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Samstag, 16. September 2023

warum ich gestern beim internationalen klimastreik dabei war

naja, ich wollte eigenlich eh hingehen, aber falls ich noch einen grund gebraucht hätte, habe ich ihn auf dem weg in die werkstatt aus dem briefkasten genommen: 

die nebenkosten abrechung ist, so weit ich das überprüfen kann, korrekt. ich bezahle, zu meinen bereits bezahlten akonto-beträgen, für die vergangenen 9 monate etwa zusätzlich 15% nach. 

was mich stört, ist der ton des briefs. 

in 2021 wurde die alte ölheizung durch eine gasheizung ersetzt. und ja, das hat eine einsparung an co2 ausstoss gebracht und der plan ist wohl auch, eine teil der energie aus regionalem biogas zu beziehen. wie gross dieser wohl ist? 

im herbst 2022 wurde dann die erwähnte notheizung aufgestellt. die ist, wohlwollend gesprochen, nicht ganz neu und in einem anhänger auf dem hof montiert. unten tropft es raus, hoffentlich nix ganz schlimmes. wie viel sie zum beheizen der räume beiträgt, weiss ich nicht. (anhand der kostenaufstellung sichtbar: es wurde deutlich mehr mit dieser öl- wie mit der gasheizung geheizt)

was nicht unternommen wurde: erneuerbare energien parallel zum einsatz bringen. auf keiner der dachflächen, auch der nicht denkmalwürdigen, gibt es so etwas wie pv-anlagen oder solarthermie. ob irgendetwas in dieser richtung geplant ist? wurde  mir nicht mitgeteilt - ich gehe aber auch nicht davon aus, die gasheizung ist ja noch ganz neu und die mobile ölheizung steht da, wo sie auch im letzten jahr stand.

mir fehlt ein bisschen die fähigkeit, mich über das ergebnis der bemühungen zu freuen, auch dafür dankbar zu sein, welche wohltaten über mich da ausgegossen wurden ("[die vermieterin] hat die differenz selbst ausgeglichen" ... "auf eigene kosten extra eine ölheizung angeschafft"). 

*kleiner exkurs zu "differenz selbst ausgeglichen" - meine nebenkosten sind um 15%  höher, der gaspreis ist im vergleich zum zeitraum bis februar 2022 auf das doppelte gestiegen. die preisschwankungen beim heizöl sind gross - von ca. 60 bis 190 franken pro 100 liter, da dürfte es im wesentlichen darauf ankommen, wann das heizöl eingekauft wird. die heizkosten machen circa 70% der nebenkosten aus. die differenz kann also auch ganz gut jeweils zugunsten der vermieterin ausgefallen sein. 

so, ende der düpflischiesserei. mir geht es eher ums grundsätzliche. dass hier das heizen mit fossiler energie gepriesen wird. dass ich keine bemühungen sehe, davon wegzukommen, dass es kurzfristig billig sein soll - aber nur sein kann, wenn man die kosten für die nachfolgenden generationen ausblendet und der allgemeinheit aufbürdet. dass überhaupt nur kurzfristig gedacht wird. dass mit den regionalwerken auch noch ein kommunaler träger, also die öffentliche hand dazu beiträgt, dass fossile energien bevorzugt werden. dass man das dann noch mit denkmalschutz verbrämt. dass der gesetzgeber nix dagegen macht. dass weiterhin fossile energien subventioniert werden. dass geld dafür ausgegeben wird, anstatt für den umstieg auf erneuerbare und co2 neutrale energieträger, die auf die länge der zeit dann auch noch billiger sein werden.

ich lass jetzt mal den ganzen link zur klimakatastrophe aus. ich gehe davon aus, dass sie wissen, dass fossile energien beim verbrennen co2 in die luft entlassen, dass dieses co2 zur klimaerhitzung beiträgt und dass es deshalb reduziert werden muss, wenn wir hier nicht demnächst noch mehr katastrophen haben wollen. überschwemmungen, dürren, stürme, missernten, hunger, perspektivlosigkeit, wanderungsbewegungen, kriege, flucht, etc. sie wissen schon eigentlich. 

also deshalb auch zur klimademo. war schön mit den hundert leuten. es hätten schon noch ein bisschen mehr sein dürfen. 


 

 


Samstag, 26. August 2023

vom feiern

nach acht tagen badenfahrt, von denen ich tatsächlich sechs abende irgendwo auf dem fest verbracht habe, möchte ich gerne etwas dazu schreiben, bin mir aber nicht so ganz sicher, was. 


auf jeden fall eines: es war heiss. bis auf den allerersten abend, an dem ich mit kai erst gegen halb elf überhaupt losgezogen bin, war es jeden abend fast unerträglich heiss, fast immer noch über 30 grad, zwischen den menschen vor den bühnen vermutlich sogar noch heisser. da ich über meiner wohlfühltemperatur so um die zwanzig grad nur eingeschränkt funktioniere, war das für den genuss des fests eher ein bisschen hinderlich. 

und es war voll. na klar, das ist kein wunder und soll ja auch so sein, dass möglichst viele menschen zu so einem fest kommen. nur war dann halt an vielen stellen kaum mehr ein durchkommen, lange schlangen vor den essensständen, keine sitzplätze in den schönen festbeizen. und das bei den temperaturen. 



nun, könnte man sagen, man muss da ja nicht hingehen. aber das geht ja auch nicht. denn ausser hitze und menschen gibt es ja auch noch die ganzen fantasievoll gestalteten festbeizen, bühnen, stände, plätze zu entdecken, dazu musik an ganz vielen orten und theater an einigen. musik gibt es in diesem jahr aber auch ein bisschen viel: zu den wirklich vielen, vielen lifebühnen, auf denen für jeden geschmack etwas geboten wird (tolle gelegenheit auch mal das zu hören, was man sonst eher nicht so hören würde) und die sich an sich schon untereinander lautstärke- und reichweitenmässig konkurrenz machen, hat nun auch noch jedes kleine essenständchen eine box aufgestellt, aus der irgendetwas zu hören ist. wäre für mich jetzt nicht so wichtig gewesen. respektive hätte ich gerne auf diese erfahrung verzichtet. wie auch auf die, dass bei der einen konzertbühne leisere töne von der ntzntzntz-disko nebenan übertönt werden. erwähnte ich schon, dass es heiss war? (und ich schon deshalb grundgenervt?) 

schön war das konzert von mischgewebe.

und die lounge der mättelibar über der limmat.

dass wir an einem abend spät einen platz im badhalde bekommen haben und dort schön wabernder sound aufgelegt wurde (mit dem anderen ohr weghören, dass viel zu nah andere beats aus den lautsprechern kamen). 

die revü von palino war auch schön und vor allem lustig. 

und das konzert von fc kleinstadt, bei dem dann am donnerstag abend die ersten regentropfen fielen. 


kulinarisch haben wir jetzt noch nicht so die grossen highlights erlebt, bei unserer einzigen mahlzeit auf dem fest begann es gerade zu stürmen. 

nun hat es abgekühlt, wir haben einen tag festpause hinter uns und nun schauen wir mal, wo wir heute und morgen noch landen. alles kann man eh nicht sehen, erleben, anschauen. ein so grosses stadtfest ist aber auch und gerade wegen der überfülle einfach ein beeindruckendes erlebnis.