Montag, 20. Juli 2026

kw 29 - eine eher inhomogene, sommerliche sammlung an themen

rundherum läuft alles ein bisschen langsamer, ist es in der stadt und auf den strassen deutlich ruhiger, weil zweite sommerferienwoche - aber ich hatte eine gut gefüllte und dazu auch noch richtig lange woche. 

den anfang machten zwei tage in der werkstatt - zum ersten mal durfte ich das modul "filzen mit kindern" im rahmen des filzbaukasten der filzszene schweiz unterrichten. zwar nur mit zwei teilnehmerinnen, die sich auch noch kannten, aber immerhin ist das das erste modul, das ich überhaupt in diesem jahr übernehmen konnte. 


 wir machten gemeinsam einen durchgang durch schnur, fläche, kugel und hohlform, ich durfte ein bisschen filzwissen auffrischen und gegen lange gehegte ressentiments anarbeiten - die waren allerdings nach den ersten gelungenen kleinen werkstücken auch ganz schnell vergessen (löcher im filz - was ist das? - die gehören jetzt endgültig der geschichte an!) 

einzig die anhaltende hitze machte uns allen zu schaffen. zwar sind die sonnenstoren zurück in der werkstatt, aber das gerüst steht immer noch und verhindert einen echten luftaustausch, dazu steht das wasser im stillgelegten oberwasserkanal direkt unterhalb der werkstatt und ... stinkt. 

heiss blieb es wieder den grössten teil der woche, die angekündigten gewitter zogen jeweils nördlich und südlich vorbei oder streiften uns mit ein paar wenigen regenminuten. immerhin genug giesswasser haben wir wieder für ungefähr eine woche. aber alles, was wir nicht giessen, trocknet weiter vor sich hin. zum wochenende hin wurde es spürbar kühler. 


die ersten tomaten werden reif im garten, sonst tut sich nicht viel. doch, halt, am montag ist tatsächlich noch die dusche beim bädle betoniert worden. vom vermieter erfuhren wir, dass die bauarbeiten damit beendet sind, es fehlen zwar noch haltepins für die plane, aber das darf jetzt der auftraggeber reklamieren, der auch bereits zur abnahme da war. 


am wochenende habe ich es auch noch geschafft, den abblühenden lavendel zu ernten, zusammen mit dem reichlich vorhandenen salbei wird das eine räucherbündel gegen insekten - wir sind in diesem jahr gar nicht so fest geplagt, aber die halbe stunde kurz vor dem vollständigen eindunkeln müssen wir schon etwas gegen stechmücken unternehmen.  

mittwoch und donnerstag waren arbeitstage im kulturzentrum, das programm für die monate september bis dezember geht demnächst in druck, da helfe ich nach kräften der kollegin, da bei mir in sachen vermietungen eher ruhiges abarbeiten angesagt ist. 

donnerstagvormittag hatte ich frei, und eigentlich auch den ganzen freitag, da allerdings noch termine in sachen gesundheit, unter anderem in einer villa mit diesem leuchter im eingangsbereich. 


die freien stunden verbrachte ich teilweise mit der sommerpost - es geht voran und wenn ich mich endlich entscheiden könnte, ein paar der sicherheitshalber auf reserve produzierten exemplare auszusortieren, würde es wahrscheinlich auch schneller gehen - aber vorerst lasse ich die noch im prozess drin, ich weiss buchstäblich noch nicht, was noch kommt und welche fehler mir dabei unterlaufen können, die einzelne exemplare verderben. 

bis jetzt habe ich eine grobe kartenskizze nach der topographischen landkarte angefertigt, durch abpausen. dann habe ich diese kopiert. mit hilfe einer schablone habe ich die waldgebiete mit aquarellfarbe in grüntönen eingefärbt und von hand mit höhenlinien versehen. ausserdem hat der fluss seine blaue farbe bekommen.  

den freitagabend nutzte ich zum einzigen einsatz auf dem parkhausdach beim freiluftkino. 


 zweieinhalb stunden kassenschicht - also nichts grosses, aber es hat spass gemacht. und wir haben wieder zwei der kinder gesehen, sind sogar im anschluss an den film noch ein bisschen sitzen geblieben. 


 gesehen haben wir diesmal sentimental value. im film geht es um zwei schwestern, die sich nach dem tod der mutter ihrem entfremdeten vater wieder annähern - er, ein ehemals berühmter regisseur will ein comeback drehen, die eine schwester hilft ihm bei recherchen zum film, die andere bekommt die hauptrolle angeboten, lehnt sie aber ab. daraufhin soll eine aufstrebende hollywood-schauspielerin die rolle übernehmen, aber dann kommt doch noch alles anders. ein bisschen drama, aber nicht ohne humor (ich sag nur: ikea-hocker...). auf dem parkhausdach brauchte ich in der zweiten hälfte tatsächlich meinen pullover. 

im museum arbeitete ich am mittwochnachmittag und beide tage am wochenende. die wärme hält sich beharrlich in den räumen, auch wenn vormittags gelüftet wird, ist das bisschen frischere luft bald verbraucht. immer noch kommen gar nicht wenige besucher, jetzt über die ferienzeit auch viele touristen, aber auch viele, die das haus schon kennen und jetzt schauen wollen, wie es nach der renovation aussieht. 

seit neuestem wird nach jeder halben stunde konsequent rotiert, man steht also nie länger als eine halbe stunde im selben raum. ich mag diese regelung, aber für einige aufsichten brachte sie verwirrung, denn bisher war klar, dass eine bestimmte position mit der pause beginnt, das bleibt so, aber man muss nun ein bisschen rechnen, wer zu beginn der pausenzeit dort steht. so aufgeschrieben hört sich das banal an - aber gepaart mit hitze und schwüle birgt das schon potential für aufregung. die blumen leiden fast noch mehr als wir aufsichten - am samstag sahen sie schlimm aus, am sonntag schlimmer. 

in den zeiten in denen keine besucher da sind, macht mir zur zeit die langeweile zu schaffen. vor allem im obergeschoss habe ich das gefühl, wirklich jede schraube zu kennen. dafür fallen mir kleine veränderungen dann schnell auf - zum beispiel wurden die beiden unglasierten chinesischen terrakottafiguren auf dem kaminsims in der bibliothek ausgetauscht gegen zwei glasierte dachreiter, ebenfalls chinesisch, aber viel weniger alt. einer der terracotta-reiter stand für kurze zeit in einer vitrine und wurde aber schon wieder gegen einen gelben vogel ausgetauscht. warum? ich würde gerne mal fragen, aber wen? 

am ende der woche, respektive zu beginn der neuen woche, fehlt mir das wochenende. kaum ist es ein wenig kühler, hoffe ich auch darauf, bald mal wieder wander zu gehen.  

Montag, 13. Juli 2026

12 von 12 im juli 2026

ein bisschen spät war es schon, als ich entdeckt habe, dass heute wirklich der zwölfte ist. also nach dem frühstück und der ersten schwimmrunde. 

 
die amaryllen habe ich jetzt in die sommerpause geschickt. sie haben sich gut von ihrem blüheinsatz erholt, üppig grünes laub getrieben und können nun ihre kraft wieder in die wurzel schicken. 

es wird wieder warm. in der sonne hält man es schon jetzt nicht mehr aus. 

den trauben gefällt das warme wetter. die kommen aus italien und wachsen seit 2019 hier. seit etwa drei jahren haben wir jeden herbst reichlich leckere tafeltrauben, teilweise ohne kerne. 

ansonsten sieht der garten gerade eher ein bisschen struppig aus. die wiese vertrocknet, der eibisch blüht, aber rundherum müsste mal jemand ein bisschen aufräumen. 

aber auch heute ist dafür zu warm, für eine gartenrunde hätten wir viel früher aufstehen müssen.  

anstattdessen flüchten wir vor der sonne nach drinnen, ich werkle an der sommerpost, noch habe ich nirgends etwas davon gesehen, aber egal, ich mache halt hier so mein ding. 


und während die einzelnen blätter vor sich hin trocknen auch noch ein bisschen siesta. 


immerhin kann ich mich dann auch noch zur wochenplanung und für ein paar notizen für den kurs am montag aufraffen. 


es gibt kaffee und kuchen. kirschen hat es auch noch. 


 und dann auch gleich den aperitiv - irgendwas hab ich zwischendurch noch gemacht, wäsche abgehängt, ein bisschen gelesen, irgendetwas aufgeräumt vielleicht. 

irgendwann wechsle ich in die küche, koche aus herumliegenden resten eine sauce für das morgige abendessen, bereite auberginenröllchen für heute vor und dann ist da auch noch der sauerteig, den ich heute morgen aufgefrischt habe. backe ich halt auch noch ein schnelles mischbrot, es ist eh schon warm, da macht das auch nichts mehr aus. 


 abendessen! zu den auberginenröllchen in tomatensauce vom letzten jahr (alle verbraucht, die tomaten können jetzt reif werden) gibt es leckere brötchen, von denen kai am letzten wochenende viel zu viel gebacken hat. 


 während wir zwei folgen einer neuen serie angeschaut haben ist auch noch das brot fertig geworden. 

na dann, gute nacht! das war ein fauler sonntag, aber immerhin reichlich im haus herumgewerkelt. 

gleich mal bei draussen nur kännchen schauen, ob es heute überall so heiss gewesen ist...  

und so war es hier in den letzten jahren (echt jetzt? alles erst raussuchen? ich dachte ich hätte das längst für jeden monat erledigt...) : 

12von12 im juli 2025  

12von12 im juli 2022 

12von12 im juli 2021

12von12 im juli 2020

12von12 im juli 2019

12von12 im juli 2018

12von12 im juli 2016

12von12 im juli 2015

 

 

 

 

 

Sonntag, 12. Juli 2026

kw 28 - regina montis

ich verspräche zu viel, wenn ich ihnen garantierte, dass ich heute nicht über unsere baustelle schreiben werde. aber lassen sie uns das thema doch gleich zu beginn abhandeln, dann haben wir es hinter uns. 

ende der vergangenen woche hatten wir ja ein bisschen hoffnung geschöpft: die randsteine waren betoniert und alles sah danach aus, dass es nun bald mit dem legen der platten losgehen würde. aber weit gefehlt: weiterer sand und der obere rand des serviceschachts wurde abgetragen, jeweils bei kleinen stippvisiten des bauunternehmers. nachdem ich dann zweimal menschen vertröstet hatte, mit denen wir mal so grob einen besuch bei uns im sommer abgemacht hatten, weil ich kein ende der bauarbeiten in sicht sah und so keinen besuch hier empfangen möchte (und der besuch auch nicht kommen will) ist mir am montagnachmittag, zu arbeitsbeginn kurz nach vier am abend, der kragen geplatzt - eine definitive zusage über das ende der bauarbeiten bekam ich zwar nicht (eher eine menge quatsch über die arbeitsbedingungen wie hitze, zu kleines auto, unzugänglichkeit der baustelle, als ob man das nicht hätte absehen können...) aber ich habe mir immerhin weitere arbeiten nach 18 uhr verbeten.  


und irgendetwas habe ich damit wohl angerichtet - denn am mittwochabend waren die ersten beiden bahnen platten verlegt. donnerstag und freitag wurde bereits kurz nach sieben mit den arbeiten begonnen, mit einem helfer, und den ganzen tag durchgearbeitet. die sandhäufen in unserem garten wurden abtransportiert und zum wochenende haben wir rund um das bädle betonplatten. nur die sache mit der dusche harrt noch einer lösung, wir dürfen also weiter gespannt sein. vielleicht bekommen wir auch noch befestigungsstifte für die poolplane, aber es wurde schon so viel versprochen. und dann wäre da noch der übergang zur wiese...  (oder dem, was davon nach ende der bauarbeiten so übrig ist). 

"nur" noch die dusche ...  (es klafft hier ein ca. 40 cm tiefes loch ohne sichtbaren abfluss)

unsere thematische gartendeko 2026 

immerhin können wir jetzt, nachdem kai die verrosteten schrauben aus dem rand gezogen hat, die plane wieder aufs becken legen, damit dürfte die veralgung ein bisschen weniger werden. 

eins hätte ich noch: für mich ist es ein symbolbild für überforderung. (auf der anderen seite vom bädle hat sich ... leider auch ein blöder spalt ergeben. so einer in dem man sich supergut die zehen brechen kann. falls man es hier noch nicht geschafft hat.) 

sie sehen also, das thema sind wir so schnell noch nicht los. 

sonst so: montag den sommerbrief für die filzszene verschickt und das hand-out für den kommenden kurs finalisiert, danach haushaltsdinge, muss auch mal wieder sein. dienstag erledigungstag mit fünf anlaufpunkten am vormittag, nachmittags dann etwas ruhiger. mittwoch hatten kai und ich uns schon vor langer zeit einen freien tag eingeplant - um endlich kais geburtstagsausflug nachzuholen. 


unser ziel war die rigi - unterwegs waren wir per velo (zum bahnhof), dann mit umsteigen in olten it dem zug nach luzern, von dort ging es mit dem schiff weiter nach vitznau. umsteigezeiten jeweils so um die sechs minuten, was für ein tolles land, in dem so etwas funktioniert! zum fotografieren kam ich dann erst hier, aber auch nur im gehen... 


 und dann waren wir da. im kräuterhotel edelweiss an der zahnradbahnhaltestelle rigi-staffelhöhe. auf der terrasse links mit den roten schirmen sassen wir dann die nächsten zwei stunden und genossen zuerst ein plättli zum teilen (wochenration fleisch für uns, wegen mir hätte es viel mehr eingelegtes gemüse geben dürfen). 

zum hauptgang, nachdem kai ausführlich gejammert hatte, dass er eigentlich gar nichts mehr essen könne, gab es für mich ein onsen-ei mit saisongemüse und rapsmayonaise. 
 

und für kai ein omelett mit grünzeug obendrauf. 


 das war superlecker und ein bisschen schade, dass wir  kein dessert mehr geschafft haben. 

beim essen sahen wir menschen beim arbeiten im kräutergarten zu - da schmeckt der aperitiv aus bitterkräutern gleich noch ein bisschen besser... 

vollgefressenheitsbedingt schafften wir es nur bis rigi-staffel zu fuss, dann stand da so ein verlockendes bähnchen, das uns nach kulm brachte... 


 aber auf den gipfel liefen wir dann doch noch rauf. 

 

den alphornbläsern waren wir schon auf dem schiff und in der zahnradbahn begegnet. sie hatten ein schwyzerörgeli dabei, auf dem dann beide male "vo luzärn uf weggis zue" erklang. fast schon unheimlich bilderbuchmässig. aber stellen sie sich die freude vor, wenn sie aus amerika, japan, korea oder china anreisen und dann stehen da einfach vier menschen in tracht und spielen alphorn, ohne eintritt, ohne anstehen und ohne gedränge drumherum. (und die waren nicht bezahlt oder engagiert, die mussten sogar ihre getränke im sb-restaurant selbst bezahlen.) 

ja, die rigi ist ein touristenziel. und wir haben dort den kleinsten, schlechtesten und teuersten capuccino getrunken an den ich mich erinnern kann. aber schön ist es schon auch. beim nächsten mal vielleicht wieder mehr zu fuss, aber für diesen tag hat es so gepasst. 


 nochmal ein historisches bähnle runterwärts. 


 mit uns warten viele in vitznau auf das dampfschiff. 

bürgenstock und pilatus. auf dem bild sieht mans nicht: es war heiss. 

ich stromerte noch ein bisschen auf dem schiff herum. 1906 in dienst gestellt, die maschine stammt von der firma sulzer in winterthur. das bähnle, das uns vom berg heruntergebracht hatte, von brown boveri & cie in baden. ein stück industriegeschichte der schweiz - seit ich im museum langmatt arbeite, aber für mich auch ein bisschen mehr: die familie, die dort lebte und die privatsammlung impressionistischer gemälde zusammentrug, war die des bruders eines der gründer der bbc und selbst leitender ingenieur dort, sidney brown, seine frau jenny eine geborene sulzer. 1906 war gerade der anbau mit galerie und bibliothek der villa fertig geworden. 

man darf vermutlich zu recht davon ausgehen, dass die beiden mit ihren kindern auch einmal einen ausflug auf diesem dampfer unternommen haben. vielleicht sogar hier im speisesaal der ersten klasse gegessen? 

ansonsten ist mir irgendwann diese woche aufgefallen, dass das jetzt die ruhe vor dem sturm ist - in der kommenden woche werde ich mehr oder weniger von montag bis sonntag durcharbeiten. 

also versuchte ich den fast freien nachmittag nach bürovormittag am donnerstag im kulturzentrum zu geniessen (nur schnell noch die werkstatt für den montag vorbereiten und rosmarin aus dem garten zum freiluftkino bringen). der freitag war dann schon wieder vollgestopft mit haushalt, physio und museumsaufsicht. 


 pausenbild - heute vom verandacafé. 

jetzt ist wochenende - am markt und einkaufen waren wir schon, selbstverständlich auch vorher noch frühstücken, bereits ist es wieder zu heiss, um am nachmittag draussen im garten zu sein. gleich werden wir noch schwimmen, ein bisschen aperölen und dann geht es später auf das parkhausdach zum freiluftkino, wo wir hoffen, ein paar der kinder zu sehen... 

morgen ist zwölf von zwölf und ich plane sehr, dabei zu sein - weswegen der wochenrückblick ausnahmsweise am samstag endet.  

Montag, 6. Juli 2026

wmdedgt im juli 2026

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

heute also sonntag, gestern habe ich im museum gearbeitet, mein wochenende ist also eher kurz. 

es ist warm, aber nicht heiss, wir freuen uns auf einen ungestörten tag im garten - zuerst schmieden wir noch pläne für ein abendessen ausser haus, stellen aber dann fest, dass wir lieber den abend im garten und am haus geniessen wollen - aber der reihe nach. 

wir schlafen aus, hören im bett noch ein bisschen byte fm und ich beginne meinen blogpost über die vergangene woche. 

frühstück gibt es auf der terrasse am haus, um halb zehn ist es dort zu anfang noch schattig, später kommt die sonne. wir nehmen es sehr gemütlich, überlegen zusammen, wie wir den tag verbringen wollen. ein paar kleinigkeiten im garten stehen an, ausserdem ist kai gut damit beschäftigt, das bädle trotz der bauarbeiten sauber zu halten, vor allem die tatsache, dass das bassin nicht abgedeckt werden kann, macht zusätzliche arbeit, es bilden sich deutlich mehr algen. 

ein paar handgriffe sind noch im haushalt zu erledigen, das meiste hat kai am samstag erledigt und danach machen wir uns auf den weg zum fluss, wir wollen endlich auch mal in der limmat baden. dafür ziehen wir uns in meiner werkstatt um, wir waren nicht ganz sicher, ob es dort noch badekleider hat, für kai war es gut, dass er eine badehose von zuhause mitgenommen hat. 

auf dem weg zur einstiegsstelle treffen wir eine mitbewohnerin aus der wg des ältesten sohn, sie sind alle gut wieder von einer konzertreise zurückgekommen und wir gehen kurz mit in die wg. allerdings stellt sich heraus, dass der sohn ein bisschen angeschlagen ist, er wird also nicht mit zum schwimmen kommen.

wir klettern hinunter ans ufer, das wasser ist angenehm, es kostet fast keine überwindung rein zu gehen. zuerst beobachten wir die kleinen fische am ufer, dann lassen wir uns eine knappe halbe stunde den fluss hinunter treiben, beziehungsweise schwimmen auch zwischendurch, es ist wirklich kaum strömung. es ist noch wenig los, unterwegs hören wir es zwölf uhr schlagen, später wird es sicher voller werden. von der ausstiegsstelle laufen wir zurück zu meiner werkstatt, ziehen uns um und sind gegen eins wieder zuhause. 

dort gibt es eine portion eis, es hat niemand einen sonntagskuchen gebacken oder gekauft, aber eis ist auch gut. ich widme mich der fertigstellung des wochenrückblicks, kai macht auch irgendetwas, später treffen wir uns in der küche, es gibt noch eine friteuse sauberzumachen und kai hat vom markt sauerkirschen mitgebracht, die ich zu marmelade verarbeite. 

einen capuccino später sprechen wir über die pläne für den sommer - noch acht wochen bis zu unseren nächsten ferien, und die sind teilweise ordentlich vollgepackt. und dann habe ich mich auch noch auf die sommerpost eingelassen. 

nachdem ich zuerst ein bisschen herumgejammert habe, mache ich mich einfach mal an die arbeit. ich pröble mit kartenausschnitten herum, eigentlich müsste ich a3 ausdrucken gehen, dann sind mir die karten von swisstopo doch deutlich zu detailliert, vor allem ist da so viel los in bereichen, die ich garnicht brauche. dann habe ich eine andere idee - die karten aus dem internet werden nur meine basis sein, den rest mache ich lieber von hand. 

zwischendurch stossen kai und ich aufs wochenende mit sekt an - der allerdings ein bisschen warm ist. wir machen uns sorgen um unseren kühlschrank im keller, den haben wir ungefähr fast so lange wie das mittlere kind, vielleicht geht der kaputt? brauchen wir dann einen ersatz? kai meint schon, ich bin mir da nicht so sicher. 

während kai kocht (das war sein vorschlag, damit ich endlich mal mit dem gejammere aufhöre, andererseits aber auch wirklich mit der arbeit anfange) versuche ich, meine neue idee umzusetzen. das sieht gut aus, ist aber anstrengend. da ist die vorspeise aus tomaten mit mozzarella und basilikum eine willkommene gelegenheit zur pause. und der risotto, der lange kochen muss, weil naturreis, den ein guter anlass, doch noch mal weiterzumachen. als der risotto fertig ist, bin ich es auch. 

ich habe also eine grundlage für die weitere arbeit. so ganz genau weiss ich noch nicht, wie es weitergehen wird, habe aber ideen. jetzt brauche ich erstmal kopien, damit ich weiterprobieren kann. die mache ich am dienstag im kulturzentrum. für den montag habe  ich schon genügend andere pläne. 

wir sitzen dann deutlich länger als gedacht beim abendessen - es ist schön, wenn nebenan nicht gearbeitet wird und es war eine gute idee, nicht auswärts zu essen. irgendwie landen wir in einer diskussion über die wirkung positiver gedanken zum tagesabschluss, kai erzählt von einem psychologen, der darüber gesprochen hat, mir fällt dazu die ganze achtsamkeits- und dankbarkeitsjorunaling-kiste ein und muss ein bisschen in der richtung argumentieren, dass das das für die einzelne person vielleicht hilfreich ist, als ideologie und für die gesellschaft aber dazu führt, dass strukturelle probleme auf den einzelnen verschoben werden und gesamtgesellschaftlich aus dem blick geraten... weil irgendetwas gutes werden wir schon noch jedem tag abgewinnen können, oder nicht? kai sieht in einer positiven grundhaltung eher die voraussetzung, sich gegen widrige äussere umstände zur wehr setzen zu können (man sagt wohl: resilient sein zu können). 

ein bisschen wirkt hier auch noch der film nach, den wir gestern auf empfehlung meiner tschechischlehrerin gesehen habe. ein tschechischer film über das massaker von lidice, wo 1942 nach dem attentat auf heydrich ein exempel an der bevölkerung statuiert und das dorf dem erdboden gleichgemacht wurde, nachdem alle männer erschossen, die kinder vergast und die frauen ins konzentrationslager deportiert worden waren. (zu sehen bei filmfriends, meist mit einem leseausweis von der örtlichen bibliothek zugänglich.) 

später schauen wir noch eine folge der aktuellen serie "troppo" - abwechselnd finden kai und ich die serie nicht so spannend, aber eine(r) will immer weiterschauen, dann halt. 

nicht zu spät ins bett, vorher aber noch kurz nachrichten geschaut. 

 

 

Sonntag, 5. Juli 2026

kw 27 - endlich kühler

 die woche startete mit einem intensiven arbeitsvormittag für den verein filzszene - ich holte dinge nach, die ich gerne schon vor wochen erledigt gehabt hätte, für die mir aber informationen gefehlt hatten und stürzte mich anschliessend gleich in die vorbereitungen und das schreiben des sommerbriefs - zweimal jährlich bekommen unsere mitglieder post von mir, der vereinspräsidentin. mittlerweile geschieht das per mail, bis 2021 tatsächlich noch per post. da mittlerweile fast alle infos eingetroffen waren, ging das im grunde genommen schnell von der hand, am späten vormittag konnte ich meinen entwurf schon in die runde der vorständinnen geben - das feedback trudelte über die woche ein und was wäre ich ohne diese frauen, sie fanden noch einige schreibfehler und gaben wertvolle hinweise, was man besser schreiben kann. anfang der kommenden woche werden dann die mitglieder den sommerbrief im mailfach haben. 

und weil ich zuhause am schreibtisch gearbeitet hatte, bekam ich auch den ersten regenschauer der angesagten abkühlung mit - noch wenig regen, die regentonne wurde nur zu einem drittel gefüllt. das sah dann am abend schon ganz anders aus, als uns ein heftigeres gewitter erwischte. innerhalb von einer halben stunde hatten wir alle wasservorräte aufgefüllt, waren dabei klatschnass geworden, hatten aber viel spass dabei, im regen herumzurennen. 


am dienstag war ich mehr oder weniger den ganzen tag unterwegs von termin zu termin. den ersten absolvierte ich noch zuhause - die erste tschechischlektion mit einer neuen lehrerin ging ein bisschen in verbindungsproblemen und veständnisproblemen baden. die lehrerin hatte mehrfach stromausfall, ich kam nicht so gut zurecht damit gesiezt zu werden, weil ich bei jeder frage und anweisung zuerst nachdenken musste (meine bisherige lehrerin hat mich geduzt), was gemeint war. kann also nur noch besser werden - mal sehen ob ich die versprochene hausaufgabe noch bekomme... 

danach gings zur physiotherapie, zum duschen nach hause, wieder in die stadt zum mri von wirbelsäule und hüfte, wieder nach hause zur bügelrunde und telefon mit meiner mutter, dann ins schwimmbad, von dort weiter ins kulturzentrum und auf dem rückweg noch in der dorfbibliothek vorbei, um lesefutter für die sommerferien zu holen. die hätte auch noch in der ersten ferienwoche auf gehabt, das hatte ich übersehen. gut, dass die tochter einfach wieder zum abendessen bei uns war, wie schon am sonntag und montag und mir da mein piercing wiedereinsetzen konnte. 

am dienstagabend dann das nächste gewitter, zum wassersammeln gab es keinen anlass, aber es regnete einigermassen dauerhaft. 

am dienstag hatte der bauunternehmer das terrain um das bädle geebnet - nach dem gewitter sah das dann aus wie ein ersosionsmodell. es scheint, es gibt hohlräume, in die das wasser mitsamt sand abfliessen konnte. 

auch zum vorschein gekommen ist diese plakette mit dem firmennamen des betriebs, der das schwimmbad ursprünglich gebaut hat. schade gibt es keine jahreszahl, die firma ist auch nicht mehr auffindbar, es sei denn, sie ist nach wetzikon umgezogen. 

mittwoch war ich dann den ganzen tag nicht zuhause - morgens im kulturzentrum, nachmittags im museum am arbeiten. 

am abend sah es dann am bädle so aus. wir waren etwas überrascht, was das nun werden soll und liessen uns vom bauunternehmer infomieren, dass er vor dem verlegen der platten einen rand betonieren muss. davon war bisher keine rede gewesen - eine rasche fertigstellung der arbeiten sieht auch ein bisschen anders aus. aber wenns denn sein muss. zum baden kamen wir am mittwochabend auch nicht mehr, dafür dauerten die arbeiten zu lange. 

donnerstag arbeitete ich wieder am schreibtisch zuhause - das hand-out für ein neues kursmodul muss bis ende der kommenden woche fertig sein. ich kam gut voran, ärgerte mich zuerst nur ein bisschen über die arbeiten im garten (zumindest am morgen wäre es schön gewesen, ein bisschen draussen sein zu können, es hat mittlerweile zu angenehmen sommertemperaturen abgekühlt). zum nachmittag steigerte sich mein unmut immer mehr - denn nicht nur kommt der bauunternehmer (ich schreib das immer so, stellen sie sich anführungszeichen vor, das ist eine ein-mann-klitsche und kein bauunternehmen, der einzige mitarbeiter, der da beschäftigt ist, kommt immer freitags nach feierabend, dann geht aber endlich was auf der baustelle) nicht vor zehn hier an (angeblich muss er morgens erst mal material besorgen), er macht auch sehr, sehr gerne auf unserer gartenbank zigarettenpause, telefoniert so alle zwanzig minuten für eine viertelstunde und schaut videos (vermutlich davon, wie man so eine poolumrandung betoniert). 

und voila, das ergebnis eines langen arbeitstags, feierabend gegen zwanzig uhr, danke dafür, sind wir also auch am donnerstag nicht geschwommen. 


 zwei randsteine sind gesetzt, den rechten winkel hab ich sicherheitshalber nicht nachgemessen. 

freitag war ich schlauer und habe mir gleich am morgen zeit fürs schwimmen genommen - mit ein bisschen planung für ein und ausstieg geht das schon, ist nur ein bisschen mühsam, weil man nach dem schwimmen durch den ganzen garten laufen muss, um die baustelle rum zur dusche. 

ich hätte mich aber nicht beeilen müssen - denn diesmal tauchte der bautrupp, also zwei personen, erst am spätnachmittag auf und arbeitete wieder bis acht. ich verweigerte wasserentnahme auf unserer terrasse und verwies auf den wasserhahn am bädle, irgendwann ist auch genug, wenigstens beim abendessen will ich nicht, dass nebenan dauernd der maurerkübel mit wasser gefüllt wird. übrigens alles echte handarbeit, beton wird mit der schaufel im eimer gemischt. immerhin wurde der rand am freitag noch fertig. 

so, jetzt aber genug von der baustelle - aber ich habe halt sonst auch echt wenig erlebt diese woche. das handout ist zu neunzig prozent fertig, in der langmatt war ich mittwochnachmittag und samstag den ganzen tag. 


 während diese woche das buch über den kürzlich erfolgten umbau erschienen ist, habe ich mich ein bisschen mit der ursprünglichen gestalt der villa langmatt beschäftigt. um die jahrhundertwende zum zwanzigsten jahrhundert gebaut, sah das haus innen ursprünglich ganz anders aus, bevor es in den zwanziger jahren französisiert wurde, viel dunkler, herber, sachlicher, geradliniger. und auch mit einer etwas anderen raumaufteilung im erdgeschoss. die deckenrosette und der leuchter im obergeschoss dürften noch reste der ursprünglichen gestaltung im sezessionsstill sein. 

im kuluturzentrum wurde diese woche die küche aufgeräumt - vom caféteam. die interimsbetriebsleitung macht hier echt vorwärts. ansonsten tut sich auch einiges, aber jetzt sind ja erst mal sommerferien. 

ich schrieb schon drüber, ich habe mich sehr spontan zur sommerpost vom post-kunst-werk angemeldet. nun sind die listen versendet worden, ich habe tatsächlich einen recht späten zeitslot für das verschicken der post bekommen, und habe schon mal ein bisschen mit herumspielen begonnen. mein kalender ist für den ganzen sommer so unglaublich voll, ich habe keine ahnung, wann ich das machen soll. 

kann sich noch jemand an die falk-pläne erinnern? an eine faltung in dieser art habe ich gedacht. da ist aber ein format a3 schon eher klein dafür. 

ich habe mich an eine ausstellung erinnert, die wir vor einigen jahren in zofingen gesehen haben, mind-mapping-art, eine der ausgestellten künstlerinnen war esther ernst, die viel mit kartenskizzen macht, eine art visuelles tagebuch auf landkarten gestaltet. ich bin nicht nur viel auf ihrer homepage unterwegs gewesen, sondern habe mir auch ein buch bestellt, es macht spass darin zu blättern und mich inspirieren zu lassen.  

von swiss-topo kann man sich kartenausschnitte herunterladen und ausdrucken, auch in a3, vermutlich werde ich eine schwarzweissvariante als basis für meine karte nehmen. 

der ausschnitt ist eigentlich recht klar für mich: die karte meines sommers ist meine direkte nachbarschaft mit schwimmen im fluss und im schwimmbad, zuhause im garten sein, freiluftkino und feiern in der royalen sommerbar und zwischendurch auch arbeiten in museum, kulturhaus und in der werkstatt.  

ich bemerke gerade, wie dieser wochenpost ein wenig ausfasert, es war sonst nicht viel in dieser woche, vor allem die freude darüber, dass es nicht mehr absurd heiss, sondern nur noch sehr sommerlich warm ist, hat überwogen, darum noch ein bild vom nur halb geschlossenen fensterladen, so geht das jetzt nämlich auch wieder. 


 

Mittwoch, 1. Juli 2026

im juni gelesen

für juli habe ich mir ganz fest vorgenommen, die bücher gleich nach dem lesen hier aufzunehmen. mal sehen ob das klappt. ansonsten: falls irgendjemand auf meinen rückblick auf die im juni gelesenen bücher gewartet haben sollte, entschuldige ich mich für die verspätung. 

gelesen habe ich: 

anne tyler, launen der zeit 

über vier etappen ihres lebens begleiten wir willa, die hauptperson des romans. auf den ersten drei etappen 1967, 1977 und 1997 geschehen dinge mit ihr - erst 2017 beginnt sie, ihr leben selbst in die hand zu nehmen und findet das glück und das gefühl gebraucht zu werden, indem sie sich um das kind der exfreundin ihres sohnes kümmert, inmitten einer bunten nachbarschaft, aber nicht immer zum gefallen der menschen aus ihrem alten leben.  

leila slimani, trag das feuer weiter 

dritter band der romantrilogie über eine familie in marokko. der letzte band erzählt von der lesbischen mia, tochter und enkelin der hauptpersonen aus den vorhergehenden bänden und setzt in den 80er jahren ein, in der kindheit von mia. schon früh weiss sie, dass sie weggehen wird, endlich verlässt sie marokko mit dem ziel paris, wo sie eine ausbildung zur bankerin absolviert, aber auch gleichzeitig ihr ziel schriftstellerin zu werden, findet. nach einem gedächtnisverlust kehrt sie in das haus der grossmutter zurück - ihr rückblick nimmt das spannungsfeld zwischen islamismus und moderne in marokko in den blick. 
ich mochte das buch sehr ... und würde gerne auch die beiden ersten bände lesen. 

nora krug, heimat

entdeckt habe ich diese graphic novel in einer buchhandlung in prag, als übersetzung ins tschechische. ich musste extra noch ein zweites mal in die buchhandlung um festzustellen, dass es sich um ein ursprünglich deutsches buch handelt, das bisher schon in einige andere sprachen übersetzt wurde. 

ich habe es mir dann auf deutsch bestellt und das passt auch gut zum thema, denn es geht um eine annäherung der autorin an die geschichte ihrer eigenen familie. sie fragt nach verstrickung und schuld der generationen vor sich, wie standen ihre grosseltern zu hitlerdeutschland, waren sie mitläufer, verfolgte oder sind gar begeistert dem führer gefolgt. das ganze sehr, sehr ästhetisch und ansprechend in einer technik zwischen comic und collage, dabei mit reichlich tiefgang. grosse empfehlung!  

Montag, 29. Juni 2026

kw 26 - heisser

 eine weitere komplette woche mit temperaturen weit über 30 grad. fast jeden tag waren etwa 36 grad angesagt, fast jeden tag war es dann gegen spätnachmittag noch ein, zwei, drei grad wärmer. 

das haus liess sich zu beginn der woche noch einigermassen kühl halten, aber nachdem es auch in den nächten kaum mehr unter 20 grad abkühlt und draussen alles dermassen trocken ist, dass so etwas wie tau komplett ausfällt, wird es mit jedem tag wärmer und wärmer, obwohl wir strikt darauf achten, die fenster und balkontüren geschlossen zu halten, so viel wie möglich läden und storen zu schliessen und so bald ein bisschen ein kühleres lüftchen weht, alles aufzureissen. 

für die kommende woche sind temperaturen knapp unter dreissig grad angesagt, ich freue mich schon drauf. und auch das spiegelt den wahnsinn dieser hitzeperiode im juni: dass ich mich auf knapp dreissig grad freuen kann liegt vor allem daran, dass das zehn grad weniger sind als momentan. 

und wenn ich es nicht ohnehin schon täte, würde ich zu kochen beginnen, wenn mir noch eine einzige person mit sprüchen wie "früher war es auch mal heiss"  oder " das nannte man früher halt sommer" kommt. nein, diese hitzewelle ist kein wetter mehr, nicht so früh im jahr, nicht so lange und ganz sicher nicht in hinsicht darauf, dass die heisseste zeit des jahres ja erst noch bevorsteht. aber irgendwas gegen die eigentliche ursache, die klimakrise, tun, mal abgesehen davon, jetzt schnell überall klimanlagen zu installieren? i wo, bewahre, da könnte ja die wirtschaft beleidigt von dannen ziehen oder sich irgendwer eingeschränkt fühlen... 

im kulturzentrum sitzen wir mal mit offenen, mal mit geschlossenen fenstern, die baustellen rundherum lassen uns die wahl zwischen schwitzen und husten (wegen staub), zwischen bewegungsunfähgkeit vor hitze und ausschliesslich brüllender kommunikation (wegen lärm). 



im museum gibt es keine klimaanlage, sondern nur eine lüftung. und da man garnienicht nach draussen lüften kann wegen der kunst, wird es auch dort mit jedem tag heisser. an mindestens zwei stellen läuft mir der schweiss vom puren herumstehen den rücken hinunter: im obergeschoss und in der galerie, die am weitesten von der türe entfernt liegt. leider gibt es auch über mittag oder für die pause am nachmittag kaum mehr so richtig kühle plätze. aber immerhin gratis-glace für die aufsichten. und sehr wenig besuchende.  

pausenblick vom samstag - das problem ist das laub der kirschbäume, das rollt sich bei der hitze gerade auf und macht keinen rechten schatten mehr. 

in der werkstatt war ich diese woche nur kurz um etwas zu holen. vielleicht sind ja bald wenigstens dort das gerüst weg und die sonnenstoren wieder montiert. vielleicht werden wir die werkstatt bald mal nutzen um uns dort vor dem limmatschwumm umzuziehen.  

die arbeiten am bädle haben tatsächlich begonnen - montag wurde besichtigt, am dienstag ging es los mit dem abbau der reste von der holzbeplankung. am ergebnis kann man sehen, wie bescheuert die idee mit dem holz einfach drüber war. 


 was sie nicht sehen: der rand vom bädle steckt voller rostiger schrauben, mit denen die holzplanken befestigt waren. gehalten hat die sache mit dem holz etwa zehn jahre. die platten, die jetzt zum vorschein kamen, dürften etwa sechzig jahre alt sein. kaputt sind die jetzt auch - weil auch da jede menge schrauben drin stecken. 

am mittwoch wurden die platten entfernt. 


am freitagnachmittag stapelten zwei mann die platten in den oberen garten und brachten die reste vom holzzeugs weg, wofür ich extrem dankbar war, denn eigentlich sollte das der vermieter entsorgen kommen - nach abschluss der bauarbeiten...  neue platten wurden geliefert. wegen der engen zugänge mit vielen treppen lief das alles von hand und mit schubkarre. ein bisschen schäme ich mich, dass ich über schwitzen im stehen schrieb, eine platte wiegt 25 kg. 

im bild übrigens auch noch die installationen zur aufrechterhaltung des badebetriebs: auf dem schalbrett rechts unten duschen wir, auf der gegenüberliegenden seite, wo die leiter liegt, steigen wir aus, den rückweg nehmen wir über die mittlerweile komplett verbrannte wiese. nicht gemäht (wie bei uns) oder gemäht (wie beim nachbarn) - es ist einfach alles verdorrt und sieht ein bisschen aus wie freibadwiese am ende der sommerferien. 

was war sonst noch? 

am montag war ich nach sehr langer zeit mal wieder an einer vorstandssitzung im kulturzentrum. ich stellte fest, dass ich da mittlerweile gelassener bin als auch schon, meine immer noch sehr neue kollegin war ein bisschen mitgenommen, aber auch deutlich stärker von desorganisation und hüst und hott betroffen. 

am dienstag durfte ich mich im museum in die aktuelle ausstellung junger kunst, die unter dem titel "raumfahrt" läuft, einführen lassen. das diesjährige thema ist intimität. aufsicht gibt es in den räumen im keller nicht, also werden wir wohl kaum mit den reaktionen der besucherinnen auf die positionen konfrontiert werden. ich selbst möchte es mir aber auch noch mal in ruhe ansehen - es gibt ein zelt im raum, eine videoinstallation und eine art wandfries. 

am donnerstag war ich bei der coiffeuse, ein bisschen erleichterung bei der hitze. und eine schöne fahrt mit dem velo nach brugg bei noch einigermassen erträglichen temperaturen entlang der flüsse am morgen. 

am freitag gab es ein hoffest im industrieareal, in dem meine werkstatt liegt. initiiert von der wg ateliergemeinschaft des ältesten sohns. haben wir den auch mal wieder gesehen. und noch ganz viele andere menschen, die wir über ihn oder einfach von dem ort kennen. schön wars, wir sind dann aber doch nicht so lange geblieben, wir wollten noch schwimmen. 


 weil sie von den  bauarbeiten beeinträchtigt sind, habe ich mir ein paar der taglilien in die wohnung geholt. bisher erschienen sie mir nicht als die idealen schnittblumen, aber sie halten sich erstaunlich gut, jede blüte blüht zwar wirklich nur einen tag, aber die anderen knospen entwickeln sich und blühen nun nach und nach seit einer woche auf. ich verlinke ihnen den wikipedia-artikel, das sind interessante pflanzen, deren verschiedene teile sehr vielfältig von der medizin bis zum dachdecken benutzt werden, ich freute mich über den begriff "schraubelig cymoid", ich habe zwar keine ahnung, was das bedeutet, aber tönt das nicht toll? 

lag es an den fehlenden besuchern wegen hitze oder an der einführung am dienstag - jedenfalls hatte ich unfreiwillig gelegenheit, mich mit zwei anderen aufsichten über die ausgestellte kunst (auch die der vergangenen jahre) zu unterhalten. und obwohl ich meine persönliche wahrnehmung von renoir (überwiegend süsslicher kitsch, aber technisch gut gemacht) nicht teilte, erfuhr ich, wie scheisse unnötig all das moderne zeugs ist. weiss ich das jetzt auch.