Samstag, 15. August 2020

14. august 2020 - aua!

ich hatte mir, wegen weiterhin fehlender anmeldungen für die offene werkstatt, den tag sozusagen "frei" genommen. der übliche hausputz musste trotzdem erledigt werden, allerdings ein bisschen gemütlicher wie sonst und glücklicherweise auch zum ersten mal seit drei wochen nicht mit einer brüllhitze im hintergrund. so putzte ich endlich das schlafzimmerfenster, an dem seit monaten die fliegen so gerne sitzen. eine insektenfreie wohnung ist für uns undisziplinierte fenster- und türenaufreissende familie ein völlig illusorisches ziel. also putzen wir halt dauernd zwischen den blöden viechern her. 

zum mittagessen gab es thunfischtomatensandwiches aus den resten der foccacia vom vortag. 

den nachmittag verbrachte ich dann mit einer velofahrt zum elektrofachmarkt im nächsten städtchen, wohin ich mir eine neue maus hatte liefern lassen. der nicht mehr ganz neue, ohnehin aus zweiter hand stammende laptop kann bluetooth, und dafür habe ich mir nach einem halben jahr endlich einen mausersatz für eine eigentlich noch tiptop funktionierende vorgängerin, die leider aber so einen bipsel (dongle) hat, bestellt. keine ahnung, warum ich das gerade jetzt tun musste, bisher hat mich das ding auch nicht gestört, jetzt aber dafür gleich richtig. 

zurück zuhause habe ich nach dem vorbild quasi sämtlicher haushalte an meiner fahrtstrecke das altpapier zum wegbringen fertig gemacht und vor die türe gestellt. zum ersten mal am neuen ort, bisher haben wir das papier immer zum kommerziellen entsorger gefahren, aber da man da jetzt auch für karton bezahlen muss, nutzen wir mal unsere entsorgungsgrundgebühr. 

die grüntonne füllte ich auch noch, vor dienstag befürchte ich nämlich sonst nicht mehr dazu zu kommen, da sich die herannnahende woche sehr mit terminen gefüllt hat. und am wochenende habe ich auch nicht immer lust auf grüntonnensport. 

danach war ich dann allerdings auch - unter anderem wegen einer irgendwie komplett verspannten schulter vom heraustragen der tonnenschweren italienischen tagesdecke auf den balkon zum lüften - total erledigt und erwartete liegend das abendessen, bestehend aus einer spinatrüebliwähe.

und danach ging ich gleich ins bett, es war aber auch schon fast zehn. 

nix vernünftiges gelesen oder gehört, dafür gesehen: eine weiter folge the rain (erst die dritte). 

 



Freitag, 14. August 2020

13. august 2020 - wo ist der +-button geblieben?

 heute habe ich mich zum ersten mal so richtig über die neue eingabemaske von blogger geärgert. ich hatte sehr früh in der testphase auf die neue benutzeroberfläche umgestellt und da wurde erwartbar noch ein bisschen gebastelt und immer mal wurde ein button an einen anderen ort verschoben oder in seinem erscheinen verändert. insgesamt fand ich aber die meisten veränderungen zeitgemäss, akzeptabel oder sogar chic (der +-button in der rechten unteren ecke!) 

nun hat - wenn ich das richtig verstanden habe - die neue eingabemaske komplett die alte abgelöst und ich hatte erwartet, dass jetzt die veränderungen aufhören. pustekuchen: da wird weiter dran gebastelt, und merkwürdigerweise kann ich nun absätze nur noch mit abstand machen, die eingefügten bilder erscheinen immer gleich in gross (zwar in der von mir meist verwendeten grösse, aber zum schreiben finde ich das unpraktisch), und die absätze um die bilder herum entziehen sich komplett meinem einfluss. das fiel mir gestern beim bilderreichen 12er-post so richtig auf und nun verstehe ich den ärger über blogger auch besser. und wo ist denn eigentlich der schicke +-button geblieben? 

ansonsten war der tag heute ungewöhnlich abwechslungsreich: kai kam am späten vormittag in die werkstatt, brachte gipfeli für ein spätes zweites frühstück mit und ging mit mir in der limmat schwimmen. dort waren wir nahezu alleine, die schule und die arbeit hat wohl für fast alle wieder begonnen. 

über mittag ging ich einkaufen fürs abendessen mit gästen, den nachmittag verbrachte ich mit telefonieren, lesen und schreibtischarbeit. gegen abend bereiteten wir gemeinsam salat und foccacia fürs abendessen vor und hiessen dann unsere gäste willkommen. und da es inzwischen ein bisschen abgekühlt hatte, sassen wir aufs schönste bis spät unter der pergola.

Donnerstag, 13. August 2020

12. august 2020 - 12 von 12 im august 2020

schon wieder ein zwölfter, zeit, ein paar bilder vom alltag zu zeigen. und heute war wirklich ein sehr alltäglicher tag, der trotzdem viel gelegenheit zu schönen bildern bot - ist ja beileibe nicht immer so!
 
 
der morgendliche gartenrundgang brachte wieder neue samen - vor allem vom weissen löwenmäulchen.

zufälliges arrangement.

und diesmal eine rechtzeitig entdeckte gurke.
in der werkstatt habe ich heute grosses vor: ein zweiter affe entsteht.
dank spiegel bin ich auf mal mit auf dem bild.
nach dem filzen ist vor dem filzen... also dokumentiere ich arbeitsschritt für arbeitsschritt, um herauszufinden, welche vorgehensweise die sinnvollste ist. nach dem mittag geht es nach hause - zuerst etwas essen, dann pause machen. es ist heiss und es lässt sich eigentlich nur im komplett verschlossenen haus aushalten.
 ich bin heute dran mit kochen, blättere durch ein kochbuch, das wir schon länger haben und finde auf anhieb einige gerichte, die ich gerne mal kochen möchte, inklusive einem salat für den besuch, der für morgen abend spontan zugesagt hat, nachdem wir seit zwei jahren "auf ein bier" verabredet sind.
der nachmittag vergeht schon wieder über schreibtischarbeit. man darf sich so ein filzerinnenleben auch nicht zu idyllisch vorstellen.
nach einem schwumm im bädle starte ich mit elan in der küche: zwiebeln fürs shakshuka.
und tomaten zum trocknen für den morgigen salat.
so sieht dann unsere shakshuka aus - die eier waren zu trocken, es ist aber auch sehr schwer abzuschätzen, wann das eiweiss fest, das eigelb aber noch flüssig ist.
 es wird schon wieder viel zu früh dunkel - jedenfalls zu früh, um im garten noch zu lesen oder zu stricken. 

nun schicke ich meine zwölf bilder wie seit vielen jahren schon zu caro - und gehe schauen, wie die anderen bloggerinnen diesen tag so verbracht haben. 

 

in den vergangenen jahren habe ich selten im august über den 12. gebloggt: 

12 von 12 im august 2016

12 von 12 im august 2015 

12 von 12 im august 2014

Mittwoch, 12. August 2020

11. august 2020 - der tag der vergessenen gurke

der tag begann mit listenschreiben, denn mittlerweile gibt es doch eine ganze menge an dingen, die erledigt werden wollen, damit die kurse und der filzbaukasten starten oder weitergehen können. dazu kamen gestern dann noch zwei anfragen an die filzwerkstatt. und das meiste ist weiterhin mit viel unsicherheit behaftet. 

ein bisschen zeit verbrachte ich auch in der werkstatt, da wird es aber um die mittagszeit jetzt heiss und so holte ich nach dem mittag das gemüse ab und fuhr nach hause. weiter schreibtischarbeit, die ich zum schwimmen unterbrach und für ein bisschen plauderei mit der tochter. irgendwann machte ich feierabend und schaute die verpassten videos des august-art-journal nach. allerdings zu spät, um dabei noch stricken zu können. 

eine vergessene gurke

gelesen: john lancaster, kapital

gehört: lage der nation

Dienstag, 11. August 2020

10. august - piz beverin

 ich war heute praktisch den ganzen tag im bündnerland, ohne die berge so richtig zu sehen. nein halt: ich sah die wolken um den piz beverin aufziehen während wir im garten der filzkollegin sassen und mehrere stunden den neuen filzlehrgang, der jetzt filzbaukasten heisst, besprachen. modul für modul gingen wir durch, um die inhalte so festzulegen, dass nun tatsächlich jedes modul für sich stehen kann, aber auch zusammen mit den anderen modulen sinn ergibt. irgendwann assen wir salat direkt aus dem garten, irgendwann zog ein gewitter auf, später fuhr ich noch an den sufersee um holz zu sammeln und noch später lud ich tischplatten ins auto für coronakonforme einzelfilztische und ausserdem kaufte ich noch käse in der einzigen sennerei, von der ich auch den käsekeller schon besichtigt habe, und die eine käsespezialität nach einem anderen lokalen produkt, das es schon viel länger (sehr, sehr lange!) gibt, benannt hat. und irgendwer wird schon wissen, wo ich heute war. es war jedenfalls sehr, sehr schön und sehr, sehr anstrengend, aber auf die gute art. 

zuhause erwartete mich die familie, ergänzt um den sohn, der gestern nicht bei uns sein konnte und wir sassen noch lange unter der pergola.

Montag, 10. August 2020

8. und 9. august 2020 - rastloses wochenende

mit schrecken habe ich festegestellt, dass ich den post über den freitag gestern gar nicht veröffentlicht habe. naja, so schlimm war es auch nicht, so viel ist am freitag ja gar nicht los gewesen, also eher so: nix. 

ich frage mich, ob ich mich gerade in einer blogkrise befinde, es einfach nur zu heiss zum bloggen ist, oder es vielleicht sogar ganz heilsam ist, die sache mit dem tagebuchbloggen auch mal lockerer zu sehen. jedenfalls wird es wieder einen wochenendsammelpost geben, denn es ist jetzt bereits sonntagnachmittag. 

und vermutlich werde ich gleich wieder unterbrochen werden, denn die tochter möchte die haare gefärbt bekommen und ich möchte eigentlich schwimmen, aber zuerst muss noch der zwetschgenkuchen fertig werden, damit ich ihn aus dem ofen nehmen kann. der sollte eigentlich schon fertig sein, aber nach der eingestellten backzeit hat der ofen sich ausgestellt und ich habe vergessen, ihn für zusätzliche 10 minuten wieder anzuschalten, und jetzt muss der kuchen halt noch mal nachbacken. 

es ist heiss, wobei es mir bis gestern durch eine angepasste lebensweise noch nicht so sehr heiss vorkam. will heissen: ich bin vor allem morgens und abends draussen, den tag über eher im haus oder höchstens mal im bädle. heute finde ich es aber endgültig: heiss. 

gestern morgen ging der blogpost wohl halb fertig vergessen, weil wir recht früh (kurz nach acht) und ohne frühstück nach aarau aufgebrochen sind, um zuerst dort zu frühstücken und anschliessend über den wochenmarkt zu schlendern. 

und es war nicht nur wochenmarkt, sondern auch flohmarkt! es geht also auch anders.


die markstände stehen viel weiter auseinander, der wochenmarkt auch nicht in doppelreihe, sondern halt auch noch auf dem platz vor dem stadtmuseum und in eine querstrasse hinein. die anzahl der stände für den flohmarkt ist eingeschränkt, aber alle marktfahrer haben sich ein system ausgedacht, wie sie die anforderungen einhalten können und der markt ist so tatsächlich auch weniger stressig. vielleicht muss man an der einen oder anderen stelle ein bisschen mehr geduld mitbringen, aber man hat ja auch mehr zeit, oder ist das schon wieder vorbei mit der entschleunigung? 

nach der "neuen normalität" fragt eine ausstellung im foyer des stadtmuseum aarau, den titel "herrscht nun coro normal?" habe ich an anderer stelle schon mal erklärt. heute waren wir wirklich drin im museum und haben an den interaktiven angeboten teilgenommen: kai hat die leeren strassen aus dem lockdown bevölkert und ich habe einen begriff erläutert, der für mich charakteristisch für die corona-zeit ist. ausgewählt habe ich "inderaktuellensituation" - für mich eine umschreibung und ein euphemismus, der oft gewählt wird, wenn man nicht "wegen pandemie" oder "wegen corona" sagen will. da der begriff  aber mittlerweile so floskelhaft benutzt wird, hat er eine einengung vom neutralen ins spezielle, nämlich gerade auf die coronapandemiesituation erfahren. 


spannend fand ich auch die fotoprojekte von drei aarauer fotografen, die von drohnenaufnahmen über den blick aus dem eigenen fenster bis zu speziell aufgenommenen fotos vom zuhausebleiben (durch die scheiben im erdgeschoss oder dem ersten stock, da dann mit hilfe einer leiter) eine schöne bandbreite im lokalen bieten. 

wir mussten dann noch einen umweg über den bäcker machen, von dem wir brot zum zmorgen gehabt hatten und jetzt haben wir ein sehr gutes dinkelvollkornbrot. ausserdem brachten wir nach hause: ein lammnierstück vom schweizer lamm, paprikas für eine pepperonata, etwas cima di rapa  ähnliches catalogna, zwetschgen für zwetschgenkuchen, äpfel, oliven und käse zum irgendwann essen. 

zuhause waren wir am frühen nachmittag - ich schnitzte an meinen stempeln für die sommerpost weiter, das gibt aber mal einen extrapost, wenn alles fertig ist. der mittag ging dann so schnell herum, dass es mir erst am abend noch einfiel, dass ich ja noch schwimmen wollte. und dann haben wir ausführlich gekocht und vor dem essen noch apero genossen und insgesamt wurde es dann wieder so richtig spät, aber das war auch egal, weil es ja ohnehin sehr warm war und es draussen erst nach sonnenuntergang so richtig angenehm wurde. 

***

für den sonntag hatten wir uns vor allem ausschlafen vorgenommen und für den nachmittag den besuch des sohns zu kaffee und kuchen. als der kuchen im ofen war - also ungefähr zu dem zeitpunkt, an dem ich diesen text begonnen habe, kam allerdings die nachricht von ihm, dass einer seiner arbeitskollegen auf ein covid19-testresultat warte und so sagten wir den besuch lieber ab. den zwetschgenkuchen bekamen die beiden eingeladenen dann per fahrradkurier - ich übernahm im gegenzug eine gestanzte briefmarkenvorlage für die sommerpost. ich merkte erst im lauf des tages, wie traurig ich über diesen abgesagten besuch war.

ansonsten riss über den ganzen sonntag die kette der beschäftigungen nicht ab: früh am morgen eine stunde giessen und gartenpflege, dann kuchen backen, tomatensauce kochen, tomaten ernten, samen sammeln und endlich beschriften, teilweise sogar in tütchen verpacken, die haare der tochter färben, zwetschgenkuchen essen, an den kirschlorbeeren die bereits reifen früchte abschneiden, an diesem blogtext schreiben, ein einziges gehetze durch den sonntag. irgendwann war es genug, ich ging dann eine runde schwimmen und anschliessend stempelte ich meine briefmarken. eine passend meditative tätigkeit um der rastlosigkeit entgegenzuwirken. 

kai machte solange pizza, die wir am einzigen luftigen ort assen, nämlich auf dem balkon im ersten stock. anschliessend noch ein bisschen vorbereitung auf den montag, serie schauen und dann früh zu bett. 

gesehen: the rain (3.staffel) ich weiss nicht, ob das wirklich gut ist. im frühjahr hatte ich einen stop der weltuntergangsszenarien in fernsehunterhaltung verlangt, ich mag einfach nicht auch noch zur unterhaltung von viren und quarantänezonen hören. 

gelesen: john lancaster, kapital (ich bin mittlerweile sicher, dass ich das schon gelesen habe, kann mich aber nicht mehr an viele handlungsstränge erinnern, so dass ich jetzt einfach weiterlese).

Sonntag, 9. August 2020

7. august 2020 - nixlos.

ein gewöhnlich-ungewöhnlicher freitag: will heissen, weil es keine anmeldungen für die offene werkstatt am freitagnachmittag gab, war ich vormittags in der werkstatt und nachmittags zuhause, um den haushalt in einen wochenendtauglichen zustand zu versetzen. 

am abend waren wir dann noch gemeinsam unterwegs mit dem ziel gläser zu kaufen, die gab es aber nicht mehr, anstattdessen haben wir nun einen kleinen bistrotisch für den garten. die tochter holte kai spät vom freibad anstatt vom turntraining ab und so sassen wir erst um viertel vor neun im garten und assen tomate-mozzarella aus eigenen tomaten. 

ich vermisse in dieser woche bisher noch die sommerpost, aber das kann auch mit ferien und baustelle vor unserem haus zu tun haben.

Freitag, 7. August 2020

6. august 2020 - affig

gestern und heute ist in der werkstatt ein affe entstanden. 


seit dem erscheinen des exzellenten heftes der filzerin gabriele mazaracis, in dem sie schritt für schritt erklärt, wie ihre tiere entstehen, habe ich mich schon ab und zu mit dem filzen von tieren beschäftigt, aber es gehört immer noch nicht zu meinen kernkompetenzen, wesen aus vollfilz zu erschaffen. 

nun gab es eine neue herausforderung: im rahmen der offenen werkstatt entstehen immer mal wieder wünsche und ideen bei schüler_innen, die sich nicht aus dem handgelenk erfüllen lassen. unter anderem der wunsch, einen affen zu filzen. es gab auch ein vorbild, und zwar aus dem musterkatalog der leider früh verstorbenen berliner filzerin christine birkle. dazu hatte ich die figuren von swig im hinterkopf - filzt sie eigentlich noch? - und so konnte es mit hilfe des technischen rüstzeugs von gabi losgehen. 

ich habe natürlich bei leibe nicht jeden arbeitsschritt fotografiert, obwohl das schon wünschenswert gewesen wäre. aber manchmal musste ich einfach weitermachen, ein anderes mal waren die hände zu seifig und zwischendurch habe ich das fotografieren komplett vergessen. nicht alles hat auf anhieb gut funktioniert, aber um aus den fehlern zu lernen, habe ich nach der fertigstellung des affen alle schritte aufgeschrieben - plus die alternativen, die ich mir vorstellen könnte, dass sie besser funktionieren. 

 hier badet der inzwischen deutlich kleiner gewordene affe zur entspannung im essigwasser, während ich mir notizen mache. augen und mund machen ihn vollends zu einem kleinen liebenswerten wesen. er scheint selbst ein bisschen überrascht zu sein, was da mit ihm passiert. 

ja, sie haben ganz richtig gesehen, der affe hat zwei rechte hände. immerhin besser als zwei linke, aber irgendwie doch auch nicht sooo praktisch. im eifer des gefechts und durch stetes herumdrehen habe ich die handflächen nicht gegengleich, sonder gleich gemacht. das ist aber wirklich der einzige sichtbare mangel - bitte sprechen sie das tier nicht auf seine grossen ohren an, das gehört so! 

den affen habe ich zuerst einmal alleine gefilzt, es wird ein zweiter folgen, dann fühle ich mich fit genug, einen entstehungsprozess zu begleiten. dabei wird sicher ein ganz anderes tier entstehen, denn vermitteln kann ich nur die handgriffe, die notwendig sind, um leib, arme, beine, kopf und ohren zusammenzufügen, proportionen und ausdruck fügt die jeweilige filzende person selbst hinzu. 

ich freue mich, dass ich wieder mal bei den tieren gelandet bin. es macht immer wieder richtig spass, ein wesen entstehen zu lassen, das dann so lustig aus dem lavabo guckt. momentan habe ich die idee, noch mehrere davon bis zum tag der offenen türen im oederlin-areal zu filzen, sicher sind die ein guter hingucker! 

wenn ich nur wüsste, was ich mit all dem papierenen informationsmaterial machen soll... pandemiebedingt habe ich ja momentan eher weniger spontane besucher, die 100 wanderkarten von zeitsprung oder fünfzig einladungskarten zum tag der offenen türen mitnehmen könnten. über den newsletter gibt es die beiden demnächst digital und hier die daten schon mal vorab: 

samstag 5.september 2020

11 uhr bis 18 uhr 

tag der offenen türen im oederlin areal - und in der filzwerkstatt filzquadrat

(sollten sie aber beides gerne in papier haben wollen, schicken sie mir doch eine direktnachricht (rechte spalte), dann bringe ich es auf die post!) 

***

sonst so: es wird wieder heiss, nach den regentagen anfang der woche. nachts kühlt es aber zumindest ganz gut ab und so geniessen wir den garten vorerst vor allem morgens und abends. das wasser im bädle ist kühler durch den regen und die tonnen sind wieder voll. morgens stehe ich jetzt meist früh mit der tochter auf, um halb sechs. wir wechseln dann ungefähr fünf worte bis sie kurz vor sechs das haus verlässt, aber sie freut sich bisher noch über meine anwesenheit. um die frühe zeit dämmert es gerade und ich habe jetzt also immer viel zeit um in den tag zu starten. 

ich versuche dran zu bleiben am august art-journal von ramona weyde, vorerst nur beim schauen, aber ich weiss, dass ich wieder ein paar gute ideen mitnehmen werde aus diesem angebot. ich denke, man kann sich immer noch anmelden, tun sie das, auch und gerade, wenn sie denken, dass ein skizzenbuch nichts für sie ist, aber immer schon mal eins haben wollten. 

ausserdem höre ich mich durch die podcasts der reflekta-reihe zum thema suffizienz, die sind zwar von unterschiedlicher qualität, aber geben doch den einen oder anderen impuls zum thema "was ist genug?".

gelesen: john lanchester, kapital

gesehen: sonne, mond, sterne (es ist zu schön zum drinnen sitzen) 

gehört: siehe oben

Mittwoch, 5. August 2020

5. august 2020 - blogfrei

das blog bleibt heute wegen einer familienfeier geschlossen!

4. august 2020 - endlich mal wieder ein gemüsebild!

das wetter weiterhin herbstlich, morgens fror ich auf dem velo heute mit socken und jacke.

in der werkstatt reichte die geplante arbeit nur bis elf uhr, dann waren die finken so weit, dass ich einen termin mit der kundin ausmachen kann, um sie anzupassen.
und da es gerade auch mal nicht regnete fuhr ich nach hause und füllte die grüntonne, es gibt genug abzuschneiden, nur waren wir übers wochenende faul. ich stutzte den fliederbaum endgültig (es stand nur noch ein stamm, den rest hatte ich schon nach der blüte zurückgeschnitten und der treibt bereits mächtig aus) und schnitt den haselnussstrauch am fahrweg. so konnte ich wenigstens sehen, wie noch vor zwölf (!) das grüngutauto vorne auf der strasse die tonnen leerte. unsere ist jetzt voll und wird halt nächste woche geleert.
dann ass ich wieder alleine zu mittag, las eine weile, beantwortete mails und trank mit kai, der frühzeitig aus dem büro zurückkam, kaffee.
den nachmittag verbrachte ich mit bügeln und telefonieren (parallel) und mit einer fahrt zum gemüseabholen. die strasse über den hertenstein ist jetzt wieder ganz regulär geöffnet, so dass ich eine schöne panoramarundfahrt machen konnte.


heute gab es üppig gemüse, vor allem wirklich viele tomaten. das bedeutet, zusammen mit unseren eigenen tomaten, den einstieg in die tomatensaucenproduktion für die gefriertruhe. juhui!
es hat aber auch bohnen, zwei salate, zucchini und aubergine, rüebli, kartoffeln, zwiebeln, knoblauch und basilikum und petersilie.

kai kochte heute, so dass ich noch eine weile die podcasts aus der reflekta-reihe hören und mit notizen dazu machen konnte.
zum abendessen gab es schnitzel und eine grosse schüssel bunten salat. am abend verhedderten wir uns in arte-dokumentationen, die alle nicht wirklich überzeugend waren, aber teilweise spannend genug, dass wir sie doch bis zum ende sahen.

gelesen: john lanchester, das kapital (ich habe den verdacht, dass ich das schon mal gelesen habe)

Dienstag, 4. August 2020

3. august 2020 - dunkel, regen, nass und kalt

am morgen war es noch trocken als ich in die werkstatt radelte, aber schon ganz schön kühl, so dass ich mir übers t-shirt noch einen pullover gewünscht hätte.

in der werkstatt gibt es glücklicherweise noch arbeit, eine letzte bestellung aus der aktion im frühjahr ist noch zu erledigen und auf einen einzelfilztag muss ich mich intensiv vorbereiten - ich weiss nur noch nicht, wie ich das abrechnen soll: als persönliche erfahrung oder der kundin weiterverrechnen? nebenbei habe ich den alten teppich, den ich in der vergangenen woche überarbeitet hatte, ein weiteres mal ausgewaschen. er fühlte sich merkwürdig klebrig an, als ob das seit jahren darin verbliebene wollfett sich durch das erneute walken in eine art harz verwandelt hätte. so richtig gut ist das auch nach dem waschen nicht, aber immerhin besser. falls hier aktuell noch filzerinnen mitlesen - ich wäre froh, wenn jemand das auch schon mal erlebt hat und vielleicht einen tipp beisteuern kann, wie ich diesen effekt vermeiden oder jetzt auch noch bekämpfen kann.

zum mittag kam ich in ein leeres haus - seit monaten sicher erst das zweite oder dritte mal. draussen regnete es, zwischendurch kam auch mal ein gewitter, jetzt sind alle regentonnen und giesskannen wieder voll. die wiese freut sich aber über weiteren regen. für den rasenmäher habe ich endlich schleifpaste bestellt, also soll das gras ruhig mal wieder ein bisschen wachsen.

den nachmittag verbrachte ich teils mit lesen, teils mit podcast-hören und zu einem grossen teil mit küchenreinigung. nach vier trafen kurz hintereinander zuerst die tochter und dann kai ein - die tochter tut sich noch ein bisschen schwer mit dem erzählen vom arbeitsalltag, es hat ihr aber insgesamt gut gefallen.

ich war ein wenig traurig, als ich von der absage aller flohmärkte in baden für dieses jahr las. die stadt sieht keine möglichkeit, ein passendes schutzkonzept auf dem theaterplatz umzusetzen. traurig war ich nicht deshalb, weil ich als käuferin oder verkäuferin einen besuch geplant hatte, sondern von der ganzen tendenz. mit meinem alltagsverständnis der bisherigen informationen zu den übertragungswegen des corona-sars2-virus waren mir veranstaltungen unter freiem himmel verhältnismässig ungefährlich vorgekommen. wo anderswo dinge - zumeist drinnen - angeboten werden, bestehen die schutzkonzepte vorwiegend aus herumstehenden desinfektionsspendern und vagen empfehlungen bezüglich der anzahl der personen pro quadratmeter. (neulich im elektronikladen las ich von 65 personen für die filiale und überlegte, dass ich den laden bei dieser menge an personen vermutlich gemieden hätte, und zwar auch ohne corona.)
einkaufszentren sind ganz normal geöffnet, in gaststätten sitzen die menschen zwar nicht mehr dicht gedrängt, aber immer noch ohne ihre daten zu hinterlegen, aber für (floh)märkte im freien gibt es kein schutzkonzept ausser: absagen.
ja, klar, flohmärkte sind nicht lebensnotwendig. aber vielleicht haben sie, weil sie nur gebrauchte waren anbieten und damit eher dem weniger als dem mehr verhaftet sind, einfach auch keine gute lobby, die vor jobverlusten und umsatzeinbrüchen warnt. aber immerhin will die stadt sich für das kommende jahr gedanken machen und konzepte entwickeln. bis dahin bin ich weiter traurig über den verlust eines ortes an dem nachhaltigkeit gelebt wird.

der abend war herbstlich, keiner wollte so recht raus, die grüntonne bleibt wohl in dieser woche leer.

anstattdessen sahen wir aus der arte-mediathek einen tschechischen spielfilm: mein onkel archimedes erzählt von einem griechischen kommunisten, der vor dem bürgerkrieg in seiner heimat in die tschechoslowakei flieht und sich dort im sozialistischen paradies wähnt. je mehr er sich mit den tschechen, die ihn freundlich aufnehmen, anfreundet, desto mehr bröckelt seine liebe zu stalin und den kommunisten. das heimweh treibt ihn zu immer wieder scheiternden heimkehrversuchen, unterstützt wird er dabei von seinem tschechischen freund karel. eine schöne geschichte von fremde und heimat, und ein kapitel europäischer geschichte, die mir bislang gänzlich unbekannt war.


Sonntag, 2. August 2020

1. und 2. august 2020 - ferienende und - ausklang

die letzten tage war ich ein bisschen blogmüde. passiert ist auch nicht viel. wir haben die letzten ferientage der tochter genossen. es sind wieder kurse abgesagt worden, wegen denen ich mir in den beiden ferienwochen den kopf zerbrochen habe. ich bin das ewige planen und absagen ein wenig leid, weiss aber auch keine abhilfe, denn wenn nichts geplant ist, kann gar nichts stattfinden, andererseits ist halt kaum etwas planbar momentan, also ist es logisch, dass absagen kommen. ich übe noch, das ganz zenmässig einfach hinzunehmen.


gestern war hier nationalfeiertag - coronabedingt fast ohne offizielle feiern, manche gemeinden hatten sich spezielle aktionen einfallen lassen, srf berichtete darüber, rührend fand ich vor allem die gemeinde, die röstipackungen und den text der hymne an alle haushalte verteilen liess. mit dem velo unterwegs sahen wir schön dekorierte gärten und rotweiss gekleidetet menschen.

wir wollten ein wenig ferienausklang haben und dazu auswärts burger essen - alleine wir standen vor einem geschlossenen imbiss, trotz platzreservierung. beim italiener fand sich noch ein platz im freien, dort speisten wir dann auch sehr lecker.

die hitze tagsüber führt dazu, dass zwei mal spätabends nach dem heimweg mit dem velo noch in den pool gesprungen wurde - das ist dann schon ganz besonders lässig und so was von ferienmässig.

ich habe es geschafft, mich von einer wespe in den daumen stechen zu lassen. ausgerechnet ich, die ich beim essen immer predige, ruhig zu bleiben und besonnen auf die wespenplage zu reagieren, fasse in das trocknende basilikum und störe dabei eines der nützlichen insekten, so dass es in panik sticht. trotz sofortigen kühlens ist der rechte daumen jetzt doppelt so dick wie der linke.

der sonntag bringt endlich ein bisschen abkühlung, geregnet hat es auch, so dass wieder wasser zum giessen da ist. andererseits war es schade, dass gerade dann das zweite gewitter aufzog, als wir gerade besuch hatten, der auch mit badekleidern ausgestattet war, aber kuchenessen und kaffeetrinken war auch schön.

nun wird noch grilliert - ab morgen soll wieder so etwas wie alltag stattfinden. ein neuer alltag, die tochter beginnt mit der lehre und freut sich drauf.



Freitag, 31. Juli 2020

30. juli 2020 - nicht ganz der triumph, den ich mir erhofft hatte

eigentlich dachte ich, ich wüsste genau, wie ich über diesen tag berichten würde: am morgen eher ferienstimmung mit gartenarbeit und einer schwimmrunde, am nachmittag besuch der botschaft und ein bisschen bern-sightseeing mit der tochter.

eines darf aber nicht unerwähnt bleiben: es ist uns zum wiederholten male gelungen, alle, wirklich alle notwendigen dokumente nicht nur kopiert, sondern auch im original, unterschrieben und beglaubigt dabeizuhaben, so dass wir uns für die beantragung eines personalausweises für die tochter nur eine viertelstunde in der konsularischen abteilung der deutschen botschaft aufhielten. dazu waren sämtliche mitarbeiter so nett und freundlich, dass selbst das fiebermessen vor dem eintreten seinen schrecken verlor.

nun muss ich mir das nur für den nächsten besuch merken, damit ich ein wenig entspannter an die ganze geschichte hin gehen kann. vielleicht wird das demnächst, also so in ungefähr fünf jahren, wenn es für kai und mich wieder aktuell wird, sogar ein schöner ausflug in die bundeshauptstadt, bei dem man so nebenbei einen neuen pass beantragt. jedenfalls die tochter und ich waren nach dem botschaftstermin noch im rosengarten und haben die aussicht auf die altstadt genossen:

schöön, gäu?
(ich mag den berner dialekt wirklich gerne, kann ihn aber nicht sprechen. die beiden worte habe ich deshalb im wörterbuch berndeutsch nachgeschaut.)

ausserdem gab es noch ein eis an der von der tochter ausgesuchten eisdiele. die lag zwar zufällig auch noch am bärengraben, dort war aber nicht viel los. per zufall haben wir aber drei der vier bären gesehen!


was mich aber seit gestern mittag, als die neuesten fallzahlen neuer coronainfizierte in der schweiz online waren, beschäftigt, sind eben diese zahlen, oder vielmehr der anstieg derselben. 220 neu gemeldete infektionen an einem tag, das gab es nicht seit um den 20. april herum. und das ist kein ausreisser, sondern zeichnete sich schon die letzten tage über ab. klare worte wurden in der pressekonferenz gesprochen, der direktor des bundesamts für gesundheit im o-ton: "die zukunft sieht etwas düster aus". (na, so klare worte waren das dann doch nicht.) verstehen muss man die besorgnis, die um sich greift, aber doch so, dass dringend massnahmen her müssen, um die situation unter kontrolle zu bringen. man wünscht sich eine maskenpflicht auch in läden und öffentlich zugänglichen räumen, die die kantone verhängen sollen, diese wollen darüber beraten.

weniger sorglosigkeit, das müssten der bund oder die kantone, meinetwegen auch die gemeinden oder städte, vielleicht verordnen -wenn das nur ginge!

man hat sich allenthalben an den schrecken gewöhnt, wie an die pfeile auf den böden und die desinfektionsmittelspender vor den geschäften, ignoriert sie gelegentlich und hat das gefühl, die lage sei unter kontrolle. auch wir sind sorgloser geworden, sind in den ferienwochen unterwegs gewesen, an so vielen orten hintereinander, wie zuvor lange zeit nicht. nicht völlig sorglos, denn wir machen uns immer noch gedanken, wo wir hingehen und wie wir uns dort sinnvollerweise verhalten, wir tragen masken im öv und manchmal beim einkaufen, wir haben alle die swiss-covid-app heruntergeladen und überprüfen gelegentlich, ob sie funktioniert. vermutlich machen es viele so wie wir, aber reicht das? wird das auch reichen, wenn die schule wieder anfängt und auch die oberschüler wieder im präsenzunterricht in die schule gehen, wenn die tochter jeden tag mit dem öv unterwegs ist, weil sie ab dem 3. august eine ausbildung beginnt?
und wie viele dürfen sich unvernünftiger verhalten, um die neuinfektionen nicht plötzlich wieder wie im märz hochschnellen zu lassen? wie viele dürfen alkoholisiert oder auch nicht, sorglos feiern und dabei vergessen, wo sie mit wem wann waren und auch ihre daten nicht hinterlassen?
"etwas düster" war zumindest gestern für meine zukunftseinschätzung eher untertrieben, und so wurde der gelungene besuch der botschaft nicht zu der erleichterung, die ich mir erhofft hatte.


Donnerstag, 30. Juli 2020

29. juli 2020 - 12tel-blick vom juli 2020


ein sommerlicher alltagsblick ist mir da gelungen. ich war so darauf konzentriert, den richtigen bildausschnitt zu wählen, obwohl in der hellen sommersonne so wenig auf dem display der kamera zu erkennen ist, dass ich völlig übersehen habe, wie wenig ansehnlich das ganze aussieht: vordergrund liegt die stange für den beckenabfluss herum und die geschlossenen jalousien sehen auch nicht gerade einladend aus. aber eben: momentaufnahme eines frühen sommernachmittags. das grün nimmt schon wieder überhand, da die stockrosen aber zur zeit wenigstens ein bisschen farbe in den garten bringen, dürfen sie weiterhin im weg rumstehen. die dusche ist geflickt - und zwar im besten wortsinne, da bekommt das wort duschhaube eine ganz andere bedeutung. 

haben sie den flamingo aus dem vorherigen bild wiedergefunden?


heute hat er sich ein bisschen versteckt, ihm wird in der sonne auch schnell zu warm .


der überblick über alle bisherigen bilder aus diesem jahr. mitte des jahres kommt bei mir dann immer der verdruss und ich denke, man hätte auch einen anderen ausschnitt wählen können. sind ja nur noch fünf bilder, dann gibt es wieder etwas neues. ich mag die 12tel-blick blogaktion von eva aber immer noch sehr gerne!


ansonsten heute:

morgens in der werkstatt weiter aufgeräumt, dokumente sortiert und einen teppich vom anfang meiner filzausbildung zu überarbeiten begonnen. der teppich war einmal als eine art barfusspfad gedacht und aus sorge, dass sich die wolle zu fest vermischen würde, habe ich ihn nicht so fest gefilzt, wie ich das heute machen würde. und vielleicht ein bisschen auch aus unkenntnis und weil ich den weiteren aufwand scheute. jetzt schrumpft er noch ein bisschen und wird vielleicht auch wieder ansehnlicher. eigentlich ist es nämlich ein sehr schönes stück. hier entlang, wenn sie den teppich sehen wollen. bilder zur entstehung gibt es hier und hier.

am nachmittag vor allem heiss und weil ich sowieso nicht raus wollte, habe ich drinnen gebügelt. muss ja auch mal sein. geschwommen bin ich dann erst am abend, zusammen mit kai, später abendessen: salat mit gurke, melone und feta, in der sosse minze, die man aber kaum schmeckte. am abend noch gestrickt - nachdem ich mich über den bericht beim srf über die strickcommunity in der schweiz gefreut habe. überhaupt habe ich so jetzt die sommerserie des schweizer rundfunks entdeckt, in der hörer_innen inhalte wünschen dürfen. jedenfalls wird in der fünften von zehn folgen über strickblogs, strickmusterdesign, das färben und den ursprung der wolle berichtet.

gelesen: wieder viel news, nachdem die fallzahlen von covid-19-erkrankungen in den letzten tagen ansteigen.

Mittwoch, 29. Juli 2020

28. juli 2020 - unauffällig

ein eher unauffälliger tag, heiss, am nachmittag aber gewitter und danach dann erträglicher. am morgen in der werkstatt weiter aufgeräumt, das periodische ersetzen des mottenschutzes steht mir auch noch bevor, dabei habe ich das gefühl, das hätte ich gerade erst erledigt (anfang des jahres). um elf kam die tochter um mich zu einer schwimmrunde in der limmat abzuholen, tatsächlich schwamm ich das erste mal seit irgendwann anfang märz in einem anderen gewässer als im hauseigenen bädle. schön war auch, dass wir auf dem rückweg einen schulfreund des grossen sohns getroffen haben.
am nachmittag zuhause ist es mir erst zu heiss, dann gewittert es, dann gibt es kaffee und kuchen:


der erste august steht kurz bevor, was man unschwer an der gestaltung der cremeschnitte sehen kann.
ich stricke, ich wurstle im garten herum, in dem schon wieder dinge wachsen, die ich da nicht haben will und ausserdem die blüten des frauenmantel abgeschnitten werden müssen. ich koche gurken ein. zuerst dachte ich ja, dass wir lieber schlangengurken hätten haben sollen als russische einlegegurken, aber jetzt sitzen wir mitten in einer gurkenschwemme von der gemüsegenossenschaft und ich bin ganz froh dass ich die gurken einkochen kann.
zum abendessen kocht kai aus ernteanteil bohnenpäckchen mit kartoffeln, die wespen machen uns das essen schwer, so dass wir schliesslich nach drinnen umziehen.
später sitzen wir dann wieder draussen, aber nicht allzu lange, ich muss endlich mal früher ins bett.

gelesen: vicki baum, menschen im hotel

Dienstag, 28. Juli 2020

27. juli 2020 - knapp fünf stunden später...

heute morgen wollte ich vor der kaffeepause um zehn noch schnell die unterlagen für den personalausweis für das fräulein tochter ausdrucken, hatte dabei aber die gemütslage des etwas in die jahre gekommenen druckers nicht beachtet. der wollte partout nicht mehr anerkennen, dass er mit farbpatronen wohl bestückt war, sondern blieb stur bei der meldung, ihm fehle mindestens eine solche.

aber bereits am nachmittag um halb vier, also nur knapp fünf stunden später, hielt ich das ausgedruckte dokument in händen. frisch aus einem niegelnagelneuen drucker mit tank anstatt tintenpatronen. mal sehen welche fehlermeldungen der dann in einer fernen zukunft produziert, damit wir merken, dass seine zeit abgelaufen ist.

ansonsten: viel beruflicher und familiärer organisationskram, an der berufsschule der tochter vorbeigefahren, eingekauft (unter anderem einen drucker, haha), ein bisschen küche geputzt, eine runde geschwommen (aber erst am abend), zum abendessen mangoldrisotto und gebratene zucchinischeiben mit rosmarin und balsamico gekocht.

und die zweite sommerpost ist gekommen!



ein ganz herzlicher dank dafür geht an martina. da ich aber nicht ganz sicher bin, wie sehr sie ihren blog noch pflegt, hier auch noch der link zu ihrem instagram.


Montag, 27. Juli 2020

26. juli 2020 - sonntag in der grossstadt

am sonntagmorgen um sechs schaffte ich es, einen termin für einen passantrag auf der deutschen botschaft in bern für die tochter zu buchen. ich hatte seit mittwoch alle paar stunden die terminbuchung im internet aktualisiert und auf kurzfristige absagen spekuliert. von keine termine bis september bis termin am nächsten tag (leider unpassen, da wir ja in d waren) war alles dabei.
sonntagmorgen war dann insgesamt nicht mehr so gemütlich, weil die tochter und ich mit ihrer patentante zum frühstück in stuttgart verabredet waren, wir frühstückten also nicht  mehr wirklich gemeinsam mit meiner mutter, sondern nur noch sehr sparsam und packten dann alles zusammen und machten uns auf den weg in die landeshauptstadt.

dort wurden wir mit einem üppig gedeckten frühstückstisch empfangen:


als wir es uns gerade gemütlich gemacht hatten, klingelte es und "überraschungsbesuch" stand vor der türe. unsere heutigen gastgeber hatten nämlich am tag zuvor auf dem wochenmarkt gemeinsame bekannte getroffen und sie spontan ebenfalls zum frühstück eingeladen. die wiedersehensfreude mit den (für mich) ehemaligen studienkollegen war gross! und die überraschung der gastgeber gelungen. ganz schnell fühlte sich die frühstücksrunde trotz pandemiebedingter themenzentrierung ganz wie früher zu unseren gemeinsamen stuttgarter zeiten an.

nach dem frühstück trennten sich unsere wege für  eine weile - die patentante bekam exklusivzeit mit dem patenkind und unternahm einen kleine ausflug zum killesbergpark, und ich spazierte mit den studienkollegen in die stadt. woran man auch nach jahren noch merkt, dass man ziemlich gleich tickt:


wenn man auf den kleinen schlossplatz geführt wird, um ein merkwürdiges mediterranes blumenquadrat zu bestaunen, das sonst niemanden interessiert. in den fünfundzwanzig blumenkübeln stehen ausschliesslich pflanzen, die ich aus südlicheren gefilden kenne, teilweise wunderschön duftend. sieht natürlich keiner, weil alle unten an der königsstrasse dran vorbeilaufen.

um drei uhr waren wir alle wieder an einer eisdiele in der eberhardstrasse verabredet und genossen leckeres eis und tauschten urlaubserinnerungen und -tipps aus. irgendwann kam dann noch eine fahrraddemo, die kidical mass,  mit ganz vielen, auch teilweise sehr kleinen kindern vorbei.


nach dem eisessen verabschiedeten wir uns von den studienkollegen und fuhren mit dem bus durch die halbe stadt wieder zurück in den stuttgarter osten, wo wir im hinterhofgärtchen noch mit leckerem gegrilltem bewirtet wurden, bevor wir uns auf die heimreise machten.

die autobahn war einigermassen frei und abgesehen von einer scheibenwischeraustauschaktion auf der raststätte (der linke wischer wischerte nicht mehr, da habe ich die beiden wischerblätter ausgetauscht) und danach kaum noch regen kamen wir gut an unser ziel.

und während die tochter nach dem langen tag ein wenig erledigt war und ins bett ging, sass ich mit kai noch im garten und erzählte vom verlängerten wochenende in deutschland.


Sonntag, 26. Juli 2020

25. juli 2020 - samstag in der kleinstadt

frische brötchen zum frühstück am samstag bekommt meine mutter seit beginn der corona-pandemie von ihrer nachbarin mitgebracht, die auch sonst einen grossteil ihrer einkäufe für sie erledigt hat. in den genuss dieses service kamen wir dann am samstagmorgen alle, denn ich sollte nun auch sehen, wie gut das alles funktioniert.

also frühstück und danach eine runde durch drogeriemarkt (vor allem für die tochter) und über den wochenmarkt (vor allem weil es so schön ist). auf dem wochenmarkt trafen wir dann eine frühere kollegin von mir, die gemeinsam mit mir hier in der buchhandlung begonnen hat, vor mittlerweile fast 33 jahren.

nach dem markt besuchten wir das grab meines vaters auf dem friedhof und holten blumen aus der lieblingsgärtnerei am ort, die zum muttertag so unkompliziert einen strauss für meine mutter aus der ferne organisiert hatte.

zuhause brauchten wir kaffee und kuchen und eine pause, mehr oder weniger ausführlich. ich machte mich dann irgendwann an die reparatur  der duschwand, respektive das einsetzen einer neuen gummilippe, was sich wegen der platzverhältnisse als etwas komplizierter herausstellte als gedacht. die gummilippe auf die glastüre zu hämmern, wenn auch mit einem gummihammer, hat mich sehr ins schwitzen und ein bisschen ins fluchen gebracht. danach gab es nur noch 12 oder 13 steckdosen in der küche zu reinigen, dabei hat mir dann wieder die tochter geholfen.

die nachbarin bekam einen blumenstrauss, für ihre einkaufshilfe, und einfach weil es schön ist, danke zu sagen und wir sassen alle ein bisschen bei nachbars im wohnzimmer, zum erstem mal hörte ich dabei geschichten aus novosibirsk von wo die familie des mannes vor mehr als zwanzig jahren nach deutschland ausgewandert ist. geschichten vom sommer, von himbeeren und viel arbeit. eigentlich hätte die nachbarin in diesem jahr ihre mutter dort besucht.

ich plünderte im keller noch die werkzeugsammlung meines vaters für den grossen sohn und seine reparatur und restaurierung des t4, der neuerdings vor unserer haustüre steht.
zum abendessen gab es leber mit gemüsereis, danach sassen wir noch eine weile auf dem balkon, heute gab es nach livemusik und livegestreite an den vergangenen abenden gegenüber eine grillparty.



Samstag, 25. Juli 2020

24. juli 2020 - pandemiebedingt

der heutige tag war angefüllt mit einer ganzen menge an kleinen dingen, die zu erledigen waren und unterwegs kamen noch ein paar dazu.
nach dem frühstück luden wir zuerst das auto meiner mutter mit allerhand entsorgungszeugs voll. das kleine auto ist zwar deutlich weniger gut geeignet, um dinge zu transportieren als unser lieferwagen, aber mit einer schweizer autonummer zum wertstoffhof in einer schwäbischen kleinstadt zu fahren erschien mir doch arg provokativ. vor ort war dann auch alles prima, die tochter und ich schleppten das zeugs zu den verschiedenen containern, nachdem der müll noch im auto taxiert worden war. wir vermissten die in unserer heimischen entsorgungsstelle angebotenen wägeli.
nach dem entsorgen wollten wir einen kurzen abstecher in den schliessenden kaufhof machen, um die handarbeitsabteilung zu plündern, aber unterwegs füllten sich unsere einkaufstaschen auf wundersame weise mit büchern und kleidungsstücken (beides nicht aus dem kaufhof, sondern aus kleinen läden auf dem weg).
am nachmittag fuhren die tochter und ich in den baumarkt, und in dessen unendlichen weiten habe ich dann vermutlich den grossteil der schritte des tages gemacht. bei poolchemie gibt es auch in deutschland pandemiebedingte (1) lieferengpässe und schleifpaste 120er körnung ist wohl wirklich ein eher im fachhandel erhältliches produkt, aber nach längerem studieren des angebots konnten wir wenigstens eine passende gummilippe für die duschkabinenreparatur finden. die wird dann morgen stattfinden.
denn am späteren nachmittag stand zunächst eisessen auf dem programm, leider gab es pandemiebedingt (2) nur ein eis auf die hand, dafür eine riesenportion sehr malerisch schräg aufs hörnchen gepackt, was zu höchstleistungen im eisschlecken führte.
wocheneinkauf im edeka brachte mir neue erkenntnisse über pandemiebedingte (3) bestseller im buchhandel:


da steht er, der olle albert, in illustrer gesellschaft. ich vermute, die buchauswahl im supermarkt geht auf die spiegelbeststellerliste zurück. und was mir auch noch aufgefallen ist: das schmale bändchen in meinem regal hat mittlerweile recht an umfang zugelegt. beim wiederlesen alter taschenbücher beobachte immer wieder, an welch grosse zeilenabstände und schrifttypen ich mich/wir uns gewöhnt haben. früher passte mehr text auf weniger seiten und taschenbücher passten in taschen.

wieder zuhause wagte ich mich an eine optimierung des vorhandenen tv-geräts, ursprünglich mit dem ziel, das gerät mit dem vorhandenen wlan und damit mit dem internet zu verbinden, für eine nutzung der mediatheken der sender. um es vorwegzunehmen: das misslang gründlich, aber schon nach zweimaligem eingeben des sicherheitsschlüssels des routers war mir auch klar, dass man mit der "softwaretastatur" ohnehin wenig spass bei diesem ansinnen haben würde. also weiterhin ohne internet auf dem flachbildschirm. anschliessend fluchte ich noch ein bisschen beim sendersortieren via fernbedienungstastatur. und lernte, dass bei einigen privaten sendern ein empfang in hd kostenpflichtig, der mit weniger auflösung aber immer noch frei ist. ziel ist, die sender in der anordung der noch vor mehr als fünf jahren von meinem vater ausgedruckten liste zu sortieren. mehrere sender gibt es aber nicht mehr, oder zumindest kann ich sie nicht finden, oder sie sind mittlerweile nicht mehr frei empfänglich. dafür finde ich vielleicht morgen eine lösung. aber ein fernseher ist schon noch eine ganz andere kategorie als unsere spezielle mediennutzungsituation zuhause, die sehr auf gezielte auswahl angelegt ist und viel weniger auf verlockung durch durchzappen. interessant fand ich vor allem die internationalen nachrichtenkanäle, die ich natürlich auch via internet haben kann, aber nicht so zufällig wie auf dem fernsehgerät.

während meiner tv-geschichten kochten die tochter und die mutter und servierten gebratenen fisch mit reis und salat. bis wir auf dem balkon sassen war es dann fast schon zu spät und zu dunkel um zu stricken. heute auch kein livekonzert, sondern nur gestreite in der nachbarschaft.

gelesen: bedienungsanleitungen von tv und router

und noch eine leseempfehlung: herr rau schreibt über die täglich neue herausforderung, sich pandemiebedingt vernünftig zu verhalten, auch wenn das gefühl etwas anderes sagt.

Freitag, 24. Juli 2020

23. juli 2020 - reisetag

morgens früh mit kai aufgestanden, der ausnahmsweise ins büro reisen musste. so hatte ich vor der abfahrt zu meiner mutter noch zeit zum bloggen  (schon wieder fertig mit den guten vorsätzen), blumengiessen, sachen packen. zum abspülen und aufräumen kam ich nur noch teilweise, aber es ist wirklich nur noch sehr wenig in der küche zu tun gewesen, das kai sowieso am abend erledigen wollte.

die tochter erledigte noch wäsche, ich dachte sogar ans deutsche leergut und die leere co2-patrone und pünktlich um neun sassen wir im auto und starteten in richtung alte heimat. bereits vor der grenze umfuhren wir zwei baustellen und danach wurde es kaum besser. gefühlt wird an jedem autobahnkilometer gebaut - immerhin die baubranche scheint keine corona-krise zu kennen. so brauchten wir wieder die üblichen dreieinhalb stunden fahrtzeit, mit zwei kleinen pausen. beim ersten stopp zum brezelkaufen traf ich tatsächlich die bekannte, der wir neulich beim abendessen stuttgart als reiseziel gepriesen hatten, was für ein lustiger zufall! als unterwegs im radio die heutige schaustelledemo in stuttgart angekündigt wurde, hatten wir ein bisschen mitleid mit den von uns in die landeshauptstadt geschickten...
 
den nachmittag verbrachten wir mit kaffeetrinken und kuchenessen, auf dem balkon sitzen und mit kleineren reparaturerledigungen im haushalt meiner mutter. pläne für die nächsten beiden tage gibt es auch schon. am abend aktivierte ich die deutsche corona-warn-app, die ich schon zuhause in der schweiz herunterladen konnte. für die aktivierung musste ich die schweizer app deaktivieren, ich trage also gerade auch zu den fallenden zahlen bei den aktivierten swiss-covid-apps bei. seit dem deaktivieren bekomme ich nun regelmässig die warnung, dass die schweizer app nicht funktioniere. für mich logisch, für andere vielleicht nervig und ein grund, die app ganz zu deinstallieren? die deutsche warn-app stellt mir übrigens eine täglich aktualisierte risiko-ermittlung in aussicht, wenn ich sie lange genug installiert habe.

zum abendessen wurden die tochter und ich mit hühnerschlegeln mit gemüse und kartoffeln bekocht, danach gab es eis, wir erledigten im tausch die küche und sassen später noch eine weile auf dem balkon, der in diesem jahr mit viel selbstgezogenem zum corona-balkon deklariert wurde. im dorf spielte eine band, wir hatten also auch noch live-musik bis wir kurz nach zehn ins bett gingen.

gehört: viel radio von mässiger qualität, das die tochter und mich zu augenrollen veranlasste.





Donnerstag, 23. Juli 2020

22. juli 2020 - hbd :-)))

an der bahnstrecke am berg gegenüber wird gebaut, jede nacht erwache ich mehrmals von merkwürdigen geräuschen, die ich mir nur so erklären kann, zum nachschauen war ich mir jeweils zu müde. das würde auch erklären, warum wir die güterzüge gerade so sehr deutlich auch über eine grössere distanz hören.

für den morgen hatte ich rasenmähen und werkstatt staubsaugen geplant. das mit dem rasenmähen habe ich dann gerade so geschafft, bevor die grasfläche in die sonne kam. anschliessen hatte ich lust, den handrasenmäher, einen geschenkten american lawn mower genauer unter die lupe zu nehmen, zu reinigen und einzustellen. ich hatte nämlich ein bisschen den verdacht, dass nur eine seite der spindelwalze wirklich gut schneidet. der rasenmäher ist sauber, eingestellt und ich weiss durch manual und eine amerikanisches erklärvideo nun, wie man die klingen ohne grossen aufwand schärfen kann. ich brauche nur noch schleifpaste in 120er körnung, dann kann es losgehen.

das staubsaugen der werkstatt habe ich anschliessend nicht mehr ganz geschafft, der staubsauger blieb einfach dort, das kann ich später noch fertig machen. auf dem rückweg musste ich noch brot besorgen, zum mittagessen gab es nämlich tomate-mozzarella.


am nachmittag nach pause und schwimmen der grosse gartenumbau: wir erwarteten die geburtstagsgästeschar des grossen sohns, inklusive familie waren wir 9 personen. so viele gäste hatten wir hier noch nie. dabei waren wir nicht einmal die gastgeber, sondern nur die, die freundlicherweise den garten für die feier zur verfügung gestellt hatten. wir feierten mit prosecco und grill, (gewünschtem) schokospiel und leckeren brownies zu lampionbeleuchtung bis ... eigentlich viel zu lange, um am anderen tag wieder zu arbeiten, oder wie die tochter und ich auf reisen zu gehen. egal, es war schön, ausschlafen wird eh überbewertet.


Mittwoch, 22. Juli 2020

21. juli 2020 - werkstattzeit

eventuell stellt sich eine neue routine ein, mit bloggen am abend und am morgen nur noch mal korrektur lesen und veröffentlichen. mein ideal wäre das ja, aber bisher war ich abends öfter zu faul. jedenfalls schreibe ich diesen post am abend.


zweiter arbeitstag. wieder den vormittag in der werkstatt verbracht, mit dem filzen der gestern ausgelegten tasche. das ging überraschend gut, obwohl die kompliziertere wolle auf wunsch im inneren verwendung fand. dabei habe ich einen neuen podcast zu hören begonnen, "pandemia" von viertausend hertz. ein team aus wissenschafts- und gesellschaftsjournalisten beschäftigt sich mit seuchen und gesundheitskrisen mit dem fokus auf lehren, die wir für die momentane pandemie daraus ziehen können. mir gefällt vor allem der globale ansatz, der endlich einmal nicht nur die situation im eigenen land beleuchtet.

am nachmittag: wertstoffe entsorgt und dabei erfahren, dass wir momentan für das abgeben von karton bezahlen, weil der nicht mehr nach china exportiert und in europa/der schweiz nicht verarbeitet werden kann. vorerst habe ich nur das zum thema gefunden, da geht es aber vor allem um plastik. im januar berichtete auch srf über die neuen usancen im kartonrecycling, allerdings erfährt man wenig über den hintergrund.

danach eingekauft und das gemüse abgeholt - am depot trafen wir eine genossin, die sich über die vielfalt und die menge an gemüse gefreut hat.

am frühen abend bügelte ich in knapp zwei stunden die wäsche von zwei wochen weg, die tochter buk solange pancakes zum abendessen.


ich sammle in diesem jahr samen von verschiedenen blumen. im nächsten frühjahr möchte ich, ob mit oder ohne lockdown, nicht mehr beim grossverteiler um blumensamen betteln müssen.

um acht uhr noch eine runde geschwommen, die tage werden schon wieder kürzer.

gelesen: vicki baum, menschen im hotel
gehört: pandemia (podcast)

Dienstag, 21. Juli 2020

20. juli 2020 - die erste sommerpost bewirkt etwas

der erste arbeitstag wurde mir gleich nach dem nachhausekommen aus der werkstatt von der angekommenen sommerpost versüsst:


das thema der diesjährigen sommerpostkunstaktion von michaela und tabea vom post-kunst-werk sind "briefmarken ins blaue" . so richtig meerig blau kommt die briefmarke von elke daher, die gestern schon angekommen ist. elke selbst schreibt, sie bewundere zwar filigrane stempelschnitzereien, bliebe aber lieber bei ihren vorhandenen mitteln. ich selbst wäre froh, wenn ich mit meinen vorhandenen mitteln derartiges zustande brächte.

freudig sichtete ich gleich mal mein material. (ich bin erst in woche 37 dran, die für mich gefühlt schon im herbst liegt). ich hatte vor einiger zeit, in einer zeit vor unserem umzug, ein set mit schnitzmessern günstig erstanden.

diese messer sind müll, warum erfahren sie weiter unten.

die ruhten dekorativ in einem becher auf dem schreibtisch, zu viel mehr war ich noch nicht gekommen. bei einem zaghaften versuch war ich mir dann nicht ganz sicher, ob der stempelgummi, den ich auch schon längere zeit horte, nicht durch das herumliegen gelitten hätte. alle mit dem neuen werkzeug verursachten spuren waren an den rändern ausgefranst und krümelig.


glücklicherweise kam ich noch auf die idee, mein altbewährtes linolschnitzzeug herauszuholen und es einmal damit zu probieren. und siehe da, es lag gar nicht am gummi, sondern an den billigen messern.


nochmal in der rechten unteren ecke zum vergleich: rechts die  ungleichmässig ausgefranste spur vom stumpfen messer, links zum vergleich die vom uralten linolschnitzwerkzeug.
die blöden billigdinger habe ich gleich komplett entsorgt. für die sommerpost werde ich wieder mit den alten werkzeugen arbeiten, eventuell liegt auch noch irgendwo ein skalpell herum, das ich gerne mal testen würde.


und weil es grade so schön gepasst hat, habe ich dann noch nach blauer farbe gesucht. in der passenden konsistenz gibt es neben vier stempelkissen in blau auch noch stempelfarbe, füllertinte, zeichentusche und druckerfarbe in unserem haushalt. aus ebenfalls vorhandenen schmutzradierschwämmen kann man auch eigene stempelkissen basteln, sagt das internet. das werde ich dann mal testen.
ich denke, das motto "use what you have" kann auch wieder für die sommerpost angewendet werden, da bin ich sehr froh.

sonst so heute:

wirklich echte arbeit in der werkstatt gleich heute morgen. zuerst die reste vom filzen mit den kindern aufräumen und dann eine bestellte tasche auslegen.
zu mittag wärmte die tochter, die gründlich ausgeschlafen hatte, reste. den nachmittag verbrachte ich mit obigem und haushaltskram. zum abendessen gab es chili con carne aus dem tiefkühler, reis und salat.
zweimal geschwommen, einmal am nachmittag und einmal am abend bis um neun, insgesamt wohl ein kilometer.

gelesen: vicki baum, menschen im hotel.

Sonntag, 19. Juli 2020

18. und 19. juli 2020 - ferienrückblick

den samstag verbrachten wir komplett zuhause, frühmorgens in den beeten buddelnd um platz für die sommerblumen zu schaffen, später schwimmend und lesend und kaffee trinkend und immer wieder nach dem sohn und der freundin schauend, die den neuen campingbus ausbeinten. am abend gab es selbstgemachte nudeln mit pesto aus dem garten.

nicht unser garten, sondern der der villa langmatt.

am sonntag spazierten wir nach dem frühstück zur villa langmatt, wo pünktlich zur öffnung um 11 uhr schon so viele menschen darauf warteten, eingelassen zu werden, dass wir uns spontan für den rundgang im garten entschlossen, wo unter dem titel "die verschwundene langmatt" mit digitaler unterstützung einiges neue über die villa und die familie brown-sulzer zu erfahren war. und der garten der villa ist eh immer schön! und wir wissen jetzt, wo sidney und familie tennis spielten und schwammen.


am abend bekamen wir besuch vom mittleren sohn mit freundin, zum abendessen. es gab crossoverküche, spätzle und dazu geschnetzeltes von rind, schwein, patisson, rübli, zwiebeln und paprika in einer tomatensauce. vielleicht sollten wir es in zukunft gemüsegulasch nennen.

das waren die letzten beiden tage des urlaubs oder ferien. oder gehört das wochenende eigentlich schon nicht mehr zum urlaub?

zeit, ein wenig zu resümieren?

wir verbrachten den urlaub zuhause, nicht wegen corona-pandemie, sondern lange geplant, weil wir unser bädle unter extrembedingungen im sommer noch zu wenig kennen, um es einem hütedienst zumuten zu können.
das konzept ist aufgegangen: als in der vorvergangenen woche die temperaturen anstiegen, haben sich die algen in nie gekanntem ausmass vermehrt. gelernt: je wärmer es wird, desto mehr chlor braucht es im wasser. und zwar nicht nur theoretisch (da wussten wir das), sondern ganz praktisch. es geht dann auch ganz schnell, dass das gesamte chlor verbraucht ist. also muss man öfter messen und nachjustieren.
zweite erkenntnis: sind mal algen da, tut das sonnenlicht tagsüber ein übriges (auch das haben wir theoretisch gewusst - wie schnell es geht, dass alles grün ist, haben wir allerdings unterschätzt).
dank ein paar kühlerer, wolkiger tage und fleissiger arbeit von kai, dem sandfilter und dem poolroboter ist nun alles wieder gut.

urlaub mit garten ist natürlich klasse. das erwähnte bädle trägt auch seinen teil dazu bei, dass wir es hier sehr, sehr schön haben. aber andererseits sind poolferien wohl wirklich nicht so unser ding: also so die klassischen, bei denen man sich nach dem frühstück auf den liegestuhl am beckenrand legt, zwischendurch im wasser abkühlt und dann weiter in der sonne brät.


vielleicht liegt es am fehlenden service, das fängt schon beim frühstücksbuffet an. obwohl ich mich da jeden tag darüber freuen durfte, dass kai das frühstück gemacht hat, während ich ausführlich den blogpost über den vergangenen tag schreiben konnte.
aber um den garten zu geniessen, müssen wir ihn ja auch pflegen. und immer noch arbeiten wir dran, ihn in den zustand zu versetzen, dass wir mehr geniessen und weniger arbeiten können. andererseits haben wir auch viel freude an den ergebnissen: der weg ums haus herum ist in den ferien deutlich verbessert worden und ein bisschen sind wir auch bei der bekämpfung von kirschlorbeer und co vorangekommen. fast täglich gibt es neues zu entdecken im garten, auch das ein ergebnis unserer rodungsaktionen, die nun schon fast ein dreiviertel jahr gehen. neben dem garten muss das bädle gepflegt werden und dann soll es ja auch ein abendessen geben und der haushalt will erledigt werden. also könnten wir eh nicht den ganzen tag in der sonne liegen. wollten wir aber auch nicht.

vergleichen sie das unbedingt mal mit dem zustand zu beginn der ferien!

zwei grössere wanderungen haben wir gemacht, zwei weitere ausflüge in städte mit museumsbesuch und ein bisschen einkaufen. zweimal waren wir abends weg: zum freiluftkino und zu einer privaten einladung. so zusammengezählt klingt das wenig, aber ich fand es anderseits genug. eigentlich fand ich zwei unternehmungen in drei tagen in beiden wochen so anstrengend, dass wir anschliessend jeweils von donnerstag bis sonntag mehr oder weniger zuhause blieben. wobei die tage zuhause nicht immer die unanstrengendsten waren.

so richtig erholt und weg von allem habe ich mich dabei nie gefühlt. vielleicht ist das in diesem speziellen sommer auch einfach gar nicht möglich: 

zuhause war da immer garten, haushalt, essen kochen, dinge organisieren - auch wenn wir das meiste gemeinsam erledigt haben. dafür konnten wir zuhause die allgemeine pandemiesituation ganz gut ausblenden und haben auch weniger nachrichten gesehen/gelesen als sonst. entspannung pur war das nicht, aber schon nahe dran.

das unterwegssein hingegen erfordert mehr aufmerksamkeit und bietet mehr potential sich zu ärgern und damit unentspannter zu sein. zur sicherheit dachten wir immer an masken und desinfektionsmittel, das ist noch der kleinere teil, an den wir uns eigentlich ganz schnell gewöhnt haben, der aber auch die spontane sorglosigkeit im zaum hält. aber wie funktioniert was nun wo? schlange stehen, getränke kaufen und essen bestellen, im museum sein, im kino sitzen, einkaufen - bei jeder dieser alltäglichen verrichtungen ist jetzt erst die überlegung anzustellen: was muss ich inderaktuellensituation beachten? und dann sind da ja noch haufenweise menschen. menschen, die die situation anders einschätzen als wir, die sie auch einmal einfach vergessen - oder ignorieren. menschen, die sich anders verhalten wie wir es tun würden oder wollen. für die anderen sind wir natürlich auch genau die zwei oder drei zu viel, die es hier jetzt nicht gebraucht hätte oder die sich die hände hier nicht noch einmal desinfizieren. entspannt ist anders.

und dann ragte auch noch einiges an unerledigter büroarbeit für die werkstatt in die ferien hinein. einerseits bin ich wegen der unwägbarkeiten deraktuellensituation mit den vorbereitungen auf den beginn der filzkurssaison im herbst noch nicht so weit, wie ich es gerne gewesen wäre. besonders da, wo ich auf entscheidungen anderer angewiesen bin und mögen sie noch so vorläufig sein, hakt es gerade.
andererseits beginnt die filzkurssaison mit ferienkursen in diesem jahr extrem früh. und ich bin froh, wenn im sommer einiges läuft, denn wer weiss schon, wie herbst und winter werden? also ferienkurse, früher start des filzbaukastens mitte august, kinderfest zu maria himmelfahrt, vielleicht noch das quartierzentrum. und anfang september ein tag der offenen tür im oederlin-areal, wo meine werkstatt ist. viel zu organisieren - und leider immer mit dem gedanken im hinterkopf, ob all diese arbeit nicht am ende vergeblich sein wird, weil ein neuer lockdown oder strengere regeln oder die eigene vernunft oder alles zusammen zur absage zwingen. das ist nun wirklich alles andere als entspannt gewesen.

so ganz sind die ferien für mich ja auch noch nicht rum - nur kai wird ab montag wieder arbeiten (und das in einzelfällen sogar im büro). ich beginne mit ein paar tagen werkstatt, dann mache ich noch ein bisschen ferien und wie die letzte juliwoche, die letzte ferienwoche der tochter, laufen wird, weiss ich noch nicht wirklich. vielleicht können wir es ja noch ein bisschen ferienmässig angehen.