die woche war zweigeteilt.
bis mittwoch galt es die ungefähr zehntägige intensive arbeitsphase abzuschliessen, oder auch eher noch ein wenig ausplätschern zu lassen, kein vergleich zur letzten woche, es gab nur etwa drei halbe tage zu absolvieren, einen davon im kulturzentrum, die anderen beiden im museum. dazwischen versuchte ich ein bisschen wochenende nachzuholen, was mir auch ganz gut gelang, mit einerseits erledigungsteil, andererseits partiellem nichtstun, das nicht unwesentlich befördert wurde von der tatsache, dass ich es am montag über mittag geschafft habe, die zwei wochen zuvor abgesagte blutspende nachzuholen. danach darf man immer ein bisschen unfit sein, immerhin dürfte ich für 48 stunden auch kein linienflugzeug steuern und sollte nicht tauchen gehen. da ich das sonst auch nicht mache, merke ich meine unfitheit nur dann, wenn ich mehrmals hintereinander die treppe schnell hochgehe, dann kommt vermutlich einfach nicht genug sauerstoff dorthin, wo er gebraucht wird, weil sich weniger rote blutkörperchen die arbeit teilen müssen. so in etwa stelle ich mir das jedenfalls vor.
fürs blutspenden gab es einen wickelfisch - im design der blutspende nordwestschweiz. mit auf der banderole aufgedrucktem hinweis, dass man vielleicht heute, am tag der blutspende, noch nicht unbedingt in fluss oder see steigen sollte, aber danach dann mit dem neuen transportmittel für alles, was trocken bleiben soll, ausgestattet sei. die aktion läuft noch bis 31. juli - wenn sie also in der nähe leben und schon immer mal vorhatten, blut zu spenden, haben sie noch bis ende der kommenden woche gelegenheit, sich so ein schickes fischlein zu sichern.
jedenfalls tat ich montagnachmittag und dienstagmorgen nicht viel, danach gings dann wieder. mittwoch letzter arbeitsvormittag vor ferien der kollegin, ich wollte grosszügig sein und ihr arbeit abnehmen, es stellte sich jedoch heraus, dass die hierarchie der verteilten daten nicht flach genug ist, dass das möglich wäre. soll ich dem nachgehen? oder einfach alles so lassen wie es ist? eigentlich gibt es auch so genug für mich zu tun.
mittwoch hatte das älteste kind geburtstag, wir waren eingeladen mit freunden, mitbewohnenden und allen, die das wollten, dies mit einer portion pommes und einem oder mehreren getränken zu feiern.
und weil allmählich auch unsere trockenheitsliebenden pflanzen in den beeten schon arg gebeutelt aussehen, bekamen auch sie mal eine extraportion wasser, per rasensprenger. der allerdings war eigentlich von einem insekt (einer mörtelbiene?) in eine nistgelegenheit verwandelt worden. hm, das war jetzt vielleicht keine so gute idee, was ich da herauskratzte wirkte aber andererseits nicht mehr sehr lebendig, so dass ich kein schlechtes gewissen hatte.
seit donnerstag bin ich also bei meiner mutter, wo es diesmal wenig zu helfen und zu tun gab, anstattdessen unternahmen wir am freitag einen ausflug nach schwäbisch gmünd, zum bummeln, mittagessen und einfach ein bisschen rauskommen. am samstag gingen wir zusammen auf den wochenmarkt und einkaufen und am sonntag verabredete ich mich mit der freundin auf einen spaziergang. nachmittags schauten wir gemeinsam jeweils die etappe der tour de france - waren dabei zweimal auf der alpe d¨huez und auch bei der zieleinfahrt nach paris dabei.
wir starteten gleich an der wohnung meiner mutter und da entdeckte ich das - eine gehäkelte rose gegen gewalt an frauen.
eventuell ging es früher diesen weg entlang ins "giatle", wie man hier einem kleinen, nicht am haus gelegenen garten sagt.
unter der schnellstrasse hindurch geht es dann den berg hinauf, auch hier gibts kleine gärten ... oder auch grössere...
auch für den älteren, sehr geselligen schafbock.
auf dem hof hat es auch kühe, haus- und wollschweine, gänse und einen ziegenbock.
im haus gibt es einen hofladen und eben das café.
wir spazierten über den hügel wieder zurück in die stadt, kamen dabei noch an einem traditionellen brauereikeller vorbei, dem radkeller, und dann entlang der fils noch einmal zum christophsbad, benannt nach dem württembergischen herzog christoph, der bereits im sechzehnten jahrhundert gelegentlich nach göppingen kam, weil hier ein hydrogencarbonatsäuerling aus einer natürlichen quelle sprudelte.
das sauerwasser sprudelt auch heute noch, jetzt aus diesem brunnen, der angeblich, so der örtliche klatsch, in china gefertigt worden sein soll. der augenschein legt es nahe, die gemeinde ist sowieso pleite. sprudelwasser in flaschen wird heute hier keines mehr abgefüllt, man kann allerdings immer noch selbst vom mineralhaltigen wasser holen. auch wir füllten noch einmal unsere trinkflaschen.
eng mit dem christophsbad sind die kliniken dr. landerer verbunden, die in den letzen jahren hier zu einem wichtigen spezialkrankenhaus für neurologie (mit schlaganfall-notfall) und psychiatrie ausgebaut wurden.
danach geht es über fils, bahngleise und ausfallstrasse wieder zurück in die stadt - die freundin bringt mich wieder zur wohnung meiner mutter und wir stellen fest, dass wir uns bei meinem nächsten besuch in göppingen nicht sehen werden, weil sie dann in urlaub sein wird. schade, wir haben uns immer so viel zu erzählen!