Sonntag, 13. September 2026

12 von 12 im september 2026

 die erzählung des restlichen urlaubs muss noch ein bisschen warten - hier schon mal ein kleiner vorgeschmack eines ferientags im tschechischen teil des lausitzer gebirges - im rahmen der von frau kännchen gehosteten blogaktion "12 von 12":


 heute ist wandertag! rund um unsere unterkunft gibt es ein paar wanderwege, und einen davon haben wir uns heute vorgenommen. der rundwanderweg riedlův okruh ist nicht durchgehend markiert, aber in der karte gekennzeichnet und bietet uns den vorteil, dass wir quasi direkt an der haustüre einsteigen können. 

wir wohnen im oberen ortsteil von prysk, einem strassendorf, das sich über mehr als 4 kilometer durch ein tälchen mit bach zieht. wir starten mit einem anstieg auf den unseren ferienhaus gegenübergelegenen hang (bisher haben wir vor allem das gebiet hinter dem ferienhaus erkundet). 

gleich treffen wir auf die ersten für diese gegend so typischen felsen. 


unser weg verläuft auf einer alten strasse - er ist teils mit den überall neben dem sandstein vorkommenden basaltsteinen gepflastert, teils verläuft er auf einem extra angelegten damm - ganz eindeutig hat man damit versucht, die steigung gleichmässig und moderat zu halten. 


an vielen stellen ist der weg auch von alten bäumen gesäumt, der bergahorn schaut uns ein bisschen verkniffen an, 

 

wir kommen auf eine grosse weide, und haben ausblick auf die umliegenden berge, hier auf den střední vrch, den mittleren gipfel. unterwegs passieren wir zwei bäume, die zur erinnerung an die ereignisse des 17. november 1989 gepflanzt wurden, an dem ein studentenprotest, der an die schliessung der hochschulen im land durch die nazis 50 jahre zuvor erinnern wollte und freiheit für die aktuell studierenden forderte, vom tschechischen militär niedergeschlagen wurde - der letzte protest der auf diese weise unterdrückt wurde und direkt zur samtenen revolution führte. (ich schrieb es schon mal: in tschechien kann man quasi keinen fuss vor die türe setzen ohne mit geschichte konfrontiert zu sein.)


 dort am waldrand machten wir die erste rast und nutzten die gelegenheit über die ereignisse des jahres 1989 nachzulesen (ich hab das auch nicht immer alles parat). 


 im wald ging es wieder bergab und wir begegneten gleich den ersten fliegenpilzen - kai hat sich ein bisschen ins thema pilze eingearbeitet und so wissen wir, dass dort, wo die auffälligen roten kappen mit den weissen flecken sich zeigen, auch gut steinpilze gedeihen können. nur ist das die konkurrenz gross - im wald trifft man permanent menschen mit körben, stofftaschen, papiertüten und sogar plastiksäcken, prall gefüllt mit pilzen. 


 und tatsächlich wurden wir auch fündig, fast direkt am wegesrand fanden wir steinpilze - wir vermuteten, dass die einheimischen sammler*innen hier abgekürzt hatten und so gar nicht vorbeigekommen waren... am ende hatten auch wir ein halbes säckchen pilze beisammen. allerdings sahen wir unterwegs mehr als einmal, dass wir sehr, sehr wählerisch sind - in tschechischen körbchen finden sich viel mehr alte und riesige exemplare, auch reichlich angefressenes, das wir lieber stehenlassen. überhaupt sind wir sehr, sehr kritisch und nehmen nur das, was wir ganz sicher bestimmen können, wobei wir bisher nur zwei sorten gut genug kennen, den parasol und den steinpilz. 


 nach dem abstieg ging es wieder hinauf, wir umrundeten den mittleren gipfel auf der talabgelegenen seite und schauten beim vespern dort auf einem umgefallenen baum in richtung norden weiter ins lausitzer gebirge hinein. immer wieder fällt mir die ungeheure vielfalt der im wald vertretenen bäume auf - wir sassen direkt vor einer aufforstungsfläche mit tannen, fichten, lärchen, kiefern (offensichtlich verschiedene sorten), dazu buchen, birken und erlen. auch die bereits bestehenden wälder sind vielfältigst und wir sahen unter anderem alle mir bekannten ahornsorten und neben stiel- und traubeneichen auch sehr alte exemplare von roteichen. 


 zurück ins tal ging es entlang von alten buchen und eichen. 


 und vorbei an der riedel-höhle. die allerdings ist abgesperrt. ich bin auch eher nicht so sicher, ob es sich wirklich um eine höhle handelt, denn eigentlich sieht das, was man vom eingang her sehen kann, eher nach einem von menschenhand geschaffenen stollen aus, was auch gut zum schild am eingang passt, das als entstehungzeit der höhle das 19. jahrhundert angibt. der sandstein lässt sich relativ einfach bearbeiten und solche stollen und keller finden sich überall in den felsen rundherum. 

nun überquerten wir das tal und die strasse - und das glück bescherte uns an dieser stelle des orts einen kleinen einkaufsladen mit einer gut gefüllten truhe mit eis - auf der bank der gegenüberliegenden bushaltestelle machten wir rast und assen unsere hörnchen mit pistazieneis - bevor es wieder den berg hinauf ging. 


 diesmal gab es noch ein paar beeindruckendere felsen zu sehen. 


 und einen kreuzweg mit einer kleinen kapelle direkt im fels. 

danach hätten wir noch über den berg direkt zurück zu unserem ferienhaus laufen können, da wir da aber schon zweimal auf verschiedenen wegen durchgelaufen waren, entschieden wir uns für den weg im tal, die meixnerova stězka, für die restlichen rund zweieinhalb kilometer rückweg. 

knapp dreizehn kilometer waren wir unterwegs, allerdings mit reichlich bergauf und bergab, dazu noch viel zeit mit pilzesuchen und in die gegend schauen (auch viel auf die karte - eine durchgehende markierung wäre noch hübsch gewesen) und einigermassen hungrig und müde. deshalb brachte kai nur kurz unser gepäck ins ferienhaus und ich ging schon mal voraus zum kiosk am badeweiher, dem einzigen gastronomischen angebot im ort, wo man allerdings so schlecht nicht essen kann. 


 kai hatte einen gebratenen käse, ich gebratene tvaruski (kleine mährischen käslein) - ein supertypisches tschechisches einfaches essen. 


 und ganz zum schluss muss ich ihnen noch zeigen, was ich unterwegs gefunden habe (auch wenn ich damit die zwölf bilder definitiv überziehe...) die gegend hier ist für ihre glasherstellung bekannt, heute in grossen fabriken, früher auch oft in kleinen betrieben, die sich überall in den orten verteilten. so kann man auch heute noch überreste von dieser glasproduktion finden, scherben, abgebrochen teile und häufig auch glasschlacke, die beim abbau der öfen übrigblieb. 

mehr zur glasherstellung dann, wenn ich dazu komme, über unsere ganzen ferien zu schreiben - mit diesem bericht von einem schönen wandertag geht es nun ganz schnell zur von caro... 

mehr 12 von 12 aus den vergangenen jahren: 

12von12 im september 2025 

12von12 im september 2024 

12von12 im september 2023

12von12 im september 2022

12von12 im september 2021

12von12 im september 2019 

12von12 im september 2018 

12von12 im september 2017

12von12 im seotember 2016

 

 

 

 

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