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Montag, 2. Dezember 2024

wochenende - 1. advent 2024

was für ein wochenende! im prinzip habe ich an beiden tagen gearbeitet, und wenn mans genau nimmt, halt nicht nur im prinzip. 

am samstag haben wir gemütlich gefrühstückt, ein bisschen die kommende woche strukturiert, ich habe noch schnell die beiden vollkornbrote gebacken, die ich am freitagabend vorbereitet hatte und dann hat mich kai gegen zwölf uhr auf den weihnachtsmarkt nach oberrohrdorf gebracht. 

so, oder so ähnlich war mein ausblick nach dem aufbau die nächsten sechs stunden. und ja, genau, da steht niemand vor dem stand und schaut sich meine waren an, sondern es ist ziemlich leer. besucher hatte es schon auf dem markt, aber halt vorwiegend sehr scheue, die sich kaum einmal getraut haben, an meinem stand stehen zu bleiben. so wenig mit marktbesuchern gesprochen habe ich auch noch selten. nach dem eindunkeln habe ich dann immerhin ein bisschen was verkauft - standmiete bezahlt, und ein bisschen mehr. was mich mehr als die fehlenden einnahmen schmerzt, ist das geringe interesse oder die fehlende neugier auf neues. auch eine erfahrung. 

am sonntagmorgen wollte ich unbedingt stollen backen, damit wenigstens mal ein weihnachtsgebäck vorbereitet ist. also stand ich gegen sieben zum ersten mal und dann so ungefähr alle halbe stunde auf, um handgriffe am klassischen weihnachtsstollen zu erledigen. 



zwischendurch gab es ein gemütliches frühstück, anschliessend drapierte ich eine weihnachtsdeko in unser wohnzimmerfenster und kurz nach elf waren drei stollen fixfertig gebacken, gebuttert und gezuckert. 


um halb zwölf wurde ich nämlich im ennetraum erwartet (oder halt auch wieder nicht erwartet, da muss ich mich auch erst noch dran gewöhnen, an diesen nahezu italienisch anmutenden umgang mit zeitangaben) und dann ging es schlag auf schlag mit den vorbereitungen für einen nachmittag, an dem familien und kinder grittibänze backen konnten. 


 in zwei gruppen wurden 48 grittibänze geformt, verziert und gebacken. 

in der ersten gruppe gab es viele verschiedene slawische sprachen zu hören (eventuell habe ich eine konversationspartnerin für tschechisch gefunden) in der zweiten gruppe viel französisch. während die teigmännchen buken, konnten die kinder noch ein bisschen spielen und die erwachsenen kaffee trinken. 

mit anschliessendem aufräumen ging die ganze veranstaltung bis kurz nach sechs am abend - und anschliessend hätte ich gerne ein wochenende gehabt. anstattdessen geht es die kommende woche schlag auf schlag weiter mit einem auftrag, einem filzkurs und verschiedenen einsätzen im ennetraum. 

immerhin habe ich am freitag noch schnell die entstehende häkeldecke "sophies universe" fotografiert, vielleicht wollen sie ja sehen, wie ich vorangekommen bin: 

das ist der stand nach dem fünften musterchart oder nach 45 runden. (mit sonne am freitagmittag).


Mittwoch, 3. April 2024

noémi speiser - the manual of braiding und an annotated classification of textile techniques

seit ich ende 2010 im rahmen meiner abschlussarbeit für den bildungsgang filz damit begonnen habe, mich mit dem thema flechten auseinanderzusetzen, bin ich immer wieder auf den namen noémi speiser gestossen. oder vielleicht auch gestossen worden - wenn ich mich nämlich nicht ganz falsch erinnere, hat monika künti mich auf die textilforscherin aufmerksam gemacht. und beinahe schon so lange steht ihr erstes buch, das "manual of braiding" auf meiner bücherwunschliste. 

plakat aus der austellung in basel

nun ist in diesem frühjahr ein weiteres werk von noémi speiser erschienen, eine - oder soll ich besser sagen: die - klassifikation der textilen techniken. (freundlicherweise wurde mir die neuerscheinung "an annotated classification of textile techniques" für eine besprechung vom haupt verlag zur verfügung gestellt) 

vergrösserte skizze zu maibaumtänzen mit bändern

begleitet wurde die herausgabe des buchs von einer kleinen ausstellung in der galerie praxis in basel. leider konnte ich nicht zur buchvernissage dort sein, aber am folgenden wochenende haben wir einen ausflug nach basel unternommen, um einen blick auf die von noémi speiser hergestellten flechterzeugnisse und die ausgestellten skizzen von ihrer hand zu werfen. dabei musste natürlich auch noch "the manual of braiding" mit nach hause. 

ausgestellte beispiele von noémi speiser

und nun habe ich genügend anlass, mich einmal ein bisschen genauer mit noémi speiser und ihren beiden werken auseinanderzusetzen. zur person findet sich wenig, der wikipedia-eintrag wurde erst 2024 angelegt. 1926 als tochter des basler unternehmers ernst speiser in england geboren, kam sie bereits in den frühen 30er jahren mit ihrer familie in die schweiz. ihr vater entstammte einer angesehenen basler familie, war in leitender position für die bbc in baden tätig und politisch als ständerat aktiv. vielleicht ist die kleine noémi gar nicht so weit von meinem schreibtisch hier aufgewachsen. 

noémi speiser selbst absolvierte eine ausbildung für textilgestaltung an der kunstgewerbeschule in basel und brach eine lehre als handweberin aus gesundheitlichen gründen ab. so kam sie bereits früh in kontakt mit dem ethnologen alfred bühler, der ihr zugang zur bedeutenden sammlung von textilien im völkerkundemuseum, heute museum der kulturen in basel verschaffte. eindrücklich erzählt sie dies selbst in einem sehenswerten video, das 2018 anlässlich der ausstellung "stroh zu gold" für das museum der kulturen entstanden ist. ein bisschen bekommt man hier auch eine ahnung, wie sie an ihre forschungsobjekte herangeht. 

um einen einblick in ihre arbeit zu bekommen, lohnt es sich, das vorwort des 1983 im eigenverlag erschienenen "manual of braiding" zu lesen. (2018 vom haupt-verlag neu aufgelegt in der version von 1988).

hier erzählt sie von den 1971 begonnenen feldforschungen in japan, wo sie sich der lange ausschliesslich mündlich überlieferten tradition des "kumi-himo" widmete, indem sie einen händler solcher textilien begleitete. in den einführenden zeilen wird auch ihre grosse passion für ihr thema sichtbar. "besessen" nennt sie ihr kollege peter collingwood und hebt hervor, dass sie nicht nur überhaupt als erste sich mit den diagonalgeflecht auf einer klassifizierenden, beschreibenden und analysierenden ebene auseinandergesetzt, sondern auch das ganze zur beschreibung notwendige vokabular selbst erschaffen hat. ihr ist es zu verdanken, dass "braiding" (das deutsche flechten ist keine adäquate übersetzung) als eigene textile technik und nicht als defizitäre form des webens wahrgenommen wird. nicht nach ethnologischen kriterien und nach ihrer herkunft beurteilt sie ihre forschungsobjekte, sie sucht den überblick und findet die gleichen strukturen an vielen orten auf der welt.

in den ausführungen über die entstehung des englischen texts und das komplett mit schreibmaschine und von hand entstandene layout scheint aber auch die isolation der urheberin durch die zeilen. meinen blick auf die zahllosen, detaillierten illustrationen hat diese einführung noch einmal komplett verändert. noémi speiser will keine anleitung geben - und empfiehlt doch, das buch von vorne nach hinten durchzuarbeiten. 

im bild gut sichtbar: die von noémie speiser entwickelten "track-plans", in denen das geflecht quasi in der aufsicht dokumentiert ist

und es macht lust dazu. bereits auf den ersten seiten habe einige themen entdeckt, die mich bei der eigenen auseinandersetzung mit dem flechten immer wieder beschäftigt haben. vielleicht gibt mir das buch neuen input, mich mit lange liegengebliebenen überlegungen wieder einmal von einer ganz anderen seite zu beschäftigen. 

beim blättern - und zu mehr bin ich bisher nicht gekommen - bin ich auf ein kapitel gestossen, in dem sie ihre heransgehensweise für die analyse bereits fertiger flechtarbeiten erläutert, denn man darf nie vergessen, dass der grossteil ihrer analysen nicht aus der beobachtung des prozesses, sondern aus den rückschlüssen besteht, die sie aus den fertigen produkten gezogen hat. 

diesen analytischen blick weitet noémi speiser in ihrer "annotated classification of textile technologies" auf das gesamte spektrum textiler arbeiten aus. im vorwort weist sie hier auf die schwierigkeiten der arbeit mit stücken aus einer sammlung hin: "in a final structure the process is lost". sie selbst hatte bei ihrer feldforschung in japan das glück, beides zu bekommen: die fertigen stücke zur späteren, teils auch zerstörenden analyse, aber auch die möglichkeit zur beobachtung des entstehungsprozesses. aus einem fertigen objekt, erklärt sie, kann man zwar die struktur erschliessen, niemals aber den konkreten entstehungsprozess, denn verschiedene wege können zum selben ergebnis führen. deshalb ist es notwendig, sich immer bewusst zu sein, was man beschreibt, das objekt oder den prozess.

"fibers to threads then to textiles, cannot exist by themselves and always have to linked to the surroundings, this necessarily includes the world far away in time and space." kein textiler gegenstand existiert ausserhalb der ihn umgebenden bedingungen und kann ohne das studium derselben verstanden werden. 

 

ihre einteilung in drei überkategorien erschliesst sich (zumindest mir) nicht auf den ersten blick: 

1. arbeiten mit einem faden

2. das verarbeiten eines fadensatzes

3. das einarbeiten von fäden in einen vorhandenen fadensatz

weit tritt sie für ihre einteilung von den beschriebenen objekten zurück und diese distanz macht es, anders als im manual, manchmal schwer nachzuvollziehen, um was für eine art von textiler struktur es sich da überhaupt handelt, zumindest dann, wenn man diese wenig gut kennt. 

 

hilfreich war es für mich, einmal bis zum kapitel 1 B drawing loops through loops (schlingen durch schlingen ziehen) zu blättern. da geht es um eher vertraute techniken, das häkeln, stricken, tunesisch häkeln. die techniken haben viele  gemeinsamkeiten, zumindest aus dem analytischen blickwinkel von noémi speiser. der arbeitsfaden ist unlimitiert, während der arbeit bleibt mindestens eine ungesicherte schlinge stehen und man kann durch ziehen am arbeitsfaden das werkstück wieder auflösen. 

zum herstellen kann man die finger nutzen, oder spezielle vorrichtungen wie eine strickliesel oder ein strickbrett. bei der differenzierten betrachtung von stricken und häkeln untersucht sie dann nicht nur die notwendige körper- und handhaltung, die arbeitsrichtung und den weg des garns, sondern auch die möglichkeiten, wie die maschen weiterverarbeitet werden und wie durch varianten muster entstehen. ein erfrischender blick auf eine selbstverständlich gehandhabte technik.


bei den weniger vertrauten techniken helfen die eingestreuten "specific cases" zu verstehen, wie die einteilung in die kategorien und subkategorien erfolgt. 

die zeichnungen stammen bis auf ganz wenige ausnahmen wieder aus der hand von noémi speiser selbst und sind auf eigentümliche art und weise gleichzeitig ärgerlich vage und ungeheuer illustrativ - so kann man an manchen stellen mit den augen der zeichnenden hand und damit auf eine art auch dem denkenden und analysierenden verstand dahinter folgen. 

noch weniger als das "manual" ist die "annotated classifikation" ein arbeitsbuch, oder enthält gar anleitungen. die anziehungskraft der die objekte, prozesse und zeichnungen beschreibenden texte besteht in der distanzierten einordnung und der sprachlichen genauigkeit, die gelegenheit gibt, selbstverständliches und alltägliches neu zu durchdenken. und dabei zu erkennen, welche grossartige leistung der menschheit die vielfalt der an so viele verschiedene zwecke angepassten textilen techniken darstellt. 

vielleicht ein buch für beide: liebhaberinnen von text und textil.


Freitag, 24. Januar 2020

23. januar 2020 - nichtstun im beginner level

nach einer schlechten nacht - die rippe tut nach drei tagen kurs mit viel stehen wieder deutlich mehr weh - früh aufgestanden mit der tochter, gefrühstückt, gebloggt und herumgetrödelt, dann noch ein kurzes telefonat mit meiner mutter bis ich zum jährlichen gynäkologinnentermin starten musste. soweit alles gut, laborergebnisse kommen wegen skiferien später.
danach nach hause, weil das wetter so gar nicht zu irgendetwas anderem einlud, und weil ich mir einen tag nichtstun verordnet hatte, habe ich mir erstmal eine tasse tee gekocht und bin ein bisschen durchs internet gewandelt.

zwei dinge habe ich ihnen mitgebracht:

*  herr rau möchte gerne seine lehrerkollegen ein wenig herausfordern und ihnen wie seinen schülern und lehramtsstudenten ein paar aufgaben, die sich mit digitalen werkzeugen lösen lassen, stellen. und ich möchte ihm zurufen, nur zu! macht den lehrern mehr mut, sich mit solchen dingen auseinanderzusetzen. damit nie wieder ein word-dokument mit hilfe der leer- und der eingabetaste formatiert werden muss und das auch nie wieder jemand so an die schüler weitergibt!
und probieren sie den link zu den aufgaben unbedingt selbst aus, das macht richtig spass!

* brand eins hat einen text aus der finanzwelt in einfache sprache übersetzt. vielleicht möchte man es gar nicht so genau wissen, denn aus dem finanzgeschwurbel kann man ja allerhand herauslesen, vielleicht sogar positives, der text in einfacher sprache sagt ganz klar:
Wie wird es weitergehen?
Das wissen wir nicht.
Wer bestimmt wie es weitergeht?
Das bestimmt vor allem die Wirtschaft.
In Europa und in der Welt.
Was wissen wir sicher?
Irgendwann geht es der Wirtschaft schlechter als zuvor.
Das war immer so.

 dann hatte ich genug herumgefault und habe noch vor dem donnerstäglich späten mittagessen die teile für einen kapuzenpullover zugeschnitten.

zum mittag mit der tochter reis und linsengemüse, danach den geretteten kuchen.

nach dem essen erstmal noch eine runde lesen, unter der bettdecke, weil die heizung, tagelang ohne sonnenunterstützung, nun doch mit der grossen fensterfläche zu kämpfen hat und es nicht mehr so richtig warm wird im haus.

den kapuzenpullover hätte man richtig schnell nähen können, da das material, eine art strickwalk, nicht versäubert werden muss. ich habe mich dann aber dafür entschieden, alle nahtzugaben getrennt noch nach hinten zu nähen. ein bisschen hadere ich noch mit der blaugrauen farbe, es hätte den stoff auch in petrol gegeben, aber die letzten beiden kapuzenpullis haben schon dieses farbe. andererseits stelle ich mir vor, dass er perfekt zu unserer reise nach cornwall im april passen wird. grosse reisevorfreude!

ein relativ aufwändiges menu hatte ich mir auch noch vorgenommen: schwarzwurzel-pilz-gemüse mit hirseküchlein nach meret bissegger. die hirse musste der sohn erst noch mitbringen, aber die schwarzwurzeln garte ich ungeschält im dampfgarbackofen, danach lassen sie sich deutlich besser schälen. und gemüsegaren im dampfbackofen ist eine feine sache - das weiss ich jetzt auch. geschmeckt hat es allen eher wohl so mittelgut, es gab keine lobenden kommentare. aber auch keine kritik und das ist bei schwarzwurzeln ja schon genug gelobt.

am abend noch ein bisschen in der aktuellen zeit gelesen, bis kai nach hause kam, der sich zum musizieren verabredet hatte, war ich schon im bett.

gelesen:
- terézia mora, alle tage
gehört:
- nur 30 minuten, die folge über messengerdienste - hörenswert - aber ich konnte auch hier keine antwort auf die frage finden, wie ich von whatsapp wegkomme, wenn gefühlt wirklich ALLE menschen, die ich kenne, nur whatsapp benutzen wollen.
- paardiologie, folge 31 (es geht also doch weiter, aber wenn die sich weiter so zerfleischen, will ich das nicht mehr hören)

Mittwoch, 7. März 2018

die vergangene woche

gerade habe ich mit schrecken festgestellt, dass ich eine woche lang den blog vergessen hatte. fotos auf dem fotophon sind auch nahezu fehlanzeige, die speicherkarte von der dslr  steckt noch im laptop vom letzten übertragen der fotos, da brauch ich also garnicht erst zu suchen...

eins hab ich dann doch noch gefunden:


 die ergebnisse des kinderfilznachmittags am vergangenen mittwoch. eine bunte truppe hat schlangen ge- und bleistifte umfilzt. dazu gäbe es zu sagen, dass es relativ anstrengend ist, zwei verschiedene filztechniken aufs mal zu erklären, denn die stifte und die schlangen sind zwar beide lang und dünn, werden aber unterschiedlich gemacht. ausserdem sind die grösseren schlangen einfacher zu filzen, weswegen ich im wiederholungsfall diktatorisch die grösse der schlangen bestimmen werde. (wenn ich es nicht vergesse oder ein kind herzerweichend eigene ideen reklamiert, wobei man in letzterem fall mit mir immer leichtes spiel hat...)

donnerstag habe ich grossaufräumen in der werkstatt gemacht, nicht nur die vergleichsweise überschaubaren reste des kinderfilzens sondern auch zwei riesige säcke geschenkter wolle, die zwei nächte bei tiefsttemperaturen überstanden hatten, wollten einsortiert werden. spannende sachen kamen da zu tage, aber das meiste (vor allem kammzüge) kann ich gut gebrauchen, danke liebe kollegin! als ausgleich für die gratiswolle werde ich den kindern vom kinderferienpass surbtal die wolle fürs blumenfilzen spendieren.

freitag war ich fleissig, zuerst zuhause, dann bei der offenen werkstatt. wobei ich jetzt endlich mal bei der verwaltung des industrieareals nachfragen muss, warum neuerdings alle türen schon vor fünf geschlossen werden. raus kann man ja immer, aber rein nur noch wenn man mich vorher anruft, was relativ doof ist, wenn ich an dem tag "offene" werkstatt habe.

und samstag war ich schon früh im dienste der filzerei unterwegs - nach chur zur generalversammlung der filzszene. immer schön, allerhand filzerinnen zu treffen, den berichten zu lauschen, wobei es nicht so spannend war, weil ich beim grösseren teil der aktivitäten dabei war, zum beispiel am auftritt an der creativa im letzten herbst. im nächsten jahr gibt es auch wieder neben dem lehrgang viel zu tun!


die weiterreise von chur aus wurde besonders stilvoll. nicht dass die sbb jetzt die abteile dekorieren würde, ich durfte tischdeko mitnehmen! nach der gv ist es jetzt schon fast tradition noch einen abstecher nach glarus zu machen, zu einem besuch bei frau gugus. diesmal handarbeiteten wir gemeinsam, und ich muss jetzt aufpassen, dass ich nicht eingeholt werden beim stricken des vertices unite tuchs von westknits. nach einem leckeren abendesse  brachte mich um viertel vor elf der letzte zug aus dem glarnerland nach hause.

sonntag war ein zuhausetag, aber trotzdem kein rechter ruhetag. wir stecken momentan in der einladephase für ein grösseres fest, die einladungen konnte ich sonntag drucken und montag haben wir sie fertig adressiert, jetzt warten sie darauf, dass sie morgen jemand zur post bringt oder austrägt.

montag und dienstag habe ich in der werkstatt noch ein bisschen den taschenkurs für den kommenden samstag vorbereitet, eine nette kleine tasche ist entstanden, die farben sind nicht meine, aber es sollte ja auch eher ein prototyp sein. und ich konnte während der arbeit daran noch einmal prima alle schritte für die planung und berechnung der geflochten-gefilzten taschen nachvollziehen und gestern in relativ knapper zeit einen strukturierten leitfaden zusammenstellen. der wird nun an den kommenden wochenenden getestet und kommt dann im sommer in soltau am filzkolleg zum einsatz. zu den kursen schauen sie einfach mal auf der filzquadrat-seite nach, wenn sie das interessiert. 

heute habe ich dann das nächste lehrgangsmodul vorbereitet, das steht anfang der kommenden woche auf dem plan, aber heute war der letzte tag um daran zu werkeln, wenn ich das nicht am sonntag tun will...

in diesem sinne und ohne weitere selbstbeweihräucherung lesen wir uns vermutlich erst nächste woche wieder.

Montag, 30. Oktober 2017

fischhandschuhe


eine kleine zwischenarbeit, meine hauptstrickstücke sind momentan ein bisschen zäh. ausserdem kann man handschuhe jetzt schon ganz gut gebrauchen, gearbeitet nach der anleitung goldfish mittens und da nicht für ein kleinkind einfach mit nadelstärke 5,5 anstatt 3,25 - so passen sie mir!

Donnerstag, 28. September 2017

der garten im september

oh, ich hab den garten im august verpasst! dafür gibt es jetzt den garten im september, spät zwar, aber es ist immer noch einiges los im garten, wenn ich das richtig erinnere, eher mehr als im august.


einzelne tomaten tragen immer noch früchte, die auch ausreifen. insgesamt war das tomatenjahr nicht gut, zu viele sorten, die zu fäule neigten, eine sorte, die vor allem grün produziert und eine, die bereits im juni das blattwachstum eingestellt hat. im nächsten jahr werde ich weniger verschiedene sorten setzen und vielleicht mal wieder auf profisaatgut zurückgreifen.

andere tomatenpflanzen erfreuen uns immerhin noch mit blüten! (das sind die blüten der grossen, gegliederten fleischtomaten, es sind nicht direkt ochsenherzen, sondern eher eine mischform mit den russischen tomaten, die wir auch mal hatten, die farbe ist typisch ins rosafarbene spielend).


 und die walderdbeeren schenken uns zum herbst hin nocheinmal richtig viele früchte. sie schmecken zwar nicht mehr so toll, aber zum naschen sind sie immer noch gut geeignet. die himbeeren kann ich zudem fast jeden zweiten tag beernten, zweimal haben wir schon eis gemacht. die kleine mengen friere ich immer ein und sammle so, bis richtig was zusammenkommt!


basilikumblüten. eigentlich als zierpflanze gekauft, riecht der strauch auch noch lecker. gegessen haben wir noch nichts davon, wir haben aber auch genug basilikum sonst. (und dafür kaum tomaten.)


 bei den dahlien habe ich dieses jahr eine sorte mit kleine blüten erwischt, dafür blühen sie völlig unbehelligt von regengüssen und ähnlichem vor sich hin.


 und immer mal wieder geht auch bei der mexikanischen sonnenblume eine knospe auf.


 auch gekauft: herbstastern und nelken, die schon das ganze jahr über mehr oder wie zur zeit weniger blühen.


 im oberen beet blühen jetzt endlich die blumen, die die tochter noch gesät hat: astern...


 ... und zinnien.


 überall hat es noch knospen und da es die nächsten tage ja warm bleiben soll, erwarte ich einen fulminanten blütenherbst.


 nur die herbstanemonen haben wohl ihre besten zeit hinter sich, sind aber auch als fruchtstand noch schön.


 überhaupt: hagebutten,


 bunte blätter... 


 und haselnüsse sind auch sehr schön.


 so unterschiedlich kann salbei blühen. oben schokoladen- unten ananassalbei.


und zum abschluss der heutigen fotosession gab es noch einen zwetschgencrumble im garten. angerichtet mit den neuen, sehr praktischen topflappen, die allerdings farblich weder mit dem tisch, noch mit den neuen tellern oder mit der tasse harmonieren. eigentlich harmonieren sie mit nix in unserer küche - was mich beim auswählen dieser farbkombi geritten hat, weiss ich auch nicht. aber, wie gesagt: praktisch. 



Dienstag, 12. September 2017

12 von 12 im september 17

gefühlt war ich schon eine halbe ewigkeit bei keinem 12 von 12 mehr dabei. heute morgen sah es dann auch zuerst mal so aus, als würde mir das wetter einen strich durch die rechnung machen, denn es war ziemlich dunkel und regnerisch. 


aus diesem grund wechselte ich vom frühstücks- mehr oder weniger nahtlos an den schreibtisch und kümmerte mich um eine sache, die ich längst hätte angehen sollen... nachdem wir konzept und zeitplan des filzlehrgangs gründlich umgemodelt haben, sollte sich das auch im informationstext auf der homepage der filzszene niederschlagen. nun habe ich heute morgen den anfang gemacht und einen vorschlag als grundlage für die weitere diskussion geschrieben.


zwischendurch bemühte ich mich um einen zwischenstand in sachen veloreparatur. zugesagt wurde mir das überholte velo für den 4. september, nur leider war es heute immer noch nicht wieder in der filiale angekommen. als kai im frühjahr seines dort hatte, hatte das alles so gut funktioniert... am donnerstag soll es so weit sein - glücklicherweise habe ich ja noch das e-velo, aber lieber fahre ich normale strecken ohne lastanhänger mit meinem normalen fahrrad.


weil ich sowieso gerade am schreibtisch sass, blätterte ich noch ein bisschen im insektenbuch, bei müllerin art sind im september insektenmuster gesucht, hier haben die insekten selbst gemustert, vielleicht könnte ich das ja auch? oder vielleicht lässt sich ja irgendwo ein angenagtes stück holz finden und damit drucken?


passend dazu brachte der briefträger den letzten sonnengruss von tabea. damit ist die sommerpost leider auch schon vorbei!


andererseits ist es aber auch schön, die ganze pracht einmal am stück zu sehen, dazu habe ich alle hier angekommenen stoffe einmal an die wand gepinnt. ihr denkt, ihr findet tabeas stoff nicht wieder? es ist der unten in der mitte, er ist zweiseitig! bei ihr muss die sonne wohl ein bisschen grosszügiger gescheint haben... nun frage ich mich natürlich, was mache ich mit diesen kostbaren stoffstücken? die meisten sind ja nicht dafür gemacht zerschnitten zu werden, sondern wirken am besten am stück, andererseits würde ich sie gerne in einen zusammenhang bringen, also nicht einzeln verwenden. und wie integriere ich einen doubleface-stoff in was auch immer man aus diesen stoffen nähen könnte. ich glaube, momentan bleiben sie an der wand, da sehen sie schon sehr gut aus!



 auf dem schubladenschrank habe ich die begleitpost gesammelt, daneben das, was mich letzte woche so umtrieb: ein fanzine aus dem fantocheshop und ein ostervogel, der von der fotoaktion übrig geblieben ist.


nach dem mittagessen lockte mich die sonne in den garten, ich musste noch einen teil hecke roden, damit ich den heckenschnitt morgen häckseln lassen kann. dabei schaute ich mal ins hochbeet und fand diese kugeligen minirüebli, die sich extrem lang zeit gelassen haben mit dem wachsen. ich glaube, denen ist es in meinem abgesackten hochbeet viel zu dunkel.


 es lässt sich kaum mehr übersehen, es herbstelt. das blatt flog mir sozusagen vor die nase.


die gurke hat es noch nicht bemerkt. sie treibt und treibt immer wieder neue blüten und auch noch früchte. ob die wohl noch reifen können? ein teil der blätter ist schon auf dem rückzug, hoffentlich reicht die kraft der restlichen aus, um noch ein, zwei gurken reifen zu lassen.


irgendwann fing es wieder an zu regnen und ich zog mich mitsamt kamera in den keller an den filztisch zurück. hier lag noch ein gestern begonnenes stück filzstreifen in blau, mit pinken details. ich filzte noch ein bisschen daran herum, die gewünschten masse waren noch nicht ganz erreicht.
für den auftritt der filzszene an der creativa brauchen wir viele, viele filzstreifen, die die besucher auf unser angebot aufmerksam machen sollen - und die sollen alle einheitlich 10 zentimeter breit sein. ich nutze die herstellung der filzstreifen zum ausprobieren neuer techniken, im bild eine idee von charlotte sehmisch.


 und dann kam doch noch mal die sonne raus und schien an eine ganz ungewöhnliche stelle. vielleicht hat sie sich auch in der scheibe des nachbarhauses gespiegelt, auf jeden fall mag ich diese abendstimmung auf dem fensterbrett.


und die auf dem esstisch nach dem abendessen: es ist wieder zeit kerzen anzuzünden und bei einer tasse kaffee das strickzeug hervorzukramen, das über den sommer schmählich vernachlässigt wurde. ich musste sogar die anleitung noch einmal lesen, denn so genau wusste ich nicht mehr, was ich da machen muss, obwohl ich schon ein ganzes stück gestrickt hatte. 
sicher haben wieder ganz viele ihren tag fotografiert und erzählt und bei draussen nur kännchen verlinkt.immer wieder schön, dort alte und neue blogbekanntschaften wiederzutreffen.

Samstag, 12. August 2017

glasherstellung und glasmuseum in novy bor

die glasherstellung in novy bor kannten wir schon von länger zurückliegenden besuchen. zum ersten mal aufmerksam geworden sind wir auf die glasmacher in novy bor durch einen zeitschriftenartikel, das muss etwa im jahr 2002 gewesen sein. unser erster besuch dort war im november, in welchem jahr weiss ich nicht mehr. neben dem glasmuseum besuchten wir damals schon die firma egermann und konnten in der produktion den glasbläsern direkt am glasofen bei der herstellung von glasobjekten zuschauen. 
als wir in diesem jahr nach längerer zeit wieder einmal ins lausitzer gebirge fuhren, fragten wir uns, ob es wohl immer noch möglich sein würde, eine glasbläserei zu besichtigen und rechneten schon ein wenig damit, dass wir mit einer schauglasbläserei vorlieb nehmen müssten. 
beim besuch im glasmuseum erkundigten wir uns wie schon vor vielen jahren nach möglichkeiten zum einblick in die produktion... und bekamen zu unserer verblüffung wieder die adresse von egermann genannt.  es gibt jetzt zwar auch noch andere firmen, die rundgänge anbieten, wir wollten es aber zuerst dort versuchen. 
das firmengelände fanden wir kaum verändert vor, aber wir hatten noch kaum den empfang betreten, als wir schon willkommen geheissen und eine führung für uns angeboten wurde. durch schleiferei qualitätskontrolle führte uns eine junge frau zum glasbläserofen. (die bilder habe ich umgedreht, weil sie so besser den prozess verfolgen können, den das glas durchläuft.)


 im ofen wird die glasmasse geschmolzen und auf der richtigen temperatur gehalten, bis der glasmacher mit hilfe der glasmacherpfeife, einem langen metallrohr einen klumpen davon entnimmt. 

 
die hohlform wird erzeugt, indem der glasbläser luft in die masse bläst, zwischendurch wird das noch glühende glas immer wieder mit holzformen in form gebracht.


 hier durfte die tochter aufs podest der glasbläser und es auch einmal versuchen. am anfang ging es wohl ziemlich schwer, als die wand dünner wurde immer einfacher.



 das glas erhält auf vielfache weise seine form, zum beispiel indem es in einen metallkorb gedrückt und anschliessend an den rändern eingeschnitten wird.



 oder indem man es direkt in eine form aus holz bläst. das holz wird ständig nass gemacht - dabei arbeiten die glasbläser immer in kleinen gruppen: einer holt die glasmasse aus dem ofen, einer bläst sie ins form, ein weiterer kümmert sich um die holzform und zum schluss gibt es noch einen, der die fertigen stücke wegbringt.


hier wird gemessen, ob der durchmesser stimmt.

 und hier ein stiel oder griff angesetzt. man kann die zähe glasmasse auch schneiden.


am ende des formprozesses sind die glasobjekte immer noch mehrere hundert grad heiss und müssen langsam in diesem ofen abgekühlt werden. danach gibt es eine qualitätskontrolle und die gläser wandern weiter in die schleiferei.


hier erhalten die gläser ihren geraden rand, dabei wandert manchmal überraschend viel wieder zurück in den glasofen und wird wieder eingeschmolzen.


die weitere verarbeitung des glases geschieht bei egermann in einem anderen werksteil, den wir nicht besichtigt haben: hier wird das glas geschliffen, bemalt und zum teil vergoldet.
dabei entstehen nicht unbedingt glasobjekte, die unserem geschmack entsprechen, aber spannend war es allemal! schauen sie doch mal hier, wie die fertigen sachen bei egermann so aussehen. auf der suche nach der internetseite ist mir aufgefallen, dass egermann auch shisha-gläser herstellt, im abkühlofen kann man sogar welche entdecken! 

auch im glasmuseum von novy bor gibt es ganz unterschiedliches zu sehen, fotografiert habe ich vor allem, was ich schön fand, ober beeindruckend. 


die ausstellung ist fest verbunden mit der glasmacherschule in novy bor, die es bereits seit dem ausgehenden 19. jahrhundert gibt. die meisten ausstellungsstücke sind von glasmachern selbst gestiftet worden.
gleichzeitig sind die technischen prozesse der glasherstellung und -bearbeitung sehr anschaulich dokumentiert. so haben wir den unterschied zwischen geschliffenem und graviertem glas kennengelernt und eine spezielle erfindung von bedrich egermann, das gebeizte glas. beispiele dafür sieht man oben rechts (das gelbe) und unten (die roten flächen): dafür werden beizen auf das glas aufgetragen und bis zu dreimal eingebrannt, wobei das glas seine farbe nach jedem brennvorgang ändert. in die dünne schicht kann später ein muster eingeschliffen werden, was sehr schöne effekte ergibt. unten ein modernes beispiel...


 auf dem nächsten foto sieht man mehrschichtiges hüttenglas. hüttenglas wird das glas genannt, das seine wesentliche gestaltung direkt aus dem glasmacherofen heraus erhält.


 ausgestellt ist auch eine komplette glasschleiferwerkstatt, mir hatte es das skizzen- oder entwurfsbuch angetan, sieht ein bisschen aus wie zentangles, oder?


 im jugendstil gab es sogar bemaltes glas, das mir gefallen könnte. speziell sind auch immer wieder kombinationen aus sämtlichen verschiedenen techniken... wobei es dann schnell man zu viel des guten wird.


insgesamt ein lohnender besuch, und es lässt sich auch beides an einem tag kombinieren, wenn man beachtet, dass führungen bei egermann nur unter der woche am vormittag möglich sind und das glasmuseum am montag geschlossen hat!