendessen gab es schnitzel, so mitten unter der woche, dazu nüsslisalat. danach nur noch sofa und eine folge messiah, heute ohne tiefschlaf, aber immer noch nur so mässig begeistert.

gesehen: messiah, folge 2 


Mittwoch, 22. Januar 2020

21. januar 2020 - von der zeichnung zum fertigen objekt

kursstart war heute wieder um neun und die beiden filzerinnen trafen auf die sekunde pünktlich ein. am zweiten tag der zweitägigen einführung in die herstellung geflochtener und gefilzter würfelförmiger behälter soll ein erster eigener entwurf umgesetzt werden, dafür braucht es eine grobe vorstellung und eine schon etwas ausgearbeitetere skizze des angestrebten würfels. 
wir übten also erstmal gemeinsam das perspektivische zeichnen eines würfels, dann wurden farben in den würfel eingezeichnet. 
aufgrund der skizze kann man dann die anzahl, breite und länge der notwendigen vorfilzstreifen errechnen und notieren, so dass es schon los gehen kann mit dem herstellen der vorfilze. 
 

 wieder wurde es nach der mittagspause bis wir mit dem flechten beginnen konnten, und ein zweites mal in kleinen schritten zum fertigen würfel gehen konnten.


die ergebnisse der beiden tage können sich sehen lassen - ich freue mich, wenn weitere würfel zuhause entstehen, man kann aber auch jederzeit in die offene werkstatt kommen und hier noch weiter am thema arbeiten.

***

pünktlich um vier waren wir wieder fertig, ich räumte nur noch grob auf, weil ich noch zwei ziele auf der liste hatte. zuerst fuhr ich mit dem velo nach ennetbaden und holte unser gemüse ab. noch vor ort im depot machte ich ein foto und schickte es dem sohn, der zügig mit einem rezept antwortete, das sich sehr lecker anhörte.


auf dem nachhauseweg steuerte ich dann den velohändler im ort an. er hatte im sommer öfter einmal occassions-e-velos vor dem laden stehen gehabt, und nachdem mein von meinem vater geerbter flyer mit 20 000 kilometern auf dem tacho immer mehr in die knie geht (nach akku und aussetzern im getriebe sind jetzt auch noch die bremsbeläge einfach am ende) wollte ich mich nach einem ersatz umschauen. leider hatte der händler jetzt keine occasionen im laden, machte mir aber den vorschlag, eine firmenoccasion zu bestellen. vermutlich wird es die nun werden. ich freue mich jetzt schon mit einem guten akku wieder viel mehr erledigungen mit dem velo machen zu können!

zuhause kleine haushaltsrunde unter zuhilfenahme der tochter, dann bügeln und ein telefonat mit meiner mutter, während der sohn in der küche werkte und kai mit der tochter französisch lernte. (morgen ist endlich die prüfung!), dann wirklich leckeres abendessen: kartoffelgratin mit gebratenem rotkohl, beides gleichzeitig im backofen gegart. auf seine letzten tage hier setzt der sohn  noch einmal kulinarische massstäbe - wir werden seine kochkünste vermissen! (hier schwingt schon ein bisschen ironie mit, denn er ist es auch, der bei kochunlust spaghetti und tomatensosse aus dem päckchen ohne weitere beilagen serviert.)

bis wir dann endlich auf dem sofa sassen, habe ich die erste folge von messiah mehr oder weniger verschlafen, kai fand es spannend, ich, das was ich gesehen habe fast unerträglich bedeutungsschwanger-schwülstig. vielleicht war ich aber auch nur in den falschen momenten wach. früh zu bett.

vieles auf die hörliste gepackt für zeit, die ich alleine in der werkstatt verbringe, aber nichts gehört.
gelesen: terézia mora, alle tage
gesehen: messiah

Dienstag, 21. Januar 2020

20.januar 2020 - warum räumliches vorstellungsvermögen nicht unweiblich ist

früh aufgewacht, zeit um den heutigen kurs noch einmal in gedanken durchzugehen. gefrühstückt, gebloggt, die anderen familienmitglieder verabschiedet, mein mittagessen und noch ein paar utensilien zusammengesucht und dann doch mit dem velo in die werkstatt gestartet, obwohl ich das zuerst nicht so geplant hatte.

dort hatte ich dann noch ein bisschen zeit, alles schön herzurichten, bevor die beiden kursteilnehmerinnen nacheinander eintrafen. wie meist klagen, dass der raum schlecht zu finden sei, später stellte sich dann auch noch heraus, dass die website zur zeit nicht funktioniert, so dass das schöne plänchen nicht abrufbar war. gnagnagna.
trotzdem dann ein guter start, abgesehen von totaler irritation über die erste aufgabe, nämlich einen würfel aus papier zu flechten. für viele kursteilnehmerinnen ist dieser einstieg schwierig, aber für mich ist es wichtig so zu beginnen, weil nur so (zumindest ist mir noch nichts besseres eingefallen) klar wird, wie sich ein flechtwürfel zusammensetzt. glücklicherweise sind die meisten dann später im kurs froh, dass sie sich so intensiv mit diesem thema auseinandergesetzt haben. schlecht umgehen kann ich mit äusserungen, dass räumliches vorstellungsvermögen, zahlen, rechnen und überhaupt die eher technische seite des filzens eine männliche domäne sei. abgesehen davon, dass das ohnehin quatsch ist, stellen damit auch die meisten filzerinnen ihr licht unter den scheffel, da es ohne dieses räumliche vorstellungsvermögen eben nicht geht, auch nicht, wenn die gefilzten objekte rund sind und nach gefühl gefilzt werden.
der zweite konzentrationsmoment nach der mittagspause wird dann schon eher genossen: endlich entsteht der erste würfel. die ergebnisse können sich sehen lassen, beide behälter sind auf anhieb gelungen, was auch nicht selbstverständlich ist. um halb vier dann noch der ausblick auf einen ersten eigenen entwurf, nun können sich die beiden über nacht überlegen, was sie morgen machen wollen.

kurz nach vier verlasse ich die werkstatt und radle nach hause, ein bisschen wäsche abhängen, in der küche das chaos beseitigen, das die tochter gebeichtet hat. (eine offene tomatensuppentüte hat ihren inhalt in der gewürzschublade verteilt. die suppentüten passen aber eigentlich auch nicht in die schublade und bleiben deshalb beim öffnen immer hängen, die werden in zukunft einen anderen platz haben müssen. über mittag hatte die tochter zeit zum suppenkochen, musste dann aber auch wieder in die schule und hat das schubladenchaosbeseitigen auf den abend verschoben, war dann aber ganz froh, dass sie um halb sechs schon eine frisch geputzte schublade vorgefunden hat.)

abendessen kochen (nudeln mit linsenbolognese und nüsslisalat). während kai und die tochter die küche erledigen schreibe ich mit ihrer hilfe eine mail auf französisch, die bestellte cd-rom mit den skizzenbüchern von vera molnar lässt mittlerweile seit 14 tagen auf sich warten und ich möchte da mal nachhaken, bevor ich mir via paypal das geld zurückhole. eigentlich will ich nämlich die cd-rom haben! ausserdem mit fernschriftlicher hilfe des sohns die website repariert, das plänli ist also wieder zu sehen. ein bisschen ist die seite ein mimöschen, das bei fehlenden informationen nicht nur mimimi macht, sondern einfach den dienst einstellt.

abend auf dem sofa, irgendwann kommt auch noch der sohn nach hause und verspricht gründliches abhilfe in sachen website und teilt uns seinen ungefähren umzugsplan mit.

gesehen: die letzte folge anne with an e, heutejournal




Donnerstag, 5. Dezember 2019

4. Dezember 2019 - die kreiselung des quadrats

wann ich aufgestanden bin weiss ich nicht mehr so genau, aber die frühstückszeit war ausreichend lang, um mich über die adventspost zu freuen, die heute von einer kollegin aus dem bündnerland kam, das gedicht von georg trakl zu lesen, das ich schon kannte und mag und sogar ausführlich über den vergangenen tag zu bloggen. zwischendurch meldete sich meine mutter per messenger, sie arbeitet sich langsam aber beharrlich in ihr neues smartphone ein.

gegen neun war ich in der werkstatt, heute nur um die sachen für den kinderfilznachmittag vorzubereiten und in meinen veloanhänger zu laden. ein bisschen herumgewurstelt habe ich dann auch noch, es gibt ja immer was zu tun.

trotzdem war ich so früh wieder zuhause, dass ich der tochter und mir einen kaiserschmarrn zubereiten konnte,  dazu gab es apfelkompott aus den nicht mehr schönen äpfeln.

kurze pause, dann mit dem velo zur schule nach ennetbaden, wo mich heute acht kinder erwarteten, bis auf eines schon alte hasen. heute war der filznachmittag zweigeteilt, zuerst erstellten wir eine simple grüne filzfläche mit bunten einsprengseln, dann kam die eigentliche herausforderung: die fläche musste in kleiner werdende quadrate, aus den quadraten dann kreise geschnitten werden und zwar durch abschneiden der ecken. das fällt den kindern nicht leicht, aber wir machen fortschritte.
durch abwechselndes auffädeln von grünen scheiben und bunten perlen und dem einarbeiten eines kleinen stammes am unteren ende des baums entstanden so die unterschiedlichsten tannenbäume: grosse und kleine, hohe schmale und kleine dicke, dazu noch die unterschiedlichen farben. leider hat die bastelphase am ende so unterschiedlich lange gedauert, dass ich die kinder entlassen habe, wie sie fertig wurden. so konnte ich keine fotos machen, schade.

mit der tochter, die in der letzten stunde des filznachmittags geholfen hatte, radelte ich nach hause, versorgte die gebrauchten handtücher in der waschmaschine und machte erstmal eine teepause.
handtücher aufhängen, an der adventspost weiterwerkeln, abendessen, während kai einen skypetermin hatte weitermachen mit der adventspost, dann noch eine folge " the crown" und tagesschau nachgucken, dann war ich eigentlich schon wieder viel zu spät im bett.

gelesen: die zeit der vergangenen woche
gehört:paardiologie weiter, aber nicht mehr mit demselben enthusiasmus wie auch schon.
gesehen: the crown staffel 3, folge 8, tagesschau

Donnerstag, 14. November 2019

voradventliches filzen

endlich* gab es wieder einmal einen kursabend in der werkstatt! mit zwei aufgeräumten frauen habe ich die bewährten schwemmholzengel und kleine engelchen, komplett aus filz, angefertigt. ein vorteil der wirklich sehr kleinen gruppe ist eben, dass spontan auch verschiedenes gefilzt werden kann.


und auch die kinder haben gefilzt! ein voller kurs, ein verspätetes kind, ein spontaner gast, so wurden aus acht angemeldeten kindern neun. anstatt umfilzter gläser gab es diesmal kleine filzkugeln, die mit einem led-teelicht beleuchtet werden. so können die kinder ihr windlicht auch wirklich bei sich im zimmer benutzen.

den engelkurs gibt es noch einmal, am mittwochabend 27.11. ist eine zweite gelegenheit adventsdeko, oder wie die beiden kursteilnehmerinnen sich einig waren, ganzjahresdeko, zu filzen.

winterlichte können am dienstagabend 3.12. in der werkstatt gefilzt werden. vorgeschlagen sind eigentlich die glaswindlichte, aber ich bin auch offen für andere wünsche!

 *die kurse laufen in diesem herbst wirklich schleppend - neben der ganzen umzieherei war einfach zu wenig zeit um werbung zu machen. dafür freue ich mich über reichlich besucherinnen in der offenen werkstatt. es wird gefilzt und ab und zu schaut auch jemand nur mal auf einen tee/kaffee oder ein paar informationen vorbei - genau so wie ich es mir gedacht habe! (für ganz spontane: morgen, 15.11. habe ich mir frei genommen, es findet keine offene werkstatt statt. am 22.11. und den folgenden freitagen geht es dann ganz normal weiter!)


Donnerstag, 28. März 2019

kursrückschau: tetra-vögel


gestern hatten die tetra-vögel sozusagen premiere. die tetraederform hat mich schon vor einigen jahren beschäftigt, während der filzausbildung am ballenberg habe ich im rahmen des spielmoduls viele, viele tetraeder gefilzt und eines meiner auch aus heutiger sicht besten filzobjekte gestaltet.
die vögelchen hatte ich schon vor noch längeren zeit einmal genäht. beide ideen zusammengebracht habe ich aber erst im vergangenen jahr - und in diesem frühjahr einen kurs daraus gemacht.

 
 mit nur zwei teilnehmerinnen hatte ich dann gestern auch ideale bedingungen, das konzept auszuprobieren. der kurs startet erst um 10 uhr - so dass vor einer mittagspause gerade gut zeit ist, einen filzvogel gemeinsam schritt für schritt herzustellen.


nach der mittagspause durften dann noch weitere vögel entstehen, mit kleinen varianten. als knackpunkt vor allem für nicht ganz so erfahrene filzerinnen haben sich die schwänze der vögel herausgestellt. für den nächsten kurs habe ich mir da aber schon etwas überlegt, wie ich es arrangieren kann, dass es da nicht immer wieder überraschungen gibt.

die nächste gelegenheit eine fröhliche vogelschar als frühlingsdeko in angriff zu nehmen ist am samstag 13.april, also gerade noch rechtzeitig vor der karwoche!
bei interesse finden sie den kurs hier auf meiner homepage filzquadrat.ch, es hat noch platz für 2 filzerinnen!

(und falls es noch nicht klar war, ja, das war hier jetzt werbung in eigener sache.)

Montag, 25. März 2019

woche 12 - 18.- 24.märz 2019

schon wieder eine woche voller termine, diesmal vor allem abends.

gestartet bin ich dann aber doch recht gemütlich am montag und habe ausser einer fahrt in die mühle nach scherz zum abholen eines riesigen sacks dinkelspelzen nichts gemacht, woran ich mich jetzt noch erinnern könnte.

am dienstag dann die gemüseverteilfahrt, mit vorherigem abpacken der gemüsekörbe, am dienstagnachmittag, dem einzigen freien nachmittag der tochter, mit ihr gelernt.

am mittwoch war ich dann mit der weihnachtsmarktkollegin frühstücken, die dorfweihnacht ist bis auf ganz wenige details jetzt abgerechnet, der rest des geldes, das wir über sechs jahre eingenommen haben, wird vorerst auf dem konto stehen bleiben, bis wir eine gelegenheit finden, ein projekt im ort zu unterstützen, das vielleicht ein wenig starthilfe braucht. viel ist es nicht, aber wir hätten uns in unserem ersten dorfweihnachtsjahr gefreut über eine finanzielle absicherung.
nachmittags dann büchertausch und danach in die werkstatt, um am kursprogramm für das kommende jahr zu arbeiten.

das kursprogramm hat sich überhaupt durch die ganze woche gezogen, blöderweise habe ich dann auch noch einmal alles bisher notierte verloren, weil ich vor einer fahrt von einem ort zum anderen das speichern vergessen hatte. das ist mir auch schon lange nicht mehr passiert. aber es hat auch fast die ganze woche gebraucht, bis mir gedämmert hat, dass ich für die zeit nach den sommerferien, für die ich ja noch keinen stundenplan der tochter habe, schlecht ganztagestermine für unter der woche festlegen kann, geschweige denn den tag, an dem ich die offene werkstatt weiterhin anbieten werde. also muss ich nur noch für mai und juni termine finden.

am mittwochabend dann noch die generalversammlung der gemüsegenossenschaft, für die ich mich als protokollführerin gemeldet hatte. die kontrovers diskutierten themen hatten wir schon bei einer ausserordentlichen generalversammlung im november abgehandelt, finanziell sieht es momentan gut aus bei der solidarischen landwirtschaft, die volle anzahl von 60 körben ist verkauft, es besteht sogar noch eine warteliste, also verlief der abend bis auf eine winzige kleinigkeit harmonisch. das macht natürlich so ein protokoll verhältnismässig einfach.

donnerstag wie immer vormittags einkaufen, frühes mittagessen mit der tochter und nachmittags offene werkstatt. viel besuch war nicht, aber immerhin waren die werkstattnachbarn da, unter anderem um einen auftrag abzuholen.
wieder vor allem schreibtischarbeit: ein angebot für die begleitung einer veranstaltung einer hochschule und das protokoll der gv.

am abend schnell nach hause und dann gleich weiter an die nächste versammlung, diesmal die des quartiervereins ennetraum. hier das komplette gegenteil zur routiniert durchgezogenen biocò-versammlung. bei jahresrechnung und budget wurde jede einzelne zahl verlesen und erläutert, und zwar mindestens zwei mal, auch wenn sich von jahr zu jahr wenig veränderung ergibt. dabei warteten alle anwesenden vor allem auf die letzten traktanden, in denen es um den umzug in einen neuen raum gehen sollte.
zur grossen überraschung aller beteiligten, auch des vorstands und der gemeindevertreter, hat sich die option eines umzugs vorerst komplett zerschlagen, da der vermieter der räumlichkeiten nicht kooperieren wollte. die verhandlungen liefen schon eine ganze weile, das endgültige aus aber kam erst am tag vor der mitgliederversammlung. nun ist eine art schwebezustand für den verein entstanden, das konzept für eine professionalisierung in neuen räumen steht, doch räume gibt es keine. unglücklicherweise wirkt sich das auch auf die beteiligung des vereins an der 200-jahr-feier des ortes aus. dementsprechend ging ich etwas verblüfft und enttäuscht nach der versammlung nach hause. 

am freitag haushaltsvormittag, mittagessen im katholischen kirchgemeindesaal bei der fastensuppe, und danach in die werkstatt für einen kindergeburtstag.
das wetter war wunderbar, die brauer von nebenan haben eine treppe auf den balkon vor den werkstätten gebaut und so konnten die kinder draussen feiern und drinnen filzen. anstatt der angekündigten sieben kamen neun kinder, aber in der werkstatt ist das ja kein problem. alles sehr lebhaft, zwischendurch musste ich ein bisschen druck machen, damit die gewünschten notizbuchüllen auch fertig wurden, aber am ende waren alle glücklich und zufrieden.

der grosse sohn und kai kamen zum feierabend in die werkstatt, einerseits dringend angefordert, da im eifer des feierns der sack mit dem dinkelspelt ein loch bekommen hatte und ich kein gutes klebeband zur hand hatte, andererseits um bei der benachbarten braufabrik baden ein feierabendbier zu nehmen. wir probierten diverses, ich ein american pale ale (lecker hopfig) und ein ingwerbier mit alkohol. es wird einem ja auch nicht leicht gemacht mit dem fasten.


der samstag war schon vor einiger zeit verplant, aber erst ab dem nachmittag, so dass mir am vormittag noch zeit dafür blieb, die beete auf der südseite des hause zu entunkrauten. der rhabarber wächst! hoffentlich können wir in diesem jahr, zwei jahre nach dem umzug an einen anderen standort, mal wieder anständig rharbarber ernten!  andererseits fiel mir auf, dass ich noch keine schimmer habe, was ich pflanzen will auf den beeten. noch nicht einmal die tomaten sind gesät.

am nachmittag dann nach zürich, zum off-cut. ich wollte material für die kinderwoche besorgen, aber ausser möglichen heftumschlägen für zu nähende hefte habe ich nichts gefunden. oder doch: für mich ein paar interessante materialien, mit denen ich ein bisschen herumexperimentieren kann. und eine schachtel für eine ideen-sammel-box.

die söhne, die uns begleitet hatten, verabschiedeten sich einer nach dem anderen, wobei der grosse uns noch zum piccolo giardino begleitete, wo wir in der sonne eistee trinkend den blick auf diese betonmauer genossen:


kai und ich liefen erst einen grossen bogen durch die stadt bis zum stadtteil werd, von da nahmen wir dann die strassenbahn auf die andere stadtseite, um im café des amis zum saisonabschluss miesmuscheln zu essen. beim nachhausekommen trafen wir die beiden söhne noch am risographen an, der in der vergangenen woche einzug in den keller gehalten hat. nach ein paar startschwierigkeiten druckt der nun meistens und wird fleissig getestet. ich kann also jetzt mein kursprogramm im haus drucken lassen! vorerst zwar nur in einer farbe, aber was will man mehr?!


sonntagmorgen frühstück in etappen, aber gemütlich. kai und ich machten einen ausgedehnten spaziergang über die schacheninsel oberhalb von brugg. die insel wird regelmässig überschwemmt und verändert sich immer wieder. ein grosser teil ist recht wild und die wege nicht immer gut sichtbar, aber verirren kann man sich kaum. wir gingen bis zur spitze der insel, wo wir noch nie waren, und folgten auf dem rückweg dem aarekanal am kraftwerk. auch hier hat es mittlerweile viele biber, die auch grosse bäume komplett tot genagt haben.


am nachmittag im garten zuerst einen sack repariert, dann einen korb im keller vergessene walnüsse geknackt. über dieser arbeit über allerhand nachgedacht und vom einen zum anderen gekommen. weil aber jetzt dieser blogpost mal fertig werden muss, kann ich das heute nicht mehr erläutern.

später abendessen aus ernteanteil und übrigen reis, den der mittlere sohn gerettet hat. danach noch familiensitzung und tatort.