unser letzter ganzer tag in genua war ein sonntag - und im vorfeld war das wetter für diesen tag eher als regnerisch vorausgesagt. deshalb hatten wir den plan gefasst, ein museum zu besuchen.
nach abermaligem frühstück bei klainguti und einem kleinen umweg über eine sonntags geöffnete buchhandlung, in der ich am vortag etwas entdeckt hatte, was ich gerne haben wollte, gelangten wir anstelle über gässchen mal über grosse strassen an den hafen und zum meeresmuseum galata.
der eintrittspreis ist mit 19 euro pro person schon ambitioniert, aber uns wurden ja auch mehrere stockwerke schifffahrtsgeschichte versprochen. und da liegt dann schon das erste problem: alles kann man da gar nicht schaffen, im grunde müsste man sich gleich auf einen oder zwei themenbereiche beschränken. dafür hatten wir uns aber im vorfeld zu wenig mit dem museum beschäftigt und gingen deshalb erstmal los, indem wir dem vorgeschlagenen rundgang folgten.
ich habe in der folge wenig fotografiert - sie müssen sich auf meine worte verlassen.
als erstes standen wir vor einer übersicht des hafens und einer visualisierung der pläne von renzo piano - eine gute vervollständigung unserer auf- und überblicke, aber bis uns dämmerte, dass von den plänen das wenigste umgesetzt wurde (kommt das noch? oder war das einfach ein zu ambitioniertes projekt?) ging es schon recht lange.
als nächstes gerieten wir in eine ausstellung zum thema christoph columbus und seine zeit mit vielen schiffsmodellen und gemälden und erfuhren neues zu einer zeit, die für genua eine wichtige war. wir waren nicht gut vorbereitet, fühlten uns aber auch mit unserem geringen wissensstand nicht so sehr abgeholt. weiter - und wir befanden uns da immer noch im erdgeschoss - entdeckten wir eine galeere.
oder vielmehr natürlich einen nachbau einer galeere. hier hätte es viele interaktionsmöglichkeiten gegeben, unter anderem konnte man rudern, aber die ganze ausstellung war schon ziemlich in die jahre gekommen und ein bisschen arg abgeranzt, dazwischen dann wieder andere themen gestreut, wieder bilder, viel text, zwischendurch versuchte kai mehrmals qr-codes für zusätzliche erläuterungen in englisch, die invalid waren. im nächsten geschoss war es nicht viel besser, in einer ausstellung mit globen (ich liebe landkarten und globen) war irgendeine erkundungsmöglichkeit mit bildschirmen vorgesehen, aber weil bereits viele menschen viele fenster geöffnet hatten, war keine navigation mehr möglich - dafür hätten wir uns mailadressen abschreiben können. (hier überlegten wir zum ersten mal, ob es für 19 euro eintritt wirklich zu viel verlangt ist, dass man einen computerplatz am morgen mal neu startet?). jedenfalls gingen wir dann noch übers deck eines segelschiffs, sahen noch mehr gemälde von segelbooten und wurden allmählich etwas unleidig.
bis wir in einem neuen stockwerk einen "reisepass" in die hand gedrückt bekamen und uns auf die inszenierung der geschichte der auswanderung aus italien über den hafen genua einliessen. inszenierung deshalb, weil wir in einer art kulisse vom hafen und dessen behörden aufs schiff und in den ankunftshafen, der übrigens eher in süd- als in nordamerika lag, gelangten. es gab hörstationen und solche mit bildschirmen, wo wir unseren pass vorzeigen mussten und dann quasi ein individualisiertes auswandererschicksal erlebten. toll gemacht! aber leider war auch hier der eine oder andere bildschirm und vor allem die etwas interaktiveren geräte defekt. immersiv sollte das wohl sein - aber gerade als man so richtig in der eigenen geschichte drin war, begann wieder der ärger mit der technik.
noch mehr interaktives (eine u-boot-schule) liessen wir aus, und auch die sehr textlastige ausstellung zum luxusliner andrea doria, von der uns freunde erzählt hatten. wir waren nach vier stockwerken mühsamen eindenkens und wieder herausgerissenwerdens hungrig und müde und machten pause auf der aussichtsterrasse.
keine ahnung, ob man da oben hätte essen dürfen, wir taten es einfach, aufsichtspersonal gab es eh nicht.
und machten uns dann auf die letzte etappe unseres museumsbesuchs, zum unterseeboot. auch hier hätten wir uns vielleicht besser vorher eingelesen, kai tat das dann ein bisschen hinterher und stellte fest, dass es noch u-boote desselben typs gibt, die in der italienischen marine, wenn auch überarbeitet, ihren dienst tun.
an bord gab es keine erläuterungen - vielleicht wären wir schlauer gewesen, hätten wir die u-boot-schule besucht oder den kostenpflichtigen audioguide benutzt, aber so werweissten wir uns halt durchs u-boot.
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alles sehr eng, viel technik, die sehr alt, aber mehr so aus unsere lebenszeit zu sein schien (videogerät, fernseher und so weiter).
und am ende begriffen dann auch wir anhand der teilweise entfernten torpedos (um die herum übrigens auch schlafplätze gruppiert waren) dass es sich um ein militärboot handelte.
fazit: viel gesehen, wenig gelernt. ein bisschen waren wir selbst schuld, weil zu wenig vorbereitet, aber wenn wenigstens die zweisprachigen texte funktioniert hätten, wäre schon viel gewonnen gewesen.
blöderweise ging der ärger mi der technik gleich weiter - die metro war uns schon bisher nicht als das lieblingsverkehrsmittel der genueser vorgekommen, während wir dann geschlagene zwanzig minuten auf eine in fünf minuten angekündigte u-bahn warteten, wurde uns dann auch klar, warum.
wir liessen uns nur zwei stationen in einen teil der altstadt bringen, den wir noch nicht besucht hatten, zu fuss wären wir sicher schneller gewesen.
porta sobrana.
palazzo ducale mit der genueserfahne.
im und am dom. und ja, auch der steht wieder so eng zwischen den häusern, dass ich mit der grossen kamera kein foto von der ganzen fassade machen konnte.
und noch einmal durch verschiedene gassen mit palästen, deren fassaden man nur per zufall mitbekommt.
aufenthaltsraum und bibliothek im zweiten geschoss - ich mochte sehr das nebeneinander von modernen möbeln und altem haus.
imposantes treppenhaus - wer immer nur den lift genommen hat, dürfte davon allerdings nicht viel gesehen haben.
und schliesslich noch die eingangshalle - wir fühlten uns hier übrigens sehr wohl, freundlich in empfang genommen und sehr gut versorgt.
und konnten diesen etwas verkorksten urlaubstag dann mit einem sehr schönen abend in der trattoria archivolto mongiardino abschliessen. nach einem gemischten vorspeisenteller liessen wir uns noch einmal meeresfrüchte und fisch schmecken und nahmen noch ein dessert, noch einen caffe, noch einen grappa, einfach auch, weil es so schön war, hier zu sitzen.










































