Montag, 27. Juli 2026

kw 30 - wochenrückblick und sonntagsspaziergang

die woche war zweigeteilt. 

bis mittwoch galt es die ungefähr zehntägige intensive arbeitsphase abzuschliessen, oder auch eher noch ein wenig ausplätschern zu lassen, kein vergleich zur letzten woche, es gab nur etwa drei halbe tage zu absolvieren, einen davon im kulturzentrum, die anderen beiden im museum. dazwischen versuchte ich ein bisschen wochenende nachzuholen, was mir auch ganz gut gelang, mit einerseits erledigungsteil, andererseits partiellem nichtstun, das nicht unwesentlich befördert wurde von der tatsache, dass ich es am montag über mittag geschafft habe, die zwei wochen zuvor abgesagte blutspende nachzuholen. danach darf man immer ein bisschen unfit sein, immerhin dürfte ich für 48 stunden auch kein linienflugzeug steuern und sollte nicht tauchen gehen. da ich das sonst auch nicht mache, merke ich meine unfitheit nur dann, wenn ich mehrmals hintereinander die treppe schnell hochgehe, dann kommt vermutlich einfach nicht genug sauerstoff dorthin, wo er gebraucht wird, weil sich weniger rote blutkörperchen die arbeit teilen müssen. so in etwa stelle ich mir das jedenfalls vor. 

fürs blutspenden gab es einen wickelfisch - im design der blutspende nordwestschweiz. mit auf der banderole aufgedrucktem hinweis, dass man vielleicht heute, am tag der blutspende, noch nicht unbedingt in fluss oder see steigen sollte, aber danach dann mit dem neuen transportmittel für alles, was trocken bleiben soll, ausgestattet sei. die aktion läuft noch bis 31. juli - wenn sie also in der nähe leben und schon immer mal vorhatten, blut zu spenden, haben sie noch bis ende der kommenden woche gelegenheit, sich so ein schickes fischlein zu sichern.   

jedenfalls tat ich montagnachmittag und dienstagmorgen nicht viel, danach gings dann wieder. mittwoch letzter arbeitsvormittag vor ferien der kollegin, ich wollte grosszügig sein und ihr arbeit abnehmen, es stellte sich jedoch heraus, dass die hierarchie der verteilten daten nicht flach genug ist, dass das möglich wäre. soll ich dem nachgehen? oder einfach alles so lassen wie es ist? eigentlich gibt es auch so genug für mich zu tun. 

mittwoch hatte das älteste kind geburtstag, wir waren eingeladen mit freunden, mitbewohnenden und allen, die das wollten, dies mit einer portion pommes und einem oder mehreren getränken zu feiern. 

happy birthday, grosser! feiern heisst für dich halt auch immer "schaffen"...

für uns ist es immer schön, wie wir als eltern von den vielen, vielen freund:innen und kolleg:innen des sohns ganz selbstverständlich integriert werden. es ist ein tolles umfeld, das er sich gesucht/geschaffen hat, das fast keine barrieren kennt und immer offen ist für gespräche - egal ob witzig-ironisch oder manchmal halt auch sehr tiefgründig. da feiern wir gerne mit! 
 
am donnerstagmorgen startete ich dann in den zweiten teil der woche, zunächst mit einer ausführlichen runde gartengiessen, um kai ein wenig für die tage meiner abwesenheit zu entlasten. 
 

 und weil allmählich auch unsere trockenheitsliebenden pflanzen in den beeten schon arg gebeutelt aussehen, bekamen auch sie mal eine extraportion wasser, per rasensprenger. der allerdings war eigentlich von einem insekt (einer mörtelbiene?) in eine nistgelegenheit verwandelt worden. hm, das war jetzt vielleicht keine so gute idee, was ich da herauskratzte wirkte aber andererseits nicht mehr sehr lebendig, so dass ich kein schlechtes gewissen hatte. 
anschliessend frühstück mit kai, der vorher schon den bauunternehmer empfangen hatte und von ihm wieder verschiedene versprechen entgegengenommen hatte. 
 
gegen halb zehn war ich dann endlich auf dem weg nach göppingen. für den weg brauchte ich rekordverdächtige viereinhalb stunden, unter anderem weil ich eine halbe stunde auf einer landstrasse herumstand, da weiter vorne ein unfall passiert war. am ende entschied ich mich dazu, ein bisschen regelwidrig zu wenden und über kleinere strässchen auf die autobahn zu fahren. 
 

nein, nein, ich bin nicht aus wasseralfingen. da war nur früher die wichtigste eisengiesserei in württemberg, die für ganze königreich schachtdeckel herstellte. übrigens gibt es dazu eine redensart: wenn jemand für eine aufgabe oder auch als partner:in partout niemand passenden finden kann, sagt man: dem (oder dera) muess mr en wasseralfinge oin:e giessa lassa. 


seit donnerstag bin ich also bei meiner mutter, wo es diesmal wenig zu helfen und zu tun gab, anstattdessen unternahmen wir am freitag einen ausflug nach schwäbisch gmünd, zum bummeln, mittagessen und einfach ein bisschen rauskommen. am samstag gingen wir zusammen auf den wochenmarkt und einkaufen und am sonntag verabredete ich mich mit der freundin auf einen spaziergang. nachmittags schauten wir gemeinsam jeweils die etappe der tour de france - waren dabei zweimal auf der alpe d¨huez und auch bei der zieleinfahrt nach paris dabei. 
 
und am sonntag beim spazierengehen habe ich daran gedacht, dass es bei heike ja die wunderbare einrichtung des sonntagsspaziergangs gibt und einige bilder gemacht. aber vorsicht, völlig unspektakulär, wir liefen einfach so ein bisschen herum und wollten uns vor allem unterhalten. 
 

 wir starteten gleich an der wohnung meiner mutter und da entdeckte ich das - eine gehäkelte rose gegen gewalt an frauen. 

 
durch nebenstrassen und ein stück deindustrialisiertes industriegebiet kamen wir an die fils, das örtliche fliessgewässer, das wegen hitze und trockenheit wenig wasser führt, wie fast überall. wir erinnerten uns an das hochwasser vor ein paar jahren, die freunde kamen damals nur mit mühe nach hause.  
 
 
den jetzt kleinen fluss überquerten wir auf der holzbrücke - vor etwa fünfzig jahren war das der weg mit meinen eltern von zuhause zu einem kleinen garten auf der anderen filsseite. allerdings musste man damals noch an einem bahnübergang warten, heute gibt es eine unterführung. (ich fand den bahnübergang immer spannend.) 
 

in unmittelbarer nähe liegt auch heute noch der schlachthof, ich erinnere mich vor allem an den geruch von damals. heute riecht nur noch der fluss, aber auch der längst nicht mehr so heftig. 
 
 
hinter der fils haben sich einige der für meine heimatstadt so typischen häuser erhalten, mit einer art souterrain, einem ergeschoss und dem giebel, der im ersten stock eine sinnvolle raumhöhe ermöglicht. 
 

eventuell ging es früher diesen weg entlang ins "giatle", wie man hier einem kleinen, nicht am haus gelegenen garten sagt. 

 
hier hat sich so viel verändert. über das neue klinikgelände des christophsbad hinweg haben wir einen ersten blick auf die stadt mit hohenstaufen im hintergrund, einem letzten fabrikschornstein (vermutlich denkmalgeschützt), der stadtkirche und dem neuerdings stadtbildprägenden verwaltungsgebäude von schuler-pressen, einer traditionsfirma, die mittlerweile in schieflage an einen konzern verkauft wurde, dessen name ich jetzt nachschauen könnte. 
 

 unter der schnellstrasse hindurch geht es dann den berg hinauf, auch hier gibts kleine gärten ... oder auch grössere... 
 
 
bevor wir die kreisstrasse überqueren, bietet sich uns dieser blick auf die drei kaiserberge hohenstaufen, hohenrechberg und stuifen, weiter hinten sieht man vermutlich den rosenstein und damit den trauf der ostalb. 
 
 
unser weg führt uns weiter durch den wald, an schützenhaus und fussballverein vorbei zu einem bauernhof mit integrationsprojekt. die gastronomie öffnet allerdings erst später, so dass wir zuerst noch einen halt am örtlichen freibad einlegen und eine johannisbeersaftschorle trinken und dann noch eine runde durchs wohngebiet drehen. 
 

kreative lösung zur abmilderung der folgen des klimawandels: der plastikrasen bleibt immer grün, man hätte ihn allerdings mal wieder staubsaugen können, stellen wir beiden schwäbinnen fest. 
 
 
als wir zum zweiten mal zum waldeckhof ankommen, sind die sonnenschirme aufgespannt und wir setzen uns im schatten an einen tisch, essen kuchen und trinken kaffee - leider gibt es keine käseplättchen, was schade ist, der käse wird hier nämlich vor ort hergestellt. 
 

 auf dem hof gibt es eine herde milchschafe, aus deren milch käse und seife gemacht werden.
 

es gibt kleegras! 

auch für den älteren, sehr geselligen schafbock. 


 auf dem hof hat es auch kühe, haus- und wollschweine, gänse und einen ziegenbock. 


 im haus gibt es einen hofladen und eben das café. 

wir spazierten über den hügel wieder zurück in die stadt, kamen dabei noch an einem traditionellen brauereikeller vorbei, dem radkeller, und dann entlang der fils noch einmal zum christophsbad, benannt nach dem württembergischen herzog christoph, der bereits im sechzehnten jahrhundert gelegentlich nach göppingen kam, weil hier ein hydrogencarbonatsäuerling aus einer natürlichen quelle sprudelte. 

das sauerwasser sprudelt auch heute noch, jetzt aus diesem brunnen, der angeblich, so der örtliche klatsch, in china gefertigt worden sein soll. der augenschein legt es nahe, die gemeinde ist sowieso pleite. sprudelwasser in flaschen wird heute hier keines mehr abgefüllt, man kann allerdings immer noch selbst vom mineralhaltigen wasser holen. auch wir füllten noch einmal unsere trinkflaschen. 

eng mit dem christophsbad sind die kliniken dr. landerer verbunden, die in den letzen jahren hier zu einem wichtigen spezialkrankenhaus für neurologie (mit schlaganfall-notfall) und psychiatrie ausgebaut wurden. 

danach geht es über fils, bahngleise und ausfallstrasse wieder zurück in die stadt - die freundin bringt mich wieder zur wohnung meiner mutter und wir stellen fest, dass wir uns bei meinem nächsten besuch in göppingen nicht sehen werden, weil sie dann in urlaub sein wird. schade, wir haben uns immer so viel zu erzählen! 
 

Montag, 20. Juli 2026

kw 29 - eine eher inhomogene, sommerliche sammlung an themen

rundherum läuft alles ein bisschen langsamer, ist es in der stadt und auf den strassen deutlich ruhiger, weil zweite sommerferienwoche - aber ich hatte eine gut gefüllte und dazu auch noch richtig lange woche. 

den anfang machten zwei tage in der werkstatt - zum ersten mal durfte ich das modul "filzen mit kindern" im rahmen des filzbaukasten der filzszene schweiz unterrichten. zwar nur mit zwei teilnehmerinnen, die sich auch noch kannten, aber immerhin ist das das erste modul, das ich überhaupt in diesem jahr übernehmen konnte. 


 wir machten gemeinsam einen durchgang durch schnur, fläche, kugel und hohlform, ich durfte ein bisschen filzwissen auffrischen und gegen lange gehegte ressentiments anarbeiten - die waren allerdings nach den ersten gelungenen kleinen werkstücken auch ganz schnell vergessen (löcher im filz - was ist das? - die gehören jetzt endgültig der geschichte an!) 

einzig die anhaltende hitze machte uns allen zu schaffen. zwar sind die sonnenstoren zurück in der werkstatt, aber das gerüst steht immer noch und verhindert einen echten luftaustausch, dazu steht das wasser im stillgelegten oberwasserkanal direkt unterhalb der werkstatt und ... stinkt. 

heiss blieb es wieder den grössten teil der woche, die angekündigten gewitter zogen jeweils nördlich und südlich vorbei oder streiften uns mit ein paar wenigen regenminuten. immerhin genug giesswasser haben wir wieder für ungefähr eine woche. aber alles, was wir nicht giessen, trocknet weiter vor sich hin. zum wochenende hin wurde es spürbar kühler. 


die ersten tomaten werden reif im garten, sonst tut sich nicht viel. doch, halt, am montag ist tatsächlich noch die dusche beim bädle betoniert worden. vom vermieter erfuhren wir, dass die bauarbeiten damit beendet sind, es fehlen zwar noch haltepins für die plane, aber das darf jetzt der auftraggeber reklamieren, der auch bereits zur abnahme da war. 


am wochenende habe ich es auch noch geschafft, den abblühenden lavendel zu ernten, zusammen mit dem reichlich vorhandenen salbei wird das eine räucherbündel gegen insekten - wir sind in diesem jahr gar nicht so fest geplagt, aber die halbe stunde kurz vor dem vollständigen eindunkeln müssen wir schon etwas gegen stechmücken unternehmen.  

mittwoch und donnerstag waren arbeitstage im kulturzentrum, das programm für die monate september bis dezember geht demnächst in druck, da helfe ich nach kräften der kollegin, da bei mir in sachen vermietungen eher ruhiges abarbeiten angesagt ist. 

donnerstagvormittag hatte ich frei, und eigentlich auch den ganzen freitag, da allerdings noch termine in sachen gesundheit, unter anderem in einer villa mit diesem leuchter im eingangsbereich. 


die freien stunden verbrachte ich teilweise mit der sommerpost - es geht voran und wenn ich mich endlich entscheiden könnte, ein paar der sicherheitshalber auf reserve produzierten exemplare auszusortieren, würde es wahrscheinlich auch schneller gehen - aber vorerst lasse ich die noch im prozess drin, ich weiss buchstäblich noch nicht, was noch kommt und welche fehler mir dabei unterlaufen können, die einzelne exemplare verderben. 

bis jetzt habe ich eine grobe kartenskizze nach der topographischen landkarte angefertigt, durch abpausen. dann habe ich diese kopiert. mit hilfe einer schablone habe ich die waldgebiete mit aquarellfarbe in grüntönen eingefärbt und von hand mit höhenlinien versehen. ausserdem hat der fluss seine blaue farbe bekommen.  

den freitagabend nutzte ich zum einzigen einsatz auf dem parkhausdach beim freiluftkino. 


 zweieinhalb stunden kassenschicht - also nichts grosses, aber es hat spass gemacht. und wir haben wieder zwei der kinder gesehen, sind sogar im anschluss an den film noch ein bisschen sitzen geblieben. 


 gesehen haben wir diesmal sentimental value. im film geht es um zwei schwestern, die sich nach dem tod der mutter ihrem entfremdeten vater wieder annähern - er, ein ehemals berühmter regisseur will ein comeback drehen, die eine schwester hilft ihm bei recherchen zum film, die andere bekommt die hauptrolle angeboten, lehnt sie aber ab. daraufhin soll eine aufstrebende hollywood-schauspielerin die rolle übernehmen, aber dann kommt doch noch alles anders. ein bisschen drama, aber nicht ohne humor (ich sag nur: ikea-hocker...). auf dem parkhausdach brauchte ich in der zweiten hälfte tatsächlich meinen pullover. 

im museum arbeitete ich am mittwochnachmittag und beide tage am wochenende. die wärme hält sich beharrlich in den räumen, auch wenn vormittags gelüftet wird, ist das bisschen frischere luft bald verbraucht. immer noch kommen gar nicht wenige besucher, jetzt über die ferienzeit auch viele touristen, aber auch viele, die das haus schon kennen und jetzt schauen wollen, wie es nach der renovation aussieht. 

seit neuestem wird nach jeder halben stunde konsequent rotiert, man steht also nie länger als eine halbe stunde im selben raum. ich mag diese regelung, aber für einige aufsichten brachte sie verwirrung, denn bisher war klar, dass eine bestimmte position mit der pause beginnt, das bleibt so, aber man muss nun ein bisschen rechnen, wer zu beginn der pausenzeit dort steht. so aufgeschrieben hört sich das banal an - aber gepaart mit hitze und schwüle birgt das schon potential für aufregung. die blumen leiden fast noch mehr als wir aufsichten - am samstag sahen sie schlimm aus, am sonntag schlimmer. 

in den zeiten in denen keine besucher da sind, macht mir zur zeit die langeweile zu schaffen. vor allem im obergeschoss habe ich das gefühl, wirklich jede schraube zu kennen. dafür fallen mir kleine veränderungen dann schnell auf - zum beispiel wurden die beiden unglasierten chinesischen terrakottafiguren auf dem kaminsims in der bibliothek ausgetauscht gegen zwei glasierte dachreiter, ebenfalls chinesisch, aber viel weniger alt. einer der terracotta-reiter stand für kurze zeit in einer vitrine und wurde aber schon wieder gegen einen gelben vogel ausgetauscht. warum? ich würde gerne mal fragen, aber wen? 

am ende der woche, respektive zu beginn der neuen woche, fehlt mir das wochenende. kaum ist es ein wenig kühler, hoffe ich auch darauf, bald mal wieder wander zu gehen.  

Montag, 13. Juli 2026

12 von 12 im juli 2026

ein bisschen spät war es schon, als ich entdeckt habe, dass heute wirklich der zwölfte ist. also nach dem frühstück und der ersten schwimmrunde. 

 
die amaryllen habe ich jetzt in die sommerpause geschickt. sie haben sich gut von ihrem blüheinsatz erholt, üppig grünes laub getrieben und können nun ihre kraft wieder in die wurzel schicken. 

es wird wieder warm. in der sonne hält man es schon jetzt nicht mehr aus. 

den trauben gefällt das warme wetter. die kommen aus italien und wachsen seit 2019 hier. seit etwa drei jahren haben wir jeden herbst reichlich leckere tafeltrauben, teilweise ohne kerne. 

ansonsten sieht der garten gerade eher ein bisschen struppig aus. die wiese vertrocknet, der eibisch blüht, aber rundherum müsste mal jemand ein bisschen aufräumen. 

aber auch heute ist dafür zu warm, für eine gartenrunde hätten wir viel früher aufstehen müssen.  

anstattdessen flüchten wir vor der sonne nach drinnen, ich werkle an der sommerpost, noch habe ich nirgends etwas davon gesehen, aber egal, ich mache halt hier so mein ding. 


und während die einzelnen blätter vor sich hin trocknen auch noch ein bisschen siesta. 


immerhin kann ich mich dann auch noch zur wochenplanung und für ein paar notizen für den kurs am montag aufraffen. 


es gibt kaffee und kuchen. kirschen hat es auch noch. 


 und dann auch gleich den aperitiv - irgendwas hab ich zwischendurch noch gemacht, wäsche abgehängt, ein bisschen gelesen, irgendetwas aufgeräumt vielleicht. 

irgendwann wechsle ich in die küche, koche aus herumliegenden resten eine sauce für das morgige abendessen, bereite auberginenröllchen für heute vor und dann ist da auch noch der sauerteig, den ich heute morgen aufgefrischt habe. backe ich halt auch noch ein schnelles mischbrot, es ist eh schon warm, da macht das auch nichts mehr aus. 


 abendessen! zu den auberginenröllchen in tomatensauce vom letzten jahr (alle verbraucht, die tomaten können jetzt reif werden) gibt es leckere brötchen, von denen kai am letzten wochenende viel zu viel gebacken hat. 


 während wir zwei folgen einer neuen serie angeschaut haben ist auch noch das brot fertig geworden. 

na dann, gute nacht! das war ein fauler sonntag, aber immerhin reichlich im haus herumgewerkelt. 

gleich mal bei draussen nur kännchen schauen, ob es heute überall so heiss gewesen ist...  

und so war es hier in den letzten jahren (echt jetzt? alles erst raussuchen? ich dachte ich hätte das längst für jeden monat erledigt...) : 

12von12 im juli 2025  

12von12 im juli 2022 

12von12 im juli 2021

12von12 im juli 2020

12von12 im juli 2019

12von12 im juli 2018

12von12 im juli 2016

12von12 im juli 2015

 

 

 

 

 

Sonntag, 12. Juli 2026

kw 28 - regina montis

ich verspräche zu viel, wenn ich ihnen garantierte, dass ich heute nicht über unsere baustelle schreiben werde. aber lassen sie uns das thema doch gleich zu beginn abhandeln, dann haben wir es hinter uns. 

ende der vergangenen woche hatten wir ja ein bisschen hoffnung geschöpft: die randsteine waren betoniert und alles sah danach aus, dass es nun bald mit dem legen der platten losgehen würde. aber weit gefehlt: weiterer sand und der obere rand des serviceschachts wurde abgetragen, jeweils bei kleinen stippvisiten des bauunternehmers. nachdem ich dann zweimal menschen vertröstet hatte, mit denen wir mal so grob einen besuch bei uns im sommer abgemacht hatten, weil ich kein ende der bauarbeiten in sicht sah und so keinen besuch hier empfangen möchte (und der besuch auch nicht kommen will) ist mir am montagnachmittag, zu arbeitsbeginn kurz nach vier am abend, der kragen geplatzt - eine definitive zusage über das ende der bauarbeiten bekam ich zwar nicht (eher eine menge quatsch über die arbeitsbedingungen wie hitze, zu kleines auto, unzugänglichkeit der baustelle, als ob man das nicht hätte absehen können...) aber ich habe mir immerhin weitere arbeiten nach 18 uhr verbeten.  


und irgendetwas habe ich damit wohl angerichtet - denn am mittwochabend waren die ersten beiden bahnen platten verlegt. donnerstag und freitag wurde bereits kurz nach sieben mit den arbeiten begonnen, mit einem helfer, und den ganzen tag durchgearbeitet. die sandhäufen in unserem garten wurden abtransportiert und zum wochenende haben wir rund um das bädle betonplatten. nur die sache mit der dusche harrt noch einer lösung, wir dürfen also weiter gespannt sein. vielleicht bekommen wir auch noch befestigungsstifte für die poolplane, aber es wurde schon so viel versprochen. und dann wäre da noch der übergang zur wiese...  (oder dem, was davon nach ende der bauarbeiten so übrig ist). 

"nur" noch die dusche ...  (es klafft hier ein ca. 40 cm tiefes loch ohne sichtbaren abfluss)

unsere thematische gartendeko 2026 

immerhin können wir jetzt, nachdem kai die verrosteten schrauben aus dem rand gezogen hat, die plane wieder aufs becken legen, damit dürfte die veralgung ein bisschen weniger werden. 

eins hätte ich noch: für mich ist es ein symbolbild für überforderung. (auf der anderen seite vom bädle hat sich ... leider auch ein blöder spalt ergeben. so einer in dem man sich supergut die zehen brechen kann. falls man es hier noch nicht geschafft hat.) 

sie sehen also, das thema sind wir so schnell noch nicht los. 

sonst so: montag den sommerbrief für die filzszene verschickt und das hand-out für den kommenden kurs finalisiert, danach haushaltsdinge, muss auch mal wieder sein. dienstag erledigungstag mit fünf anlaufpunkten am vormittag, nachmittags dann etwas ruhiger. mittwoch hatten kai und ich uns schon vor langer zeit einen freien tag eingeplant - um endlich kais geburtstagsausflug nachzuholen. 


unser ziel war die rigi - unterwegs waren wir per velo (zum bahnhof), dann mit umsteigen in olten it dem zug nach luzern, von dort ging es mit dem schiff weiter nach vitznau. umsteigezeiten jeweils so um die sechs minuten, was für ein tolles land, in dem so etwas funktioniert! zum fotografieren kam ich dann erst hier, aber auch nur im gehen... 


 und dann waren wir da. im kräuterhotel edelweiss an der zahnradbahnhaltestelle rigi-staffelhöhe. auf der terrasse links mit den roten schirmen sassen wir dann die nächsten zwei stunden und genossen zuerst ein plättli zum teilen (wochenration fleisch für uns, wegen mir hätte es viel mehr eingelegtes gemüse geben dürfen). 

zum hauptgang, nachdem kai ausführlich gejammert hatte, dass er eigentlich gar nichts mehr essen könne, gab es für mich ein onsen-ei mit saisongemüse und rapsmayonaise. 
 

und für kai ein omelett mit grünzeug obendrauf. 


 das war superlecker und ein bisschen schade, dass wir  kein dessert mehr geschafft haben. 

beim essen sahen wir menschen beim arbeiten im kräutergarten zu - da schmeckt der aperitiv aus bitterkräutern gleich noch ein bisschen besser... 

vollgefressenheitsbedingt schafften wir es nur bis rigi-staffel zu fuss, dann stand da so ein verlockendes bähnchen, das uns nach kulm brachte... 


 aber auf den gipfel liefen wir dann doch noch rauf. 

 

den alphornbläsern waren wir schon auf dem schiff und in der zahnradbahn begegnet. sie hatten ein schwyzerörgeli dabei, auf dem dann beide male "vo luzärn uf weggis zue" erklang. fast schon unheimlich bilderbuchmässig. aber stellen sie sich die freude vor, wenn sie aus amerika, japan, korea oder china anreisen und dann stehen da einfach vier menschen in tracht und spielen alphorn, ohne eintritt, ohne anstehen und ohne gedränge drumherum. (und die waren nicht bezahlt oder engagiert, die mussten sogar ihre getränke im sb-restaurant selbst bezahlen.) 

ja, die rigi ist ein touristenziel. und wir haben dort den kleinsten, schlechtesten und teuersten capuccino getrunken an den ich mich erinnern kann. aber schön ist es schon auch. beim nächsten mal vielleicht wieder mehr zu fuss, aber für diesen tag hat es so gepasst. 


 nochmal ein historisches bähnle runterwärts. 


 mit uns warten viele in vitznau auf das dampfschiff. 

bürgenstock und pilatus. auf dem bild sieht mans nicht: es war heiss. 

ich stromerte noch ein bisschen auf dem schiff herum. 1906 in dienst gestellt, die maschine stammt von der firma sulzer in winterthur. das bähnle, das uns vom berg heruntergebracht hatte, von brown boveri & cie in baden. ein stück industriegeschichte der schweiz - seit ich im museum langmatt arbeite, aber für mich auch ein bisschen mehr: die familie, die dort lebte und die privatsammlung impressionistischer gemälde zusammentrug, war die des bruders eines der gründer der bbc und selbst leitender ingenieur dort, sidney brown, seine frau jenny eine geborene sulzer. 1906 war gerade der anbau mit galerie und bibliothek der villa fertig geworden. 

man darf vermutlich zu recht davon ausgehen, dass die beiden mit ihren kindern auch einmal einen ausflug auf diesem dampfer unternommen haben. vielleicht sogar hier im speisesaal der ersten klasse gegessen? 

ansonsten ist mir irgendwann diese woche aufgefallen, dass das jetzt die ruhe vor dem sturm ist - in der kommenden woche werde ich mehr oder weniger von montag bis sonntag durcharbeiten. 

also versuchte ich den fast freien nachmittag nach bürovormittag am donnerstag im kulturzentrum zu geniessen (nur schnell noch die werkstatt für den montag vorbereiten und rosmarin aus dem garten zum freiluftkino bringen). der freitag war dann schon wieder vollgestopft mit haushalt, physio und museumsaufsicht. 


 pausenbild - heute vom verandacafé. 

jetzt ist wochenende - am markt und einkaufen waren wir schon, selbstverständlich auch vorher noch frühstücken, bereits ist es wieder zu heiss, um am nachmittag draussen im garten zu sein. gleich werden wir noch schwimmen, ein bisschen aperölen und dann geht es später auf das parkhausdach zum freiluftkino, wo wir hoffen, ein paar der kinder zu sehen... 

morgen ist zwölf von zwölf und ich plane sehr, dabei zu sein - weswegen der wochenrückblick ausnahmsweise am samstag endet.