Sonntag, 16. August 2026

kw 33 - kreativer als auch schon (vielleicht wegen der aussicht, dass die hitzewelle endet)

wenn sich die wettervorhersagen für die kommenden tage und darüber hinaus bewahrheiten, ist die vergangene woche die letzte mit so absurder hitze gewesen. was allerdings bleiben wird, ist die dürre und das ausbleiben von grösseren und längeren regenfällen. 

die hitze beschäftigte mich diese woche vor allem im hinblick auf einen termin in meiner werkstatt, die ich ja seit dem beginn der hitzewellen kaum mehr so richtig genutzt habe - auch weil anfang des sommers ja zusätzlich das baugerüst vor dem fenster und die fehlenden storen nervten. nun war ich wieder an ein paar tagen dort und habe sogar ein wenig gearbeitet. 


 wobei der montag erst mal mit werkstatt-office startete. der schlüssel zu einem lagerraum im kulturzentrum tut nicht, was er soll, das mietverhältnis ist kompliziert und ich musste mir den weg zu einer zuständigen person erkämpfen, inklusive viel wartens auf rückrufe, also nahm ich halt mein büro mit in die werkstatt und wechselte immer mal wieder zwischen wolle und telefon hin und her. 

ansonsten habe ich endlich damit begonnen, die vliese aus der diesjährigen schur der zackelschafe zu verarbeiten. ich wollte ein wenig üben, denn für den freitag war hoher besuch zum veggiefellfilzen angekündigt. 

dasselbe wiederholte ich (ohne den office-anteil) am dienstagmorgen - gegen mittag wurde es jeweils gut warm in der werkstatt, morgens war es noch auszuhalten gewesen und ich konnte jeweils ein wenig lüften. 

mittwoch dann war die kollegin zurück aus den ferien, was einen langen arbeitstag im kulturzentrum ergab (sonst bin ich nur vormittags dort), allerdings unterbrochen durch ein gemeinsames mittagessen auf der schattigen terrasse über der limmat im restaurant gegenüber. und den besuch des ältesten sohns, der sich unsere musikanlage angeschaut hat, allerdings hat er auch nicht wirklich etwas bewirken können, was wir nicht schon selbst herausgefunden hatten, man bräuchte ein passwort. mal sehen ob das herausgerückt wird oder ob die frage danach dann doch bewirkt, dass die eigentlich involvierte person es dann mal schafft, bei uns vorbeizukommen und uns eine einführung in die höllenmaschine zu geben. 

am spätnachmittag war ich zurück zuhause und hatte endlich zeit, ein paar dinge mit der vereinskollegin zu klären, die die journalistin von der coop-zeitung für den freitagnachmittag eingeladen hatte. unter anderem bestand ich auf weitergabe der information "es wird heiss". 

und dann war da ja noch die sonnenfinsternis! 


 als wir ende vergangener woche noch keine sofi-brillen hatten, war ich fast schon davon überzeugt, dass wir das ereignis verpassen würden. und ein bisschen traurig, weil endlich konnte man mal davon profitieren, dass pausenlos die sonne scheint und kein wölkchen am himmel zu entdecken war. aber kai hat dann am samstag noch brillen ergattert. 


ein bisschen dunkel wurde es bei voller bedeckung von 91% - kein vergleich zu 1999, als sogar die strassenbahn in stuttgart mit licht unterwegs war. 


ein bild von der bedeckten sonne habe ich nicht gemacht, ich hatte im vorfeld weder lust noch zeit mich mit den technischen möglichkeiten zu beschäftigen und es gab ja auch reichlich bilder. im bild oben ist das spektakel fast vorbei - die sonne geht, immer noch gut zur hälfte bedeckt, unter. an der stelle, an die wir mit einem umweg über einen dann doch nicht so guten beobachtungsplatz geradelt waren, waren noch andere menschen, eine schöne stimmung auch. ruhig, wir nahmen uns zeit, das allmähliche verschwinden und wiederauftauchen der sonne hinter dem mond anzuschauen (mussten ja die brillen auskosten), nahmen aber auch die dämmerung wahr (es blieb eigentlich ziemlich hell) und den wind, der mit der dämmerung kam. 
nach menschlichem ermessen und da wir keine grossen fernreisen unternehmen wollen, wird das die letzte so fast vollständige sonnenfinsternis gewesen sein, die wir erlebt haben. 

am donnerstag räumte ich final die werkstatt für den freitag auf und her - dann hatte ich noch einen servicetermin mit anschliessendem mittagessen und den nachmittag verbrachte ich bei den impressionisten in der villa langmatt. 


 auch da heiss, heiss, heiss. vielleicht aber wirklich der letzte so heisse und stickige arbeitsnachmittag dort. ausserdem habe ich mir noch ein paar schuhe fürs museum gekauft - geschlossene schwarze aus leder und mit fussbett. allerdings kamen die erst am freitag. damit sollte ich nun auf längere sicht ausgestattet sein für die mueumsaufsicht. 

der freitagnachmittag, der mir (und noch mehr der vereinskollegin) so viel sorgen bereitet hatte, ging dann erstaunlich gut über die bühne. mit der journalistin kam auch noch eine fotografin, wir redeten zuerst ein bisschen, dann filzte ich gemeinsam mit der journalstin ein veggiefell und nach kurzer zeit stellte sich das ein, was sich im besten fall beim filzen einstellt: eine gewisse ruhe, eine empfindung von kontemplation, freude darüber, was die hände bewirken können und am ende die begeisterte einsicht, etwas mit den eigenen händen erschaffen zu haben - fast ohne hilfsmittel! 
die begleitung durch die fotografin war ruhig und dezent, es blieb viel zeit vom verein, aber auch vom filzen allgemein zu erzählen und nun dürfen wir gespannt sein, was wir vorab zu lesen bekommen werden. erscheinen wird der artikel erst im herbst, aber das ist auch gut so. 

und noch einmal war ich diese woche in sachen filzszene unterwegs! nach einem frühen und kurzen marktbesuch fuhren kai und ich am samstagmittag in den prättigau, wo christoph vetsch und das ganze team dazu eingeladen hatten, mit ihm den neubau seiner wollkarderei und -spinnerei zu feiern. 

hmm, vom neuen gebäude hab ich jetzt gar kein foto gemacht. 


die faszination der über hundert jahre alten maschinen (es gibt auch neuere) ist einfach immer wieder zu gross. die grosse kardiermaschine war vom löschwasser des brandes vor zwei jahren schon sehr in mitleidenschaft gezogen, konnte aber gut wiederhergestellt werden. 


ansonsten nur ein paar atmosphäre-fotos. ich war schon ein paar mal dort und konnte kai selbst ein bisschen die maschinen erklären, wobei auch immer jemand vom team für fragen da war. 

detail im neubau ... an den alten fenstern geht man vorbei, wenn man ins obergeschoss in den neuen laden geht. dort war ich dann auch noch, nur ein teil der einkäufe ist für die werkstatt bestimmt. 

diese bunten baumwollstrangen sollen eine weitere häkeldecke geben. ich hatte so viel spass am herstellen der ersten, dass ich einfach noch mal eine machen möchte. 

am spätnachmittag fuhren wir wieder zurück - auch unterwegs blieb es trotz wolken in den bergen weiterhin trocken. wir hätten noch in die royale sommerbar gehen können, einigten uns dann aber auf zuhause bleiben. 

ich hatte inzwischen mit einem kleinen nähprojekt begonnen, das ich auch gleich am abend noch fast fertig bekommen habe. 

geben soll das eine art zusammenfaltbare tasche für allerhand dinge, die ich so immer mit mir rumtrage. 


später am abend gabs dann noch käse- und wurstplättchen - wir hatten um drei in der festwirtschaft beide eine bratwurst gegessen, bekamen am späteren abend aber dann doch noch ein bisschen hunger. 

für den sonntag hatte ich gleich beim frühstück so viele ideen, dass ich mir eine liste machen musste. kaum hatte ich den ersten punkt der liste erledigt (tomaten ein bisschen ausputzen und teilweise abräumen, damit ich nicht halbe leichen mit trinkwasser giessen muss) stand die nachbarin vor der türe und brachte mir eineinhalb kilo zwetschgen. ausserdem war beim schneiden der tomaten auch noch reichlich basilikum abgefallen - also kamen zwetschgen zum einfrieren paratmachen und noch mehr basilikumsalz herstellen auf die liste. glücklicherweise spülte kai nebenbei ab, so dass das chaos in der küche beim entsaften des holunders und einkochen zu gelee und den anderen dingen nicht so ausartete. zwischendurch (beim warten auf den ersten saft aus dem heissentsafter) nähte ich das täschchen fertig: leider ist der schnitt eine fehlkonstruktion, denn die beiden taschen auf den seitenflügeln werden als zweites geschlossen und sind so nicht gegen ein ausleeren geschützt. grmpf. die ganze arbeit für eine eher halbbatzige lösung. noch mal - und dann eben besser - machen? oder abhaken? 


momentan gibt es ein bisschen pause, später könnte ich noch eine anleitung für eine weitere häkeldecke suchen, die strangen zu knäueln wickeln und die anderen punkte auf meiner liste abhaken. 

so, das hat dann auch noch ganz gut geklappt - die zweite decke wird entweder charlottes universe oder universe in bloom werden. und auch mit dem wickeln der knäuel habe ich schon begonnen. 


und nun harren wir der dinge, die da in sachen wetterumschwung kommen sollen. ich kann gut verstehen, dass die für mittwoch angesagten 30 grad zweifel aufkommen lassen an einer tatsächlichen wetteränderung und musste eine abmeldung für den ausflug am mittwoch entgegennehmen. schade, aber ich glaub das mit dem kühleren wetter auch erst, wenn es dann da ist. 


 

Montag, 10. August 2026

kw 32 - immer noch viel zu heiss (und trocken)

es ist heiss. und kein regen in sicht. keine wetteränderung auch nicht, es wird weiterhin noch mindestens eine woche heiss bleiben. 

dienstagnachmittag im schwimmbad. 

meine laune zu diesem thema ist mittlerweile unterirdisch schlecht, abgesehen davon, dass ich mich persönlich bei diesen temperaturen nicht wohl fühle, kann ich beim besten willen nicht wegsehen, wenn jetzt bereits die wälder braun werden, von flüssen und seen immer weitere tiefststände gemeldet werden und im garten alles, was wir nicht bewässern (und das ist das meiste) hängt, die blätter einrollt oder verdorrt. wenigstens sieht hier in der schweiz die politik, dass die landwirtschaft ein problem hat, während sich die bauern in deutschland noch vom zuständigen minister verhöhnen lassen müssen. ausser direktzahlungen und wasser, das vom militär auf die almen geflogen wird, passiert hier dann aber auch nichts. sollte der nächste sommer eher nass werden, haben wir dann ja wieder ein neues problem, wen interessiert es schon, dass all diese wetterextreme auf eine ursache zurückgehen: die klimakatastrophe, die kleingeredet oder ignoriert wird, aber politisch immer noch keinen vorrang vor der gewinnmaximierung weniger reicher hat. 

so, wäre das auch mal wieder gesagt.  

ansonsten war die woche bis auf den mittwoch, über den ich schon schrieb, eher eine ruhige. 


montag habe ich die sommerpost versandfertig gemacht. 

dienstag war ich im kulturzentrum und habe ein wenig gearbeitet - während das neue putzteam das erste mal da war. ich traf auch noch die vereinspräsidentin, allerdings tauschten wir nur ein paar private dinge aus. später war ich noch im schwimmbad, da war es voll, was mich freut, es ist freibadwetter, es sind ferien, das bad ist schön renoviert und wird genutzt! 


mittwoch siehe dort

donnerstag brachte ich mit fahrrad und anhänger die flyer mit dem kulturzentrums-programm für september bis dezember auf die post - die vertretungsbetriebsleitung hat etwas geschafft, was ich noch nie erlebt habe: das programm kommt drei wochen vor dem start in die haushalte. am nachmittag hatte ich nach zwei wochen den ersten einsatz im museum - auch dort ist es nach wie vor einfach heiss, heiss, heiss. 

freitag war bis auf einen physiotermin terminfrei, vorher hatte ich aber zeit für einen ausführlichen haushaltsvormittag und danach gab es nur noch etwas in der werkstatt nachzusehen und einzukaufen für ein frühstück mit 2 von drei kindern am sonntag. 

ein bisschen durfte ich mich auch schon mal auf vorrat ausruhen, denn der samstag war wieder mal ein arbeitssamstag. im museum ist es heiss und stickig, aber das schrieb ich auch schon am donnerstag. 

ich hab ihnen mal wieder zwei bilder aus dem museum mitgebracht - ein detail von einem reparierten teppich und den schönen blick in die galerie. 
 

im museum war nicht so viel los - dafür um so mehr draussen im park und im verandacafé, wo seltsamerweise vor allem eine sorte limonade getrunken wurde, die ständig leer war und nachgefüllt werden musste. sonst verteilt sich das irgendwie besser. 

nach feierabend ging ich ausnahmsweise nicht nach hause (kai war auch unterwegs, er half mit, dass die streetparade sicher über die bühne gehen konnte) - sondern zu einem sommerfest in der wg des ältesten kindes. 

dort musste ich erst ein bisschen in die baumwipfel schauen, war ich schwimmen in der limmat und erst dann war ich so richtig bereit, mitzufeiern. 

reichlich menschen waren auf dem schmalen inseli zwischen kraftwerkskanal (kraftwerk schon lange stillgelegt) und limmat zusammengekommen, es gab musik, getränke und eine toaststation zum selbst belegen und toasten. schön wars, am ende hat mich kai doch noch abgeholt und auch noch ein bier getrunken, bevor wir nach hause gingen und dort auch noch eine weile im garten sassen. 

am sonntag war die frühstücksrunde dann noch um eine person reduziert, die tochter hatte spontan einen zusätzlichen dienst übernommen und so brunchten wir nur mit dem mittleren sohn. auch mal schön. 


reichliche tomatenernte - nur die richtig grossen wollen auch in diesem jahr nicht so recht was werden. 

den restlichen sonntag verbrachten wir faul und mit kleinen häuslichkeiten, grillten uns eines der letzten stücke von unserem weidesäuli und stimmten uns auf die kommende woche ein. 
 




Freitag, 7. August 2026

sommerpost 2026

superspontan habe ich mich im frühsommer entschieden, an der sommerpost 2026 des post-kunst-werk teilzunehmen - zu verlockend war das thema. landkarte des sommers. 

zwischendurch habe ich natürlich wieder einmal mehrmals die krise bekommen, weil ich keine ahnung hatte, woher ich auch noch für dieses projekt die zeit nehmen sollte. aber dann kam die liste meiner gruppe und gleich noch eine fristverlängerung, die ganze aktion wurde um zwei wochen nach hinten geschoben. super war für mich auch, dass ich erst an stelle drei der liste stand, also meine post erst in der woche nach den sommerferien bei den empfängerinnen sein musste. davor lagen planerisch zwei ruhige wochen - noch in den schulferien und die kollegin hatte auch frei, so dass unsere regelmässigen termine ausfielen.  

 
 begonnen habe ich dann aber doch schon viel früher - zuerst habe ich mal auf der genialen plattform von swisstopo herumrecherchiert, man kann sich da kartenausschnitte auf a3 ausdrucken. gereizt hätte mich das als basis schon, dazu noch mit dem schönen schweizer landeswappen drauf. aber schlussendlich war es mir dann zu viel information, ich wollte mein kartenprojekt ein bisschen aufgeräumter und mehr skizzenhaft haben. also habe ich alles, was mir wichtig schien, auf einen a3-bogen abgepaust. 


mit dem halbkaputten drucker an meiner arbeitsstelle lassen sich ganz herrliche fehldrucke in hellblau herstellen - die wurden die basis meiner karte des sommers. 
 

aus einem "richtigen" druck habe ich mir eine schablone gebastelt, mit hilfe derer ich die berge und waldgebiete in meine karte hineinschablonierte habe. 

auch das alles ganz fein und leicht - mit aquarellfarbe. 

danach begann die eigentliche arbeit: ich habe mit holzfarbstiften alle meine wege in die karte eingetragen, schön farblich gekennzeichnet, wo ich mit dem fahrrad unterwegs bin, wo zu fuss, schwimmend und mit dem zug. 

parallel zu dieser arbeit hatte ich mit faltungen experimentiert - ich mochte früher die falkpläne gerne, die durch ihre gestaffelte faltung in der einen, die zick-zack-faltung in der anderen und durch gezielte schnitte auch ein blättern im gefalteten plan ermöglichten. 

und so faltete ich dann auch meine karte.  

notwendig wurde dadurch ein umschlag, in dem die karte festgeklebt wird - aber halt nur an einer einzigen stelle, so dass man ihn auch noch vollständig auffalten kann. 

auf einigen freien flächen blieb platz für ein paar erläuterungen zu meiner karte - es handelt sich beim gewählten kartenausschnitt um die unmittelbare umgebung, in der ich wohne, die eingezeichneten wege ergeben ein buntes netz aus verbindungen zwischen den orten an denen ich lebe, arbeite, meine freizeit verbringe. ebenfalls handschriftlich habe ich zu den einzelnen orten dinge auf der karte ergänzt. 


und ganz am schluss haben auch noch die zahlreichen fehldrucke eine aufgabe bekommen - aus ihnen entstanden die umschläge für die sommerpost. 

nun habe ich heute die fünf exemplare für meine postkunstgruppe auf den weg gebracht - ein exemplar habe ich behalten und eines, das ich auf reserve mitgezogen habe, ist übrig. 

sollte irgendjemand aus der postkunst-umgebung trotz fehlender vernetzungsmöglichkeiten diesen post lesen und interesse an einem tausch haben, würde ich mich freuen, auch dieses letzte exemplar noch auf den weg zu bringen und wäre gespannt auf eine weitere karte. (einfach kommentieren oder das kontaktformular in der rechten spalte benutzen). 

ich selbst werde der postkunst in dieser form wohl nach dieser aktion endgültig keine weitere chance mehr geben - zu gering sind mir die vernetzungsmöglichkeiten, nicht einmal auf instagram habe ich noch etwas von der aktion mitbekommen (wofür die initiantinnen nichts können, der wegfall der suche nach hashtags war ja nicht deren idee), aber dass es auch keinerlei vernetzungsmöglichkeiten auf dem post-kunst-werk blog mehr gibt (ich habe es gesehen, das interesse war zuletzt denkbar gering, ich verstehe es, dass man das dann nicht mehr anbietet) ist schon sehr, sehr schade. 
ich schätze die anregungen sehr, es ist auch wirklich schön, post zu bekommen (wenn sie denn mal käme) - aber für mich war immer das miteinander die ganz grosse motivation und weniger die ergebnisse. ich sage also wieder mal einem teil des internets, wie ich es kennen und lieben gelernt habe, ciao. 

Donnerstag, 6. August 2026

#wmdedgt am 5. august 2026 (mit sonntagsspaziergang am mittwoch)

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

und weil der 5. august kein gewöhnlicher tag für uns ist, haben wir uns heute freigenommen für eine wanderung. und deshalb darf dieser post später im monat dann auch noch zum sonntagsspaziergang von heike wandern, auch wenn wir nicht am sonntag, sondern an einem mittwoch spaziert sind. 

wir stehen ein klitzekleines bisschen später auf als sonst, erst so gegen viertel nach sieben. anziehen, rucksäcke fertigpacken und den tomaten wasser geben stehen noch auf dem programm, bevor wir mit den verlos in richtung bahnhof starten. 

dort holen wir uns unser frühstück beim café uno - es gibt capuccino und gipfeli, ich habe mich vergriffen und anstatt eines laugengipfels ein schokogipfeli genommen. 


8.08 uhr bringt uns ein zug nach zürich, von dort geht es weiter nach zug, mit dem bus zur haltestelle schönegg und von dort mit der standseilbahn auf den zugerberg. 
 

oben angekommen geniessen wir ein bisschen die aussicht auf den zuger see. 


 auf tausend meter höhe ist ein bisschen frischer als unten, aber gleich geht es zum einzigen grösseren anstieg des tages, da brennt die sonne bereits. 

auf der hochwacht gibt es noch mehr aussicht zu geniessen. 


unter anderem auf die rigi - da waren wir vor vier wochen. 

und auf eine herde kühe. 


von nun an geht es vor allem bergab - in sanften kurven durch weiden und feuchtflächen, von denen es hier oben viele gibt. auch hier ist es trocken, aber längst nicht so sehr wie bei uns unten. und wir sehen an vielen stellen schläuche für die bewässerung der weiden. 


 ab und zu gibt es schöne blumen zu sehen, unter anderem diese silberdistel. 

ir passieren verschiedene bauernhöfe, je weiter wir nach unten kommen, desto weniger vieh hat es, dafür dominieren nun die obstbäume mit äpfeln, zwetschgen, reineclauden, kirschen. 


 die landschaft wird flacher und landwirtschaftlich genutzter - die sonne brennt vom himmel. 

wir passieren das dörfchen allenwinden, deutlich schon zur agglomeration von zug gehörend, an einem brunnen kommen wir nicht vorbei, da hatte ich schon mit gerechnet. 


aus dem dorf heraus führt uns ein weiterer wanderweg in den wald hinein und auf einem schmalen begsporn entlang, auf dem wir bis zur burgruine wildenstein gelangen. eine grössere pause haben wir aufgeschoben, weil wir auf sitzbänke hofften, am besten im schatten. in der ruine hat es aber nur eine wegen dürre und waldbrandgefahr abgesperrte feuerstelle, aber keine sitzgelegenheiten. wir essen unser vesper auf einer treppe, eher unbequem und beschliessen, weiterzulaufen. 

jetzt ist es richtig heiss, selbst im wald, und uns fehlt eine richtige pause, wir schleichen deshalb zuerst den berg hinunter an einen wasserfall. 


dann auf der anderen seite wieder hinauf. 


eine andere wandererin hat uns auf diese bänkle mit aussicht aufmerksam gemacht, wie schnell wir jetzt dem see näherkommen! 

wir verpassen die strassenbrücke übers lorzentobel, weil wir einfach nur noch ankommen wollen und schleppen uns weiter durch den wald, in dessen schatten es nicht wirklich kühl ist und über mehrere sonnige stücke am waldrand bis zum schlaufensteg. kurz vorher gibt es noch eine quelle, endlich können wir unsere wasserflaschen auffüllen. 


der sensationelle steg verbindet kurz vor baar - ja was eigentlich? vor allem geht er einfach in schlaufen, teils in wipfelhöhe durch den wald. 


endlich sind wir unten. so ganz am ende war das für meine knie nicht die beste idee. 

und gleich stehen wir mehr oder weniger im alten industriegebiet von baar, passieren die arbeiterhäuser der spinnerei in der höll und gleich darauf die riesigen spinnereigebäude, so weit sie heute noch stehen, selbst. 

dann biegen wir einmal um die ecke und stehen vor der baarer brauerei mit dem erdmannli-signet. 


im braui-laden holen wir uns ein getränk (ich panache, kai ein amber, die brauereigaststätte hatte betriebsferien) und nehmen gleich den bus zum bahnhof baar. 

dort warten wir ein bisschen auf den zug nach zürich um kurz nach vier.  wenn wir nicht noch salz und eine orange gekauft hätten, hätten wir einen früheren bekommen. ausserdem wundern wir uns, dass wir auf der wanderstrecke, die mit 9.5 kilometer angegeben war, fast 14 kilometer gelaufen sind. umwege haben wir bis auf die paar schritte zur burg hinauf keine gemacht. kein wunder sind wir deutlich kaputter als gedacht, auch hatten wir mit ein bisschen weniger hitze gerechnet. 

die rückreise verläuft weiterhin reibungslos, um kurz nach fünf sind wir in baden, kai kauft noch schnell kaffee, und dann radeln wir nach hause zurück. 

abendessen auswärts fällt aus, wir sind so froh, in unser bädle springen zu können und finden fertige rigatoni al forno im tiefkühler, die wir uns warm machen. 

ich telefoniere noch mit einer vereinskollegin, es gibt dinge zu planen und abzusprechen und dann beschliessen wir, dass wir für heute genügend draussen waren und schauen drinnen gemütlich den zweiten teil des fernsehzweiteilers "himmelsleiter". 


 

Montag, 3. August 2026

kw 31 - heiss, heiss, heiss

 es ist wieder oder besser immer noch so heiss. ein paar tage lang blieb die temperatur unter der dreissig-grad-marke, aber diese woche wird es schon wieder jeden tag heisser, ausnahme war der samstag, es hatte in der nacht von freitag auf samstag dann doch ein bisschen geregnet und so starteten wir wenigstens ein wenig abgekühlt ins wochenende. 

die hitze und die trockenheit beschäftigt zunehmend auch die medien, da kommt dann auch immer wieder das stichwort klimakrise aufs tapet, aber halt eher so zu erklärung, als könnte man, hätte man nicht schon längst etwas ändern müssen! 

was mich persönlich (neben der politischen dimension, die quasi nicht mehr vorhanden ist) am meisten nervt: jetzt, wo es wirklich schön sein könnte im garten, jetzt wo wir ja auch bewusst im sommer nicht verreisen, sondern das "schöne" wetter hier geniessen, ist es fast völlig unmöglich, über den tag draussen zu sein. die paar stunden am vormittag nutzen wir für dringend notwendige arbeiten, dann sitzen wir drinnen im immer noch recht kühlen haus und am abend warten wir drauf, dass es endlich ein bisschen abkühlt, damit wir wieder raus können. 

mir ist vollkommen klar, dass wir uns mit diesen optionen in einem sehr privilegierten segment bewegen, aber so langsam beginnt mich die hitze zu zermürben.  

so, eigentlich wollte ich ja über die woche schreiben. die war museumsfrei, ich war einfach in dieser woche zu keiner schicht eingeteilt. auch mal gut - ich habe die freie zeit zu einem ausflug nach winterthur genutzt, wo sich die shirdakgruppe des vereins filzszene bei einem mitglied getroffen hat. 


 hier bewegt man sich jetzt ein bisschen weg von den traditionellen mustern und wird graphischer. ich habe im wesentlichen meinen zweiten shirdak-zwilling mit einem rand versehen und noch einmal mein teppich-projekt vorgestellt, das allerdings noch in der entwurfsphase steckt. vielleicht wird das dann das erste, was ich nach ausgedehnter sommerpause im herbst in der werkstatt in angriff nehmen werde. 

zusätzlich habe ich mich recht viel mit der sommerpost beschäftigt, es wird hier sicher auch noch einen post dazu geben, noch eine woche werkeln und dann muss ich meine landkarte des sommers verschicken. da es ausser instagram keine möglichkeit mehr zur vernetzung mit dem projekt gibt und dort ja nicht mehr nach hashtags gesucht werden kann, habe ich bisher eine einzige karte per zufall zu gesicht bekommen, keine werkelei, keine inspirationen ... und leider auch kein bisschen gemeinschaftsgefühl, das auf diese art und weise aufkommt. früher war das anders. ich muss jetzt halt einfach mal lernen, dass es nicht mehr so ist und aufhören zu hoffen, dass es bei einem weitern projekt, bei einer weiteren kostenpflichtigen mitgliedschaft besser oder anders sein wird. vielleicht fühlt es sich ja besser an, wenn hier mal eine karte aus der gruppe den weg in unseren briefkasten gefunden hat. 

die tomaten sind reif! 


 es ist zeit für diese bunten teller - sowohl was die temperaturen, als auch was die ernte von tomaten und basilikum angeht. wie immer, liebevoll angerichtet von kai. 

am freitagabend hatten wir besuch von freunden und sassen nach schwumm im bädle und ausführlichem abendessen noch lange bei endlich angenehmer werdenden temperaturen draussen. 

samstag war hier zwar nationalfeiertag, aber wir fuhren zu den nachbarn auf den markt und zum frühstücken, das lassen wir halt ungern ausfallen. und da wir eh nicht zu den traditionellen erstaugustfeiern gehen, hat das auch ganz gut gepasst so. am nachmittag schauten wir noch kurz auf einen eiskaffee und mitgebrachten kuchen beim mittleren sohn vorbei, endlich mal die neue wohnung anschauen. per zufall kam auch noch die tochter vorbei, die anderen mitbewohnenden kennen wir ja bereits. 

sonntag sind wir zuhause geblieben, wie bei der hitze in letzter zeit oft. dafür bin ich gut bei der postkunst weitergekommen, ich denke, ich werde das am montag abschliessen können.  

viel war diese woche also nicht, eine art durchschnaufe-woche, allerdings mit zwei lektionen tschechisch. so langsam kommt das mit der neuen lehrerin zum laufen, ich bekomme regelmässig hausaufgaben, die ich auch fleissig erledige, und wiederhole viel grammatik, von der ich erschreckend wenig behalten habe. aber egal, sprachenlernen ist einfach fleissarbeit und manches verstehe ich jetzt besser als im ersten durchgang. womit ich immer noch hadere: wie sage ich es meiner lehrerin, dass es mir lieber wäre, wenn sie nur tschechisch mit mir spricht, also auch alles auf tschechisch erklärt, anstatt dass ich immer wieder ins englische wechseln muss? ich könnte es in die bewertung schreiben, aber irgendwie fühlt sich das doof an, richtiger fände ich es, es erst einmal direkt mit ihr anzusprechen. 

  




Samstag, 1. August 2026

im juli gelesen

 vor den sommerferien habe ich mich noch mit lesestoff in der bibliothek versorgt. 

 

wobei, den kurkow hatte ich hier schon ein bisschen länger liegen. ich mochte den roman "graue bienen" vom gleichen autor und bin mir nicht mehr ganz sicher, ob nicht schon dort das abgetrennte ohr, das nun unabhängig von seinem ehemaligen träger das gehörte vom jeweiligen aufenthaltsort des ohrs übermittelt, bereits dort vorkam. absurd genug, es sich zu merken und nicht erfunden zu haben. 

andrej kurkow, samson und das galizische bad

der roman spielt kurz nach dem ende des zarenreichs, noch ist nicht so ganz klar, wer in zukunft das politische sagen haben wird, verschiedene ordnungsmächte konkurrieren und in dieser unruhigen zeit soll samson, ein polizist der neuen sowjetmacht, einen kriminalfall mit gleich 17 verschwundenen rotarmisten aufklären. wie ihm das gelingt ist weniger spannend als witzig zu lesen. 

michelle minelli, der garten der anderen  

lilli klingelt recht unbedarft bei dem von ihr verehrten gartenbuchautor noah berger, wird aber ein ums andere mal von dessen zweiter frau sonja abgewiesen. sie darf zwar im garten helfen, aber dem autor kommt sie keineswegs näher - da beginnt sie eine geschichte über den autor und seine frau zu schreiben. was ist daran realität, was fiktion und was macht eigentlich das leben von lilli selbst, die zu ihrem freund aufs land gezogen ist, aber mit dieser entscheidung hadert. 

irritierend fand ich die verschiedenen ebenen mit sehr ähnlichen geschichten, in denen ich mich anfangs nicht ganz zurechtgefunden habe, da auch die namen der handelnden personen verändert werden. auch der titel scheint mir nicht so schlau gewählt: bis fast zum schluss las ich im genitiv einen plural und konnte wenig damit anfangen, erst am ende war mir klar, dass es sich um die weibliche einzahl handelt... 
trotzdem gerne gelesen, die beschreibung der beziehungen zwischen den menschen haben etwas in mir angerührt. 

therese bichsel, das jahr ohne sonne

ich habe bereits einige bücher von therese bichsel gelesen - und weiss inzwischen, dass ich das nicht tue, weil ich ein literarisch ausgefeiltes werk erwarten kann, sondern weil therese bichsel spannende geschichten aus der schweizer geschichte oder aus der weltgeschichte aus schweizer sicht zu erzählen weiss.  

auch das jahr ohne sommer war mir ein begriff - ein vulkanausbruch im april 1815 in indonesien und weitere wetterphänomene trugen dazu bei, dass die zeit von 1810 bis 1820 zur kältesten periode der letzten 500 jahre wurde. vor allem im sommer 1816 kam es zu nachtfrösten und schneefall auch im sommer bis in tiefe lagen und langen regenperioden mit überschwemmungen. die dadurch verursachten ernteausfälle führten zu teuerung und hungersnöten, kein land in europa war davon so schwer betroffen wie die schweiz. 

mit hilfe von chroniken aus der zeit und anhand von drei einzelschicksalen erzählt therese bichsel aus dieser zeit und bleibt dabei seltsam eindimensional. es regnet, es friert, die ernte verdirbt, man hat nichts mehr zu essen. zuerst bei den ärmeren bauern, dann triffte es auch reichere familien, die sich zuerst noch mit dem zukauf von lebensmitteln über wasser halten können. dabei lässt uns das buch ganz in der zeit der handlung: es gibt kaum hintergrund (die sache mit dem vulkanausbruch hat man erst ein jahrhundert später mit der kälteperiode in verbindung gebracht) weder was die ursachen des wetterphänomens angeht, noch auch wird das problem der wirtschaftskrise im textilbereich oder der fehlenden koordination von massnahmen seitens des staates thematisiert. (lohnenswert dazu der wikipedia-artikel)

am ende habe ich mich durch die letzten seiten gequält, aber es wollte und wollte nicht besser werden. zumindest damit hat frau bichsel vermutlich das gefühl der damaligen zeit getroffen.  

iris wolff, lichtungen 

habe ich mit grossem vergnügen gelesen. lev und kato treffen sich in zürich - aber ihre gemeinsame geschichte beginnt viele jahre vorher im rumänischen siebenbürgen. bereits als kinder sind die beiden ganz unterschiedlich, kato will in die welt hinaus, während lev an allem hängt, was ihm heimat gibt. aus ganz alltäglichen dingen (mit einem guten einblick in sozialistische lebenspraxis) schafft iris wolff eine ausgesprochen poetische erzählung mit liebevoll gestalteten figuren. ich hätte gerne weitergelesen - und ist das nicht das beste, was man von einem buch sagen kann?