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Montag, 31. August 2026

kw 35 - endspurt und hagelsturm

keine ahnung, wo diese woche hingekommen ist. es gibt auch quasi keine fotos. 

also von vorne. 

montag brauchte ich als ausruhetag vom langen sonntag - und um ein paar dinge zuhause zu erledigen, unter anderem die zweite charge holundergelee einzukochen und ein bisschen im garten herumzufuhrwerken. 

dienstag war ich in der physio und anschliessend in der werkstatt, die wilden sitzfelle, die ich dem schafzüchter versprochen habe, müssen endlich auch mal fertig werden. am nachmittag gab es eine menge bügelwäsche und anschliessend eine recht späte schwimmrunde, unter anderem, weil ich mit der dame am empfang des schwimmbads eine bisschen plaudern musste. am abend war ich alleine zuhause, das nutzte ich dann für frühes zubettgehen zum lesen. 

mittwoch arbeitete ich im kulturzentrum, die stimmung ist denkbar schlecht, ich weiss auch nicht, was da nun wieder los ist. was ich weiss: dass jede besprechung in grundsatzdiskussionen ausufert, dazu noch über dinge, die wir auf ebene betriebsleitung halt eigentlich nicht ändern können, ist auf dauer keine arbeitsgrundlage. als aufsteller schaute die momentan in kinderpause befindliche betriebsleiterin vorbei, nebst dreimonatigem nachwuchs, wir tranken gemeinsam kaffee - aber auch sie spürte vermutlich deutlich die spannungen.  
und am nachmittag radelte ich zum haareschneiden, die sind nun wieder richtig kurz. 

donnerstag dann noch eine kleine runde werkstatt, vor allem zum aufräumen und für entwürfe für den nächsten shirdak, der ein bisschen grösser werden soll, noch kann ich mich nicht recht entscheiden, ob eher 80 x 120 oder doch gleich 100 x 150 cm. eigentlich wollte ich überlegen, welche wolle ich in welcher menge bestellen muss, nun aber habe ich die idee, vielleicht doch aus dem fundus der vorhandenen farben zu arbeiten. das wäre dann vermutlich weniger ton in ton, sondern eher sehr bunt. am ende wird der teppich in der kleinen version um die 2 kilogramm schwer werden, und ich weiss noch nicht so recht, ob ich das tatsächlich handhaben kann. aber ich kann einfach mal mit einzelnen teilen anfangen, das ist schon ziemlich gut. 
am nachmittag dann der letzte einsatz im museum vor den ferien. es war viel los, schon vor der eigentlichen öffnungszeit war eine grosse gruppe da, was die aufsichtszeit verlängerte. 

freitag dann schon fast ferien, zumindest hatte ich keine festen aushäusigen pflichten mehr. mit der wöchentlichen putzrunde war ich gerade fast fertig, kai war unterwegs zum gipfeli holen, als innerhalb von minuten ein heftiges gewitter aufzog, zuerst mit viel wind, dann heftiger regen und am ende ein hagelsturm, der im garten einiges verwüstete. zeitweise dachte ich, dass die heftigkeit von wind, wasser, hagel auch unsere scheiben an der westseite eindrücken könnte, aber glücklicherweise ist das nicht passiert. 

9.43 uhr - noch scheint die sonne

9.49 uhr - der hagelsturm ist schon fast wieder vorbei

 
zwischendurch fühlte es sich ein bisschen an, als ob man mit dem ganzen haus durch eine autowaschanlage fahren würde.  

 



 von den hortensien ist nicht viel übrig geblieben, den boden bedeckt eine schicht gehäckselte blätter. 



 die tomaten haben nicht nur den hagel abbekommen, sondern auch noch alles, was vom dach herunterkam und die dachrinne nicht aufhalten konnte. die frage, ob die nachbarin sie giessen soll, hat sich damit auch erübrigt. und der punkt auf der todo-liste mit der verarbeitung der reifen tomaten und des üppig wuchernden basilikums. 

 

auch die trauben wurden nicht verschont, immerhin sind die früchte in den säckchen, die eigentlich vor wespen schützen sollen, nur wenig in mitleidenschaft gezogen worden. aber aussortieren muss ich sie halt schon und jetzt möglichst rasch verteilen. 

apropos wespen: so wenig wie in diesem jahr hatten wir noch nie. ob das mit der hitze und grossen trockenheit zusammenhängt? 

am freitag regnete es noch einige male, so dass wir gar nicht recht mit dem aufräumen im garten beginnen konnten, sondern eigentlich nur das retten, was noch zu retten war. 

am samstagmorgen war es dann aber so weit abgetrocknet, dass wir laub, äste und was sonst noch so in unseren garten geflogen gekommen war, zusammenfegen und wegbringen konnten. ein nicht so schöner ferienstart, zumal es auch schnell wieder recht warm und drückend wurde und die arbeit im garten so gar keinen spass machte. in den nachbargärten wurde teils deutlich hörbar schweres gerät eingesetzt, um auch noch das letzte blättchen zum verschwinden zu bringen. wir liessen auf wiese und beeten alles liegen und waren froh, als wir die gepflasterten flächen einigermassen frei hatten. 

ein bisschen zaghaft haben wir noch begonnen, dinge für die ferien zusammenzutragen, dann waren wir am abend noch bei der tochter zum abendessen in ihrer neuen wohnung eingeladen. von dort zogen wir gemeinsam weiter, ein letztes mal die sommerbar im royal zu geniessen, aber wurden mit der musik nicht so recht warm und gingen früh nach hause. 

den sonntag begannen wir mit einem aushäusigen frühstück, nach vielen, vielen jahren mal wieder bei frau meise auf dem balkon in der unteren altstadt. schön wars und lecker. danach waren wir bereit für reisevorbereitungen, wie letztes bügeln (wir werden unterwegs keine waschmaschine haben), packen, das auto füllen. noch ist nicht alles drin, den rest erledigen morgen früh, bevor es so richtig losgeht. 
 

 

Sonntag, 23. August 2026

kw 34 - scheisskapitalismus

 zur zeit ist jede einzelne woche so unendlich vollgepackt und anstrengend. oder ich bin einfach wirklich urlaubsreif. aber endlich ist die abkühlung da. zwar zuerst noch ohne nennenswerte niederschläge, am montag so ein bisschen regen, dann aber ab donnerstagnacht und noch den ganzen freitag ergiebiger, so dass endlich die giesswasservorräte wieder aufgefüllt sind. vielen schon verdorrten pflanzen hilft das jetzt auch nicht mehr und für flüsse, seen und erst recht das grundwasser müsste es viel, viel mehr regnen. 

in die woche startete ich eigentlich durch das vollkommen durch arbeit unversehrte wochenende ausgeruht, aber halt mit einem arbeitstag an gleich zwei orten. am morgen im kulturzentrum versuchte ich, die wichtigsten dinge für meine ferienabwesenheit zu übergeben, am nachmittag war infoanlass im museum für die aufsichten und am abend dann noch vorstandssitzung wieder im kulturzentrum. gut, dass ich danach noch auf ein getränk zu kai in die royale sommerbar ging, hat den wochenstart zwar ein bisschen versüsst, aber ich kam halt doch gleich am montag spät ins bett.   


am dienstag verteilten sich verschiedene termine ein bisschen arg über den vormittag - ich kam aber zwischendurch immerhin für so lange in die werkstatt, dass ein weiteres veggiesitzfell fertig geworden ist. leider ist die wolle in diesem jahr durch kleine einstreupartikel sehr verschmutzt, die ich auch im trockenen zustand nicht aus den fellen herausbekomme. vielleicht stecke ich sie doch mal in die waschmaschine und sehe, ob es dann besser wird. 
am nachmittag schwamm ich im jetzt wieder fast leeren becken des örtlichen freibads, einerseits sind die sommerferien zu ende und andererseits hat es ja abgekühlt, auf einigermassen angenehme freibadtemperatur. nach viel mit armen am morgen in der physiotherapie wurde ich ein bisschen schneller armmüde als sonst. 

für den mittwoch war das vorstandsreisli der filzszene geplant - ich fuchs hatte mir gedacht, dass ich an diesem tag gut mein velo zum service bringen könnte, am ende wurde dann doch eine grössere logistiksache draus. am morgen buk ich als erstes einen zwetschgenkuchen, dann erledigte ich das übliche morgenprogramm mit giessen, turnen, vokabeltrainer plus einen schnellen blick ins arbeitspostfach vom kulturzentrum, bevor ich um neun mit velo, kuchen und allem andern zeugs in richtung velowerkstatt startete. danach ging es mit dem bus weiter, über bahnhof (wegen doofer busumleitung) zum kulturzentrum um dort den kuchen für die nächsten stunden unterzubringen, zurück zum bahnhof, wo ich reichlich zeit hatte, mir einen capuccino zu holen und mich auf die stadtführung vorzubereiten. zuerst aber traf ich noch den ältesten sohn, der mir ein bisschen gesellschaft leistete. 
kurz vor elf kamen fast alle vorstandsfrauen an, eine fehlte wegen hitze, für den tag waren schon wieder mehr als 30 grad angekündigt. wir machten gemeinsam einen spaziergang durch die badener altstadt, die recht bestaunt wurde (keine der frauen kannte baden vorher) und an der limmat entlang zum restaurant auf der ennetbadener seite. danach holte ich den kuchen ab und wir machten uns auf den weg in die villa langmatt.

dort war noch zeit für ein kleines päuschen, dann führung durch park und haus und anschliessendes kaffeetrinken und kuchenessen. eine vorständin machte sich auf den heimweg, zwei legten sich auf die wiese für eine pause, und ich ging mit der anderen shirdaklenden kollegin teppiche angucken. gegen halb sieben war ich zuhause und froh, dass wir am morgen das ambitioniertere kochprogramm auf tomate und mozzarella geändert hatten. und kai hatte mein velo schon ausgetauscht - auch seines braucht einen service. 

den donnerstagvormittag nutzte ich für weitere urlaubsvorbereitungen für die kulturzentrumsarbeit, den nachmittag verbrachte ich arbeitend im museum. fürs abendessen und eine kleine pause kam ich nach hause, wir beobachteten immer wieder das wetterapp, denn regen war angesagt, zog aber immer wieder südlich oder nördlich vorbei, so dass wir am abend auch noch das konzert von fish on the mountain draussen auf dem sommerbar-platz geniessen konnten. 


 sieht vielleicht nur mässig gemütlich aus, ist aber wirklich nett dort auf dem platz. 

diesmal wurde es gar nicht spät - wir sassen nur viel zu lange noch bei uns zuhause, nachdem ein paar minuten nach unserer ankunft der regen und das gewitter begonnen hatte. 

freitag war haushaltstag mit viel regen, endlich!  am nachmittag hatte ich mich entschieden, den start einer veranstaltung im kulturzentrum zu begleiten. das in erster linie, weil eine kollision von zwei gruppen möglich gewesen wäre, wobei eine mietende eh schon aus einem anderen grund auf uns vom kulturzentrum nicht gut zu sprechen war. manchmal gibt es sehr hohe erwartungen an unsere arbeit, räume, werbung und so weiter, und manchen menschen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass die niedrigen beiträge, die sie an die raummiete leisten, auch nur deshalb möglich sind, weil wir nicht alle diese erwartungen erfüllen können (und manchmal auch nicht wollen.) probleme gab es keine - was aber auch daran lag, dass die mieterin letztendlich gar nicht auftauchte. sie hat einen gültigen vertrag, ihre veranstaltung führen wir im programm, ich hatte ihr ein mail mit den zugangsdaten zum raum geschickt, auf das sie mir auch noch geantwortet hatte - aber am ende blieb der für sie so aufwändig durch meine anwesenheit reservierte raum leer. und ich stellte fest, dass an anderer stelle auf unsere homepage dieser termin nicht auftauchte... mal sehen, ob ich dieses rätsel lösen werde. dafür hat sich dann jemand anderes beschwert, weil der vermietete aber nicht benutzte raum nicht zum warten zur verfügung stand, omg, warum sind die menschen nur so kompliziert? 

samstag waren wir gemütlich auf dem markt und erledigten noch ein paar andere dinge in waldshut, dann stand schon wieder ärger im kulturzentrum auf dem programm: beim vorbereiten der räume auf eine veranstaltung am sonntag musste ich feststellen, dass der putzdienst am morgen nicht dagewesen war. natürlich ging niemand ans telefon, als ich dort anrief, also erledigte ich zusammen mit kai kurz das gröbste selbst. später zuhause erreichte ich dann doch noch jemanden, mir wurde versprochen, dass das putzen nachgeholt wird, alleine die sms, die man mir nach getaner arbeit schicken sollte, habe ich nicht bekommen. 

wieder zuhause verräumten wir unsere einkäufe, ich buk schnell einen zwetschgenkuchen, wir ernteten eine zweite menge holunderbeeren zum entsaften und ich füllte bis zum frühen abend eine grüngutonne mit der ausufernden zierquitte. dann endlich ein bisschen pause, später noch abendessen mit verschiedenen kleinen fleischstücken vom grill und salat dazu. ich recherchierte die fahrtroute für unsere ferien, bald geht es los! am abend drinnen ein seltsamer film - "mein glück", die geschichte eine lastwagenchauffeurs, der auf einer fahrt durch russland in einem dorf stecken bleibt und ab da wird die handlung dann so seltsam und verworren, dass ich sie nicht wiedergeben kann. es gibt im film, etwa so bei einer guten stunde eine seltsame veränderung, der erste teil ist zwar auch bereits sehr fremd, aber mit sparsam guten dialogen und sehr spannender kameraführung, der zweite teil war geprägt von seltsam hölzernen dialogen, unwirklich holzschnittartigen charakteren und glänzte durch assynchronen ton und eine wirklich merkwürdige, teils lieblos kadrierte bilder. wahrscheinlich dachten wir beide, dass es wieder besser würde, wurde es aber nicht. 

den sonntag verbrachte ich arbeitend im museum, dazu noch ein besonders langer arbeitstag, von halb zehn bis halb sieben - sonst dauern die wochenendeinsätze nur sieben stunden inklusive vor- und nachbereitungszeit. und es war grossanlass - motorsport classics mit jaguarautomobilen im park, dazu schönes wetter, freier eintritt ins museum und kostenlose kurzführungen. das bescherte uns bis zum abend mehr als 1200 besucher und dementsprechend anstrengend war der tag dann auch. 

 
 

im anschluss radelte ich trotzdem ich wirklich schlagkaputt war noch schnell am kulturzentrum vorbei und tatsächlich, die mietenden waren schon mit ihrer veranstaltung fertig und ich konnte gleich noch endkontrolle machen und die räume wieder abteilen. juhui, das rettet mir den montagmorgen! 

jetzt noch pizza und sonst nicht mehr viel. 

sonst noch so? 
 

die raupe eines schwalbenschwanzes an der petersilie! ich weiss, dass unsere nachbarn mit den kindern gelegentlich schwalbenschwänze aufziehen und es deshalb auch die schmetterlinge im quartier immer wieder zu sehen gibt. sie legen aber auch offensichtlich eier und sind dabei nicht einmal so wählerisch. am mittwoch habe ich die nicht mehr ganz kleine raupe entdeckt, am donnerstag nochmal gesehen, beim regen am freitag dann vergessen nachzuschauen und am samstag war sie verschwunden, aber mit ihr auch noch viele viele blätter von der petersilie. hoffentlich hat sie sich irgendwo verpuppt und ist nicht von einem vogel geholt worden. im nächsten jahr sollte ich  vielleicht mal ein paar fenchelpflanzen irgendwo platzieren? 

zweimal musste ich mich in dieser woche über die dreistigkeit von menschen wundern (und auch ein bisschen ärgern), die denken, dass regeln für sie nicht gelten und ganz klar aussprechen, dass dies aufgrund ihres reichtums, vermögens, steueraufkommens so sei. ich frage mich seither, ab welchem steuerbaren einkommen das so sein soll? und kann man diese menschen dann bitte dazu verpflichten, immer eine aktuelle steuererklärung mitzuführen, dass kontrolliert werden kann, welche regeln auch für sie verbindlich sein sollen und welche sie übertreten dürfen? noch widerlicher finde ich übrigens den umkehrschluss, nämlich dass besonders alle, die nichts oder wenig haben, sich besonders an alle regeln zu halten haben. 
 

 

Sonntag, 16. August 2026

kw 33 - kreativer als auch schon (vielleicht wegen der aussicht, dass die hitzewelle endet)

wenn sich die wettervorhersagen für die kommenden tage und darüber hinaus bewahrheiten, ist die vergangene woche die letzte mit so absurder hitze gewesen. was allerdings bleiben wird, ist die dürre und das ausbleiben von grösseren und längeren regenfällen. 

die hitze beschäftigte mich diese woche vor allem im hinblick auf einen termin in meiner werkstatt, die ich ja seit dem beginn der hitzewellen kaum mehr so richtig genutzt habe - auch weil anfang des sommers ja zusätzlich das baugerüst vor dem fenster und die fehlenden storen nervten. nun war ich wieder an ein paar tagen dort und habe sogar ein wenig gearbeitet. 


 wobei der montag erst mal mit werkstatt-office startete. der schlüssel zu einem lagerraum im kulturzentrum tut nicht, was er soll, das mietverhältnis ist kompliziert und ich musste mir den weg zu einer zuständigen person erkämpfen, inklusive viel wartens auf rückrufe, also nahm ich halt mein büro mit in die werkstatt und wechselte immer mal wieder zwischen wolle und telefon hin und her. 

ansonsten habe ich endlich damit begonnen, die vliese aus der diesjährigen schur der zackelschafe zu verarbeiten. ich wollte ein wenig üben, denn für den freitag war hoher besuch zum veggiefellfilzen angekündigt. 

dasselbe wiederholte ich (ohne den office-anteil) am dienstagmorgen - gegen mittag wurde es jeweils gut warm in der werkstatt, morgens war es noch auszuhalten gewesen und ich konnte jeweils ein wenig lüften. 

mittwoch dann war die kollegin zurück aus den ferien, was einen langen arbeitstag im kulturzentrum ergab (sonst bin ich nur vormittags dort), allerdings unterbrochen durch ein gemeinsames mittagessen auf der schattigen terrasse über der limmat im restaurant gegenüber. und den besuch des ältesten sohns, der sich unsere musikanlage angeschaut hat, allerdings hat er auch nicht wirklich etwas bewirken können, was wir nicht schon selbst herausgefunden hatten, man bräuchte ein passwort. mal sehen ob das herausgerückt wird oder ob die frage danach dann doch bewirkt, dass die eigentlich involvierte person es dann mal schafft, bei uns vorbeizukommen und uns eine einführung in die höllenmaschine zu geben. 

am spätnachmittag war ich zurück zuhause und hatte endlich zeit, ein paar dinge mit der vereinskollegin zu klären, die die journalistin von der coop-zeitung für den freitagnachmittag eingeladen hatte. unter anderem bestand ich auf weitergabe der information "es wird heiss". 

und dann war da ja noch die sonnenfinsternis! 


 als wir ende vergangener woche noch keine sofi-brillen hatten, war ich fast schon davon überzeugt, dass wir das ereignis verpassen würden. und ein bisschen traurig, weil endlich konnte man mal davon profitieren, dass pausenlos die sonne scheint und kein wölkchen am himmel zu entdecken war. aber kai hat dann am samstag noch brillen ergattert. 


ein bisschen dunkel wurde es bei voller bedeckung von 91% - kein vergleich zu 1999, als sogar die strassenbahn in stuttgart mit licht unterwegs war. 


ein bild von der bedeckten sonne habe ich nicht gemacht, ich hatte im vorfeld weder lust noch zeit mich mit den technischen möglichkeiten zu beschäftigen und es gab ja auch reichlich bilder. im bild oben ist das spektakel fast vorbei - die sonne geht, immer noch gut zur hälfte bedeckt, unter. an der stelle, an die wir mit einem umweg über einen dann doch nicht so guten beobachtungsplatz geradelt waren, waren noch andere menschen, eine schöne stimmung auch. ruhig, wir nahmen uns zeit, das allmähliche verschwinden und wiederauftauchen der sonne hinter dem mond anzuschauen (mussten ja die brillen auskosten), nahmen aber auch die dämmerung wahr (es blieb eigentlich ziemlich hell) und den wind, der mit der dämmerung kam. 
nach menschlichem ermessen und da wir keine grossen fernreisen unternehmen wollen, wird das die letzte so fast vollständige sonnenfinsternis gewesen sein, die wir erlebt haben. 

am donnerstag räumte ich final die werkstatt für den freitag auf und her - dann hatte ich noch einen servicetermin mit anschliessendem mittagessen und den nachmittag verbrachte ich bei den impressionisten in der villa langmatt. 


 auch da heiss, heiss, heiss. vielleicht aber wirklich der letzte so heisse und stickige arbeitsnachmittag dort. ausserdem habe ich mir noch ein paar schuhe fürs museum gekauft - geschlossene schwarze aus leder und mit fussbett. allerdings kamen die erst am freitag. damit sollte ich nun auf längere sicht ausgestattet sein für die mueumsaufsicht. 

der freitagnachmittag, der mir (und noch mehr der vereinskollegin) so viel sorgen bereitet hatte, ging dann erstaunlich gut über die bühne. mit der journalistin kam auch noch eine fotografin, wir redeten zuerst ein bisschen, dann filzte ich gemeinsam mit der journalstin ein veggiefell und nach kurzer zeit stellte sich das ein, was sich im besten fall beim filzen einstellt: eine gewisse ruhe, eine empfindung von kontemplation, freude darüber, was die hände bewirken können und am ende die begeisterte einsicht, etwas mit den eigenen händen erschaffen zu haben - fast ohne hilfsmittel! 
die begleitung durch die fotografin war ruhig und dezent, es blieb viel zeit vom verein, aber auch vom filzen allgemein zu erzählen und nun dürfen wir gespannt sein, was wir vorab zu lesen bekommen werden. erscheinen wird der artikel erst im herbst, aber das ist auch gut so. 

und noch einmal war ich diese woche in sachen filzszene unterwegs! nach einem frühen und kurzen marktbesuch fuhren kai und ich am samstagmittag in den prättigau, wo christoph vetsch und das ganze team dazu eingeladen hatten, mit ihm den neubau seiner wollkarderei und -spinnerei zu feiern. 

hmm, vom neuen gebäude hab ich jetzt gar kein foto gemacht. 


die faszination der über hundert jahre alten maschinen (es gibt auch neuere) ist einfach immer wieder zu gross. die grosse kardiermaschine war vom löschwasser des brandes vor zwei jahren schon sehr in mitleidenschaft gezogen, konnte aber gut wiederhergestellt werden. 


ansonsten nur ein paar atmosphäre-fotos. ich war schon ein paar mal dort und konnte kai selbst ein bisschen die maschinen erklären, wobei auch immer jemand vom team für fragen da war. 

detail im neubau ... an den alten fenstern geht man vorbei, wenn man ins obergeschoss in den neuen laden geht. dort war ich dann auch noch, nur ein teil der einkäufe ist für die werkstatt bestimmt. 

diese bunten baumwollstrangen sollen eine weitere häkeldecke geben. ich hatte so viel spass am herstellen der ersten, dass ich einfach noch mal eine machen möchte. 

am spätnachmittag fuhren wir wieder zurück - auch unterwegs blieb es trotz wolken in den bergen weiterhin trocken. wir hätten noch in die royale sommerbar gehen können, einigten uns dann aber auf zuhause bleiben. 

ich hatte inzwischen mit einem kleinen nähprojekt begonnen, das ich auch gleich am abend noch fast fertig bekommen habe. 

geben soll das eine art zusammenfaltbare tasche für allerhand dinge, die ich so immer mit mir rumtrage. 


später am abend gabs dann noch käse- und wurstplättchen - wir hatten um drei in der festwirtschaft beide eine bratwurst gegessen, bekamen am späteren abend aber dann doch noch ein bisschen hunger. 

für den sonntag hatte ich gleich beim frühstück so viele ideen, dass ich mir eine liste machen musste. kaum hatte ich den ersten punkt der liste erledigt (tomaten ein bisschen ausputzen und teilweise abräumen, damit ich nicht halbe leichen mit trinkwasser giessen muss) stand die nachbarin vor der türe und brachte mir eineinhalb kilo zwetschgen. ausserdem war beim schneiden der tomaten auch noch reichlich basilikum abgefallen - also kamen zwetschgen zum einfrieren paratmachen und noch mehr basilikumsalz herstellen auf die liste. glücklicherweise spülte kai nebenbei ab, so dass das chaos in der küche beim entsaften des holunders und einkochen zu gelee und den anderen dingen nicht so ausartete. zwischendurch (beim warten auf den ersten saft aus dem heissentsafter) nähte ich das täschchen fertig: leider ist der schnitt eine fehlkonstruktion, denn die beiden taschen auf den seitenflügeln werden als zweites geschlossen und sind so nicht gegen ein ausleeren geschützt. grmpf. die ganze arbeit für eine eher halbbatzige lösung. noch mal - und dann eben besser - machen? oder abhaken? 


momentan gibt es ein bisschen pause, später könnte ich noch eine anleitung für eine weitere häkeldecke suchen, die strangen zu knäueln wickeln und die anderen punkte auf meiner liste abhaken. 

so, das hat dann auch noch ganz gut geklappt - die zweite decke wird entweder charlottes universe oder universe in bloom werden. und auch mit dem wickeln der knäuel habe ich schon begonnen. 


und nun harren wir der dinge, die da in sachen wetterumschwung kommen sollen. ich kann gut verstehen, dass die für mittwoch angesagten 30 grad zweifel aufkommen lassen an einer tatsächlichen wetteränderung und musste eine abmeldung für den ausflug am mittwoch entgegennehmen. schade, aber ich glaub das mit dem kühleren wetter auch erst, wenn es dann da ist. 


 

Montag, 10. August 2026

kw 32 - immer noch viel zu heiss (und trocken)

es ist heiss. und kein regen in sicht. keine wetteränderung auch nicht, es wird weiterhin noch mindestens eine woche heiss bleiben. 

dienstagnachmittag im schwimmbad. 

meine laune zu diesem thema ist mittlerweile unterirdisch schlecht, abgesehen davon, dass ich mich persönlich bei diesen temperaturen nicht wohl fühle, kann ich beim besten willen nicht wegsehen, wenn jetzt bereits die wälder braun werden, von flüssen und seen immer weitere tiefststände gemeldet werden und im garten alles, was wir nicht bewässern (und das ist das meiste) hängt, die blätter einrollt oder verdorrt. wenigstens sieht hier in der schweiz die politik, dass die landwirtschaft ein problem hat, während sich die bauern in deutschland noch vom zuständigen minister verhöhnen lassen müssen. ausser direktzahlungen und wasser, das vom militär auf die almen geflogen wird, passiert hier dann aber auch nichts. sollte der nächste sommer eher nass werden, haben wir dann ja wieder ein neues problem, wen interessiert es schon, dass all diese wetterextreme auf eine ursache zurückgehen: die klimakatastrophe, die kleingeredet oder ignoriert wird, aber politisch immer noch keinen vorrang vor der gewinnmaximierung weniger reicher hat. 

so, wäre das auch mal wieder gesagt.  

ansonsten war die woche bis auf den mittwoch, über den ich schon schrieb, eher eine ruhige. 


montag habe ich die sommerpost versandfertig gemacht. 

dienstag war ich im kulturzentrum und habe ein wenig gearbeitet - während das neue putzteam das erste mal da war. ich traf auch noch die vereinspräsidentin, allerdings tauschten wir nur ein paar private dinge aus. später war ich noch im schwimmbad, da war es voll, was mich freut, es ist freibadwetter, es sind ferien, das bad ist schön renoviert und wird genutzt! 


mittwoch siehe dort

donnerstag brachte ich mit fahrrad und anhänger die flyer mit dem kulturzentrums-programm für september bis dezember auf die post - die vertretungsbetriebsleitung hat etwas geschafft, was ich noch nie erlebt habe: das programm kommt drei wochen vor dem start in die haushalte. am nachmittag hatte ich nach zwei wochen den ersten einsatz im museum - auch dort ist es nach wie vor einfach heiss, heiss, heiss. 

freitag war bis auf einen physiotermin terminfrei, vorher hatte ich aber zeit für einen ausführlichen haushaltsvormittag und danach gab es nur noch etwas in der werkstatt nachzusehen und einzukaufen für ein frühstück mit 2 von drei kindern am sonntag. 

ein bisschen durfte ich mich auch schon mal auf vorrat ausruhen, denn der samstag war wieder mal ein arbeitssamstag. im museum ist es heiss und stickig, aber das schrieb ich auch schon am donnerstag. 

ich hab ihnen mal wieder zwei bilder aus dem museum mitgebracht - ein detail von einem reparierten teppich und den schönen blick in die galerie. 
 

im museum war nicht so viel los - dafür um so mehr draussen im park und im verandacafé, wo seltsamerweise vor allem eine sorte limonade getrunken wurde, die ständig leer war und nachgefüllt werden musste. sonst verteilt sich das irgendwie besser. 

nach feierabend ging ich ausnahmsweise nicht nach hause (kai war auch unterwegs, er half mit, dass die streetparade sicher über die bühne gehen konnte) - sondern zu einem sommerfest in der wg des ältesten kindes. 

dort musste ich erst ein bisschen in die baumwipfel schauen, war ich schwimmen in der limmat und erst dann war ich so richtig bereit, mitzufeiern. 

reichlich menschen waren auf dem schmalen inseli zwischen kraftwerkskanal (kraftwerk schon lange stillgelegt) und limmat zusammengekommen, es gab musik, getränke und eine toaststation zum selbst belegen und toasten. schön wars, am ende hat mich kai doch noch abgeholt und auch noch ein bier getrunken, bevor wir nach hause gingen und dort auch noch eine weile im garten sassen. 

am sonntag war die frühstücksrunde dann noch um eine person reduziert, die tochter hatte spontan einen zusätzlichen dienst übernommen und so brunchten wir nur mit dem mittleren sohn. auch mal schön. 


reichliche tomatenernte - nur die richtig grossen wollen auch in diesem jahr nicht so recht was werden. 

den restlichen sonntag verbrachten wir faul und mit kleinen häuslichkeiten, grillten uns eines der letzten stücke von unserem weidesäuli und stimmten uns auf die kommende woche ein. 
 




Montag, 3. August 2026

kw 31 - heiss, heiss, heiss

 es ist wieder oder besser immer noch so heiss. ein paar tage lang blieb die temperatur unter der dreissig-grad-marke, aber diese woche wird es schon wieder jeden tag heisser, ausnahme war der samstag, es hatte in der nacht von freitag auf samstag dann doch ein bisschen geregnet und so starteten wir wenigstens ein wenig abgekühlt ins wochenende. 

die hitze und die trockenheit beschäftigt zunehmend auch die medien, da kommt dann auch immer wieder das stichwort klimakrise aufs tapet, aber halt eher so zu erklärung, als könnte man, hätte man nicht schon längst etwas ändern müssen! 

was mich persönlich (neben der politischen dimension, die quasi nicht mehr vorhanden ist) am meisten nervt: jetzt, wo es wirklich schön sein könnte im garten, jetzt wo wir ja auch bewusst im sommer nicht verreisen, sondern das "schöne" wetter hier geniessen, ist es fast völlig unmöglich, über den tag draussen zu sein. die paar stunden am vormittag nutzen wir für dringend notwendige arbeiten, dann sitzen wir drinnen im immer noch recht kühlen haus und am abend warten wir drauf, dass es endlich ein bisschen abkühlt, damit wir wieder raus können. 

mir ist vollkommen klar, dass wir uns mit diesen optionen in einem sehr privilegierten segment bewegen, aber so langsam beginnt mich die hitze zu zermürben.  

so, eigentlich wollte ich ja über die woche schreiben. die war museumsfrei, ich war einfach in dieser woche zu keiner schicht eingeteilt. auch mal gut - ich habe die freie zeit zu einem ausflug nach winterthur genutzt, wo sich die shirdakgruppe des vereins filzszene bei einem mitglied getroffen hat. 


 hier bewegt man sich jetzt ein bisschen weg von den traditionellen mustern und wird graphischer. ich habe im wesentlichen meinen zweiten shirdak-zwilling mit einem rand versehen und noch einmal mein teppich-projekt vorgestellt, das allerdings noch in der entwurfsphase steckt. vielleicht wird das dann das erste, was ich nach ausgedehnter sommerpause im herbst in der werkstatt in angriff nehmen werde. 

zusätzlich habe ich mich recht viel mit der sommerpost beschäftigt, es wird hier sicher auch noch einen post dazu geben, noch eine woche werkeln und dann muss ich meine landkarte des sommers verschicken. da es ausser instagram keine möglichkeit mehr zur vernetzung mit dem projekt gibt und dort ja nicht mehr nach hashtags gesucht werden kann, habe ich bisher eine einzige karte per zufall zu gesicht bekommen, keine werkelei, keine inspirationen ... und leider auch kein bisschen gemeinschaftsgefühl, das auf diese art und weise aufkommt. früher war das anders. ich muss jetzt halt einfach mal lernen, dass es nicht mehr so ist und aufhören zu hoffen, dass es bei einem weitern projekt, bei einer weiteren kostenpflichtigen mitgliedschaft besser oder anders sein wird. vielleicht fühlt es sich ja besser an, wenn hier mal eine karte aus der gruppe den weg in unseren briefkasten gefunden hat. 

die tomaten sind reif! 


 es ist zeit für diese bunten teller - sowohl was die temperaturen, als auch was die ernte von tomaten und basilikum angeht. wie immer, liebevoll angerichtet von kai. 

am freitagabend hatten wir besuch von freunden und sassen nach schwumm im bädle und ausführlichem abendessen noch lange bei endlich angenehmer werdenden temperaturen draussen. 

samstag war hier zwar nationalfeiertag, aber wir fuhren zu den nachbarn auf den markt und zum frühstücken, das lassen wir halt ungern ausfallen. und da wir eh nicht zu den traditionellen erstaugustfeiern gehen, hat das auch ganz gut gepasst so. am nachmittag schauten wir noch kurz auf einen eiskaffee und mitgebrachten kuchen beim mittleren sohn vorbei, endlich mal die neue wohnung anschauen. per zufall kam auch noch die tochter vorbei, die anderen mitbewohnenden kennen wir ja bereits. 

sonntag sind wir zuhause geblieben, wie bei der hitze in letzter zeit oft. dafür bin ich gut bei der postkunst weitergekommen, ich denke, ich werde das am montag abschliessen können.  

viel war diese woche also nicht, eine art durchschnaufe-woche, allerdings mit zwei lektionen tschechisch. so langsam kommt das mit der neuen lehrerin zum laufen, ich bekomme regelmässig hausaufgaben, die ich auch fleissig erledige, und wiederhole viel grammatik, von der ich erschreckend wenig behalten habe. aber egal, sprachenlernen ist einfach fleissarbeit und manches verstehe ich jetzt besser als im ersten durchgang. womit ich immer noch hadere: wie sage ich es meiner lehrerin, dass es mir lieber wäre, wenn sie nur tschechisch mit mir spricht, also auch alles auf tschechisch erklärt, anstatt dass ich immer wieder ins englische wechseln muss? ich könnte es in die bewertung schreiben, aber irgendwie fühlt sich das doof an, richtiger fände ich es, es erst einmal direkt mit ihr anzusprechen. 

  




Montag, 27. Juli 2026

kw 30 - wochenrückblick und sonntagsspaziergang

die woche war zweigeteilt. 

bis mittwoch galt es die ungefähr zehntägige intensive arbeitsphase abzuschliessen, oder auch eher noch ein wenig ausplätschern zu lassen, kein vergleich zur letzten woche, es gab nur etwa drei halbe tage zu absolvieren, einen davon im kulturzentrum, die anderen beiden im museum. dazwischen versuchte ich ein bisschen wochenende nachzuholen, was mir auch ganz gut gelang, mit einerseits erledigungsteil, andererseits partiellem nichtstun, das nicht unwesentlich befördert wurde von der tatsache, dass ich es am montag über mittag geschafft habe, die zwei wochen zuvor abgesagte blutspende nachzuholen. danach darf man immer ein bisschen unfit sein, immerhin dürfte ich für 48 stunden auch kein linienflugzeug steuern und sollte nicht tauchen gehen. da ich das sonst auch nicht mache, merke ich meine unfitheit nur dann, wenn ich mehrmals hintereinander die treppe schnell hochgehe, dann kommt vermutlich einfach nicht genug sauerstoff dorthin, wo er gebraucht wird, weil sich weniger rote blutkörperchen die arbeit teilen müssen. so in etwa stelle ich mir das jedenfalls vor. 

fürs blutspenden gab es einen wickelfisch - im design der blutspende nordwestschweiz. mit auf der banderole aufgedrucktem hinweis, dass man vielleicht heute, am tag der blutspende, noch nicht unbedingt in fluss oder see steigen sollte, aber danach dann mit dem neuen transportmittel für alles, was trocken bleiben soll, ausgestattet sei. die aktion läuft noch bis 31. juli - wenn sie also in der nähe leben und schon immer mal vorhatten, blut zu spenden, haben sie noch bis ende der kommenden woche gelegenheit, sich so ein schickes fischlein zu sichern.   

jedenfalls tat ich montagnachmittag und dienstagmorgen nicht viel, danach gings dann wieder. mittwoch letzter arbeitsvormittag vor ferien der kollegin, ich wollte grosszügig sein und ihr arbeit abnehmen, es stellte sich jedoch heraus, dass die hierarchie der verteilten daten nicht flach genug ist, dass das möglich wäre. soll ich dem nachgehen? oder einfach alles so lassen wie es ist? eigentlich gibt es auch so genug für mich zu tun. 

mittwoch hatte das älteste kind geburtstag, wir waren eingeladen mit freunden, mitbewohnenden und allen, die das wollten, dies mit einer portion pommes und einem oder mehreren getränken zu feiern. 

happy birthday, grosser! feiern heisst für dich halt auch immer "schaffen"...

für uns ist es immer schön, wie wir als eltern von den vielen, vielen freund:innen und kolleg:innen des sohns ganz selbstverständlich integriert werden. es ist ein tolles umfeld, das er sich gesucht/geschaffen hat, das fast keine barrieren kennt und immer offen ist für gespräche - egal ob witzig-ironisch oder manchmal halt auch sehr tiefgründig. da feiern wir gerne mit! 
 
am donnerstagmorgen startete ich dann in den zweiten teil der woche, zunächst mit einer ausführlichen runde gartengiessen, um kai ein wenig für die tage meiner abwesenheit zu entlasten. 
 

 und weil allmählich auch unsere trockenheitsliebenden pflanzen in den beeten schon arg gebeutelt aussehen, bekamen auch sie mal eine extraportion wasser, per rasensprenger. der allerdings war eigentlich von einem insekt (einer mörtelbiene?) in eine nistgelegenheit verwandelt worden. hm, das war jetzt vielleicht keine so gute idee, was ich da herauskratzte wirkte aber andererseits nicht mehr sehr lebendig, so dass ich kein schlechtes gewissen hatte. 
anschliessend frühstück mit kai, der vorher schon den bauunternehmer empfangen hatte und von ihm wieder verschiedene versprechen entgegengenommen hatte. 
 
gegen halb zehn war ich dann endlich auf dem weg nach göppingen. für den weg brauchte ich rekordverdächtige viereinhalb stunden, unter anderem weil ich eine halbe stunde auf einer landstrasse herumstand, da weiter vorne ein unfall passiert war. am ende entschied ich mich dazu, ein bisschen regelwidrig zu wenden und über kleinere strässchen auf die autobahn zu fahren. 
 

nein, nein, ich bin nicht aus wasseralfingen. da war nur früher die wichtigste eisengiesserei in württemberg, die für ganze königreich schachtdeckel herstellte. übrigens gibt es dazu eine redensart: wenn jemand für eine aufgabe oder auch als partner:in partout niemand passenden finden kann, sagt man: dem (oder dera) muess mr en wasseralfinge oin:e giessa lassa. 


seit donnerstag bin ich also bei meiner mutter, wo es diesmal wenig zu helfen und zu tun gab, anstattdessen unternahmen wir am freitag einen ausflug nach schwäbisch gmünd, zum bummeln, mittagessen und einfach ein bisschen rauskommen. am samstag gingen wir zusammen auf den wochenmarkt und einkaufen und am sonntag verabredete ich mich mit der freundin auf einen spaziergang. nachmittags schauten wir gemeinsam jeweils die etappe der tour de france - waren dabei zweimal auf der alpe d¨huez und auch bei der zieleinfahrt nach paris dabei. 
 
und am sonntag beim spazierengehen habe ich daran gedacht, dass es bei heike ja die wunderbare einrichtung des sonntagsspaziergangs gibt und einige bilder gemacht. aber vorsicht, völlig unspektakulär, wir liefen einfach so ein bisschen herum und wollten uns vor allem unterhalten. 
 

 wir starteten gleich an der wohnung meiner mutter und da entdeckte ich das - eine gehäkelte rose gegen gewalt an frauen. 

 
durch nebenstrassen und ein stück deindustrialisiertes industriegebiet kamen wir an die fils, das örtliche fliessgewässer, das wegen hitze und trockenheit wenig wasser führt, wie fast überall. wir erinnerten uns an das hochwasser vor ein paar jahren, die freunde kamen damals nur mit mühe nach hause.  
 
 
den jetzt kleinen fluss überquerten wir auf der holzbrücke - vor etwa fünfzig jahren war das der weg mit meinen eltern von zuhause zu einem kleinen garten auf der anderen filsseite. allerdings musste man damals noch an einem bahnübergang warten, heute gibt es eine unterführung. (ich fand den bahnübergang immer spannend.) 
 

in unmittelbarer nähe liegt auch heute noch der schlachthof, ich erinnere mich vor allem an den geruch von damals. heute riecht nur noch der fluss, aber auch der längst nicht mehr so heftig. 
 
 
hinter der fils haben sich einige der für meine heimatstadt so typischen häuser erhalten, mit einer art souterrain, einem ergeschoss und dem giebel, der im ersten stock eine sinnvolle raumhöhe ermöglicht. 
 

eventuell ging es früher diesen weg entlang ins "giatle", wie man hier einem kleinen, nicht am haus gelegenen garten sagt. 

 
hier hat sich so viel verändert. über das neue klinikgelände des christophsbad hinweg haben wir einen ersten blick auf die stadt mit hohenstaufen im hintergrund, einem letzten fabrikschornstein (vermutlich denkmalgeschützt), der stadtkirche und dem neuerdings stadtbildprägenden verwaltungsgebäude von schuler-pressen, einer traditionsfirma, die mittlerweile in schieflage an einen konzern verkauft wurde, dessen name ich jetzt nachschauen könnte. 
 

 unter der schnellstrasse hindurch geht es dann den berg hinauf, auch hier gibts kleine gärten ... oder auch grössere... 
 
 
bevor wir die kreisstrasse überqueren, bietet sich uns dieser blick auf die drei kaiserberge hohenstaufen, hohenrechberg und stuifen, weiter hinten sieht man vermutlich den rosenstein und damit den trauf der ostalb. 
 
 
unser weg führt uns weiter durch den wald, an schützenhaus und fussballverein vorbei zu einem bauernhof mit integrationsprojekt. die gastronomie öffnet allerdings erst später, so dass wir zuerst noch einen halt am örtlichen freibad einlegen und eine johannisbeersaftschorle trinken und dann noch eine runde durchs wohngebiet drehen. 
 

kreative lösung zur abmilderung der folgen des klimawandels: der plastikrasen bleibt immer grün, man hätte ihn allerdings mal wieder staubsaugen können, stellen wir beiden schwäbinnen fest. 
 
 
als wir zum zweiten mal zum waldeckhof ankommen, sind die sonnenschirme aufgespannt und wir setzen uns im schatten an einen tisch, essen kuchen und trinken kaffee - leider gibt es keine käseplättchen, was schade ist, der käse wird hier nämlich vor ort hergestellt. 
 

 auf dem hof gibt es eine herde milchschafe, aus deren milch käse und seife gemacht werden.
 

es gibt kleegras! 

auch für den älteren, sehr geselligen schafbock. 


 auf dem hof hat es auch kühe, haus- und wollschweine, gänse und einen ziegenbock. 


 im haus gibt es einen hofladen und eben das café. 

wir spazierten über den hügel wieder zurück in die stadt, kamen dabei noch an einem traditionellen brauereikeller vorbei, dem radkeller, und dann entlang der fils noch einmal zum christophsbad, benannt nach dem württembergischen herzog christoph, der bereits im sechzehnten jahrhundert gelegentlich nach göppingen kam, weil hier ein hydrogencarbonatsäuerling aus einer natürlichen quelle sprudelte. 

das sauerwasser sprudelt auch heute noch, jetzt aus diesem brunnen, der angeblich, so der örtliche klatsch, in china gefertigt worden sein soll. der augenschein legt es nahe, die gemeinde ist sowieso pleite. sprudelwasser in flaschen wird heute hier keines mehr abgefüllt, man kann allerdings immer noch selbst vom mineralhaltigen wasser holen. auch wir füllten noch einmal unsere trinkflaschen. 

eng mit dem christophsbad sind die kliniken dr. landerer verbunden, die in den letzen jahren hier zu einem wichtigen spezialkrankenhaus für neurologie (mit schlaganfall-notfall) und psychiatrie ausgebaut wurden. 

danach geht es über fils, bahngleise und ausfallstrasse wieder zurück in die stadt - die freundin bringt mich wieder zur wohnung meiner mutter und wir stellen fest, dass wir uns bei meinem nächsten besuch in göppingen nicht sehen werden, weil sie dann in urlaub sein wird. schade, wir haben uns immer so viel zu erzählen!