Mittwoch, 20. Mai 2026

münchen

in diesem jahr unterbrechen wir unsere reise nach prag nicht nur für ein bier in münchen, sondern gleich für zwei nächte. nicht weil die anschlüsse in deutschland so unsicher geworden sind, sondern weil wir uns das sudetendeutsche museum, das an verschiedenen stellen so gelobt wurde, selbst einmal anzuschauen. 

aber zuerst werden wir wieder einmal auf einem neuen weg durch den münchner hauptbahnhof geleitet. 


eigentlich auch ganz hübsch, die beschriftung dürfte aus den 50er stammen, sonst sah man sie nicht. wir holen uns gleich noch im reisezentrum platzreservierungen für die weiterfahrt mit der kleinen privatbahn, die uns zwei tage später nach prag und am monatsende zurück nach münchen bringen soll. keine ahnung, warum es mir nicht gelungen ist, diese sitzplätze online zu buchen, aber am reisetag wird sich die reservierung noch als wichtig erweisen. 

zu unserer unterkunft sind es nur zehn minuten - wir können trotz unserer frühen ankunft (kurz nach 14 uhr) gleich unser appartement beziehen. halten uns aber gar nicht lange auf, wir haben pläne. 

das wetter war für die beiden tage in münchen eher regnerisch angesagt, und so sind jetzt unsere pläne halt schlechtwetterprogramm, aber nun scheint die sonne und wir können gut zu unserem ersten ziel, dem karl-müller-volksbad, zu fuss gehen und zwar quer durch die münchner innenstadt. das jugendstilbad liegt gleich neben dem deutschen museum an der isar. 


wir nutzen die zeit nicht nur zum schauen, sondern auch zum schwimmen - allerdings ist das becken für richtiges schwimmen eher weniger geeignet, zwar sind zwei bahnen für sportschwimmen abgetrennt aber auf der einen seite ist die wassertiefe so gering, dass man ganz vorsichtig wenden muss, demit man sich nicht die zehen anschlägt. 


kurz vor fünf verlassen wir das bad und brauchen dringend einen kaffee, wir landen gleich gegenüber vom schwimmbad im "rosi" - ok, vor allem weil wir nach dem schwimmen echt durstig sind. 


anschliessend gehen wir über die museumsinsel zurück in die innenstadt, in der nähe des sendlinger tors finden wir eine indische gaststätte und essen dort zu abend. danach sind wir dann auch müde genug, um uns auf unser appartement zu freuen. 

am anderen tag muss ich früh fit sein - ich habe meine tschechischstunde nicht verschoben (auch nicht verschieben können, meine lehrerin scheint lange sommerferien zu machen, sie hat zwar informiert, aber die info passt nur teilweise zu den blockierten zeiträumen...), also übe ich von halb acht bis acht tschechische verben. 

danach machen wir uns fertig für den tag - frühstück gibt es unterwegs, wieder beim sendlinger tor, im café vollath. unser weg wäre wieder der gleiche wie am vortag gewesen, deswegen machen wir heute einen bogen nach süden, über den alten südfriedhof. 

 

vor dem friedhof - von weitem wirkte die matratze in dieser umgebung täuschend echt, sie ist aber eine bronzeplastik. schade, dass wir keine hinweise zu künstler und titel finden. 

auf dem alten südfriedhof sind eine ganze menge bekannter menschen begraben - wir lassen uns treiben und suchen nicht nach bestimmten grabmalen. 


 mehr per zufall und wegen der schönen storchenschnäbel habe ich dieses grab fotografiert. 

und später erst beim bearbeiten der bilder die inschrift gelesen - ja, das mit der religiösen toleranz ist noch nicht so alt. 

amseln hats auch. 


 dieses grabmal war sicher ende des 19. jahrhunderts sehr modern - vielleicht aber wurde das landschaftsrelief auch erst später angebracht. 


zwischen dem nördlichen und dem südlichen gräberfeld verlassen wir den friedhof und überqueren den westermühlbach, wir halten uns grob richtung isar, mein ehrgeiz wäre gewesen, ohne einen blick auf die karte auszukommen, aber irgendwann haben wir uns in den vielen strassen verheddert und brauche ein bisschen hilfe, um die wittelsbacherbrücke zu finden, auf der wir die isar überqueeren um anschliessend in richtung nordosten durch die auen zu laufen. 

das ist jedenfalls nicht die frauenkirche. 


aber der turm gehört wieder zum deutschen museum. auf der höhe des deutschen museums biegen wir in richtung auer mühlbach ab, steigen die böschung hinauf und stehen dann vor dem eigentlichen ziel des tages, dem sudetendeutschen museum. 

 
ausser uns hat es nur wenige gäste - wir werden ein bisschen überrumpelt mit dem museumseintritt, hinweisen zu garderoben, audio-guide und der tatsache, dass der aufzug zur ausstellung über fünf etagen kaputt ist. nachdem wir unser gepäck im untergeschoss versorgt haben, steigen wir deshalb erst einmal im treppenhaus ganz nach oben. man hat von dort auch einen sehr guten ausblick. 
 
aber wir sind ja wegen der ausstellung da! zuerst gibt es eine kleine einführung in die geschichte böhmens und mährens - entscheidend zum verständnis, warum in diesem territorium lange zeit zwei verschiedene sprachen gesprochen wurden. die deutschsprachige bevölkerung teilte nur die sprache, nicht aber die kultur, die war viel stärker lokal beeinflusst. 
 


eine etage tiefer geht es um die wirtschaft in den sudetendeutschen gebieten - vom bergbau über textil- und glasindustrie und über viele andere industriezweige wurde hier alles abgedeckt, was die menschen brauchten oder exportieren konnten. 


 

die zweisprachigkeit ist auch ein thema - mitgenommen habe ich, dass es familien gab, die kinder untereinander austauschten, damit sie beide sprachen lernten, was mich an die praxis erinnerte, dass viele deutschschweizer früher eine zeit in der französischsprachigen schweiz verbrachten, um die andere landessprache zu lernen. aber auch, dass viel weniger deutsch sprechende menschen tschechisch lernten als tschechisch sprechende deutsch konnten. kulturell dominierte die deutsche sprache - auch weil sie durch die östereichisch-ungarische regierung die sprache der behörden war. 

die einigermassen friedliche koexistenz beider sprachen endete bereits im aufkeimenden nationalismus des neunzehnten jahrhunderts. von der vorherrschaft der habsburger befreiten sich böhmen und mähren mitsamt der slowakei durch die gründung eines staates 1919 - woran die dominierende deutschsprachige minderheit zunächst nicht beteiligt war. in den zwanziger jahren gab es versuche des ausgleichs, aber spätestens das aufkommen der sudetendeutschen vereine und parteien und vor allem der nsdap-nahen henlein partei nach der weltwirtschaftskrise führten immer mehr zu einer konfrontation. 


 

satirisch bearbeitete man das thema auf beiden seiten - es dürfte aber bald niemandem mehr zum lachen zumute gewesen sein. (auf tschechisch steht da: zum gedenken des 20. jahrestags der gründung der tschechoslowkischen republik: wir hatten 1000 jahre keine angst. Wir fürchten uns auch heute nicht.) 

das münchner abkommen und die deutsche besetzung von böhmen und mähren, die verfolgung von tschechen, politischen gegnern, die deportation von juden und roma waren die konsequenz. 

auf den beiden untersten etagen geht es dann um die systematische vertreibung der deutschsprachigen bevölkerung nach der beendigung des zweiten weltkriegs und der gründung der zweiten tschechoslowakischen republik und um die aufnahme der vertriebenen in allen teilen deutschlands - sowie um die bewahrung des andenkens an die alte heimat in den sudetendeutschen heimatvertriebenenverbänden. 

nach vier stunden nicht ganz unanstrengendem museumsbesuch nahmen wir abschliessend dieses zitat von vaclav havel mit. toll, dass es dieses museum gibt. ich fühlte mich gut informiert - allerdings immer auch unter prämisse, dass man die trägerschaft der ganzen veranstaltung mitdenkt. das hört sich vielleicht stärker nach tendenz an, als sie im museum vorhanden ist. eine einzige wahrheit gibt es aber auch in diesem fall vermutlich nicht. 

im anschluss an den museumsbesuch war kaffee und kuchen wieder dringend notwendig, auch wenn der nachmittag schon deutlich fortgeschritten war. 

 

den rückweg nahmen wir wieder über die innenstadt - kai wollte noch über den viktualienmarkt bummeln. 

 

diesmal reichte es vor dem abendessen noch für einen zwischenstop im appartement, danach spazierten wir zum lindwurmstüberln und assen dort ein halbes hendl mit pommes frites - und schafften anschliessend sogar noch den weg zurück. 

eine weitere nacht verbrachten wir noch in münchen, am anderen tag fuhr unser zug erst um viertel vor elf nach prag.  


Sonntag, 17. Mai 2026

kw 20 - ach schau an, auch schon eine zwei vorne

schon wieder so eine woche in zwei tranchen - dazwischen aber auch ein übergangstag. 

montag bis mittwoch musste ich nochmal richtig gas geben, um mir die kommenden beiden ferienwochen auch so richtig zu verdienen. 

in der werkstatt wurden alle vorfilze aus restewolle fertig, nach den ferien geht es dann weiter mit dem zusammenpuzzeln. im kulturzentrum machte ich einerseits alles bereit für meine abwesenheit und versuchte andererseits die vertretung (nicht für mich, sondern für die kollegin, die bald ein baby bekommt) wo immer möglich einzuarbeiten: von blumengiessen über terminplanung bis arbeitszeiterfassung sozusagen. das entwickelte eine gewisse dynamik am mittwochmorgen, so dass wir wirklich vieles geschafft bekamen, es halfen aber auch alle anwesenden und vorbeischauenden diszipliniert und engagiert mit. 

was für ein kontrast zum nachmittag - der erste "normale" nachmittag im museum langmatt als aufsicht begann mit abstauben im ganzen ausstellungsbereich. sinnvollerweise mit geduld und vorsicht, auch wenn wir nur die möbel und keine bilder abstauben. danach hatte ich an verschiedenen stellen in der ausstellung aufsicht, räumte am abend liegestühle und anderes gartenmobiliar ein - die vier stunden gehen wirklich schnell vorbei. 


noch ein bisschen schneller lief die zeit am auffahrtstag, auch an feiertagen hat das museum unter der woche nur von zwei bis fünf auf und es kamen am donnerstag vier mal so viele menschen wie am tag zuvor. das war dann schon noch ein bisschen anspruchsvoller, aber man macht hier halt auch immer nur eine sache auf einmal und dafür dann sehr fokussiert. über die arbeit im museum werde ich sicher auch mal schreiben, momentan ist noch alles neu und ungewohnt, ich hoffe, ich weiss später noch, was ich in den ersten tagen hier gedacht habe. 

ab freitag schalteten wir dann schon auf ferienmodus - ich räumte meinen kleiderschrank auf, fand dabei ganz viel, was ich auch im museum tragen kann (wir sind gehalten uns eher gedeckt und dunkel anzuziehen, bei vielen anderen heisst das schwarz, bei mir eher dunkelblau, aber da hat es vieles im schrank) und leider auch zwei säcke mit kleidung, die ich aussortierte, weil ich sie seit unserem umzug hierher nicht getragen habe. nebenbei lief die waschmaschine und ich fand immer mal wieder einen schnitz zeit, um mich weiter um die reiseplanung zu kümmern. ideen gibt es ein paar, ziel ist es aber, auch genügend zeit zum flanieren und für unvorhergesehenes zu haben. ich habe zwei alte reiseführer ausgegraben, wir haben vor, mal wieder die klassischen orte wie den burgberg zu besuchen. 

links der reiseführer von unseren ersten reisen nach tschechien, erscheinungsjahr 1973, also noch aus sozialistischen zeiten. rechts ein prestel-kunstführer, die autorin ist johanna baronin herzogenberg; neben den kunsthistorischen erläuterungen ist das auch ein zeitzeugnis von flucht und vertreibung (ich las noch mal nach, es ist die rede vom verlassen der stadt über einen verladebahnhof, das kann 1939 gewesen sein, oder auch nach 1945, jeweils mit ganz anderen vorzeichen, man erfährt es nicht. wikipedia weiss mehr: sie wurde 1946 nach zwangsarbeit aus der tschechoslowakei vertrieben), einer anhaltenden liebe zur stadt und rückkehr als besucherin dorthin. die erste auflage stammt von 1966, also aus einer zeit einer gewissen lockerung, die zweite und mir aktuell vorliegende von 1990, also aus der zeit, als auch wir damit begannen, das östliche nachbarland zu bereisen. darüber eintrittskarten von damals. wir rätselten ein bisschen, eine von uns beiden bezahlte studentinnenpreis, sie müssen also aus den frühen neunzigern sein, noch vor kais zweitem studium - also von unserer allerersten reise in die damals noch bestehende tschechoslowakei. 


leider haben diese woche die eisheiligen (jaja, ich weiss, das sind gar nicht DIE eisheiligen wegen anderem kalender und eigentlich wären die eisheiligen erst ende mai und deshalb ist das alles nur blödsinn) zugeschlagen. der garten ist wunderschön, nach einem eher nassen wochenanfang wurde es gegen wochenende immer trockener. das wasser können wir nach wie vor brauchen, vielleicht ist dann nach unseren ferien das bädle auch voll und wir können es in betrieb nehmen. aber zurück zum garten: bei vier grad am morgen hält man es gerade am nachmittag mal ein bisschen draussen in der sonne aus. 


tiramisu aus resten zum kaffee - wir versuchen, ein bisschen kühl- und gefrierschrank zu leeren, mussten aber am samstag dann doch noch mal einkaufen gehen. spargel bekamen wir nur eine handvoll und auch nur, weil unsere spargelbäuerin uns die letzten reste zusammensuchte, das kalte wetter lässt die spargelpflanzen gerade eine pause machen. es könnte unser letzter spargel hier gewesen sein. vielleicht gibt es auch unterwegs noch mal welchen? 

wobei ich erst mal nachschauen müsste, was spargel auf tschechisch heisst. anders als in anderen jahren habe ich die sprachliche vorbereitung ein bisschen schleifen lassen. natürlich habe ich immer noch regelmässig unterricht, aber da sind wir gerade an einem grammatikthema, das ich beim sprechen ganz sicher noch nicht umsetzen kann, dem konzept der imperfektiven und perfektiven verben. aber egal, ich verlasse mich jetzt mal drauf, dass das dann vor ort schon wieder kommt. und spargel heisst chřest - ein zungenbrecher also, [ˈxr̝̊ɛst] gesprochen. man kann aber auch špargl sagen - wie es überhaupt ganz viele lehnworte aus dem deutschen gibt, viele hunderte jahre friedlicher koexistenz zweier sprachen sei dank. man muss da immer mal dran denken, auch wenn mir die nahe vergangenheit der verschiedensten nationalismen bewusst ist, beziehungsweise ich mich damit mehr beschäftige. naja, vergangenheit. vielleicht doch eher gegenwart und hoffentlich nicht zukunft - wie völkerverständigung und aussöhnung von der neuen rechten im schulterschluss mit alten kommunisten verhindert werden sollen, kann man hier lesen

ach, sie sehen, ich bin schon ziemlich drin im thema. 

finde die eidechse! 


 dann war da noch der sonntag. am vormittag kamen die kinder zum frühstücken, die tochter erkältet und schon um zehn, die beiden jungs und freundin um elf. da konnte man mit jacke schon draussen in der sonne sitzen. das wetter wird besser, jeden tag ein bisschen und morgen geht es los. gepackt ist schon fast alles, ich ärgere mich, weil ich mir eine neue reisetasche gekauft habe, die zugegebenermassen gross ist, womit ich nicht gerechnet habe: es passt auf wundersame das gepäck für zwei personen in die tasche. alles was nicht reinpasst, unter anderem meine bücher und reiseführer presse ich in meinen tagesrucksack. so war das nicht gedacht. 

Mittwoch, 13. Mai 2026

12 von 12 im mai 2026

heute ist der zwölfte - zeit, den tag in zwölf bildern festzuhalten. und diese bilder dann anschliessend bei caro, auf ihrem blog draussen nur kännchen, zu verlinken. danke für die gelegenheit! 


beim ersten bild ist der tag schon lang gestartet. frühstück, online-tschechischlektion und physiotherapie habe ich nicht fotografiert - und weil ich im ersten anlauf auch noch mein telefon zuhause vergessen hatte, startete ich zum zweiten mal am tag mit diesem schönen ausblick. 


in der werkstatt hatte ich am vortag chaos hinterlassen - weil ich nur sehr knapp mit meiner arbeit an den vorfilzen für eine bestellung fertig geworden war. 
 

 da sind sie, die vorfilze, jeder einzelne etwa 60 cm mal 120 cm gross. und diesmal mal wieder ziemlich bunt. 
 

 die müssen jetzt alle in streifen geschnitten werden, damit ich sie später zu sitzfilzen verflechten kann. 
 

 so - fertig. ich habe sogar noch eine grobe zusammenstellung der farben gemacht, bin aber alles andere als zufrieden. das ganze kann jetzt ein bisschen ablagern, nach den ferien fällt mir sicher ein, wie ich es besser machen kann. 
 

 zuhause gibt es reste vom vortag zum mittagessen: kräuterflädle und ein paar stangen spargel mit sauce hollandaise. 
 

 nach einer mittagspause ist das bügeln der wäsche dran - währenddessen telefoniere ich mit meiner mutter und anschliessend gleich noch mit einer kollegin aus dem kulturzentrum. 
 

 es hat noch rhabarberkuchen vom sonntag - den gibt es draussen auf der terrasse, aber eigentlich ist es draussen viel zu windig und kalt. die eisheiligen sind da, bei uns unten schneit es zwar nicht und es wird auch nicht wirklich bodenfrost erwartet, aber es ist ganz schön frisch geworden und soll auch übers verlängerte auffahrtswochenende so bleiben. 
 

 dabei ist es abschnittsweise richtig sonnig mit leuchtendem mohn. 
 
nachdem ich endlich den blogpost für die vergangene woche fertig geschrieben habe, mache ich mich auf den weg ins schwimmbad.  
 

 

wenn ich wollte, könnte ich auch draussen schwimmen. will ich aber immer noch nicht. ich geniesse meine 52 bahnen im warmen. irgendwer hat heute die schnelle und die langsame schwimmbahn vertauscht, beinahe wäre ich zwischen denen gelandet, die immer das wasser verprügeln. 
 
nach einem abstecher zum milchkaufen und in die dorfbibliothek bin ich spät und hungrig zuhause - deshalb bleibt das abendesssen aus nudeln mit brokkoli-tomaten-sauce unfotografiert.  
 
 
später gibt es noch ein glas wein und ein paar nüsschen - bevor es nicht all zu spät ins bett geht. 
 
so sah es in den vergangenen jahren am 12ten mai jeweils aus: 
 
 
 

 

Dienstag, 12. Mai 2026

kw 19 - alles ist in bewegung...

gerade beim öffnen des blogs zum schreiben bemerkt, dass ich den wochenrückblick der vorvergangenen woche noch gar nicht veröffentlicht hatte. das scheint mir symptomatisch für die vergangene woche zu sein, durch die ich mich hindurcharbeiten musste, ohne viel rechts, links oder zurück zu blicken, nur vorwärts war erlaubt.

am  montag startete ich mit einem ganztägigen filzkurs mit drei frauen, die sich unter der versprechung basiswissen filz einen einstieg ins filzen erhofften. ich glaube, ich habe alle ihre erwartungen erfüllen können - sie filzten alle vier grundformen ball, schnur, fläche und auf ihren wunsch am nachmittag auch noch eine hohlform. und sie hatten viel spass dabei, zwei kannten sich bereits, die dritte wurde gleich sehr schön integriert und so weit ich das mitbekommen habe, waren alle auf einer ähnlichen wellenlänge unterwegs. 

ich selbst war anschliessend noch zur vorbereitung einer vermietung im kulturzentrum und dann gar nicht einmal so spät zuhause, um mich von kai bekochen zu lassen. 

dienstag liess ich werkstatt werkstatt sein, weil wir einerseits am montag schon noch ein bisschen aufgeräumt hatten und ich andererseits vermutete, dass noch nicht alles trocken sein würde vom kurstag zuvor und setzte mich nach tschechischlektion am frühen morgen und physiotherapie etwas später zuhause an den schreibtisch um zumindest mal einen anfang zu machen für ein neu zu unterrichtendes modul des filzbaukasten. da wird es im juli um das filzen mit kindern gehen - und obwohl ich natürlich längst grob weiss, welche inhalte ich mit den kursteilnehmerinnen anschauen möchte, ist es nun zeit, in die feinplanung zu gehen. als erstes habe ich einen kleinen fragebogen für die kursteilnehmerinnen erstellt, von dem ich mir antworten erhoffe, die mir zeigen wo die angemeldeten personen so stehen und mit welchen erwartungen sie in den kurs kommen. viel weiter kam ich dann am dienstag auch nicht mehr, denn am nachmittag standen haushaltsdinge, ein termin mit der tochter in der küche zum heraussuchen von geschirr für ihren auszug und schwimmen auf dem programm. im schwimmbad hätte ich schon draussen schwimmen können, verzichtete aber, da der nachmittag bereits arg fortgeschritten und der himmel eher bewölkt war. vielleicht nächste woche, wenn dann nicht gerade die eisheiligen stattfinden. 

am mittwoch traf ich im kulturzentrum zum ersten mal die vertretung für meine kollegin, die dann gleich in die mutterschaftszeit geht. gut, dass wir uns bereits von einem anderen ort kennen, wir hatten aber auch irgendwann noch ein paar minuten, um ein bisschen abzugleichen, was seit unserem letzten kontakt so alles in unseren leben gelaufen ist. ansonsten überliess ich sie in grossen teilen den übergabegesprächen mit der scheidenden kollegin und machte mich ohnehin erstmal mit einer vorständin auf den weg nach zürich zum abholen eines backofens für den anstehenden frühlingsmarkt. der restliche vormittag war dann der erwartete taubenschlag - zum konzentrierten arbeiten kam ich erst am späten nachmittag zuhause. vorher aber fand noch der sehnlich erwartete termin bei der coiffeuse statt, leider nicht mit velo durch die frühlingslandschaft, sonder per auto, weil ich schon auf dem weg von der arbeit nach hause bis auf die haut durchgeregnet wurde. endlich hab ich die haare, wie ich mir das schon lange vorgestellt habe: ganz kurzer pony, zu nicht ganz kinnlangen restlichen haaren und vor allem wieder viel, viel weniger haare insgesamt! 

 

donnerstag räumte ich kurz die werkstatt auf, bevor ich eine weitere einführungsveranstaltung im museum langmatt besuchte. nach einer führung durch alle aktuellen ausstellungen durch den museumsleiter gab es noch einen kleinen apero mit allen personen, die im museum arbeiten, oder vielmehr denen, die es sich hatten einrichten können. jetzt ist es dann aber auch mal gut mit einführung - ich liess mir noch schnell das system mit batch, namensbutton und zeiterfassung erklären - die einführung dazu in der gruppe am montag hatte ich verpasst, dann ging ich vorerst wieder nach hause. ziel wäre es gewesen, eine pause zu machen, aber dann führte ich ein telefongespräch mit einer vorstandskollegin, die wegen einer op die letzte sitzung verpasst hatte und wie sich im lauf des gesprächs herausstellte, eine aussage von mir in einer früheren sitzung missverstanden hatte. ich hatte aber auch ihr anliegen, das ich in der aktuellen sitzung vortragen sollte, etwas anders interpretiert als sie es gedacht hatte, am ende war aber alles wieder gut und ich war ein bisschen stolz auf meine gesprächsführungsskills. der restliche nachmittag verging mit tätigkeiten, die ich vergessen habe, die tochter kam noch nach hause, dann musste ich auch schon wieder los, zu meinem allerersten einsatz im museum. vor der offiziellen eröffnung am wochenende gibt es diverse previews, für presse, beteiligte am umbau, angestellte der langmatt (da war ich am morgen selbst gewesen) und nun am abend für die sponsoren und geldgeber. da es draussen im park aber so schön war, dauerte es ziemlich lang, bis die geladenen gäste überhaupt ins museum kamen und ich konnte das abendsonnenlicht beim blick durch die haustüre hinaus in den parkt geniessen. dann viel freundlich gucken, grüezi sagen und auch mal auskunft geben, während der einführung in der galerie machte ich pause und unterhielt mich mit einer langjährigen museumsaufsicht, dann noch ein bisschen freundlich schauen und da sein, bis klar war, dass alle beim apero waren und niemand mehr ins museum zurückkehren würde, dann machten wir feierabend, vorher wurde ich noch mit einem anderen neuen mitarbeiter zusammen ins putzen der kaffeemaschine eingeführt und beim eindunkeln machte ich mich schon wieder auf den heimweg. 

 

freitag war haushaltsvormittag, dann am nachmittag offene werkstatt mit einer langjährigen besucherin, die mittlerweile eine freundin geworden ist. sie filzte kleine tetraeder als geschenke nach einer anleitung, die eine vorstandskollegin für die letzte generalversammlung des vereins ausgearbeitet hatte - ich leider nicht mit ihr, sondern an grossen vorfilzen für eine weitere restesitzfilzbestellung. aber bald werden wir gemeinsam käfer filzen - ich habe sie nämlich anlässlich ihres geburtstags dazu eingeladen und wir haben auch bereits einen termin vereinbaren können - auf den ich mich freue! 

über den tag hatte mir die kollegin ein paar letzte aufgaben für die vorbereitung aufs frühlingsfest aufgegeben, ich radelte noch schnell ins kulturzentrum und erledigte alles gewünschte und nahm bereits erste waren von marktfahrerinnen entgegen. dann abendessen zuhause, mit der tochter, die nun schon einige zeit freitags nicht mehr ins geräteturntraining geht und anschliessend wieder zurück ins städtle, mit abstecher zum kulturzentrum, denn ich brauchte noch helfende hände für die reparatur eines tischs, die dann allerdings die tochter erledigte, nur zum umdrehen waren mehr als zwei hände gefragt. mitten ins gewitter hinein fuhren wir weiter ins nächste kulturhaus - im royal war barabend unter dem motto tausend trank und eine nacht - wir schafften je zwei getränke und unterhielten uns halt wieder nett mit den anwesenden menschen, die allermeist im dunstkreis des clubs unterwegs sind. 


samstag dann frühlingsmarkt auf dem postplatz oder vielmehr dem rest vom platz, der nicht von einer baustellenumleitung belegt war. ich kam nicht zum aufbau der stände, sondern fand meine rolle in der vorbereitung der flammkuchen, wofür ich zunächst tomaten, zucchetti und zwiebeln schnippelte und alles andere notwendige in behältern bereitstellte, dann dabei half, den ofen aufzustellen und die belegestation einzurichten, wodurch es mir auch weiterhin den tag durch oblag, für nachschub für die flammkuchenbackenden zu sorgen. ansonsten machte ich dann gerade das, was ich sah, dass es auch noch erledigt werden wollte und die besprochene runde bei allen marktfahrerinnen um ihre stimmung zum markt abzuholen. organisation und information wurden sehr gelobt - allein mehr gäste wären schön gewesen, aber an einem so prominenten maiwochenende mit einem ganzen bündel an attraktiven veranstaltungen, die parallel sowohl in der nähe als auch weiter weg stattfanden, ist das vielleicht auch fast nicht mehr möglich. frustrierend ist es aber trotzdem, wenn man kaum etwas verkauft - das weiss ich ja aus eigener erfahrung, und es liess mich auch leichter verschmerzen, dass ich in diesem jahr keinen stand am markt hatte. nicht zuletzt deshalb, weil mir die familiäre unterstützung gefehlt hätte, denn schliesslich fand am wochenende auch noch der umzug des sohns und der tochter statt...  und kai kam so auch endlich dazu, die wiese am haus zu mähen, die wir in diesem jahr wirklich hoch haben werden lassen, auch weil wir die verschiedenen wildblumen, die sich in den letzten jahren eingestellt haben und die vielfalt der insekten, die auf den blumen unterwegs sind, sehr genossen haben. 

sonntag war umzugstag der tochter - ich half vor dem frühstück noch, einiges ins erdgeschoss zu tragen, dann übernahm der sohn und eine freundin, die die sachen in den dritten stock tragen mussten... kai und ich drehten eine runde auf den rädern und merkten unterwegs schon, dass sich die eisheiligen im anmarsch befanden, im wald wars kühl und die sonne wollte nicht so recht rauskommen. zuhause dann verschiedene emsigkeiten, die kommende woche ist kurz und das lange wochenende gehört dann schon so halb zum urlaub. 

unterwegs an einem bauernhof schlug gerade der pfau ein rad
 

sonst noch so? nach einer kleinen recherche-odyssee habe ich es geschafft, für kai und mich dauerkarten für den öffentlichen nahverkehr in prag zu organisieren - das lohnt sich, denn touristenkarten gibt es für maximal drei tage und die monatskarte rechnet sich schon, wenn man nur fünf tage dort ist. auch sonst habe ich immer mal wieder ein bisschen recherchiert, nach restaurants in münchen (vor allem auf dem blog von frau kaltmamsell), nach ausstellungen in prag, nach dem eintrittspreis für den hradschin (wenn wir alles sehen wollen, kostet uns das für eine person mehr als die monatskarten für den nahverkehr für zwei - die eintrittsbillette die ich im zugegebenerweise sehr alten reiseführer fand, haben in den neunzigern 4 kronen gekostet) und nach möglichkeiten, mit dem öv nach theresienstadt zu gelangen. wir haben uns ganz fest vorgenommen, vor ort zu entscheiden was wir machen, dank alle hände voll zu tun, kann ich damit bis jetzt ganz gut. 

der garten eskalierte bis zum samstag vor sich hin. 

jetzt ist die wiese wieder kurz - aber im grunde genommen ist uns beiden auch klar, dass das ökologischer wahnsinn ist, dieses rasenmähen. argumente liefert dieser artikel

immerhin blüht es drumherum immer noch sehr schön, als nächstes werden wohl die rosen dran sein. 




 also die etwas edleren - die wilden sind ja immer ein bisschen schneller. 

hui - mit ein bisschen verspätung schaffe ich es jetzt endlich, den wochenrückblick am dienstag fertigzustellen, da ist schon wieder 12 von 12 und da wäre ich schon mal wieder gerne dabei...