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Donnerstag, 30. November 2023

noch mehr november

blogmässig  bin ich irgendwie wieder einmal in der schleife "entweder jeden tag schreiben oder so lange damit warten, bis ich auch nicht mehr weiss, was ich schreiben wollte" gelandet. es ist viel los, aber das hat mich früher auch nicht daran gehindert, hier ab und zu etwas zu hinterlassen. 

nun ja, heute schneit es und weil ich eh schon gefühlt die ganze woche unterwegs war, habe ich beschlossen, den schneeflocken beim fallen zuzuschauen, heute die werkstatt werkstatt sein zu lassen und zu überlegen, was es zu erzählen gibt. schnipselweise. 

ich hangle mich mal an meinen fotos entlang. 

wie bereits im letzten post angekündigt, war ich am vergangenen samstag marktfahrerin. für den adventsmarkt winterwonderland war wieder kein gutes wetter angesagt, es wurde dann wechselhaft, mit sonne, wind, regen, graupel, schnee. aber eigentlich war das wetter komplett egal, denn der markt war so gut besucht, dass ich kaum dazu kam, mir gedanken über wettermässige befindlichkeiten zu machen. 

die tochter half mir beim aufbau - der sonnenschein war von kurzer dauer, ein paar minuten später graupelte es.

mein blick blieb dann die folgenden stunden in etwa derselbe - wenn ihn nicht gerade die kundschaft versperrte.

ganz zum schluss wurde es ruhig. das bild ist etwa eine viertel stunde vor ende des markts bei einsetzendem schneeregen aufgenommen, eine bekannte hat mich kurz am stand vertreten. mein stand ist der einzige ohne plastikfolie drumherum. eine halbe stunde später kam kai um mich abzuholen und das, was noch übrig war, zum trocknen in die werkstatt zu transportieren. viel war das nicht mehr. noch nie hatte ich einen so erfolgreichen und kurzweiligen markttag. 

am sonntag regnete es weiter, überhaupt war der november ein regenmonat, ich denke, ich erwähnte es schon.


beim gemütlichen sonntagsfrühstück stellten wir fest, dass der granatapfel aus dem rheinfelder garten durchaus reif und essbar war - eine schöne überraschung. 

am montag wurden wir sogar im thermalbad nassgeregnet (und erst recht auf der heimfahrt) - jetzt haben wir also auch mal die gar nicht mehr so neue therme mit dem komischen namen fortyseven von innen gesehen. schade, dass einfach der funke der architektur nicht zünden mag. es ist ein schönes neues bad, aber halt nicht irgendwie besonders. auch das ganze achtsamkeitsgeschreibsel macht das nicht besser. zum ausprobieren fand ich den kosmos ganz nett - die lightshow im solebad eher langweilig (warum überhaupt solebad? hier kommt ja keine sole aus der erde?) und dafür die bilder auf der liegeinsel zu schnell um sich wirklich drauf einzulassen. 

mir persönlich hätte einfach auch warmes wasser gereicht. (dafür vielleicht zu einem volkstümlicheren preis.) aber das gibt es ja glücklicherweise auch gratis an den öffentlichen brunnen, halt ohne die infrastruktur drum herum. das kostet mich im winter schon arge überwindung. 

 

mit der tochter habe ich ein wenig gebacken - mittlerweile sind drei sorten gutsle fertig: ausstecherle/mailänderli, kardamomkipferl und elisenlebkuchen, von letzteren sogar richtig viele. 

den adventskranz habe ich wieder beim katholischen frauenverein gebunden - so richtig gesellig ist das ja auch nicht, aber auf jeden fall netter als zuhause alleine. 

und gestern war ich dann mit der filzszene unterwegs. in st.gallen ging es zuerst zum extra für uns einen tag früher geöffneten stoffaoutlet der forster-rohner-ag, dann zum mittagessen und am nachmittag noch ins textilmuseum. wir hatten gemeinsam eine führung in der ausstellung akris - selbstverständlich, danach blieb mir noch ein wenig zeit, mich im ganzen haus umzusehen.

 
blick ins archiv der musterbücher. 

musterstickereien. 

im geschoss darüber machte ich noch einen rundgang durch die dauerausstellung - das museum ist definitiv einen zweiten besuch wert.



 




Donnerstag, 5. Januar 2023

buchbesprechung: sashiko in farbe


bereits in vergangenen herbst hat mir der haupt-verlag auf meine anfrage hin ein buch zur verfügung gestellt, das ich so recht gründlich testen konnte. natürlich hatte ich nicht geplant, es so lange zu testen, aber manchmal kommt es halt anders als man denkt und ich habe gerade noch auf der verlagsseite nachgesehen, das buch befindet sich nach wie vor im programm (hätte ich auch kaum anders erwartet...): 

sashiko in farbe

 
über die lustige herausgeberschaft konnte ich leider nichts herausfinden, das buch ist 2019 im original in japan erschienen und das sieht man ihm auch vor allem im anleitungsteil an. 

aber zum anfang: vorgestellt werden mit ansprechenden bildern zuerst 19 komplett fertige projekte in der sashiko-stick-technik, die schon ziemlich lust machen, gleich anzufangen. im anschluss werden die wichtigsten materialien vorgestellt, sowie das sticken vom übertrag der muster auf den stoff, die vorbereitung der fäden über das eigentliche sticken bis zum sichern der fadenenden. hier kann man während der arbeit am eigenen projekt immer wieder nachschauen, wenn man unsicher ist oder nicht mehr weiter weiss - und muss dazu nicht einmal unbedingt lesen, denn die bilder selbst sprechen für sich. 
 
der eigentliche clou aber sind die ausführlichen anleitungen: hier werden die einzelnen stickmuster schritt für schritt gezeigt, und zwar anhand von einzelnen fotos und von stickvorlagen im originalformat. ergänzt durch ebenfalls ausführlich bebilderte anleitungen, wie aus den fertig bestickten stoffen taschen, untersetzer, nadelkissen, kosmetiktäschen und so weiter angefertigt werden können. 

nun wäre ich nicht ich, wenn ich mich an diese anleitungen gehalten hätte...
ich hatte es aber zumindest vor und habe gleich im herbst des vorvergangenen jahres zwei täschen bestickt, die ich dann zu weihnachten verschenken konnte. leider habe ich von den beiden taschen keine fotos gemacht, aber immerhin von den bestickten stoffen:
 


oben rechts in der ecke kann man gerade noch das stickmuster im buch erkennen - bei der ungewohnt arbeitsteiligen vorgehensweise bei der mir neuen sticktechnik behält man mit hilfe dieser muster den überblick und lernt zusätzlich noch mit wenigen handgriffen zügig zu arbeiten. 

ich arbeitete vor allem mit vorhandenem material, unabdingbar erscheinen mir dabei vor allem die langen sticknadeln, mit denen man besser als mit kurzen geradeaus sticken kann. 

nach weihnachten ruhte dann die arbeit an der stickerei für eine ganze weile - eigentlich hätte ich auch da das buch schon gut empfehlen können - und zwar nicht nur für menschen, die sich an anleitungen halten können, sondern auch an alle, die gerne davon abweichen...

aber da war immer noch die idee, diese art der stickerei auch auf filz auszuprobieren. denn eigentlich sticke ich ja nicht wirklich gerne auf stoff und alle techniken, die ich mir aneigne, will ich natürlich auch auf der mir näher liegenden materie filz ausprobieren. 

anfang november nahm ich mir also stickbuch, nadeln, faden und einige filzmuster mit in die ferien und stichelte bei regen und am abend fröhlich drauflos. diesmal nutzte ich wirklich nur noch die stickmuster, musste aber auch öfter in den grundlagenseiten nachschauen und brachte schliesslich diese stickmuster auf filz mit nach hause: 


vor allem beim sternenmuster brauchte es zwei versuche, aber insgesamt lässt sich die sashiko-technik auch auf filz gut anwenden. und dank den anleitungen im stickbuch und vor allem den vielen hervorragenden zeichnungen habe ich grosse lust weiter zu experimentieren. 
 

anders als beim sticken auf stoff wird beim sticken in filz erst das fertige obkjekt bestickt.

alle diese muster kann ich mir sehr gut auf grossen taschen, tischläufern oder auch auf sitzfilzen vorstellen. oder sogar auf der kappe eines pantoffels.


 gestickt habe ich hier mit seide oder baumwollfäden - alternativ kann ich mir auf filz auch sehr gut etwas dickeres wollgarn und etwas grössere stiche vorstellen. dies könnte man dann auch noch mit dem untergrund verfilzen... ideen gäbe es genug...

ich danke dem hauptverlag nicht nur dafür, dass mir die freundlichen mitarbeiter*innen dieses buch zur verfügung gestellt haben, sondern auch für die geduld...

Freitag, 3. Juli 2020

2. juli 2020 - ferne und nähe

weil ich vor den ferien sowieso nicht mehr wirklich etwas in der werkstatt anfangen kann und weil auch ein berg arbeit am laptop auf mich wartete, ging mein arbeitsweg heute nicht in die werkstatt, sondern nur an den schreibtisch im schlafzimmer, meinen wochenend-blog-platz.

ich schrieb also zuerst einen etwas längeren blogpost, dann bastelte ich längere zeit an zwei handzetteln/plakaten für kursankündigungen und dann machte ich mir gedanken zu meinem nächsten newsletter. zwischendurch telefonierte ich mit dem augenoptiker, meine brille war fertig und ich bekam tatsächlich gleich am selben tag noch einen termin, um sie abzuholen.

zwischendurch beobachtete ich mit der tochter, wie eines (vermutlich das letzte) der hausrotschwänzchenkinder das nest verliess.


es machte noch kurz eine pause auf unserem wäschständer, hinterliess ein letztes häufchen (alle anderen wurden von den eltern immer sorgfältig aus dem nest getragen) und flog weg, zu unserem erstaunen, denn es sah nicht wirklich richtig fertig aus, so fast ohne schwanz. nun können wir ihm nur glück wünschen, dass es die zahlreichen katzen in der umgebung nicht erwischen.

nach dem mittagessen überlegte ich weiter am newsletter, kam aber doch zu keinem sinnvollen ergebnis und vertagte die angelegenheit. anstattdessen telefonierte ich noch ein wenig und fuhr dann zum augenoptiker. das ist übrigens der einzige laden, in dem fast konsequent maske getragen wird. die für mich zuständige dame trägt ihre zwar immer noch nasenfrei, aber vielleicht müsste sie einfach mal jemand drauf ansprechen? ich habe es jedenfalls wieder nicht getan, blöd eigentlich.
die brille ist gewöhnungsbedürftig, wie von einer stärkeren gleitsichtbrille nicht anders zu erwarten. aber die frage, ob ich sie gleich aufbehalten wolle, habe ich dann doch nicht so ganz verstanden. was soll ich denn sonst damit tun? und wenn meine alte brille noch so gut gewesen wäre, dass ich sie der neuen vorziehen würde, dann hätte ich einfach keine neue gebraucht. also radelte ich mit der gebotenen vorsicht (und neuer brille) los.

auf dem rückweg legte ich einen stopp an der werkstatt ein und überlegte grob, was ich für den dienstag und das kinderfilzen brauche. dann radelte ich vollends nach hause und war ein wenig unschlüssig über den restlichen nachmittag. am ende probierte ich die nahsichtzone der neuen brille aus und bestickte eine im brockenhaus gefundene serviettentasche mit einem weiteren shashiko-muster. endlich eine stickvariante, die mir entgegenkommt!


zum abendessen schmorte ich rindsplätzli, dazu gab es bratkartoffeln aus rohen kartoffelwürfeln und knackerbsen. fernsehabend, weil es draussen nach mehreren gewittern über den tag nicht wirklich gemütlich war.

gelesen: daniel kehlmann, tyll
gesehen: shtisel