Montag, 10. August 2026

kw 32 - immer noch viel zu heiss (und trocken)

es ist heiss. und kein regen in sicht. keine wetteränderung auch nicht, es wird weiterhin noch mindestens eine woche heiss bleiben. 

dienstagnachmittag im schwimmbad. 

meine laune zu diesem thema ist mittlerweile unterirdisch schlecht, abgesehen davon, dass ich mich persönlich bei diesen temperaturen nicht wohl fühle, kann ich beim besten willen nicht wegsehen, wenn jetzt bereits die wälder braun werden, von flüssen und seen immer weitere tiefststände gemeldet werden und im garten alles, was wir nicht bewässern (und das ist das meiste) hängt, die blätter einrollt oder verdorrt. wenigstens sieht hier in der schweiz die politik, dass die landwirtschaft ein problem hat, während sich die bauern in deutschland noch vom zuständigen minister verhöhnen lassen müssen. ausser direktzahlungen und wasser, das vom militär auf die almen geflogen wird, passiert hier dann aber auch nichts. sollte der nächste sommer eher nass werden, haben wir dann ja wieder ein neues problem, wen interessiert es schon, dass all diese wetterextreme auf eine ursache zurückgehen: die klimakatastrophe, die kleingeredet oder ignoriert wird, aber politisch immer noch keinen vorrang vor der gewinnmaximierung weniger reicher hat. 

so, wäre das auch mal wieder gesagt.  

ansonsten war die woche bis auf den mittwoch, über den ich schon schrieb, eher eine ruhige. 


montag habe ich die sommerpost versandfertig gemacht. 

dienstag war ich im kulturzentrum und habe ein wenig gearbeitet - während das neue putzteam das erste mal da war. ich traf auch noch die vereinspräsidentin, allerdings tauschten wir nur ein paar private dinge aus. später war ich noch im schwimmbad, da war es voll, was mich freut, es ist freibadwetter, es sind ferien, das bad ist schön renoviert und wird genutzt! 


mittwoch siehe dort

donnerstag brachte ich mit fahrrad und anhänger die flyer mit dem kulturzentrums-programm für september bis dezember auf die post - die vertretungsbetriebsleitung hat etwas geschafft, was ich noch nie erlebt habe: das programm kommt drei wochen vor dem start in die haushalte. am nachmittag hatte ich nach zwei wochen den ersten einsatz im museum - auch dort ist es nach wie vor einfach heiss, heiss, heiss. 

freitag war bis auf einen physiotermin terminfrei, vorher hatte ich aber zeit für einen ausführlichen haushaltsvormittag und danach gab es nur noch etwas in der werkstatt nachzusehen und einzukaufen für ein frühstück mit 2 von drei kindern am sonntag. 

ein bisschen durfte ich mich auch schon mal auf vorrat ausruhen, denn der samstag war wieder mal ein arbeitssamstag. im museum ist es heiss und stickig, aber das schrieb ich auch schon am donnerstag. 

ich hab ihnen mal wieder zwei bilder aus dem museum mitgebracht - ein detail von einem reparierten teppich und den schönen blick in die galerie. 
 

im museum war nicht so viel los - dafür um so mehr draussen im park und im verandacafé, wo seltsamerweise vor allem eine sorte limonade getrunken wurde, die ständig leer war und nachgefüllt werden musste. sonst verteilt sich das irgendwie besser. 

nach feierabend ging ich ausnahmsweise nicht nach hause (kai war auch unterwegs, er half mit, dass die streetparade sicher über die bühne gehen konnte) - sondern zu einem sommerfest in der wg des ältesten kindes. 

dort musste ich erst ein bisschen in die baumwipfel schauen, war ich schwimmen in der limmat und erst dann war ich so richtig bereit, mitzufeiern. 

reichlich menschen waren auf dem schmalen inseli zwischen kraftwerkskanal (kraftwerk schon lange stillgelegt) und limmat zusammengekommen, es gab musik, getränke und eine toaststation zum selbst belegen und toasten. schön wars, am ende hat mich kai doch noch abgeholt und auch noch ein bier getrunken, bevor wir nach hause gingen und dort auch noch eine weile im garten sassen. 

am sonntag war die frühstücksrunde dann noch um eine person reduziert, die tochter hatte spontan einen zusätzlichen dienst übernommen und so brunchten wir nur mit dem mittleren sohn. auch mal schön. 


reichliche tomatenernte - nur die richtig grossen wollen auch in diesem jahr nicht so recht was werden. 

den restlichen sonntag verbrachten wir faul und mit kleinen häuslichkeiten, grillten uns eines der letzten stücke von unserem weidesäuli und stimmten uns auf die kommende woche ein. 
 




Freitag, 7. August 2026

sommerpost 2026

superspontan habe ich mich im frühsommer entschieden, an der sommerpost 2026 des post-kunst-werk teilzunehmen - zu verlockend war das thema. landkarte des sommers. 

zwischendurch habe ich natürlich wieder einmal mehrmals die krise bekommen, weil ich keine ahnung hatte, woher ich auch noch für dieses projekt die zeit nehmen sollte. aber dann kam die liste meiner gruppe und gleich noch eine fristverlängerung, die ganze aktion wurde um zwei wochen nach hinten geschoben. super war für mich auch, dass ich erst an stelle drei der liste stand, also meine post erst in der woche nach den sommerferien bei den empfängerinnen sein musste. davor lagen planerisch zwei ruhige wochen - noch in den schulferien und die kollegin hatte auch frei, so dass unsere regelmässigen termine ausfielen.  

 
 begonnen habe ich dann aber doch schon viel früher - zuerst habe ich mal auf der genialen plattform von swisstopo herumrecherchiert, man kann sich da kartenausschnitte auf a3 ausdrucken. gereizt hätte mich das als basis schon, dazu noch mit dem schönen schweizer landeswappen drauf. aber schlussendlich war es mir dann zu viel information, ich wollte mein kartenprojekt ein bisschen aufgeräumter und mehr skizzenhaft haben. also habe ich alles, was mir wichtig schien, auf einen a3-bogen abgepaust. 


mit dem halbkaputten drucker an meiner arbeitsstelle lassen sich ganz herrliche fehldrucke in hellblau herstellen - die wurden die basis meiner karte des sommers. 
 

aus einem "richtigen" druck habe ich mir eine schablone gebastelt, mit hilfe derer ich die berge und waldgebiete in meine karte hineinschablonierte habe. 

auch das alles ganz fein und leicht - mit aquarellfarbe. 

danach begann die eigentliche arbeit: ich habe mit holzfarbstiften alle meine wege in die karte eingetragen, schön farblich gekennzeichnet, wo ich mit dem fahrrad unterwegs bin, wo zu fuss, schwimmend und mit dem zug. 

parallel zu dieser arbeit hatte ich mit faltungen experimentiert - ich mochte früher die falkpläne gerne, die durch ihre gestaffelte faltung in der einen, die zick-zack-faltung in der anderen und durch gezielte schnitte auch ein blättern im gefalteten plan ermöglichten. 

und so faltete ich dann auch meine karte.  

notwendig wurde dadurch ein umschlag, in dem die karte festgeklebt wird - aber halt nur an einer einzigen stelle, so dass man ihn auch noch vollständig auffalten kann. 

auf einigen freien flächen blieb platz für ein paar erläuterungen zu meiner karte - es handelt sich beim gewählten kartenausschnitt um die unmittelbare umgebung, in der ich wohne, die eingezeichneten wege ergeben ein buntes netz aus verbindungen zwischen den orten an denen ich lebe, arbeite, meine freizeit verbringe. ebenfalls handschriftlich habe ich zu den einzelnen orten dinge auf der karte ergänzt. 


und ganz am schluss haben auch noch die zahlreichen fehldrucke eine aufgabe bekommen - aus ihnen entstanden die umschläge für die sommerpost. 

nun habe ich heute die fünf exemplare für meine postkunstgruppe auf den weg gebracht - ein exemplar habe ich behalten und eines, das ich auf reserve mitgezogen habe, ist übrig. 

sollte irgendjemand aus der postkunst-umgebung trotz fehlender vernetzungsmöglichkeiten diesen post lesen und interesse an einem tausch haben, würde ich mich freuen, auch dieses letzte exemplar noch auf den weg zu bringen und wäre gespannt auf eine weitere karte. (einfach kommentieren oder das kontaktformular in der rechten spalte benutzen). 

ich selbst werde der postkunst in dieser form wohl nach dieser aktion endgültig keine weitere chance mehr geben - zu gering sind mir die vernetzungsmöglichkeiten, nicht einmal auf instagram habe ich noch etwas von der aktion mitbekommen (wofür die initiantinnen nichts können, der wegfall der suche nach hashtags war ja nicht deren idee), aber dass es auch keinerlei vernetzungsmöglichkeiten auf dem post-kunst-werk blog mehr gibt (ich habe es gesehen, das interesse war zuletzt denkbar gering, ich verstehe es, dass man das dann nicht mehr anbietet) ist schon sehr, sehr schade. 
ich schätze die anregungen sehr, es ist auch wirklich schön, post zu bekommen (wenn sie denn mal käme) - aber für mich war immer das miteinander die ganz grosse motivation und weniger die ergebnisse. ich sage also wieder mal einem teil des internets, wie ich es kennen und lieben gelernt habe, ciao. 

Donnerstag, 6. August 2026

#wmdedgt am 5. august 2026 (mit sonntagsspaziergang am mittwoch)

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

und weil der 5. august kein gewöhnlicher tag für uns ist, haben wir uns heute freigenommen für eine wanderung. und deshalb darf dieser post später im monat dann auch noch zum sonntagsspaziergang von heike wandern, auch wenn wir nicht am sonntag, sondern an einem mittwoch spaziert sind. 

wir stehen ein klitzekleines bisschen später auf als sonst, erst so gegen viertel nach sieben. anziehen, rucksäcke fertigpacken und den tomaten wasser geben stehen noch auf dem programm, bevor wir mit den verlos in richtung bahnhof starten. 

dort holen wir uns unser frühstück beim café uno - es gibt capuccino und gipfeli, ich habe mich vergriffen und anstatt eines laugengipfels ein schokogipfeli genommen. 


8.08 uhr bringt uns ein zug nach zürich, von dort geht es weiter nach zug, mit dem bus zur haltestelle schönegg und von dort mit der standseilbahn auf den zugerberg. 
 

oben angekommen geniessen wir ein bisschen die aussicht auf den zuger see. 


 auf tausend meter höhe ist ein bisschen frischer als unten, aber gleich geht es zum einzigen grösseren anstieg des tages, da brennt die sonne bereits. 

auf der hochwacht gibt es noch mehr aussicht zu geniessen. 


unter anderem auf die rigi - da waren wir vor vier wochen. 

und auf eine herde kühe. 


von nun an geht es vor allem bergab - in sanften kurven durch weiden und feuchtflächen, von denen es hier oben viele gibt. auch hier ist es trocken, aber längst nicht so sehr wie bei uns unten. und wir sehen an vielen stellen schläuche für die bewässerung der weiden. 


 ab und zu gibt es schöne blumen zu sehen, unter anderem diese silberdistel. 

ir passieren verschiedene bauernhöfe, je weiter wir nach unten kommen, desto weniger vieh hat es, dafür dominieren nun die obstbäume mit äpfeln, zwetschgen, reineclauden, kirschen. 


 die landschaft wird flacher und landwirtschaftlich genutzter - die sonne brennt vom himmel. 

wir passieren das dörfchen allenwinden, deutlich schon zur agglomeration von zug gehörend, an einem brunnen kommen wir nicht vorbei, da hatte ich schon mit gerechnet. 


aus dem dorf heraus führt uns ein weiterer wanderweg in den wald hinein und auf einem schmalen begsporn entlang, auf dem wir bis zur burgruine wildenstein gelangen. eine grössere pause haben wir aufgeschoben, weil wir auf sitzbänke hofften, am besten im schatten. in der ruine hat es aber nur eine wegen dürre und waldbrandgefahr abgesperrte feuerstelle, aber keine sitzgelegenheiten. wir essen unser vesper auf einer treppe, eher unbequem und beschliessen, weiterzulaufen. 

jetzt ist es richtig heiss, selbst im wald, und uns fehlt eine richtige pause, wir schleichen deshalb zuerst den berg hinunter an einen wasserfall. 


dann auf der anderen seite wieder hinauf. 


eine andere wandererin hat uns auf diese bänkle mit aussicht aufmerksam gemacht, wie schnell wir jetzt dem see näherkommen! 

wir verpassen die strassenbrücke übers lorzentobel, weil wir einfach nur noch ankommen wollen und schleppen uns weiter durch den wald, in dessen schatten es nicht wirklich kühl ist und über mehrere sonnige stücke am waldrand bis zum schlaufensteg. kurz vorher gibt es noch eine quelle, endlich können wir unsere wasserflaschen auffüllen. 


der sensationelle steg verbindet kurz vor baar - ja was eigentlich? vor allem geht er einfach in schlaufen, teils in wipfelhöhe durch den wald. 


endlich sind wir unten. so ganz am ende war das für meine knie nicht die beste idee. 

und gleich stehen wir mehr oder weniger im alten industriegebiet von baar, passieren die arbeiterhäuser der spinnerei in der höll und gleich darauf die riesigen spinnereigebäude, so weit sie heute noch stehen, selbst. 

dann biegen wir einmal um die ecke und stehen vor der baarer brauerei mit dem erdmannli-signet. 


im braui-laden holen wir uns ein getränk (ich panache, kai ein amber, die brauereigaststätte hatte betriebsferien) und nehmen gleich den bus zum bahnhof baar. 

dort warten wir ein bisschen auf den zug nach zürich um kurz nach vier.  wenn wir nicht noch salz und eine orange gekauft hätten, hätten wir einen früheren bekommen. ausserdem wundern wir uns, dass wir auf der wanderstrecke, die mit 9.5 kilometer angegeben war, fast 14 kilometer gelaufen sind. umwege haben wir bis auf die paar schritte zur burg hinauf keine gemacht. kein wunder sind wir deutlich kaputter als gedacht, auch hatten wir mit ein bisschen weniger hitze gerechnet. 

die rückreise verläuft weiterhin reibungslos, um kurz nach fünf sind wir in baden, kai kauft noch schnell kaffee, und dann radeln wir nach hause zurück. 

abendessen auswärts fällt aus, wir sind so froh, in unser bädle springen zu können und finden fertige rigatoni al forno im tiefkühler, die wir uns warm machen. 

ich telefoniere noch mit einer vereinskollegin, es gibt dinge zu planen und abzusprechen und dann beschliessen wir, dass wir für heute genügend draussen waren und schauen drinnen gemütlich den zweiten teil des fernsehzweiteilers "himmelsleiter". 


 

Montag, 3. August 2026

kw 31 - heiss, heiss, heiss

 es ist wieder oder besser immer noch so heiss. ein paar tage lang blieb die temperatur unter der dreissig-grad-marke, aber diese woche wird es schon wieder jeden tag heisser, ausnahme war der samstag, es hatte in der nacht von freitag auf samstag dann doch ein bisschen geregnet und so starteten wir wenigstens ein wenig abgekühlt ins wochenende. 

die hitze und die trockenheit beschäftigt zunehmend auch die medien, da kommt dann auch immer wieder das stichwort klimakrise aufs tapet, aber halt eher so zu erklärung, als könnte man, hätte man nicht schon längst etwas ändern müssen! 

was mich persönlich (neben der politischen dimension, die quasi nicht mehr vorhanden ist) am meisten nervt: jetzt, wo es wirklich schön sein könnte im garten, jetzt wo wir ja auch bewusst im sommer nicht verreisen, sondern das "schöne" wetter hier geniessen, ist es fast völlig unmöglich, über den tag draussen zu sein. die paar stunden am vormittag nutzen wir für dringend notwendige arbeiten, dann sitzen wir drinnen im immer noch recht kühlen haus und am abend warten wir drauf, dass es endlich ein bisschen abkühlt, damit wir wieder raus können. 

mir ist vollkommen klar, dass wir uns mit diesen optionen in einem sehr privilegierten segment bewegen, aber so langsam beginnt mich die hitze zu zermürben.  

so, eigentlich wollte ich ja über die woche schreiben. die war museumsfrei, ich war einfach in dieser woche zu keiner schicht eingeteilt. auch mal gut - ich habe die freie zeit zu einem ausflug nach winterthur genutzt, wo sich die shirdakgruppe des vereins filzszene bei einem mitglied getroffen hat. 


 hier bewegt man sich jetzt ein bisschen weg von den traditionellen mustern und wird graphischer. ich habe im wesentlichen meinen zweiten shirdak-zwilling mit einem rand versehen und noch einmal mein teppich-projekt vorgestellt, das allerdings noch in der entwurfsphase steckt. vielleicht wird das dann das erste, was ich nach ausgedehnter sommerpause im herbst in der werkstatt in angriff nehmen werde. 

zusätzlich habe ich mich recht viel mit der sommerpost beschäftigt, es wird hier sicher auch noch einen post dazu geben, noch eine woche werkeln und dann muss ich meine landkarte des sommers verschicken. da es ausser instagram keine möglichkeit mehr zur vernetzung mit dem projekt gibt und dort ja nicht mehr nach hashtags gesucht werden kann, habe ich bisher eine einzige karte per zufall zu gesicht bekommen, keine werkelei, keine inspirationen ... und leider auch kein bisschen gemeinschaftsgefühl, das auf diese art und weise aufkommt. früher war das anders. ich muss jetzt halt einfach mal lernen, dass es nicht mehr so ist und aufhören zu hoffen, dass es bei einem weitern projekt, bei einer weiteren kostenpflichtigen mitgliedschaft besser oder anders sein wird. vielleicht fühlt es sich ja besser an, wenn hier mal eine karte aus der gruppe den weg in unseren briefkasten gefunden hat. 

die tomaten sind reif! 


 es ist zeit für diese bunten teller - sowohl was die temperaturen, als auch was die ernte von tomaten und basilikum angeht. wie immer, liebevoll angerichtet von kai. 

am freitagabend hatten wir besuch von freunden und sassen nach schwumm im bädle und ausführlichem abendessen noch lange bei endlich angenehmer werdenden temperaturen draussen. 

samstag war hier zwar nationalfeiertag, aber wir fuhren zu den nachbarn auf den markt und zum frühstücken, das lassen wir halt ungern ausfallen. und da wir eh nicht zu den traditionellen erstaugustfeiern gehen, hat das auch ganz gut gepasst so. am nachmittag schauten wir noch kurz auf einen eiskaffee und mitgebrachten kuchen beim mittleren sohn vorbei, endlich mal die neue wohnung anschauen. per zufall kam auch noch die tochter vorbei, die anderen mitbewohnenden kennen wir ja bereits. 

sonntag sind wir zuhause geblieben, wie bei der hitze in letzter zeit oft. dafür bin ich gut bei der postkunst weitergekommen, ich denke, ich werde das am montag abschliessen können.  

viel war diese woche also nicht, eine art durchschnaufe-woche, allerdings mit zwei lektionen tschechisch. so langsam kommt das mit der neuen lehrerin zum laufen, ich bekomme regelmässig hausaufgaben, die ich auch fleissig erledige, und wiederhole viel grammatik, von der ich erschreckend wenig behalten habe. aber egal, sprachenlernen ist einfach fleissarbeit und manches verstehe ich jetzt besser als im ersten durchgang. womit ich immer noch hadere: wie sage ich es meiner lehrerin, dass es mir lieber wäre, wenn sie nur tschechisch mit mir spricht, also auch alles auf tschechisch erklärt, anstatt dass ich immer wieder ins englische wechseln muss? ich könnte es in die bewertung schreiben, aber irgendwie fühlt sich das doof an, richtiger fände ich es, es erst einmal direkt mit ihr anzusprechen. 

  




Montag, 27. Juli 2026

kw 30 - wochenrückblick und sonntagsspaziergang

die woche war zweigeteilt. 

bis mittwoch galt es die ungefähr zehntägige intensive arbeitsphase abzuschliessen, oder auch eher noch ein wenig ausplätschern zu lassen, kein vergleich zur letzten woche, es gab nur etwa drei halbe tage zu absolvieren, einen davon im kulturzentrum, die anderen beiden im museum. dazwischen versuchte ich ein bisschen wochenende nachzuholen, was mir auch ganz gut gelang, mit einerseits erledigungsteil, andererseits partiellem nichtstun, das nicht unwesentlich befördert wurde von der tatsache, dass ich es am montag über mittag geschafft habe, die zwei wochen zuvor abgesagte blutspende nachzuholen. danach darf man immer ein bisschen unfit sein, immerhin dürfte ich für 48 stunden auch kein linienflugzeug steuern und sollte nicht tauchen gehen. da ich das sonst auch nicht mache, merke ich meine unfitheit nur dann, wenn ich mehrmals hintereinander die treppe schnell hochgehe, dann kommt vermutlich einfach nicht genug sauerstoff dorthin, wo er gebraucht wird, weil sich weniger rote blutkörperchen die arbeit teilen müssen. so in etwa stelle ich mir das jedenfalls vor. 

fürs blutspenden gab es einen wickelfisch - im design der blutspende nordwestschweiz. mit auf der banderole aufgedrucktem hinweis, dass man vielleicht heute, am tag der blutspende, noch nicht unbedingt in fluss oder see steigen sollte, aber danach dann mit dem neuen transportmittel für alles, was trocken bleiben soll, ausgestattet sei. die aktion läuft noch bis 31. juli - wenn sie also in der nähe leben und schon immer mal vorhatten, blut zu spenden, haben sie noch bis ende der kommenden woche gelegenheit, sich so ein schickes fischlein zu sichern.   

jedenfalls tat ich montagnachmittag und dienstagmorgen nicht viel, danach gings dann wieder. mittwoch letzter arbeitsvormittag vor ferien der kollegin, ich wollte grosszügig sein und ihr arbeit abnehmen, es stellte sich jedoch heraus, dass die hierarchie der verteilten daten nicht flach genug ist, dass das möglich wäre. soll ich dem nachgehen? oder einfach alles so lassen wie es ist? eigentlich gibt es auch so genug für mich zu tun. 

mittwoch hatte das älteste kind geburtstag, wir waren eingeladen mit freunden, mitbewohnenden und allen, die das wollten, dies mit einer portion pommes und einem oder mehreren getränken zu feiern. 

happy birthday, grosser! feiern heisst für dich halt auch immer "schaffen"...

für uns ist es immer schön, wie wir als eltern von den vielen, vielen freund:innen und kolleg:innen des sohns ganz selbstverständlich integriert werden. es ist ein tolles umfeld, das er sich gesucht/geschaffen hat, das fast keine barrieren kennt und immer offen ist für gespräche - egal ob witzig-ironisch oder manchmal halt auch sehr tiefgründig. da feiern wir gerne mit! 
 
am donnerstagmorgen startete ich dann in den zweiten teil der woche, zunächst mit einer ausführlichen runde gartengiessen, um kai ein wenig für die tage meiner abwesenheit zu entlasten. 
 

 und weil allmählich auch unsere trockenheitsliebenden pflanzen in den beeten schon arg gebeutelt aussehen, bekamen auch sie mal eine extraportion wasser, per rasensprenger. der allerdings war eigentlich von einem insekt (einer mörtelbiene?) in eine nistgelegenheit verwandelt worden. hm, das war jetzt vielleicht keine so gute idee, was ich da herauskratzte wirkte aber andererseits nicht mehr sehr lebendig, so dass ich kein schlechtes gewissen hatte. 
anschliessend frühstück mit kai, der vorher schon den bauunternehmer empfangen hatte und von ihm wieder verschiedene versprechen entgegengenommen hatte. 
 
gegen halb zehn war ich dann endlich auf dem weg nach göppingen. für den weg brauchte ich rekordverdächtige viereinhalb stunden, unter anderem weil ich eine halbe stunde auf einer landstrasse herumstand, da weiter vorne ein unfall passiert war. am ende entschied ich mich dazu, ein bisschen regelwidrig zu wenden und über kleinere strässchen auf die autobahn zu fahren. 
 

nein, nein, ich bin nicht aus wasseralfingen. da war nur früher die wichtigste eisengiesserei in württemberg, die für ganze königreich schachtdeckel herstellte. übrigens gibt es dazu eine redensart: wenn jemand für eine aufgabe oder auch als partner:in partout niemand passenden finden kann, sagt man: dem (oder dera) muess mr en wasseralfinge oin:e giessa lassa. 


seit donnerstag bin ich also bei meiner mutter, wo es diesmal wenig zu helfen und zu tun gab, anstattdessen unternahmen wir am freitag einen ausflug nach schwäbisch gmünd, zum bummeln, mittagessen und einfach ein bisschen rauskommen. am samstag gingen wir zusammen auf den wochenmarkt und einkaufen und am sonntag verabredete ich mich mit der freundin auf einen spaziergang. nachmittags schauten wir gemeinsam jeweils die etappe der tour de france - waren dabei zweimal auf der alpe d¨huez und auch bei der zieleinfahrt nach paris dabei. 
 
und am sonntag beim spazierengehen habe ich daran gedacht, dass es bei heike ja die wunderbare einrichtung des sonntagsspaziergangs gibt und einige bilder gemacht. aber vorsicht, völlig unspektakulär, wir liefen einfach so ein bisschen herum und wollten uns vor allem unterhalten. 
 

 wir starteten gleich an der wohnung meiner mutter und da entdeckte ich das - eine gehäkelte rose gegen gewalt an frauen. 

 
durch nebenstrassen und ein stück deindustrialisiertes industriegebiet kamen wir an die fils, das örtliche fliessgewässer, das wegen hitze und trockenheit wenig wasser führt, wie fast überall. wir erinnerten uns an das hochwasser vor ein paar jahren, die freunde kamen damals nur mit mühe nach hause.  
 
 
den jetzt kleinen fluss überquerten wir auf der holzbrücke - vor etwa fünfzig jahren war das der weg mit meinen eltern von zuhause zu einem kleinen garten auf der anderen filsseite. allerdings musste man damals noch an einem bahnübergang warten, heute gibt es eine unterführung. (ich fand den bahnübergang immer spannend.) 
 

in unmittelbarer nähe liegt auch heute noch der schlachthof, ich erinnere mich vor allem an den geruch von damals. heute riecht nur noch der fluss, aber auch der längst nicht mehr so heftig. 
 
 
hinter der fils haben sich einige der für meine heimatstadt so typischen häuser erhalten, mit einer art souterrain, einem ergeschoss und dem giebel, der im ersten stock eine sinnvolle raumhöhe ermöglicht. 
 

eventuell ging es früher diesen weg entlang ins "giatle", wie man hier einem kleinen, nicht am haus gelegenen garten sagt. 

 
hier hat sich so viel verändert. über das neue klinikgelände des christophsbad hinweg haben wir einen ersten blick auf die stadt mit hohenstaufen im hintergrund, einem letzten fabrikschornstein (vermutlich denkmalgeschützt), der stadtkirche und dem neuerdings stadtbildprägenden verwaltungsgebäude von schuler-pressen, einer traditionsfirma, die mittlerweile in schieflage an einen konzern verkauft wurde, dessen name ich jetzt nachschauen könnte. 
 

 unter der schnellstrasse hindurch geht es dann den berg hinauf, auch hier gibts kleine gärten ... oder auch grössere... 
 
 
bevor wir die kreisstrasse überqueren, bietet sich uns dieser blick auf die drei kaiserberge hohenstaufen, hohenrechberg und stuifen, weiter hinten sieht man vermutlich den rosenstein und damit den trauf der ostalb. 
 
 
unser weg führt uns weiter durch den wald, an schützenhaus und fussballverein vorbei zu einem bauernhof mit integrationsprojekt. die gastronomie öffnet allerdings erst später, so dass wir zuerst noch einen halt am örtlichen freibad einlegen und eine johannisbeersaftschorle trinken und dann noch eine runde durchs wohngebiet drehen. 
 

kreative lösung zur abmilderung der folgen des klimawandels: der plastikrasen bleibt immer grün, man hätte ihn allerdings mal wieder staubsaugen können, stellen wir beiden schwäbinnen fest. 
 
 
als wir zum zweiten mal zum waldeckhof ankommen, sind die sonnenschirme aufgespannt und wir setzen uns im schatten an einen tisch, essen kuchen und trinken kaffee - leider gibt es keine käseplättchen, was schade ist, der käse wird hier nämlich vor ort hergestellt. 
 

 auf dem hof gibt es eine herde milchschafe, aus deren milch käse und seife gemacht werden.
 

es gibt kleegras! 

auch für den älteren, sehr geselligen schafbock. 


 auf dem hof hat es auch kühe, haus- und wollschweine, gänse und einen ziegenbock. 


 im haus gibt es einen hofladen und eben das café. 

wir spazierten über den hügel wieder zurück in die stadt, kamen dabei noch an einem traditionellen brauereikeller vorbei, dem radkeller, und dann entlang der fils noch einmal zum christophsbad, benannt nach dem württembergischen herzog christoph, der bereits im sechzehnten jahrhundert gelegentlich nach göppingen kam, weil hier ein hydrogencarbonatsäuerling aus einer natürlichen quelle sprudelte. 

das sauerwasser sprudelt auch heute noch, jetzt aus diesem brunnen, der angeblich, so der örtliche klatsch, in china gefertigt worden sein soll. der augenschein legt es nahe, die gemeinde ist sowieso pleite. sprudelwasser in flaschen wird heute hier keines mehr abgefüllt, man kann allerdings immer noch selbst vom mineralhaltigen wasser holen. auch wir füllten noch einmal unsere trinkflaschen. 

eng mit dem christophsbad sind die kliniken dr. landerer verbunden, die in den letzen jahren hier zu einem wichtigen spezialkrankenhaus für neurologie (mit schlaganfall-notfall) und psychiatrie ausgebaut wurden. 

danach geht es über fils, bahngleise und ausfallstrasse wieder zurück in die stadt - die freundin bringt mich wieder zur wohnung meiner mutter und wir stellen fest, dass wir uns bei meinem nächsten besuch in göppingen nicht sehen werden, weil sie dann in urlaub sein wird. schade, wir haben uns immer so viel zu erzählen!