Montag, 27. Juli 2026

kw 30 - wochenrückblick und sonntagsspaziergang

die woche war zweigeteilt. 

bis mittwoch galt es die ungefähr zehntägige intensive arbeitsphase abzuschliessen, oder auch eher noch ein wenig ausplätschern zu lassen, kein vergleich zur letzten woche, es gab nur etwa drei halbe tage zu absolvieren, einen davon im kulturzentrum, die anderen beiden im museum. dazwischen versuchte ich ein bisschen wochenende nachzuholen, was mir auch ganz gut gelang, mit einerseits erledigungsteil, andererseits partiellem nichtstun, das nicht unwesentlich befördert wurde von der tatsache, dass ich es am montag über mittag geschafft habe, die zwei wochen zuvor abgesagte blutspende nachzuholen. danach darf man immer ein bisschen unfit sein, immerhin dürfte ich für 48 stunden auch kein linienflugzeug steuern und sollte nicht tauchen gehen. da ich das sonst auch nicht mache, merke ich meine unfitheit nur dann, wenn ich mehrmals hintereinander die treppe schnell hochgehe, dann kommt vermutlich einfach nicht genug sauerstoff dorthin, wo er gebraucht wird, weil sich weniger rote blutkörperchen die arbeit teilen müssen. so in etwa stelle ich mir das jedenfalls vor. 

fürs blutspenden gab es einen wickelfisch - im design der blutspende nordwestschweiz. mit auf der banderole aufgedrucktem hinweis, dass man vielleicht heute, am tag der blutspende, noch nicht unbedingt in fluss oder see steigen sollte, aber danach dann mit dem neuen transportmittel für alles, was trocken bleiben soll, ausgestattet sei. die aktion läuft noch bis 31. juli - wenn sie also in der nähe leben und schon immer mal vorhatten, blut zu spenden, haben sie noch bis ende der kommenden woche gelegenheit, sich so ein schickes fischlein zu sichern.   

jedenfalls tat ich montagnachmittag und dienstagmorgen nicht viel, danach gings dann wieder. mittwoch letzter arbeitsvormittag vor ferien der kollegin, ich wollte grosszügig sein und ihr arbeit abnehmen, es stellte sich jedoch heraus, dass die hierarchie der verteilten daten nicht flach genug ist, dass das möglich wäre. soll ich dem nachgehen? oder einfach alles so lassen wie es ist? eigentlich gibt es auch so genug für mich zu tun. 

mittwoch hatte das älteste kind geburtstag, wir waren eingeladen mit freunden, mitbewohnenden und allen, die das wollten, dies mit einer portion pommes und einem oder mehreren getränken zu feiern. 

happy birthday, grosser! feiern heisst für dich halt auch immer "schaffen"...

für uns ist es immer schön, wie wir als eltern von den vielen, vielen freund:innen und kolleg:innen des sohns ganz selbstverständlich integriert werden. es ist ein tolles umfeld, das er sich gesucht/geschaffen hat, das fast keine barrieren kennt und immer offen ist für gespräche - egal ob witzig-ironisch oder manchmal halt auch sehr tiefgründig. da feiern wir gerne mit! 
 
am donnerstagmorgen startete ich dann in den zweiten teil der woche, zunächst mit einer ausführlichen runde gartengiessen, um kai ein wenig für die tage meiner abwesenheit zu entlasten. 
 

 und weil allmählich auch unsere trockenheitsliebenden pflanzen in den beeten schon arg gebeutelt aussehen, bekamen auch sie mal eine extraportion wasser, per rasensprenger. der allerdings war eigentlich von einem insekt (einer mörtelbiene?) in eine nistgelegenheit verwandelt worden. hm, das war jetzt vielleicht keine so gute idee, was ich da herauskratzte wirkte aber andererseits nicht mehr sehr lebendig, so dass ich kein schlechtes gewissen hatte. 
anschliessend frühstück mit kai, der vorher schon den bauunternehmer empfangen hatte und von ihm wieder verschiedene versprechen entgegengenommen hatte. 
 
gegen halb zehn war ich dann endlich auf dem weg nach göppingen. für den weg brauchte ich rekordverdächtige viereinhalb stunden, unter anderem weil ich eine halbe stunde auf einer landstrasse herumstand, da weiter vorne ein unfall passiert war. am ende entschied ich mich dazu, ein bisschen regelwidrig zu wenden und über kleinere strässchen auf die autobahn zu fahren. 
 

nein, nein, ich bin nicht aus wasseralfingen. da war nur früher die wichtigste eisengiesserei in württemberg, die für ganze königreich schachtdeckel herstellte. übrigens gibt es dazu eine redensart: wenn jemand für eine aufgabe oder auch als partner:in partout niemand passenden finden kann, sagt man: dem (oder dera) muess mr en wasseralfinge oin:e giessa lassa. 


seit donnerstag bin ich also bei meiner mutter, wo es diesmal wenig zu helfen und zu tun gab, anstattdessen unternahmen wir am freitag einen ausflug nach schwäbisch gmünd, zum bummeln, mittagessen und einfach ein bisschen rauskommen. am samstag gingen wir zusammen auf den wochenmarkt und einkaufen und am sonntag verabredete ich mich mit der freundin auf einen spaziergang. nachmittags schauten wir gemeinsam jeweils die etappe der tour de france - waren dabei zweimal auf der alpe d¨huez und auch bei der zieleinfahrt nach paris dabei. 
 
und am sonntag beim spazierengehen habe ich daran gedacht, dass es bei heike ja die wunderbare einrichtung des sonntagsspaziergangs gibt und einige bilder gemacht. aber vorsicht, völlig unspektakulär, wir liefen einfach so ein bisschen herum und wollten uns vor allem unterhalten. 
 

 wir starteten gleich an der wohnung meiner mutter und da entdeckte ich das - eine gehäkelte rose gegen gewalt an frauen. 

 
durch nebenstrassen und ein stück deindustrialisiertes industriegebiet kamen wir an die fils, das örtliche fliessgewässer, das wegen hitze und trockenheit wenig wasser führt, wie fast überall. wir erinnerten uns an das hochwasser vor ein paar jahren, die freunde kamen damals nur mit mühe nach hause.  
 
 
den jetzt kleinen fluss überquerten wir auf der holzbrücke - vor etwa fünfzig jahren war das der weg mit meinen eltern von zuhause zu einem kleinen garten auf der anderen filsseite. allerdings musste man damals noch an einem bahnübergang warten, heute gibt es eine unterführung. (ich fand den bahnübergang immer spannend.) 
 

in unmittelbarer nähe liegt auch heute noch der schlachthof, ich erinnere mich vor allem an den geruch von damals. heute riecht nur noch der fluss, aber auch der längst nicht mehr so heftig. 
 
 
hinter der fils haben sich einige der für meine heimatstadt so typischen häuser erhalten, mit einer art souterrain, einem ergeschoss und dem giebel, der im ersten stock eine sinnvolle raumhöhe ermöglicht. 
 

eventuell ging es früher diesen weg entlang ins "giatle", wie man hier einem kleinen, nicht am haus gelegenen garten sagt. 

 
hier hat sich so viel verändert. über das neue klinikgelände des christophsbad hinweg haben wir einen ersten blick auf die stadt mit hohenstaufen im hintergrund, einem letzten fabrikschornstein (vermutlich denkmalgeschützt), der stadtkirche und dem neuerdings stadtbildprägenden verwaltungsgebäude von schuler-pressen, einer traditionsfirma, die mittlerweile in schieflage an einen konzern verkauft wurde, dessen name ich jetzt nachschauen könnte. 
 

 unter der schnellstrasse hindurch geht es dann den berg hinauf, auch hier gibts kleine gärten ... oder auch grössere... 
 
 
bevor wir die kreisstrasse überqueren, bietet sich uns dieser blick auf die drei kaiserberge hohenstaufen, hohenrechberg und stuifen, weiter hinten sieht man vermutlich den rosenstein und damit den trauf der ostalb. 
 
 
unser weg führt uns weiter durch den wald, an schützenhaus und fussballverein vorbei zu einem bauernhof mit integrationsprojekt. die gastronomie öffnet allerdings erst später, so dass wir zuerst noch einen halt am örtlichen freibad einlegen und eine johannisbeersaftschorle trinken und dann noch eine runde durchs wohngebiet drehen. 
 

kreative lösung zur abmilderung der folgen des klimawandels: der plastikrasen bleibt immer grün, man hätte ihn allerdings mal wieder staubsaugen können, stellen wir beiden schwäbinnen fest. 
 
 
als wir zum zweiten mal zum waldeckhof ankommen, sind die sonnenschirme aufgespannt und wir setzen uns im schatten an einen tisch, essen kuchen und trinken kaffee - leider gibt es keine käseplättchen, was schade ist, der käse wird hier nämlich vor ort hergestellt. 
 

 auf dem hof gibt es eine herde milchschafe, aus deren milch käse und seife gemacht werden.
 

es gibt kleegras! 

auch für den älteren, sehr geselligen schafbock. 


 auf dem hof hat es auch kühe, haus- und wollschweine, gänse und einen ziegenbock. 


 im haus gibt es einen hofladen und eben das café. 

wir spazierten über den hügel wieder zurück in die stadt, kamen dabei noch an einem traditionellen brauereikeller vorbei, dem radkeller, und dann entlang der fils noch einmal zum christophsbad, benannt nach dem württembergischen herzog christoph, der bereits im sechzehnten jahrhundert gelegentlich nach göppingen kam, weil hier ein hydrogencarbonatsäuerling aus einer natürlichen quelle sprudelte. 

das sauerwasser sprudelt auch heute noch, jetzt aus diesem brunnen, der angeblich, so der örtliche klatsch, in china gefertigt worden sein soll. der augenschein legt es nahe, die gemeinde ist sowieso pleite. sprudelwasser in flaschen wird heute hier keines mehr abgefüllt, man kann allerdings immer noch selbst vom mineralhaltigen wasser holen. auch wir füllten noch einmal unsere trinkflaschen. 

eng mit dem christophsbad sind die kliniken dr. landerer verbunden, die in den letzen jahren hier zu einem wichtigen spezialkrankenhaus für neurologie (mit schlaganfall-notfall) und psychiatrie ausgebaut wurden. 

danach geht es über fils, bahngleise und ausfallstrasse wieder zurück in die stadt - die freundin bringt mich wieder zur wohnung meiner mutter und wir stellen fest, dass wir uns bei meinem nächsten besuch in göppingen nicht sehen werden, weil sie dann in urlaub sein wird. schade, wir haben uns immer so viel zu erzählen! 
 

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