Mittwoch, 12. Mai 2021

11. mai 2021 - rasen mähen

 es ist kalt und es regnet am nachmittag. aber immerhin schaffe ich es noch trocken aus der werkstatt nach hause, vor dem mittag. wenn das mit dem wetter so weiter geht, kann ich die tomaten im oktober direkt aus den anzuchttöpfen auf den kompost bringen. das einzige was wächst, ist die wiese. am abend bringt der grosse sohn den räsenmäher zurück, er springt jetzt beim ersten ziehen am seil an. jedenfalls wenn es nicht regnet. so wie es schüttet, braucht er ein paar umdrehungen mehr, bis er stabil vor sich hin tuckert. zum mähen ist es viel zu nass. morgen wird es auch noch zu nass sein, und wenn es mit ein bisschen glück am donnerstag nicht schon wieder schüttet, werde ich den rasen mit dem handmäher mähen, weil feiertag ist. 

mehr gibt es zu diesem weiteren verregneten maitag nicht zu sagen. wenn ich es nicht vergesse, gibt es dann morgen 12 bilder.

Dienstag, 11. Mai 2021

10. mai 2021 - im karree

 im unterschied zu allen anderen monaten in diesem jahr scheint der mai zu rennen. schon ein drittel ist vorbei und bis zum ende des monats, an dem zum ersten mal wieder ein modul des filzbaukastens stattfinden wird, ist immer noch genügend arbeit übrig. dazu kamen gestern noch zwei anfragen nach terminen, die themen wieder aufnehmen, die wir im herbst letzten jahres zu faden geschlagen hatten. zur zeit versuche ich alle noch ein bisschen zu vertrösten bis ich nach der zweiten impfung den vollen schutz haben werde, aber das ist ja dann auch schon ab anfang juni! überhaupt: überall impftermine - und zwar auch bei deutlich jüngeren menschen! 

 ansonsten war der montag halt ein montag. mein auftrag, der in diesem monat die werkstattmiete bezahlt, ist immer noch gleich langweilig, die küche ist mit wassersprudler und -filter wieder sauber, der letze physiotermin erledigt (meine schulter ist besser, aber nicht wirklich gut, ich setze jetzt auf schwimmen, wenn dann das wasser wärmer ist), zum abendessen gab es ofengemüse. dazu gibt es eine kleine geschichte: 

wir sind ja vor eineinhalb jahren in eine neue nachbarschaft gezogen, da die schweiz aber klein ist und die tochter von ihren zahlreichen sportaktivitäten überall menschen kennt, wohnen zufällig drei häuser weiter zwei jungs, die mit ihr schon lange bei den lebensrettern schwimmen. ab und zu ergibt sich ein schwatz auf dem heimweg, auch mit der mutter, weil man bei sportarten, die man schon seit acht jahren betreibt und deren training in den abendstunden stattfindet, halt auch die eltern kennt, vom abholen oder hinbringen oder sonst halt. die mutter der jungs kann sich nun vor allem daran erinnern, dass die tochter nach dem training immer die frage stellte, was es zum abendessen gäbe und vor allem an die antwort auf den bescheid: "schon wieder ofengemüse?" ich kann mich nicht daran erinnern, dass es das besonders oft gegeben hat, aber es passt schon, denn es ist gut vorzubereiten und war eigentlich immer überdurchschnittlich beliebt. nur bei der tochter vielleicht nicht. 

und die kleine geschichte hat dazu geführt, dass ich lust auf ofengemüse hatte. 

nach dem ofengemüse dann nur noch mixed media, wo ich aus dem baum - wald - kronen - märchen thema ausstieg und einfach quadrate gepinselt habe. auch das kommende thema meer - wasser - wolken reizt mich nicht wirklich. ich brauche keinen seeschlacht-schinken, den ich übers sofa hängen kann, schon in ermangelung einer wand hinter dem sofa. vielleicht fällt mir aber auch was dazu ein. am anfang fand ich die themen unverbindlicher, mittlerweile fühle ich mich etwas gedrängt, auch was beizutragen, aber habe keine rechte lust dazu. mal sehen, wie das weitergeht. sind ja auch bald mal pfingstferien.

 



Montag, 10. Mai 2021

8. und 9. Mai 2021 - durchgeglüht

... das war das vorherrschende gefühl am sonntagabend, nach einem wochenende, das wir mindestens gefühlt komplett draussen im garten verbracht hatten. an so viel frische luft müssen wir uns erst wieder gewöhnen. 

wächst einfach so, ohne dass wir was machen und blüht dann auch noch allerschönst: irgendwas mit klee.
 

für den samstag hatte ich einen gartentag ausgerufen, was halt auch immer bedeutet, dass etwas geschafft werden muss: tomatentöpfe aufstellen (und zwar in diesem jahr so gerade, dass nicht alles wasser aus den untersetztern läuft - das hat kai dann mit wasserwaage erledigt), mit gesiebter komposterde und blumenerde füllen, aber noch nicht bepflanzen. die tomatensetzlinge brauchen noch ein paar tage. bis zur eisheiligen-deadline ist aber auch noch zeit. paprika- und chilipflanzen konnten aber schon umziehen, es wird schon nicht mehr so richtig kalt werden... 

wenn der weisse flieder, wieder blüht - tut er immerhin, nachdem ich im letzten jahr den busch um etwa zwei meter gekürzt habe, auch wieder auf augenhöhe.

azalee, ein heckenfund. ihr standort ist suboptimal, aber sie darf dort bleiben.

zwischendurch erreichte uns die nachricht, dass der motormäher, dessen sich der grosse sohn angenommen hatte, läuft. also wurde das eigentlich anvisierte rasenmähen von hand abgesagt. die tochter werkelte derweil in der küche. und dann auch noch kai, der für den abend den mittleren sohn und freundin eingeladen hatte und für alle frische pasta mit bärlauch und dazu spargel servierte. die tochter, die spargel nicht so gerne mag, bekam eine käsesauce zu den nudeln. 

bärlauchnudeln, vermutlich die letzten in diesem jahr, der bärlauch ist ein blütenmeer.
 

das bädle ist bereit, aber leider noch viel zu kalt. am sonntag stellte kai dann auch die dusche auf, es muss also wirklich nur noch wärmer werden, um ins wasser zu springen. also vor allem das wasser, denn die temperatur rundherum liess am sonntag wirklich nichts zu wünschen übrig. und so haben wir dann auch einen gemütlichen tag im garten mit einem frühstück auf der terrasse beginnen können. 

der blauregen, oder wisterie oder glyzinie.
 

ich kümmerte mich um die vernachlässigte ecke mit den gewürztöpfen, zwei davon haben eventuell den kalten winter nicht überlebt, aber ein bisher totgeglaubter ananassalbei schlägt aus, also bekommen die beiden auch noch eine letzte chance. ich habe begonnen, die riesige inselktenherberge mit holz zu füllen, sie hat auch noch eine anderen platz bekommen. es fehlen noch löcher, aber die kann ich auch später bohren.  

ein milchstern - der dafür sorgt, dass wir das rasenmähen immer wieder rausschieben.

 

wir spielten federball auf der wiese, jede mit jedem, also insgesamt drei mal. es gab torte, die die tochter mir zum muttertag gebacken hatte und die mindestens für weitere drei bis vier nachmittage reicht. 

schokotorte mit buttercreme und himbeeren - lecker, aber sehr sättigend.
 

später probierten wir den neuen gasgrill aus. das fleisch dauert lange, wird aber sehr lecker und saftig, auch die spargel gelangen auf anhieb, beim paprika machte ich den fehler, ihn zu sehr an den rand zu legen und verbrannte  teile davon. es ist eben doch komplett anders als das grillen auf holz oder grillkohle.

ausserdem kam ich am sonntag dazu, einen protoyp einer japanischen schürze zu nähen und endlich mal ein paar fotos vom garten zu machen, die ich jetzt locker in den text einstreuen werde. was sie nicht sehen: die blindschleiche, die sich im thermokomposter ausgeruht hat, denn die war so schnell weg, dass ich es nicht geschafft habe, ein vernünftiges foto zu machen. 

der medienrückblick auf die woche bringt nichts neues: ich lese immer noch "blau" von kai kupferschmidt, serienmässig haben wir "die schlange" fertiggeschaut, aber noch nichts neues angefangen, der tatort am sonntag aus österreich war gut und gehört habe ich nicht viel, weil ich selten alleine in der werkstatt war und am freitag auch noch das telefon vergessen hatte...


Samstag, 8. Mai 2021

7.mai 2021 - tomatenrankgerüst

 das übliche freitagsprozedere, das kennen sie ja mittlerweile schon, also vormittags das haus aufgeräumt und geputzt, mit einem unterschied, heute war ausser mir niemand zuhause, dann geht das alles viel schneller. ich war tatsächlich in rekordzeit um halb elf schon durch (die app, mit der ich alle haushaltsaufgaben verwalte, wollte aber auch nur das normale programm plus reinigung der abflüsse im bad und wenn man das wirklich regelmässig macht, dann geht das eigentlich auch ganz fix. die app hilft mir im übrigen nicht nur dabei, an wichtige aufgaben zu denken, sondern auch, den dreck rundherum zu ignorieren, denn der kommt sicher in der kommenden woche dran.). 

also konnte ich noch pläne schmieden für das anbindegerüst für die tomaten und herausfinden, wo ich bambus in verschiedenen längen bekommen kann. ich kaufte 4 stangen à 2,45 meter, 6 stangen à 1,5 meter und noch zwei kürzere bündel. ich hatte zwar eine ungefähre skizze, aber beim anblick des vorhandenen materials schon wieder andere ideen, ausserdem fehlten just die 1,2 meter langen bambusstäbe, die ich eingeplant hatte. zuhause hatte ich nicht mehr viel zeit und versorgte nur noch kurz das material in den garten, machte eine kleine pause und fuhr dann ins oederlin zu einem weiteren winterjackentermin. ich musste mich ein bisschen zwingen, aber die schneiderin hatte schöne stoffe und vermutlich haben wir jetzt den stoff gefunden, der es werden wird. es muss jetzt noch preis und ein teil der inhaltsstoffe abgeklärt werden, dann geht es mit einer moulure weiter. dafür haben wir dann auch mal eine erste anzahlung abgemacht. und ich freue mich zwar jetzt schon erst mal auf den sommer, aber dann auch ein bisschen auf die kalte jahreszeit, weil dann wird meine jacke fertig sein! 

im flur, an dem meine werkstatt liegt, zieht wieder mal ein neuer mieter ein, ich hatte aber heute keine lust seine bekanntschaft machen und schlich mich einfach zu meiner türe. entweder er ist so selten da, wie die meisten, die diesen raum gemietet hatten, dann lohnt es sich nicht, oder doch öfter, dann sehe ich ihn auch später noch mal. 

in der werkstatt arbeitete ich am vermutlich langweiligsten auftrag, den ich je hatte: 27 filzperlen, die über eine türklinke geschoben, klinke und wand schützen. von den 27 werden 17 hellgrau, 8 hellbeige und 2 pastellblau. die herausforderung ist, sie alle möglichst gleich hinzubekommen. und nicht dabei vor langeweile zu sterben. die voraussetzungen waren heute schlecht: ich hatte mein mobiltelefon zuhause vergessen und konnte so nicht einmal podcasts hören. nach neun fertigen exemplaren machte ich schluss (davon hatte ich fünf schon gestern trocken vorbereitet) und fuhr nach hause, zu meinem tomatenrankgerüst. 

im fleecepullover ging es einigermassen im garten, denn die sonne wärmte zwar, aber zwischendurch kam ziemlich viel wind auf. ich habe die bambusstäbe zuerst durch einfaches verflechten stabilisiert, dann weitere querstreben eingezogen und zuletzt alle verbindungspunkte mit schnur fixiert. das ganze ist schön leicht und passt ganz genau an die fassade, wo es das sammelsurium aus verschiedensten tomatenstecken, die je später je mehr mit schnur und weiteren stöcken abgestützt werden müssen, ersetzen soll. das steckensammelsurium setzten wir dann in diesem jahr an anderer stelle ein - ich habe gesehen, wie viele töpfe wir haben und habe vor, so viele wie möglich mit meine vorgezogenen setzlingen zu füllen. tomaten und paprika kann man nie genug haben. im zweifelsfall legen wir vorräte für den winter an, selbstgemachte tomatensauce ist ohnehin die allerbeste. 

mit strickjacken und in der sonne konnten kai und ich sogar noch ein wenig draussen sitzen, ich verlagerte mich nach sonnenaufgang aufs sofa, zum lesen und kai in die küche, um calamari zu frittieren. die gab es, als die tochter um neun vom turnen nach hause kam, mit salat und brot zum späten abendessen.


Freitag, 7. Mai 2021

6. mai 2021 - warten auf frühling und impfung

 es ist kalt und es regnet, zumindest ab dem nachmittag schüttet es, was mir auffällt: der frühling lässt sich nicht mehr bremsen. zur not blühen die letzten tulpen halt im regen und büssen das ganz schnell. die sehen jetzt schon aus, wie die kolleginnen in der sonne nach zwei wochen dauerblüte. nur die tomaten machen da nicht mit, die warten auf den sonnenschein, der ja am wochenende kommen soll und bleiben bei 5 zentimetern höhe einfach sitzen. ich müsste dringend mal fotografieren. es blühen nämlich neben den tulpen und dem bärlauch auch noch die wisterie und die im dickicht gefundene azalee. die leider in der von mir am wenigsten gemochten farbstellung: gelb. der flieder blüht auch, und weil er weiss ist, leidet er sehr unter dem regen. und überall gehen die im trockenen april verteilten samen jetzt endlich auf. sogar unter dem heftig zurückgeschnittenen kirschlorbeer wächst das ausgesäte gras. 

sonst so: morgens werkstatt, um elf zur coiffeuse aufgebrochen, die mich just um elf auch schon erwartet hätte, da ist mir der termin im kalender verrutscht, glücklicherweise bin ich schon um viertel nach elf vor ort und bekomme gleich doch einen haarschnitt. dann schon im regen auf dem velo zurück nach hause, im gepäck noch zwei sandwiches vom ohne-laden mit fantastischen veganen auflagen: chilldill mit brunnenkresse, frisch"käse" und gurken und kimchi mit geräuchertem tofu, frischem spinat und eben kimchi. 

zuhause verweigere ich wieder den spaziergang, dafür fahre ich spargel holen, zum hof der familie schellenberg. und nehme auf dem rückweg aus der landi gleich noch eine gasflasche für den grill mit. ich hab ja noch keine ahnung, was ich am wochenende grillen könnte, aber wenn ich wollte könnte ich jetzt also. ich schaue seit ein paar tagen fleissig grillvideos, bin aber noch nicht bei wirklich guten angekommen. gibt es eigentlich auch frauen, die das grillen erklären? immerhin weiss ich jetzt wie der fancy kugelgrill eigentlich funktioniert. aber vielleicht haben sie ja einen tipp? 

der newsletter wird fertig, text ist es ja schon, ich garniere noch mit bildern. 

zum abendessen kommt der grosse sohn, es gibt den frischen spargel, ganz klassisch mit kartoffeln und holländischer sauce. zu viert essen wir ein kilo von den grünen stangen, obwohl die tochter nach drei genug hat. der sohn hat dachlatten mitgebracht, aber für mein projekt zum anbinden der tomaten sind die zu schwer und zu dick. ich werde wohl doch auf bambus ausweichen müssen. ausserdem lädt er den hauseigenen benzinbetriebenen rasenmäher auf, er will ihn ein bisschen pflegen und wieder zum laufen bringen. mir eilt das nicht, bisher habe ich ja ganz gut mit muskelkraft gemäht. 

wir sitzen noch lange in den abend. der sohn wartet sehr auf die impfung, aber wenn alles gut läuft, sollte auch er im mai noch einen termin bekommen.

Donnerstag, 6. Mai 2021

5. mai 2021 - #wmdedgt im mai 2021

 es ist der fünfte und frau brüllen fragt: was machst du eigentlich den ganzen tag? 

heute also wieder tagebuchbloggen in der alltagsedition. 

aufgestanden bin ich mit der tochter um 5.30 uhr, ich räume dann immer zuerst die spülmaschine aus, mache kaffee, füttere den kater und fülle eine schüssel mit obst, müesli, joghurt. die esse ich während des anschliessenden tagebuchbloggens dann allmählich leer. ich bestelle ein kilo spargel für morgen. kurz bespreche ich den tag mit kai und klinke mich vorsorglich schon mal für den spaziergang aus. ich bin nicht einmal sicher, ob ich es zum mittagessen schaffe. 

gegen viertel nach acht bin ich in der werkstatt, hier muss ich noch reste vom montag wegräumen, bevor kurz vor neun eine besucherin eintrifft, mit der ich schon seit letztem herbst in kontakt bin für einen kindergeburtstag. wir haben das jetzt so gelöst, dass ich ihr zeige, wie sie mit den kindern hexenhüte filzen kann und sie von mir das vorbereitete material bezieht und das equipment fürs filzen ausleiht. so kann sie selbstständig an zwei nachmittagen mit der kinderschar den geburtstag nachfeiern - der im herbst noch zur verfügung stehende grosse raum wird leider nicht mehr vermietet, daran scheiterte zuletzt die geplante umsetzung.  

das filzen geht fix, wir notieren beide nebenbei die notwendigen arbeitsschritte, sie macht zusätzlich auch noch fotos und ich bereite das material vor, das ich nicht schon im herbst vorbereitet hatte. am ende entlasse ich sie mit dem guten gefühl, dass das eine gelungene sache werden wird. 

und es ist erst kurz nach elf uhr - ich kündige mich also wieder zum mittagessen an. und räume dann noch ein bisschen herum, mental und tatsächlich. 

mittagessen, kai geht spazieren, ich räume den tisch ab und hänge ein bisschen einfach so herum, beginne dann allerdings schon mal mit büroarbeiten, für die ich aber vorher noch zwei schreibtische aufräumen muss. kai kommt zurück, wir trinken kaffee und verspeisen die zwei von mir mit creme fraiche und marmelade gepimpten zitronenmuffins vom wochenende. 

es gibt zwei anmeldungen für das erste modul des filzbaukastens, das ende mai stattfinden wird. nachdem ich eine lesbare anmeldung organisiert und so die emailadressen der teilnehmerinnen vorliegen habe, schreibe ich die einladung mit materialliste. hier sind einige anpassungen notwendig, einerseits muss ich auf die schutzmassnahmen in der werkstatt hinweisen, andererseits will ich den zweitägigen einführungskurs ein wenig  neu gestalten, so dass es auch änderungen an der materialliste gibt. eine teilnehmerin meldet sich ganz fix zurück, die andere bis zum abend, also sind die mailadressen tatsächlich richtig! 

als nächstes beginne ich mit der überarbeitung der theoretischen unterlagen, auch hier sind anpassungen notwendig, die meisten links sind nach fast zwei jahren kurspause veraltet. aber ich freue  mich darauf, das alles neu und übersichtlicher zu gestalten. 

in einer pause rufe ich meine mutter an, sie hat probleme mit dem smartphone, das sich neuerdings öfter vom wlan verabschiedet und dann nach einiger zeit meldet, dass das datenvolumen verbraucht sei. ausserdem konnte es, so abgehängt vom netzwerk, auch keine updates durchführen, das dauert alles ein bisschen länger. aber immerhin hat das update gestartet, also ist auch das wlan wieder verbunden. 

mit dem restlichen schwung der einladung für das kursmodul setze ich mich an einen newsletter, der mir allerdings im ersten entwurf etwas textlastig gerät, da muss ich morgen daran weiterarbeiten. vorher will ich aber noch verschiedenen kleinkram abarbeiten und anfragen beantworten, die jetzt immer öfter auch per messenger kommen. eine entwicklung, die ich nicht gerade übersichtlich finde. aber immerhin kann ich das auch vom sessel aus tun, am schreibtisch  habe ich jetzt genug gesessen. kurz vor dem abendessen schaufle ich alles unerledigte auf eine to-to-liste, die spontan 11 punkte lang wird. allerdings habe ich hier privates und geschäftliches gemischt und auch draufgeschrieben, dass ich eine gasflasche für den grill besorgen muss. 

zum abendessen hat die tochter kaiserschmarrn gemacht, sie ist innerhalb der familie für die süsspeisen zuständig. in der küche stapelt sich das geschirr, längst passt nichts mehr in den geschirrspüler, ich erledige also einen berg abwasch, kai startet eine waschmaschine und die tochter geht zu bett. eine mail muss ich noch abschicken, dann ist feierabend. wir schauen die beiden letzten folgen von "the serpent" und reden noch ein wenig über faszinationsekel. 

kurz vor dem zubettgehen lese ich eine mail, über die ich mich sehr ärgern und aufregen muss. bester zeitpunkt.


Mittwoch, 5. Mai 2021

4. mai 2021 - nur umwege, aber auf kurs

nach einer längeren pause haben wir uns mal wieder einen tag unter der woche frei genommen. 

und den tag so richtig vollgepackt. 

wir starteten trotzdem mit einem gemütlichen frühstück mit gipfeli und milchkaffee und sortierten erst mal unsere verschiedenen vorhaben. als erstes fuhren wir dann gemeinsam zum einkaufen - für lebensmittel und weil ich kai eine kamera zeigen wollte, die ich mir eventuell kaufen möchte. nach mehreren jahren verzweifelt versuchter gewöhnung an eine digitale systemkamera soll es wieder eine echte digitale spiegelreflex werden. es wäre die passende, aber zugleich halt auch eine grosse ausgabe. ich muss weiter darüber nachdenken. 

wieder zuhause verräumten wir die einkäufe und kai belegte brote und kochte kaffee für unterwegs, dem konzept "geöffnete restauranterrassen" trauten wir noch nicht so recht für den geplanten ausflug und das war dann auch besser so. 

anschliessend starteten wir nach basel, mit dem ziel fondation beyeler, von der ich spektakuläre bilder mit einer installation von olafur eliasson gesehen hatte. ja, das ist schon beeindruckend, so ein geflutetes kunstmuseum ohne fenster zum park. aber halt nicht nur für uns, sondern auch für viele andere, auch unter der woche. und noch beeindruckender auf den hochglanzfotos der hervorragend gemachten homepage, auf denen weder der rasen zertrampelt, noch die pflanzen im wasser abgestorben sind. manchmal ist es halt besser, man kann nicht so genau hinschauen.

für uns war das alles ein bisschen viel. nach einer halben umrundung des gebäudes und nachdem wir unser mitgebrachtes mittagessen verzehrt hatten, beschlossen wir, dass wir nicht hinein wollten in die ausstellung (das meiste hatten wir ja auch schon von aussen gesehen). 

also wandten wir und wieder der stadt zu, vages ziel zunächst das museum der kulturen, in dem ich schon mehrmals, kai aber noch nie gewesen war. auf der suche nach einem parkhaus fiel uns dann noch auf, dass am kunstmuseum eine ausstellung über sophie täuber-arp angeschlagen war. wir dachten also über eine planänderung nach. aber die gute sophie erfreut sich erhöhter beliebtheit und war leider schon ausverkauft für den heutigen tag. 

also doch völkerkundemuseum, pardon museum der kulturen. dort war es erwartbar leer. (obwohl ich auch da unterwegs mittlerweile meine zweifel hatte, irgendwohin müssen doch all die menschen, die weder olafur noch sophie sehen können, ober buchen die mittlerweile wirklich alle übers internet? wir überlegten uns eine neue regel für museumsbesuche: nur dort hingehen, wo man nicht online buchen kann.) 

und wir bekamen doch noch ein wenig kunstmuseum zu sehen, denn in der ausstellung "gelebte welt" werden sammlungsstücke des museums zu den themen beziehungen, orientierung, spuren und imaginationen mit werken aus der sammlung des kunstmuseum basel konfrontiert. anschliessend gingen wir noch durch die räume zum thema "erinnern" - wobei da allmählich unsere aufmerksamkeit nachliess und wir nur noch einzelne dinge besonders anschauten. es ergab sich ein sehr nettes gespräch mit einer dame, die saalaufsicht führte, ausgehend von ausgestellten pflügen landeten wir beim thema solidarische landwirtschaft. bei buddha im obergeschoss kapitulierten wir endgültig, zu fremd, zu viel - aber vielleicht ja durch ein digitorial zuhause noch erlebbar...


 vom museum aus machten wir einen umweg ans rheinufer, dort sassen wir mit blick auf den schiffsverkehr mit mitgebrachtem kaffee und russenbrezel. ganz so, wie wir es jahrelang mit den kindern gemacht haben, als uns gastronomie für fünf schlicht und einfach zu teuer und manchmal auch zu stressig war. 

das parkhaus wiederzufinden erforderte dann noch etwas geschick, aber schlussendlich konnten wir uns auf den umweg in richtung mittelland machen, dort hatte ich uns für das anschauen eines gebrauchten gasgrills angemeldet, den wir dann nach eingängiger besichtigung auch kauften und ins auto luden. 

nach sechs uhr holten wir noch das gemüse um depot ab und waren gegen halb sieben zuhause, dort stürzte ich mich mehr oder weniger ohne pause auf die küche, denn ich hätte ambitionierte pläne gehabt, die ich aber schon unterwegs ein wenig abgespeckt hatte, so gab es wraps mit spinat, gebratenen tomaten, hummus, sauerrahm und fetakäse. 

vor der vorstandssitzung fluchte ich noch ein bisschen über die digitale infrastruktur, weil ich entweder mit gescheiter kamera oder headset teilnehmen konnte, und auch das nur noch mehrmaligem neustart des rechners, aber am ende war alles gut (ich entschied mich für guten ton) und inhaltlich sind wir einen guten schritt vorangekommen. 

anschliessend vorbereitung des kommenden tages mit filzeinzellektion und endlich mal das zusammensuchen und ausdrucken der anmeldungen für den filzbaukasten, der ende mai endlich mal wieder starten kann!


Dienstag, 4. Mai 2021

3. mai 2021 - zwei links statt tagesberichterstattung

der montag wieder von allem etwas: physiotherapie, werkstatt und eine kundin, die einen sitzfilz fertig macht, spaziergang, haushalt, garten und am ende des tages eineinhalb stunden mixed media per zoom. 

gelegenheit, mal wieder zwei links loszuwerden, die ich gesammelt habe (und auf diese weise auch mir selbst erhalte): 

immer mehr geht es darum, was corona mit uns macht, auch wenn wir nicht direkt daran erkranken. und wie wir damit umgehen können, dass wir nicht mehr dieselben sind, wie vor der pandemie. 

theresa bäuerlein von den krautreporter*innen übersetzt den begriff des languishing mit corona-erschöpfung. 

der soziologe hartmut rosa sieht die ursache für die fehlende energie im mangel an sozialen kontakten - und weil wir keine energie haben, suchen wir diese dann auch nicht. hört sich ein bisschen nach hamsterrad an. und ist es auch, denn es fehlen uns vor allem die umwege, die die kultur ausmachen.


Montag, 3. Mai 2021

1. und 2. mai 2021 - landschaft im regen

am freitagabend wollten wir eigentlich das samstagsprogramm komplett über den haufen werfen, aber samstagmorgen war es dann doch so trocken und nicht wirklich kalt, dass wir das füllen des schwimmbädle in angriff genommen haben. in diesem jahr haben wir das wasser nicht ganz abgelassen und uns anstattdessen seit den ersten sonnenstrahlen im frühling darum gekümmert, den boden ganz langsam sauber zu machen. 

ein bisschen ist unsere arbeit aber auch ein wettlauf gegen die zeit, denn am nachmittag ist starker regen angesagt. oder vielleicht auch mit der zeit, denn zu den zwei schläuchen käme dann auch noch wasser von oben?

wir reinigen die abdeckplane, den boden und die wände des beckens, stellen einen schafzaun auf, da uns ja momentan keine andere hürde vom nachbargrundstück trennt und eine lösung vermutlich nicht über nacht vom himmel fallen wird. 

und lassen das wasser einlaufen. tatsächlich fängt es an zu regnen und schon gegen vier uhr ist das becken voll genug, dass wir den zulauf aus der leitung abstellen können. von oben kommt noch genug, um die letzten paar zentimeter aufzufüllen. das anschalten der umwälzpumpe, die oberhalb des beckens im haus untergebracht ist, ist wie immer ein gewürge, mit füllen der leitung von unten mittels schlauch und abdichten mit lappen, pumpe, die nicht zuverlässig anspringt, beim zweiten versuch dann aber doch überzeugt werden kann. wir lassen den filter 36 stunden durchlaufen, das wasser ist aber schon am sonntagmorgen recht klar. jetzt können wir auch den skimmer einsetzen, der wasserstand passt, es hat genug geregnet. 

die tochter lässt es sich aber nicht nehmen, gleich mal anzubaden: 

luft 6°, wasser 14°

in den nächsten tagen wird kai nun noch den ph-wert einpegeln und wenn das wasser wärmer wird, werden wir auch damit beginnen, es zu chloren. es darf sich aber ruhi noch ein bisschen erwärmen bevor ich das erste mal reinspringe...

am sonntag ist das wetter immer noch regnerisch, ab und zu blinzelt aber auch die sonne durch. bisher haben wir noch keinen morgen auf der terrasse gefrühstückt. wir haben noch ein bisschen was zu tun, rund um das bädle und im haushalt und weil das wetter sich angeblich am nachmittag ein bisschen bessern soll, haben wir es auch nicht eilig. 

kurz nach mittag brechen wir dann in richtung westen auf, unser ziel ist das kloster schönthal und der es umgebende skulpturenpark. die fahrt ist schon ein wenig abenteuerlich, wegen eines unfalls fahren wir eine abfahrt früher von der autobahn und folgen kleinen strassen zwischen den mittellandtypischen speditionen entlang der autobahn, dann geht es in härkingen steil den berg hinauf, eine kleine passtrasse bringt uns nach langenbruck, gefühlt ans ende der welt, nur wenige kilometer von autobahn und güterumschlag entfernt. 

noch schmaler schlängelt sich das strässchen die letzten kilometer bis zum kloster entlang eines baches. am liebsten würde man sofort aussteigen und loswandern. 


als wir am klosterhof angekommen sind, beginnt es zu regnen. im innern des ehemaligen romanischen kirchenraums gibt es eine ausstellung, die wir uns deshalb zuerst anschauen, aber kaum hat der regen aufgehört, zieht es uns auf den weg den berg hinauf. (einen wegeplan und eine übersicht der ausgestellten skulpturen finden sie auf der seite des klosters)

 

ein steiler weg führt im wald den berg hinauf, teilweise über holzschwellen, auch das kunst. oben geht es über einen zauntritt (achtung: kunst, und rutschig) auf eine wiese. 


die landschaft und die natur sind mindestens so eindrücklich wie die in ihr verteilten kunstwerke. 


manches werk will im wald auch erst entdeckt werden - die wege sind klein und schmal, teilweise überwachsen. 


die ausgestellten plastiken wirken von weitem - und manchmal auch ganz von nahem: 


es regnet, es graupelt - aber wir wollen trotzdem so viel wie möglich sehen. 

das ist nun wieder eigentlich nicht kunst - oder einfach naturkunst. längst unterscheiden wir nicht mehr, der bachlauf, der weg in der wiese bieten hier alles um sich mit den ausgestellten werken zu messen.

auf dem rückweg bieten sich wieder ganz andere blicke.

zurück im klosterhof - zwischendurch hat es auch mal nicht so fest geregnet, aber wir sind dann doch ziemlich nass und froh, im trockenen im auto zu sitzen. bis eptingen reicht unsere unternehmungslust noch, wir fahren auf kleinen strässchen durch die landschaft, ist das schon jura? nicht der kanton, aber geologisch? auf jeden fall ist es wunderschön zwischen diesen hügeln und felsen. 

zuhause mit blick auf den regennassen und immer grüner werdenden garten gab es sonntagsprosecco, später eine seitan-gemüse-pfanne zu reis und erdnussauce aus von der tochter den sonntag über zubereitetem seitan. 




ich staunte im vorfeld, dass man seitan selbst machen kann, dann während der produktion wie einfach die arbeitsschritte eigentlich sind und am abend über das resultat, das sehr lecker schmeckte und in der konsistenz einer art wurst oder fleischkäse gleicht. vorrat war halt nix, weil das ganze sehr stark schrumpft, wenn die stärke ausgewaschen wird. 

fehlt noch der medienüberblick über die woche: 

ich habe das "jesus-video" von andreas eschbach ausgelesen, da merkt man an den technischen einzelheiten schon, dass das buch mehr als 20 jahre alt ist, aber die story ist gut! dann habe ich begonnen, ein sachbuch zu lesen, das allerdings recht unterhaltsam ist: "blau" von kai kupferschmidt, den ich so gerne in pandemia höre.

gehört habe ich wieder nur die üblichen podcasts, aber zur zeit mit eher weniger vergnügen. irgendwie kommt da nicht mehr viel neues. 

gesehen haben wir noch ein paar folgen von selfmade, dann sind wir direkt in die schlange eingetaucht, mit ein bisschen faszinationsekel schauen wir uns das jetzt an. den sonntagstatort mit herrn liefers fand ich unterirdisch, obwohl ich mich im vorfeld dafür eingesetzt hatte, ihn anzuschauen, ohne ansehen der person und dämlicher aktionen der vorwoche.





Samstag, 1. Mai 2021

29. und 30. april 2021 - was mir so durch den kopf geht

es ist viel los und es passiert gleichzeitig relativ wenig. pandemiebedingt. was im letzten jahr noch neu war, ist jetzt auch schon ein alter hut. am donnerstag für mich dann der erste abend, an dem sich ein zoom-meeting nahtlos an das andere anschloss: nachbesprechung des online-filzkurses zuerst, dann mitgliederversammlung der gemüsegenossenschaft. glücklicherweise hatte kai für den zweiten termin den tisch gedeckt und foccacia gebacken, so dass wir nebenbei essen, später auch noch abspülen konnten. das ist vielleicht nicht super höflich, aber da ich ganz gut zuhören und essen oder abwaschen kann und weder eine übertragung von bild noch ton von unserer seite notwendig war, ging das auch mal. abstimmen per zoom, viel gestaltungsspielraum war eh nicht, wir wunderten uns über das eine oder andere, aber vermutlich wundern sich ja auch andere über das eine oder andere, was wir so machen. im grunde genommen ist die solidarische landwirtschaft, die unsere gemüsegenossenschaft betreibt eine gute sache, es wird sehr viel ehrenamtlich gemacht, da spielen ein paar hundert franken für eine in unseren augen überflüssige idee keine rolle. 

was mir auffiel: mir fehlt das direkte zusammentreffen mit den anderen biocòs momentan eher nicht. 

überhaupt: bisher haben wir die mittlerweile schon zwei monate gewährten "freiheiten", wie museumsbesuch, einkaufen (auch in nicht-lebensmittelläden), und seit fast zwei wochen auch aussengastronomie kaum genutzt. irgendwie haben wir uns abgewöhnt, etwas mit anderen menschen zu machen. mir ist das alles auch teilweise zu kompliziert, ich müsste die exakten regeln nachlesen und dann doch vor ort wieder verhandeln, obwohl ich gar keine regeln verhandeln will, sondern einfach nur, dass sich alle dran halten. 

ein beispiel: die amtliche rauchgaskontrolle hat sich angemeldet und kommt eine halbe stunde früher als gedacht. deshalb habe ich keine maske auf, als es an der türe klingelt, wie ich das sonst mache, wenn handwerker*innen angemeldet sind, die etwas im haus erledigen sollen. ich entschuldige mich, setze eine maske auf und höre: wege mir müend sie keine ufsetze. 

ich muss aber mit der kaminfegerin in den keller hinunter und ihr die heizung zeigen. ich will eine maske tragen. sie muss, weil der chef  das so will, sagt aber ihren kunden immer, dass sie das nicht müssen. sie betrachtet das als service, dass sie niemanden dazu zwingt eine maske zu tragen. ich finde es total unnötig über eine derart unkompliziert umzusetzende vorsichtsmassnahme zu diskutieren. masken hat gerade jeder zur hand, beim einkaufen und im öv muss man sie ja auch tragen, also warum nicht auch, wenn eine handwerkerin im haus ist. es gehört für mich in der neuen normalität auch zur höflichkeit, die/den anderen und sich selbst zu schützen.

ich stelle mir kurz vor, wir würden ab sofort andere höflichkeitsfloskeln auch so behandeln. beim begrüssen würden wir nicht zuerst "grüezi" sagen, sondern dem anderen möglichst zuvorkommen mit: sie müssen mich nicht grüssen. das würde kompliziert, denn vielleicht möchte das gegenüber ja gerne einen gruss aussprechen? dann würden wir in einer diskussion festhängen, grüssen oder nichtgrüssen und am ende wüsste keiner mehr, was erwartet wird und wie man sich höflich verhält, auch wenn man mit dem gruss nicht immer meint, was man sagt. na dann lieber doch öfter mal guten tag, obwohl man dem gegenüber das aktiv gar nicht wünscht. 

sonst noch so: blümchen für den garten gekauft und auch gleich in töpfen vor dem haus und auf dem gartentisch verteilt. es regnet, und zwar ausgerechnet jetzt, wo wir eigentlich das sschwimmbädle einlassen wollten.



Freitag, 30. April 2021

12tel-blick im april 2021

und zack: frühling am 12tel-blick*.


 die birken sind tatsächlich ein kleines bisschen schneller als der restliche wald dahinter, der vor allem aus buchen besteht. das gibt natürlich einen gewissen effekt und sorgt vermutlich dafür, dass auch im nächsten monat noch eine veränderung sichtbar sein wird. ab da dann grüne hölle. 

oder wir locken mal die kühe unter die vier birken. 

draussen sind sie nämlich schon. das sind limousin-rinder, die müssen keine hörner haben. glücklicherweise hat mir das neulich jemand erklärt, bevor ich den bauer drauf ansprechen konnte. und jetzt kaufe ich noch ein bisschen lieber das fleisch direkt vom bauernhof, jetzt muss ich die hörner ja nicht mehr vermissen. hinten in der bildmitte können sie die vier birken sehen.

 im überblick sieht man erst so richtig wie grün es geworden ist.

 
*wer sich für diese fotoaktion interessiert, findet alle details dazu bei eva, die auch heuer wieder die 12tel-blicke vieler menschen sammelt, danke dafür!  


Donnerstag, 29. April 2021

28. april 2021 - es leuchtet!

 am morgen musste ich zuhause bleiben und schreibkram erledigen, nicht nur weil das endlich mal getan werden musste, sondern auch, weil der abbau des palisadenzauns an der östlichen grenze stattfinden sollte und ich dem zuständigen menschen die diversen depots, die wir bisher mit den bereits umgefallenen palisaden angelegt hatten, zum abtransport zeigen musste. nun sind sie weg, die hässlichen, baufälligen dinger und im grunde sieht es deutlich besser aus als vorher. irgendeine form von zaun werden wir aber trotzdem wieder brauchen, schon wegen des schwimmbeckens. eine notlösung ist vorbereitet. 

gegen elf brachte der "gärtner" eine erste fuhre holz weg - und ich war sicher, dass er den rest alleine erledigen konnte, nachdem ich das ansinnen, das anfallende efeu über unsere grünguttonne zu entsorgen weit genug von mir gewiesen hatte. mengenkongruenz grüngut kann ich mittlerweile und das hätte nie und nimmer in eine tonne gepasst.

in der werkstatt gelang es mir, die gestern begonnene wabenkugel tatsächlich fertigzustellen, das aufräumen vor dem freitag verschob ich auf morgen. 

gegen zwei war ich wieder zurück und wärmte mir zum verspäteten mittagessen einen rest nudeln mit spargeln. das wetter war deutlich besser als angesagt, nach einem wirklich kleinen schauer am morgen schien wieder die sonne und der garten lockte, zum draussensitzen und lesen und zum schauen und herumwerkeln. die wassertonne musste geleert und dabei gleich ein bisschen geputzt werden, vielleicht kommt ja wirklich neues wasser in form von regen... und die terrasse habe ich ein bisschen aufgeräumt, die bisher nicht gemähte hälfte der wiese noch kurz gemäht, denn regen heisst auch wachsendes gras. 

gegen halb sechs wurde es dann aber ungemütlich und das wetter schlug mit einem windstoss um. drinnen gab es auch noch was zu tun, die tochter buk pfannkuchen, kai kam nach hause und bei schon ziemlich fortgeschrittener dämmerung war das wabenobjekt vom morgen getrocknet und konnte beleuchtet werden, voilà: 

aufhängung und befestigung der beleuchtung sind alles andere als perfekt, aber einerseits musste es ja mit bordmitteln erledigt werden und andererseits war es auch ein wettlauf gegen die zeit, denn es war ja schon fast dunkel!

Mittwoch, 28. April 2021

27. april 2021 - mal wieder ausführliches tagebuchbloggen

 vormittags in der werkstatt an den wabenstrukturen vom wochenende weitergearbeitet. ziel ist ein leuchtobjekt, etwas grösser als die bisher ausprobierten, sowohl hinsichtlich der reinen ausdehnung als auch was die anzahl der "waben" angeht. am morgen habe ich knapp noch ans dunkle material für die schablonen gedacht, die müssen zuerst in grosser zahl hergestellt werden. dann geht es ans auslegen, auch das dauert bei neun lagen ziemlich lange. und dann filzt die verwendete wolle ziemlich schlecht. das war ein gehüteter schatz vom vorigen jahr, als ich zuletzt vor ort wolle in deutschland wolle gekauft habe. vielleicht hätte ich sie vorher ausprobieren sollen. jetzt hilft nur noch geduld und jede verbindung einzeln anreiben. 

aber nicht mehr heute - um zwölf packe ich meine sachen zusammen und steuere mit dem veloanhänger den supermarkt an, für den wocheneinkauf. dort ist es angenehm leer, so leer, dass der filialleiter mit seinen mitarbeiterinnen zielvereinbarungsgespräche vor dem eierregal führt. naja. immerhin macht er das auf eine recht angenehme art. ich errette, zusätzlich zu den üblichen einkäufen, zwei margueriten-pflanzen, die ohne blüten nur die hälfte kosten. 

zuhause räume ich die einkäufe auf und suche mir von den vielen resten der letzten tage etwas zum mittagessen aus: kartoffelsalat und avocado mit zitrone und salz. später ist kai mit seiner über-mittag-sitzung fertig und wir trinken gemeinsam kaffee. er geht spazieren, ich bleibe im garten und lese und kruschtele ein wenig herum. bis mich die freundin um drei uhr zum spaziergang abholt. wir gehen eine grosse runde, sie ist begeistert von "unserem" wald und den spaziermöglichkeiten. 

gegen fünf sind wir wieder zurück. ich lege eine kleine pause ein und stelle dann das bügelbrett auf um die wöchentliche portion wäsche zu bügeln. dabei telefoniere ich mit meiner mutter und kai kocht das abendessen, das wir dann sogar noch draussen essen können: krautstielrisotto. wir sitzen noch ein wenig im garten, erst nach acht wird es kühler und wir ziehen nach drinnen um.

die tochter kommt spät von einem coiffeurtermin - sie hat sich von einer lernenden die haare schneiden lassen und das geht länger, kostet dafür fast nichts. jetzt muss sie noch eine torte fertigmachen, die sie für den geburtstag einer arbeitskollegin schon gestern gebacken hat. kai und ich schauen noch ein wenig serie, bis er um zehn mit einem kollegen verabredet ist und ich ins bett gehe.

Dienstag, 27. April 2021

26. april 2021 - montag eben

 einerseits war der montag wieder angefüllt mit einer abfolge von erledigungen, andererseits sass ich auch lange genug mit buch draussen, dass ich mich frage, wovon ich am abend so müde war, dass ich beinahe den mixed media kurs nicht überlebt hätte. 

das wetter ist so trocken, dass ich jetzt jeden tag das neu eingepflanzte beet bewässern muss. aber diese woche soll es noch regnen.


Montag, 26. April 2021

24. und 25. april 2021 - frühlingsfilzwochenende

eigentlich wäre ich dieses wochenende gar nicht zuhause, sondern in einem kleinen biohotel in den bergen gewesen. wie so vieles konnte aber auch dieses kurswochenende der filzszene wegen der pandemie nicht durchgeführt werden. jedenfalls nicht so, wie geplant. anstattdessen hatte die kursverantwortliche eine alternative gefunden: sieben frauen der filzszene haben an einem online-filzkurs teilgenommen - will heissen, wir haben uns am samstag und sonntag für drei stunden auf zoom getroffen, um jeweils nach einer einführung am thema wabenstrukturen zu arbeiten. die kursleiterin war dagmar binder, die nicht nur diesen, sondern auch andere onlinekurse anbietet. 

ich war mit meinen filzsachen aus der werkstatt nach hause umgezogen, wegen der internetverbindung und konnte so einmal im wohnzimmer und einmal in der küche arbeiten, jeweils an einem eigens dafür aufgestellten tisch. 

am samstag folgte ich brav dem vorgeschlagenen weg und es entstand eine luftige wabenkugel in weiss mit blauen rändern: 


 am sonntag wagte ich mich auf unbekanntes terrain und wollte etwas getrepptes, gewendeltes, spiraliges versuchen und ... bin daran ein wenig gescheitert. 

nicht in technischer hinsicht. da hat alles nach anleitung wunderbar funktioniert und es sind schöne waben entstanden die sich gegenseitig farblich durchdingen und beeinflussen. 

aber leider in planung und durchdenken des ganzen unternehmens: einerseits zu wenig kammern (weil ich mich verzählt hatte ist das objekt einseitig), andererseits viel zu viele, die dadurch keinen platz haben, sich gleichmässig zu entfalten, weil sie alle einen bezug zum mittelpunkt haben. jetzt habe ich zwar kein gelungenes objekt vorzuweisen, aber dafür eine menge über die strukturen gelernt. und den kopf voller ideen, was ich in der kommenden woche alles ausprobieren könnte. 

auf das weiterarbeiten am nachmittag habe ich jeweils verzichtet - draussen im garten gab es halt auch noch genug zu tun - kai hat den fledermauskasten, den er mir zu ostern gebastelt hat, aufgehängt, das bädle zum wassereinlassen vorbereitet, ein bisschen die hausfassade geputzt und sonst allerlei gewerkelt, ich habe die terrasse sauber und wohnlich gemacht, tomaten pikiert, verschiedene sommerblühende knollen gesetzt und auch sonst hier und da hand angelegt. 

am samstag gab es cordon-bleu mit kartoffelsalat und der mittlere sohn kam zum abendessen vorbei, am sonntag grünen spargel zu nudeln - ob ich im hotel wirklich besser gegessen hätte, wage ich noch zu bezweifeln. 


medienrückschau (letzte woche vergessen, ich versuche es aber zusammenzubringen): 

gelesen: 

william faulkner, go down moses

andreas eschbach, das jesus-video

gehört: 

nur die üblichen podcasts

gesehen: 

selfmade (serie auf netflix) 

per im  glück

jan hus (tschechischer zweiteiler, den wir abbrachen, weil langweilig gemacht und schrecklich gespielt)


Samstag, 24. April 2021

23. april 2021 - freitag halt

morgens haushalt, über mittag zeit, ein bisschen in der sonne zu lesen und nachmittags offene werkstatt, in der gerade ein zweites geflochten&gefilztes sitzkissen entsteht. 

am späten nachmittag schon nach hause, um im garten in der sonne zu sitzen. zum abendessen pommes mit fancy käsesauce und rohkost (salat war aus). 

mehr nicht. 

im garten gibt es zur zeit viel zu sehen (vielleicht liegt es auch daran, dass wir nicht mehr so viel arbeiten müssen): verschiedene vögel - rotkehlchen, mönchsgrasmücke, blau- und kohlmeisen, der kleiber und andere sind fleissig unterwegs und sammeln teilweise noch nistmaterial. die glyzinie blüht fast. die erbsen keimen endlich. 


Freitag, 23. April 2021

22. april 2021 - nur pandemisches

unauffälliger tag. mein arm tut ein bisschen weh und am nachmittag habe ich eine stunde geschlafen, was aber auch daran liegen kann, dass ich noch immer wie in den ferien zu bett gehe, aber alltagsmässig aufstehe.

zwei dinge herausgefunden: 

- der bundesrat hat die richtwerte für verschärfungen der pandemiemassnahmen "angepasst", will heissen, so nach oben geschraubt, dass die steigenden ansteckungszahlen und krankenhauseintritte noch unter die eingezogene decke passen. 

- baden-württemberg erlaubt seit montag vollständig geimpften die einreise (und rückreise aus einem hochinzidenzgebiet)  ohne quarantäne. wenn nichts grandioses dazwischenkommt, so in der preislage virusvariante, werden wir irgendwann ab anfang, mitte juni die familie im ländle wieder mal sehen/einladen können.

Donnerstag, 22. April 2021

21. april 2021 - so verrückt auch wieder nicht.

 produktiver, wenn auch nicht filziger vormittag in der werkstatt.

der verrückte korb wuchs in die höhe! 

die anleitung (shereen laplantz, the mad weave book) ist nicht nur präzise und sehr gut nachzuvollziehen, sondern liess mich auch das eine oder andere mal schmunzeln: "ignore the mess around you an weave" ist aufs werkstück bezogen natürlich einfach hilfreich, denn gerade zu beginn gibt es da unzählige stränge, die im weg sind und man muss sich schon sehr auf das wesentliche konzentrieren - aber es taugt vermutlich auch als allgemeine lebens- oder zumindest werkstattmaxime! 

noch so eine weisheit fand ich bei der suche nach einem randabschluss (die ist übrigens noch nicht zu ende...), hier rät shereen: fake it! i believe fake is the most important basketry technique you`ll ever learn. 

bei der ganzen aktion wurde mir aber auch immer klarer, wie weit ich mit diesem ersten probestück in papier eigentlich noch von einer umsetzung  in filz entfernt bin. ich habe ein fitzelchen einer idee, wo ich anfangen könnte, das dreiachsige geflecht auch aus vorfilzstreifen herzustellen und dann später zu verfestigen, aber aufgrund der so ganz anderen arbeitsweise mit dem weichen material muss ich die kompletten vorgänge ganz neu denken. aber das habe ich ja schon bei den einfachen rechtwinkligen und den schräg geflochtenen flächen und behältern getan, warum also nicht auch hier? der anfang ist jedenfalls gemacht, und das flechten selbst macht mir schon genug spass, dass es sich auf jeden fall lohnt, da dran zu bleiben. 

mittags nach hause, schon wieder niemand da. also habe ich mir brote geschmiert und mich damit auf die terrasse gesetzt, mit einem buch. zwischendurch kamen immer wieder wolken, dann wurde es jeweils kühl. diese pausen nutzte ich, um eine wenig im garten und haus herumzuwerkeln, aber im wesentlichen genoss ich die sonne, bis ich zur impfung aufbrechen musste. 

weil kai etwa gleichzeitig an einem anderen, entfernteren ort einen impftermin hatte, nahm ich das e-velo für die anreise. geimpft wurde ich in einem ausgedienten gebäude einer grossen klinik, nebenan entsteht schon der neubau, weswegen der weg auch ein wenig einem labyrinth glich. die prozedur fühlte sich dann, bedingt durch die umgebung, eher nach reihenuntersuchung vor dem eintritt in den landesdienst im jahr 1995 an als nach einem epochalen ereignis, ich war auch viel zu sehr von dem "bitte hier entlang", "hier noch einen moment warten" und "jetzt noch bitte 15 minuten hier sitzen bleiben" in anspruch genommen, als dass ich angemessen gerührt hätte sein können. aber he, geimpft! 

und prompt verkündete der bundesrat die weiteren schritte aus der pandemie. und die hängen sich hier in der schweiz nun mehr oder weniger komplett am fortschritt der impfungen auf. klar war wieder überall die rede von "privilegien für geimpfte".  ein schönes beispiel für verwirrendes wording: wer geimpft ist (oder an corona erkrankt war oder einen test gemacht hat) kann das normale leben wieder aufnehmen, wer nicht bereit ist, sich impfen oder testen zu lassen, wird das nicht im gleichen umfang wieder tun können, damit der rest der bevölkerung geschützt ist. wenn die aussicht darauf mehr menschen dazu bringt, sich impfen zu lassen, auch wenn sie dies für sich selbst nicht als notwendig sehen, dann soll mir das nur recht sein. 

zuhause gab es einen schluck prosecco auf die impfung, dann machte die tochter bärlauchpesto zu tortiglioni. diverse hausarbeiten, dann sofa und das ende von "per im glück" einem bille august-film geschaut.



Mittwoch, 21. April 2021

20. april 2021 - kontruktive arbeit

 es geht weiter mit dem verrückten gewebe... 

ich habe mir ein hilfsmittel gebastelt, um die dritte flechtrichtung besser einziehen zu können - in der englischen anleitung heisst diese flechtrichtung "lace".


brav habe ich, wie im buch empfohlen, zuerst einmal verschiedene flache gewebe hergestellt. jetzt allerdings soll es in die höhe gehen, hier ist alles vorbereitet, der boden fixiert, morgen geht es los.

zu mittag nach hause, kai war aber schon weg, er ist diese woche ungewöhnlich oft unterwegs. ich ass also alleine, machte die einkaufsliste fertig und radelte zum supermarkt und anschliessend zum gemüsedepot. als ich zuhause ankam, kam gerade auch kai um die ecke. 

endlich wieder einmal kaffee im garten! ich blieb dann gleich noch und topfte die peperoni-setzlinge um, ich könnte wieder mal einige abgeben. (man darf sich gerne melden, wenn man in der nähe wohnt und interesse hat. abholung hier oder im öderlin-areal, es kommen dann auch noch tomaten)

später noch: gartenhag (die fortsetzung) und bügeln, pizza und vorstandssitzung filzszene. da arbeiten wir mittlerweile wirklich konzentriert zusammen, obwohl wir uns seit einer ewigkeit nicht mehr real gesehen haben. und trotzdem kommt der spass nicht zu kurz!


Dienstag, 20. April 2021

19. april 2021 - bildnerisches gestalten

der start in den alltag fiel ein wenig anstrengend aus, ich hatte aber auch reichlich in den tag gepackt.

morgens in der werkstatt war ich zuerst noch auf der suche nach etwas, was mich in der nächsten zeit beschäftigen könnte (ein auftrag kommt, ist aber noch nicht ganz definiert, anmeldungen zur offenen werkstatt gibt es auch, aber immerhin sind hier im aargau ja auch noch ferien) und entschied mich dann, mich endlich mal um das thema "mad" oder triaxial weave zu kümmern. dabei geht es um ein traditionelles geflecht, das vor allem im asiatischen raum verbreitet ist und mit drei flechtrichtungen ein besonders stabiles ergebnis ergibt. ich habe mich schon mehrmals damit beschäftigt, bin aber nie bis zu einer umsetzung in filz gelangt, vielleicht wird es ja diesmal klappen. ich habe mittlerweile auch deutlich mehr hinweise und literatur zum thema angesammelt. 

zum mittagessen nach hause, anschliessend spaziergang, kaffee und eine fahrt zur physiotherapie. dort beharrte ich wie immer auf dem aufbehalten der maske, wenn die tochter mit maske turnen kann, dann werde ich mich wohl mit maske massieren lassen können. in innenräumen nie ohne maske, davon möchte ich erst mal noch nicht abweichen. 

der rest des nachmittags war dann der ordnung und sauberkeit in der küche gewidmet, ich habe alle überwinterungsgäste und setzlinge an die frische luft gesetzt, irgendwann  müssen die das auch lernen. die leeren fensterbretter lassen die küche in einem ganz anderen licht erstrahlen. die tochter kam nach hause, die nachbarin schaute kurz an der haustüre vorbei - es geht um die fällige umgestaltung der ostgrenze, die sich aufgrund trilateraler gespräche etwas schwierig darstellt.

nach dem küchenputzen ging es gleich weiter mit kochen, es gab selleriesuppe und die kochzeit des sellerie mir die gelegenheit, einen tisch ins wohnzimmer zu stellen, ich wollte die anstehende mixed media session zum thema bäume mit blick auf die vegetation am ende des gartens verbringen. vorher gab es aber noch abendessen, dann zeichnen und malen, weniger mixed media bei mir. am ende war mir alles zu gegenständlich.

bleistiftzeichnung nach der natur, später koloriert mit aquarellfarben.

hier der umgekehrte weg: zuerst mit aquarellfarben auf gessogrund farbfläche aufgetragen, dann mit dem bleistift und acrylfarben den baum herausgearbeitet.


Montag, 19. April 2021

18. april 2021 - sonntag zwischen ferien und normal

 die ferienwoche war auch eine blogfreie woche, und ich fand das, je länger, je besser. zu anfang überlegte ich noch, ob ich texte vorschreiben und die passenden bilder heraussuchen und so die einzelnen blogposts offline vorbereiten sollte. vermutlich wäre es sogar möglich gewesen, die posts tagesaktuell zu veröffentlichen. ich habe mich dann aber dagegen entschieden und wollte lieber eine blogpause einlegen. dafür habe ich dann heute einen langen vormittag gebraucht, um die ferienwoche in text und bild festzuhalten. denn wieder zurück zum unregelmässigen bloggen möchte ich auch nicht. 

zwischendurch gab es osterhasenrestenkuchen, den die tochter gebacken hatte, weil sie von zwei kirchgemeinden jeweils einen riesigen hasen für ihrer ministrantinnendienste bekommen hat. 

rührteig mit schokstückchen und gehackten mandeln, auf dem nach einer kurzen abkühlzeit der kopf eines osterhasen schmelzen durfte.

später ging ich noch in den garten - richtig viel ist da während der auch hier im aargau kühlen ferienwoche glücklicherweise nicht passiert, aber auf der wiese sind die meisten primeln nun abgeblüht und ich konnte wenigstens die stellen mähen, an denen das gras und der klee schon grenzwertig hoch standen. ausserdem wächst in den noch nicht wieder vollständig eingepflanzten beeten reichlich unerwünschtes. dann lag noch ein test holz zum sägen herum, der ist jetzt auch aufgestapelt. das wetter drängt noch nicht zum herrichten der sitzplätze, aber vielleicht wird es ja in der kommenden woche ein wenig besser. 

gänseblümchen, aus der wiese gerettet, vor dem abmähen.


Sonntag, 18. April 2021

10. bis 17. april 2021 - ferien vom corona-alltag

das ferienhaus.

bereits im januar hatte ich für die frühlingsferien eine ferienunterkunft gesucht und gefunden und mir damit einen traum erfüllt: ferien im baudenkmal. die gleichnamige stiftung unterhält und vermittelt eine ganze reihe von häusern mit geschichte, die vom verfall oder abriss bedroht, sanft restauriert nun als ferienunterkunft dienen und so zur erhaltung wertvoller zeitzeugen beitragen. 

so hatten wir die gelegenheit eine woche in einem haus zu leben, das bereits im spätmittelalter an dieser stelle stand, unter - laut dendrochronologischen untersuchungen - originalen, zwischen september 1450 und april 1451 geschlagenen firstbalken zu schlafen und über die ebenso alte schwelle zu gehen. das haus wird allerdings schwerlich schon vor 570 jahren so ausgesehen haben, wie es sich nun präsentiert. ganz abgesehen von der renovierung in 2014 dürften die den gesamtanblick prägenden fenster keine zweihundert jahre alt sein. am ehesten geben noch die geschwärzten balken der rauchküche eine eindruck von der ganz frühen zeit des hauses. 


innen ist das haus tatsächlich sanft modernisiert - in das ganz alte ist stimmig eine moderne küche, ein bad und eine holzfeuerung eingebaut, die auch das warmwasser liefert. man schläft und isst in niedrigen stuben und wenn man möchte (wir wollten!) kann man auf einem holzbefeuerten herd kochen (nicht auf einer offenen feuerstelle mit der das haus vermutlich zur zeit der erbauung ausgestattet war). einen spannenden kontrast bieten die möbel, fast alles designklassiker aus schweizer werkstätten. 

zum hören: ein beitrag des srf-radio über das haus

die ferienwoche.

das wetter für die ferienwoche war leider nicht so optimal vorausgesagt, stellte sich im nachhinein als gar nicht so schlecht heraus. 

am anfahrtstag war es warm und schön, und wir nutzten die fahrt entlang des vierwaldstätter sees zu einem abstecher an die tellskapelle. auf der hinfahrt und für die ersten ferientage begleiteten uns neben der tochter auch noch der mittlere sohn mit seiner freundin.



in der ferienunterkunft angekommen zogen wir nach der verteilung der zimmer und einem ersten kaffee los um ein wenig die gegend zu erkunden. dabei fielen uns die gämsen auf, die wenig scheu teilweise bis auf den talgrund herunter kamen, um zu grasen. 

die beiden haben wir aber im brunnital fotografiert - auf um die tausend meter herrschte noch mehr oder weniger spätwinter. 

alp äsch mit blick auf das bödmerenstöckli in richtung klausenpass

am sonntag nutzten wir das immer noch warme wetter zu einer wanderung auf die alp äsch. auf dem weg dorthin stapften wir nicht nur teilweise noch durch recht tiefen schnee, sondern überquerten auch einen lawinenkegel. ohne andere spaziergänger und die ermutigung durch einen einheimischen hätten wir das vielleicht nicht gemacht. 

weiter unten im tal blühten auf den wiesen schon erste krokusse. 

und es war noch so warm, dass wir am spätnachmittag auf vor dem haus sitzen konnten und zuschauen, wie sich die wolken um den ruchen versammelten. 

am montagmorgen war dann das schlechte wetter da. beim ersten blick aus dem fenster regnete es noch, am vormittag ging der regen dann allmählich in schnee über und es wurde immer kälter. da störte es nicht, dass wir zuerst einkaufen mussten und dazu den dorfladen erkunden. 


später drehten wir noch eine runde durch das dorf, und schauten, wie die wege und wiesen samt frühlingsblumen immer mehr im schnee versanken. wir besuchten den friedhof und die dorfkirche und stellten fest, dass es nur wenige familiennamen auf den gräbern gab. all zu lange wollten wir aber nicht draussen bleiben, dafür blieb genügend zeit zum feuern und einen ersten kochversuch auf dem holzherd mit einem leckeren risotto.

der dienstag lockte uns mit ein klein wenig sonne nach draussen. 

also schnürten wir wieder die wanderschuhe und stiegen den südhang über dem dorf hoch, ohne konkretes ziel. die wiesen über dem schächental sind steil, aber überall hat es kleine bergbauernhöfe und auch die notwendigen wege dazu. 

und überall viel wasser.

unterwegs entdeckten wir eine kleine walfahrtskapelle, die wir zum ziel und platz für ein kleine unterwegsverpflegung erklärten. 



unter dem vordach der kapelle zeichen der dankbarkeit und volksfrömmigkeit. 

zurück nahmen wir den weg über die passstrasse, die auf den klausen führt. der pass ist noch bis anfang juni gesperrt und dementsprechend wenig befahren. auch das posthotel ist bis dahin - oder noch länger - geschlossen. 

mittlerweile hatte es wieder zu schneien begonnen, ab und zu kam auch noch die sonne heraus, richtiges aprilwetter also, nur in winterlich. 

die beste wetterprognose hatte der mittwoch, und tatsächlich hatte der ruchen morgens nicht nur keine wolken, sondern sogar schon sonne auf der ostflanke.


 unser plan für den tag: göndeli fahren. der kanton uri rühmt sich der höchsten dichte an bergbahnen in der schweiz und tatsächlich hätte es rund um das dorf unterschächen auch etliche solcher kleinen luftseilbahnen gegeben, aber leider fahren davon kaum welche im april, wenn in der zwischensaison keine skifahrer mehr zu erwarten sind und die alpen noch tief verschneit. nur die von spiringen auf die oder das ratzi stand zur auswahl und die nahmen wir dann auch. 

nicht ohne hindernisse. die kleinen göndeli mit einem fassungsvermögen von acht personen kann man selbst mit hilfe eine jetons, den man im dorfladen nebenan kauft, in gang setzen. jedenfalls dann, wenn die tür der oberen gondel sorgfältig geschlossen wurde. und niemand an einem pfostenhalt den notknopf gedrückt hat. dann bewegt sich nämlich gar nichts mehr. aber auch dieses problem wurde gelöst und so konnten wir nach einer stunde bangem warten nach oben schweben, endlich. 

unser göndeli fuhr schnell wieder hinunter, die schulkinder abholen, die auf diesem weg bis zu entlegenen bauernhöfen nach  hause kommen. 

leider hatten wir die schönste zeit des tages an der talstation verwartet, der himmel begann sich bereits wieder einzutrüben als wir oben waren. und leider konnten wir oben nur eine runde laufen, denn die nächst erreichbare bergstation wurde wegen revisionsarbeiten nicht bedient. 


und am ende mussten wir uns ein bisschen beeilen, denn für den spätnachmittag hatten sich der ältere sohn mit freundin angesagt. der kam dann auch gerade am ferienhaus an, als wir am kaffee sassen. 


volles haus und gerstensuppe für alle vom holzherd. 

die fahrt mit der bergbahn klappte am donnerstag dann schon wesentlich routinierter und diesmal liefen wir, mit zwei autos ausgestattet, eine strecke, nämlich vom ratzi zurück nach unterschächen. 

mehr natur, mehr noch kleinere, noch abgelegenere bergbauernhöfe, aber auch ferienhäuschen sahen wir unterwegs. rast machten wir wieder an der kleinen walfahrtskapelle, bevor wir, abermals auf der passtrasse, zurück ins dorf gelangten. zwei mitreisende wurden nach flüelen auf den zug chauffiert und dabei das eine auto von spiringen wieder zurück gebracht, später kam es mir recht leer vor im ferienhaus. 

und auch die "zweite besetzung" hatte noch wetterglück, auch der freitag wurde wieder schön sonnig und lockte uns noch einmal ins brunnital, diesmal ein wenig weiter den berg hinauf, bis zur unteren lauwi, wo wir vor einer berghütte auf dem privaten bänkle rast machen durften und noch details zur landschaft erfuhren. nämlich dass mit einer lauwi die lawine gemeint ist, die das haus, vor dem wir sassen, einmal erwischt hatte, worauf es an einer geschützteren stelle wieder aufgebaut wurde. darauf hingewiesen sahen wir auch die beiden einzigen älteren bäume, die die lawine verschont hatte  und darum herum den jungwald, der seither gewachsen ist.

auch dieser weg war noch sehr verschneit, aber das brunnital dadurch auch recht einsam, nur vereinzelte skitourenfahrer kamen immer mal wieder vorbei. 

und wieder konnten wir am nachmittag noch vor dem haus in der sonne sitzen, so warm wie am sonntag wurde es allerdings nicht mehr. drinnen gab es später noch zum abschluss käsefondue aus verschiedenenen alpkäsen. 

corona. 

ferien vom corona-alltag habe ich den blogpost überschrieben und das waren die tage im schächental  tatsächlich. auch wenn wir vor der abreise noch kräftig mit unserem entschluss zu reisen gehadert haben. denn ausgerechnet auf unsere ferienwoche zu stiegen die coronafallzahlen im kanton uri in die höhe (und nicht nur ein bisschen...), ausgerechnet in dem kanton, in dem im schweizer vergleich am meisten geimpft wird. 

dazu kam die für den anreisesamstag für altdorf angesagte demonstration der coronamassnahmengegner. die war zwar vom kanton verboten und auch von den veranstaltern abgesagt worden, aber wie nicht anders zu erwarten, gab es natürlich trotzdem ein paar unberirrbare, die am samstag vor dem tellsdenkmal aufliefen. und dadurch bedingt auch polizeikontrollen und umleitungen, die uns einmal um altdorf herum fahren liessen, um ins schächental zu gelangen. für den rest der ferienwoche mieden wir den hauptort des kantons. 

natürlich trägt man auch im urkanton maske und beachtet die coronamassnahmen, aber vor allem dort, wo es klar vorgeschrieben ist, also im laden zum beispiel. ansonsten eher weniger. dafür dann halt wir. die auch ansonsten vor allem unter uns blieben und die kontakte gering hielten. insofern blieb die gesamtsituation schon im hinterkopf. auch als wir innerhalb von zwei tagen alle drei einen impftermin per sms mitgeteilt bekamen. die tochter, kai und ich werden in der kommenden woche alle geimpft, zwar an verschiedenen orten und zu verschiedenen zeiten, aber das bisschen zusatzaufwand ist es uns wert. 

die grösste ausnahme vom coronalltag war aber das zusammensein mit so vielen menschen für ein paar tage unter einem dach. vor dem gemeinsamen start gab es selbsttests und auch wenn wir uns dessen bewusst sind, dass das keine sicherheit bietet, ein bisschen mehr freiheit erlauben die dann doch. und ansonsten waren wir halt für ein paar tage eine schicksalsgemeinschaft, auch ermöglicht, weil wir uns alle gut genug kennen, um zu wissen, wie die jeweils anderen ticken. 

ein bisschen wurden unsere nerven dann auch am freitag auf die probe gestellt, als eine/r von uns vom contacttracing zum schnelltest geschickt wurde. auch wenn klar war, dass der kontakt allenfalls flüchtig, sehr wahrscheinlich immer geschützt durch eine maske stattgefunden hatte, atmeten alle auf, als das testergebnis negativ war. zumindest beruflich sind wir halt alle mehr oder weniger kontakten ausgesetzt, die wir nicht immer vermeiden können. schade war es, dass wir dadurch nicht alle gemeinsam die schöne wanderung ins brunnital unternehmen konnten und dass ich fast vergessen habe, fotos zu machen. aber an diese woche werden wir noch einige zeit zurückdenken, hoffentlich weiterhin positiv. 

noch was: zeichnungskürsli. 

kai hatte mir das zeichnungskürsli zum frühstück von der elysiummanufaktur geschenkt und ich hatte es auf die ferienwoche terminiert. zwischendurch haderte ich mit dieser entscheidung, denn morgens vor dem frühstück war es viel zu kalt, um das durchzuziehen, beim frühstück ging nicht, weil planungsphase mit vielen menschen und danach wollten wir meistens losziehen und nach draussen. darum wurde es ab und zu nachmittag, bis ich mit meinem werk fertig war, aber meist war genug zeit auch dann noch. und immer noch "nach" dem zmorgen. 


 jetzt musste ich noch ein bisschen überlegen, ob ich das eigentlich wirklich zeigen darf, will, soll. aber sie kennen jetzt weder die reihenfolge, noch die aufgabe, von der ich oft genug kreativ abgewichen bin,  und wenn es sie wirklich interessiert, wie diese komischen bilder zustande gekommen sind und ob sie das nicht viel besser können wie ich, dann kann ich ihnen das kürsli nur wärmstens empfehlen.