nach einer woche voller wetteraufundab wurde uns für den sonntag trockenes wetter, vielleicht sogar ein bisschen sonne versprochen. zeit also, endlich rauszugehen, und vielleicht ein bisschen den frühling zu suchen.
nachdem wir den spaziergang an der reuss vor zwei wochen so schön gefunden hatten, suchten wir uns diesmal einen grösseren fluss aus. unser wohnkanton führt ja bereits drei flüsse im wappen, aare, reuss und limmat, dabei geht manchmal ganz vergessen, dass da auch noch der rhein ist, der den kanton im norden begrenzt. und hier auch grenzfluss ist, auf der anderen seite ist deutschland.
zwischen koblenz und bad zurzach haben wir unser auto abgestellt und sind dem fluss zunächst flussaufwärts gefolgt. hier ist eine der wenigen strecken, in denen der rhein unreguliert fliessen darf, der blick geht auf dem bild nach westen über die stromschnellen, in der mundart heissen sie laufen.
grenze heisst hier auch immer verteidigungsanlagen - ob die bunker am rhein noch aus dem zweiten weltkrieg oder aus der phase des kalten kriegs danach stammen, weiss ich nicht, aber der hier wurde als aussichtsplattform umgenutzt.
hier wurden auch alte bunker umgenutzt - anstelle der klappe, aus der man schiessen konnte, hat es hier ein insektenhotel.
wir biegen aber zuerst nicht links ins auenschutzgebiet ab, sondern gehen über die angeschweummte halbinsel in richtung rietheim. hier stehen noch die wiesen unter wasser, wir hören auch pumpen, mit denen das schwemmgebiet entwässert wird.
schon fast in bad zurzach stehen drei solcher türme - sie dienten einmal dazu, sole zu fördern. 1914 wurde hier nach salz gegraben und danach das in etwas mehr als 300 metern lagernde steinsalz als sole ausgeschwemmt. salz wird hier keines mehr gefördert, aber nebenbei hat man bei den bohrungen auch thermalwasser gefunden und das thermalbad gibt es noch immer.
im soleturm gibt es ein gucklochmuseum, so dass man ins innere des turms schauen kann. es hätte auch schaukästen gegeben, aber da war leider das licht kaputt.
viel pflanzen"schutz", aber erstaunlich wenig frühling.
und dann sind wir wieder am rhein.
hier entdecken wir dann doch noch den frühling.
gleich sind wir an der barzmühle, längst stillgelegt, aber am mühlensonntag kann man sie regelmässig anschauen. ich lese auf einer tafel, dass hier ursprünglich eine schiffmühle war, also eine mühle auf einer schwimmenden plattform, die am ufer befestigt war. so begegnete man dem problem unterschiedlich hoher wasserstände auf dem breiten fluss.
heute gibt es ein höhenverstellbares mühlrad, mit spannender kraftübertragung per kette. wir diskutieren, warum das eine kette ist und nicht zum beispiel ein zahnriemen, kommen aber zu keinem sinnvollen ergebnis, wir nicht-ingeneur:innen.
ein paar meter weiter flussabwärts gibt es im sommer an wochenenden immer noch eine kleine personenfähre. dass das früher einmal ein wichtiger flussübergang war, davon zeugt ein kleines zollhäuschen, das wir allerdings nur hinter dicken hecken und hohen zäunen erahnen können.
mal noch ein bisschen natur - wir wundern uns über das fast vollständige fehlen von biberspuren.
auch auf der anderen flussseite hat es schrebergärten.
bäume schauen dich an ... und wie schaust du zurück?
dann sind wir wieder am seitenarm chly rhy.
also biber gibt es hier sicher - davon zeugt die tief eingegrabene biberutsche und die "wege", die auf die felder führen. aber was fressen die biber hier? (die felder sind längst abgeerntet).
im auenschutzgebiet gibt es eine beobachtungsplattform -aber ausser dem mosaikreiher waren keine vögel da.
dafür finden wir noch ein paar frühlingsboten.
auf dem rückweg zum auto muss ich ganz schnell noch diese mauern fotografieren. es bleibt unklar, zu was sie hier standen. zunächst haben wir es für den anfang eines mühlkanals gehalten, aber den findet man nirgends, dafür gehen die mauern fast rund um eine innenkurve. vielleicht konnte man hier sicher die stromschnellen seitlich überwinden?
schön wars, ungeplant mit mehr kultur als natur, und mit um die zehn kilometern fast ein bisschen viel ohne pause und proviant, aber dafür freuten wir uns um so mehr zu hause über tee und kuchen.
unser spaziergang wird nun gleich noch bei heikes monatsspaziergang verlinkt und dann geht es ab in die neue woche.























