Mittwoch, 26. Januar 2022

25. januar 2022 - arbeiten

ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht, das material ist da, ich kann filzen. aber zuerst muss ich ausprobieren und rechnen und noch mal ausprobieren. um kurz nach elf bin ich noch lange nicht so weit, wie ich gerne wäre, entscheide mich, das einkaufen aufzuschieben und bis zwölf uhr weiterzuarbeiten. ohne musik, ohne podcast, ich muss mich konzentrieren und genau aufschreiben, was ich mache. um zwölf bin ich genau an der richtigen stelle um nach hause zu fahren um mit kai zu mittag zu essen und anschliessend spazieren zu gehen. 


am nachmittag nähe ich die ketten aus filzresten fertig, dann repariere ich sogar noch eine jeans von kai, bügle, telefoniere dabei und für den abend hat sich besuch angekündigt. wir essen zusammen mit einem freund von kai raclette. die tochter geht turnen, ich früh zu bett.

Dienstag, 25. Januar 2022

24. januar 2022 - zu hoch?

 start in eine lange woche. mir auf vorrat gleich frei zu nehmen fand ich angesichts des mässigen wetters und dem berg an arbeit nicht so eine gute idee, habe mir aber in der kommenden woche einen freien tag eingeplant. mit der arbeit am berg war es dann morgens noch nichts, es fehlt immer noch material um ernsthaft beginnen zu können. 

deshalb beschäftigte ich mich mit dem thema hausschuhe - ich habe im netz eine anleitung gefunden, die die am häufigsten gewünschte form ganz anders angeht als ich das bisher gemacht habe. das fand ich spannend und musste es ausprobieren. einige zeit verbrachte ich damit, die abgebildeten schablonen massstabsgerecht an meine schuhgrösse und an den richtigen schrumpffaktor anzupassen. ja, genau, es sollen hausschuhe für mich werden. oder ausstellungsstücke für die werkstatt, endlich einmal auch mit ledersohlen? jedenfalls werde ich gleichzeitig auch noch die neuen schuhleisten aus kunststoff ausprobieren, die inzwischen hier eingetroffen sind. ganz so weit bin ich allerdings noch nicht, die schuhe sind so weit gefilzt, dass ich die schablonen entfernen konnte, jetzt kommt der grössere teil der arbeit, nämlich das walken, bis sie klein genug sind, um auf den leisten zu arbeiten. und das wird nicht einfach werden denn die wolle vom ouessant-schaf filzt gut, aber langsam...

dafür war dann das erwartete materialpaket im briefkasten, als ich nach hause fahren wollte, also werden die hausschuhe eh erst eine weile ruhen müssen. 

zuhause mittagessen mit kai, diese woche wird er gar nicht ins büro fahren. dafür  ging er ein bisschen spazieren, ich schloss mich aber heute nicht an, sondern machte zuerst pause, putzte dann die küche und vor allem den backofen, nahm eine gründlichere reinigung mittels pyrolyse auf die liste für einen sonntag oder späteren abend, da dieses energieintensive reinigungsverfahren besser mit nachtstrom erledigt wird. danach setzte ich mich vors laptop und entwarf eine einladung für die generalversammlung der filzszene, knapp wurde ich mit verschicken an die vorstandskolleginnen fertig, bis mich eine terminankündigung daran erinnerte, dass ich zwei stühle für die werkstatt zwei orte weiter abholen wollte. die tochter begleitete mich, leider stellten wir in der werkstatt fest, dass es die platzsparenden barhocker wohl in zwei höhen gibt, und ich nun zwei sehr hohe barhocker habe. der eine, den ich schon hatte, fand ich praktisch, ob die beiden höheren überhaupt sinnvoll sind weiss ich noch nicht, der rest der menschheit ist ja eher grösser als ich, also muss das vielleicht erst ausprobiert werden. 

auf dem nachhauseweg hatte ich noch eine gute idee für die anmeldung zur gv - mal sehen, was die kolleginnen dazu sagen. zum abendessen hatte kai pizza vorbereitet, später landeten wir wie gerade so oft auf dem sofa. 

Montag, 24. Januar 2022

22. und 23. januar 2022 - schnipsel vom wochenende

am samstagmorgen waren wir seit langem mal wieder auf dem wochenmarkt im städtchen auf der anderen seite der grenze. das gemüse von der gemüsegenossenschaft ist wenig, bietet kaum abwechslung und kommt zur zeit ja ohnehin nur alle 14 tage, so dass es natürlich nirgends hinlangt. neben cox orange äpfeln (wenn es cox orange gibt, immer cox orange kaufen!), weisskraut, rosenkohl, nüsslisalat und einem strauss peterling, den ich dann am stand vergessen habe, haben wir auch wurst gekauft, am einem kleinen verkaufswagen. 

das heisst, kai hat die wurst gekauft, weil ich hatte noch mortadella aus dem supermarkt. er bestellte vier scheiben schinken (die mengenangabe vergessen wir mal) und verlangte dann noch ein kleines stück leberwurst. das wollte die freundliche verkäuferin nicht von der halben leberwurst abschneiden, sondern schnitt lieber eine neue an, weil sonst "bleibt da so ein rest, den will niemand kaufen." also ausser kai uns, aber auch dafür fand sie gleich eine erklärung: "man will ja trotzdem abwechslung haben, auch wenn man der einzige ist, der noch fleisch und wurst isst" - holte sie sich augenzwinkernd den wurstliebhaber ins boot, während ich halt so neben dem stand stehen geblieben war, wie wenn ich damit nichts zu tun haben wollte. 

zu mittag waren wir schon wieder zuhause, nach brezeln und butterkuchen zum zweiten frühstück wartete arbeit auf mich, ein kreativnachmittag für drei freundinnen, denen es spass machte, zusammen fische zu filzen. 

wenn ich freitags oder am wochenende arbeite, gibt es oft einen kleinen apero (also für nichtschweizer: ein alkoholisches getränk und etwas zum knabbern) wenn ich feierabend habe und es noch nicht abendessenszeit ist. so auch heute: kai hatte bierstängel gebacken, das haus roch etwas merkwürdig, als ich nach hause kam, aber geschmeckt haben sie herrlich! 

später rosenkohl mit nudeln und am abend eine partie brändidog mit der tochter, bei der wir viel gelacht haben. 

***

ausschlafen am sonntag, fürs frühstück hatten wir gebäck aus deutschland mitgebracht, danach wollten wir raus, aber anstatt ewig nassem wald mit immer noch keinen frühlingsboten schlug ich einen stadtspaziergang in der nicht wirklich grossen grosstadt vor. ich erzählte schon mal davon: die stadt zürich gibt eine reihe mit stadtspaziergängen auf faltblättern heraus, man kann die sich bestellen und dann damit durch die strassen laufen und erfährt dazu viel interessantes über die stadt. wir waren heute in unterstrass unterwegs. vom neumühlequai aus geht es dabei hinauf zum irchel, weiter zum bucheggplatz und zurück zum schaffhauserplatz. hört sich nicht gerade spannend an? ich hab mal ein paar fotos mitgebracht, vielleicht überzeugen die sie ja vom gegenteil (und für die eine leserin, die das sicher besser weiss: wir sind auch durch eure "alte" strasse gekommen!): 

wir mussten erst entlang der limmat bis zum neumühlequai laufen. hier die winterliche flussbadi, aber mindestens ein badegast war da.

tolle farbkombi! wir rätseln, wie man an dieser stelle zu einem gartenstück kommt. weiter vorne stehen musterhäuser von max ernst, vorne wunderschön in richtung immat ausgerichtet, hinten von der stadtautobahn, die hier aus dem tunnel kommt, eingequetscht. 

tja, züri isch es dorf. zumindest stellenweise scheinen noch die dörflichen strukturen durch, wie hier an der röslischeuer. die gemeinde unterstrass wurde auch erst zu ende des 19. jahrhunderts eingemeindet.

viel kommunaler wohnungsbau - in den gärten wartet das mobiliar auf den sommer.

neben kommunalen wohnbauten gibt es auch eine reihe von baugenossenschaften, teilweise grosszügige anlagen mit grünen innenhöfen und pompösem eingang.

wo viele menschen wohnen, braucht es kirchen, schulen, friedhöfe. die pauluskirche wurde in den 30er jahren gebaut, der architekt blieb nicht ganz frei vom zeitgeschmack.

und wieder farbenfrohe wohnblocks, diesmal vermutlich aus den sechzigern.

am bucheggplatz beeindruckt uns die fussgängerspinne, die den verkehrsknotenpunkt überspannt. anders als im november ist der platz heute belebt, wir finden sogar ein kleines café, vor dem wir einen milchkaffee trinken können.

noch mehr gebäude aus dem frühen zwanzigsten jahrhundert. stilmässig erinnert das eher an england, leider erfahren wir ausnahmsweise nicht, wer das wann hat bauen lassen und von welchem architekten.

was für ein schöner feuerdorn!

wir beenden die runde am mittleren nachmittag, zuhause setze ich ein stifado auf, das ein paar stunden vor sich hin köcheln darf. inzwischen nähe ich noch ein bisschen filzketten zusammen, wir machen familiensitzung, dann telefoniere ich mit meiner patentante. 

einen achtzigsten geburtstag feiern unter den momentanen umständen? ich weiss es halt auch nicht, ob das so eine gute idee ist. alles rät zum verschieben, ich auch. 

später stifado, kritiraki (die eigentlich der anlass für das gericht waren, weil sie schon eine weile im vorrat herumlagen), nüsslisalat. und tatort.


Samstag, 22. Januar 2022

21. januar 2022 - noch ein freitag

 auf einen ruhigen sonnigen saubermachvormittag folgte ein ebenfalls ruhiger offener nachmittag in der werkstatt. heute hat mal wieder niemand zu mir gefunden, was ich aber nur halb so schlimm fand, da ich so dazu kam, farbmuster zu vergleichen und wolle zu bestellen, die kursunterlagen für einen kurstag am kommenden donnerstag herauszusuchen und festzustellen, dass ich nur noch vier blätter ausdrucken muss und ansonsten alles für den kurs, den ich sporadisch seit sieben jahren so durchführe, da ist. danach bedankte ich mich für einen kleine zusätzliche postkunstaktion und bespannte einen webrahmen mit wollfäden, weil ich auch noch ein bisschen etwas ausprobieren wollte, zwischen aufträgen und kurstagen. und ganz zum schluss bereitete ich vier filzplätze für den morgigen samstag vor, es wird eine kleine freundinnenrunde mit fischen geben. 

um halb sechs beschloss ich, türe und werkstatt hinter mir abzuschliessen und radelte nach hause, wo ich schon von kai und der tochter zum apero erwartet wurde. die tochter verschwand zum turntraining, kai kochte fisch mit salzkartoffeln und salat und ich hing auf dem sofa herum und machte ein feuer im kamin. 

nach dem abendessen sahen wir uns den historischen spielfilm über die wannseekonferenz an, der erst in der kommenden woche im fernsehen zu sehen sein wird. entspannte abendunterhaltung geht anders, aber insgesamt fand ich es glaubwürdig inszeniert und gerade darum teilweise richtig abstossend. kann aber auch nicht anders sein.

Freitag, 21. Januar 2022

20. januar 2022 - eins fertig

 heute sind die vorarbeiten für das nächste, noch nie unterrichtete filzmodul fertig geworden. ich hoffe nun, dass die kollegin nicht all zu viele einwände hat, dann kann es am nächsten wochenende los gehen. dazu war noch ein bisschen werkstatt- und viel schreibtischarbeit notwendig. 

zwischendurch ging ich mit kai spazieren, nicht die ganz grosse lockdownrunde, sondern nur die kleinere home-office-variante. die landschaft gibt noch nicht viel her, es lag ein bisschen schnee auf den waldwegen, sonst winterlich nur in dem sinne, dass auf den feldern noch nicht viel wächst und der wald vor allem nass ist. kein frost, nur schmuddelig nasse kälte. mich würde es auch nicht stören, wenn kein richtiger winter mehr käme. 

später mache ich einen versuch mit in der waschmaschine gefilzten nuggets, gebe aber auf, weil ich tageslicht brauche, um die farben zusammenzustellen. die tochter beginnt damit, die balken, die sie gestern mit dem bruder nach hause getragen hat, abzuschleifen, trotz dunkelheit draussen, ihr reicht das licht im eingangsbereich. zum abendessen macht sie feierabend, es gibt restliche spätzle und linsen, dazu wieder saitenwürstle.

zum abendvergnügen suchen wir nach einer neuen serie und landen wieder bei harlan coben.

Donnerstag, 20. Januar 2022

19.januar 2022 - vorfreude

so allmählich passt sich das datum meinem gefühl für den fortschritt des januar an. nachdem ich tagelang das gefühl hatte, dass sich alles bewegt und voranschreitet und ich insgesamt gut vorankomme mit dem was zu tun ist, hat heute das fehlen einer längst bestellten musterkarte dafür gesorgt, dass ich jetzt denke, irgendwo festzustecken. 

vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine umfangreiche arbeit demnächst abschliessen kann und der nächste grosse brocken noch nicht komplett aufgegleist ist. langweilig wird mir nicht, es gibt genug an kleinen dingen zu erledigen, inklusive kurstage vorbereiten und vereinsarbeit.

noch eins mit geteiler schablone, oder "book resist", wie man auf englisch sagt.
 

nach werkstatt, mittagessen, gartenstunde (ich habe ganz viele austreibende frühlingsblüher gefunden!) sass ich für zweieinhalb stunden mit den kolleginnen vom vorstand zusammen, jetzt wieder virtuell, nachdem immerhin zwei sitzungen im sommer/herbst in präsenz in chur hatten stattfinden können. in hinblick auf die bevorstehende mitgliederversammlung musste nicht nur das budget für das wieder einmal unsichere bevorstehende jahr besprochen, sondern auch einen ellenlange traktandenliste zusammengestellt werden. dazu ganz viele details für den gemeinsamen tag in chur, an dem sich endlich wieder die vereinsmitglieder begegnen werden können. unter 2g- auflage, aber immerhin. im letzten jahr haben wir zuerst den termin verschoben, dann doch eine schriftliche gv abgehalten, was insgesamt in pandemischer hinsicht gut war, für den verein aber nicht so toll. 

nach gut zwei stunden gab mein laptop auf, leider kann ich nicht gleichzeitig den akku laden und die kamera einstecken, die besser funktioniert als die onboardkamera (obwohl - heute fiel nicht die kamera, sondern das interne mikro aus) und ich musste für die letzte viertelstunde aufs mobiltelefon umsteigen, und das dann so ungeschickt in der hand halten, weil ich immer dachte, dass es nicht mehr lange geht und es sich nicht lohnt, das irgendwo zu befestigen. 

danach sprang ich schnell ins auto und fuhr unseren speck vom weidesäuli abholen, nutzte die lücke bis zum nächsten kunden zu einem schnellen plausch mit der bäuerin, die zugleich auch werkstattkundin ist und tolle kleine schafe hält. danach nach hause, wo es ein recht tröstliches abendessen gab: one-pot-pasta mit kürbis. nach zweieinhalb stunden frieren am schreibtisch war das genau das richtige! dazu den grossen sohn am tisch, der mit der tochter holz für ein bauprojekt besorgt hatte. 

mehr war nicht, hat mir auch aber auch gereicht heute.

Dienstag, 18. Januar 2022

17. januar 2022 - durch die hügel

ein ganz gewöhnlicher montag. noch liegt der berg arbeit, den ich erwarte, im dichten nebel, ich schlendere also durch die vorberge und erledige das, was erledigt werden kann. 

heute waren das ein filzbehälter mit quadratischem boden, ein geschlossener würfel und ein ebenfalls geschlossener tetraeder, die fertig gefilzt als anschauungsobjekte für das filzbaukastenmodul dienen sollen. jetzt bereue ich, dass ich kein foto gemacht und lieber anstattdessen die werkstatt ein wenig aufgeräumt habe. 

am nachmittag konnte ich dann meine praktischen erfahrungen direkt in kleine zeichnungen und texte für das handout giessen. vorher machte ich aber noch die küche sauber und arbeitete eine stunde im garten. gute vorsätze sind am montag immer noch am besten umzusetzen und in nächster zeit wird es nur  wenige wochenendtage für gartenarbeiten geben, also zerlege ich sie besser in kleine portionen und nutze das schöne wetter. es war mild draussen und fühlte sich schon ein wenig nach frühling an, ich konnte im pullover arbeiten. 


Montag, 17. Januar 2022

15. und 16. januar 2022 - nebel und sonne, garten und draussen

 schon wieder ein perfekt ausgewogenes wochenende! mit ein bisschen erledigungen und arbeit, dazu mit viel freizeitvergnügen und ruhe. 

für den samstag hatten wir uns, passend zum vorhergesagten sonnentag, gartenarbeit vorgenommen. leider zeigte der erste blick aus dem fenster keine sonne, sondern dichten nebel. darum gab es zuerst relativ spät frühstück, danach war es immer noch nicht besser, so dass wir katzenfutter, mehl und weinvorräte auffüllen gingen. zuhause war der hefeteig gerade weit genug gegangen, dass er zu zimtschnecken weiterverarbeitet werden konnte. eigentlich wollte ich ja mal franzbrötchen ausprobieren, aber dafür langten weder zeit noch motivation, also gab es die altbewährten zimtschnecken aus einem geschenkten ikea-kochbuch. mittlerweile drückte ein blasse sonne durch den nebel, wir nahmen das als aufforderung, uns sofort in den garten zu begeben, wo kai holz sägte und damit den brennholzbedarf für 2024 auffüllte, während ich mich an die entrümpelung der gartenbeete machte. so richtig akkurat ist da ja bei uns nichts, aber trotzdem wollen ein paar sträucher im zaum gehalten werden und vor allem muss das überall herumwuchernde efeu immer wieder ausgedünnt und davon abgehalten werden, an der hauswand hochzukriechen. die statik des uralten rosmarinbusches, der schon eh mehr liegt als steht, scheint sich noch einmal verschlechtert zu haben, wir entschieden uns für drastische stützmassnahmen und hoffen, dass so auch der in den rosmarin verschlungene salbeistock mehr licht und sonne bekommt. 

fast vier uhr war es, bis wir draussen feierabend machten, die zimtschnecken schmeckten in den letzten nachmittagssonnenstrahlen dafür besonders gut. ich hatte einen anruf verpasst, während ich im garten gewesen war, ich rief zurück, anschliessend kochte ich eine grosse pfanne voll vegetarischer bolognesesauce und überliess anschliessend kai die küche, der frische spätzle zu aufgetauten linsen und saitenwürstle servierte. 

für den abend suchte die tochter einen film aus, eine französische komödie, die uns gut unterhielt, so komisch aber dann auch nicht war und deren titel ich leider schon wieder vergessen habe. 

***

den sonntag konnten wir wie den samstag gemütlich starten, denn wir waren erst für nach dem mittag mit dem grossen sohn und freundin zum wandern verabredet. also gab es frühstück und familiensitzung, anschliessend verarbeitete ich die bolognesesauce zu einer lasagne und räumte ein bisschen in den vorratsschubladen auf. 

pünktlich um eins warteten die beiden mitwandernden schon vor dem haus, wir fuhren nach mülligen und starteten eine runde um den schofberg, eine wanderung, die kai und ich schon im herbst 2020 mal gemacht hatten, diesmal mit kleinen varianten, aber auch sehr schön. 

auf dem letzten rest der strecke entlang der reuss war die sonne schon untergegangen, dafür gab es besonders viele umgestürzte bäume, treibholz und frische biberspuren zu sehen. 

zuhause arbeiten alle zusammen, salat vorbereiten, lasagne in den ofen, feuer machen, cremant einschenken, dann gemütlicher abend - nach der lasagne gab es mitgebrachtes tiramisu, eine runde anno domini und viel zeit zum erzählen.

Samstag, 15. Januar 2022

14. januar 2022 - dazwischen

der januar fühlt sich schon richtig lang an, was vor allem daran liegt, dass in der werkstatt einiges los ist. so viele filzkurstermine hatte ich noch selten in einem monat. dazu kommen aufträge, kostenvoranschläge, das filzbaukastenmodul am monatsende. auch die offene werkstatt blieb heute nicht einsam, insgesamt kamen drei personen. 

das ist an und für sich ja sehr erfreulich und lässt befürchtungen für ein schlechtes geschäftsjahr erst gar nicht aufkommen - grob überschlagen hätte ich, wenn alles bis heute angefragte beauftragt und alle gebuchten kurse stattfinden können, schon die miete für das ganze jahr "auf sicher" - und fühlt sich angesichts der coronanachrichten trotzdem immer ein bisschen surreal an. 

sind wir wirklich auf dem weg in ein zusammenleben mit corona? und was bedeutet das für uns? jedenfalls sehr wahrscheinlich nicht, dass alles wieder wird wie es einmal war, fasst silke jäger bei den krautreportern zusammen. 

der tag war freitägliches einerlei, morgens im haushalt ordnung schaffen, mittags dann in die wunderschön sonnige werkstatt, wo ich zuerst die reste des gestrigen finkenfilzens wegräumen musste, die besucherinnen kamen glücklicherweise nicht pünktlich um zwei uhr. 

das parkplatzmanagement im areal wird angepasst, die gebührenpflichtigen zeiten werden ausgeweitet, in zukunft lohnt sich eine tagesparkkarte schon ab drei stunden aufenthalt. ich werde also mehr tagesparkkarten verkaufen, was einen blöden zusätzlichen aufwand kreiert. 

beim gestrigen finkenfilzkurs habe ich wieder einmal gesehen, dass meine vor jahren erstandenen styroporschuhformen nicht wirklich sinnvoll einsetzbar sind, ich habe mich jetzt nach alternativen umgesehen und zwei paar schuhleisten bestellt, erst mal zur probe, später dann vielleicht mehr davon. das hausschuhe-machen wird mich vermutlich schon noch eine weile begleiten. 

spät am abend dann noch eine schlechte nachricht: aufgrund der pandemiesituation und der verlängerung der massnahmen (keine ahnung welche das sind) in bayern wird die filzbegegnung im kommenden märz abgesagt. ich hätte mich gefreut, nicht nur auf die ewig lange zugfahrt quer durch süddeutschland, sondern mehr noch auf ein paar tage mit filzkolleginnen aus allen ecken des deutschsprachigen raums. schade.

Freitag, 14. Januar 2022

13. januar 2022 - finken filzen

heute bleibt es ruhig im blog, ich war den ganzen tag in der werkstatt und habe zwei menschen zu neuen warmen filzhausschuhen verholfen. 

für mich ist es spannend, wie menschen mit den herausforderungen eines solchen intensiven filztags umgehen. gerade bei den hausschuhen weise ich immer darauf hin, dass es zum ende hin anstrengend wird und es ein bisschen durchhaltevermögen braucht. ich rate zu kleinen pausen zwischendurch, ermutige, motiviere, sporne an - und greife auch mal zu selbst mit an, wenn die kräfte schwinden. schön ist es dann, wenn diese bemühungen fruchten und am ende ein richtig gut auf den individuellen fuss gefilzter hausschuh entsteht. manchmal muss ich aber auch damit leben, dass sich jemand mit dem halben weg zufrieden gibt. die schuhe sind dann immer noch gut durchgefilzt, doch nicht wirklich passgenau. 

aber die menschen sind unterschiedlich. nicht jede*r ist perfektionist*in. oder nicht in allen bereichen.

Donnerstag, 13. Januar 2022

12. januar 2022 - 12 von 12 im januar 2022

immer eine woche nachdem frau brüllen gefragt hat, was man denn so mache, ist der tag, an dem in vielen blogs der tagesablauf mit hilfe von 12 bildern gezeigt werden darf - und an dem caro diese einträge bei sich auf dem blog "draussen nur kännchen" versammelt

 

beim frühstück war es noch zu dunkel, deshalb zeige ich euch mein znüni aus orange (schon weg), lebkuchenherzen und tee in der werkstatt.

die sonne scheint - da räumt es sich doch gleich viel lieber auf.

morgen ist finkenfilzkurs, und alles liegt schon bereit.

statt weihnachtdeko gibt es mittlerweile fische an der wand.

zum mittagessen radle ich nach hause, dort hat kai schon aus übriggebliebenem nudelteig suppeneinlage gezaubert. ich muss nur noch brühe aufkochen und die nudeln rein werfen.

spaziergang! das wetter ist schön, und kai wird ohnehin bis spät arbeiten müssen, warum sollen wir da nicht über mittag ein bisschen raus gehen? wir sehen mal wieder einen bemalten stein - der ist wohl schon länger unterwegs und schon ganz verwittert.

eine besonders originelle runde wird es nicht, aber so müssen wir auch nicht viel überlegen. wir sehen den platz, an den der hubschrauber die bäume bringt.

und auch noch mal den hubschrauber, der aber am frühen nachmittag seine arbeit beendet.

ich setze mich wieder an den schreibtisch und arbeite am manuskript für das filzbaukastenmodul. viele, viele stunden, die mir nicht direkt bezahlt werden. ich kann nur hoffen, dass der kurs öfter verkauft wird, so dass sich die arbeit irgendwann lohnt. trotzdem bereite ich gerne mein filzwissen so auf, dass andere davon profitieren können.

schneller als gedacht wird es abend. das abendpanorama ist anders geworden, einige bäume fehlen. 

der vollständigkeit halber: der bundesrat hat heute eine verkürzung von quarantäne und isolation beschlossen, neu wird man sich ohne symptome nur noch 5 tage isolieren müssen. ansonsten bleibt alles beim alten. 

ich mache feierabend, ausser schreibtischarbeit habe ich noch diese zwei hyazinthen aus ihren töpfchen genommen und sie in meine feinen hyazinthengläser gesetzt und die ersten paprikapflanzen angesät.

für morgen bereite ich noch apfelmus vor, denn so ein filztag kann ganz schön lange gehen und am abend bin ich mit kochen dran. 

heute kocht die tochter, es gibt einen gratin aus äpfeln und blumenkohl, nachdem ich ihr die letzten äpfel "weggekocht" habe. mit käse, honig und thymian ist auch die modifizierte variante sehr lecker.

was war in den anderen jahren so los? 

12 von 12 im januar 2021

12 von 12 im januar 2020
12 von 12 im januar 2018
12 von 12 im januar 2017
12 von 12 im januar 2016
12 von 12 im januar 2015
12 von 12 im januar 2014
12 von 12 im januar 2009

Mittwoch, 12. Januar 2022

11. januar 2022 - hubschraubereinsatz*

gut, dass ich mir heute die arbeit aus der werkstatt mit nach hause genommen hatte! (* - wer bei diesem titel nicht sofort an foyer des arts denkt, ist nicht meine generation!)

am morgen rückte nämlich die angekündigte truppe holzfäller oder vermutlich eher baumpfleger an, die mit hilfe eines hubschraubers den hang unterhalb des hauses von bedrohlich schiefen und sonst irgendwie gefährdenden bäumen (unten stehen auch häuser) befreien sollte. 

ich konnte gemütlich vom schreibtisch aus die vorbereitungen verfolgen - naja, jedenfalls dann, wenn ich mich sehr weit nach links lehnte. also erledigte ich bürokram, beantwortete anfragen und machte mich mit mässiger konzentration an das skript für das kommende filzkursmodul. 

am späten vormittag kam dann auch der heli, wie man hier sagt, und begann abgeschnittene bäume wegzutransportieren. 

nach dem mittagessen packte ich mein fahrrad, machte eine kleine erledigungsrunde ins nachbarstädtchen und war gerade noch rechtzeitig wieder zurück um zu sehen, wie die bäume direkt an ende unseres gartens verschwanden. 

zuerst werden eine ganze menge grüner dicker seile an den ästen befestigt.

dann kommt der helikopter (nicht im bild) und lässt ein seil ab (das rote). dabei muss er gut zielen, denn der mann auf dem baum muss das ende fangen können, um eines der grünen seile daran zu befestigen. also nicht irgendeines, sondern das, das mit dem teil des baums verbunden ist, das zuerst abgeschnitten werden soll.

der helikopter steigt auf und zieht so das seil am baum straff. 

dann wird gesägt.

und da ist der baumteil schon ab.

und tschüss! 

hoch in den himmel geht es...

... und übers nachbarhaus hinweg zum sammelplatz auf einem feld in der nähe.

so wird der baum langsam in seine einzelteile zerlegt und abtransportiert.

danach war dann merkwürdigerweise schluss. da immer noch ein paar seile in den bäumen hängen, rechne ich damit, dass der helikopter morgen noch einmal wiederkommen wird. 

so konnte ich am späten nachmittag dann wenigstens noch ein bisschen konzentriert arbeiten. langsam komme ich voran, da ich zu dem speziellen thema auch noch eigene zeichnungen anfertigen muss. und irgendwann war damit auch schluss, ich widmete mich einem grossen korb bügelwäsche, kai briet schnitzel und machte pommes dazu. die tochter ass zuerst mit uns und ging dann noch ins geräteturntraining. 

kai und ich kruschtelten nach dem abendessen noch an unseren jeweiligen sachen herum, später schweizer tagesschau mit nachrichten zur sich ausbreitenden omikronwelle und der pressekonferenz der task-force. 

sagen wir es mal so: das szenario für die kommenden wochen enthält viel hoffnung. es werden sehr, sehr viele menschen angesteckt werden (aktuell liegt die 7-tagesinzidenz, also nachgewiesen angesteckte pro 100.000 einwohner in einer woche, bei über 2000), viele davon werden das nicht einmal bemerken (hab ich nicht auch so ein kratzen im hals?), andere werden richtig krank werden, sehr wahrscheinlich werden prozentual weniger als bei delta im spital landen, absolut sind das dann trotzdem richtig viele. die sorge gilt primär jetzt nicht mehr den ansteckungen und den angesteckten menschen, sondern der infrastruktur und dem wirtschaftsleben, das zusammenbrechen könnte, wenn 10 bis 15% der arbeitenden bevölkerung gleichzeitig durch isolation oder quarantäne ausfällt. dieser höhepunkt der omikronwelle wird noch im januar erwartet, im februar wird dann alles besser, weil frühjahr, weil dann viele menschen immunisiert sind, weil ... irgendeinen lichtblick braucht es ja. 

also augen zu und durch. mal sehen, was der bundesrat morgen sagt. ich vermute mal, dass man "intensiv beobachten" wird.




Dienstag, 11. Januar 2022

10. januar 2022 - alltag mit schnee

 am morgen bedeckte eine schneedecke den garten und die bäume - schwerer, nasser schnee, der schon zu tauen begann, als ich mich auf den weg in die werkstatt machte. der alltag ist komplett zurück, heute morgen waren alle unterwegs. naja, halt dann doch eher aussergewöhnlicher alltag, denn ab morgen wird kai wieder zuhause arbeiten. 

ich bin in der werkstatt dabei, reste aufzuarbeiten, die losen wollreste sind nach farben sortiert bereits fertig kardiert. aus fertigen filzresten habe ich stücke geschnitten, die später am tag in die waschmaschine wanderten, daraus werden filznuggets, die ich zu langen ketten verarbeiten werde. der rest fliegt dann doch in die tonne. jedes jahr fallen einige stücke an, die halt doch nicht so gut geworden sind, schon zu oft auf märkten dabei waren oder mir schlicht und einfach nicht mehr gefallen oder meinen qualitätsansprüchen genügen. und damit ich ihnen nicht dauernd wieder begegnen muss und die werkstatt immer enger wird, müssen sie irgendwann weg. 

zu mittag ging ich nach hause, gehen heute wörtlich, das velo blieb in der garage. ich kochte mir aus einem gulaschrest eine gulaschsuppe und ass dazu ein stück brot. nach einer ausgiebigen pause widmete ich mich der küche, telefonierte mit meiner mutter, erledigte hier und dort kleinigkeiten, dann kamen auch schon kai und die tochter gleichzeitig nach hause. ich kochte eine gemüsesauce und dazu nudeln, wir assen früh, dann steckte ich noch die filzreste in die maschine, bis sie fertig waren, schauten wir 8, rue d' humanité und fanden den film ganz unterhaltsam. 

entdeckung des tages: wordle - eine website, auf der man in mastermindmanier ein wort erraten muss, jeden tag nur eines halt.

Montag, 10. Januar 2022

8. und 9. januar 2022 - wochenende nicht zu faul, nicht zu fleissig

 die spontane entweihnachtungsaktion war ja am freitag vor allem deshalb angefallen, weil wir uns, aufgrund der durchgehend schlechten wettervorhersage für das wochenende, vorgenommen hatten, die bücherregale im wohnzimmer von staub und durcheinander zu befreien. durcheinander war nicht viel, staub so mittel, aber nach knapp sieben stunden sind die regale nun wieder tippitoppi sauber, geordnet und bereit für die nächsten zwei jahre bestaubung. viel aussortiert haben wir auch nicht, da wirkt noch immer die gründliche entrümpelung vor unserem umzug 2019 nach, es hat noch platz, wenn auch nicht mehr in allen abteilungen. zuwachs gab es wie immer bei kunst, bei literatur, aber nun auch wieder einmal in der abteilung geschichte. 

ich hatte am morgen schon kuchen gebacken, für die zwischenverpflegung gab es den von anke gröner als fluffig gepriesenen cannoli-kuchen, bei uns war er eher fest, aber trotzdem sehr lecker - allerdings habe auch ich diverse änderungen des originalrezepts vorgenommen. die tochter versorgte uns mit abendessen: sie bereitete über den tag seitan vor, den sie abends mit blumenkohl und paprika in einer gemüsepfanne zu reis servierte. 

nachdem der samstag zumindest von drinnen wettermässig so schlecht nicht gewesen war, wurde das wetterversprechen am samstag eingelöst. die tochter hatte trainingstag, kai nach dem frühstück eine verabredung mit dem mittleren sohn zum autofahren üben, ich erledigte kleinigkeiten. nach zwölf starteten wir für einen spaziergang, den wir allerdings ein bisschen verkürzten, weil es zu regnen anfing. anstatt auf der nordseite des martinsbergs in richtung badener allmend hinaufzusteigen blieben wir im tal und umrundeten den ortsteil kappelerhof auf uns bisher unbekannten pfaden zwischen hochhäusern und limmatufer. nach gut eineinhalb stunden waren wir ein bisschen nass wieder zuhause. nach kaffee und kuchen nutzte ich den nachmittag zum faulenzen, lesen, stricken. wir verteilten das erste mal im neuen jahr kochdienste in der familiensitzung, kai bastelte ravioli mit ricotta-spinat-füllung und der mittlere sohn kam zum abendessen. 

gute kombination aus fleissigen und faulen teilen für die wochenendgestaltung, morgen geht dann wieder der geregelte alltag los!


Samstag, 8. Januar 2022

7. januar 2022 - entweihnachten

 morgens beschloss ich eine planänderung: anstatt schon in der neujahrswoche das erste mal die werkstatt für besucher zu öffnen, nahm ich mir den nachmittag frei und blieb zu hause. 

aber nicht um auf der faulen haut zu liegen, sondern um dinge zu erledigen, damit am wochenende andere dinge erledigt werden können. 

ich ergänzte das üblich freitagsputzprogramm durch alle teile der entweihnachtung, was ja auch viel mehr sinn macht, als zuerst zu putzen und am nächsten tag die deko abzunehmen. das mittagessen verschoben wir auch noch auf ein uhr - so war ich bis zu diesem zeitpunkt mit fast allem fertig, was ich an häuslichen aktivitäten vorhatte. 

das aus dem wohnzimmer verbannte bäumchen wurde sofort draussen wieder dekoriert, allerdings schmolz der schnee im laufe des nachmittags dann gleich wieder. 

nach einer mittagspause räumte ich auch noch die letzten reste auf, dann gab es nachmittagskaffee. heute also viele kaffeepausen und trotzdem richtig was weggeschafft. denn durch den erfolgreichen vormittag war ich so motiviert, dass ich mir die zwei unangenehmsten brocken an büroarbeit vornahm, die ich auch noch in die kommende woche hätte schieben können: filzkurstermine für märz bis mai ausknobeln (wobei sich da herausstellte, dass ich das schon längst hätte gemacht haben sollen... ) und eine arbeit für den verein, die eigentlich nicht unangenehm ist, aber mittlerweile aus so vielen einzelteilen besteht, dass es einen recht grossen anlauf brauchte, um das alles an einem ort zusammenzuziehen, und so endlich einen überblick zu bekommen. den hab ich jetzt, yeah! sogar in kalenderform! 

zur feier des wochenendes entzündete ich ein kaminfeuer, kai hatte sich dazu durchgerungen etwas aus dem vorrat aufzuwärmen anstatt zu kochen und so gab es gulasch und geröstete spätzle, dazu feldsalat. die tochter kam von ihrem ersten einsatz als trainerin der jugendgruppe ihres turnvereins nach hause und ass die reste auf. wenn die tochter solche zusatzeinsätze  übernimmt, würde es mich ja unter normalen umständen freuen, dass sie sich engagiert, pandemiebedingt muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass sie ihrerseits sehr viel tut, um eine ansteckung zu vermeiden (3xgeimpft, disziplinierte maskenträgerin plus restliche hygienemassnahmen) und dass sie als junger mensch auch das anrecht darauf hat, im rahmen der erlaubten möglichkeiten ein normales leben zu führen. also: schön, dass sie für ihre kollegin einspringen konnte! 



Freitag, 7. Januar 2022

6. januar 2022 - nicht königin geworden

 der sechste januar ist hier in der schweiz kein feiertag. deshalb gab es heute alltag und zwar so richtig, weil die tochter heute auch wieder arbeitete. 

dementsprechend frühes aufstehen, also zeit für einen langen, langen blogpost. frühstück dann erst mit kai, später, aber immer noch im dunkeln bin ich zu fuss in die werkstatt gegangen. ich verpackte weihnachten in schachteln (am wochenende machen wir das dann auch zuhause) und da die kisten und kästen schon unten waren, suchte ich nach beispielen für mehrteilige schablonen. der kurs am monatsende wird sich um geometrische und natürlich formen drehen, die nicht mit einer einfachen schablone gefilzt werden können. ich suchte auch noch in meinen diversen filzbüchern, fand aber wenig bis nichts. also werde ich wohl selbst ein wenig schreiben und zeichnen müssen, um eine gute kursdokumentation zu haben. ich überlege, weil es die erste durchführung dieses kurses ist, die dokumentation nachzureichen, so dass ich auch noch fragen einarbeiten kann, die sich in den zwei kurstagen ergeben. oder ist das zu viel service? 

um halb zwölf ging ich nach hause, mittagessen mit kai, danach kaffee und dann musste ich mich auch schon auf den weg machen, um zwei kantone weiter ein gewächshaus abzuholen. auf der fahrt viel radio, aber fast nur musik und sportnachrichten, die heute von tennis-weltranglistenersten beherrscht werden, der ungeimpft nach australien einreisen wollte und nun von den behörden wieder nach hause geschickt wird. und vom abbruch eines skirennens in zagreb, wo auf der rennstrecke das gras herausschaut. zwischendurch die neuesten corona-fallzahlen, seit zwei tagen liegen die über 30.000 pro tag. die testlabore kommen nun landesweit an den anschlag und fordern eine priorisierung bei den tests*. das ist dann aber schon auf der heimfahrt, zwischendurch hat mir  ein freundlicher mensch (mit maske, ich natürlich auch) geholfen, zwei giebelseiten eines gewächshauses in einzelteile zu zerlegen. es kann wirklich alles ganz klein gemacht werden und sieht gleichzeitig so aus, als ob es auch mehrere auf- und abbauten überstehen würde. 

auf dem heimweg kaufe ich noch ein, unter anderem einen dreikönigskuchen als dessert, denn es werden am abend gäste erwartet. zuhause telefoniere ich mit meiner mutter, dann versuche ich die einzelteile des gewächshauses platzsparend in der garage unterzubringen. am samstag werden die kommoden abgeholt, vorher lohnt sich keine endgültige unterbringung. 

bis die gäste (sohn und freundin) eintreffen schaffe ich noch ein paar sofaminuten, dann gibt es kürbisgnocchi, austausch über den jahreswechsel, kaffee und dreikönigskuchen, umzugspläne, verschiedenes. 

* ich weiss nicht mehr, ob ich mich über solche nachrichten noch aufregen soll. ist das jetzt das maximale chaos? ist das jetzt die apokalypse? ach nein, schau, frau gröner hat da etwas sehr erhellendes dazu zitiert: "If you can wake up and go to work in the morning, you’re not in an apocalypse, right?” (wenn du morgens aufstehen und zur arbeit gehen kannst, dann bist du nicht in der apokalypse, oder?). der blogpost geht dann noch weiter, in eine etwas andere richtung, aber absolut lesenswert und sehr schlau formuliert.

Donnerstag, 6. Januar 2022

5. januar 2022 - #wmdedgt im januar 2022 (coronaedition 22)

oh, was für ein anfang, gleich geht es hier mit dem #wmdedgt weiter, frau brüllen fragt wie an jedem fünften des monats, was man den ganzen tag so mache. und ich will antworten. 

vor meinem wecker weckt mich das radio, das kai angemacht hat. wir hören deutschlandfunk, so ganz genau was, weiss ich nicht mehr. zehn vor halb sieben geht dann mein wecker, ich bleibe aber noch liegen und höre die nachrichten um halb sieben. dann stehe ich auf, gehe in die küche, räume die spülmaschine aus und mache währenddessen kaffee und bereite frühstück vor. ich selbst mag heute morgen noch nicht viel essen, schneide mir nur etwas von der ananas ab, die bald aufgegessen werden sollte. ich trinke kaffee mit kai, wir spielen ein bisschen word-feud, scrabble in der app. er macht sich gegen sieben auf den weg ins büro, den ersten tag nach den weihnachtsferien. trotz homeofficepflicht muss halt ab und zu doch etwas vor ort erledigt werden, es wird sich aber die nächsten wochen in grenzen halten. 

ich ziehe um an den schreibtisch im schlafzimmer, weil ich weiss, dass es reichlich schriftliches zu erledigen gibt. zuerst mache ich mir einen groben tagesplan, später kommen immer noch weitere punkte hinzu. ich lade von allen kameras bilder in den rechner, mache dies und das und da es noch zu früh ist, um zu telefonieren, gehe ich unter die dusche. 

geduscht erreiche ich die zahnarztpraxis und vereinbare einen zahnpflegetermin, die gynäkologin hat noch weihnachtsferien. ich lege im bulletjournal zwei themenseiten an und lade da eine menge an gedanken ab, die mir unter der dusche eingefallen sind: die eine zu anstehenden gartenarbeiten, die andere für die vorbereitung des anstehenden fünften basisfilzmoduls über komplexe dreidimensionale formen. 

dann endlich bin ich bereit, den blogpost über die weihnachtsferien zu schreiben. das geht lange, vor allem, weil ich mir ab und zu überlegen muss, was wir eigentlich gemacht haben. die tochter steht um zehn auf, eine gute gelegenheit, das frühstück nachzuholen. sie will zuerst noch duschen, also bleibt genug zeit, zwei aufbackbrötchen in den backofen zu tun und den tisch zu decken. wir frühstücken gemeinsam, sie hat pläne für den tag. zuerst will sie ihr zimmer aufräumen, am nachmittag dann ins brockenhaus. ich frage, ob sie dafür verabredet ist, oder ob sie mit mir gehen will. es sieht so aus, als ob ich für den nachmittag eine verabredung hätte. 

der blogpost wird fertig, da ist es dann schon fast zwölf. das liegt zuletzt auch daran, dass ich zwischendurch immer noch anderes erledigt habe. nächster punkt auf der liste: die termine der kommenden filzbaukastenmodule auf der homepage einstellen. das sind zehn module, die jeweils an zwei terminen stattfinden. glücklicherweise sind die meisten davon schon angelegt, so dass ich nur die daten ändern muss. nur drei muss ich komplett neu schreiben, also auch den inhalt knapp zusammenfassen und - das dauert immer am längsten - header-bilder in meiner sammlung finden. für ein modul gibt es vorerst nur ein symbolbild. zwischendurch meldet sich kai, dass er auf dem heimweg sei und bittet um kaffee um zwei uhr. die tochter ist fast fertig mit aufräumen und möchte auch kaffee. also übernehme ich auch diesen service und bin ein bisschen froh, dass ich vom schreibtisch mal aufstehen kann. 

nach dem kaffeetrinken mache ich die letzten unkomplizierten termineinträge fertig, dann belade ich zusammen mit der tochter das auto mit diversen entsorgungskisten und -säcken. wenn wir schon herumfahren, können wir das auch gleich noch erledigen: altglas, altöl und dosen entsorgen wir in der gemeinde, plastikmüll und sperriges bringen wir ins recyclingcenter. unterwegs bekommt das auto noch benzin, dann geht es ins brockenhaus. die tochter findet eine handvoll lustiger pins und eine recht hübschen roten pullover, ich zwei glasnäpfchen für teelichte ohne aluhülle. auf dem rückweg holen wir noch die an neujahrstag auf dem nachhauseweg in der werkstatt deponierten gartenstühle ab und lassen mein weihnachtsgeschenk vom grossen sohn, eine tafel zu werbezwecken, dort. 

eigentlich wollte ich noch weiterarbeiten, aber dann habe ich doch keine lust mehr. es ist auch schon fast zeit zum kochen. ich hole aus dem keller kartoffeln und zwei steckrüben, die ich in einem eher langwierigen prozess zu einer art küchle verarbeite. dazu gibt es tomatensosse und salat. der geschmack und die konsistenz der küchle lohnt den aufwand nicht, aber das ungeliebte gemüse ist endlich versorgt. nebenbei höre ich radio, es geht ausnahmsweise nicht um die pandemie, sondern um den konflikt in der ukraine und um den nun ein jahr zurückliegenden sturm auf das amerikanische kapitol. 

überhaupt dümpelt das thema corona für mich gerade auf einer art nebenschiene. ich weiss schon, dass sich da draussen wieder eine neue welle aufbaut, schneller und grösser als jede in den vergangenen zwei jahren. auswirkungen auf mein leben sind allerdings akut gleich null, ich könnte aufgrund meines impfstatus sogar ins restaurant oder ins schwimmbad, was ich ohnehin nicht will. was mich aber wirklich aufhorchen lässt, ist eine nachricht, die ich auf dem smartphone lese, als ich gewohnheitsmässig die aktuellen ansteckungszahlen checke, die bei uns immer erst gegen 14 uhr veröffentlicht werden: in unserem wohnkanton werden die präventiven massentests an den schulen und in betrieben ausgesetzt. es gibt zu viele positive testpools und die kapazität der labors ist am anschlag. die noch zur verfügung stehenden tests sollen vor allem im gesundheits- und betreuungsbereich und für ausbruchstestungen eingesetzt werden. das hört sich nun nicht mehr nach viel kontrolle an. in den schulen sitzen nämlich immer noch diejenigen, die am schlechtesten geschützt sind, nicht weil sie das so wollten, sondern weil erst ab 16 jahren ein booster zugelassen ist und die unterzwölfjährigen sowieso erst seit montag geimpft werden können. 

während kai und die tochter die küche aufräumen, nutze ich die zeit, um solche nachrichten zu lesen, dann um zwei paar schuhe zu bestellen und gleich noch mein blogbuch für das vergangenen jahr in auftrag zu geben. ja, sie lesen richtig, den blog gibt es seit ein paar jahren auch ausgedruckt. mittlerweile ist es ein rechter stapel. 

ich nehme noch den neuen pullover der tochter aus der waschmaschine, dann ist es zeit für sofa, wein und serie: immer noch "menschen in angst" - der titel bekommt mit jeder folge eine andere bedeutung und die sechs kurzen teile waren absolut sehenswert.


Mittwoch, 5. Januar 2022

4. januar 2022 und die 11 tage davor.

fast zwei wochen habe ich nun blogpause gemacht. naja, nicht wirklich blogpause, aber immerhin pause vom täglichen bloggen. zwischendurch gab es thematische posts: zum abschluss der adventspost, den letzten 12tel-blick des vergangenen jahres, den jahresrückblick. und bevor es so richtig in den alltag zurück geht, gibt es noch ein paar schnipsel aus diesen 12 tagen.


 
nachdem wir ausführlich und aufs leckerste weihnachten gefeiert hatten... 

... mussten wir dringend ein bisschen an die frische luft. ich spazierte ganz alleine zum aussichtsturm der gartenschau von 2009...

... und mit kai zur donauquelle und durch den fürstenbergischen schlosspark in donaueschingen.

anschliessend wurde das wetter so regnerisch und unwirtlich, dass wir uns nach drinnen zurückzogen. ich arbeitete am jahresrückblick für den blog und für mich. seit einigen jahren verwende ich für rückblick und vorschau am scharnier zwischen den jahren "unravel your year" von susannah conway. das arbeitsbuch (nur auf englisch) ist sehr ausführlich, und ich kann es empfehlen. weil ich aber in diesem jahr zu weihnachten ein original bullet-journal als notizbuch für das kommende jahr bekommen  habe, wollte ich die tage zwischen den jahren nutzen, um ein bisschen tiefer in diese materie einzudringen. so habe ich 2021 mit susannahs fragen abgeschlossen und bin dann für die planung des neuen jahres mit der bullet-journal methode gestartet. beides schliesst sich nicht aus, aber meine zeit war halt trotz dauerregen limitiert.

denn vor neujahr muss traditionell die jahresausstellung der aargauer künstlerinnen und künstler im kunsthaus aarau angeschaut werden. stellvertretend hier das werk sonority of synchrony - der klang eines zeit_ortes von alex herzog, das mich mit einer fülle von einfachen abstrakten bearbeitungen einer seite büttenpapier beeindruckt hat.

die aussicht auf einen trockenen tag lockte kai und mich nach la chaux-de-fonds, auf eine erkundung des architektonischen frühwerks le corbusier, das man sich auf einem spaziergang erschliessen kann.

 
 naja, und auch in einen französischen supermarkt, für ein bisschen nachschub in sachen cremant...
 
 
... dabei entdeckten wir, dass der doubs bei morteau das ganze tal überschwemmt hat. 
 
 
für silvester hätten wir gar nicht so viel schaumwein gebraucht, wir feierten zu viert (die tochter hatte spontan eine freundin eingeladen) und nur mit einem feinen essen (artischocken mit selbstgemachter mayonaise, selbstgemachte kartoffelkroketten mit saltimbocca, vanilleeis mit heissen himbeeren aus dem garten) und anstossen auf dem balkon. spät wurde es auch nicht, die tochter arbeitete über den jahreswechsel im frühdienst.

aufs neue jahr stiessen wir dann noch ein zweites mal am neujahrstag am feuer an - dazu gab es käsefondue bei den eltern der freundin. 

das wetter war mild, teilweise auch schön mit fernsicht in die berge, das genossen wir auf spaziergängen am neujahrstag und am sonntag. den montag brauchte es dann als arbeitstag im garten, in der werkstatt, wo ich einen kostenvoranschlag ausarbeitete, und im haushalt.

ich entdeckte ein gewächshaus auf einer gebrauchtwarenplattform, das wird dann demnächst bei uns einziehen, vorerst in die garage. deshalb muss es dort jetzt platz geben und ich verschenkte die alte kommode samt nachtschränkchen, die bald abgeholt werden.

den letzten ferientag setzten wir für einen weiteren museumsbesuch ein - wobei die wahl von ort und museum ein bisschen davon bestimmt wurden, dass wir auf dem weg einen lautsprecher zur reparatur abgeben mussten. deshalb ging es nach basel ins musee tinguely. zur zeit gibt es dort eine art retrospektive über das leben von tinguely und darin eingebettet, eine erst kürzlich gestiftete sammlung an notizen, die der persönliche assistent des künstlers aufbewahrt hat. ach könnte ich doch auch so coole notizzettel schreiben!

ausserdem gab es noch eine raum mit art brut - mit einer konzentration auf das thema schrift. viel zu lesen also, viel verspieltes auch. ich fühle mich einerseits zu grösstmöglicher reduktion, andererseits zu verspielt detailliertem, absichtlos verzetteltem hingezogen. der federhelm, teil einer fasnachtsverkleidung tinguelys, erinnerte mich daran, dass ich eine ganze menge federn horte, gerne würde ich was ähnliches damit machen. aber dann, wohin damit? 

nach der ausstellung liefen wir noch ein bisschen in kleinbasel herum. wieder gab es nur ein togo-essen unterwegs, gastronomie muss halt gerade nicht sein, auch wenn wir den gemütlichen cafébesuch schon arg vermissen.

beim pharmamulti wird gebaut, wie schon seit längerem - ganz ehrlich, es gibt unsinnigere industrien, das haben uns die vergangenen jahre wohl auch gezeigt. 

zuhause blieb noch zeit zum gemütlichen ferienausklang, zum abendessen gab es spinatwähe mit diversen resten und später eine neue serie, menschen in angst.  

und? haben sie es bemerkt? damit wäre ich wohl schon wieder beim tagebuchbloggen angelangt.