Donnerstag, 22. Oktober 2020

21. oktober 2020 - fröhlicher filz

 heute starteten die kinderfilznachmittage für das schuljahr 20/21 in der primarschule. ich bin seit vielen jahren zwischen den herbst- und den frühlingsferien etwa einmal im monat mit diesem angebot zu gast im raum für textiles werken. bis zu acht kinder können teilnehmen, sozusagen ein ergänzendes angebot an die kinder, die im normalen werkunterricht nicht genug bekommen können. 

zwei termine im frühjahr des vergangenen schuljahrs sind dem corona-lockdown zum opfer gefallen und bevor ich in der ja nun wieder eher angespannten lage mit dem angebot startete, beriet ich mich mit der schulleitung und den lehrerinnen, die hier sonst unterrichten. ich erhielt umgehend grünes licht, anmeldungen waren auch da und so konnte ich mich gestern mit fünf kindern zum filzen treffen. 


natürlich nicht ohne schutzkonzept: in diesem fall trage ich die ganze zeit im raum eine maske, die fenster und wenn möglich auch die türe bleiben offen und alle tische, die ich nicht brauchte, habe ich an den rand geschoben, um nicht nur für jedes kind einen eigenen tisch zu haben, sondern auch noch viel platz dazwischen. worauf ich verzichtete war die plexiglasscheibe auf dem lehrerpult, in einer vollen klasse ist das bestimmt eine gute sache, aber ich konnte ja meine tische so stellen, dass die kinder mein vorzeigen vom platz mit abstand sehen konnten und für bestimmte handgriffe muss ich sowieso zu den kindern hingehen. 

die kinder waren zu beginn sehr ruhig - ein bisschen musste ich ja auch noch die geänderten regeln (kein gemeinsames zvieri, material portioniert anstatt materialausgabe - das war es dann auch schon an zusätzlichem) erklären, aber mit der zeit kam auch ein bisschen unbeschwertere stimmung auf. 

nur ein kind wollte augen an sein "etui mit gesicht" haben.

alle profitierten von der recht kleinen gruppe, denn am ende blieb uns fast eine ganze stunde übrig für eigene experimente. drei kinder wiederholten in einer kleineren form das etui, ein kind filzte flächen und eines versah sein etui mit armen. nicht alles konnte ich fotografisch einfangen, manches durfte ich auch nicht, denn - man darf staunen - die gelegenheit wurde gleich genutzt, um geschenke anzufertigen.

am ende gingen alle zufrieden nach hause - ich war zuvor ganz schön aufgeregt gewesen: wie haben sich die kinder verändert? wie wirkt es sich aus, dass wir wirklich so wenig kontakt wie möglich haben sollen und die kinder das auch wissen, aber vielleicht vergessen könnten? (eines der mädchen hatte ich teilweise noch im vergangenen jahr auf dem schoss, um ihr dinge zu zeigen...) und ist das überhaupt eine gute idee, jetzt dieses angebot zu machen, wo die fallzahlen so in die höhe schiessen? 

letztere frage werde ich wohl kaum beantworten können (ausser im schlimmsten fall, der hoffentlich bitte nicht eintritt) und auch auf die ersten fragen blieb es bei einem eindruck, der mich aber darin bestätigte, was der schulleiter mir gesagt hatte: die kinder brauchen ein bisschen normalität und wenn wir uns gemeinsam mühe geben und das beachten, was wir über die pandemie gelernt haben, können wir ihnen ein stück davon geben. ich bin froh, dass das auch an anderen orten mit der nötigen vorsicht geschieht

nun werden wir sehen, wie es weitergeht. mit den filznachmittagen, aber auch ganz allgemein. 


Mittwoch, 21. Oktober 2020

20.10. 2020 - i never promised you a rose garden...

am morgen habe ich nach blogpost und sonstigen morgendlichen pflichten zuerst meiner mutter zum geburtstag gratuliert und ein wenig mit ihr geplaudert. eigentlich hätte ich sie besuchen wollen, aber die momentanen coronafallzahlen und unser abenteuer im frühjahr hatten uns aber davon überzeugt, dass ich das nicht noch ein zweites mal machen muss.

dann nahm der tag fahrt auf: telefon mit einer auftraggeberin für einen filznachmittag am samstag über schutzkonzept und durchführung, werkstatt und lange aufgeschobenes ausprobieren der idee für den anlass am samstag. zum mittagessen nudelsuppe zuhause und zum dessert ein vermicelles vom bäcker. (vermicelles sind doch eigentlich immer maronenpüree auf merinque mit schlagrahm? bei unserem bäcker ist unter der maronenpaste eine vanillecreme im mürbteigboden. schmeckt so naja.) 

nach dem mittag war es immer noch nicht richtig golden draussen, aber immerhin warm, so dass ich mir fleecepullover, mütze und stiefel für die gartenarbeit anzog. den fleecepullover brauchte ich dann doch nicht und die mütze nur um die haare zusammenzuhalten (nächsten dienstag endlich coiffeusentermin!) 

ich leerte reichlich töpfe: 

und füllte das am samstag gerodete beet neu mit pflanzen: 

am oberen rand brachte ich alle im garten zusammengesammelten rosenstöcke unter - schade nur, dass ich mir nicht gemerkt habe, welche in welcher farbe blüht, es bleibt also ein wenig experimentell. es sind aber wirklich richtig viele rosen, unterschiedliche sorten auch und ich hoffe sehr, dass die meisten die umpflanzaktion überleben werden und am neuen standort/im von allerhand anderen gestrüpp befreiten beet so richtig aufblühen werden. (haha, wortspiel! überflüssig zu sagen, dass ich natürlich beim pflanzen "i never promised you a rose garden" vor mich hin trällern musste) die rosen werden begleitet von einem feigenstrauch, johanniskraut, einer echinacea, einer bauernhortensie und einer malve. einige kleinere töpfe müssen noch auf ihren endgültigen platz warten, irgendwann war einfach genug. 


 schlauerweise hatte ich das chaos um das andere neu gestaltete beet gleich zu anfang beseitigt, so sieht es um die terrasse herum aus.

ich musste nämlich auch noch kurz das gemüse holen und bügeln. kai hatte mir zwar hilfe angeboten, kam aber nicht vom schreibtisch/telefon weg und immerhin war ich nicht auch noch für das abendessen zuständig. hier kredenzte die tochter kürbissuppe. 

ich beendete den körper des raglanpullovers mit einem i-cord-abschluss, den grösseren teil aber schon zu tagesschau, brennpunkt und serie. 

gehört: neue pandemia-folge über die pocken, kafi am freitag

gesehen: granhotel


Dienstag, 20. Oktober 2020

19. oktober 2020 - ijhs - kmsas

 bund und kanton verschärfen die corona-massnahmen und wir spüren davon hier: nichts. naja, nicht ganz nichts, kai hat seine arbeitswoche umgeplant und ist - stand jetzt - die ganze woche zu hause am arbeiten. ansonsten: einkaufen mit maske haben wir seit wochen gemacht, machen jetzt halt auch die anderen. wie viele leute gleichzeitig wo mit oder ohne maske sitzen oder stehen dürfen ist mir herzlich egal, bis auf die paar restaurantbesuche in den herbstferien in deutschland, wo die regeln, die hier jetzt eingeführt werden, damals schon galten, waren wir nirgends und planen auch nichts ähnliches. 

meine kurse in kleinst- und kleingruppen lasse ich vorerst weiter laufen, sofern die teilnehmer noch kommen wollen, allerdings erkläre ich allen, dass sie auch kurzfristig noch absagen können. ist halt jetzt so. kann morgen schon anders sein. 

ansonsten: morgens nebel, nachmittags kämpft sich die sonne durch und es wird ein goldener oktobernachmittag. ich putze die küche und muss schon wieder einkaufen gehen, allerdings heute nur mit dem velo in den supermarkt vor ort, für milch und anderes frische. 100% maskentragen im laden, pimmelnasen inklusive, aber selten. 

der leib des raglanpullovers, den ich vor zwei wochen angeschlagen habe, ist fast fertig. 

zum abendessen gibt es pakchoi, diesmal mit kokosmilchreis und crevetten. 

gelesen: ulrike schweikert, charité

gehört: servus, grüezi und hallo, holger ruft an (ein neuer podcast von übermedien - allerdings gibt es das schon ein bisschen länger unter dem titel wrint - wer redet ist nicht tot - was mich ein bisschen verwirrt) 

gesehen. gran hotel (mittlerweile sind wir in der dritten staffel, tolle berieselung, wenn uns abends alles zu viel zu werden droht.)

 

Montag, 19. Oktober 2020

17.und 18. oktober 2020 - schöne schweiz

 die totale entspannung wollte sich nicht einstellen, aber immerhin hatten wir beschlossen auszuschlafen, denn verpassen konnten wir an diesem wochenende nichts. ausser vielleicht dem doch allmählich goldener werdenden oktober. den haben wir aber nicht verpasst, sondern genutzt. 

am samstag zu einem weiteren kraftakt im garten. 

nach dem chinaschilf musste nun auch noch einige bodendecker aus dem mittleren beet im garten weichen. ein paar stauden habe ich evakuiert, damit kai genug platz zum arbeiten hatte und eigenhändig habe ich fünf oder sechs rosenstöcke ausgegraben und vorläufig in stöpfe gesteckt, wo sie hoffentlich wieder anwachsen werden. der weg für die neugestaltung dieses teil des beets ist also frei. wir arbeiteten während der mittagszeit, da war es dann auch mal schön warm, so dass man im t-shirt graben konnte, aber schon gegen drei uhr wurde es feucht und kühl. aber dann waren wir auch fertig und konnten drinnen kaffee, kuchen und später auch ein kaminfeuer geniessen. die tochter feierte ihren geburtstag mit ihrer freundin bei mexikanischen wraps, die eigentliche party steht dann noch aus. 

am sonntag wollten wir wieder ein bisschen raus in die natur und auf vorschlag von kai suchten wir dafür die gegend von schloss lenzburg aus. wir parkten das auto am kronenplatz im städtchen, von wo aus man zwar ein wenig länger zum schloss hat, dafür aber den deutlich schöneren weg: 

ok, mit kinderwagen ist das jetzt nicht so ideal, aber dafür kann man das schloss zunächst einmal umrunden, bevor man in den burghof gelangt.

wir entschieden uns gegen einen besuch des schlosses (ich hatte auch meinen museumspass vergessen), aber es war ganz gut betrieb, auch viele familien mit kleinen kindern, die sicher den drachen fauchi auf dem schloss besuchen wollten. 

wir hielten uns mehr an die natur und gelangten über den kleinen sattel zwischen schlossberg und gofi auf den letzteren berg mit dem lustigen namen. 

von dort aus hat man einen sehr schönen rundblick auf weitere schlösser und burgen der region, die lange zur berner herrschaft gehörte (schloss wildegg und brunegg, sowie das gegenüber von wildegg gelegene schloss wildenstein). und immer bleibt das schloss lenzburg mehr oder weniger im blick. 

hinunter vom gofi wandten wir uns nach südwesten und gingen zwischen schönen alten bäumen und schönen alten und neuen häusern zurück in die stadt. 

zurück zuhause hörten wir die orientierung des bundesrats über die coronamassnahmen, die ab sonntagnacht gelten werden: in der ganzen schweiz gilt in allen öffentlich zugänglichen innenräumen und bahnhöfen eine maskenpflicht, ausserdem werden versammlungen im öffentlichen raum auf 15 personen beschränkt. die kantone dürfen weiterhin (der blick der bundespräsidentin sommaruga ergänzte hier "gerne") zusätzliche massnahmen ergreifen. hoffentlich hilfts. 

immerhin hat der kanton eine neue regierung und ein neues parlament. weiterhin führen fünf männer den aargau, zwei davon von der svp. dass die ganz grossen blödsinn machen, davor schützt uns ja nun der bundesrat - und das eher auf konsens als auf mehrheit orientierte politiksystem der schweiz.

wir verbrachten einen gemütlichen sonntagnachmittag, ich mit ein wenig beetneugestaltung - noch nicht das grosse, aber ich hatte zwischendurch, anstatt kai nur bei der rodung zuzusehen auch noch einen riesigen, alten farn entfernt, der platz für eine der rosen gegeben hatte, darunter vereinzelte ich noch frauenmantel und setzte ein paar zwiebeln für frühblüher ein. immerhin eine baustelle fertig. 

zum abendessen gab es spinathörnchen und anschliessend einen gähnend langweiligen schweizer tatort aus zürich.

gelesen: ulrike schweikert, charité


Samstag, 17. Oktober 2020

16. oktober 2020 - grosse fragezeichen

gründlichen hausputz gemacht, den besuch zum geburtstag meiner mutter in der kommenden woche abgesagt, die pressekonferenz des bag geschaut und ansonsten ratlos gewesen, wie es in den kommenden wochen weitergehen wird. 

zum abendessen schniposa, von kai gekocht. 

gelesen: ulrike schweikert, charité

gehört: deutschlandfunk kultur

gesehen: okja (von dem wir einen so ausführlichen trailer gesehen hatten oder vielleicht eine berichterstattung von cannes oder locarno, wo er 2017 auf dem festival lief, dass wir uns nicht sicher waren, den film nicht doch schon gesehen zu haben. die animation ist es auf jeden fall wert, den film zu schauen, schwierig finde ich die nahezu komplett überzeichneten figuren, eigentlich alle ausser mija.)

Freitag, 16. Oktober 2020

15. oktober 2020 - wanderung am eiteberg

heute hatte kai frei, um ferientage abzubauen, das wird in den nächsten wochen öfter mal so sein, denn bisher war in diesem jahr wenig gelegenheit, ferien zu beziehen/zu machen. eigentlich hatten wir beim planen der freien tage die vorstellung gehabt, im goldenen oktober zu wandern oder alternativ bei schlechtem wetter ausstellungen zu besuchen und freunde zu treffen. 

nun war heute das wetter nicht gerade golden, aber aus gegebenem anlass blieb es beim wandern. das fühlte sich ein bisschen rentnerig an, aber ansonsten gut. von mülligen aus folgten wir zuerst der südlichen bergflanke des eiteberg/schofberg in richtung hausen, um dort auf den grat des eiteberg hinaufzusteigen. 

gratweg auf dem eiteberg

blick auf die südflanke des eiteberg und weiter über den flugplatz auf dem birrfeld

dem grat folgten wir bis der weg auf die nordseite des berges abbog. während auf der südseite trockenheitsgewohnte eichen und föhren dominieren, kamen wir nun in einen buchenwald mit vereinzelten eiben. wir erreichten den nach norden führenden wanderweg in richtung lindhof und gingen zuerst ein stück zu weit darauf zu, den kleinen fussweg hinunter an die reuss mussten wir erst suchen. 

ein fels versperrt hier der reuss den weg.

da leben wohl die grossen biber mit den kräftigen zähnen...
 

an der reuss entlang kehrten wir wieder nach mülligen zurück. unterwegs assen wir beim bäcker vorsorglich gekaufte brötchen und tranken den mitgenommenen tee. 

da für den nachmittag regen angesagt war, waren wir früh losgegangen und schon gegen eins wieder zuhause und nutzten die zeit für eine ausgiebige mittagspause mit lesen/schlafen. dann ging kai unser auto zum reifenwechseln bringen, ich spülte restgeschirr vom vortag und werkelte ein bisschen herum. die tochter kam nach hause und es war zeit, über unsere familieninternen coronamassnahmen zu sprechen. wir werden schweren herzens halt auf den besuch von fussballspielen, diskotheken und bars verzichten.  

spass beiseite: auch wir sind weniger vorsichtig geworden und haben wieder mehr leute getroffen, kai ist zuletzt wieder fast jeden tag zur arbeit in den nachbarkanton (einen mit den höchsten ansteckungszahlen) gefahren und das bündeln von einkäufen zu einem grosseinkauf haben wir auch fast vergessen. also können auch wir unsere kontakte reduzieren, als erstes trifft es nun die geburtstagsparty der tochter, die anstatt mit einer kleinen bunten truppe aus allen lebensbereichen von berufsschule bis sport nur mit der besten freundin gefeiert wird. das ist alles ein bisschen schwieriger als im frühjahr, wo von ganz oben klare ansagen kamen. das entlastete den einzelnen ungemein, denn es mussten nicht individuelle entscheidungen gefällt werden. 

 

am abend verfolgten  wir zuerst die schweizer, dann die deutschen nachrichten, fazit, so weit es uns betrifft: die schweiz will vorrangig einen lockdown verhindern, es bleibt bei der besonderen lage und die kantone entscheiden über massnahmen, der bundesrat und die bundesbehörden machen nur empfehlungen. kann morgen schon anders aussehen, so auch die meinung des nachrichtenredakteurs. deutschland hat weitere kantone auf die liste der risikogebiete genommen, unser wohnkanton ist noch nicht darunter. 

auch noch getan: einen termin für die grippeschutzinmpfung abgemacht. das war nicht ganz so einfach, denn der hausarzt, bei dem ich schon anfang september nachgefragt hatte, wollte erst ab mitte oktober termine vergeben. höflich wie ich bin, habe ich bis zum 15. mit der anfrage gewartet, jetzt sind aber die impfdosen schon verteilt. (schön wäre es gewesen, wenn man mir gesagt hätte, man habe die vorhandenen impfdosen auf die verteilt, für die es besonders wichtig sei, aber nein, es hiess, es wäre nach anmeldung gegangen, hmpf.) immerhin gab es eine empfehlung, wo ich mich hinwenden könne. ich aber hatte am montag gesehen, dass auch unsere apotheke impft und nur wegen des schon angefragten termins beim hausarzt nicht gleich dort etwas abgemacht. dann eben heute, und immerhin noch für den 20. november einen termin bekommen. ich würde mal sagen: das hauen und stechen um die grippeimpfung ist eröffnet.



Donnerstag, 15. Oktober 2020

14. oktober 2020 - doppelt

heute hat die tochter geburtstag. morgens um halb sechs will trotz blumen und kerze noch keine rechte feststimmung aufkommen, wir feiern erst am abend. am nachmittag bereite ich tiramisu und lasagne vor und backe ihr als überraschung einen geburtstagskuchen. auch bei der arbeit hat sie kuchen bekommen. am abend kommen ihre brüder, einer davon mit freundin, um mit uns zu feiern. wir haben es gemütlich und sehen aus gegebenem anlass ein paar filmchen von ihr, die kai gemacht hat, als sie gerade laufen und noch kaum sprechen konnte. 

in der werkstatt geht es mit dem teppich voran. alle gelieselten schnüre halten an ort und stelle und ich kann damit beginnen, den teppich zu rollen. ich schrumpfe ihn von 90 x 250 cm auf 80 x 200 cm. da ist noch einiges an schrumpfungspotential, aber das an einem anderen tag. weil die wäscheschleuder für so grosse stücke zu klein ist, sieht es, als ich die werkstatt verlasse, so aus: 


 am morgen telefoniere ich mit der primarschule, in deren räumen ich kinderfilznachmittage anbiete. der schulleiter will so lange wie irgend möglich, im rahmen der bestehenden schutzkonzepte, normalität für die schüler*innen aufrecht erhalten. ich bin mit meinem ergänzenden angebot willkommen, trotz pandemie. also sende ich den newsletter mit der einladung zum nächsten filznachmittag in der kommenden woche an die eltern ab. 

als am frühen nachmittag die zahlen der aktuellen neuansteckungen veröffentlich werden, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich da das richtige tue. die neu gemeldeten infektionen haben sich von gestern (um 1400) auf heute (mehr als 2800) verdoppelt und sind aktuell so hoch wie noch nie. ein lockdown scheint mir derzeit eher eine verlockende aussicht, mehr angst habe ich vor der "eigenverantwortung", mit der sich jetzt alles regeln soll. hier und da zieht man in den kantonen die schrauben um ein paar grad an (nicht dort, wo wir wohnen), aber auch wenn ich durchaus der ansicht bin, dass masken etwas nutzen, kann ich nicht recht daran glauben, dass eine hier und da ein wenig ausgedehnte maskenpflicht in der momentanen lage die entscheidende wende bringen kann. 

gelesen: ulrike (nicht ute, wie gestern geschrieben) schweikert, charité

gehört: corona-update, folge 60, diverses nicht beeindruckendes.



Mittwoch, 14. Oktober 2020

13. oktober 2020 - noch kein bild vom teppich, das dauert noch

 vormittags in der werkstatt weiterarbeit am teppich - tatsächlich habe ich 250cm mal 90 cm ausgelegt, das dauert, um das muster auf der unterseite zu befestigen. dabei höre ich wie meistens podcasts (seltener hörspiele/lesungen). der vormittag vergeht mit dem rest der gestern begonnenen "alles gesagt"-folge mit alice schwarzer und einem corona-virus-update mit sehr detaillierten inhalten zum thema kreuzimmunität (to make a long story short: davon ist studien zufolge eher weniger zu erwarten). als folge des hörens des langen gesprächs mit alice schwarzer beschliesse ich, mir aus der grossen stadt gelegentlich eine ausgabe der "emma" mitbringen zu lassen. 

zu mittag nach hause, wo wir zu zweit die reste der lauchcremesuppe vom sonntag mit brot und käse verzehren. 

pause. 

das wetter wird besser, aber leider muss ich heute einkaufen gehen. das war ich schon lange nicht mehr, meist haben wir das nötigste von unterwegs mitgebracht, oder die tochter war kurz im kleinen supermarkt vor ort. heute also grosseinkauf mit langer liste. "meine" migros hat wegen umbau geschlossen - dort, wo ich anstattdessen einkaufe, ist es voll, ich kenne mich nicht aus und bin ein bisschen verwirrt, dass mein halbvoller einkaufswagen so teuer sein soll (die haben dort grössere einkaufswägen!). ein grossteil der einkaufenden ist mit maske unterwegs, hier hat also offensichtlich die bevölkerung beschlossen, dass es auch ohne eine kantonale weisung geht. den grössten teil der nicht-masken-tragenden macht das personal aus. 

zurück zuhause ist das wetter so schön, dass ich eigentlich gerne in den garten gegangen wäre, wenn da nicht ein riesiger wäschekorb voll bügelwäsche gewartet hätte. so stecke ich nur schnell ein paar frittilarien, die teilweise schon ausschlagen, in einen blumentopf und mache mich ans bügeln. die tochter ist fürs abendessen verantwortlich, sie muss heute aber nur die resten vom samstag wärmen. 

nach dem essen bin ich total kaputt und möchte nur noch strickend aufs sofa. 

gehört: siehe oben. 

gesehen: gran hotel

gelesen:ute schweikert, charité

Dienstag, 13. Oktober 2020

12. oktober 2020 - 12 bilder vom 12ten oktober

eine meiner liebsten blogtraditionen, das 12 vom 12 ist heute angesagt - ich hab nicht nur drangedacht, sondern trotz widriger umstände (trübes wetter draussen, viel arbeit drinnen) genügend fotos gemacht! und schicke nun meine fotostory vom 12. oktober 2020 zu caro von draussen nur kännchen
 
ich komme nach jahren wieder einmal zurück zum bullet-journal. ganz ohne schnickschnack und nur als gedankenspeicher. beim frühstück notiere ich mir die wichtigsten aufgaben für den tag.

und obwohl die werkstatt erst am ende der liste stand, geht es zuerst dorthin. ich habe mir drei tage in dieser woche freigehalten, um endlich mal wieder etwas grösseres auf mehreren tischen auszubreiten. hier liegt schon alles bereit, was ich an material herausgesucht habe, dazu notizbuch und stifte um mengenangaben und technik aufzuschreiben.

zuerst muss das muster ausgelegt werden. vor längerem habe ich mal mit einer automatischen strickliesel lange schnüre aus stickgarnresten gelieselt, leider ist die strickmühle mittlerweile kaputt gegangen. die schnüre habe ich wieder entdeckt und will sie jetzt für einen filzteppich verwenden.

die erste gestaltung war mir zu bunt und zu unruhig, es bleibt doch bei einem strang in einem ton - von dunkel nach hell.

alles muster verschwindet unter einem knappen kilo wolle von schweizer schafen. auf eine zweite schicht in violett verzichte ich, das wäre eine resteverwertung, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass es gut aussehen wird.

fertig für heute. die wolle ist nass und die ränder sind umgelegt. jetzt geht es morgen weiter.

zum mittagessen gibt es heute belegtes brot.

anschliessend widme ich mich der küche - heute werden zusätzlich alle wasserflaschen, der wassersprudler und der wasseraufbereiter gesäubert. und wie immer auf den fensterbrettern ein bisschen ordnung gemacht. den rittersporn habe ich mir am wochenende vom blumenfeld mitgebracht, ich hoffe, dass er noch aufgeht. 
 
später muss ich noch für desinfektionsmittel zu apotheke - als ich zurückkomme, fällt mir auf, wie farbig der herbst unseren garten gemacht hat. japananemonen und ausgebleichte hortensien vor wildem wein.

noch mehr hortensien und früchte vom salomonssiegel.

und selbst das ulkige sukkulent färbt sich bei tiefen temperaturen rot. 

alles erledigt! jetzt ruft das strickzeug nach mir. das wird ein raglanpullover aus wolle vom finkhof. ich stricke ihn von oben nach unten und finde das verfahren sehr praktisch. fürs abendessen ist heute kai zuständig, es gibt sehr milden pakchoi zu glasnudeln.

 


12 von 12 im oktober 2019
12 von 12 im oktober 2018
12 von 12 im oktober 2016
12 von 12 im oktober 2014

Montag, 12. Oktober 2020

10. und 11. oktober 2020 - herbstwochenende

 der samstag startete holprig und eher schlecht motiviert. auf dem plan stand ein kleiner aktionstag der gemüsegenossenschaft, draussen regnete es und nirgendwo war ein hinweis zu bekommen, ob der aktionstag mit anschliessendem erntedankfest nun stattfinden würde oder ins wasser fiele. also machten wir uns nach dem frühstück missmutig auf den weg zum gemüsehof, nicht ohne unterwegs noch einmal umzudrehen, um masken zu holen, falls gemeinschaftsarbeiten in innenräumen angeständen hätten. 

es kam dann aber ganz anders, auch dank ein bisschen vorpreschens meinerseits, als personen für das abräumen der tomaten gesucht wurden. das übernahmen wir kurzerhand als familie und da sich uns auch niemand anschliessen wollte, blieben wir alleine im grossen gewächshaus. dort sammelten wir zuerst die schon etwas roten, dann die grünen tomaten ein und legten sie sorgfältig in kisten zum nachreifen. anschliessend begann dann der mühsame teil: die tomatenstöcke mussten von den schnüren, mit denen sie aufrecht gehalten worden waren gefädelt und die schnüre von den spanndrähten im dach des gewächshauses abgeknüpft werden. mehrere personen, die uns ansatzweise zu helfen beschlossen hatten, verschwanden in dieser phase sehr rasch wieder aus dem gewächshaus, der vorteil im warmen und trockenen zu sein wog wohl die mühsame arbeit eher nicht auf. zu ihrer beruhigung: auch die meisten anderen gemüsegenossen arbeiteten nicht im nassen, ausser dem gewächshaus mussten auch noch reichlich folientunnel abgeerntet werden und nach etwa einer halben stunde hörte es ohnehin auf zu regnen. wir verliessen den hof nach dem arbeiten und verzichteten auf das erntedankfest im matsch, gemeinsames essen fiel ohnehin coronabedingt aus. 

zuhause: duschen, nudelsuppe, pause, dann fuhr kai mit der tochter ein geburtstagsgeschenk besorgen/aussuchen und ich ging in die küche, denn wir erwarteten gäste für den den abend. mit denen verbrachten wir dann einen schönen abend, das menu war nach apéro mit teils selbstaromatisierten nüssen und mandeln ein endiviensalat mit apfelvinaigrette, böhmischer knödel mit einem paprika-leber-geschnetzelten und als dessert eine süssmostcreme mit zimtschlagrahm. 

das erzählen von der lieblingsstadt prag und dem lieblingsland tschechien machte mich ein bisschen reisesehnsüchtig, ein paar tage tschechien wären mal wieder schön. vorerst reise ich halt mit pondělí in ihrem blog mit den wunderschönen fotos

***

am sonntag dann ausschlafen, frühstück mit resten und immerhin ein bisschen sonne draussen. kai und ich gingen nach draussen, während die tochter den letzten ferientag zuhause verfaulenzte. 

um uns wenig gedanken um die routenplanung machen zu müssen, wählten wir eine altbekannte runde von scherz aus. vom dorfzentrum (parken am sonntag vor dem volg-laden) gingen wir zuerst zum alten steinbruch und von dort aus immer den randweg, der hier auch der wanderweg in richtung schloss wildegg ist. diesmal folgten wir dem weg ein stück weiter als wir es jemals getan hatten bis zur wiese oberhalb des effingerhorts, beinahe schlossen wir so den kreis zu einer weiteren schönen wanderung vom steinbruch schümel zum schloss wildegg. durch den wald ging es zurück zum weiher und dann in den ort. 

am trauf über dem aaretal halt es eine spezielle vegetation aus trockenheitsgewohnten bäumen und sträuchern, vielen eichen und vereinzelten kiefern, die auf der dem trauf abgewandten seite dann  vorwiegend von buchen abgelöst werden.

am nachmittag verlor ich mich ein wenig in recherchen zum thema bulletjournaling und wabi-sabi. das bulletjournaling habe ich ja schon vor ein paar jahren intensiv getestet, da möchte ich gerne mal wieder anknüpfen. nicht an die üppig gestalteten schönschriftübungen, sondern mehr an den organisatorisch bestechenden teil mit übersichten und aufgaben, diesmal aber auch an den teil mit der reflexion. und über wabi-sabi habe ich am vergangenen freitag so viel geredet, dass ich da mal ein bisschen theoretische unterfütterung brauchte. und weil ich es mit der theorie gerne auch mal übertreibe, habe ich mir zwei bücher zum thema bestellt.

zum abendessen gab es badische lauchcremesuppe und anschliessend überlisteten wir die programmredaktion der ard: wir hatten nämlich noch zwei  tatorts, die wir anstelle des gestern abend ausgestrahlten babylon berlin ansehen konnten.

gelesen: ryder carroll, die bullet-journal-methode

gesehen: tatort (ha!) ein paar worte nach mitternacht mit meret becker (schade, dass sie in zukunft nicht mehr als tatort-kommisarin zu sehen sein wird).

Samstag, 10. Oktober 2020

9. oktober 2020 - unsichere zukunft

am morgen erreicht mich die erste absage für die werkstatt, die auf die wieder steigenden corona-fallzahlen zurückzuführen ist. ich habe das allergrösste verständnis, dass diese verabredung nun nicht zustande kommen wird, aber sorge mich, wie es wohl weitergehen wird. 

der morgen vergeht bei schönem wetter über den üblichen haushaltsarbeiten, die tochter geht für uns einkaufen, zum mittagessen gibt es resten und süsse stückle und ich schaffe noch ein bisschen lesepause vor der offenen werkstatt. 

in der offenen werkstatt kläre ich zuerst fragen, die sich aus der letzten woche ergeben haben, dann geht es darum, einen gleichmässigen, grossen vorfilz anzufertigen. ich zeige verfahren, wie die wolle durch das aufteilen in einzelne sektoren ganz gleichmässig auch auf grössere flächen verteilt werden kann. der vorfilz wird in der kommenden woche noch einmal weiterbearbeitet werden - immerhin ist so die absage für den kommenden freitag auch zu etwas gut. 

ich notiere mir ein paar ideen, was ich machen will, wenn ich die werkstatt für besucher wieder ganz zusperren muss.

für den abend haben wir den ältesten sohn mit freundin zum zwiebelkuchenessen eingeladen. sie kommen und zeigen uns erst mal ihr neues auto, einen recht mitgenommenen kastenwagen, der aber noch ein jahr lang fahren darf und in dem sie auch übernachten können. wir wundern uns ein bisschen über die entscheidung für noch ein auto, aber immerhin wird unsere garage mal wieder ein bisschen leerer, da mit dem fahrbereiten auto werkzeug und baumaterial aus einem anderen auto abtransportiert werden können.

beim zwiebelkuchen sitzen wir und reden, es wird aber nicht besonders spät, da alle ein bisschen müde sind. kai und ich verhängen später noch vor heute-show und literarischem quartett, in dem ich zum ersten mal juli zeh sehe. 

gelesen: james rebanks, mein leben als schäfer

gehört: corona-virus-update


Freitag, 9. Oktober 2020

8. oktober 2020 - raus damit!

 endlich sonnenschein, endlich gartenarbeit! morgens allerdings war es noch so nass und auch kühl, dass ich zuerst drinnen herumwurstelte: weitere arbeit am newsletter, kommunikation mit den testlesern, kekse backen und stricken (immer noch ein bisschen ferienmässig). zwischendurch füllte der öllieferant den tank mit 2007 litern öl auf ... unter 2000 liter hätten wir einen lieferaufschlag zahlen müssen. die neue ölheizung ist wohl ziemlich sparsam.

die tochter hatte besuch von einer freundin, zum gemeinsamen mittagessen wärmte ich reste und bat anschliessend um beteiligung am leeressen der glacéschublade im tiefkühler. während die mädchen die küche aufräumten ging ich dann in den garten und begann mit weiterem rodungswerk. in unserem garten hat es viele alte, schöne sträucher, die aber so lange nicht oder nur unzureichend gepflegt worden sind, dass sie nicht mehr richtig wachsen können. 

so erlebte ich auch eher kaum eine überraschung als sich nach dem schneiden des fünffingerstrauchs herausstellte, dass der komplette untere teil, etwa 50 zentimeter hoch, aus abgestorbenen ästen und heruntergefallenem, verrottendem laub bestand. nachdem ich den strauch also oben dezimiert hatte, begann ich damit, komplett abgestorbenes zu entfernen und den knubbel allmählich abzutragen. da sich im strunk aber auch noch andere bodendecker wie efeu breit gemacht haben, war das ein bisschen aufwändiger. der fingerstrauch an sich sollte sich aber retten lassen. 


 

irgendwann hatte ich aber genug von dieser arbeit - überhaupt hatte ich heute eher eine gartenkrise und den eindruck, der grad der vernachlässigung des riesigen gartens übersteige eher meine möglichkeiten als dass ich das irgendwann je in den griff bekommen könnte. als therapie beschloss ich, die zierquitte vollends zu beschneiden, mit der ich vergangene woche schon eine ganz grüntonne gefüllt hatte. der rest, hatte ich überschlagen, sollte bequem in eine halbe tonne passen. das wurden dann nochmal eineinhalb tonnen, was eher den verdacht nährt, dass doch mehr zu tun ist, als jemals zu schaffen ist. 

jedenfalls ist das dann erledigt. die spiere nebendran veranschlage ich gleich mal auf zwei vier tonnen, dann kann ich mich freuen, wenn es weniger braucht.

und ich konnte mich noch ein bisschen beim stricken entspannen. die tochter kochte piccata alla milanese, wir assen früh und sassen dann lange am esstisch. später nur noch serie und nachrichten. 

gehört: servus, grüezi und hallo, corona-virus-update

gesehen: granhotel

gelesen: mein leben als schäfer

Donnerstag, 8. Oktober 2020

7. oktober 2020 - arbeitstag

das war nun definitiv kein ferientag. 

den morgen verbrachte ich am schreibtisch und habe da ordentlich was weggeschafft. die filzquadrat-seite ist wieder auf dem laufenden und der nächste newsletter zu faden geschlagen. nebenbei habe ich noch die fotoverwaltung für den september erledigt. und zwei blogposts fertiggestellt.

am nachmittag war ein dreiergrüppchen für ein geburtstagsfilzen angemeldet. drei schwestern filzten gemeinsam windlichte - leider habe ich nur das windlicht des geburtstagskinds fotografiert. 

drei ganz ähnliche gesichter und doch drei ganz verschiedene charaktere. die drei hatten es gut miteinander und sind zufrieden nach hause gegangen. 

das habe ich nach dem aufräumen auch getan und dort eine spinat-spargel-wähe zubereitet. der spargel kam bei der neulichen gefrierschrankrevision zum vorschein und ergänzte den etwas kleinen stapel spinat aus ernteanteil aufs vorzüglichste. dazu versorgte ich speckreste und einen halben feta aus dem kühlschrank, reste verkochen, läuft! 

am abend nicht mehr viel. sorge über die steigenden neuansteckungen mit corona in der schweiz, es geht jetzt wieder in sprüngen nach oben, heute wurden 1077 neue fälle gemeldet. hoffentlich ist die ganze arbeit mit dem newsletter nicht vergeblich gewesen. 

gelesen: mein leben als schäfer, james rebank

gesehen: granhotel


Mittwoch, 7. Oktober 2020

12tel-blick im september 2020

vergessen habe ich ihn nicht, den 12tel-blick im september. ich hatte sogar extra vor unseren kurzferien noch ein foto aufgenommen und gedacht, dass ich den blogpost dann unterwegs schreiben könne. dann hatte ich aber akut zuerst keine lust dazu und dann später kein internet. 

nun liefere ich ihn nach: 


 
richtig viel hat sich im garten nicht verändert, auf den ersten blick fällt vor allem die gartenbank auf, die wir von der terrasse an den rand des bädles geschafft haben. ein bisschen zu spät, um sie dort noch so richtig nutzen zu können, denn mittlerweile lädt das wetter kaum mehr zum schwimmen ein. am 20. september war ich zuletzt im wasser. 
wer genauer hinschaut, sieht hinten eine blühende hecke:
 

 der schlingknöterich blüht wie verrückt und lockt bienen und andere insekten an. die können das aber gut gebrauchen, denn sonst blüht nur noch vereinzeltes. 




 
 

die tomaten sind am ende ihrer kräfte, sie haben aber auch den ganzen sommer über ordentlich früchte getragen.

 

der überblick füllt sich allmählich, ein jahr sind wir nun schon im neuen haus.

6. oktober 2020 - vermischtes

die halbferien gehen weiter: den tag startete ich wieder lesend im bett, der krimi ist jetzt ausgelesen. ich kannte von der britischen autorin neben der inspektor wexford-reihe bisher nur die unter dem pseudonym barbara vine veröffentlichten psychologischen erzählungen, der 1993 erschienene "krokodilwächter" hätte auch gut in diese reihe gepasst. 

beim frühstück musste ich mir zuerst einmal einen tagesplan zulegen - beziehungsweise es brauchte auch noch ein paar runden stricken, bis ich mich sortiert hatte. neben administrativem haushaltskram hatte sich vor allem ein grösserer haufen an material angesammelt, der in die werkstatt transportiert werden musste. also fuhr ich mit anhänger dort hin, räumte ein bisschen die reste vom freitag auf, filzte den begonnenen korb fertig und ordnete neues und gewaschenes ein. für den filznachmittag am mittwoch sortierte ich locken, stellte material bereit und überlegte mir eine tischanordnung. 

um die mittagszeit regnete es in strömen und ich sagte die mittagsverabredung mit der tochter in der neuen werkkbeiz erstmal ab und radelte dann nach hause. vernünftiger war es auch, die flammkuchenreste vom sonntag aufzuessen. ich strickte eine weile: der raglanpullover, den ich angeschlagen habe, wächst zusehends, es macht spass, endlich mal was neues auf den nadeln zu haben. 

draussen war es wieder trocken, zwischendurch kam sogar die sonne heraus und ich konnte die unansehnlichen tomatenstöcke abräumen, zwei töpfe blieben stehen, die sehen noch gut aus und könnten noch ein paar früchte tragen. auch die paprikas dürfen noch stehen bleiben. die ganze zeit ging starker wind, aber in der sonne war es auszuhalten. wieder drinnen kochte ich mir kaffee, und werkelte gemeinsam mit der tochter: basilikum zum trocknen vorbereitet, trockenes basilikum abgefüllt, knuspermüsli gebacken, gebügelt -und zwar berge, denn letzte woche waren wir ja in den ferien.... derweil machte kai abendessen: nudeln mit bohnen, paprika und tomaten, freestyle als gemüsepfanne mit sosse. 

einigermassen bedenklich stimmt mich der starke anstieg der neuerkrankung mit covid19 in der schweiz, 700 zusätzliche fälle, sprachlich umgesetzt heisst das dann: auf hohem niveau stark steigend. puuh. 

gehört: lage der nation 207, servus grüezi und hallo, kafi am freitag

Montag, 5. Oktober 2020

montag, 5. oktober 2020 - was macht du eigentlich den ganzen tag?

sie merken es vielleicht, ich bin gerade ein bisschen faul hier im blog. es fehlt momentan das wochenende, da haben wir aber zuerst wegen schlechtem wetter und dann wegen der undurchsichtigen verkehrslage auf bundesautobahnen und wanderrouten auch nicht wirklich viel unternommen, aber immerhin die ausstellung "unter strom" in der alten schmiede der abb, vormals bbc, auf den letzten drücker noch angeschaut (am sonntag). joa, schöne firmenpräsentation, aber 10 franken eintritt für viel werbeveranstaltung fand ich ein bisschen ambitioniert. ausserdem habe ich einen pullover angeschlagen.

nun habe ich aber gerade festgestellt, dass heute der 5. ist und da fragt ja frau brüllen immer, was man denn so den ganzen tag über mache, und das will ich mir doch nicht entgehen lassen, diese frage zu beantworten. ich habe ja beschlossen, dass diese woche noch so eine art ferien sein soll:

morgens widerstand ich dem impuls, mit kai aufzustehen. er geht jetzt, wenn er ins büro fahren muss, immer sehr früh, um den stosszeiten in bus und zug zu entgehen. ich drehte mich also noch mal rum, beziehungsweise vertiefte mich noch eine runde in einen alten krimi von ruth rendell und stand erst gegen halb acht auf. ich hatte lust auf obst, joghurt und müsli, aber nicht auf kaffee, also trank ich einen kräutertee zum frühstück. anschliessend machte ich mich gemütlich ans montägliche küchensaubermachen, heute inklusive fensterputzen. ich hoffe, ich habe für diesen sommer zum letzten mal die hinterlassenschaften der scharen an fliegen entfernt. beim putzen hörte ich die heiss ersehnte neue folge des pandemia-podcasts von viertausendhertz. in der ersten folge der neuen staffel geht es mal nicht um ferne länder und exotische infektionskrankheiten sondern um deutschland und corona.

irgendwann stand die urlaubende tochter auf, sie hatte einen arzttermin beim neuen hausarzt. bis sie wieder zurück war, war ich dann auch fertig mit der küche. der neue ist wohl nett, sie hat nicht nur rezepte für die medikamente, die sie wegen ihrer neurodermitis braucht, bekommen, sondern auch einen termin für die grippeschutzimpfung. die empfiehlt und bezahlt ihr ausbildungsbetrieb, nur organisieren muss sie sie selbst. 

um die mittagszeit brachen wir zu diversen besorgungen auf: zuerst ging es richtung ikea, dort war es allerdings reichlich voll und so holten wir uns wirklich nur das dringend auf der liste stehende: gläser für filzkurse, kisten fürs frisch aufgeräumte tochterzimmer und machten uns zügig aus dem staub. nicht ohne die übliche kabarettnummer an der kasse zu erleben, wo abstand haltende munter überholt oder zum aufschliessen gedrängt wurden: "gönnt sie ruhig füre!"... jaja, der mit abstand (ich wollte den spruch einfach auch mal bringen!) am häufigsten missverstandene teil der coronamassnahmen...

anschliessend musste ich noch locken an der deutschen lieferadresse abholen, ebenfalls für anstehende filzkurse. sie sind wunderschön und erst noch sehr ordentlich eingepackt und verschickt. sollten sie gelegentlich bedarf an derartigem haben, hier finden sie die schönen locken! den ausflug nach deutschland nutzten wir zu einem abstecher zum einkaufen, die tochter, die in anbetracht der schlangen bei ikea keinen hotdog gegessen hatte, bekam einen leberkäswecken und der haushalt einen neuen wasserkocher, der verschiedene temperaturen kann. 

zuhause gab es kaffee und ein geteiltes süsses stückle, die tochter zog sich in ihr sehr ordentliches zimmer zurück, ich strickte ein bisschen, kai kam aber auch bald nach hause und wir testeten den neuen wasserkocher mit einem grüntee. ich erledigte die anstehend inventur in den gefrierschränken und kochte anschliessend abendessen: fenchel mit wurstklösschen in tomatensauce zu polenta. 

die neue gefrierschrankliste ist ausgedruckt, der blogpost fast fertig, eventuell gibt es noch eine folge granhotel und dann ins bett - der herbst macht müde.

Samstag, 3. Oktober 2020

1. und 2. oktober 2020 - ein bisschen ferien

 als hier noch mehr kinder im haushalt lebten und schulferien hatten, in denen wir selten weggefahren sind, war die schulfreie zeit auch immer so ein bisschen ferien für mich. einerseits weil das frühe aufstehen mit den schulkindern ausfiel und die tage nicht durch schule am morgen, mittagessen, nachmittagsunterricht und freizeitangebote durchgetaktet waren, andererseits weil ich für diese zeit auch keine kurse oder einzellektionen für die werkstatt vereinbart habe. 

und obwohl das jüngste kind im ersten lehrjahr einfach zwei wochen herbstferien hat, ist das modell schulferien = meine ferien ein auslaufmodell. wir waren zwar ein paar tage verreist, und kai hatte noch einen tag länger frei, aber die offene werkstatt findet nun auch in den ferien statt, so dass ich gestern nachmittag gearbeitet habe. in diesem seltsamen jahr besteht wohl ein bedarf, manches nachzuholen, was im frühling nicht möglich war, oder endlich einmal dinge zu tun, die sonst immer wieder verschoben wurden. mich freut es, so viele interessierte menschen in der werkstatt zu haben und so drei monate, für die mir die kurseinnahmen fehlten, kompensieren zu können. für die kommende woche habe ich auch schon termine ausgemacht, aber vielleicht bleibt zwischendurch ein bisschen zeit für ein paar letzte ferientage mit der tochter. 

kai hat vor einer halben ewigkeit, als wir noch in stuttgart wohnten, mal einen floristikkurs besucht und er kann es immer noch!

am donnerstag haben kai und ich noch das spätsommerliche wetter genossen und sind ein bisschen durch den wald in der nähe  gelaufen. wir konnten einen uns noch unbekannten teil der gegend erkunden, weil wir das auto in der nähe des gemeindebetriebshofs im wald geparkt hatten. beim forsthaus haben wir holz geholt, durch den kaminofen im ferienhäuschen sind wir auf den geschmack gekommen, auch zuhause den offenen kamin zu nutzen. 

das taten wir dann ausgiebig am freitagabend mit dem grossen sohn, der sich zum abendessen eingeladen hatte: es gab zuerst apero, dann reis mit gedämpftem pakchoi mit einer scharf-würzigen sosse und zum dessert apfelrosetten, die ich auch schon ewig nicht mehr gebacken hatte. nach ein paar tagen ohne kochen machte es mir richtig freude, ein ganzes menu zu kochen - und kai hatte den apero vorbereitet, bis ich aus der werkstatt nach hause kam. 

vielleicht bleibt es hier ein paar tage beim unregelmässigen berichten, ferienhalber.

gelesen: ruth rendell, der krokodilwächter

Donnerstag, 1. Oktober 2020

26. bis 30.september 2020 - unterwegs und ferientage in oberschwaben

samstag, 26. september 2020

nach frühstück mit croissants und brezeln brachten wir die tochter zur tochter der freundin, die jetzt auch ihre freundin ist, trotz räumlicher distanz - viele besuche und die sozialen medien machen es möglich. die mädchen waren zum gemeinsamen shopping verabredet.

meine mutter und ich fuhren weiter in ein grosses möbelhaus, mit dem ziel einen neuen sessel auszusuchen. nun ist das gar nicht so einfach, wenn man sich erst durch etwa drei- bis fünfhundert sofas und sessel bewegen muss, die einem so gar nicht gefallen. bei den ersten fünf ist es noch ein bisschen witzig, dieses, boah, wie hässlich, bin ich froh, dass wir das nicht nehmen müssen, aber nach einer halben stunde möchte man einfach mal was sehen, was wenigstens im eigenen wohnzimmer denkbar wäre. ganz abgesehen davon, dass dann noch sitzlänge, polsterung, erhältliche bezugsstoffe und der fuss! stimmen sollten. deutlich vereinfacht sich die suche allerdings dadurch, dass meine mutter und ich einen weitgehend kompatiblen möbelgeschmack haben.

der besuch des ersten möbelhauses zog auf meinen vorschlag hin die verlagerung der suche in ein weiteres möbelhaus nach sich, und zwar in das, – um das nicht  unerwähnt zu lassen – in dem meine eltern bisher die meisten möbel gekauft haben. der nachteil dabei: das möbelhaus befindet sich momentan im umbau. durch den hintereingang gelangten wir via treppe in den ersten bis dritten stock, wo inmitten grosser rohbauflächen kleine inseln mit restmöbeln standen. die gefielen uns zwar teilweise ganz gut, allerdings war dann der richtige sessel doch nicht dabei. aber wir wissen jetzt, dass wir nach der neueröffnung dort weitersuchen werden.

immerhin schüttete es draussen während der möbelsuchaktion ohnehin wie aus kübeln, also verpassten wir auch sonst nichts. zuhause gab es kaffee und leckeren pfirsichkuchen mit streuseln.

später machten wir noch die einkaufsrunde, so mit sprudelkisten holen, alles andere besorgt meine mutter noch selbst, und ab und zu springt die nachbarin oder ihr bruder ein.

am frühen abend nahm ich mir die festplatte des väterlichen computers vor – den niemand mehr benutzt (die mutter hat ein laptop) und der abgebaut werden sollte. leider findet sich wohl niemand mehr für das mittlerweile um die zehn jahre alte gerät, der es gerne haben möchte. ich sicherte vor allem fotos und filmchen von den enkelkindern (aka: meine kinder) und einen bestand von eindigitalisierten dias. 

trouvaille aus dem archiv digitalisierter dias: ich (links) mit sehr ähnlicher brille wie derzeit, daneben meine mutter, die sicher weiss, auf welcher hütte wir da suppe oder kaffee schlürfen.

ich wurde dafür bekocht und bekam eine schöne tellersulz mit bratkartoffeln und salat. das speichern zog sich in die länge, konnte aber gut neben dem fernsehschauen (samstagabendquizshow) erledigt werden.

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sonntag 27. september 2020 

am sonntag frühstückten wir nur zu zweit – die tochter war am samstagnachmittag von kai abgeholt worden und verbrachte den abend mit ihm beim grossvater. anschliessend entkabelte ich den computer und stellte ihn, zusammen mit diversem aussortiertem büromaterial, zum wegwerfen bereit in den keller. um die mittagszeit kamen kai und tochter um mit uns kaffee zu trinken und mich abzuholen. gegen zwei brachen wir dann in richtung ferien in  oberschwaben auf.

wir wählten dazu die route direkt über die alb. unterwegs sahen wir vor wiesensteig die grossbaustelle der neuen eisenbahntrasse von stuttgart nach münchen, schon beeindruckend, was da entsteht. es sieht allerdings auch so aus, wie wenn es noch ein bisschen gehen könnte mit der fertigstellung. 


weiter ging es über westerheim und laichingen nach blaubeuren. und weil wir so früh dran waren, besichtigten wir den blautopf, wo ich zuletzt vor vermutlich gegen 20 jahren mit meinen eltern und den beiden söhnen gewesen war. der grosse sohn hatte damals das bilderbuch mit dem märchen von der schönen lau geschenkt bekommen, zusammen mit einer einladung zu einem ausflug. von daher hatte ich die ganze anlage wesentlich grösser in erinnerung, denn die beiden söhne waren damals gerade so dem kinderwagen entwachsen oder vielleicht auch noch nicht, und wir brauchten natürlich eine ewigkeit für die runde um den quelltopf. vermutlich waren wir auch unter der woche dort, denn ich kann mich nur an ganz wenige menschen erinnern, die mit uns dort unterwegs waren. 

blautopf
  

heute hingegen war der rundweg gut besucht, auch der biergarten, trotz der nicht mehr ganz so sommerlichen temperaturen. aber immerhin war es sonnig und trocken. auf dem rundweg sollte eigentlich maskenpflicht herrschen, aber nur ganz, ganz wenige menschen trugen auch wirklich eine. nun mag ich zu masken unter freiem himmel stehen wie ich will – aber dieses verhalten finde ich entsetzlich unsolidarisch: denn wenn sich eine person auf die maskenpflicht verlässt und sich nur mit maske den rundweg überhaupt zutraut, dann sollte sie auch sicher sein können, dass sich die anderen besucher dran halten. war aber nicht so. wäre vermutlich nur mit kontrolle gegangen. und ich frage mich, wo die im frühjahr so oft beschworene solidarität der gesellschaft eigentlich mittlerweile hin gekommen ist.

nach blaubeuren hatten wir noch etwa eine stunde fahrt bis an den federsee und darüber hinaus zu unserem kleinen urlaubshäuschen, das sich als sehr gemütliches tinyhouse herausstellte, in dem sogar schon der kaminofen brannte. wir liessen uns kurz in die gepflogenheiten vor ort einführen, machten einen frühstückstermin aus und räumten unsere sachen leidlich ein.  im letzten abendsonnenschein fuhren wir einen ort weiter zum «fritz», wo wir einen tisch zum burgeressen reserviert hatten. unser tisch war im nebenzimmer, wir bestellen drei verschiedene burger, dazu zwei portionen verschiedene pommes – alles super lecker, kein wunder dass an den anderen drei tischen lauter stammgäste sassen. zurück im häuschen redeten wir noch eine weile vor dem kaminofen, bis wir in die obere etage zum schlafen kletterten.

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am montagmorgen scheint die sonne. in der vorwiegend flachen landschaft ist der sonnenaufgang (wie schon gestern der sonnenuntergang) ganz anders als in den hügeln und bergen. die sonne streift zuerst die wiesen und felder, in einer kleinen senke liegt noch ein ganz kleines bisschen nebel. der tau glitzert auf den wiesen. 

  

um halb neun gibt es frühstück in der küche des nebenan gelegenen försterhauses. die gastgeberin macht den grossteil der lebensmittel selbst: joghurt, marmelade, brot, müesli stammen aus eigener produktion und teils aus dem wunderschön gepflegten garten, der das haus umgibt. wir sitzen lange, lassen uns von der umgebung erzählen, auch tipps zum abendessen geben. erst nach zehn machen wir uns langsam fertig für unsere wanderung zum federsee. mit offline-wanderkarte benutzen wir pfade, die teilweise einem maisfeld zum opfer gefallen sind, aber gelangen im wesentlichen auf schönen wegen nach bad buchau. einfallstrassen, eine verschlafene fussgängerzone mit eiscafés und pizzerien, am einzigen bäcker auf dem weg sind wir vorbeigelaufen, fest im glauben, da komme sicher noch mehr einzelhandel auf dem weg.

bis zum federseesteg ist aber nahezu alles geschlossen. auch das kartenhäuschen am anfang des stegs ist nicht besetzt, wir gehen die eineinhalb kilometer bis zur aussichtsplattform, es ist ein bisschen was los, der weg durchs ried und der see eher unspektakulär. ausser zwei rehen, einem schwan, einigen stockenten, herumflitzenden mauerseglern, kleinen fischen und ein bisschen geraschel im schilf sehen wir keine tiere. wir haben aber auch weder fernglas noch grosses teleobjektiv dabei. 

  

zurück im ort trinken in der sonne vor einem eiscafé kaffee und mangolassi, finden schliesslich doch noch einen metzger, der versteckt in einer seitenstrasse auch noch am nachmittag warmen leberkäse verkauft und trödeln ganz allmählich stadtauswärts. an der wuhrkapelle, die wir schon auf dem hinweg angeschaut haben, entscheiden wir uns für einen rückweg über die plankentalkapelle und den zugehörigen kreuzweg. kurz verwirrt uns eine lokale wandertafel, die nicht nur eine zweite kapelle verzeichnet (die es nicht gibt), sondern auch den aussichtsturm, den wir eigentlich aufsuchen wollten, an einen völlig anderen ort verlegt. im weiterlaufen können wir uns davon überzeugen, dass unsere offline-wanderkarte da richtiger ist als der lokale wegweiser. die plankentalkapelle erinnert an ein historisches ereignis aus dem frühen mittelalter, es ist alles ein bisschen gruslig, innen ist sie sehr farbenfroh mit stationen aus dem leben der heiligen adelindis ausgemalt. 


 

die letzten kilometer der wanderung legen wir im zickzack zwischen hoch stehenden maisfeldern zurück. ein riesiger bauernhof liegt noch am weg, mit einer fast unüberblickbar grossen halde an strohballen, und grossen erdsilos, in denen gerade der mais mit schaufelladern verdichtet wird. im offenstall stehen jungrinder und milchkühe dicht an dicht in zwei abteilungen. 


zurück im tinyhouse legen wir für eine weile die füsse hoch und fahren später nach bad schussenried, um zuerst ein bisschen proviant zu kaufen und dann zu abend zu essen. das angedachte restaurant erweist sich leider als wenig einladend, so zirkulieren wir zuerst durch den ort, in dem die gaststätten montags geschlossen haben, dann fahren wir in richtung bad saulgau, um dort unser glück zu versuchen. unterwegs fällt mir glücklicherweise ein, dass ich noch einen gasthof notiert hatte: den finden wir dann auch, es ist noch ein tisch frei und wir essen heute abend gehoben gut bürgerlich: schnitzel, ochsenbäckchen und zwiebelrostbraten.

heute sitzen wir nicht mehr so lange am feuer, die wanderung und die suche nach einem restaurant haben uns müde gemacht.

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dienstag, 29.september 2020 

am dienstagmorgen regnet es. kein sonnenaufgang, die wiese vor dem fenster liegt im nebeldunst. bevor die familie aufsteht, sitze ich – wie schon gestern – auf dem sofa und schreibe offline am blogtext.


wir frühstücken wieder im haupthaus, heute gibt es fruchtsalat und einen selbstgemachten frischkäse mit schabziger und borretschblüten.

pläne für den tag haben wir schon beim abendessen haben wir schon am vorabend geschmiedet, heute werden wir mit dem auto die gegend erkunden. der erste weg führt uns nach heiligkreuzthal, zu häusslers backdorf, einem spezialgeschäft fürs brotbacken. da wir weder eine teigmaschine für 100 kilogramm teig noch einen elektrosteinbackofen kaufen wollen, sind wir damit auch relativ schnell durch. wir kaufen kleinkram, einen messbecher, backfolie, ein mehlsieb und einen gerät, mit dem man brötchen und pizza und vermutlich auch kuchen vom blech heben kann. das brett zum einschiessen von brot oder pizza auf unseren geerbten ofenstein haben sie gerade nicht in der praktischen grösse da, die wir gerne gehabt hätten. aber die anschauung liefert uns eine idee, wie wir mit vorhandenem uns einen behelf basteln können.

das wetter ist mittlerweile besser geworden, es regnet nicht mehr und wir haben noch eineinhalb stunden zeit bis das zweite ziel des tages, schloss mochental, öffnet und nutzen sie zu einem spaziergang über die klosteranlage heiligkreuzthal. die ist gross, mit vielen wirtschaftsgebäuden, einem garten und dem eigentlichen klosterbereich. ausserhalb der klostermauer gibt es auch noch einen badeteich und ein labyrinth. die klosterkirche ist sehr zurückhaltend geschmückt, das zisterzienserkloster wurde zu beginn des 19. jahrhunderts säkularisiert und nachdem die letzten nonnen gestorben oder weggegangen waren, zu verschiedenen zwecken genutzt. im 20. jahrhundert verfiel es dann und wurde erst in den siebziger jahren durch die stefanus-gemeinschaft wieder renoviert und zu einer katholischen bildungsstätte ausgebaut. das münster ist hell, mit fresken an den wänden und nur mit barocken altarbildern ausgestattet. ein teil der kirche ist eine nonnenempore, die aber leider nicht besichtigt werden kann.


  

im klostercafé trinken wir kaffee und essen kuchen, beziehungsweise zwiebelkuchen mit federweissem.

über land gelangen wir zum schloss mochental, das etwas oberhalb des donautals liegt und seit den achtziger jahren von der galerie schrade als grosses ausstellungsgelände betrieben wird. uns waren im internet vor allem die kontraste zwischen moderner kunst und barocker architektur aufgefallen und das war auch live und in natura das beeindruckendste. wir sind während fast zwei stunden die einzigen besucher und wurden, weil wir vermutlich nicht aussahen, als würden wir kunst kaufen wollen, eher muffig begrüsst. das schloss ist, neben kunstgalerie, auch ein bisschen museum seiner selbst, mit plakaten und dokumenten vergangener – besserer? – zeiten, in denen guenther uecker und hap griesshaber hier grosse ausstellungen hatten. für uns atmete es ein wenig den hauch der verzweiflung – mit gestapeltem brennholz, sägespanbriketts und holzpelletsäcken in den fluren. es muss die hölle sein, dieses riesige gebäude mit den vorhandenen, teils historischen, teils modernen einzelnen holzöfen zu heizen. ganz oben gibt es auch noch ein besenmuseum, das allerdings ironischer daherkam, als wir das zunächst dachten.

arbeitsplatz einer stipediatin - der aufenthalt liegt wohl schon länger zurück

holzskulpturen von hans scheib im barocksaal


gut gefallen haben uns die papierarbeiten von marion eichmann, die unter anderem 2014 bei einem aufenthalt auf schloss mochental in der ihr eigenen mischung aus scherenschnitt und collage die atmosphäre des schlosses und der galerie festgehalten hat.


vom schloss fuhren wir zurück ins ferienhäuschen und machten ein bisschen pause, bevor wir zum abendessen in bad saulgau starteten. bad saulgau ist vielleicht das belebteste städtchen vom dreieck der badestädte, in dem wir urlaubten, mit geschäften und fussgängerzone. am marktplatz gelegen dann die empfehlung unserer vermieterin: das kuloer, mit einer mischung aus schwedischer und asiatischer küche nicht nur gaststätte sondern auch laden mit schwedischem design.

das abendessen war sehr gut, zur vorspeise teilten wir uns dreierlei smörrebröd mit geräucherter forelle, käse mit feigensenf und salami. zur hauptspeise ass ich gebrannten kohl, kai und die tochter saibling.

der tag klang wieder am kaminofen im häuschen aus.

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der mitwoch beginnt wieder mit sonnenschein, die wiesen sind aber noch nass und so liegt lange dunst auf den wiesen. 

zum letzten frühstück hat unsere gastgeberin frische seelen gebacken und serviert rührei mit tomaten. nach einer kleinen privatführung durch ihre skulpturen aus holz, stein und  papier packen wir unsere sachen und machen uns auf den heimweg. 

den schönen herbsttag nutzen wir noch zu einem besuch im freilichtmuseum neuhausen ob eck. um die mittagszeit kommen wir dort an und obwohl es nicht überwältigend viele häuser sind, die dort vor dem verschwinden bewahrt werden, sind wir doch den ganzen nachmittag damit beschäftigt, die wohn- und arbeitskultur der alb und des schwarzwalds zu erkunden. 

am meisten fesseln uns das kaufhaus - hier ist vor allem auch die geschichte des hauses und seine umsiedlung ins freilichtmuseum gut dokumentiert. vieles erinnert mich an die drogerie, die die mutter einer tante noch während meiner kindheit in einem kleinen ort in der nähe betrieben hat.  



in einem zweiten haus halten wir uns auch noch sehr lange auf - einem bauernhof mit mühle aus dem schwarzwald. hier ist es vor allem die multimedial gelungene darstellung des lebens der bewohner des hofs, die uns so begeistert, dass wir uns alle anhören müssen. zwischendurch erleben wir die sägemühle in aktion im rahmen einer gut gemachten führung. 


zum schluss sind wir dann aber doch ein bisschen museumsmüde und schauen uns nicht mehr alle gebäude auf dem rückweg zum gasthof ochsen an. 

der rückweg führt uns über tuttlingen zurück auf den uns bekannten heimweg. wir kaufen noch fürs abendessen ein und blumen für den herbstgarten. als wir zuhause ankommen, ist es schon am dämmern. uns wird bewusst, dass wir zum ersten mal von einer ferienreise in den tannenweg zurückkehren. bevor wir zu abend essen verräumen wir den grossteil der mitgebrachten dinge. die heizung haben wir schon von unterwegs eingeschaltet, den kamin feuern wir nicht mehr ein.