Montag, 21. September 2020

19. und 20. september 2020 - ganz schön viel unterwegs

 das wochenende war ein bewegtes und angefülltes, dabei auf die gute art, wie gefühlt schon lange nicht mehr. 

am samstag durfte ich auf vereinsreise mit der filzszene gehen, und weil die woche davor auch so gut gefüllt war und so wenige pausen zum nachdenken und planen liess, startete ich am samstagvormittag der einfachheit halber mit dem auto nach pragg-jenaz, zur wollspinnerei vetsch. christoph vetsch ist ebenfalls vereinsmitglied und hat uns nicht nur die für uns filzerinnen wichtigste maschine, die krempel, mit der die schönen wollvliese hergestellt werden, gezeigt, sondern auch eine ganze reihe neu angeschaffter geräte und maschinen, die es der wollspinnerei ermöglichen, ganz kleine kundenaufträge von der rohwolle bis zum gesponnnen garn auf knäueln abzuwickeln. man staunt ja immer wieder, wie viele arbeitsschritte notwendig sind, bis eine schöne, gleichmässige strickwolle im korb liegt... 




impressionen von der kardiermaschine, der gar nicht mal so grossen "krempel". für ein strick- oder webgarn folgen noch ganz viele weitere schritte: das aufteilen in vliesstränge, das verziehen zu einem vorgarn oder dünneren strang, das spinnen, das zwirnen, das dämpfen und manchmal auch noch das färben... 

nach der besichtigung der wollspinnerei gab es ein gemeinsames mittagessen in einem gasthaus vor ort, wo wir sehr schön in der spätsommerwärme auf einer grossen veranda sassen. 

danach ging es wieder zurück zum lädeli der wollspinnerei, kaum eine konnte sich der verlockungen der angebotenen wollen widersetzen. ich selbst kaufte für einen kinderfilznachmittag und für ein eigenes projekt ein und freue mich schon auf die verarbeitung. 

auf dem rückweg war die autobahn fast genauso voll wie am morgen, das schöne wetter lockte die unterländer noch einmal in die berge. überhaupt berichten viele der filzerinnen aus dem engadin oder dem bündner land, dass die orte und wanderwege in diesem jahr so voll waren wie noch nie. 

ich kam trotzdem noch so zeitig zuhause an, dass ich noch eine runde schwimmen konnte, während auf dem herd schon ein rollschinkli vor sich hin kochte, dazu gab es später saure bohnen und spätzle. 

***

auch uns lockte das schöne wetter am sonntag hinaus, allerdings nicht gleich wieder in die berge, sondern nur bis nach wildegg. dort nahmen wir einen weg, den wir vor vielen jahren mal entdeckt haben. er führt vom ort wildegg zunächst entlang der bünz, deren lauf hier seit einigen jahren renaturiert wird. 


am südlichen ende von möriken gingen wir in den ort hinauf. dabei passierten wir diesen wunderschön herbstlichen garten mit boulebahn: 

weiter oben hatten wir diesen zwar diesigen, aber doch schönen ausblick in richtung schloss lenzburg. das auge macht ja aus so einem bild eine art scherenschnitt, allein die kamera zeigt, wie verhangen doch alles war: 

auch auf schloss wildegg war viel betrieb, viele ausflügler nutzten den schönen sonn(en)tag im september. in den weiter unten gelegenen gärten war schon weniger los, so wenig, dass wir uns einer führung anschlossen, die mit nur zwei personen stattfand. wir erfuhren viel neues über alte und neue gemüse und andere nutzpflanzen und nahmen auch anregungen für unseren garten mit. 

zuhause reichte es gerade noch so zum schwimmen, bevor der mittlere sohn mit freundin zum sonntagskaffee eintrafen. wir sassen lange gemütlich, so lange, dass es dann mit dem abendessen schon fast ein wenig knapp wurde. es gab aber nur pellkartoffeln mit quark und rohkost, das ging dann doch ganz fix.  

gesehen: einen neuverfilmung von mord im orientexpress von 2017, mit johnny depp (als mordopfer) und den polizeiruf am sonntag.



Sonntag, 20. September 2020

sommerpost komplett

ich habe mich entschieden, die zweite hälfte der sommerpost in einem post mit dem entstehungsprozess meiner post zu zeigen. leider ist mir die sommerpost in diesem jahr ein wenig ... entglitten ... ich kam selten mal dazu, die post direkt zu zeigen und das verfolgen der vielen, vielen gruppen auf instagram habe ich auch nicht geschafft. ich glaube, ich brauche mal eine postkunstpause. oder ein kleineres projekt in einer kleineren gruppe. 
aber schön war es schon, und alle pöste kamen pünktlich hier an! danke euch frauen in gruppe 11, danke auch an michaela und tabea und an alle anderen postkünstlerinnen! 
 
sommerpost-woche 35:  post von uta, die uns in die welt der märchen entführt.

 
sie hat nicht nur eine, sondern gleich drei marken gestaltet und dazu noch eine ganze sammlung ausgestanzt. ich habe mir meine lieblingsmarke in die karte eingefügt und sie so in der küche befestigt. 

sommerpost-woche 36: post von claudia, die die sommersonne mit einem sonnendruck eingefangen hat.

hier treibt sich auf der briefmarke ein käfer aus dem odenwald herum. 

 

in woche 37 war ich dann endlich selbst dran mit der sommerpost. gerade rechtzeitig um noch nicht an die herbstferien zu denken. immerhin entstanden ist meine sommerpost aber wirklich über den sommer. 

als motiv wählte ich eine frau im badeanzug, die die arme erhoben, von uns weg in die ferne blickt. blau ist für mich nicht einfach eine farbe, sondern auch ein synonym für ferne. die legendäre ausstellung im heidelberger kunstverein habe ich zwar 1990 nicht selbst gesehen, aber viel darüber gehört und gelesen.

zuerst habe ich nur einen stempel geschnitzt, den ganz unten im bild. dann kam mir das aber alles ein bisschen einfach und wenig spannend vor und weil ich ende juli mit dem schnitzen auch noch sehr rechtzeitig dran war, pauste ich die skizze noch ein zweites mal durch und begann damit, einen zweiten stempel zu schneiden für einen hintergrund. diesen zweiten stempel habe ich dann in drei teile zerschnitten, um so verschiedene weisse flächen mit verschiedenen farben füllen zu können. 

am schluss druckte ich mit fünf verschiedenen farben - dreimal blau, dazu rot und gelb. und weil ich kein gelbes stempelkissen hatte, plünderte ich einen gerade ausgemusterten tintenstrahldrucker und bastelte mir mit einem schwamm und der restlichen tinte aus einem der tanks eines. der druck ist nicht besonders passgenau, aber ich mag die überlappungen. 

an diesem punkt brauchte ich ein wenig hilfe vom sohn, beziehungsweise von dessen schneideplotter. und solange ich auf die geplotteten bögen wartete, vertrieb ich mir mit der tochter ein wenig die zeit mit blubberblasenbildern. 


noch ohne so genaus zu wissen, was mit den papieren passieren sollte, stellten wir einen ganzen stapel von ihnen her. 

in grossen mengen in die geplotteten bögen gedruckt, gefiel mit die marke immer besser. 

sehr schick fand ich auch, dass das mit dem rand der marken auch so gut funktionierte. ich habe die bögen nur einmal geknickt und dann entlang der perforation gerissen. ein grosser dank für die vorlagen geht hier an michaela.

die blubberblasenbilder wurden zu strandschaumausschnitten - die den badenden damen einen würdigen rahmen geben.

und ich musste meiner post einen text mitgeben, der mir bei "blau" auch immer in den sinn kommt. im englischen meint "blue" ja nicht nur eine farbe, sondern auch den gemütszustand der traurigkeit oder melancholie. dazu passend druckte ich einen text von luka bloom "exploring the blue" aus und fügte ihn meinen karten hinzu. hier können sie sich den song auch anhören.

leider habe ich keine fotos vom umschlag, den ich ebenfalls aus eine meerschaumblatt gefaltet habe. irgendwann musste ich nämlich die sommerpost einfach zur seite legen, um mich auf anderes zu konzentrieren. deshalb konnte ich auch die post nicht am samstag vor meiner postwoche auf den weg bringen, sondern erst am drauffolgenen montag. inzwischen dürfte sie aber überall angekommen sein.

und auch die letzte post ist bei mir angekommen! sie kommt von stephanie aus solingen und das motiv liess mich zuerst rätseln: 


ja, das ist ein nikolaus. und auf dem unteren bild auch. da zieht er sich gerade den pullover aus, denn ihm ist warm geworden. und für die voyeure unter ihnen, das trägt er untenrum: 
 

nun ist die postkunst zu ende. die karten werden sicher noch eine weile in unserer küche hängen und an den sommer erinnern. und vielleicht packt es mich ja auch gleich zu weihnachten wieder und ich mache doch noch bei der adventspost mit...



Samstag, 19. September 2020

18. september 2020 - mehr ehrlichkeit

 der allmählich sich durchsetzende herbst erlaubt es mir wieder, in den "normalen" freitagsrhythmus zu kommen. alos morgens das haus wochenendfein zu machen und nachmittags mit oder ohne angemeldete besucher in die werkstatt zu verschwinden. 

heute hatte ich noch wichtige dinge zu erledigen: zwei kurstage montag und dienstag mussten vorbereitet werden, zum einen physisch: umstellen der tische, aufräumen, herrichten von anschauungs- und filzmaterial. und zum zweiten mental: was biete ich für themen an, wie fange ich eventuell fehlende filzerfahrung auf. weil ich zweiteres aber schon seit gestern nachmittag in meinem kopf hin und her überlegte, ging es dann doch ganz fix und ich kam anschliessend noch dazu ein anschauungsobjekt oder musterstück für einen kurs  im november zu filzen. 

auf der suche nach einer idee für ein tandemfilzen (also eine erwachsene person zusammen mit einem kind) bin ich bei einem der ersten stücke gelandet, das ich selbst mit dem ältesten sohn gefilzt habe, einer spiellandschaft. da das mittlerweile etwa 20 jahre zurückliegende stück filz aber wahrscheinlich einem umzug oder den motten oder gar beidem zum opfer gefallen ist, musste ich ein neues herstellen. dafür weiss ich jetzt auch, wie viel wolle wir ungefähr brauchen werden und wie ich ungefähr mit eltern und kindern vorgehen werde. noch text und foto und preis für die kursbeschreibung, dann darf ich gespannt sein, ob für diesen kurs interesse besteht. 

spontan fiel mir dazu gerade die überschrift zu einem blogpost von roberta bergmann ein: verdopple deine versagensquote!  auch wenn es immer wieder schwer fällt, dies einzugestehen: ein teil der geplanten kurse findet nicht statt, weil thema, zeit, preis oder einfach alles nicht gepasst haben. im laufe der zeit habe ich gelernt, das zu akzeptieren und es nicht persönlich zu nehmen. und ich denke, es ist gut, dies einzugestehen anstatt immer die fassade "bei mir läuft alles prima!" aufrechtzuerhalten.

gegen fünf war ich dann schon wieder zuhause, um zuerst eine runde zu schwimmen und dann doch wieder bürodinge zu erledigen. und zwar ungefähr so lange, bis ich die tochter vom sport abholen musste. 

zum abendessen hatte kai frittierte tintenfischringe und salat vorbereitet, ich werde vermutlich noch bis morgen abend satt sein, aber lecker war es schon. dann noch heute-show und ins bett. 

gelesen: james rebanks, mein leben als schäfer

gehört: verschiedene folgen des podcast kafi am freitag

 

Freitag, 18. September 2020

17. september 2020 - busy, busy und trotzdem zeit für hüllen

vormittags in der werkstatt habe ich eine weitere buchhülle gefilzt, diesmal mit motiv, ein fisch ist es geworden. oft tauchen auf meinen filzsachen fische auf, muss ich mir sorgen machen? 

zum mittagessen war ich mit kai am limmatufer verabredet, ich musste ohnehin in die stadt, restliches werbematerial im historischen museum abgeben und er hatte einen coiffeurtermin. also trafen wir uns kurz nach zwölf in der "kajüte". kai hatte am morgen umgefragt, ob einer der söhne noch lust habe, dazuzustossen, und tatsächlich tauchten auch noch der mittlere sohn mit freundin auf. wir assen flammkuchen und waren uns einig: zu salzig, zu viel speck, aber trotzdem lecker. 

anschliessend trennten sich unsere wege wieder: kai fuhr direkt nach hause, ich wollte noch am bücherschrank vorbei. wegen pflasterungsarbeiten im bäderquartier musste ich einen umweg machen und traf noch einmal sohn und freundin auf dem heimweg, die mir noch einen kaffee bei sich anboten (weil wir sowieso quasi vor ihrer haustüre standen). das quasi erwies sich dann allerdings als der knackpunkt: auch im ennetbadener limmatquartier wird gebaut und über mittag hatten die bauarbeiter den zugang zum haus von einer seite abgerissen. den umweg durchs halbe dorf wollte ich dann für einen kaffee nicht in kauf nehmen. also bücherschrank, dann zwei zutaten fürs abendessen besorgen und dann nach hause. 

zuhause kurze pause, dann schwimmen und dann an den schreibtisch: eigentlich nur für ein paar mails, aber dann klingelte ab vier das telefon quasi permanent, bis ich abendessen kochen musste. das letzte gespräch brach ich mit dem hinweis ab, dass sich das rezept fürs abendessen auf dem smartphone befinde und ich jetzt kochen müsse. immerhin sind die meisten termine bis weihnachten nun geplant, kai und ich haben es in einer ruhigen viertelstunde auch noch geschafft, ein paar gemeinsame freie tage einzuplanen. 

zum abendessen gab es pakchoi und bohnen mit tofu zu chinesischen nudeln. danach nur noch fernsehen. 

und bevor ich es vergesse - ich hätte dann auch noch einen beitrag zum mittwochsmixthema des monats, hüllen & zeit: 

ich bin fleissig am samensammeln im garten. dazu klebe ich aus packpapier tüten in verschiedenen grössen, ein teil des papiers sind reste von experimenten, die anderen tüten habe ich mit ein wenig aquarellfarbe aufgehübscht. name und wo notwendig eine kleine zeichnung dazu, fertig ist die hülle für die zeitkapsel pflanzensamen.

manchmal sammle ich auch samen ausserhalb meines gartens - aber das wäre ja noch ein anderes thema: denn samen überwinden nicht nur zeit, sondern auch raum.

 

gelesen: james rebanks, mein leben als schäfer

gesehen: grand hotel, das geht ja ewig.


Donnerstag, 17. September 2020

16. september 2020 - leicht unterfordert

 morgens um halb sechs ist die dunkelheit jetzt schon richtig dicht, noch kein licht zu ahnen, dabei so warm, dass ich in der küche als erstes die terrassentüre aufmachen muss, wenn ich nach unten komme. das aufstehen fällt mir nicht immer leicht, aber die stunde morgens, in der ich in ruhe bloggen, aber auch bei anderen lesen kann, würde mir sonst fehlen. 

in der werkstatt habe ich die tische vom vorabend gleich wieder umgestellt, die lange tafel ist nicht so praktisch und ich mag meine werkelecke mit regal und arbeitstisch am fenster. nach längerem überlegen habe ich mich entschieden, einen ersten buchumschlag zu filzen, irgendwann im november soll es einen kurstag geben, in dem ein buch hergestellt wird, das einen filzumschlag hat. das habe ich zwar schon ein paar mal für mich gemacht, aber noch nie als kurs, also werde ich nun mal alle arbeitsschritte in hinblick auf einen kurs wiederholen und dabei überlegen, was für teilnehmer*innen sinnvoll und wichtig ist. 

zu mittag nach hause, wo ich heute alleine war. ein bisschen lesepause, dann kümmerte ich mich um den garten. nun ist der kirschlorbeer am linken unteren ende des gartens im wesentlichen versorgt. stehen geblieben sind ein paar junge triebe, aus denen darf dann wieder eine art hecke werden, aber nicht so hoch und vor allem nicht alles andere überwuchernd wie bisher. im dickicht gefunden habe ich: eine hainbuche, eine mehlbeere, eine kirsche, ein haselnussstracuh und etwas zwetschgenartiges. zumindest die mehlbeere dürfte dort mal teil der gartengestaltung gewesen sein, der rest darf aber auch bleiben und dem kirschlorbeer paroli bieten. 

nach der gartenarbeit bin ich zur belohnung und abkühlung ein bisschen geschwommen, denn am nachmittag war es richtig schwül. 

am abend dann der zweite teil des handstulpenfilzens, diesmal mit nur zwei teilnehmer*innen, was mich deutlich unterforderte. zwischendurch wusste ich wirklich nicht mehr, was tun, denn die beiden arbeiteten dazu noch sehr selbstständig und unterhielten sich prima, nachdem sie festgestellt hatten, dass grössere kinder in die selbe klasse gehen. dafür waren die stulpen dann auch schon um neun fertig und wir konnten alle zufrieden nach hause gehen. ich konnte zusätzlich noch die beiden musterpaare von gestern und heute verkaufen, so hat sich der abend dann auch gelohnt und hat nicht nur aus tradition stattgefunden - was an sich ja auch schon ein grund gewesen wäre. 

 

zuhause reichte es dann sogar noch für ein bisschen serie und nachrichten auf dem sofa. 

gelesen: james rebanks, mein leben als schäfer (interessant zu lesen, welche unterschiedlichen zuchtziele bei der schafzucht von der mitte des vergangenen jahrhunderts bis heute verfolgt wurden und wie gezielt mit kreuzungen gearbeitet wurde.)  

gehört: servus, grüezi und hallo (die folge mit dem brot... wirkte auf mich ein bisschen wie comedy... wie die drei sich da gegenseitig zu diesem banalen thema die bälle zuwerfen kann nur abgesprochen sein. gelernt, dass unser vesper in der schweiz "café complet" heisst, was aber wahrscheinlich auch kein schweizer kind in den zehnerjahren verstanden hätte.)

gesehen: immer noch gran hotel oder grand hotel (eine spanische serie, ich mit dem "d" ist es der internationale titel).

Mittwoch, 16. September 2020

15. september 2020 - arbeitsalltag

 es ist noch einmal sommerlich warm geworden. morgens in der werkstatt die tische so gestellt, dass ich mit vier teilnehmer*innen am abend gut arbeiten konnte. nebenan arbeiteten die brauer, brauereigeruch auf dem flur, den ich nicht so lecker fand. damit sich der raum bis zum abend nicht aufheizte, habe ich vor dem gehen alle sonnenstoren geschlossen.

zu mittag nach hause, dort erst mal eine runde schwimmen, obwohl das bädle noch komplett im schatten der grossen linde lag. der sonnenstand ist jetzt ungefähr wie anfang april, dabei aber immer noch deutlich wärmer. dann kam kai nach hause, so dass wir zusammen zu mittag essen konnten. 

bügeln, dann den blogpost über die sommerpost geschrieben, so bald die letzte post eingetroffen ist, gibt es dann den bericht. das ging lange, anschliessend tranken wir kaffee, und als ich eigentlich noch gerne ein zweites mal ins wasser gesprungen wäre, fiel mir ein, dass ich noch das gemüse holen musste. viel grünzeug dabei, unter anderem federkohl, der ein wenig aussieht wie die schlaffen blätter vom raps. was ist da wohl passiert? 

am abend dann der erste filzabend mit mehreren personen unter corona-bedingungen, wie man ja jetzt wohl sagt. es gab eine kleine einführung im flur: händewaschen vor dem betreten der werkstatt, drinnen maskenpflicht, (atem-)pausen bitte auf dem balkon (es ging dann komplett ohne), alle benutzten handtücher in den bereitgestellten korb zum waschen (ich hatte vergessen, dass diese gruppe immer die handtücher mitbringt). es entstanden wieder vier paar schöne handstulpen für die kinder der waldspielgruppe, die neu dazu gekommen sind und die sie vermutlich erst nach den herbstferien brauchen werden. das handstulpenfilzen hat mittlerweile eine lange tradition, in diesem jahr verzichten wir auf die anwesenheit der spielgruppenleiterinnen und den geselligen teil, ausserdem habe ich die gruppe auf zwei abende verteilt, so das die werkstatt nicht all zu voll war. morgen also noch mal. 

ein bisschen habe ich mich dann noch mit einem ehemaligen nachbarn verplaudert, so dass es zehn uhr wurde, bis ich zuhause war. kai hatte mir dennoch eine pizza gebacken, nach dem essen ging ich dann aber zügig ins bett. 

gelesen: mein leben als schäfer

Dienstag, 15. September 2020

14. september 2020 - einkaufsglück

 das bereits im juni abgesagte zürcher knabenschiessen bescherte kai heute einen freien tag. die hälfte davon verbrachte er mit remote work zuhause, während ich zuerst ein bisschen im haushalt werkte und anschliessend ein paar kleinigkeiten in der werkstatt erledigte. die kinderfilzkurse sind nun mit thema und termin online, jetzt fehlt nur noch der newsletter. 

am nachmittag taten wir dann das, was man an solchen tagen eigentlich besser nicht tut: wir fuhren nach deutschland zum einkaufen. aber entweder haben die zürcher aus trotz gearbeitet oder das schöne wetter anderweitig genutzt, es war unerwartet ruhig im angepeilten möbelhaus. nach fast einem jahr im neuen haus glauben wir nämlich nun zu wissen, welche möbel wir für den garten noch brauchen und wollten den sommerschlussverkauf für gartenmöbel nutzen. 

nach längerem herumstöbern entschieden wir uns für zwei heruntergesetzte klassische terrassenstühle aus (tadaa!) schweizer produktion. und bestellten den dazu passenden klassischen tisch in pastellgrün (ich würde sagen: fröhliches steingrau) zum regulären preis. weil wir uns für die klassiker entschieden haben, können wir jederzeit nachbestellen. schlussverkauf können wir. der tisch kommt zu uns nach hause, die lieferung ist kostenlos, und wir wurden mit verwirrenden rabatten konfrontiert, die sich als folge der mehrwertsteuersenkung in deutschland herausstellten. das möbelhaus ist aber einen tacken zu nobel, um mit diesen rabatten zu werben. 

beim weiteren gang durch die ausstellungsräume entdeckten wir dann auch noch eine lichtlösung für unseren esstisch. um zuhause auszumessen, ob die grössenverhältnisse stimmen, bekamen wir die technischen masse und nach ein bisschen herumgefuchtel mit dem meterstab steht fest: die dunkle jahreszeit kann kommen, wir werden in ein paar wochen eine lampe über dem esstisch haben! 

im besten fall wird auch die lampe geliefert (ich gehe davon aus) - denn unser gastland schweiz ist auf dem besten weg zum corona-risikogebiet. auch wenn der innenminister berset im interview sagt, eine verdoppelung der corona-fälle innerhalb eines monats sei kein exponentielles wachstum, ist die mathematik da anderer ansicht. die fälle sind zwar geographisch sehr ungleich verteilt, aber auf die ganze schweiz bezogen, wird wohl bald/ist bereits die schwelle von durchschnittlich 60 neuerkrankten auf 100.000 einwohner in zwei wochen überschritten, die der schweiz selbst als definitionsgrenze dient. und wenn ich das richtig verstanden habe, ist es ab diesem schwellenwert möglich, aber nicht zwingend, dass reisende aus der schweiz in anderen ländern mit einer quarantänepflicht belegt werden. aus den oben genannten gründen sind bisher nur die kantone waadt und genf auf der liste der vom rki in deutschland definierten risiko-gebiete - hoffentlich bleibt das auch so. die herbstferien nahen nämlich und ich würde schon noch gern ein paar tage nach deutschland fahren.

Montag, 14. September 2020

11. bis 13. september 2020 - wie im urlaub

drei tage hatten wir besuch - und ich durfte ein bisschen die fremdenführerin spielen, obwohl der besuch mit unserem gastland erstens recht gut vertraut ist und zweitend durchaus in der lage, sich selbst ein besuchsprogramm zu organisieren. aber ich verstehe es gut, dass man sich den empfehlungen anvertraut, gerade wenn man sich auch so gut kennt wie wir, und mir hat es spass gemacht, denn ich habe mit meinen vorschlägen ziemlich genau den geschmack getroffen. 

am ersten tag besuchten wir luzern, und dafür war ich explizit als guide angeheuert. also hatte ich mir eine tour überlegt. wir liessen das auto am grossen parkplatz am lido/verkehrshaus, wo man für relativ  geringe gebühren den ganzen tag stehen kann, und spazierten dem see und der seepromenade entlang in richtung stadt.

am kurplatz verliessen wir die promenade und bogen zuerst in richtung  st. leodegar ab - erstes erstaunen darüber, dass luzern katholisch ist und mit dem heiligen leodegar einen recht  grausam ermordeten märtyrer zum stadtheiligen hat. kirche und friedhof verliessen wir in richtung löwendenkmal.

ich hatte mich so mittelgut vorbereitet, konnte aber vor ort die absurde geschichte der 1200 schweizer söldner ergoogeln, die aus einem land kommend, das nie einen könig hatte, in der französischen revolution ludwig dem XVI beistehen mussten. von 1000 soldaten, die den leeren tuilerienpalast bewachten, wurden 760 beim sturm auf den königspalast getötet, von den 200, die den könig zur nationalversammlung begleiteten, kehrte kein einziger lebend in die schweiz zurück. irgendwie tönt das alles weniger nach heldentum als nach "blöd gelaufen".

nur ein paar schritte vom löwendenkmal entfernt, besuchten wir anschliessend das bourbaki-panorama. die geschichte der truppen des französischen generals bourbaki, die am ende des deutsch-französischen krieges, geschlagen von den preussen, schutz im schweizerischen jura suchten, legte den grundstein für den mythos von der neutralen schweiz und ihrer humanitären tradition. das panorama ist zugleich ein stück mediengeschichte und vorläufer heutiger 3d-inszenierungen im kino - und kaum weniger beeindruckend. 

wir machten einen mittagshalt auf der suva-terrasse, der blick über stadt und see ein wenig durch baustellen eingeschränkt. weiter ging es dann entlang der musegg-mauer mit ihren historischen türmen.
 
 

auf das besteigen der türme verzichteten wir, dafür besuchten wir das bauernhofcafé "hinter musegg" auf einen kaffee. wir folgten der mauer weiter bis zum fluss und begannen anschliessend eine mäandern über die zahlreichen brücken über reuss - zwischen altstadt und fluss.


an der kornschütte machten wir noch einmal halt um uns zu erfrischen, dann ging es auf die kapellbrücke, damit wir auch die hauptsehenswürdigkeit noch gewürdigt hatten. da das letzte schiff schon abgefahren war, gingen wir gemütlich zu fuss wieder bis zum lido zurück. 

zuhause erwartet kai uns mit einem traditionellen schnitzelessen - eine tradition die noch auf gemeinsame stuttgarter zeiten zurückgeht. mehr als 15 jahre ist das nun schon her, dass wir für eine zeit in gehentfernung in der landeshauptstadt wohnten. 

***

den samstag begannen wir mit einem gemütlichen frühstück auf der zuerst noch recht frischen, später dann aber schon wieder sommerlich warmen terrasse. der besuch wollte einkaufen, zum supermarkt schickten wir ihn aber alleine und wurschtelten derweil ein wenig im garten herum. danach gefiel es uns derart gut im garten, dass wir uns alle für ein paar gemütliche stunden am und im bädle entschieden. die gäste buken kekse und kredenzten sommerliche drinks am pool, bis wir uns bald wie gäste und kaum mehr als gastgeber fühlten. leider hatte ich 12von12 vergessen, da hätte ich heute mit lauter schicken bildern glänzen können! am späteren nachmittag wurde uns das herumgelungere dann aber doch noch suspekt und wir machten einen spaziergang in richtung stadt, wobei wir die haupt- und lieblingssehenswürdigkeiten alle abhaken konnten: limmat mit schwimmenden, der park der villa langmatt, bäderquartier mit baustelle, überblick über die bäderbaustelle mit diskussion über architekten und architektur, meine werkstatt. unterwegs holten wir noch den mittleren sohn bei sich zuhause ab.

zuhause ging es an die kochtöpfe: ich füllte paprikaschoten aus dem garten mit einer mischung aus bulgur, frischkäse, getrockneten tomaten, kleingeschnittenen oliven und pesto - halt so allem, was imm kühlschrank vor sich hin dümpelte. dazu gab es salat - schade nur, dass es schon fast dunkel war, bis wir zum essen kamen und just beim essen auch noch die stunde der stechinsekten war. danach konnten wir aber noch gemütlich draussen sitzen bleiben und den abend ausklingen lassen. 

***

am sonntag musste zunächst die tochter zu einem trainingstag chauffiert werden, was auch wieder ein gast übernahm, solange konnten kai und ich frühstück zubereiten. wieder frühstückten wir gemütlich draussen und die gäste beratschlagten über das weitere tagesprogramm. ich warf noch einmal das limmatschwimmen in die runde, das am vortag neidvoll bestaunt worden war, und mit diesem naheliegenden vorschlag konnt ich punkten. also zogen wir mit badehosen und handtüchern an die limmat und liessen uns die übliche strecke hinuntertreiben. am sonntagmorgen waren wir das so ziemlich die einzigen und wurden dementsprechend von den spaziergängern bestaunt. 

nach dem schwimmen verabschiedeten wir den besuch - und da wir ja schon etwas getan hatten (limmatschwimmen) beschlossen wir, den tag eher gemütlich ausklingen zu lassen. also lesen, schreiben, im garten sein und später kochen. zum abendessen gab es eine lauchtarte, danach noch den tatort. 

der sommer ist noch nicht zu ende. paprikas und tomatenernte vom sonntag.

gelesen: simon libsig, der velodieb, der unters auto kam





Freitag, 11. September 2020

10. september 2020 - wir werden weder verhungern noch verdursten

heute nur nachbereiten der gestrigen sitzung, aufräumen und dann vorbereiten auf den wochenendbesuch, der schon am donnerstagabend eintrifft. es ist noch einmal richtig warm geworden, das bädle ist kühl, aber immer noch bebadbar. um die mittagszeit unterbreche ich die vorbereitungen für einen besuch der ausstellung von milena seiler "das japanische zimmer" im kunstraum baden, wo es heute eine mittagsführung gibt. schöne bilder, interpretativ von der vorstellenden für meinen geschmack überstrapaziert, dafür mochte ich die bescheidenen antworten der künstlerin und ich mag vor allem ihre bilder.

um neun uhr dann trifft der besuch genau wie angekündigt ein, wir sitzen noch und essen käse (mit dem neuen käsebesteck) und planen den morgigen ausflug nach luzern. 

so sieht es aus, wenn besuch aus dem ausland kommt. es gibt hier ja nix. aber wenigstens müssen wir jetzt nicht mehr verhungern. oder verdursten.

eventuell gibt es hier eine kleine blogpause wegen besuch.

Donnerstag, 10. September 2020

9. september 2020 - neu, alt, bärga

 heute habe ich einen der selten gewordenen reisetage in der stadt verbracht. eine weitere vorstandssitzung der filzszene.ch hat mich nach chur geführt. und da für den tag schönes wetter vorausgesagt war, habe ich an den rein arbeitsmässigen termin einen kleinen ausflug vorne dran gehängt. 

 

ich nahm die bahn - seit langem mal wieder für eine längere strecke - die durchweg relativ gut belegt war. (ich zögere, etwas zur maskenpflicht zu schreiben, aber da es erst meine zweite längere bahnreise seit einführung der maskenpflicht im öv war: die maskendisziplin ist insgesamt, so weit ich das beobachten konnte, relativ gut, ich sah jedenfalls niemanden, der keine maske anhatte - klar wird dann auch gegessen und getrunken und telefoniert und dabei stört die maske schon ziemlich...)

gegen halb zwölf war ich in chur und mein erster weg führte mich zum kunsthaus, wo ich im garten einen letzten einzelsitzplatz an einem grösseren tisch bekam und ein sehr leckeres gegrilltes ciabatta mit salat, avocadocreme und lachs zu mittag ass. das wetter war mir dann viel zu schön, um gleich ins museum zu gehen, anstattdessen spazierte ich ein bisschen durch die altstadt, die ich bisher noch kaum kannte. viel gastronomie, kleine läden, und an diesem spätsommertag durchaus touristisch. auf  verschlungenen wegen fand ich wieder zurück zum kunsthaus und war zunächst enttäuscht, weil ich auf der homepage nur so ungefähr geschaut hatte und die angestrebte ausstellung von roman signer erst anfang oktober startet. 

dafür wurde ich beim schlendern durch die räume dann positiv überrascht: die werkausstellung evelina cajacob - tanzen anders gefiel mir ausnehmend gut. es zieht sich ein roter faden durch ihr werk, der mich sehr anspricht, die hände und ihre arbeit spielen bei ihr immer ein grosse rolle. 

ganz offensichtlich in den videoarbeiten, aber auch in den zeichnungen, die alle von grossem fleiss und ausdauer sprechen. ausserdem war ich beeindruckt von dem konzept werkschau, das wirklich einen guten überblick über das schaffen der künstlerin zulässt. die ausstellung im bündner kunstmusem in chur läuft leider nur noch kurze zeit. dafür kann ich beim nächstens sitzungstermin dann die signer-ausstellung anschauen gehen.

immer wieder beeindruckend der bau des architekten peter zumthor - der nur äusserlich dem kunsthaus bregenz sehr ähnelt. 

drinnen - draussen

neu - alt - bärga

nach dem museum dann die sitzung - glücklicherweise konnten wir draussen im gastgarten sitzen, es war warm genug und zumindest zu anfang der zweistündigen intensiven arbeit wieder nicht sehr voll. 

nach pünktlichem schluss um fünf uhr ging ich nochmal kurz in die stadt, um ein in einem kleinen laden gesehenes käsebesteck zu kaufen - und verpasste so den nächsten zug, musste dann fast eine stunde warten und war doch nur eine halbe stunde später als gedacht wieder am ausgangsbahnhof. dort hatte ich für diesmal das velo im veloparkhaus deponiert und konnte so gemütlich nach hause radeln anstatt nur die halbe strecke mit dem bus zu fahren. 

zuhause ass ich übrig gebliebene mit spinat und käse gefüllte pfannkuchen. der wochenend-besuch hatte in meiner abwesenheit angerufen und sein kommen für den donnerstagabend angekündigt. also konnte ich mich nach kleineren absprachen an die planung eines ausflugs nach luzern machen. für reiseerfahrene globetrotter, die zusätzlich noch zu 50% studienkollegen sind, musste ich da schon ein bisschen gründlicher recherchieren. allerdings kapitulierte ich vor der aufgabe, mir die geschichte des deutsch-französischen krieges 1870/71 anzulesen - wegen des potentiellen besuchs des bourbaki-panoramas wäre das möglich, aber vielleicht auch nicht dringend notwendig. 

mit vorfreude auf den besuch zu bett. 

gelesen: charlotte link, das andere kind.





Mittwoch, 9. September 2020

8. september 2020 - elektrische landpartie

 zerlegter tag durch einen zahnpflegetermin um neun. ich versuchte, vorher ein bisschen etwas zu arbeiten und schaffte immerhin einen anfang. danach machte ich dann doch noch einmal den umweg über zuhause, denn ein ganzer anhänger voll dingen wollte in die werkstatt geschafft werden. 

in der werkstatt stellte ich erst einmal die alte ordnung wieder her, so dass wieder gefilzt werden kann, dann verräumte ich wolle und anderes material. dann mittagessen. eine sache für die kinderfilzkurse wollte ich noch ausprobieren, dann war es auch schon zeit, zu einer längeren velorunde aufzubrechen, die bestellten filzfinken (hausschuhe), die mir freundlicherweise noch in fertigem zustand mit angenähter ledersohle für den tag der offenen tür überlassen worden waren, sollten an ihren bestimmungsort gelangen. 

auf  dem bauernhof bekam ich kaffee angeboten, und sass ein bisschen und liess mir erzählen. die rückfahrt nahm ich noch über das gemüsedepot und war dann insgesamt erst gegen halb fünf zuhause. 

kurz nach mir traf auch kai ein, wir sassen ein bisschen vor der küche, wo die niedrigstehende sonne nun auch am spätnachmittag noch hin scheint. die tochter kam ebenfalls nach hause, kai ging noch eine runde schwimmen, ich beendete die am morgen begonnenen arbeiten und arbeitete noch ein wenig an der #woche der kreativität - ich hadere allerdings mit dem zeitfenster, denn die restliche woche, inklusive wochenende bin ich halt schon sehr verplant. 

dann kochte ich abendessen: es gab fenchel-karotten-gemüse mit grober bratwursteinlage, dazu polenta. wir sassen lange am abendessenstisch und erzählten einander vom tag. 

gelesen: charlotte link, das andere kind

gesehen: gran hotel

gehört: lage der nation, veruchsweise den podcast von sascha lobo, in dem er auf kommentare in seiner spiegelkolumne antwortet. wenig begeisterung, auch wenn er in der sache durchaus recht hat, nervt mich der duktus, in dem immer zuerst gesagt wird, was "richtig" am kommentar ist, um ihn anschliessend dann doch noch zu zerlegen. mir ist das zu oberlehrerhaft.

Dienstag, 8. September 2020

7. september 2020 - folientunnelblick

das kühlere wetter lässt allmählich eine freiere tageseinteilung zu, in der werkstatt ist es nicht mehr ab dem mittag so heiss wie noch im august. deshalb startete der tag mit küchenputzen und ich ging erst nach zehn in die werkstatt. 

dort hatte ich dann nicht einmal so richtig lust, den raum von ausstellung wieder auf arbeiten umzustellen, warum auch immer, und arbeitete erst wieder an der kursplanung. die themen für die kinderkurse stehen, dazu themen und termine für die monate dezember bis märz für erwachsene. im grunde muss ich ja nur irgendwann entscheiden, was ich anbieten will und termine festlegen - alles andere wird sich dann im laufe der zeit zeigen. 

gegen eins fuhr ich nach hause, wo kai uns eine restepizza aufgetaut hatte, ich schaffte sogar noch eine kleine pause und fuhr dann nach deutschland, post abholen, sommerpost aufgeben und einkaufen. jetzt ist also meine sommerpost unterwegs: auch wenn es jetzt schon ziemlich herbstlich ist, entstanden ist sie über den sommer, ich werde dann demnächst berichten, wenn sie ihre empfängerinnen erreicht hat. 

gegen halb fünf war ich wieder zuhause, wir tranken noch kurz kaffee und teilten uns ein mitgebrachtes süsses stückle, dann machten wir uns auf den weg zum geisshof. wir müssen ja für unser gemüse aus der solidarischen landwirtschaft nicht nur bezahlen, sondern auch mitarbeiten und hatten uns heute für zwei stunden "ernten vor dem verteilen" eingetragen. wir gruben rüebli aus (ich) und pflückten mit der leiter stangenbohnen (kai). als ich mit dem rüebliausgraben fertig war, pflückte ich noch die stangenbohnen in handhöhe durch. belohnt wurden wir gegen schluss mit einem schönen sonnenuntergang, den ich zuerst nur als widerschein in den folientunneln wahrnahm: 



zuhause wärmte die tochter die vorsorglich aufgetaute minestrone, so dass wir kurz vor halb neun auch endlich zu abend essen konnten. danach nicht mehr viel, nur noch serie gucken und dann früh zu bett. 

***

sonst so heute: 

ich habe mich für die "woche der kreativität"  von roberta bergmann angemeldet. auf instagram musst ich jetzt ein bisschen suchen, da findet man die posts zur woche der kreatibität nämlich unter @derkreativeflow. und weil mein hauptmedium halt immer noch hier der blog ist, werde ich den prozess hier zeigen, produkte dann vielleicht auch auf meinem instagramaccount. jedenfalls ging es gestern mit einem brainstorming los, das ich dann gleich wenig instagrammable auf der leergegessenen confiserieschachtel festegehalten habe: 

im frühjahr hätte ich ja gerne beim100dayproject mitgemacht, habe dann aber den einstieg verpasst, der button klebt im blog, wie ein in einer spendenaktion erworbener sticker auf dem laptop, damit ich es nicht vergesse, dass ich da noch was vor hatte. vielleicht schaffe ich es ja jetzt auf den herbst, mit robertas hilfe, ideen, schon ziemlich konkrete und ein bisschen weniger konkrete, habe ich genug.

gesehen: grand hotel

gelesen: charlotte link, das andere kind

Montag, 7. September 2020

6. september 2020 - wiederholungen und veränderungen

der sonntag nach dem vollgepackten samstag war dann ein gemütlicher. mit frischen brötchen zum frühstück, zeitausfüllendem bloggen, einem kleinen spaziergang mit  kaffeetrinken unterwegs im freien,

am wasserschloss gehen wir seit vielen jahren eine kleine runde, die sich von jahr zu jahr verändert. heute fanden wir einen neuen pfad durch ein dickicht, das auch nicht immer dort war. und ein flussarm dehnt sich immer mehr aus. teile des wegs, den wir im frühjahr noch gegangen sind, sind abgebrochen. 

der abbruch ist noch nicht lange her. teilweise ist das ufer auch unterhöhlt, man möchte dem rand nicht all zu nahe kommen.    
kaffee gab es nicht am see (es gibt auch nur drei minitümpel am wasserschloss) sondern im sunntigskafe auf dem alten bag-areal.

gemeinsamem abendessenkochen und tatort (mit der tochter, nach der obligatorischen schule, so hatten wir es hier immer kommuniziert, darf man sonntags auch zu schul- und arbeitszeiten, den tatort mit anschauen.



Sonntag, 6. September 2020

5. september 2020 - tag der offenen türen und #wmdedgt

was machst du eigentlich den ganzen tag, fragt frau brüllen wie immer am fünften des monats. 

nun war der heutige tag eher eine ausnahme und eben nicht repräsentativ für das was ich "eigentlich den ganzen tag mache" - ein ausnahmetag in der situation, in der wir seit mittlerweile seit sechs monaten leben ohnehin, aber auch sonst wäre es eher ein besonderer tag gewesen. 

heute war nämlich der tag der offenen türen in dem ehemaligen industrieareal, in dem meine werkstatt für handfilz und filzkurse seit mittlerweile fast drei jahren zuhause ist. lange zeit habe ich nicht geglaubt, dass der tag stattfinden wird, vor allem, nachdem bereits der weihnachtsmarkt im november abgesagt worden war, als die zahl der entdeckten neuansteckungen mit corona noch gar nicht, oder zumindest nicht wie gerade jetzt, am steigen war. lange zeit hörte ich auch kaum mehr etwas von der verwaltung des areals, dann ging plötzlich alles ganz schnell: ein grosses paket mit flyern, die den tag ankündigten, lag in meinem briefkastenund die werbemaschinerie auf social media lief an. immer noch jederzeit mit einer absage rechnend, bereitete ich mich dann auch auf diesen tag vor. die vorfreude ein bisschen gebremst durch den gedanken an die pandemie. 

und wie lief es denn dann? 

morgens gab es zuerst noch gemütliches familienfrühstück auf der terrasse, dann fuhr ich gegen halb elf in die werkstatt. im areal waren sichtbar schon am abend zuvor die vorbereitungen am laufen gewesen, nun standen überall draussen tische und bänke und hinweistafeln und tischchen mit desinfektionsmittelspendern. ich stellte schnell auch meinen filztisch vor dem einem der in der werkstrasse gegenüber gelegenen räume auf, mit deren benutzerin ich das schon im vorfeld abgesprochen hatte - mein plan war, damit menschen auf meine werkstatt aufmerksam zu machen, die nur durch die werkstrasse bummelten. meine werkstatt liegt nämlich ein bisschen versteckt. diese massnahme erwies sich dann durch den tag durch als eigentlich gar nicht so notwendig. aber zum start in den tag war es schön, unter den anderen teilnehmer*innen zu sein. gleichzeitig setzte eigentlich mit dem offiziellen beginn des tages um elf uhr ein steter besucherstrom ein. ich filzte die ersten eineinhalb stunden aber wirklich noch tapfer und vor allem zog ich, wie meist, kinder damit an, die ihren eltern erklärten, dass sie auch schon mal gefilzt haben. das ergibt sich dann oft ein guter einstieg in ein gespräch. gegenüber wurden würste gebraten, nebenan gab es tacos, weiter die werkstrasse hinauf ein malangebot und es kamen immer noch mehr und mehr besucher. 

gegen halb eins kam kai mit blumen und süssen stückle und wir zogen uns für eine tasse kaffee in die werkstatt zurück - wo allerdings auch der besucherstrom kaum abriss. draussen auf der terrasse wurden die ersten biere getrunken, ein dj legte in der grossen giessereihalle auf und beschallte die terrasse... und leider teilweise auch bis an die brüllgrenze meine werkstatt.

ich entschied, mit kai trotz vieler besucher eine erkundungsrunde durch die verschlungenen und versteckten treppenhäuser und flure des areals zu machen. tatsächlich kamen wir nicht weit und erkundeten den östlich von der werkstatt gelegenen teil der gebäude nur so halb, sahen künstler*innenateliers im schuhschachtelformat, architekturbüros mit grandioser aussicht, maltherapieräume, die zum tun anregten und vieles, was wir auch nicht näher anschauten, weil ich das gefühl hatte, auch mal wieder in der werkstatt anwesend sein zu sollen.

blick in die noch nicht so belebte werkstrasse

irgendwann nach zwei waren wir wieder zurück in der werkstatt - die sonne hatte mittlerweile meine filztische im freien erreicht und ich probierte ein bisschen mit einem neuen stellplatz herum, allerdings konnte ich keinen so richtig guten finden, an neuen ort stank es aus einer entlüftung, ich zügelte also zurück in die sonne. allerdings erledigte sich das problem dann von alleine, denn immer öfter wurde meine anwesenheit in der werkstatt gewünscht und zum schluss blieb ich dort, weil die besucher sich ohnehin in alle winkel des gebäudes vorwagten und auch wirklich viele gezielt oder nur zufällig in meine versteckt gelegene werkstatt fanden. oder vielleicht liegt sie ja auch gar nicht so versteckt? 

 


es ergaben sich viele gute gespräche, es gab viel interesse an den ausgestellten kursinhalten, es kamen auch einige menschen vorbei, die mich dort überraschend entdeckten.

mehrmals nahm ich anlauf, um das museum der ehemaligen armaturenfabrik zu sehen, einmal kam ich bis zur werkstatttüre, beim zweiten mal immerhin bis in die werkstrasse, beim dritten versuch war ich schon auf dem richtigen geschoss, und drehte gemeinsam mit menschen, die meine werkstatt suchten, wieder um. gegen halb sechs gelang es mir endlich, den raum, der mit alten armaturen und bildern gefüllt ist, zu sehen und ein glas wein aus den arealeigenen weingärten zu trinken. auf dem weg hinunter nahm ich wieder eine besucherin auf der suche nach mir mit. 

die signaletik im areal ist nach wie vor eine katastrophe, und wurde auch nicht besser dadurch, dass nun anstatt der mit nummern versehenen eingänge in den farblich bezeichneten arealen, die schon länger in verwendung sind, plötzlich wieder die gebäudenummern verwendet wurden, die eher verwaltungseinheiten bezeichnen, aber zur orientierung nur sehr bedingt taugen, wenn ein gebäude drei eingänge hat, die jeweils eine eigene etage erschliessen, es aber im gebäude keine möglichkeit gibt, zwischen den etagen zu wechseln. für die meisten besucher war das aber heute nicht so wichtig, weil sie ohnehin durch das gelände streiften - wer allerdings etwas bestimmtes suchte, war oft auf hilfe angewiesen. 

kurz vor sechs wurde ich dann von kai und tochter abgeholt - und ich war eigentlich ganz froh, dass ich einen anlass hatte, die werkstatt trotz noch immer belebtem areal ganz allmählich zu schliessen. der ausschank der neben mir gelegenen brauerei wurde mir mit zunehmender (alkoholbedingter?) ausgelassenheit pandemietechnisch einfach ein bisschen zu locker genommen. ja, da wurde von seiten der betreiber sicher vieles richtig gemacht, indem beim eingang deutlich auf die situation hingewiesen wurde, und neben dem üblichen desinfektionstischchen auch die dringende bitte, sich für den aufenthalt entweder digital oder analog zu registrieren, platziert, ja, da wurde sogar für den aussenbereich eine registrierung deutlich gewünscht, aber die gäste vergassen je länger je mehr vorsicht und abstandhalten, kinder rannten herein und heraus, am töggelikasten (meiner meinung sowieso so ein unding in pandemiezeiten...) ging es hoch her und ich war froh, den ort zu verlassen, bevor es weiter eskalieren konnte. das fühlte sich für mich einfach nicht mehr gut an. 

bevor wir aber die türen wirklich schliessen konnten, ergaben sich noch zwei gespräche zwischen tür und angel, wieder gute gespräche und ich kann nur hoffen, dass die beiden damen entweder meinen allmählich aufkommenden fluchtinstinkt nicht spürten oder wenigstens nicht auf sich bezogen.   

wir radelten dann in die stadt, um das von der tochter gewünschte burgeressen, das eigentlich zum ende der ferien hätte stattfinden sollen, nachzuholen. im ersten wunschlokal war im aussenbereich kein tisch mehr frei, aber unterwegs zur zweiten wahl kamen wir am englischen pub vorbei, und da der auch für seine burger gelobt wird und da gerade zwei (!) dreiertische draussen frei waren, entschieden wir uns kruzfristig um und assen dort wirklich leckere burger. mit blick auf die fussgängerzone und leckeren englischen getränken: london pride, cider und ginger ale. 

zuhause nicht mehr viel, noch ein glas wein auf dem balkon und dann früh zu bett. der tag war überraschend anstrengend gewesen.

Samstag, 5. September 2020

4. september 2020 - silma heisst auf estnisch auge

freitagvormittag ist haushaltstag, also habe ich das notwendige, plus dem ewig verschobenen staubsaugen des kellers erledigt. dann wollte ich eigentlich schwimmen, musste aber feststellen, dass die sonne nicht mehr hoch genug steht, um noch vor dem mittag das bädle zu erreichen. gegen halb eins war immer noch fast ein drittel im schatten und ausserdem die bank, die wir neuerdings an den rand des bädle gestellt haben. weil ich um zwei in der werkstatt verabredet war, liess sich das schwimmen aber nicht noch weiter hinausschieben. 

den nachmittag verbrachte ich mit einem meiner ehemaligen filzkinder, die jetzt vermutlich korrekt als filzjugendliche bezeichnet werden muss. (in den nachrichten war gestern auch dauernd von der "klimajugend" die rede, was mich persönlich total genervt hat, weil was soll hier bitte diminuiert werden? da sind viele junge menschen, ich denke aber, die hätten nichts dagegen, wenn sich alle ihnen anschliessen würden, egal ob  jung oder alt.)

jedenfalls, um wieder zum thema filz zurückzukehren, es entstand eine tasche fürs selbst zusammengesparte i-pad. wir machten die kanten extra ein bisschen dicker, damit es gut geschützt ist und eigentlich machte ich nichts, sondern gab nur zwischendurch ein paar ratschläge. und am ende noch ein bisschen lob - für selbständigkeit, exaktes arbeiten und schöne gestaltung. leider kein foto, es ging beim abschied alles ein bisschen schnell. 

ich musste nämlich noch tischerücken und aufräumen, für den morgigen tag. jetzt ist alles bereit und ich harre der dinge, die da kommen werden. 

zum abendessen fuhr ich nochmal kurz nach hause, es gab tomate mit mozzarella, und so gerne ich das eigentlich mag, es wäre jetzt dann mal gut mit sommer und tomaten in dieser form. 

 

für den abend hatten wir karten für eine vorstellung an der fantoche, dem animationsfilmfestival in der stadt, ergattert und sahen den völlig absurden aber sehr unterhaltsamen estnischen stop-motion-film old man cartoon movie. der film lief auf estnisch, mit englischen untertiteln, und mir fiel auf, wie sehr mich die gesprochene sprache beschäftigt hat, während ich die untertitel las. im grunde verstand ich kein wort, aber der melodie zu folgen, die so ganz fremd ist, war gut. 

gelesen: charlotte link, das andere kind

Freitag, 4. September 2020

3. september 2020 - krimi, trivial, titel egal

ich wäre endlich gerne mir diesem ganzen bürokram und dieser ganzen kursplanung fertig. anstattdessen sass ich wieder einen halben vormittag am schreibtisch und habe - was eigentlich? - getan. auf jeden fall konnte ich am ende wieder etwas von meiner liste streichen, jetzt sind erst mal die anderen dran mit erledigen. 

kurz war ich in der werkstatt, um mir vor ort noch einmal zu überlegen, was konkret noch für den samstag zu tun ist. ich merke dass mich "tag der offenen türen" mit corona noch mehr stresst als ohne. auch kein wunder. die vermieterschaft, die den anlass organisiert, hat auf den letzten drücker nun noch eine app lanciert. das ende der kurzfristigkeit war allerdings beim eintragen von angebotenem programm für den samstag erreicht. auch gut, dann bin ich völlig frei in meiner planung. wenn das wetter gut bleibt und es genügend interesse gibt, werde ich ein bisschen vor  der werkstatt in der werkstrasse filzen. und ansonsten: schaumermal. ich denke, das areal und die vielfalt der mieter wird ein übriges tun, es lohnt sich vermutlich sehr, das mal anzuschauen - ob ich dazu überhaupt gelegenheit haben werde? falls sie interesse haben, die infos zur veranstaltung finden sie hier.

den nachmittag teils mit ausdrucken von kursinfos - ich werde in der werkstatt alle kursinhalte bis weihnachten vorstellen - und teils im garten verbracht. ich konnte mich sogar zu einer schwimmrunde durchringen, obwohl kai die wassertemperatur mit "erfrischend" umschrieb. 

am spätnachmittag haben wir dann endlich die neuen tischplatten in die werkstatt gebracht und noch schnell eine runde gestaubsaugt. beim anschliessenden einkauf sind wir, weil mal in einem anderen laden, ein bisschen eskaliert und haben nun den kühlschrank voll mit dingen, die wir sonst nicht haben. 

zum abendessen kochte ich ein mangold-kartoffel-curry, traute mich allerdings nicht recht, es richtig zu würzen. es schmeckte gut, war zwar eher suppe als curry, aber ich hatte auch zu spät gelesen, dass man dazu reis reichen sollte. 

gesehen: grand hotel

gelesen: krimi, trivial, titel egal.


Donnerstag, 3. September 2020

2. september 2020 - nix besonderes, aber viel zu tun

 am vormittag in der werkstatt vor allem sohlen an hausschuhe genäht - und nebenbei darüber nachgedacht, was es noch alles für den tag der offenen türen braucht. dabei hat sich über den tag das problem des vollgestellten flurs gelöst: die leeren pappkartons wurden weggeräumt, von wem auch immer, und die band wird ihre sachen übers wochenende im probenraum lagern, das war mit einem einfachen dranerinnern erledigt. 

gegen ein uhr war ich dann zuhause, ass ein brot zu mittag und telefonierte zu einer tasse kaffee. 

draussen war es wieder sonnig geworden, aber nicht wirklich warm. ich füllte die grünguttonne - vermutlich wird es jetzt noch eine weitere füllung brauchen, dann habe ich die kirschlorbeeransammlung im untersten teil des gartens soweit zurückgeschnitten, wie ich es für sinnvoll halte. grillholz haben wir dann auch wieder reichlich fürs nächste jahr. 

ich deckte noch das bädle auf, hier musste dringend wasser abgelassen werden, konnte mich aber nicht dazu durchringen, auch reinzugehen. vielleicht wird es ja am wochenende wieder wärmer. 

die tochter kam nach hause und ich setzte mich an den berg bürokram, den ich bisher erfolgreich vor mir her geschoben hatte: bildverwaltung für den abgelaufenen monat, kursbeschreibungen aufbereiten zum ausdrucken für samstag und dabei die kursseite aufräumen. ausserdem weitere kurse planen, diesmal ausser haus. 

da war dann auch schon kai zuhause, übernahm in sachen bädle, während die tochter zwetschgenkuchen buk, etwas experimentell, mit hefeteig und einem sahne-ei-guss. 

danach dann nicht mehr viel ausser ein bisschen kommunikation per wa und serie gucken. 

gehört: die erste nach-sommer-folge des corona-updates von ndr-info mit christian drosten

gesehen:grand hotel

Mittwoch, 2. September 2020

1. september 2020 - unter laborbedingungen

start in einen neuen monat, start in eine neue jahreszeit. 

zur jahreszeit äusserte ich mich schon verschiedentlich, jetzt also nicht nur gefühlt, sondern ganz offiziell meteorologisch: herbst. der monat bringt viel arbeit, aber auch besuch und hoffentlich (!) ein paar tage ferien auswärts. so weit man das überhaupt momentan absehen kann. 

morgens in der werkstatt arbeitete ich weiter an prototypen - noch ist nicht alles ausgereift, aber ich denke, da sind durchaus dinge dabei, die es sich weiterzuverfolgen lohnt. 

von der werkstatt aus radle ich zuerst zum bücherschrank, ich muss die beiden bücher loswerden, die ich bereits gelesen hatte (und finde natürlich auch wieder ein buch). dann weiter zum gemüsedepot, leider ist das gemüse noch nicht da. dafür mache ich trotzdem den schlenker über das blumenfeld, denn wir sind wieder mehr drinnen und es lohnt sich, blumen nach drinnen zu holen. der garten gibt allerdings gerade mal so viel her, dass er sich selber schmücken kann. 

mittagessen heute mit kai - seit dieser woche trägt er im kalender wieder die homeoffice-zeiten ein, bis letzte woche waren es noch die tage, an denen er ins büro fuhr. nach zwei wochen, in denen er nahezu komplett ausser haus war, wurde das aber auch allmählich absurd. 

nach dem mittagessen beantworte ich eine mail: eine liebe leserin und filzfreundin hat meinen newsletter und die filzquadrat-homepage aufmerksam gelesen und einen wirklich saublöden fehler entdeckt. ein bisschen juckt es mich, ein ratespiel draus zu machen... aber nein, ich verrate es ihnen: bei der stickerei auf der tasche habe ich shashiko mit shibori verwechselt. sie ist natürlich mit shashiko-stickerei verziert, die tasche,  shibori wäre eine abbindetechnik, mit der man stoffe/filze ganz speziell färben oder verformen kann. mein familieninternes lektorat für die öffentlichkeitsarbeit ist doch zu wenig fachlich versiert. aber glücklicherweise wird hier ja aufmerksam mitgelesen. danke! 

ich bleibe noch ein bisschen am schreibtisch und gebe eine grössere wollbestellung auf. für die geplanten kurse gibt es anmeldungen und auch wenn ich noch den ganzen herbst und winter alleine filzen würde, brauchte ich trotzdem material. 

kai macht früh feierabend, so haben wir gelegenheit, beim burenaldi ein paar pflanzen zum halben preis zu retten. die rosen sehen alle nicht so gut aus - hat es ja auch schon reichlich im garten - dafür dürfen mit: eine kletterhortensie, eine clematis, ein winterjasmin und ein oregano, den kai in diesem sommer schmerzlich vermisst hat, weil er im alten garten überall als bodendecker vor sich hin gewuchert hat. 

anschliessend holen wir noch das gemüse. zuhause bügle ich, kai bereitet das abendessen vor: heute gibt es gemüsecurry mit reis. die tochter trudelt aus ihrer ersten saxophonstunde als auszubildende ein. sie geht jetzt alle zwei wochen in den unterricht - anders als die jugendlichen, die weiter zur schule gehen, müssen lehrlinge den musikunterricht komplett selbst bezahlen und logischerweise in der deutlich knapperen freien zeit unterbringen. die tochter beteiligt sich mit einem betrag an den musikstunden, wir übernehmen den rest. und falls ich mal die gelegenheit habe, würde ich da schon gerne beim kanton nachfragen, was denn das für eine seltsame regelung ist.

nach dem abendessen frage ich die tochter noch für die berufskundeprüfung ab - die ersten tests stehen auch schon an und sie ist sehr emsig am lernen. dafür kenne ich jetzt den aufbau der haut und diverse medizinische fachbegriffe. dabei fällt mir immer wieder auf, welches durcheinander aus griechisch und latein da herrscht, schon alleine die hautbestandteile heissen einmal -dermis (griechisch) und einmal -kutis (lateinisch).

spät am abend meldet sich noch der urlaubende sohn: er hat die sh-worte ausgetauscht* und schickt fotos vom urlaub. sieht sehr erholsam aus. ich habe ein schlechtes gewissen, ihn mit arbeit belästigt zu haben, obwohl oder gerade weil ich weiss, dass er eh immer arbeitet. 

gelesen: noch kein neues buch. 
gehört: da spotify heute keine podcasts abspielen wollte, musste ich auf meine schlecht gepflegte bibiliothek aus hörbüchern zurückgreifen, da gab es: 
- einen sehr empfehlenswerten essay zur klimakrise von jonathan franzen, der fragt "wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?"
- eine seltsame sammlung von ideen für kreative, wie sie besser kreativ sein können, der ich vor allem entnehme, dass ich morgens am besten gleich mit kreativem starte, oder doch besser mit einer selbstgewählten routine oder reflexion, alle digitalen geräte ausstelle oder lieber zuerst meine mails organisiere, nein, die beantworte ich erst am nachmittag, wenn ich eh nicht mehr kreativ bin oder was jetzt eigentlich? 
gesehen: grand hotel, beruhigend banal. 

*ich kann meine homepage eigentlich selbst verwalten. bis auf die arbeitsbeispiele, die hat mir der sohn nämlich mitten in der heissen corona-phase mit ebenso heisser nadel ganz schnell gestrickt, und für ein vernünftig zu bedienendes backend war noch nicht die zeit.

Dienstag, 1. September 2020

31. august 2020 - gartenpläne

 der regen hat aufgehört. im garten waren ein paar stauden umgefallen, die habe ich später am nachmittag dann wieder aufgerichtet. in einem sonnigen eckchen konnte man da schon wieder draussen sitzen. 

am morgen in der werkstatt habe ich damit begonnen, neue filzideen auszuprobieren. auch wenn die kundschaft oft das gleiche will - in den kinderfilznachmittagen wechselt ja auch das publikum immer mal wieder - habe ich den ehrgeiz immer auch neue ideen ins programm aufzunehmen. inspirationen kommen dazu meist von pinterest, das meiste erfährt dann aber einige modifikationen, bis es mir erstens gefällt und für filzanfänger machbar ist. deshalb braucht es auch ein paar anläufe, bis ich zufrieden bin. 

irgendwann nach zwölf war ich zuhause, zum mittagessen gab es belegtes brot mit salzgurke. danach machte ich mich mehr oder weniger gleich an das ausmisten und saubermachen der drei vorratsschubladen. wenig wegzuwerfen, aber einiges ist auf der dringend-verbrauchen-liste gelandet. 

am frühen abend dann eine weile im garten gewurstelt, nichts grosses, nur blümchen, die der regen zermatscht hat, abgeschnitten. einige rosen, die nicht genug luft und platz haben, sind jetzt am ende des sommers in einem erbärmlichen zustand. vor lauter rosenrost haben sie keine blätter mehr, blühen aber immer noch. es wäre schön, wenn ich sie im herbst ausgraben und ein wenig lockerer im beet verteilen könnte. es wird darauf ankommen, wie alt die stöcke sind und ob ich es schaffe, sie mitsamt ihren sehr tiefen wurzeln auszugraben und auseinander zu bekommen. 

zum abendessen suchte ich reste zusammen: ein patisson-kürbis wurde in scheiben geschnitten und paniert in der pfanne angebraten, zu den restenudeln kochte ich eine sosse aus paprikas aus dem garten, frisch geernteten, im regen ausgesprungenen tomaten und rahm, der dringend verarbeitete werden muss. sehr leckeres drei-komponenten-essen*. 

gelesen:eat, pray, love aufgegeben, ich habe das schon mal gelesen und keine ahnung ob mir der ton damals gefallen hat, jetzt finde ich ihn jedenfalls unerträglich. geht zurück in den bücherschrank.

gehört: lage der nation, die letzten beiden folgen 201 und 202


*erinnern sie sich noch an die heilige trinität aus fleisch/fisch - sättigungsbeilage - gemüse/salat? früher waren gefühlt alle essen so aufgebaut, bei uns ist das eher ausnahme, eben das drei-komponenten-essen.