diese woche also ganz zum schluss schon märz. und viel frühling die woche über schon. während ich am dienstagmorgen in meiner tschechischstunde noch "přichází jaro" (der frühling kommt) gelernt habe, hätte ich spätestens am mittwoch formulieren können "jaro je tady", der frühling ist da. die temperaturen waren teils mehr mai als ende februar und die aussengastro erblühte im wettstreit mit flächendeckenden elfenkrokusteppichen.
am mittwochabend sahen wir schon das vierte stück unseres theaterabos, aber wieder hatten wir uns verwählt. "baustelle", so der titel des stücks, bringt echte bauleute auf die bühne, aus ganz verschiedenen gewerken, aber immer mit viel berufsehre. gespielt haben sie toll, oder vielmehr ihre rollen ausgefüllt, denn eigentlich verkörperten sie ja vom "stromer" bis zum strassenbauer sich selbst in ihrer ganzen unterschiedlichkeit von herkunft, bildung, haltung. ganz viel berufsstolz war da auf der bühne, nur leider war das dann ungefähr so tiefgehend wie das zufällig belauschte gespräch im öv oder am nebentisch im restaurant. wer im richtigen leben ab und zu hinhört, hatte viel schon gehört, vom hierarchiegefälle unter den gewerken, von vorurteilen gegenüber und untereinander, vom begründeten oder unbegründeten vorwurf des sexismus und halt leider auch reichlich platitüden. an einer stelle wurde es ein bisschen lyrisch, mal ein bisschen gesellschaftskritisch, aber ansonsten: berufsmesse auf der bühne. das publikum ausnahmsweise aber wenigstens zu einem grossen teil in einem alter, wo man noch mal über den gewählten beruf nachdenken könnte, und nicht bereits das berufsleben hinter einem liegt. inklusive auftritt einer standesgemäss angelegten truppe von zimmerleuten, also im publikum. wir gingen erneut ratlos und wenig schlauer oder nachdenklicher nach hause. oder doch: hat sich das theater verändert? ist es gefälliger, zugänglicher geworden, während wir immer noch schweres, moralisches, neues, denkanregendes erwarten?
und dann waren wir am samstagabend noch recht spontan bei einem konzert im kulturhaus royal, das uns immer mehr zum erweiterten wohnzimmer wird. hier gab es balkandisco von malo morgen und einen auftritt von the nozez, einer virtuosen truppe, die mit viel perkussion, einer gitarre, einem waldhorn und einer klarinette irgendetwas zwischen traditioneller musik aus südosteuropa und klezmer boten. wild, bewegt, laut, aber auch leise, ruhig und zum hinhören. mit viel rhythmus einerseits, ganz verspielt in anderen passagen. und absolut gute-laune-machend!

















