Sonntag, 29. März 2026

genua historisch (tag vier unserer genua-reise)

unser letzter ganzer tag in genua war ein sonntag - und im vorfeld war das wetter für diesen tag eher als regnerisch vorausgesagt. deshalb hatten wir den plan gefasst, ein museum zu besuchen. 

nach abermaligem frühstück bei klainguti und einem kleinen umweg über eine sonntags geöffnete buchhandlung, in der ich am vortag etwas entdeckt hatte, was ich gerne haben wollte, gelangten wir anstelle über gässchen mal über grosse strassen an den hafen und zum meeresmuseum galata. 

der eintrittspreis ist mit 19 euro pro person schon ambitioniert, aber uns wurden ja auch mehrere stockwerke schifffahrtsgeschichte versprochen. und da liegt dann schon das erste problem: alles kann man da gar nicht schaffen, im grunde müsste man sich gleich auf einen oder zwei themenbereiche beschränken. dafür hatten wir uns aber im vorfeld zu wenig mit dem museum beschäftigt und gingen deshalb erstmal los, indem wir dem vorgeschlagenen rundgang folgten. 

ich habe in der folge wenig fotografiert - sie müssen sich auf meine worte verlassen. 

als erstes standen wir vor einer übersicht des hafens und einer visualisierung der pläne von renzo piano - eine gute vervollständigung unserer auf- und überblicke, aber bis uns dämmerte, dass von den plänen das wenigste umgesetzt wurde (kommt das noch? oder war das einfach ein zu ambitioniertes projekt?) ging es schon recht lange. 

als nächstes gerieten wir in eine ausstellung zum thema christoph columbus und seine zeit mit vielen schiffsmodellen und gemälden und erfuhren neues zu einer zeit, die für genua eine wichtige war. wir waren nicht gut vorbereitet, fühlten uns aber auch mit unserem geringen wissensstand nicht so sehr abgeholt. weiter - und wir befanden uns da immer noch im erdgeschoss - entdeckten wir eine galeere.  

oder vielmehr natürlich einen nachbau einer galeere. hier hätte es viele interaktionsmöglichkeiten gegeben, unter anderem konnte man rudern, aber die ganze ausstellung war schon ziemlich in die jahre gekommen und ein bisschen arg abgeranzt, dazwischen dann wieder andere themen gestreut, wieder bilder, viel text, zwischendurch versuchte kai mehrmals qr-codes für zusätzliche erläuterungen in englisch, die invalid waren. im nächsten geschoss war es nicht viel besser, in einer ausstellung mit globen (ich liebe landkarten und globen) war irgendeine erkundungsmöglichkeit mit bildschirmen vorgesehen, aber weil bereits viele menschen viele fenster geöffnet hatten, war keine navigation mehr möglich - dafür hätten wir uns mailadressen abschreiben können. (hier überlegten wir zum ersten mal, ob es für 19 euro eintritt wirklich zu viel verlangt ist, dass man einen computerplatz am morgen mal neu startet?). jedenfalls gingen wir dann noch übers deck eines segelschiffs, sahen noch mehr gemälde von segelbooten und wurden allmählich etwas unleidig. 
bis wir in einem neuen stockwerk einen "reisepass" in die hand gedrückt bekamen und uns auf die inszenierung der geschichte der auswanderung aus italien über den hafen genua einliessen. inszenierung deshalb, weil wir in einer art kulisse vom hafen und dessen behörden aufs schiff und in den ankunftshafen, der übrigens eher in süd- als in nordamerika lag, gelangten. es gab hörstationen und solche mit bildschirmen, wo wir unseren pass vorzeigen mussten und dann quasi ein individualisiertes auswandererschicksal erlebten. toll gemacht! aber leider war auch hier der eine oder andere bildschirm und vor allem die etwas interaktiveren geräte defekt. immersiv sollte das wohl sein - aber gerade als man so richtig in der eigenen geschichte drin war, begann wieder der ärger mit der technik. 

noch mehr interaktives (eine u-boot-schule) liessen wir aus, und auch die sehr textlastige ausstellung zum luxusliner andrea doria, von der uns freunde erzählt hatten. wir waren nach vier stockwerken mühsamen eindenkens und wieder herausgerissenwerdens hungrig und müde und machten pause auf der aussichtsterrasse.  



keine ahnung, ob man da oben hätte essen dürfen, wir taten es einfach, aufsichtspersonal gab es eh nicht. 

und machten uns dann auf die letzte etappe unseres museumsbesuchs, zum unterseeboot. auch hier hätten wir uns vielleicht besser vorher eingelesen, kai tat das dann ein bisschen hinterher und stellte fest, dass es noch u-boote desselben typs gibt, die in der italienischen marine, wenn auch überarbeitet, ihren dienst tun.  

an bord gab es keine erläuterungen - vielleicht wären wir schlauer gewesen, hätten wir die u-boot-schule besucht oder den kostenpflichtigen audioguide benutzt, aber so werweissten wir uns halt durchs u-boot. 

  

alles sehr eng, viel technik, die sehr alt, aber mehr so aus unsere lebenszeit zu sein schien (videogerät, fernseher und so weiter).

und am ende begriffen dann auch wir anhand der teilweise entfernten torpedos (um die herum übrigens auch schlafplätze gruppiert waren) dass es sich um ein militärboot handelte. 

fazit: viel gesehen, wenig gelernt. ein bisschen waren wir selbst schuld, weil zu wenig vorbereitet, aber wenn wenigstens die zweisprachigen texte funktioniert hätten, wäre schon viel gewonnen gewesen. 

blöderweise ging der ärger mi der technik gleich weiter - die metro war uns schon bisher nicht als das lieblingsverkehrsmittel der genueser vorgekommen, während wir dann geschlagene zwanzig minuten auf eine in fünf minuten angekündigte u-bahn warteten, wurde uns dann auch klar, warum. 

wir liessen uns nur zwei stationen in einen teil der altstadt bringen, den wir noch nicht besucht hatten, zu fuss wären wir sicher schneller gewesen. 

porta sobrana.

palazzo ducale mit der genueserfahne. 

im und am dom. und ja, auch der steht wieder so eng zwischen den häusern, dass ich mit der grossen kamera kein foto von der ganzen fassade machen konnte. 

und noch einmal durch verschiedene gassen mit palästen, deren fassaden man nur per zufall mitbekommt. 


zurück ins hotel - wir brauchten dringend eine pause. wir wollten eigentlich eine caffe-pause oder einen frühen apero einlegen, fanden aber nichts rechtes zum einkehren und auch die bar in unserem hotel war geschlossen, sonntag halt - oder kann ich mich einfach nicht mehr erinnern? 
 
auch die suche nach einem lokal für unseren letzten abend in genua war ein bisschen schwierig verlaufen, aber schliesslich hatte kai doch noch etwas gefunden und wir nutzten den weg noch zu einer kleine fotosafari durch den palazzo grillo, unser hotel.  

aufenthaltsraum und bibliothek im zweiten geschoss - ich mochte sehr das nebeneinander von modernen möbeln und altem haus. 

imposantes treppenhaus - wer immer nur den lift genommen hat, dürfte davon allerdings nicht viel gesehen haben. 

und schliesslich noch die eingangshalle - wir fühlten uns hier übrigens sehr wohl, freundlich in empfang genommen und sehr gut versorgt. 

und konnten diesen etwas verkorksten urlaubstag dann mit einem sehr schönen abend in der trattoria archivolto mongiardino abschliessen. nach einem gemischten vorspeisenteller liessen wir uns noch einmal meeresfrüchte und fisch schmecken und nahmen noch ein dessert, noch einen caffe, noch einen grappa, einfach auch, weil es so schön war, hier zu sitzen. 


 

Donnerstag, 26. März 2026

genua vertikal (tag drei unserer genua-reise)

genua ist aufgrund seiner lage zwischen meer und bergen eine vertikale stadt. die strassen schlängeln sich die hänge hinauf, die häuser scheinen, vom meer her gesehen, eher übereinander als nebeneinander zu stehen. bevor fast alle menschen autos hatten, muss das ganz schön anstrengend gewesen sein. aber mit dem ausbau der stadt die hänge hinauf wurden auch verbindungen gebaut - zwei standseilbahnen, eine zahnradbahn und viele, viele ascensore, also einfache lifte, verbinden die weiter unten gelegenen stadtteile mit denen weiter oben. 

unser ziel für unseren dritten tag in genua waren diese vertikalen verkehrsmittel.  

wir starteten wieder mit capuccino und dolci bei klainguti - dann ging es quer durch die altstadt zur talstation der ersten bahn.  

 
auf dem weg lag aber noch eine kleine kirche mit einem imposanten namen: chiesa di santa maria maddalena e san girolamo emiliani. 
 
viel gold, viel schnörkel, man sieht halt schon, wann die genueser geld hatten.  
 
einige fenster mit durchscheindenden steinen, ob das onyx ist? oder einfach nur sehr dünner marmor?  
 
ich vermute ich schrieb es schon mal, man sieht es ja auch immer mal wieder in kirchen: gottvertrauen ist wichtig, aber ein gutes desinfektionsmittel hilft halt schon auch, wenn sich menschen, vor allem solche, die aufgrund von alter oder krankheit anfällig sind, sehr nahe kommen.  

verschliessbares taufbecken - wir sahen das später an anderem ort nochmal, da war dann davor auch gleich eine ganze kinderspielecke eingerichtet. 

 

weiter kamen wir am rathaus vorbei, gut bewacht, aber auch von grünzeug erobert.  

 

das funicolare zecca-righi startet im tunnel, mit uns unterwegs waren auch einige downhill-mountainbiker. weiter oben kommt man dann ans tageslicht, sieht aber während der fahrt nicht allzu viel ausser einigen verwilderten und anderen sehr gepflegten gärten.  

 

ist man oben auf dem "righi", kann man aufs dach der bergstation steigen und hat von oben einen rundumblick - nach süden lag das cinque-terre noch ein bisschen in wolken.  

im hafen direkt unterhalb lag schon wieder ein neues kreuzfahrtschiff. - nach hinten in die berge haben wir zu fotografieren vergessen. 

das mutet ein bisschen portugiesisch an. 
von der bergstation kann man noch weiter bergauf gehen - wir entschieden uns aber für den weg richtung süden entlang einer mauer, der stadtmauer? besser wären wir auf der mauer gegangen, da hätten wir vielleicht mehr gesehen, aber zurück wollten wir dann auch nicht mehr. 

 

so gingen wir ein stück durch einen wald - überall blühte der wilde fenchel. an der porta san bernhardino verliessen wir die mauer und folgten der gleichnamigen salita (treppenweg), die uns zur via antonio crocco brachte. 

 

dem folgten wir dann bergauf zum nächsten vertikalen verkehrsmittel - vorher aber machten wir noch halt in einem kleinen lebensmittelladen mit cafébar - fast wie auf dem land gab es hier das wichtigste an lebensmitteln zu kaufen, aber auch caffe aus einer richtigen kaffeemaschine. wir plauderten ein bisschen mit der ladeninhaberin - und weil es gerade so gut lief mit dem italienischen wies mich kai an, nach restauranttipps zu fragen. mit erfolg, aber dazu später mehr. 
bergab liessen wir uns vom ascensore magenta bringen. 

 

unten führt dann ein langer gang wieder auf die nächste strasse - hier gab es noch eine besonderheit: auf der rechten seite des gangs gab es einen weiteren lift, der zu einem karmeliterkloster geführt hätte, leider war gerade mittagspause, so dass wir diesen abstecher nicht machen konnten.  

 
nächstes transportmittel: funicolare sant'anna bertani-portello, eine weitere standseilbahn, nur viel kürzer als die erste und komplett automatisiert.  



unten landeten wir an der piazza portello mit blick auf ein tunnel - und rechts wäre dann schon wieder der nächste lift gewesen, aber wir brauchten eine pause. die machten wir dann auch - wieder auf der dachterrasse des hotels - wie gut die wahl dieses hauses war, begannen wir über die tage immer mehr zu schätzen. 

am nachmittag starteten wir die zweite runde bähnlefahren - aber zuerst testeten wir die metro, die in der innenstadt die beiden bahnhöfe verbindet und im westen auch ein wenig weiter geht. wir stiegen am bahnhof piazza principe wieder aus und suchten uns den weg zum zahnradbahnhof der strecke nach granarolo. ein bisschen mussten wir auf das bähnchen warten, rundherum ist es wenig idyllisch, aber das warten hat sich gelohnt.  

eine winzige kabine für nicht sehr viele menschen, aber schön aus holz. 

und oben dann dieser bahnhof. 

eventuell waren wir ein wenig ausblicksmüde, aber der rundumblick war auf dieser seite der stadt auch nicht so überwältigend, dazu wurde das wetter schlechter. was wir erst im nachhinein entdeckten: von hier kann man zur righi spazieren, eventuell auch wandern, das müsste man sich für einen weiteren besuch merken. 

dafür gab es dann auf dem weiteren weg durch granarolo und hinunter durch andere stadtteile einiges unspektakuläres zu sehen. hier oben in der kirche maria auferstehung entdeckten wir das taufbecken mit der kinderspielecke - da aber auch betende menschen anwesend waren, wollte ich nicht fotografieren. 

wir waren entzückt über das fortgeschrittene frühjahr, überall so viel grün! und klauten von einem lorbeerbaum blätter für zuhause. 

 
am ende unseres spaziergangs landeten wir in einem einfacheren wohnviertel, liessen uns ein stück vom bus mitnehmen, gingen dann wieder ein stück zu fuss, tranken ein glas wein in einer bar und sprangen noch einmal in einen bus, der uns in halsbrecherischer fahrt in die nähe unseres hotels brachte. 
 
schon von unterwegs hatten wir in der östaia a ribotta reserviert - die empfehlung der freundlichen ladenbesitzerin, sie erinnern sich?  

 
tat volkstümlicher als es war, wir assen trotzdem gut, vorspeise war ein fritto misto verdure und hier haben wir einen gefüllten hasen auf den tellern. lecker, ein bisschen salzig und leider war es so gar nicht nett und gemütlich im lokal. der begriff gentrifizierte volkstümlichkeit trifft es vielleicht, jedenfalls wurde viel herumgerannt und mündliche ergänzungen der speisekarte vorgetragen, aber alles ein bisschen zu artifiziell und schick. aber schöne gläser! man liess uns am ende arg lange auf dolci und kaffee warten, so dass die laune auch nicht besser wurde.  
aber: die osteria lag direkt an der piazza portello (sie erinnern sich? die mit dem aufzug, den wir am mittag nicht mehr benutzt hatten?)  

das holten wir jetzt nach. zuerst geht es ein stück in den berg hinein. 

dann mit dem lift auf das belvedere hinauf. 

  

und dann sieht man natürlich wieder auf den hafen.  


auf der westlichen seite des belvedere ging es für uns mit einem weiteren lift, dem ascensore colombo, wieder hinunter. um diese tageszeit endet der gang des lifts dann mitten im strassentunnel der galleria giuseppe garibaldi. tagsüber kann man die fahrbahn überqueren und durch einen weiteren fussgängertunnel weiter zum palazzo meridiano gehen, aber der ist nachts verschlossen. 

was uns einen umweg bescherte, aber allmählich begannen wir dafür die stadt zu durchschauen. 

Dienstag, 24. März 2026

genua kulinarisch und vom meer aus (tag zwei unserer genua-reise)

unseren ersten ganzen tag in genua begannen wir in der nahe dem hotel gelegenen pasticcheria klainguti mit capucchino und cornetti. von diesem schönen café, in dem wir allerdings an keinem der vier tage über die bar hinauskamen, habe ich leider keine fotos gemacht. aber eben: schneller capuccio al banco, dazu ein cornetto vuoto oder ein falstaff oder eine veneziana...
 
 

anschliessend folgten wir vage der richtung osten durch verschiedene gassen und entdeckten dabei mehrere interessante läden - darunter eine kaffeerösterei mit einem fenster voll ostereier...
 

...und einen laden in dem es nahezu ausschliesslich stockfisch zu kaufen gab, getrocknet, gewässert, und in allen möglichen formen zubereitet. (bei weiteren gängen durch diese gasse haben wir dann später realisiert, dass sie teil eines rundgangs zu historischen läden ist...) 

an der oper vorbei erreichten wir die via xx. settembre mit ihren arkaden und grösseren läden. hier gibt es dann die üblichen modehandelsketten, auch die etwas teureren, aber auch eine confiserie, viele banken, hotels und dazwischen auch strassenstände mit büchern. 

dabei entdeckten wir etwas oberhalb der einkaufsstrasse eine romanische kirche und rätselten zuerst etwas, wie wir wohl dort hin gelangen könnten. 

nachdem wir uns gründlich umgeschaut hatten, entdeckten wir einen aufzug, der uns eine etage höher auf eine andere strasse brachte, von der wir dann zur kirche laufen konnten. 


leider war san stefano aber verschlossen - aber auch von aussen kann man gut sehen, dass die ursprünglich romanische kirche auf einer seite ihr seitenschiff verloren hat  - sonst hätte man die prachtstrasse halt nicht so breit und prächtig bauen können. hier wurde sehr wahrscheinlich christoph columbus getauft, allerdings ein paar jährchen vor dem abbruch des rechten seitenschiffs. 

nächster stopp war dann die grosse markthalle des mercato orientale - kein orientalischer markt, sondern einfach nur der im osten der stadt gelegene. 

und wie es sich für eine markthalle gehört, gab es viele von gemüse und obst überquellende stände...

... aber auch solche mit allen möglichen sorten von fisch und meeresfrüchten... 

... und hier noch einmal farblich sortiert. wir kauften souvenirs für die zuhausegebliebenen und für uns und bedauerten es nur ein bisschen, dass wir für einmal im hotel wohnten und keine gelegenheit hatten, all die schönen und spannenden lebensmittel zuzubereiten. erdbeeren und orangen kann man ja auch aus der hand essen...

die prachtstrasse wieder zurück nahmen wir ein stück den bus, mehrtagesticket sei dank, zurück zur piazza de ferrari - hier findet vom frühjahr bis in den herbst jeden tag ein touristen-markt statt - um den beeindruckenden brunnen vor den umliegenden prächtigen fassaden zu fotografieren müsste man also im winter herkommen. 

zurück in der strasse mit den vielen kleinen läden, durch die wir am morgen gekommen waren, kauften wir uns ein mittagessen ein: focaccia, cappon magro, eine genueser fastenspeise, mit pesto, das man hier zu sehr vielem isst, und stockfisch im bierteig fritiert und als frikadellen. 

das ganze nahmen wir uns im hotel auf die dachterrasse mit, zu deren benutzung wir ausdrücklich aufgefordert worden waren. ein schönes plätzchen über den dächern der stadt, eine gute gelegenheit zum ausruhen. am morgen wird hier auch das hotelfrühstück serviert - das wir allerdings nicht gebucht hatten, weil frühstück in italien ist einfach in der nächsten bar zu bekommen. 


nach einer zusätzlichen kleinen pause im hotelzimmer machten wir uns auf den weg zum nachmittagsabenteuer: ich hatte bei meinen recherchen zum öffentlichen nahverkehr herausgefunden, dass in den mehrtagestickets für touristen auch die benutzung des navebus, einer schiffsverbindung entlang des hafens zum vorort pegli, inbegriffen ist. wir suchten erst ein bisschen nach dem ticketschalter, an dem wir unseren tagespass in eine fahrkarte fürs schiff umtauschen mussten. glücklicherweise waren wir rechtzeitig dran, das schiff wurde richtig voll, unter anderem auch mit schulklassen auf ausflug. (für die war die grösste attraktion der kapitän, der beim ablegen seine aufforderung an ein fahrschulboot mit einigen flüchen garnierte - ansonsten hätte man sie auch in den keller setzen können). 

vom wasser hatten wir eine gute sicht auf die schiffe im hafen, schlepper... 

... und auch ein richtig grosses kreuzfahrtschiff. von den kreuzfahrtschiffen sahen wir noch mehr, jeden tag lag an dieser stelle ein anderes, meist eben so grosses. 

blick über die schulklassen auf die stadt - wir hatten vor allem für einen guten blick auf den hafen unsere plätze gewählt. 

immer hinter der äusseren hafenmauer ging es dann nach westen, vorbei am leuchtturm, der hier bereits seit 1128 leuchtet - wir wunderten uns, wohin da im mittelmeer immer noch kohle verschifft wird (und wenn ich es mir recht überlege, auch woher die wohl kommen mag). 

vorbei an vielen piers, von denen an den den wenigsten schiffe zum aus- oder einladen lagen. alles wirkte etwas verlassen und vom der zeit überholt. ziel unserer schifffahrt war pegli, ein westlicher vorort von genua. 

hier kann man dann auch mal direkt aufs meer blicken, ohne hafenmauer. was wir bei einem kaffee ausführlich taten. 

wir folgten ein stück der promenade, wo schon recht viel blühte. 

in den strassen von pegli entdeckten wir alleen mit reifen orangen oder mandarinen. dürfen die anwohner die ernten? oder schmecken die eh nicht und sind nur so zur deko da? fallen die irgendwann runter? und gibt das dann nicht eine grosse sauerei? was einem halt so als nichtsahnenden touristen durch den kopf geht, wenn man den ersten pflückreflex überwunden hat. 

und setzten uns dann doch noch mal ans meer, auf ein glas wein. und mir fiel wieder ein, dass es genau diese idee gewesen war, die uns spontan nach genua gebracht hat: ans meer, endlich mal wieder. und ein bisschen in richtung frühling. 

hier kommt schon wieder unser navebus - allerdings hatten wir in pegli kein tickethäuschen gefunden, um unser tagesbillet in ein schiffsbillet umzutauschen, wurden mit etwas genervtem blick dann aber an bord gewunken und zum warten angewiesen. am ende ging es dann doch, wir bekamen unsere fahrkarten und konnten die fahrt im sonnenuntergang geniessen. 

neben oder mehr oder weniger im hafen von genua befindet sich auch der flughafen, zuerst dachten wir, dass da nur kleine privatjets landen können, dann starteten aber doch etlich passagiermaschinen. ich vermute, das ist eher was für profis, die berge sind ganz schön nah. 

und dann wurde unser boot noch ein bisschen aufgehalten. vor uns wollte nämlich just das kreuzfahrtschiff den hafen verlassen. 

da fährt es hin. glücklicherweise ohne uns. 

von unterwegs hatte kai uns eine trattoria gefunden, und das kreuzfahrtschiff  uns so lange aufgehalten, dass wir uns auf den direkten weg zur trattoria da mario machen - um gleich nach öffnung des restaurants dort noch einen platz zu bekommen. wir teilten ein antipasto mit salami, coppa und luftgetrocknetem schinken, nahmen als primo typisch ligurische trofie mit pesto und anschliessend schon wieder misto mare (kai) und ich einen gegrillten fisch mit salat. einigermassen pappsatt nahmen wir ein stück den bus in richtung hotel. 

das war dann eine doch etwas andere abendessenerfahrung als am tag zuvor - deutlich günstiger, aber auch ein bisschen gehetzt und eher kantinenmässig, aber das essen war tipptopp.