Sonntag, 15. Februar 2026

kw 7 - zwanzigprozentige ferien

so, zweite ferienwoche und auch für mich sind noch ein paar tage ferien abgefallen. konkret hatte ich von dienstag bis freitag frei - also zu jeweils 20%. letztendlich macht es ja wenig unterschied, da ich ja auch sonst nicht jeden tag fürs kulturzentrum arbeite, aber da gerade wirklich wenig zu tun ist, bot es sich an, endlich mal resturlaub abzubauen. man könnte es auch umwandlung von ferientagen in überzeit nennen, aber das behalte ich mal lieber für mich. 

und tatsächlich gab es auch einen richtigen ferientag, mitten in der woche. kai hatte sich ebenfalls frei genommen und mir wurde der wunsch nach einem thermalbadbesuch erfüllt. eigentlich haben wir ja das beste und wärmste wasser hier vor der türe (oder, wortspiel: sitzen hier thermalwassermässig ja an der quelle...), aber ganz ehrlich, ich mag die badearchitektur von herrn botta nicht so richtig gerne und wollte auch schon länger mal wieder ins solemar nach bad dürrheim. da traf es sich ganz hervorragend, dass wir eh noch ein paar schuhe in frittlingen bestellen wollten. 


auf die kleine schuhfabrik geiger zwischen schwarzwald und alb sind wir vor vielen jahren durch einen freund aufmerksam geworden, und haben immer mal wieder dort schuhe bestellt. diesmal war das letzte paar schuhe aber so lange her, dass wir neu vermessen werden mussten. und während kais masse aufgenommen wurden, habe ich mir erlaubt, ein foto von der werkstatt zu machen. 

schuhmacherei, kaffeetrinken, thermalbad und abendessen waren für den komplett verregneten tag genau das richtige programm.  

schön war auch, dass ich diese woche richtig viel in der werkstatt war - neben zwei schalen mit verschiedenen wollmengen auf derselben schablone wurde ein set ineinander passender filzschalen fertig. 


 und am freitag durfte ich einem weiteren sitzfellchen zum gelingen verhelfen: 


 nicht alle zackelschafe sind wirklich nur weiss - das hier hat auf dem rücken ganz fein gekräuselte locken mit ein wenig dunklen haaren. 


 freitag hatten wir karten fürs one of a million festival - alle kinder sind hier sehr bis mittel (wobei mittel schon für einen superhelferinnenpass ausreichte) engagiert. es ist ein festival für bands und acts, die noch nicht so bekannt sind und es gibt immer viel experimentelles, nicht nur in klassischen konzertlocations sondern auch an etwas ungewöhnlicheren orten wie der abdankungshalle das friedhofs oder einer kegelbahn unter einem hotel. wir waren in diesem jahr sehr gezielt dort, denn wir wollten uzi freyja mit ihrer band sehen. ich habe mich ein wenig ertappt gefühlt, dass ich dabei zumindest an eine gemischte besetzung gedacht habe, tatsächlich wurde die kamerunische sängerin von zwei frauen am schlagzeug und synthesizern unterstützt. und das war dann schon noch mal viel besser als im dynamo wo wir sie als support act von noga erez gesehen hatten. musikrichtung irgendwas zwischen rap und pop, durchaus auch politisch, gerne mal reinhören, ich finde, es ist gutelaunemusik


 im vollen royal war tolle stimmung! (und tatsächlich hatte sie uns wiedererkannt - wir hatten nach dem konzert im dezember kurz mit ihr geredet und so erfahren, dass sie nach baden kommt...) 

inzwischen haben wir hier den zigsten wintereinbruch, heute morgen war der wald, so weit sichtbar, ab ungefähr der höhe, wo wir wohnen, beschneit, inzwischen ist aber schon wieder alles weggetaut. nach einkaufsrunde am samstag und der obligatorischen gartenarbeit (kai hat den letzten weissbuchenstamm gekappt, ich die sich als erstaunlich hartnäckige herausstellende glyzinie geschnitten) haben wir für den heutigen sonntag, mit aussicht auf weiterhin greisliches wetter einen zuhausebleibetag beschlossen. 

also habe ich hefeteig angesetzt und walnuss- und quarkschnecken gebacken. walnüsse hatten wir reichlich, weil ich im herbst eine grosse tasche davon von meinem onkel bekommen habe. und quark musste auch weg. nun haben wir wieder vorräte im tiefkühler. 

und weil das backen mit hefeteig ja immer wieder pausen produziert, habe ich nebenbei viele hosen und eine jackentasche von kai repariert. und weil ich wollte, dass nichts mehr herumliegt, was eine nutzung der nähmaschine verlangt, habe ich auch noch eine filztasche mit lederner griffverstärkung ausgestattet. vielleicht miete ich doch noch einen stand am frühlingsmarkt... mal sehen ob ich jemanden finde, der/die für mich hinter den stand steht... 

also hosen zum arbeiten in der werkstatt oder im garten, auch zum im wald rumlaufen habe ich jetzt wieder genug. 


 äh ja, und den flicken auf der tasche sieht man nicht von aussen, es hatte sich die innenseite der tasche durchgeschabt, allerdings befand sich das textil schon in einem zustand, wo es mir ein grosses rätsel war, woran ich den flick überhaupt noch befestigen sollte... am ende ist es aber doch ganz haltbar geworden und nicht zu hässlich. 

sonst noch so? 

die haseln blühen wie verrückt. ich muss dann immer an impressionistische malerei denken, aber das musste ich diese woche sowieso schon immer mal wieder. 

Freitag, 13. Februar 2026

12 von 12 im februar 2026

 heute ist der zwölfte, gelegenheit, zwölf bilder vom tag zu machen und hier im blog zu zeigen. und natürlich anschliessend bei draussen nur kännchen nachzuschauen, was andere so über den tag fotografiert haben. 

frühstück: es gibt müesli und es ist zeit, zu notieren, was alles heute so über den tag laufen soll. 

einen heiklen punkt habe ich schon mal geschafft: die rohwollvliese sind verladen und auf dem weg in die werkstatt. die werden nämlich morgen und am kommenden donnerstag gebraucht, weil doch noch einmal zwei sitzfellchen entstehen sollen. 

aber vorerst arbeite ich an etwas ganz anderem. was ich immer schon mal machen wollte: schalen aus filz, die ineinander passen. ich stelle fest: eigentlich müsste man die schablonen nicht linear sondern logarithmisch verkleinern, denn die innersten beiden sind fast schon ein bisschen sehr klein. ausserdem festgestellt: obwohl ich die wolle nach dem jeweiligen flächen berechnet habe, werden die wandstärken bei den kleineren gefässen immer dünner. (ok, das könnte auch noch ein grund sein für die zu kleinen inneren gefässe, weil weniger wolle = mehr schrumpfung in der fläche.) es ist alles ein bisschen rätselhaft, ich muss mal schauen, wo der denkfehler liegt.

es ist scheussliches wetter, wie scheusslich, habe ich hier mal zu dokumentieren versucht. es regnet, aber nicht von oben nach unten, sondern quer. 


nach dem mittagessen mit der tochter gibt es für mich eine lesepause, der neue irving: neuengland, waisenhaus, ringen - bin gespannt, was sonst noch an topoi auftaucht. 

wegen grausigen wetters bin ich mit dem auto zur coiffeuse gefahren, die aare hat gar nicht mal so viel wasser. eigentlich hätte ich gerne noch im coiffeursalon fotografiert, dann hab ich mich aber mal wieder nicht getraut. 

zuhause erstmal kaffee und mitgebrachte vermicelles. 

und plötzlich kommt kurz die sonne raus - zu kurz um hinter dem tulpenstrauss aufzuräumen. 

das hatte ich über mittag gar nicht realisiert: meine bestellten augen sind auch schon da. aber heute habe ich leider keine zeit, um an der elster weiterzustricken, für die die augen bestimmt sind. 

voll diszipliniert setze ich mich an den jahresbericht und die präsentation für die generalversammlung der filzszene. 

jedenfalls so lange, bis ich kochen darf. blumenkohlgratin, ist lecker gewesen. 

nach dem abendessen habe ich keine lust mehr auf die vereinsarbeit. lieber setze ich mich noch ein bisschen an meine tschechischübungen. für den dativ gibt es aber auch richtig viele übungen in meinem lehrbuch. 

später schauen wir noch die zwei ersten folgen von danish woman - grosse serienempfehlung, läuft noch bis ende april in der arte-mediathek. 



die jahre zuvor:  

12 von 12 im februar 2024

12 von 12 im februar 2023

12 von 12 im februar 2022 

12 von 12 im februar 2021

12 von 12 im februar 2017 

12 von 12 im februar 2015

12von 12 im februar 2009 

 

Montag, 9. Februar 2026

kw 6 - neblig mit einzelnen sonnenstrahlen

nach einem kompletten reset meines verdauungssystems übers wochenende startete ich ein bisschen wackelig in die neue woche. und zwar gleich noch mit einem verlegten arbeitstag im kulturzentrum, also montag statt mittwoch - wobei zur zeit ja schulferien sind und in dieser zeit die meisten wochenkurse eh pausieren und auch weniger räume vermietet sind. zu mittag war ich mit mehr oder weniger allem durch und ging nach hause. 

  
auf den dienstagvormittag hatte ich mich gefreut - endlich zeit und platz um ein neues kissen für uns zuhause zu filzen. kurz nach weihnachten habe ich für unsere korbsessel in einem teppichgeschäft in zürich neue sitzkissen aus kelimresten gekauft und dazu passt das bisherige filzkissen dermassen garnicht, dass etwas neues her musste - farblich nimmt es die erdigen töne der kelims auf, im dekor wollte ich gezielt zurückhaltend bleiben - die kelims sind ja schon an und für sich recht lebhaft. 

mittwoch blieb ich vormittags am schreibtisch - die einladung für die generalversammlung der filzszene musste endlich raus und auch sonst gab es einiges zu tun, zum mittagessen traf ich mich mit dem mittleren sohn, der wie jedes jahr um diese zeit ganz im festivalfieber war - zwei tage vor start des ooam. anschliessend nahm ich einen zug nach oerlikon, um meine neue brille abzuholen - nur leider stand ich bei der optikerin vor verschlossener türe. 

also fuhr ich wieder nach hause und buk kekse (als mitbringsel für zwei geplante besuche in dieser woche). den donnerstag und die erfolgreiche abholung der brille finden sie hier

den freitagnachmittag wollte ich mir eigentlich frei nehmen - aber dann kam anfang der woche eine so nette anfrage und anmeldung einer familie, dass ich spontan beschlossen habe, speziell für vier filzerinnen zu öffnen. entstanden sind zwei buchhüllen und zwei filzfresserchen - im bild einer der beiden buchumschläge. damit hatte ich mir dann auch das wochenende redlich verdient und freute mich am abend so richtig über schnitzel mit pommes...

den samstag verbrachten wir auf dem markt, mit einkaufen und im garten - noch immer ist kai am radikalen kürzen der sträucher auf der ostseite des grundstücks für mehr sonne im garten, ich habe mich hier allerdings jetzt ausgeklinkt, weil die staudenbeete, in denen schon die frühblüher aus ihren startlöchern kommen, ganz schnell noch aufgeräumt werden wollen. dabei war es nachmittags ganz wunderbar sonnig draussen, so dass die arbeit schon beinahe spass gemacht hat. nur als wir später zu bekannten auf der autobahn westwärts fuhren, entdeckten wir, dass nicht der ganz kanton sonne hatte, wir fuhren in ein nebelloch hinein, passend zum servierten raclette - später auf der rückfahrt gegen elf war es dann überall neblig, vor allem aber in flussnähe. 

vielleicht hat uns dieser nebel auf die idee gebracht - jedenfalls war am sonntagmorgen nichts von der sonne zu sehen und wir beschlossen, an die reuss zu fahren.  

früher waren wir hier öfter - von sulz bei künten aus kann man eine schön runde an der hier mäandrierenden reuss und ihren altarmen machen. 

von april bis oktober kann man sich auch mit einer kleinen fähre ans andere ufer bringen lassen und dann wahlweise die runde bis gnadental flussabwärts oder bis bremgarten flussaufwärts gehen.  

ja, der biber ist fast überall an den flüssen im aargau heimisch. 


der wasserstand der reuss war recht niedrig, wie meist im winter, kommt der fluss doch aus dem vierwaldstättersee und damit aus dem gebirge. 

bei so wenig wasser kann man dann auch mal ein stück in einem altarm zurücklegen. 

 

muscheln gibts auch im fluss.  

und hier sind wir schon fast wieder am wasser. 

dieser biber könnte eigentlich auch möbeldesigner werden. 

wir folgten noch ein stück einem weiteren altarm, sahen dabei mehrmals einen weissen reiher und bogen dann in richtung einem weiteren stück auenlandschaft ab. hinter den gemüsefeldern finden sich weitere abgeschnittene altarme, die teilweise wieder vernässt werden, teilweise sich auch einfach mit wasser füllen. hier gab es dann auch blesshühner, enten und einen kormoran mit startschwierigkeiten zu sehen. anders als an der doch weitgehend regulierten reuss ist das ufer der tümpel recht wild und teilweise ein wenig mühsam zu begehen. 

am ende schauten wir noch kurz in die kapelle von sulz hinein und gingen durchs dorf wieder zurück zu unserem auto, das wir auf dem parkplatz bei der ara stehengelassen hatten. 

den rest des sonntags verbrachte ich mit bloggen, stricken und kochen.  


Freitag, 6. Februar 2026

#wmdedgt am 5. februar 2026

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?" und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

die woche ist zäh, und geschlafen habe ich auch nicht so besonders, und als das radio im kurz vor sechs weckt, ist es jahreszeitlich bedingt dunkel. alles allerdings keine hinreichenden gründe um nicht aufzustehen und so ziehe ich mich halt zum wort zum tage an und gehe in die küche um den geschirrspüler auszuräumen und frühstück zu machen. 

kai arbeitet heute von zuhause aus, muss aber gleich los zu einem zahnarzttermin, wir spielen die übliche runde wordfeud, planen ein bisschen den tag und dann ist er auch schon weg. ich lerne den fälligen stapel tschechische wörter mit memorion und stelle die eule zufrieden - ich bin in der zweiten hälfte des letzten viertels an lektionen angelangt und spannender wirds nicht mehr. anschliessend turne ich zwanzig minuten mit frau fastner und ja, das internet ist etwas grossartiges, oder etwa nicht? 

ich sammle allerhand dinge ein, die sich angesammelt haben und die in die werkstatt müssen und starte mit dem velo dorthin - gegen viertel nach acht bin ich dort, ich habe am dienstag wohl vergessen, die heizung abzuschalten, es ist gemütlich warm, auch mal recht. 

auf dem filztisch habe ich zur zeit etwas für uns zuhause: vor ein paar wochen habe neuen sitzkissen für die korbsessel gekauft, und jetzt müssen dafür passende kissen in den rücken gefilzt werden. eines ist rotbraun, nimmt farben aus den kelimresten der sitzkissen auf und als ornament habe ich verschiedene weisse stroffstreifen aufgelegt, die alle ganz unterschiedliche strukturen ergeben. die richtige grösse hat das kissen nach einer halben stunde - mit dem dekor bin ich noch nicht ganz zufrieden, aber mal sehen, wie es trocken aussieht. 

anschliessend ist mal wieder eine grosse aufräumrunde dran: die weihnachtsdeko muss weg, die windlichte auch, dazu noch einiges von den kursen vor weihnachten. noppenfolie und vorhänge müssen nach grösse sortiert, plastikfolie weggräumt und ganz allgemein ordnung gemacht werden. am ende fege ich noch den boden und staune wie immer, wie viel fasern sich da immer wieder sammeln, und grundsätzlich ist das grau, was ich da aufsammle, egal mit welchen farben vorher gearbeitet wurde. 

ganz zum schluss suche ich noch ein paar ideen für die kinder, die am freitag in die werkstatt kommen werden heraus, dann ist es auch schon fast zwölf und ich fahre zum mittagessen nach hause. 

kai hat brötchen mitgebracht und es gibt auch noch verschiedene auflagen, die weg müssen, am samstag fahren wir mal wieder auf den markt und zum einkaufen. ich mache noch ein bisschen pause, ich kann gar nicht zählen, wie oft ich heute auf die leiter gestiegen bin. 

am nachmittag bin ich mit einer ehemaligen filzschülerin verabredet, sie hat mich um einen rat gebeten für einen grösseren auftrag und ich gehe sie in ihrem neuen atelier besuchen, was ich mir auch schon länger vorgenommen hatte. wir trinken zusammen tee und erzählen, hoffentlich nicht ich mehr als sie, aber wir reden auch über das kunstprojekt, für das sie eine grosse wolke filzen wird. spannende sache, sie wird berichten. 

gegen halb vier radle ich zum bahnhof zurück und nehme die s-bahn nach oerlikon, da war ich gestern schon, stand aber dann am brillengeschäft vor verschlossener türe, geschlossen wegen trauerfall. heute ist die optikerin wieder da, ich kann meine neue, alte brille abholen. ich habe mir in eine altes gestell aus titan, das ich sehr schön fand und das zugleich extrem leicht ist, neue gläser einsetzen lassen. also nichts spektakuläres, aber schön ist das jetzt auch wieder gut. wie am mittwoch mache ich mich auch heute wieder zügig auf den heimweg, ich hab keine lust auf stadtspaziergang. 

um halb sechs bin ich wieder zuhause, kai ist am kochen, ich falte ein paar kraniche und erledige noch etwas für meinen verein. dann gibt es abendessen, eine wähe mit kohlrabi und spinat. die tochter und ich räumen die küche auf, anschliessend übe ich noch ein wenig den dativ im tschechischen, kai spielt mundharmonika und später schauen wir noch die erste folge von queen of fucking everything an.  

Sonntag, 1. Februar 2026

kw 5 - endlich mal wieder ein gelungenes brot

 kurze arbeitswoche - montag war ich in der werkstatt und erledigte eine bestellung. 

vorabklärung der farbwahl - als grundfarbe war grün gewünscht. schwierigkeiten hatte mir die besorgung des steins gemacht, bis ich auf die idee kam, dass ja auch zuhause noch ein türstein herumdümpelt, der längst nicht mehr schön ist, sowie ein zweiter, der eigentlich nicht gebraucht wird und nur im weg herum steht. ich sparte mir also den weg ins kalte und nutzte den ersteren stein ein zweites mal. 

voilà - das türstopperhuhn. ich filze es seit vielen jahren nach der wundervollen anleitung von gabriele mazaracis "tiere einfach (nass) filzen"  - allerdings mit der abwandlung, dass mein huhn im bauch einen schweren flusskiesel hat, und so eben zum türstopper wird. und irgendwie hat sich das huhn auch über die jahre ein bisschen von seinem vorbild wegbewegt... die idee mit dem kiesel geht übrigens auf eine kundin zurück, die huhn und türstein zusammenbrachte. 

für den nachmittag hatte ich mir brotbacken vorgenommen - nachdem ich im herbst meinen sauerteig umgebracht hatte, hat mir in der vergangenen woche eine filzschülerin einen, nein gleich zwei sauerteigansätze mitgebracht. zuerst musste ich noch ein paar zutaten besorgen und es wurde für den ersten versuch auch nicht gleich ein nur-sauerteig-brot, aber das schnelle weizenmischbrot nach frau kaltmamsell ist das erste gelungene brot seit langem. 


 ich war so begeistert, dass ich gleich der tochter ein viertel für den jüngeren sohn mitgegeben habe. 


für  mich gab es die ersten scheiben am dienstag zum mittagessen. vorher werkstatt, danach bügeln, schwimmen und abendessen und meine nicht verkauften sitzfilze aus dem spaghetti-space abholen. 

mittwoch arbeitstag im kulturzentrum - mit vormittäglichem taubenschlag und langem arbeitsnachmittag, weil ich auch noch zum büchertreff bleiben wollte. sicher ist es wichtig, zum informationsaustausch einmal in der woche zusammenzukommen, aber meine eigentliche arbeit kann ich vor ort definitiv so nicht erledigen. dazu kamen mal wieder verwirrende informationen, was die planung für das kommende jahr angeht, ich schwanke zwischen alle total bekloppt und 

ich wünschte mir nur, ich könnte da mehr bei der ebner-eschenbach sein. 

jedenfalls genoss ich ab donnerstag die freiheit, die mir mein 20%-pensum bietet und fuhr zu meiner mutter - da ich eigentlich sowieso weg gewesen wäre, allerdings an einem filzkurs, der leider mangels teilnehmenden nicht zustande kam, fiel das keinem gross auf. (sonst habe ich übers wochenende oft dienst im sinne, dass ich zwischen zwei vermietungen kontrollieren muss, ob alles in ordnung ist - grob gesehen ist es das meist, wenn man genau hinschaut, kann man immer etwas finden, was besser anders wäre.) 

noch am donnerstag erledigten wir den hauptzweck meiner anreise (neben geselligem beisammensein, was der wichtigste aspekt ist), nämlich die besorgung von zwei lampen, einer klemmleuchte zum lesen und einer stehlampe - naja, eigentlich auch zum lesen. 

die einkaufserfahrung war eine spezielle, denn für zwei unspektulär kleine schachteln wurden wir ins auslieferungslager geschickt, vor ort in der lampenabteilung lagen zwar auch solche schachteln rum, aber eben nicht die von den von uns ausgewählten lampen. und beim rauftragen der stehlampenverpackung in die wohnung fiel dann mein blick auf den hinweis "ohne leuchtmittel". hmpf. oder doppelhmpf, weil ich den verkäufer nach ersatzbirnen gefragt hatte und mit der antwort, die leuchtmittel seien fest verbaut und nicht austauschbar, beschieden wurde. was ja wohl totaler quatsch war, und zwar in beiden lampen. aber vielleicht hätten wir es ahnen können, denn der junge mann, der uns bediente, wusste auch nichts mit der mitgebrachten altmodischen glühfadenlampe anzufangen - vermutlich war er gerade im kindergarten, als man in der eu begann, diese durch die energieeffizienteren sparlampen auszutauschen. und auch sonst war er eine fehlbesetzung im lampenladen - oder jedenfalls nicht die hellste leuchte... zum glück passte dann aber die birne der alten leselampe, die noch funktionierte... (am anderen tag habe ich noch ersatzbirnen besorgt). 

den freitag nutzten wir für einen ausführlichen einkauf im supermarkt und einen gemütlichen nachmittag, später ging meine mutter zu einem dreifachgeburtstagskaffee und ich machte noch bersorgungen für mich in der stadt. wie am donnerstag wurde ich auch am freitag bekocht, einmal mit lammgulasch und einmal mit sauren nierle. am abend war ich mit einer freundin verabredet - das schaffen wir jetzt auch regelmässig, dass wir uns in der stadt treffen. viel austausch über die arbeit, ich konnte meine story vom mittwoch loswerden, aber das arbeitsleben der freundin ist so viel spannender und extrem von politischen entscheidungen und damit auch vom sparkurs der bundesregierung und von den anstehenden landtagswahlen in baden-württemberg abhängig. es wurde spät, aber da am anderen tag nur ein marktbesuch und die heimfahrt anstanden, war das auch nicht so schlimm. 

blöd bloss, dass ich zuhause mit heftigen magenschmerzen ankam, so dass ich mich gleich ins bett legte und seither ein bisschen in seilen hänge. also gibt es heute nicht einmal schöne bilder vom wochenende, ich werde mich vermutlich auch gleich nochmal hinlegen. 

Sonntag, 25. Januar 2026

kw 4 - zwischen reflexion und warmem wasser

 ich schrieb vermutlich schon davon: momentan fällt es mir extrem schwer, über die woche fotos zu machen. es ist ein bisschen kompliziert - denn eigentlich denke ich noch oft, dass das jetzt eine situation zum fotografieren wäre, aber dann mache ich es doch nicht.  deshalb wieder einmal weitgehend ohne fotos diese woche. 

montag war zuerst bürotag zuhause, später nahm ich ein paar dinge mit, um sie auf dem weg zur blutspende zu erledigen, über mittag traf ich mich dann mit der tochter und wir erkundeten zusammen die caféteria des neuen krankenhauses - nicht sehr überwältigend, wenn ich gewusst hätte wie wenig, dann hätte ich mir ein sandwich vom blutspendezentrum mitgenommen. ausserdem ist wieder mal maskenpflicht im kantonsspital und allen angeschlossenen gebäuden, aber irgendwie hat das ja auch seinen schrecken verloren. 

dienstag bereitete ich in der werkstatt einen kurstag am donnerstag vor - einerseits eine spezielle schablone für eine grosse tasche nach den massen einer teilnehmerin, andererseits schnüre mit z- und s-drehung für einen weiteren shirdak (der erste ist irgendwann vor weihnachten fertig geworden), damit ich auch etwas zu tun hatte. 

mittwoch war arbeitstag im kulturzentrum - am vormittag war taubenschlag, aber ich musste nicht bei allen sitzungen dabei sein, so dass ich auch noch ein bisschen was weggearbeitet bekam und ausserdem mal wieder den hauswirtschaftspart übernehmen durfte. und ich kam verhältnismässig früh nach hause - was mir eine runde durch den wald bei sonnenschein aus milchigem himmel ermöglichte.  

 es hat noch schneereste. also dort, wo jemand einen sehr, sehr grossen schneeball gemacht hat. 

donnerstag war dann kurs - mit herausforderung. ein kurstag, den ich schon sehr, sehr lange immer mal wieder anbiete und bei dem grosse taschen mit einem boden entstehen - boden deshalb, weil die taschen dann nämlich stehen und so auch als accessoire in der inneneinrichtung toll aussehen. üblicherweise aus zwei verschiedenen farben bergschafwolle, mit eher spontanem muster und wenn gewünscht einem paar griffe (sonst mit grifflöchern, die man auch noch mit lederresten verstärken kann). die herausforderung bestand aus den gewünschten massen (deshalb die extraschablone, mit exakten massangaben ist das kein problem, hier gings schief, weil die vorstellung von dreidimensionalen körpern nicht einfach ist und das phänomen tiefe bei der konstruktion nicht berücksichtigt wurde, das soll aber auch schon bei architekturbüros vorgekommen sein...), einem zweiten paar längerer henkel (hatte ich in der kombination mit kurzen griffen noch nicht gemacht, worauf ich hingewiesen habe, hat aber gut geklappt, auch wenns viel zeit gebraucht hat) und einem komplizierten flechtmuster über vorder-, rückseite und boden. am kurstagsende waren wir dann so weit, wie ich gerne und üblicherweise zur mittagspause mit den teilnehmerinnen bin. da am anderen tag offene werkstatt war, wurde die fertigstellung auf den freitag verlegt. 

mein fazit (auch damit ich es selbst nicht vergesse): 

- keine konstruktion des taschenkörpers alleine zuhause - sondern nur noch als extravorbereitungstermin zusammen mit mir, damit ich gedachtes, gemessenes und gewünschtes in einklang mit den möglichkeiten bringen kann. wie gesagt, es ist nicht einfach in drei dimensionen zu denken, ich kann da aber ziemlich sicher helfen und enttäuschungen vorbeugen. 

- extrateile wie zusätzliche henkel müssen vor dem kurstag vorbereitet werden. 

- zu der sache mit dem muster ist mir noch nichts eingefallen - das lässt sich nämlich kaum vorbereiten und braucht in dreierlei hinsicht viel zeit: einmal bei der auswahl der materialien und der farblichen abstimmung, dann beim auslegen auf beiden seiten und dann noch beim anfilzen. vermutlich wird es darauf hinauslaufen müssen, dass ich klar kommunizieren muss, dass ein solches kompliziertes muster nicht in das konzept  eine tasche = ein kurstag passt. wer also in zukunft auf komplizierte muster setzt, wird von vornherein eher eineinhalb bis zwei tage einplanen müssen. als kurskonzept werde ich das aber so ganz sicher nicht anbieten, erfahrungsgemäss werden zweitägige kurse eher nicht gebucht, also läuft es auf einzelunterricht hinaus.  

zurück zum samstag: vormittags auf dem markt besorgten wir wieder einmal grössere gemüsemengen, einmal für uns selbst für die kommenden vierzehn tage und dann auch noch fürs kochen im kulturclub royal in baden, wo ich am spätnachmittag für ein team von 12 personen zu kochen begann. vorher war ich noch kurz bei "im zimmer" einem kleinen laden mit selbstgemachten dingen aus papier, stoff, keramik und so weiter. die drei frauen, die hier ihre selbstgemachten sachen anboten, werden bald hier nicht mehr anzutreffen sein, schade. am meisten ärgere ich mich über die nicht gemachten fotos von der essenzubereitung, es gab bulgur mit randen, kürbis, federkohl und zwiebeln, dazu feta und joghurtsauce, am ende assen ein bisschen weniger menschen mit, eventuell lags an den randen, den anderen hats aber geschmeckt. und mir wieder ganz viel spass gemacht - kleine küche mit beschränkten möglichkeiten, dazu aber volle konzentration aufs tun, das lob für ein feines abendessen obendrauf, ist einfach schön. ich blieb zur veranstaltung, einem musikquiz, und auch kai kam noch dazu - wir waren allerdings nur zaungäste und sahen den teams beim raten zu. 

der sonntag war dann wirklich der tag zum entspannen - was für mich zur zeit auch bedeutet, zeit zum ausführlichen bloggen zu haben. zwischendurch machten wir einen spaziergang in die kleinstadt vor den toren unseres dorfs mit thematischen fokus auf trinkbrunnen und badekultur. 

ausstellung im ehemaligen inhalatorium - diesmal zum thema trinkbrunnen. dass man das heisse, schwefelhaltige wasser auch trinken kann, wenn auch nur in kleinen mengen, löste irgendwann das öffentliche baden ab. 

auf dem ehemaligen badehotelkomplex steht recht verloren die verena, als heilige zuständig für die brunnen und das wasser ganz allgemein. auch sie dürfte es nicht glücklich stimmen, dass keiner weiss, was aus den alten hotels bären, ochsen und verenahof werden wird und auch bereits mitbekommen haben, dass gemunkelt wird, dass das undiche dach auch einstürzen könnte. 


um so schöner, dass die heissen brunnen auf beiden seiten der limmat, also sowohl in baden als auch in ennetbaden, die kultur des öffentlichen badens wieder aufgenommen haben. mittlerweile haben sogar die recht neuen becken ein wenig patina - oder vielmehr sinter angesetzt. 

 

im januar gelesen

drei bücher habe ich in diesem monat (aus-)gelesen - nun bin ich mutig, teile meine leseerfahrung mit ihnen und möchte daraus eine reihe machen. 

machen sie mit? was haben sie gelesen im januar? möchten sie vielleicht in ihrem blog davon erzählen und haben lust, einen link zu hinterlassen? (linkparty am ende des blogbeitrags, ist noch neu für mich, ich hoffe, es funktioniert, ansonsten berichten sie mir bitte) 

helfen sie mir, diese reihe durchzuhalten, die ich hoffentlich mindestens ein jahr lang am 25. jeden monats hier veröffentlichen werde! 



ian mcewan, was wir wissen können

der erste teil des buchs spielt in der zukunft  - einer zukunft, die das hat wahr werden lassen, was uns selbst die schlimmsten prognosen der klimaforschung nur vage in aussicht stellen: zur klimakatastrophe ist ein atomarer krieg hinzugekommen, die uns bekannte welt ist überschwemmt, europa eine insellandschaft, kultur und technik grossenteils untergegangen und die menschen, die übrig geblieben sind, versuchen es so gut wie möglich, sich in einem weit vom reichtum und bequemlichkeit der gegenwart entfernten leben einzurichten. trotzdem gibt es noch literaturwissenschaftler:innen  - erzählt wird die geschichte eines solchen, der sich ausgerechnt mit einem ereignis unserer unmittelbaren gegenwart beschäftigt, einer art künstlertreffen, bei dem ein besonderes gedicht vorgetragen wurde, das anschliessend verloren ging. die nachforschungen und reisen, überhaupt das ganze leben des protagonisten ist, wenn man es aus mit unserer mit dingen übervollen und hektischen welt vergleicht, fast schon idyllisch beschrieben, er reist gemächlich mit schiff und elektrofahrrad und wenn kein solches vorhanden ist, halt auch mal zu fuss. nichts passiert gleich, sondern lange wege und wartezeiten prägen das forschen und leben in kalten und kargen bibliotheksräumen, universitätsgebäuden und auch mal auf forschungsreise im zelt.  

schliesslich taucht zwar nicht der gesuchte sonettenkranz, dafür aber ein tagebuch der gastgeberin des treffens auf und bringt licht in die vergangenheit - dieses tagebuch bildet den zweiten teil des buchs. und obwohl es hier immer leckeres essen und genug zu trinken gibt und das uns vertraute tempo des lebens herrscht, auch wenn man längst zurückgezogen auf dem land lebt, die handlung bleibt platt und vorhersehbar und die eines eher zweitklassigen krimis. da hilft es auch nicht, dass der schöpfer des sonettenkranzes sich pikanterweise nicht als der aufgeklärte naturliebhaber, sondern als starrsinniger klimawandelleugner entpuppt... 

 

lili körber, abschied von gestern

ein zufallsfund in der buchhandlung. lili körber sagte mir entfernt etwas - aber das thema ist eines, das mich schon seit langem beschäftigt und zur zeit wieder einmal aufgrund der allgemeinen weltlage ein bisschen mehr: literatur von und über menschen im exil. 

lili körber, geboren ende des neunzehnten jahrhunderts in russland, emigrierte gleich mehrfach - zunächst als junge frau mit ihrem eltern aus moskau, später musste sie als sozialistische journalistin vor den nazis über die schweiz und frankreich nach amerika fliehen. gerne würde ich auch ihre anderen bücher lesen - enthalten sie doch schon im titel die dezidiert weibliche perspektive auf die weltgeschichte des zwanzigsten jahrhunderts. 

und so ist die erzählung aus dem new york der vierziger jahre auch ein wenig autobiographisch - im dachstock und den darunter liegenden stockwerken eines rooming house, vollgestopft mit aus deutschland und ganz europa geflohenen menschen erleben wir, was es heisst, ohne oder mit nur unzureichenden sprachkenntnissen, wenig bis gar keinem geld sich in einfachen jobs durchzubringen, bis es endlich und hoffentlich gelingt, an das berufliche leben der vergangenheit anzuknüpfen. im grunde ein leicht zu lesendes buch - allerdings scheint durch die folie des zu bewältigenden neuen alltags auch an vielen stellen das elend des verlassenen kontinents im krieg. 

 

alena  mornštajnová, hana 

dieses buch liegt schon eine weile auf meinem nachttisch - ich hatte es mir als reiselektüre für unseren aufenthalt in mähren gekauft und war dann unterwegs doch nicht dazugekommen, es zu lesen. da es, weil auf wahren begebenheiten beruhend, in der stadt meziříčí spielt, habe ich nachgeschaut: wir sind auf unserer fahrt ins walachische freilichtmuseum durch das städtchen durchgefahren. 

erzählt wird die geschichte einer familie (der familie der autorin) aus dem kleinen mährischen ort etwa von der gründung der ersten tschechischen republik bis in die frühen sechziger jahre. dies geschieht weder chronologisch, noch aus nur aus der sicht einer person, was es mir schwer gemacht hat, die einzelnen personen auseinanderzuhalten und ihre verwandschaftlichen und anderen verbindungen nicht durcheinander zu bringen. ausschliesslich aus weiblicher perspektive sehen wir buchstäblich die geschichte einen ort überrollen - und den alltag der protagonistinnen unterwandern. sprache und religion sollten für das miteinander der nachbarn keine rolle spielen, tun es aber immer wieder dennoch. auch wenn die familie von elsa, hana und rosa längst nicht mehr religiös lebt, werden sie opfer der verfolgung jüdischer menschen im von den deutschen besetzten land, nachdem sie zunächst die flucht der tschechen, dann der jüdischen bevölkerung der besetzten gebiete erlebt haben. doch auch die im sommer 45 geborene mira ist in der neuen tschechischen republik immer noch mit der geschichte ihrer familie konfrontiert und findet erst allmählich heraus, was es mit ihrer geheimnisvollen tante hana auf sich hat und auch wir verstehen immer besser, in was für einem geflecht aus schuld und liebe die menschen in dem unspektakulären und deshalb eigentlich universellen ort leben.  

 

 und jetzt sie? was haben sie gelesen? was hat sie beschäftigt? 

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Montag, 19. Januar 2026

kw 3 - viel im innen

so ganz überzeugt mich das noch recht neue jahr bisher nicht. vielleicht liegt es auch daran, dass ich nach der ersten arbeitswoche, die inklusive der vorstandsretraite dann halt doch recht lang und anstrengend war, die halbe woche gebraucht habe, um mich wieder einigermassen fit zu fühlen. so richtig hilfreich war es vermutlich auch nicht, dass ich weder vor, noch während, noch nach dem wochenende mit den vorstandsfrauen so richtig gut geschlafen habe. weiterhin als eher kontraproduktiv sehe ich auch die tatsache, dass gleich am ersten arbeitstag der neuen woche eine sitzung mit dem vorstand im kulturzentrum anstand, eine der sitzungen, die ja jetzt erst um acht uhr am abend beginnen. dafür durften meine kollegin und ich dann gleich um neun wieder gehen, immerhin bleibt so die hoffnung, dass anschliessend auch wirklich etwas besprochen wurde. und ich bin nicht krank geworden, da war ich mir anfang der woche auch nicht so sicher. wie sehr mir die erste arbeitswoche noch nachgehangen ist, habe ich dann erst bemerkt, als am dienstag ein externer filzkurs abgesagt wurde - eigentlich hätte ich mich ärgern müssen, tatsächlich freute ich mich, denn das wäre auch noch mal ein batzen vorbereitungsarbeit gewesen. für einen anderen, kürzeren, kurs, der bereits an diesem wochenende stattgefunden hätte, hatte ich schon in der woche zuvor die verlängerte anmeldefrist für beendet erklärt - und zusätzlich zwei aufträge endgültig abgelehnt. beide mit guten grund - grob umrissen würde es grössenwahnsinn treffen - einmal kapitulierte ich vor zeit- und preisdruck bei sehr grossen objekten, im anderen fall versuchte ich hoffentlich nicht vergeblich zu vermitteln, dass nicht alles, was ich selbst herstellen kann, sich auch als kurs eignet, vor allem, wenn als zusatzbedingung noch anfängertauglichkeit gewünscht ist. irgendwie ist das nicht das, was man sich für ein neues jahr so wünscht. bei herrn buddenbohm habe ich den treffenden ausdruck "ausbleiben von konstruktiven aussichten" gefunden, vielleicht sollte ich wirklich mal auf der baustelle neben dem kulturzentrum nachschauen.... 

so, nach dieser abrechnung mit der woche zuvor - vielleicht gab es ja in dieser auch noch nettes?  

eventuell war das dann das angekündigte glatteis am montag, das auch noch am dienstag und mittwoch jeweils den frühen morgen beherrschte, zumindest in unserer etwas abgelegenen hanglage. montag und dienstag blieb ich deshalb einfach morgens zuhause und erledigte alles, was sich erledigen liess und was ich aus der vorstandsretraite mitgenommen hatte. und weil auch andere diese tage so nutzten, sind wir hier schon ziemlich weit, was die nächsten wochen nicht nur ein bisschen entlasten wird. leider gelangen mir aus diesem grund allerdings keine zwölf bilder am montag, es war einfach zu viel eintönige schreibtischarbeit zu tun. 

beim schwimmen am dienstag sah ich endlich mal wieder vom becken aus die sonne untergehen. 

mittwoch war ich dann wieder deutlich mehr unterwegs - energiegeladen räumte ich am morgen zuerst den weihnachtsbaum vor dem kulturzentrum ab, später hatten wir auch noch einen aussentermin beim familienzentrum, dann war ich mit dem ältesten sohn zum  mittagessen verabredet, und ass im ohne eine sehr leckeren veganen bagel mit viel geräucherter roter beete. und anschliessend durfte ich mein nagelneu gebundenes wörterbuch beim papierhandwerk abholen. 

jaja, das sieht jetzt nicht so spannend aus - aber es ist so viel besser als der scharfkantige gelbe plastikumschlag, den der verlag mit seinen nachschlagewerken mitliefert. und es ist wahrhaftig ein echter luxus und fühlt sich auch so an. 

abends dann noch strickabend in der sonne - was nicht den warmen schein des himmelskörpers, sondern einfach ein kroatisches restaurant in der nachbarschaft meint, das uns raum für unsere treffen bietet. 

donnerstag gab es auch wieder allerhand zuhause zu erledigen - nach weiterer büroarbeit räumte ich mit der tochter noch einmal im keller auf. bis auf den grossen schrank ist jetzt alles einmal durchsortiert, einer der nächsten schritte wird der weg vieler dinge zum entsorgungsunternehmen sein. einiges konnten wir auch weitergeben, meist -schenken, aber alles geht halt nie weg. nach dem gemeinsamen mittagessen zu dritt (mobiles arbeiten und spätschicht machten es möglich) fuhr ich nach zürich, denn ich brauche eine neue brille, allerdings ohne lästiges gestellaussuchen, denn ich habe noch eines, in das einfach neue gläser eingesetzt werden sollen, dann holte ich nach, was wir in den weihnachtsferien verpasst hatten und kaufte drei neue sitzkissen für korbsessel und kais stuhl, ein bisschen zeit blieb auch noch, um durchs niederdorf zu spazieren, pfeffer zu besorgen, ein bisschen schreibkram auch und kurz vor dem café eine zu treffen, die ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe - was für eine freude, schade dass mir nicht eingefallen ist, sie auf einen kaffee einzuladen. 

 
 eigentlich geriet ich durch diesen aufenthalt im café ein bisschen in terminstress, aber schön war es trotzdem. 
 

und am ende war ich dann trotzdem rechtzeitig zum abendessen zuhause. 

 am freitag war zum ersten mal in diesem jahr die offene werkstatt wirklich gut besucht - nicht nur, dass zwei frauen zum filzen da waren, es kam auch noch jemand, um termine für weitere filztage abzumachen. 


 damit war dann sozusagen schon das wochenende da - ein geschenktes sozusagen, denn eigentlich hätte ich ja arbeiten müssen. 

samstag waren wir endlich wieder einmal auf dem markt - zusätzlich hatte sich eine richtig lange liste mit dingen angesammelt, die eingekauft werden mussten. beim metzger entschieden wir uns spontan für ein rehragout. damit haderte ich ein wenig auf der fahrt nach hause - hatten wir doch pläne für den späten nachmittag. wir lösten das dann so, dass ich das rehragout vorbereitete, das dann ja ohnehin eine weile kochen musste, und kai schon mit der samstäglichen gartenarbeit begann. also kam ich dann ein bisschen später in den garten, schnitt endlich unseren wein und half anschliessend noch, einen der schon wieder viel zu grossen kirschlorbeersträuchern gründlich zurückzuschneiden. ziel ist immer noch mehr sonne im garten, vor allem am morgen, weswegen wir uns in diesem jahr vor allem auf der östlichen seite des grundstücks vorarbeiten. ein bisschen ausruhen konnten wir auch noch, dann besuchten wir die eröffnung einer ausstellung von bildern einer kollegin aus dem kulturzentrum - schön zu sehen, wie viele menschen da zusammenkamen! 

leider blieb die sonne ausgerechnet am sonntag den ganzen tag hinter dichten wolken verborgen - hatte aber auch etwas gutes - denn so konnten wir ein regal im wohnzimmer nicht nur entstauben, sondern auch ein bisschen entrümpeln und ordnen. 


 na, am ende war es vielleicht dann doch keine so üble woche, oder?