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Sonntag, 3. Mai 2026

im april gelesen

eindeutig habe ich wieder viel mehr spass am lesen - unabhängig davon, dass diese reihe im blog sich nur geringer aufmerksamkeit und keiner nachahmerinnen erfreut. auch egal, dann ist es halt, wie so vieles hier, vor allem für mich. 

tatsächlich habe ich ein bisschen auf dem nachttisch aufgeräumt, dabei sowohl aussortiert als auch zwei bücher doch noch gelesen, die schon im märz thema waren. 

zuerst den essayband von anna rosenwasser mit dem titel "herz". er kommt mit dem untertitel feministische strategien und queere hoffnung und in rosa daher und beim lesen stellte ich fest, dass ich das eine oder andere thema oder vielleicht auch teile der texte in anna rosenwassers kolumne in der republik bereits gelesen hatte. schon dort mochte ich die verbindung grundsätzlicher überlegungen zum thema existierender gewalt gegen frauen und queeren personen und persönlicher erfahrungen der autorin, hier noch mehr. nicht alles neu, aber mit spannenden überlegungen dazu, die zu grösstmöglicher toleranz und solidarität auch unter den marginalisierten gruppen aufrufen. und ganz sicher braucht es menschen wie anna im nationalrat! 

anschliessend las ich die letzten seiten von jane gardams gute ratschläge - passte ganz gut, denn die zunächst ein bisschen suspekte protagonistin und briefschreiberin, die sich scheinbar an ihre verschwundene nachbarin wendet, beschreibt je länger je mehr ihr eigenes leben und ihre erfahrungen in einer von gewalt geprägten ehe und gesellschaft, die zwar weitgehend nicht körperlicher natur sind, sie aber doch lebenslang in ein enges korsett gepresst haben, dem sie auch nicht mehr entkommen kann, als sie tatsächlich von ihrem mann verlassen wird - und in der auch sie durchaus zur täterin wird. ein beklemmendes buch mit schönen teilen, durch die konsequente einengung der perspektive (wir kennen die welt nur aus dem blick der hauptperson) verwirrend und klar gleichzeitig. 

danach brauchte ich ein bisschen lesefutter für eintauchen und fand in der bibliothek einen weiteren roman von joel dicker. ein ungezähmtes tier ist ein krimi - auf drei zeitebenen und mit reichlich klischees versehen geht es um einen raubüberfall, bei dem am ende alles ganz anders ist als zuerst gedacht. die reichen im glaskubus haben mehr zu verstecken als ihr haus es ihnen erlaubt, das paar aus der mittelschicht ist fasziniert und lässt sich in dinge hineinziehen, dient aber letztlich nur der erzählstruktur und ermöglicht es, dass erst so langsam ans licht kommt, was da alles schief läuft, dazu wird dann kaum ein investigativer aufwand gescheut, der allerdings wenig nutzt, wenn man nicht das gesamtgebäude aus lügen kennt. super zum lesen, erkenntniswert gleich null, ich liess mich unterhalten. 

anne tyler: der leuchtend blaue faden hatte ich auch schon ein bisschen auf dem bücherstapel liegen. ein bisschen verwirrend fand ich hier den klappentext, der eine geschichte von einem alternden paar ankündigt, dessen kinder selbstständiger werden und das sich die frage stellt, wer sich um das allmählich zu gross werdende haus kümmern soll. - in meinen augen verkauft sich die geschichte hier deutlich unter wert, denn das buch beginnt lange bevor red und abby sich fragen, was aus dem haus werden soll - oder sie fragen sich das eigentlich auch nicht. denn in ein leuchtend blauer faden geht es nicht nur um die geschichte eines paares mit vier ganz unterschiedlichen kindern, sondern auch um die geschichte des hauses und damit um drei generationen, die hier gelebt haben. und im grossen zeitlichen bogen immer wieder um kleine dinge, die die komplizierten emotionalen verbindungen der einzelnen familienmitglieder spiegeln. es passiert nichts dramatisches, doch überall gibt es risse und verwerfungen, die aber nie unüberbrückbar sind und unter denen dann doch genügend familiensinn, pragmatismus und vielleicht einfach anstand stecken, dass es gemeinsam gelingt, die alternden eltern auch in ihrem letzten, manchmal schwierigen, manchmal heiteren, aber oft auch einfach banalen lebensabschnitt zu begleiten. 

und dann war da noch ein weiterer band von therese bichsel, einer schweizer autorin. wie bereits bei der linde von linn und bei der grossfürstin anna wurde ich auch in überleben am red river mit dem stil nicht warm. irgendwo zwischen historischem sachbuch und lesebuchprosa kommt nie so etwas wie leben in die figuren - wären da nicht die themen, die mich dann doch schon zum dritten mal zu fesseln vermochten. in diesem band steht die geschichte zweier auswandererfamilien aus der gegend um bern im vordergrund. ihr weg führt sie über aare und rhein nach rotterdam und weiter durchs eismeer nach nordamerika. die richtigen schwierigkeiten beginnen auf dem weg zum red river, und auch dort fehlt es nicht nur an proviant, sondern auch an wohnraum und die mit blumigen worten beschriebenen klimatischen und landwirtschaftlichen bedingungen, die die schweizer zum auswandern bewogen haben, sind ganz anders als gedacht. harte winter müssen überlebt werden, junge töchter werden mit soldaten verheiratet, um das überleben der familien zu sichern, einige ziehen weiter, andere kehren gar in die schweiz zurück - die schweizer kolonie in kanada kommt eigentlich nicht zustande. ein spannendes kapitel migrationsgeschichte, auch wenn es wahrlich kein lesegenuss war. 

ich würde sagen, die sache mit dem verlinkungstool erspare ich mir hier diesmal, wenn sie gerne verlinken möchten, sagen sie mir bescheid oder schreiben sie es in die kommentare. ich freue mich über ihre lesefreuden an anderer stelle zu lesen!  


Montag, 23. Februar 2026

sonntagsspaziergang im februar 2026

nach einer woche voller wetteraufundab wurde uns für den sonntag trockenes wetter, vielleicht sogar ein bisschen sonne versprochen. zeit also, endlich rauszugehen, und vielleicht ein bisschen den frühling zu suchen. 


 nachdem wir den spaziergang an der reuss vor zwei wochen so schön gefunden hatten, suchten wir uns diesmal einen grösseren fluss aus. unser wohnkanton führt ja bereits drei flüsse im wappen, aare, reuss und limmat, dabei geht manchmal ganz vergessen, dass da auch noch der rhein ist, der den kanton im norden begrenzt. und hier auch grenzfluss ist, auf der anderen seite ist deutschland. 

zwischen koblenz und bad zurzach haben wir unser auto abgestellt und sind dem fluss zunächst flussaufwärts gefolgt. hier ist eine der wenigen strecken, in denen der rhein unreguliert fliessen darf, der blick geht auf dem bild nach westen über die stromschnellen, in der mundart heissen sie laufen. 

grenze heisst hier auch immer verteidigungsanlagen - ob die bunker am rhein noch aus dem zweiten weltkrieg oder aus der phase des kalten kriegs danach stammen, weiss ich nicht, aber der hier wurde als aussichtsplattform umgenutzt. 


und hier nähern wir uns schon unserem eigentlichen ziel, einem altarm des rheins. man kanns schlecht lesen, aber das schild verbietet das befahren des seitenarms. 


und da ist er dann auch schon, der chly rhy (kleiner rhein) genannte seitenarm, der seit ein paar jahren naturschutzgebiet ist. 
 

 

hier wurden auch alte bunker umgenutzt - anstelle der klappe, aus der man schiessen konnte, hat es hier ein insektenhotel. 


wir biegen aber zuerst nicht links ins auenschutzgebiet ab, sondern gehen über die angeschweummte halbinsel in richtung rietheim. hier stehen noch die wiesen unter wasser, wir hören auch pumpen, mit denen das schwemmgebiet entwässert wird. 


schon fast in bad zurzach stehen drei solcher türme - sie dienten einmal dazu, sole zu fördern. 1914 wurde hier nach salz gegraben und danach das in etwas mehr als 300 metern lagernde steinsalz als sole ausgeschwemmt. salz wird hier keines mehr gefördert, aber nebenbei hat man bei den bohrungen auch thermalwasser gefunden und das thermalbad gibt es noch immer. 

im soleturm gibt es ein gucklochmuseum, so dass man ins innere des turms schauen kann. es hätte auch schaukästen gegeben, aber da war leider das licht kaputt. 

und dann gibt es da noch ein schrebergartengebiet, in dem es viel zu sehen gibt. 


viel pflanzen"schutz", aber erstaunlich wenig frühling. 

und dann sind wir wieder am rhein. 


hier entdecken wir dann doch noch den frühling. 


oh, flore pleno, wie ich erst neulich bei elke lernen durfte. 
 

gleich sind wir an der barzmühle, längst stillgelegt, aber am mühlensonntag kann man sie regelmässig anschauen. ich lese auf einer tafel, dass hier ursprünglich eine schiffmühle war, also eine mühle auf einer schwimmenden plattform, die am ufer befestigt war. so begegnete man dem problem unterschiedlich hoher wasserstände auf dem breiten fluss. 

heute gibt es ein höhenverstellbares mühlrad, mit spannender kraftübertragung per kette. wir diskutieren, warum das eine kette ist und nicht zum beispiel ein zahnriemen, kommen aber zu keinem sinnvollen ergebnis, wir nicht-ingeneur:innen. 


 ein paar meter weiter flussabwärts gibt es im sommer an wochenenden immer noch eine kleine personenfähre. dass das früher einmal ein wichtiger flussübergang war, davon zeugt ein kleines zollhäuschen, das wir allerdings nur hinter dicken hecken und hohen zäunen erahnen können. 


 mal noch ein bisschen natur - wir wundern uns über das fast vollständige fehlen von biberspuren. 


 auch auf der anderen flussseite hat es schrebergärten. 


 bäume schauen dich an ... und wie schaust du zurück? 


 dann sind wir wieder am seitenarm chly rhy. 


 also biber gibt es hier sicher - davon zeugt die tief eingegrabene biberutsche und die "wege", die auf die felder führen. aber was fressen die biber hier? (die felder sind längst abgeerntet). 


 im auenschutzgebiet gibt es eine beobachtungsplattform -aber ausser dem mosaikreiher waren keine vögel da. 


 dafür finden wir noch ein paar frühlingsboten. 


 auf dem rückweg zum auto muss ich ganz schnell noch diese mauern fotografieren. es bleibt unklar, zu was sie hier standen. zunächst haben wir es für den anfang eines mühlkanals gehalten, aber den findet man nirgends, dafür gehen die mauern fast rund um eine innenkurve. vielleicht konnte man hier sicher die stromschnellen seitlich überwinden? 

schön wars, ungeplant mit mehr kultur als natur, und mit um die zehn kilometern fast ein bisschen viel ohne pause und proviant, aber dafür freuten wir uns um so mehr zu hause über tee und kuchen. 

unser spaziergang wird nun gleich noch bei heikes monatsspaziergang verlinkt und dann geht es ab in die neue woche. 


Sonntag, 19. Oktober 2025

kw 42 - sieben auf einen streich! naja, oder eher sieben mal sieben ist ganz feiner sand...

schon in der zweiten arbeitswoche sind die ferien ganz weit weg - ausser ich darf noch einmal jemanden davon erzählen, dazu war diese woche noch zwei mal gelegenheit, beide male eher gegen wochenende. 

ich habe mal kurz nachgezählt: ich bin diese woche tatsächlich sieben mal ins kulturzentrum gefahren - neben dem arbeitsvormittag noch mindestens jeden tag einmal, um entweder eine vermietung vorzubereiten oder die rückgabe des raums zu kontrollieren oder beides. damit dürfte das die zerfledderste arbeitswoche gewesen sein, die ich im zurückliegenden jahr gehabt habe - dafür bin ich dann am mittwoch auch noch gefragt worden, wo meine überstunden so herkommen...  

trotzdem war ich auch noch viel in der werkstatt: am montag fand der zweite sitzfellchen-kurs statt, diesmal mit drei teilnehmerinnen. ansonsten arbeitete ich an einem auftrag für mich selbst (hört sich ein bisschen komisch an, ich kann jetzt aber nicht mehr dazu sagen) und an den käfern, die jetzt nur noch beine und augen bekommen müssen. die offene werkstatt am freitag wurde durch arbeit fürs kulturzentrum zerschossen - für einmal war es mir nicht möglich, mich da abzugrenzen, es musste etwas abgeholt werden, was wir für einen anlass ausleihen und ich wollte der geberin nicht durch komplizierte terminplanung die zeit stehlen, also kürzte ich meine werkstattzeit ab. 


auch in dieser zweiten woche habe ich es viermal geschafft, die 3.1.km waldstrecke zu gehen - wieder von montag bis donnerstag und ich merke, dass ich etwas schneller geworden bin. in der kommenden woche wird es da eine unterbrechung geben, ich bin gespannt, wie es danach weitergeht. 

gefühlt war nicht für sehr viel mehr platz, aber es gab vorkommnisse: am dienstag sagte meine tschechisch-lehrerin sehr spontan meine lektion ab, sie hatte probleme mit ihrem computer. also dann halt tschechisch am mittwoch, dafür war ich dann ein bisschen später im kulturzentrum. andererseits bekam ich fast ebenso spontan einen termin zum winterreifen-montieren, wäre das also auch erledigt. 

am mittwochabend hatten wir karten für ein weiteres konzert im kulturhaus royal, diesmal traten isolation berlin auf.  

schönes konzert, wir hatten bei einigen etwas wilderen liedern viel spass, die balladigeren fand ich teilweise arg emotional um sich selbst in düsternis kreisend, aber hei, das hat man ja gewusst. was mich gestört hat: der leadsänger (ich weigere mich jetzt, seinen namen zu recherchieren) hat es nicht geschafft, seine bandkollegen vorzustellen. was sind denn das für sitten? macht man das so in berlin? 

donnerstag war der einzige tag ohne ausflug ins kulturzentrum, dafür habe ich die tomaten vollends abgebaut und die fenster im wohnzimmer geputzt, und danach ging es mit volldampf in ein wochenende mit besuch und einem vollen buchungskalender in der arbeit. 

am freitagabend kamen studienfreunde von mir bei uns an, kai hatte zwiebelkuchen vorbereitet, ich als dessert für vermicelles eingekauft und wie das halt so ist mit alten freunden, die man lange nicht gesehen hat, sassen wir lange, lange und hatten uns einiges zu erzählen. auch eben ausführlich von unseren ferien in mähren, dafür erfuhren wir viel über ihre kürzliche reise nach andalusien. der studienkollege, der mit mir geschichte studiert hat, hat beruflich viel mit indien zu tun, aber auch mit anderen fernen ländern, und es ist überaus spannend, ihm zuzuhören. 

am samstagmorgen hatten wir ein bisschen mühe, die beiden vielreisenden gästen von einem unbekannten kleinod im kanton aargau zu überzeugen, aber am ende waren sie ganz begeistert von unserem besuch in bruno webers weinrebenpark. (wir waren schon öfter dort, ich habe zwei eintragungen im blog dazu gefunden.)  

 
schon am einfang wurden wir von der grinsenden schlangenkatze begrüsst.  


ausserdem war schönstes herbstsonnenwetter, so richtig goldener oktober, in dem die fabelwesen und die formenwelt von bruno weder so richtig zur geltung kam. 

irgendwie waren wir wohl schon lange nicht mehr dort gewesen: im gegensatz zu unseren vorigen besuchen, bei denen immer irgendwo noch gebaut wurde, wirkte heuer das ganze gelände ungeheuer aufgeräumt und fertig. 





auf den schlangen, die das wasser als brücken überspannen, darf man inzwischen nicht mehr herumklettern - unsere kinder durften das noch.. 

ein paar gussformen für die betonfiguren und diesen witzigen frosch entdeckten wir am wohnhaus, in dem heute noch die frau des künstlers lebt. 

auch das erdgeschoss des wohnhauses kann man teilweise anschauen. 

und immer wieder entdeckten wir neue details. 

auch noch beim zweiten gang durch den wald, bei dem das licht immer schräger durch die blätter schien. 



nur noch ein bisschen sonne auf der obersten spitze des turms - zeit, um so langsam wieder zum auto zurückzugehen. zuhause gab es zuerst einen kleine apero, dann schnitzel mit pommes und salat (traditionsgericht mit den freunden) und wieder einen langen abend voll mit guten gesprächen. 

... die wir am sonntagmorgen beim frühstück fortsetzten. (nachdem ich, wie bereits am samstagmorgen, einen zwischenstopp im kulturzentrum absolviert hatte) diesmal befanden wir uns in der luxuriösen situation, dass wir ja am vortag ja schon genau richtig mit unserem vorschlag gelegen hatten und auch der kleine ausflug auf die lenzburg, traf den geschmack. das städtchen ist aber auch einfach sehr nett und auch das schloss hat sich in den letzten jahren sehr herausgeputzt. zudem trafen wir auf die museumsfreiwilligen, bei der eine bekannte von mir engagiert ist, bei allerlei textilem wirken an. 


 

barockgarten und nutzpflanzen. 


blick vom schloss aufs städtli. 


eine von vielen gründerzeitvillen um das mittelalterliche städtchen. 
 
nun sind unsere besucher abgereist, ich nutze ein bisschen zeit zum bloggen, später wird es flammkuchen geben und eine weitere fahrt ins kulturzentrum - ich bin gespannt, ob ich die mieterin von morgen davon überzeugen kann, dass unser beamer funktioniert und ihr mit mässigem aufwand zeigen kann, wie sie ihr laptop mit dem beamer verbinden kann. ausserdem auch noch, ob das putzen, das schon am samstagvormittag stattfinden hätte sollen, jetzt nachgeholt wurde. glücklicherweise sind nicht alle wochenenden wie dieses - natürlich nur arbeitstechnisch gemeint, ansonsten war es wirklich schön, endlich mal wieder alte freunde zu besuch zu haben!  


Sonntag, 13. April 2025

kw 15 - geht noch mehr?

erste frühlingsferienwoche, in der eigentlich im kulturzentrum ein bisschen ruhe einkehren sollte und ich, wenn schon nicht zum überstundenabbau, dann doch wenigstens zum bearbeiten der weniger dringlichen dinge hätte kommen sollen. so ganz ist der plan nicht aufgegangen, da sich ja auch hier überall wo sich eine lücke schliesst, seitlich davon zwei weitere auftun. 

meine flexibilität habe ich abermals für einen zahnarztbesuch genutzt - aber auch für einen freien tag mit kai.

 
es gab etwas zu feiern. schön reichte es noch zu einem kleine geburtstagsfrühstück bevor wir zu einem ausflug aufbrachen. 


da es zu wochenanfang weiterhin wunderschön sonniges, aber auch halt immer noch recht frisches frühlingswetter gab, war uns der tag für eine längere autofahrt nach gruyere gut erschienen - unser ziel allerdings nicht das kleine mittelalterliche städtchen mit burg, sondern das hr giger museum. 

giger dürfte - wenn überhaupt - für seine aliens oder die mitwirkung an weiteren filmen bekannt sein, hier in gruyere kann man auch ein bisschen mehr von seinem künstlerischen arbeiten und auch seine privatsammlung an kunst sehen. untergebracht ist das museum im unteren teil der burg - oben ein blick in den garten und darüber hinaus. 

drinnen viel düsteres, auf vielen verschiedenen ebenen verteilt und über treppen und balkone erreichbar. 

wer erinnert sich noch an die gruselige zweite zahnreihe der aliens? (wir nutzten die gelegenheit und haben am samstag mal wieder alien 1 geschaut)

bodenplatten im museum aus gummiartigem material - von welchem filmset die wohl sind?

war mir nicht so in erinnerung: das alien hat auf beiden seiten der hand einen daumen (wie praktisch muss so ein zusätzlicher antagonist sein?)

und da war dann auch er, der schöpfer dieser teilweise schon recht seltsamen welt. wir trafen im museum auch seine lebensgefährtin, die uns ein paar minuten privatführung gewährte (wie wir in den sozialen medien lasen, sind wir da nicht die einzigen gewesen.) 

nach dem museum wollten wir noch kurz zur burg hoch, vielleicht den garten anschauen, der sich dann allerdings eher als enttäuschung erwies, da nutzten wir die restliche parkzeit dann trotz schönsten wetters doch lieber zu einem besuch in der giger-bar, die dem museum gegenüber liegt.






und dieser kollege erinnert dann schon sehr an david černy - von dem wir dann in zwei wochen in prag sicher auch viel sehen werden. 

auf dem rückweg mussten wir - da unterwegs im käseland - auch noch ein bisschen gruyere und anderen käse kaufen, dann trödelten wir abseits der autobahn in richtung zuhause, vorbei an schönen landgasthöfen (noch zu früh zum abendessen) immer weiter, bis wir dann endlich in einer sehr, sehr urigen beiz zum znacht landeten. ein netter und gemütlicher abschluss eines schönen tags. 

am mittwoch überraschte mich meine tschechischlehrerin mit einer extra langen lektion - dafür fiel der extrafrühe unterricht am freitag aus - auch recht. ich kämpfte wieder ein bisschen mit lagerungsschwindel, der allerdings nach epley-manöver wieder verschwand, wie schon beim ersten mal - ich muss nur vielleicht erst lernen, dass ich das manöver auch gleich ausführen kann und nicht warten muss, bis es mir richtig schlecht geht. 

am donnerstag ging an dieser wiese vorbei und fragte mich, wie die sache mit dem frühling so schnell eskalieren konnte. 

am freitag war nur kurze offene werkstatt, weil ich um halb fünf nach aarau fuhr, zur klimademo. und ja, es waren nur so ungefähr hundert leute dort, aber der weg durch die altstadt war gut gewählt, so dass wir auch für viele menschen, die gemütlich in den strassencafés sassen, sichtbar waren. und nein, die zeit der klimademos ist nicht vorbei, es passiert ja politisch nicht wirklich etwas entscheidendes zur erreichung der klimaziele und deshalb ist es wichtig, weiterhin darauf aufmerksam zu machen, dass wir noch viel grundlegendere probleme haben als einen verbrecherischen vollidioten als amerikanischen präsidenten.

mein blick im demozug - schönere bilder gibt es bei der az.

samstag dann wieder markttag, obwohl wir kaum etwas brauchten. aber gemütlich kaffee trinken, spargel für den samstagabend holen und mit vitaminen versorgt nach hause kommen ist immer gut. 

ich war noch ein bisschen fleissig, der sauerteig wollte aufgefrischt werden und brot können wir auch mal wieder brauchen, ausserdem hatte ich vergessen, dass mir die nachbarin, deren katzen wir hüten, auch noch lebensmittel zum retten in den kühlschrank getan hatte - dringend weg musste ein liter abgelaufene milch und so gab es vanillepudding. 

im garten gab es nicht wirklich was zu tun, dafür putzten wir balkon und terrasse und sind nun wirklich bereit für frühling und sommer. 

im garten eskaliert es ein bisschen - 

bei manchen pflanzen mehr...

bei anderen gilt es noch ein bisschen zu warten.

auch schön: der storchenschnabel hat es von unserem beet vor dem haus auf das begrünte garagendach des nachbarn geschafft. vermutlich durch seine explosive verbreitungsstrategie.

 
zum wochenausklang und als apero vor dem spargel gab es dann leckeren wein und gerettetes hummus mit brot. (noch nicht das selbst gebackene, das kam erst am sonntag in den ofen) 

für den sonntag hatten wir eigentlich noch eine kleine radtour und minigolfrunde geplant, nur leider regnete es dann heute morgen und so spazierten wir halt die bekannte runde vom haus weg trafen unterwegs wirklich niemanden und jetzt packe ich gleich meine sachen zusammen, da ich für ein paar tage zu meiner mutter fahren werde. das brot ist fertig und macht sich gleich auch noch teilweise auf die reise mit mir.