Samstag, 15. Januar 2022

14. januar 2022 - dazwischen

der januar fühlt sich schon richtig lang an, was vor allem daran liegt, dass in der werkstatt einiges los ist. so viele filzkurstermine hatte ich noch selten in einem monat. dazu kommen aufträge, kostenvoranschläge, das filzbaukastenmodul am monatsende. auch die offene werkstatt blieb heute nicht einsam, insgesamt kamen drei personen. 

das ist an und für sich ja sehr erfreulich und lässt befürchtungen für ein schlechtes geschäftsjahr erst gar nicht aufkommen - grob überschlagen hätte ich, wenn alles bis heute angefragte beauftragt und alle gebuchten kurse stattfinden können, schon die miete für das ganze jahr "auf sicher" - und fühlt sich angesichts der coronanachrichten trotzdem immer ein bisschen surreal an. 

sind wir wirklich auf dem weg in ein zusammenleben mit corona? und was bedeutet das für uns? jedenfalls sehr wahrscheinlich nicht, dass alles wieder wird wie es einmal war, fasst silke jäger bei den krautreportern zusammen. 

der tag war freitägliches einerlei, morgens im haushalt ordnung schaffen, mittags dann in die wunderschön sonnige werkstatt, wo ich zuerst die reste des gestrigen finkenfilzens wegräumen musste, die besucherinnen kamen glücklicherweise nicht pünktlich um zwei uhr. 

das parkplatzmanagement im areal wird angepasst, die gebührenpflichtigen zeiten werden ausgeweitet, in zukunft lohnt sich eine tagesparkkarte schon ab drei stunden aufenthalt. ich werde also mehr tagesparkkarten verkaufen, was einen blöden zusätzlichen aufwand kreiert. 

beim gestrigen finkenfilzkurs habe ich wieder einmal gesehen, dass meine vor jahren erstandenen styroporschuhformen nicht wirklich sinnvoll einsetzbar sind, ich habe mich jetzt nach alternativen umgesehen und zwei paar schuhleisten bestellt, erst mal zur probe, später dann vielleicht mehr davon. das hausschuhe-machen wird mich vermutlich schon noch eine weile begleiten. 

spät am abend dann noch eine schlechte nachricht: aufgrund der pandemiesituation und der verlängerung der massnahmen (keine ahnung welche das sind) in bayern wird die filzbegegnung im kommenden märz abgesagt. ich hätte mich gefreut, nicht nur auf die ewig lange zugfahrt quer durch süddeutschland, sondern mehr noch auf ein paar tage mit filzkolleginnen aus allen ecken des deutschsprachigen raums. schade.

Freitag, 14. Januar 2022

13. januar 2022 - finken filzen

heute bleibt es ruhig im blog, ich war den ganzen tag in der werkstatt und habe zwei menschen zu neuen warmen filzhausschuhen verholfen. 

für mich ist es spannend, wie menschen mit den herausforderungen eines solchen intensiven filztags umgehen. gerade bei den hausschuhen weise ich immer darauf hin, dass es zum ende hin anstrengend wird und es ein bisschen durchhaltevermögen braucht. ich rate zu kleinen pausen zwischendurch, ermutige, motiviere, sporne an - und greife auch mal zu selbst mit an, wenn die kräfte schwinden. schön ist es dann, wenn diese bemühungen fruchten und am ende ein richtig gut auf den individuellen fuss gefilzter hausschuh entsteht. manchmal muss ich aber auch damit leben, dass sich jemand mit dem halben weg zufrieden gibt. die schuhe sind dann immer noch gut durchgefilzt, doch nicht wirklich passgenau. 

aber die menschen sind unterschiedlich. nicht jede*r ist perfektionist*in. oder nicht in allen bereichen.

Donnerstag, 13. Januar 2022

12. januar 2022 - 12 von 12 im januar 2022

immer eine woche nachdem frau brüllen gefragt hat, was man denn so mache, ist der tag, an dem in vielen blogs der tagesablauf mit hilfe von 12 bildern gezeigt werden darf - und an dem caro diese einträge bei sich auf dem blog "draussen nur kännchen" versammelt

 

beim frühstück war es noch zu dunkel, deshalb zeige ich euch mein znüni aus orange (schon weg), lebkuchenherzen und tee in der werkstatt.

die sonne scheint - da räumt es sich doch gleich viel lieber auf.

morgen ist finkenfilzkurs, und alles liegt schon bereit.

statt weihnachtdeko gibt es mittlerweile fische an der wand.

zum mittagessen radle ich nach hause, dort hat kai schon aus übriggebliebenem nudelteig suppeneinlage gezaubert. ich muss nur noch brühe aufkochen und die nudeln rein werfen.

spaziergang! das wetter ist schön, und kai wird ohnehin bis spät arbeiten müssen, warum sollen wir da nicht über mittag ein bisschen raus gehen? wir sehen mal wieder einen bemalten stein - der ist wohl schon länger unterwegs und schon ganz verwittert.

eine besonders originelle runde wird es nicht, aber so müssen wir auch nicht viel überlegen. wir sehen den platz, an den der hubschrauber die bäume bringt.

und auch noch mal den hubschrauber, der aber am frühen nachmittag seine arbeit beendet.

ich setze mich wieder an den schreibtisch und arbeite am manuskript für das filzbaukastenmodul. viele, viele stunden, die mir nicht direkt bezahlt werden. ich kann nur hoffen, dass der kurs öfter verkauft wird, so dass sich die arbeit irgendwann lohnt. trotzdem bereite ich gerne mein filzwissen so auf, dass andere davon profitieren können.

schneller als gedacht wird es abend. das abendpanorama ist anders geworden, einige bäume fehlen. 

der vollständigkeit halber: der bundesrat hat heute eine verkürzung von quarantäne und isolation beschlossen, neu wird man sich ohne symptome nur noch 5 tage isolieren müssen. ansonsten bleibt alles beim alten. 

ich mache feierabend, ausser schreibtischarbeit habe ich noch diese zwei hyazinthen aus ihren töpfchen genommen und sie in meine feinen hyazinthengläser gesetzt und die ersten paprikapflanzen angesät.

für morgen bereite ich noch apfelmus vor, denn so ein filztag kann ganz schön lange gehen und am abend bin ich mit kochen dran. 

heute kocht die tochter, es gibt einen gratin aus äpfeln und blumenkohl, nachdem ich ihr die letzten äpfel "weggekocht" habe. mit käse, honig und thymian ist auch die modifizierte variante sehr lecker.

was war in den anderen jahren so los? 

12 von 12 im januar 2021

12 von 12 im januar 2020
12 von 12 im januar 2018
12 von 12 im januar 2017
12 von 12 im januar 2016
12 von 12 im januar 2015
12 von 12 im januar 2014
12 von 12 im januar 2009

Mittwoch, 12. Januar 2022

11. januar 2022 - hubschraubereinsatz*

gut, dass ich mir heute die arbeit aus der werkstatt mit nach hause genommen hatte! (* - wer bei diesem titel nicht sofort an foyer des arts denkt, ist nicht meine generation!)

am morgen rückte nämlich die angekündigte truppe holzfäller oder vermutlich eher baumpfleger an, die mit hilfe eines hubschraubers den hang unterhalb des hauses von bedrohlich schiefen und sonst irgendwie gefährdenden bäumen (unten stehen auch häuser) befreien sollte. 

ich konnte gemütlich vom schreibtisch aus die vorbereitungen verfolgen - naja, jedenfalls dann, wenn ich mich sehr weit nach links lehnte. also erledigte ich bürokram, beantwortete anfragen und machte mich mit mässiger konzentration an das skript für das kommende filzkursmodul. 

am späten vormittag kam dann auch der heli, wie man hier sagt, und begann abgeschnittene bäume wegzutransportieren. 

nach dem mittagessen packte ich mein fahrrad, machte eine kleine erledigungsrunde ins nachbarstädtchen und war gerade noch rechtzeitig wieder zurück um zu sehen, wie die bäume direkt an ende unseres gartens verschwanden. 

zuerst werden eine ganze menge grüner dicker seile an den ästen befestigt.

dann kommt der helikopter (nicht im bild) und lässt ein seil ab (das rote). dabei muss er gut zielen, denn der mann auf dem baum muss das ende fangen können, um eines der grünen seile daran zu befestigen. also nicht irgendeines, sondern das, das mit dem teil des baums verbunden ist, das zuerst abgeschnitten werden soll.

der helikopter steigt auf und zieht so das seil am baum straff. 

dann wird gesägt.

und da ist der baumteil schon ab.

und tschüss! 

hoch in den himmel geht es...

... und übers nachbarhaus hinweg zum sammelplatz auf einem feld in der nähe.

so wird der baum langsam in seine einzelteile zerlegt und abtransportiert.

danach war dann merkwürdigerweise schluss. da immer noch ein paar seile in den bäumen hängen, rechne ich damit, dass der helikopter morgen noch einmal wiederkommen wird. 

so konnte ich am späten nachmittag dann wenigstens noch ein bisschen konzentriert arbeiten. langsam komme ich voran, da ich zu dem speziellen thema auch noch eigene zeichnungen anfertigen muss. und irgendwann war damit auch schluss, ich widmete mich einem grossen korb bügelwäsche, kai briet schnitzel und machte pommes dazu. die tochter ass zuerst mit uns und ging dann noch ins geräteturntraining. 

kai und ich kruschtelten nach dem abendessen noch an unseren jeweiligen sachen herum, später schweizer tagesschau mit nachrichten zur sich ausbreitenden omikronwelle und der pressekonferenz der task-force. 

sagen wir es mal so: das szenario für die kommenden wochen enthält viel hoffnung. es werden sehr, sehr viele menschen angesteckt werden (aktuell liegt die 7-tagesinzidenz, also nachgewiesen angesteckte pro 100.000 einwohner in einer woche, bei über 2000), viele davon werden das nicht einmal bemerken (hab ich nicht auch so ein kratzen im hals?), andere werden richtig krank werden, sehr wahrscheinlich werden prozentual weniger als bei delta im spital landen, absolut sind das dann trotzdem richtig viele. die sorge gilt primär jetzt nicht mehr den ansteckungen und den angesteckten menschen, sondern der infrastruktur und dem wirtschaftsleben, das zusammenbrechen könnte, wenn 10 bis 15% der arbeitenden bevölkerung gleichzeitig durch isolation oder quarantäne ausfällt. dieser höhepunkt der omikronwelle wird noch im januar erwartet, im februar wird dann alles besser, weil frühjahr, weil dann viele menschen immunisiert sind, weil ... irgendeinen lichtblick braucht es ja. 

also augen zu und durch. mal sehen, was der bundesrat morgen sagt. ich vermute mal, dass man "intensiv beobachten" wird.




Dienstag, 11. Januar 2022

10. januar 2022 - alltag mit schnee

 am morgen bedeckte eine schneedecke den garten und die bäume - schwerer, nasser schnee, der schon zu tauen begann, als ich mich auf den weg in die werkstatt machte. der alltag ist komplett zurück, heute morgen waren alle unterwegs. naja, halt dann doch eher aussergewöhnlicher alltag, denn ab morgen wird kai wieder zuhause arbeiten. 

ich bin in der werkstatt dabei, reste aufzuarbeiten, die losen wollreste sind nach farben sortiert bereits fertig kardiert. aus fertigen filzresten habe ich stücke geschnitten, die später am tag in die waschmaschine wanderten, daraus werden filznuggets, die ich zu langen ketten verarbeiten werde. der rest fliegt dann doch in die tonne. jedes jahr fallen einige stücke an, die halt doch nicht so gut geworden sind, schon zu oft auf märkten dabei waren oder mir schlicht und einfach nicht mehr gefallen oder meinen qualitätsansprüchen genügen. und damit ich ihnen nicht dauernd wieder begegnen muss und die werkstatt immer enger wird, müssen sie irgendwann weg. 

zu mittag ging ich nach hause, gehen heute wörtlich, das velo blieb in der garage. ich kochte mir aus einem gulaschrest eine gulaschsuppe und ass dazu ein stück brot. nach einer ausgiebigen pause widmete ich mich der küche, telefonierte mit meiner mutter, erledigte hier und dort kleinigkeiten, dann kamen auch schon kai und die tochter gleichzeitig nach hause. ich kochte eine gemüsesauce und dazu nudeln, wir assen früh, dann steckte ich noch die filzreste in die maschine, bis sie fertig waren, schauten wir 8, rue d' humanité und fanden den film ganz unterhaltsam. 

entdeckung des tages: wordle - eine website, auf der man in mastermindmanier ein wort erraten muss, jeden tag nur eines halt.

Montag, 10. Januar 2022

8. und 9. januar 2022 - wochenende nicht zu faul, nicht zu fleissig

 die spontane entweihnachtungsaktion war ja am freitag vor allem deshalb angefallen, weil wir uns, aufgrund der durchgehend schlechten wettervorhersage für das wochenende, vorgenommen hatten, die bücherregale im wohnzimmer von staub und durcheinander zu befreien. durcheinander war nicht viel, staub so mittel, aber nach knapp sieben stunden sind die regale nun wieder tippitoppi sauber, geordnet und bereit für die nächsten zwei jahre bestaubung. viel aussortiert haben wir auch nicht, da wirkt noch immer die gründliche entrümpelung vor unserem umzug 2019 nach, es hat noch platz, wenn auch nicht mehr in allen abteilungen. zuwachs gab es wie immer bei kunst, bei literatur, aber nun auch wieder einmal in der abteilung geschichte. 

ich hatte am morgen schon kuchen gebacken, für die zwischenverpflegung gab es den von anke gröner als fluffig gepriesenen cannoli-kuchen, bei uns war er eher fest, aber trotzdem sehr lecker - allerdings habe auch ich diverse änderungen des originalrezepts vorgenommen. die tochter versorgte uns mit abendessen: sie bereitete über den tag seitan vor, den sie abends mit blumenkohl und paprika in einer gemüsepfanne zu reis servierte. 

nachdem der samstag zumindest von drinnen wettermässig so schlecht nicht gewesen war, wurde das wetterversprechen am samstag eingelöst. die tochter hatte trainingstag, kai nach dem frühstück eine verabredung mit dem mittleren sohn zum autofahren üben, ich erledigte kleinigkeiten. nach zwölf starteten wir für einen spaziergang, den wir allerdings ein bisschen verkürzten, weil es zu regnen anfing. anstatt auf der nordseite des martinsbergs in richtung badener allmend hinaufzusteigen blieben wir im tal und umrundeten den ortsteil kappelerhof auf uns bisher unbekannten pfaden zwischen hochhäusern und limmatufer. nach gut eineinhalb stunden waren wir ein bisschen nass wieder zuhause. nach kaffee und kuchen nutzte ich den nachmittag zum faulenzen, lesen, stricken. wir verteilten das erste mal im neuen jahr kochdienste in der familiensitzung, kai bastelte ravioli mit ricotta-spinat-füllung und der mittlere sohn kam zum abendessen. 

gute kombination aus fleissigen und faulen teilen für die wochenendgestaltung, morgen geht dann wieder der geregelte alltag los!


Samstag, 8. Januar 2022

7. januar 2022 - entweihnachten

 morgens beschloss ich eine planänderung: anstatt schon in der neujahrswoche das erste mal die werkstatt für besucher zu öffnen, nahm ich mir den nachmittag frei und blieb zu hause. 

aber nicht um auf der faulen haut zu liegen, sondern um dinge zu erledigen, damit am wochenende andere dinge erledigt werden können. 

ich ergänzte das üblich freitagsputzprogramm durch alle teile der entweihnachtung, was ja auch viel mehr sinn macht, als zuerst zu putzen und am nächsten tag die deko abzunehmen. das mittagessen verschoben wir auch noch auf ein uhr - so war ich bis zu diesem zeitpunkt mit fast allem fertig, was ich an häuslichen aktivitäten vorhatte. 

das aus dem wohnzimmer verbannte bäumchen wurde sofort draussen wieder dekoriert, allerdings schmolz der schnee im laufe des nachmittags dann gleich wieder. 

nach einer mittagspause räumte ich auch noch die letzten reste auf, dann gab es nachmittagskaffee. heute also viele kaffeepausen und trotzdem richtig was weggeschafft. denn durch den erfolgreichen vormittag war ich so motiviert, dass ich mir die zwei unangenehmsten brocken an büroarbeit vornahm, die ich auch noch in die kommende woche hätte schieben können: filzkurstermine für märz bis mai ausknobeln (wobei sich da herausstellte, dass ich das schon längst hätte gemacht haben sollen... ) und eine arbeit für den verein, die eigentlich nicht unangenehm ist, aber mittlerweile aus so vielen einzelteilen besteht, dass es einen recht grossen anlauf brauchte, um das alles an einem ort zusammenzuziehen, und so endlich einen überblick zu bekommen. den hab ich jetzt, yeah! sogar in kalenderform! 

zur feier des wochenendes entzündete ich ein kaminfeuer, kai hatte sich dazu durchgerungen etwas aus dem vorrat aufzuwärmen anstatt zu kochen und so gab es gulasch und geröstete spätzle, dazu feldsalat. die tochter kam von ihrem ersten einsatz als trainerin der jugendgruppe ihres turnvereins nach hause und ass die reste auf. wenn die tochter solche zusatzeinsätze  übernimmt, würde es mich ja unter normalen umständen freuen, dass sie sich engagiert, pandemiebedingt muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass sie ihrerseits sehr viel tut, um eine ansteckung zu vermeiden (3xgeimpft, disziplinierte maskenträgerin plus restliche hygienemassnahmen) und dass sie als junger mensch auch das anrecht darauf hat, im rahmen der erlaubten möglichkeiten ein normales leben zu führen. also: schön, dass sie für ihre kollegin einspringen konnte! 



Freitag, 7. Januar 2022

6. januar 2022 - nicht königin geworden

 der sechste januar ist hier in der schweiz kein feiertag. deshalb gab es heute alltag und zwar so richtig, weil die tochter heute auch wieder arbeitete. 

dementsprechend frühes aufstehen, also zeit für einen langen, langen blogpost. frühstück dann erst mit kai, später, aber immer noch im dunkeln bin ich zu fuss in die werkstatt gegangen. ich verpackte weihnachten in schachteln (am wochenende machen wir das dann auch zuhause) und da die kisten und kästen schon unten waren, suchte ich nach beispielen für mehrteilige schablonen. der kurs am monatsende wird sich um geometrische und natürlich formen drehen, die nicht mit einer einfachen schablone gefilzt werden können. ich suchte auch noch in meinen diversen filzbüchern, fand aber wenig bis nichts. also werde ich wohl selbst ein wenig schreiben und zeichnen müssen, um eine gute kursdokumentation zu haben. ich überlege, weil es die erste durchführung dieses kurses ist, die dokumentation nachzureichen, so dass ich auch noch fragen einarbeiten kann, die sich in den zwei kurstagen ergeben. oder ist das zu viel service? 

um halb zwölf ging ich nach hause, mittagessen mit kai, danach kaffee und dann musste ich mich auch schon auf den weg machen, um zwei kantone weiter ein gewächshaus abzuholen. auf der fahrt viel radio, aber fast nur musik und sportnachrichten, die heute von tennis-weltranglistenersten beherrscht werden, der ungeimpft nach australien einreisen wollte und nun von den behörden wieder nach hause geschickt wird. und vom abbruch eines skirennens in zagreb, wo auf der rennstrecke das gras herausschaut. zwischendurch die neuesten corona-fallzahlen, seit zwei tagen liegen die über 30.000 pro tag. die testlabore kommen nun landesweit an den anschlag und fordern eine priorisierung bei den tests*. das ist dann aber schon auf der heimfahrt, zwischendurch hat mir  ein freundlicher mensch (mit maske, ich natürlich auch) geholfen, zwei giebelseiten eines gewächshauses in einzelteile zu zerlegen. es kann wirklich alles ganz klein gemacht werden und sieht gleichzeitig so aus, als ob es auch mehrere auf- und abbauten überstehen würde. 

auf dem heimweg kaufe ich noch ein, unter anderem einen dreikönigskuchen als dessert, denn es werden am abend gäste erwartet. zuhause telefoniere ich mit meiner mutter, dann versuche ich die einzelteile des gewächshauses platzsparend in der garage unterzubringen. am samstag werden die kommoden abgeholt, vorher lohnt sich keine endgültige unterbringung. 

bis die gäste (sohn und freundin) eintreffen schaffe ich noch ein paar sofaminuten, dann gibt es kürbisgnocchi, austausch über den jahreswechsel, kaffee und dreikönigskuchen, umzugspläne, verschiedenes. 

* ich weiss nicht mehr, ob ich mich über solche nachrichten noch aufregen soll. ist das jetzt das maximale chaos? ist das jetzt die apokalypse? ach nein, schau, frau gröner hat da etwas sehr erhellendes dazu zitiert: "If you can wake up and go to work in the morning, you’re not in an apocalypse, right?” (wenn du morgens aufstehen und zur arbeit gehen kannst, dann bist du nicht in der apokalypse, oder?). der blogpost geht dann noch weiter, in eine etwas andere richtung, aber absolut lesenswert und sehr schlau formuliert.

Donnerstag, 6. Januar 2022

5. januar 2022 - #wmdedgt im januar 2022 (coronaedition 22)

oh, was für ein anfang, gleich geht es hier mit dem #wmdedgt weiter, frau brüllen fragt wie an jedem fünften des monats, was man den ganzen tag so mache. und ich will antworten. 

vor meinem wecker weckt mich das radio, das kai angemacht hat. wir hören deutschlandfunk, so ganz genau was, weiss ich nicht mehr. zehn vor halb sieben geht dann mein wecker, ich bleibe aber noch liegen und höre die nachrichten um halb sieben. dann stehe ich auf, gehe in die küche, räume die spülmaschine aus und mache währenddessen kaffee und bereite frühstück vor. ich selbst mag heute morgen noch nicht viel essen, schneide mir nur etwas von der ananas ab, die bald aufgegessen werden sollte. ich trinke kaffee mit kai, wir spielen ein bisschen word-feud, scrabble in der app. er macht sich gegen sieben auf den weg ins büro, den ersten tag nach den weihnachtsferien. trotz homeofficepflicht muss halt ab und zu doch etwas vor ort erledigt werden, es wird sich aber die nächsten wochen in grenzen halten. 

ich ziehe um an den schreibtisch im schlafzimmer, weil ich weiss, dass es reichlich schriftliches zu erledigen gibt. zuerst mache ich mir einen groben tagesplan, später kommen immer noch weitere punkte hinzu. ich lade von allen kameras bilder in den rechner, mache dies und das und da es noch zu früh ist, um zu telefonieren, gehe ich unter die dusche. 

geduscht erreiche ich die zahnarztpraxis und vereinbare einen zahnpflegetermin, die gynäkologin hat noch weihnachtsferien. ich lege im bulletjournal zwei themenseiten an und lade da eine menge an gedanken ab, die mir unter der dusche eingefallen sind: die eine zu anstehenden gartenarbeiten, die andere für die vorbereitung des anstehenden fünften basisfilzmoduls über komplexe dreidimensionale formen. 

dann endlich bin ich bereit, den blogpost über die weihnachtsferien zu schreiben. das geht lange, vor allem, weil ich mir ab und zu überlegen muss, was wir eigentlich gemacht haben. die tochter steht um zehn auf, eine gute gelegenheit, das frühstück nachzuholen. sie will zuerst noch duschen, also bleibt genug zeit, zwei aufbackbrötchen in den backofen zu tun und den tisch zu decken. wir frühstücken gemeinsam, sie hat pläne für den tag. zuerst will sie ihr zimmer aufräumen, am nachmittag dann ins brockenhaus. ich frage, ob sie dafür verabredet ist, oder ob sie mit mir gehen will. es sieht so aus, als ob ich für den nachmittag eine verabredung hätte. 

der blogpost wird fertig, da ist es dann schon fast zwölf. das liegt zuletzt auch daran, dass ich zwischendurch immer noch anderes erledigt habe. nächster punkt auf der liste: die termine der kommenden filzbaukastenmodule auf der homepage einstellen. das sind zehn module, die jeweils an zwei terminen stattfinden. glücklicherweise sind die meisten davon schon angelegt, so dass ich nur die daten ändern muss. nur drei muss ich komplett neu schreiben, also auch den inhalt knapp zusammenfassen und - das dauert immer am längsten - header-bilder in meiner sammlung finden. für ein modul gibt es vorerst nur ein symbolbild. zwischendurch meldet sich kai, dass er auf dem heimweg sei und bittet um kaffee um zwei uhr. die tochter ist fast fertig mit aufräumen und möchte auch kaffee. also übernehme ich auch diesen service und bin ein bisschen froh, dass ich vom schreibtisch mal aufstehen kann. 

nach dem kaffeetrinken mache ich die letzten unkomplizierten termineinträge fertig, dann belade ich zusammen mit der tochter das auto mit diversen entsorgungskisten und -säcken. wenn wir schon herumfahren, können wir das auch gleich noch erledigen: altglas, altöl und dosen entsorgen wir in der gemeinde, plastikmüll und sperriges bringen wir ins recyclingcenter. unterwegs bekommt das auto noch benzin, dann geht es ins brockenhaus. die tochter findet eine handvoll lustiger pins und eine recht hübschen roten pullover, ich zwei glasnäpfchen für teelichte ohne aluhülle. auf dem rückweg holen wir noch die an neujahrstag auf dem nachhauseweg in der werkstatt deponierten gartenstühle ab und lassen mein weihnachtsgeschenk vom grossen sohn, eine tafel zu werbezwecken, dort. 

eigentlich wollte ich noch weiterarbeiten, aber dann habe ich doch keine lust mehr. es ist auch schon fast zeit zum kochen. ich hole aus dem keller kartoffeln und zwei steckrüben, die ich in einem eher langwierigen prozess zu einer art küchle verarbeite. dazu gibt es tomatensosse und salat. der geschmack und die konsistenz der küchle lohnt den aufwand nicht, aber das ungeliebte gemüse ist endlich versorgt. nebenbei höre ich radio, es geht ausnahmsweise nicht um die pandemie, sondern um den konflikt in der ukraine und um den nun ein jahr zurückliegenden sturm auf das amerikanische kapitol. 

überhaupt dümpelt das thema corona für mich gerade auf einer art nebenschiene. ich weiss schon, dass sich da draussen wieder eine neue welle aufbaut, schneller und grösser als jede in den vergangenen zwei jahren. auswirkungen auf mein leben sind allerdings akut gleich null, ich könnte aufgrund meines impfstatus sogar ins restaurant oder ins schwimmbad, was ich ohnehin nicht will. was mich aber wirklich aufhorchen lässt, ist eine nachricht, die ich auf dem smartphone lese, als ich gewohnheitsmässig die aktuellen ansteckungszahlen checke, die bei uns immer erst gegen 14 uhr veröffentlicht werden: in unserem wohnkanton werden die präventiven massentests an den schulen und in betrieben ausgesetzt. es gibt zu viele positive testpools und die kapazität der labors ist am anschlag. die noch zur verfügung stehenden tests sollen vor allem im gesundheits- und betreuungsbereich und für ausbruchstestungen eingesetzt werden. das hört sich nun nicht mehr nach viel kontrolle an. in den schulen sitzen nämlich immer noch diejenigen, die am schlechtesten geschützt sind, nicht weil sie das so wollten, sondern weil erst ab 16 jahren ein booster zugelassen ist und die unterzwölfjährigen sowieso erst seit montag geimpft werden können. 

während kai und die tochter die küche aufräumen, nutze ich die zeit, um solche nachrichten zu lesen, dann um zwei paar schuhe zu bestellen und gleich noch mein blogbuch für das vergangenen jahr in auftrag zu geben. ja, sie lesen richtig, den blog gibt es seit ein paar jahren auch ausgedruckt. mittlerweile ist es ein rechter stapel. 

ich nehme noch den neuen pullover der tochter aus der waschmaschine, dann ist es zeit für sofa, wein und serie: immer noch "menschen in angst" - der titel bekommt mit jeder folge eine andere bedeutung und die sechs kurzen teile waren absolut sehenswert.


Mittwoch, 5. Januar 2022

4. januar 2022 und die 11 tage davor.

fast zwei wochen habe ich nun blogpause gemacht. naja, nicht wirklich blogpause, aber immerhin pause vom täglichen bloggen. zwischendurch gab es thematische posts: zum abschluss der adventspost, den letzten 12tel-blick des vergangenen jahres, den jahresrückblick. und bevor es so richtig in den alltag zurück geht, gibt es noch ein paar schnipsel aus diesen 12 tagen.


 
nachdem wir ausführlich und aufs leckerste weihnachten gefeiert hatten... 

... mussten wir dringend ein bisschen an die frische luft. ich spazierte ganz alleine zum aussichtsturm der gartenschau von 2009...

... und mit kai zur donauquelle und durch den fürstenbergischen schlosspark in donaueschingen.

anschliessend wurde das wetter so regnerisch und unwirtlich, dass wir uns nach drinnen zurückzogen. ich arbeitete am jahresrückblick für den blog und für mich. seit einigen jahren verwende ich für rückblick und vorschau am scharnier zwischen den jahren "unravel your year" von susannah conway. das arbeitsbuch (nur auf englisch) ist sehr ausführlich, und ich kann es empfehlen. weil ich aber in diesem jahr zu weihnachten ein original bullet-journal als notizbuch für das kommende jahr bekommen  habe, wollte ich die tage zwischen den jahren nutzen, um ein bisschen tiefer in diese materie einzudringen. so habe ich 2021 mit susannahs fragen abgeschlossen und bin dann für die planung des neuen jahres mit der bullet-journal methode gestartet. beides schliesst sich nicht aus, aber meine zeit war halt trotz dauerregen limitiert.

denn vor neujahr muss traditionell die jahresausstellung der aargauer künstlerinnen und künstler im kunsthaus aarau angeschaut werden. stellvertretend hier das werk sonority of synchrony - der klang eines zeit_ortes von alex herzog, das mich mit einer fülle von einfachen abstrakten bearbeitungen einer seite büttenpapier beeindruckt hat.

die aussicht auf einen trockenen tag lockte kai und mich nach la chaux-de-fonds, auf eine erkundung des architektonischen frühwerks le corbusier, das man sich auf einem spaziergang erschliessen kann.

 
 naja, und auch in einen französischen supermarkt, für ein bisschen nachschub in sachen cremant...
 
 
... dabei entdeckten wir, dass der doubs bei morteau das ganze tal überschwemmt hat. 
 
 
für silvester hätten wir gar nicht so viel schaumwein gebraucht, wir feierten zu viert (die tochter hatte spontan eine freundin eingeladen) und nur mit einem feinen essen (artischocken mit selbstgemachter mayonaise, selbstgemachte kartoffelkroketten mit saltimbocca, vanilleeis mit heissen himbeeren aus dem garten) und anstossen auf dem balkon. spät wurde es auch nicht, die tochter arbeitete über den jahreswechsel im frühdienst.

aufs neue jahr stiessen wir dann noch ein zweites mal am neujahrstag am feuer an - dazu gab es käsefondue bei den eltern der freundin. 

das wetter war mild, teilweise auch schön mit fernsicht in die berge, das genossen wir auf spaziergängen am neujahrstag und am sonntag. den montag brauchte es dann als arbeitstag im garten, in der werkstatt, wo ich einen kostenvoranschlag ausarbeitete, und im haushalt.

ich entdeckte ein gewächshaus auf einer gebrauchtwarenplattform, das wird dann demnächst bei uns einziehen, vorerst in die garage. deshalb muss es dort jetzt platz geben und ich verschenkte die alte kommode samt nachtschränkchen, die bald abgeholt werden.

den letzten ferientag setzten wir für einen weiteren museumsbesuch ein - wobei die wahl von ort und museum ein bisschen davon bestimmt wurden, dass wir auf dem weg einen lautsprecher zur reparatur abgeben mussten. deshalb ging es nach basel ins musee tinguely. zur zeit gibt es dort eine art retrospektive über das leben von tinguely und darin eingebettet, eine erst kürzlich gestiftete sammlung an notizen, die der persönliche assistent des künstlers aufbewahrt hat. ach könnte ich doch auch so coole notizzettel schreiben!

ausserdem gab es noch eine raum mit art brut - mit einer konzentration auf das thema schrift. viel zu lesen also, viel verspieltes auch. ich fühle mich einerseits zu grösstmöglicher reduktion, andererseits zu verspielt detailliertem, absichtlos verzetteltem hingezogen. der federhelm, teil einer fasnachtsverkleidung tinguelys, erinnerte mich daran, dass ich eine ganze menge federn horte, gerne würde ich was ähnliches damit machen. aber dann, wohin damit? 

nach der ausstellung liefen wir noch ein bisschen in kleinbasel herum. wieder gab es nur ein togo-essen unterwegs, gastronomie muss halt gerade nicht sein, auch wenn wir den gemütlichen cafébesuch schon arg vermissen.

beim pharmamulti wird gebaut, wie schon seit längerem - ganz ehrlich, es gibt unsinnigere industrien, das haben uns die vergangenen jahre wohl auch gezeigt. 

zuhause blieb noch zeit zum gemütlichen ferienausklang, zum abendessen gab es spinatwähe mit diversen resten und später eine neue serie, menschen in angst.  

und? haben sie es bemerkt? damit wäre ich wohl schon wieder beim tagebuchbloggen angelangt.

Samstag, 1. Januar 2022

12-tel blick im ... dezember 2021 ... oder so



tja, die altjahrwoche haben wir so richtig zu hause verhängt. das wetter war teilweise scheusslich, mit dauerregen und milden temperaturen. erst an silvester kam endlich mal wieder die sonne heraus, aber da hatten wir keine lust zum 12tel-blick zu laufen. deshalb heute, am ersten tag des neuen jahres. und das warten hat sich gelohnt, denn so ist mir noch einmal ein ganz besonderes bild gelungen. der nebel liegt noch im tal, weiter oben hat er sich schon aufgelöst. mein 12tel-blick irgendwo dazwischen. oben blauer himmel, unten nebel. und gar nicht winterlich, sondern fast schon wieder frühlingshaft war es heute draussen mit temperaturen im zweistelligen bereich. 


nebel über wiese und feld. 


ein paar meter weiter oben scheint die sonne und wir können auf die nebeltäler hinunterschauen. heute, beim letzten besuch beim 12tel-blick haben wir dann noch eine gute idee für die einbindung in eine runde gehabt. wir gingen für einmal nicht um den berg herum, sondern durchquerten das tal und umrundeten den nächsten berg um dann in der sonne zurückzulaufen. 

die collage ist voll, das heisst abschied nehmen von einem bewusst gewählten "langweiligen" sujet für den 12tel-blick... ich bin froh, dass diese blogaktion mich zum genauen wiederholten hinschauen zwingt und freue mich schon auf das nächste jahr, auch wenn ich noch keinen neuen "blick" habe! 

herzlichen dank an eva, die wieder ein ganzes jahr lang viele schöne 12-tel-blicke versammelt hat.


alle blicke von diesem jahr noch einmal in gross und mit lamento über die "grüne hölle": 
 
12tel-blick im januar 2021