am vergangenen sonntag haben wir wieder einmal einen der stadtspaziergänge vom zueri z'fuess unternommen. seit wird das angebot der stadt zürich entdeckt haben, waren wir schon 2021 in schwamendingen und 2023 in wipkingen unterwegs. seit 2024 spazieren wir mit freunden - und waren bis jetzt zusammen in hottingen und in altstetten. für dieses jahr sah es zunächst wettermässig nicht gut aus und wir befürchteten schon, auf ein museum ausweichen zu müssen, aber dann wurde der sonntag unerwartet schön und wir machten uns gemeinsam auf den weg, um wollishofen zu erkunden.
die am westlichen zürichseeufer gelegene gemeinde wollishofen war einmal ein dorf, das aus vielen verschiedenen weilern und höfen bestand und so ist der spaziergang auch ein bisschen eine zeitreise. gestartet sind wir aber am bahnhof und von dort gleich zum seeufer gegangen. am aufgeschütteten seeufer fanden die legendäre landesausstellung der schweiz 1939 und die ausschliesslich von frauen gestaltete saffa, die schweizerische ausstellung für frauen und arbeit, 1958 statt. die kleine insel auf dem bild heisst dann auch noch der ausstellung saffa-insel.
per steg ging es weiter über die werft der zürichseeschiffahrt. hier machte sich gerade der schaufelraddampfer stadt zürich für eine fahrt nach rapperswil fertig.
vor dem savera- areal, einem kleinen park am seeufer, waren ganz mutige schon am baden im see...
wir passierten das gemeinschaftszentraum wollishofen und eine aufgelassene kiesfabrik und kamen dann zur roten fabrik.
ursprünglich ende des neunzehnten jahrhunderts als seidenweberei gegründet, dienten die roten backsteingebäude von 1935 bis in die siebziger jahre als telefonfabrik, wurde dann als abbruchobjekt von der stadt zürich erworben und nach den jugendprotesten durch eine volksabstimmung zum alternativen kulturzentrum.
gegenüber entdeckten wir dieses wunderschön renovierte häusschen dessen fachwerkbalken ganz wunderbar mit der knallroten azalee um die wette strahlten.
entlang einer grossen schulanlage mit gebäuden aus den verschiedensten epochen kamen wir zum märchenbrunnen.
in den dreissiger jahren wurde hier eine werkbundsiedlung im auftrag der baugenossenschaft neubühl gebaut. die siedlung gilt als das wichtigste zeugnis des neuen bauens in der schweiz.
der stadtspaziergang wurde immer mehr zum weg durch die wohnformen der letzten hundert jahre, denn nach dem überqueren der albisstrasse kamen wir in ein grosse siedlung moos der abz - der allgemeinen baugenossenschaft zürich.
in der gesamtanlage gibt es dreizehn häuser mit sieben verschiedenen haustypen, darunter auch einem hochhaus. rundherum findet man weitere genossenschaftsbauten, auch solche, die gerade erst in den letzten jahren erstellt wurden und andere aus den fünfziger jahren ersetzen.
ein weiterer schlenker brachte uns in den wald und an die autobahn, und später wieder zurück zu einer weiteren genossenschaftssiedlung, dem bergdörfli. typisch für die genossenschaftssiedlungen sind uhren in den strassen.
ein kleiner abstecher brachte uns zum restaurant muggenbühl, wo wir bei kaffee und glacé eine weitere pause einlegten.
auch hier ist die autobahn dann noch einmal ganz nah - und auf dem weg zurück zum bahnhof wurde uns nochmal deutlich, wie hügelig wollishofen eigentlich ist, mussten wir doch einige täler durchqueren bis wir wieder an den see gelangten.
ein schöner spaziergang, auf dem es wieder viel zu entdecken gab und den ich gerne zu den bei heike gesammelten monatsspaziergängen beisteuern möchte.



