Sonntag, 13. September 2026

12 von 12 im september 2026

 die erzählung des restlichen urlaubs muss noch ein bisschen warten - hier schon mal ein kleiner vorgeschmack eines ferientags im tschechischen teil des lausitzer gebirges - im rahmen der von frau kännchen gehosteten blogaktion "12 von 12":


 heute ist wandertag! rund um unsere unterkunft gibt es ein paar wanderwege, und einen davon haben wir uns heute vorgenommen. der rundwanderweg riedlův okruh ist nicht durchgehend markiert, aber in der karte gekennzeichnet und bietet uns den vorteil, dass wir quasi direkt an der haustüre einsteigen können. 

wir wohnen im oberen ortsteil von prysk, einem strassendorf, das sich über mehr als 4 kilometer durch ein tälchen mit bach zieht. wir starten mit einem anstieg auf den unseren ferienhaus gegenübergelegenen hang (bisher haben wir vor allem das gebiet hinter dem ferienhaus erkundet). 

gleich treffen wir auf die ersten für diese gegend so typischen felsen. 


unser weg verläuft auf einer alten strasse - er ist teils mit den überall neben dem sandstein vorkommenden basaltsteinen gepflastert, teils verläuft er auf einem extra angelegten damm - ganz eindeutig hat man damit versucht, die steigung gleichmässig und moderat zu halten. 


an vielen stellen ist der weg auch von alten bäumen gesäumt, der bergahorn schaut uns ein bisschen verkniffen an, 

 

wir kommen auf eine grosse weide, und haben ausblick auf die umliegenden berge, hier auf den střední vrch, den mittleren gipfel. unterwegs passieren wir zwei bäume, die zur erinnerung an die ereignisse des 17. november 1989 gepflanzt wurden, an dem ein studentenprotest, der an die schliessung der hochschulen im land durch die nazis 50 jahre zuvor erinnern wollte und freiheit für die aktuell studierenden forderte, vom tschechischen militär niedergeschlagen wurde - der letzte protest der auf diese weise unterdrückt wurde und direkt zur samtenen revolution führte. (ich schrieb es schon mal: in tschechien kann man quasi keinen fuss vor die türe setzen ohne mit geschichte konfrontiert zu sein.)


 dort am waldrand machten wir die erste rast und nutzten die gelegenheit über die ereignisse des jahres 1989 nachzulesen (ich hab das auch nicht immer alles parat). 


 im wald ging es wieder bergab und wir begegneten gleich den ersten fliegenpilzen - kai hat sich ein bisschen ins thema pilze eingearbeitet und so wissen wir, dass dort, wo die auffälligen roten kappen mit den weissen flecken sich zeigen, auch gut steinpilze gedeihen können. nur ist das die konkurrenz gross - im wald trifft man permanent menschen mit körben, stofftaschen, papiertüten und sogar plastiksäcken, prall gefüllt mit pilzen. 


 und tatsächlich wurden wir auch fündig, fast direkt am wegesrand fanden wir steinpilze - wir vermuteten, dass die einheimischen sammler*innen hier abgekürzt hatten und so gar nicht vorbeigekommen waren... am ende hatten auch wir ein halbes säckchen pilze beisammen. allerdings sahen wir unterwegs mehr als einmal, dass wir sehr, sehr wählerisch sind - in tschechischen körbchen finden sich viel mehr alte und riesige exemplare, auch reichlich angefressenes, das wir lieber stehenlassen. überhaupt sind wir sehr, sehr kritisch und nehmen nur das, was wir ganz sicher bestimmen können, wobei wir bisher nur zwei sorten gut genug kennen, den parasol und den steinpilz. 


 nach dem abstieg ging es wieder hinauf, wir umrundeten den mittleren gipfel auf der talabgelegenen seite und schauten beim vespern dort auf einem umgefallenen baum in richtung norden weiter ins lausitzer gebirge hinein. immer wieder fällt mir die ungeheure vielfalt der im wald vertretenen bäume auf - wir sassen direkt vor einer aufforstungsfläche mit tannen, fichten, lärchen, kiefern (offensichtlich verschiedene sorten), dazu buchen, birken und erlen. auch die bereits bestehenden wälder sind vielfältigst und wir sahen unter anderem alle mir bekannten ahornsorten und neben stiel- und traubeneichen auch sehr alte exemplare von roteichen. 


 zurück ins tal ging es entlang von alten buchen und eichen. 


 und vorbei an der riedel-höhle. die allerdings ist abgesperrt. ich bin auch eher nicht so sicher, ob es sich wirklich um eine höhle handelt, denn eigentlich sieht das, was man vom eingang her sehen kann, eher nach einem von menschenhand geschaffenen stollen aus, was auch gut zum schild am eingang passt, das als entstehungzeit der höhle das 19. jahrhundert angibt. der sandstein lässt sich relativ einfach bearbeiten und solche stollen und keller finden sich überall in den felsen rundherum. 

nun überquerten wir das tal und die strasse - und das glück bescherte uns an dieser stelle des orts einen kleinen einkaufsladen mit einer gut gefüllten truhe mit eis - auf der bank der gegenüberliegenden bushaltestelle machten wir rast und assen unsere hörnchen mit pistazieneis - bevor es wieder den berg hinauf ging. 


 diesmal gab es noch ein paar beeindruckendere felsen zu sehen. 


 und einen kreuzweg mit einer kleinen kapelle direkt im fels. 

danach hätten wir noch über den berg direkt zurück zu unserem ferienhaus laufen können, da wir da aber schon zweimal auf verschiedenen wegen durchgelaufen waren, entschieden wir uns für den weg im tal, die meixnerova stězka, für die restlichen rund zweieinhalb kilometer rückweg. 

knapp dreizehn kilometer waren wir unterwegs, allerdings mit reichlich bergauf und bergab, dazu noch viel zeit mit pilzesuchen und in die gegend schauen (auch viel auf die karte - eine durchgehende markierung wäre noch hübsch gewesen) und einigermassen hungrig und müde. deshalb brachte kai nur kurz unser gepäck ins ferienhaus und ich ging schon mal voraus zum kiosk am badeweiher, dem einzigen gastronomischen angebot im ort, wo man allerdings so schlecht nicht essen kann. 


 kai hatte einen gebratenen käse, ich gebratene tvaruski (kleine mährischen käslein) - ein supertypisches tschechisches einfaches essen. 


 und ganz zum schluss muss ich ihnen noch zeigen, was ich unterwegs gefunden habe (auch wenn ich damit die zwölf bilder definitiv überziehe...) die gegend hier ist für ihre glasherstellung bekannt, heute in grossen fabriken, früher auch oft in kleinen betrieben, die sich überall in den orten verteilten. so kann man auch heute noch überreste von dieser glasproduktion finden, scherben, abgebrochen teile und häufig auch glasschlacke, die beim abbau der öfen übrigblieb. 

mehr zur glasherstellung dann, wenn ich dazu komme, über unsere ganzen ferien zu schreiben - mit diesem bericht von einem schönen wandertag geht es nun ganz schnell zur von caro... 

mehr 12 von 12 aus den vergangenen jahren: 

12von12 im september 2025 

12von12 im september 2024 

12von12 im september 2023

12von12 im september 2022

12von12 im september 2021

12von12 im september 2019 

12von12 im september 2018 

12von12 im september 2017

12von12 im seotember 2016

 

 

 

 

Sonntag, 6. September 2026

#wmdedgt vom 5. september 2026

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen und im grunde wäre diese frage schnell beantwortet, denn ich könnte einfach sagen: ferien. nun war das aber schon ein ganz besonderer tag und darum soll er auch ein bisschen genauer beschrieben sein. 

unser ferienhaus für zwei wochen liegt am nördlichen rand tschechiens, am südlichen rand des lausitzer gebirges und ganz grob gesprochen, am ende der welt. nicht ganz so sehr wie das ferienhaus vor zwei jahren, zu dem dazuhin auch noch keine strasse führte und dem dann auch noch das internet wegbrach, aber schon auch genug. wie wir auf die idee kamen, hier her zu kommen, werde ich vermutlich noch schreiben - für heute hatten wir uns ein bisschen stadt vorgenommen und zwar lange im voraus. im frühjahr diesen jahres waren wir ja schon in prag, wie auch letzten frühling - hatten dabei aber jeweils verpasst, das theater spejbl und hurvinek zu besuchen, weil dieses gerade auf tour war und nicht in prag spielte. anders nun am ersten samstag nach schulbeginn in tschechien. und deshalb hatten wir uns schon lange im voraus karten für eine nachmittagsvorstellung besorgt. 


wir standen gar nicht mal so früh auf und starteten pünktlich um neun uhr ins zwei stunden südlich gelegene prag. ich hatte ein parkhaus hinter dem hradschin ausgekundschaftet, wenn sie mal in prag parken wollen, sagen sie mir bescheid, ich schicke ihnen die genauen geodaten. von dort spazierten wir zur prager burg und über die königlichen gärten, wo ein weinfest standfand, und den hirschengraben hinunter in richtung moldau. 


 kleine kaffeepause kurz vor mittag im kunsthaus, dessen café wir bereits vom frühjahr her kannten. 


 vom balkon im dritten stock hat man einen hervorragenden blick auf die strassenbahnen, die hinauf zur burg fahren und vor allem auf die vielen, vielen menschen, die vom burgberg herunterkommen. 

auch immer wieder lohnenswert: ein blick in den museumsshop/buchhandlung des kunstvereins. 

unser weg führte uns weiter über die moldau, vorbei am rudolfinum zum uměleckoprůmyslové muzeum, dem kunstgewerblichen museum.  im newsletter von prag city tourism hatte ich von einer ausstellung gelesen, die mir ausreichend wenig spektakulär tönte, um vor dem theaterbesuch besucht zu werden. 

der titel der ausstellung: "chata" - gezeigt werden fotos, entwürfe und originalausstattungsgegenstände aus tschechischen ferienhäusern und dabei ihre geschichte und architektur thematisiert. 

die ganze ausstellung nahm nur einen raum ein - hinter der durch spanplatten angedeuteten landschaft war die eigentliche ausstellung zu sehen, vor allem viele tafeln mit text (tschechisch und englisch) und vielen kleinen fotos von ferienhäusern von den 20er jahren bis etwa ende der 80er jahre.  

 
ich fand es ein wenig schade, dass die bilder teilweise sehr klein waren und oft nur eine ansicht des hauses zeigten, überall dort, wo man über einzelne häuser mehr erfuhr, teils auch mit plänen, konnte man gleich besser verstehen, was die ausstellungsmacher sagen wollten. einerseits wurde uns klar, dass auch die vielen einfachen häusschen, die wir während unserer ferien gesehen haben, häufig einen architekten hatten (es gab auch welche nach fertigen plänen oder aus fertigteilen) - andererseits, wie handgemacht das alles oft war! 
 
 
diese originell gestaltete ofenhaube hätte ich vermutlich ausserhalb der ausstellung als etwas merkwürdige bastelei von zweifelhaftem geschmack angeschaut... 
 

beeindruckend natürlich auch wieder das gebäude selbst, das als kunstgewerblicher verein auch von bedeutenden industriellen gegründet wurde.  
 

der leuchter über der uhr ist der entwurf für leuchter in der metropolitan opera in new york - hergestellt in der ecke tschechiens, in der wir gerade urlauben. 

wir tranken noch etwas unterwegs, dann wurde es aber langsam zeit, dass wir uns auf den weg zur dejvicka machten... 


 ... natürlich mit der u-bahnlinie a, der mit den schönen bahnhöfen. 

um halb fünf versammelten sich zugegebenermassen schon sehr viele menschen mit kindern vor dem marionettentheater, aber auch ein paar ohne, wie wir. wir sahen eine revue zum hundersten geburtstag des theaters und hatten viel spass dabei. ich verstehe zwar immer noch nicht sehr viel von dem, was da gesprochen wird, aber vielleicht schon ein bisschen mehr als auch schon. es war aber auch so eine kurzweilige inszenierung und dauerte nur bis kurz vor sechs. 


ebenfalls gründlich vorher geplant war das abendessen, in der gleichen strasse nur ein paar häuser weiter. für diesen abend hatten wir uns ein bisschen etwas anderes ausgesucht als den doch meist etwas eintönigen gerichtekanon klassischer tschechischer speisegaststätten. nominell isst man in der dejvicka 34 italienisch - ich fands jetzt nicht so typisch... für mich gab es nach einem wirklich schönen blattsalat mit aprikosen und nüssen ein stück geschmorte rinderzunge in birnensosse mit selleriepuree, kai hatte ein stück pulpo auf schwarzwurzeln und oliven. auf jeden fall sehr, sehr lecker, beides. 

und anschliessend hatten wir nur wieder einen kleinen fussweg von etwa zehn minuten zurück zur parkgarage. die zwei stunden fahrt über landstrassen zum ferienhaus wurden dann vor allem lang, weil mein beifahrer mich eine ausfahrt verpassen liess und dann voll auf die navigation setzte, die uns eine gefühlte ewigkeit über einspurige waldstrassen ohne seitenmarkierung durch den dunklen wald schickte. und weil uns schon eine stunde vorher auf einer noch recht befahrenen strasse eine gruppe rehe begegnet war, war ich schon ein bisschen mehr als vorsichtig, aber am ende kamen wir wohlbehalten an. 

Montag, 31. August 2026

im august gelesen

irgendwie habe ich diesen monat das gefühl, dass ich nicht ganz so richtig bei der sache war, was das aufzeichnen meines lesestoffs anging. 

aber ich habe zwei fotos gemacht, auf denen ich zumindest die wichtigsten lektüren festgehalten habe. 

 

 hape kerkeling, ich bin dann mal weg

den hape kerkeling hatte ich schon ende juli bei einem besuch bei meiner mutter dabei, ich gab ihm dann noch ein letzte chance, aber leider: nein, interessiert mich nicht, ist auch wirklich schlecht geschrieben und so sehr ich denke, dass das ein feiner mensch ist, so langweilig finde ich seine auslassungen zur wanderung auf dem jakobsweg. 

alina bronsky, und du kommst auch drin vor

war, wie auch der kerkeling, ein bücherschrank-fund. ich denke, es ist eigentlich ein jugendbuch, man merkt das ja immer schon ein bisschen an der sprache, so ganz habe ich nicht mal als jugendliche verstanden, warum das so sein muss. wer lesen kann, kann auch komplexe sätze, dachte ich, oder denke ich vielleicht auch heute noch. jedenfalls fand ich die idee der geschichte ganz gut - eine jugendliche, die eigentlich nicht liest, wird bei einer lesung auf ein buch gestossen, in dem sie sich und ihre lebensgeschichte wieder erkennt - und versucht nun, das ende des buches (das natürlich kein für alle beteiligten gutes ist) und damit der geschichte, zu verändern. da hat sie die rechnung aber ohne die griesgrämige und lebensüberdrüssige autorin gemacht.... 

anne tyler, der sinn des ganzen

ui, von anne tyler habe ich in letzter zeit mehr als ein buch gelesen, und kann mich akut nicht so recht an den plot dieser geschichte erinnern. kurz nachgeschaut (gerne auf perlentaucher): jetzt weiss ich wieder, dass ich die hauptperson in ihrer genügsamkeit und mit dem wunsch nach einem geordneten leben sehr gut nachvollziehen konnte, aber es geht natürlich dann doch darum, wie in den wohlgeplanten tagesablauf des "tech-eremiten", ein bisschen das chaos einzieht, in form eines teenagers, sohn einer früheren freundin, der gerne der sohn der hauptperson wäre, es aber nicht ist. 


 auf meine nachttisch liegt immer noch maja göpel, ich versuchte es wieder mit ihr und ihrem buch, das eigentlich mut machen soll. ich bin aber auch im zweiten anlauf immer wieder über wortschöpfungen wie "wutsamkeit" gestolpert und sorry, aber auch wenn ich verstehe, was gemeint ist, ich kann da nicht weiterlesen. blöd eigentlich, denn ich schätze frau göpel und ihre gedanken sehr. 

dafür habe ich mich dann ein bisschen vorzeitig vom stapel im hintergrund bedient. das sollte eigentlich meine lektüre für die ferien sein. ich habe mir - nicht zum ersten mal - einigen übersetzungen von tschechischen romanen antiquarisch besorgt. darunter vier bücher von michal viewegh, ein nicht ganz neuer autor, und zwei weitere von anlena mornstainova, von der ich im vergangenen jahr schon den roman "hana" gelesen hatte. 

als erstes las ich den ersten roman von viewegh -  blendende jahre für hunde. im mittelpunkt steht quido. die umstände seiner geburt im jahr 1962 sind so seltsam wie sein name. er ist hochintelligent, altklug und fett und sein leben und das seiner familie, verläuft in den engen bahnen, die der sozialismus in der tschechoslowakei ermöglicht. rückzug ins private allerorten, aber als dann auch noch der sohn als nachtwächter arbeiten will, ist das beinahe zu viel. frühe heirat und das schreiben retten quido, der dann als die zeiten besser werden, ein buch veröffentlichen kann, das blendende jahre für hunde heisst... 

alena mornstainova, es geschah im november

erst jetzt merke ich, dass das nächste buch da zeitlich gerade angeschlossen hat. die autorin lässt (achtung: kontrafaktische geschichtsschreibung) die auflehnung der bevölkerung in den sozialistischen staaten anders ausgehen - die aufstände werden durch das militär niedergeschlagen, grenzanlagen wieder errichtet und alle, die in den verdacht geraten sind, einen umbruch zu wollen, eingesperrt oder auch gleich ermordet. so kommt maja im november 1989 in haft - und erst fünfzehn jahre später wieder frei, aber zugleich in eine maximal unfreie welt. maja ist als zweite hauptfigur ihre tochter lenka beigesellt, die als folge der inhaftierung ihrer mutter in einem kinderheim aufwächst und dort sozusagen zu einem musterbeispiel für die sozialistische gesellschaft erzogen wird. es kommt zu einer tragischen begegnung zwischen den beiden und am ende suchen beide je einzeln den einzigen ausweg in den freien westen, mit ganz unterschiedlichem ausgang. 
obwohl das buch spannend zu lesen ist, hatte ich auf unterschiedlichen ebenen damit mühe. einerseits bei der schilderung des gefängnisalltags - logischerweise ist der kaum anders als das historisch verbürgte eingesperrtsein in tatsächlichen diktaturen. mir langt aber manchmal auch das bereits wirklich real stattgefunden habende grauen. 
und dann gerät die geschichte, die in mähren spielt, natürlich auch irgendwann in eine zeit, in der sich das darumherum der ganzen weltgeschichte irgendwie weiterentwickelt haben muss. das bleibt ein wenig nebulös im ungefähren - kämpfe an der chinesisch-sowjetischen grenze werden angedeutet, das internet gibt es auch, es ist aber, wie auch mobiltelefone den zuverlässigsten kadern vorbehalten. der kosmos der erzählung bleibt schon sehr eng im repressiven sozialistischen umfeld - so dass mir beim lesen nicht immer präsent war, dass die geschichte in einer fiktiven fast-gegenwart spielt und nicht in einer bekannten vergangenheits-szenerie. 

kw 35 - endspurt und hagelsturm

keine ahnung, wo diese woche hingekommen ist. es gibt auch quasi keine fotos. 

also von vorne. 

montag brauchte ich als ausruhetag vom langen sonntag - und um ein paar dinge zuhause zu erledigen, unter anderem die zweite charge holundergelee einzukochen und ein bisschen im garten herumzufuhrwerken. 

dienstag war ich in der physio und anschliessend in der werkstatt, die wilden sitzfelle, die ich dem schafzüchter versprochen habe, müssen endlich auch mal fertig werden. am nachmittag gab es eine menge bügelwäsche und anschliessend eine recht späte schwimmrunde, unter anderem, weil ich mit der dame am empfang des schwimmbads eine bisschen plaudern musste. am abend war ich alleine zuhause, das nutzte ich dann für frühes zubettgehen zum lesen. 

mittwoch arbeitete ich im kulturzentrum, die stimmung ist denkbar schlecht, ich weiss auch nicht, was da nun wieder los ist. was ich weiss: dass jede besprechung in grundsatzdiskussionen ausufert, dazu noch über dinge, die wir auf ebene betriebsleitung halt eigentlich nicht ändern können, ist auf dauer keine arbeitsgrundlage. als aufsteller schaute die momentan in kinderpause befindliche betriebsleiterin vorbei, nebst dreimonatigem nachwuchs, wir tranken gemeinsam kaffee - aber auch sie spürte vermutlich deutlich die spannungen.  
und am nachmittag radelte ich zum haareschneiden, die sind nun wieder richtig kurz. 

donnerstag dann noch eine kleine runde werkstatt, vor allem zum aufräumen und für entwürfe für den nächsten shirdak, der ein bisschen grösser werden soll, noch kann ich mich nicht recht entscheiden, ob eher 80 x 120 oder doch gleich 100 x 150 cm. eigentlich wollte ich überlegen, welche wolle ich in welcher menge bestellen muss, nun aber habe ich die idee, vielleicht doch aus dem fundus der vorhandenen farben zu arbeiten. das wäre dann vermutlich weniger ton in ton, sondern eher sehr bunt. am ende wird der teppich in der kleinen version um die 2 kilogramm schwer werden, und ich weiss noch nicht so recht, ob ich das tatsächlich handhaben kann. aber ich kann einfach mal mit einzelnen teilen anfangen, das ist schon ziemlich gut. 
am nachmittag dann der letzte einsatz im museum vor den ferien. es war viel los, schon vor der eigentlichen öffnungszeit war eine grosse gruppe da, was die aufsichtszeit verlängerte. 

freitag dann schon fast ferien, zumindest hatte ich keine festen aushäusigen pflichten mehr. mit der wöchentlichen putzrunde war ich gerade fast fertig, kai war unterwegs zum gipfeli holen, als innerhalb von minuten ein heftiges gewitter aufzog, zuerst mit viel wind, dann heftiger regen und am ende ein hagelsturm, der im garten einiges verwüstete. zeitweise dachte ich, dass die heftigkeit von wind, wasser, hagel auch unsere scheiben an der westseite eindrücken könnte, aber glücklicherweise ist das nicht passiert. 

9.43 uhr - noch scheint die sonne

9.49 uhr - der hagelsturm ist schon fast wieder vorbei

 
zwischendurch fühlte es sich ein bisschen an, als ob man mit dem ganzen haus durch eine autowaschanlage fahren würde.  

 



 von den hortensien ist nicht viel übrig geblieben, den boden bedeckt eine schicht gehäckselte blätter. 



 die tomaten haben nicht nur den hagel abbekommen, sondern auch noch alles, was vom dach herunterkam und die dachrinne nicht aufhalten konnte. die frage, ob die nachbarin sie giessen soll, hat sich damit auch erübrigt. und der punkt auf der todo-liste mit der verarbeitung der reifen tomaten und des üppig wuchernden basilikums. 

 

auch die trauben wurden nicht verschont, immerhin sind die früchte in den säckchen, die eigentlich vor wespen schützen sollen, nur wenig in mitleidenschaft gezogen worden. aber aussortieren muss ich sie halt schon und jetzt möglichst rasch verteilen. 

apropos wespen: so wenig wie in diesem jahr hatten wir noch nie. ob das mit der hitze und grossen trockenheit zusammenhängt? 

am freitag regnete es noch einige male, so dass wir gar nicht recht mit dem aufräumen im garten beginnen konnten, sondern eigentlich nur das retten, was noch zu retten war. 

am samstagmorgen war es dann aber so weit abgetrocknet, dass wir laub, äste und was sonst noch so in unseren garten geflogen gekommen war, zusammenfegen und wegbringen konnten. ein nicht so schöner ferienstart, zumal es auch schnell wieder recht warm und drückend wurde und die arbeit im garten so gar keinen spass machte. in den nachbargärten wurde teils deutlich hörbar schweres gerät eingesetzt, um auch noch das letzte blättchen zum verschwinden zu bringen. wir liessen auf wiese und beeten alles liegen und waren froh, als wir die gepflasterten flächen einigermassen frei hatten. 

ein bisschen zaghaft haben wir noch begonnen, dinge für die ferien zusammenzutragen, dann waren wir am abend noch bei der tochter zum abendessen in ihrer neuen wohnung eingeladen. von dort zogen wir gemeinsam weiter, ein letztes mal die sommerbar im royal zu geniessen, aber wurden mit der musik nicht so recht warm und gingen früh nach hause. 

den sonntag begannen wir mit einem aushäusigen frühstück, nach vielen, vielen jahren mal wieder bei frau meise auf dem balkon in der unteren altstadt. schön wars und lecker. danach waren wir bereit für reisevorbereitungen, wie letztes bügeln (wir werden unterwegs keine waschmaschine haben), packen, das auto füllen. noch ist nicht alles drin, den rest erledigen morgen früh, bevor es so richtig losgeht. 
 

 

Sonntag, 23. August 2026

kw 34 - scheisskapitalismus

 zur zeit ist jede einzelne woche so unendlich vollgepackt und anstrengend. oder ich bin einfach wirklich urlaubsreif. aber endlich ist die abkühlung da. zwar zuerst noch ohne nennenswerte niederschläge, am montag so ein bisschen regen, dann aber ab donnerstagnacht und noch den ganzen freitag ergiebiger, so dass endlich die giesswasservorräte wieder aufgefüllt sind. vielen schon verdorrten pflanzen hilft das jetzt auch nicht mehr und für flüsse, seen und erst recht das grundwasser müsste es viel, viel mehr regnen. 

in die woche startete ich eigentlich durch das vollkommen durch arbeit unversehrte wochenende ausgeruht, aber halt mit einem arbeitstag an gleich zwei orten. am morgen im kulturzentrum versuchte ich, die wichtigsten dinge für meine ferienabwesenheit zu übergeben, am nachmittag war infoanlass im museum für die aufsichten und am abend dann noch vorstandssitzung wieder im kulturzentrum. gut, dass ich danach noch auf ein getränk zu kai in die royale sommerbar ging, hat den wochenstart zwar ein bisschen versüsst, aber ich kam halt doch gleich am montag spät ins bett.   


am dienstag verteilten sich verschiedene termine ein bisschen arg über den vormittag - ich kam aber zwischendurch immerhin für so lange in die werkstatt, dass ein weiteres veggiesitzfell fertig geworden ist. leider ist die wolle in diesem jahr durch kleine einstreupartikel sehr verschmutzt, die ich auch im trockenen zustand nicht aus den fellen herausbekomme. vielleicht stecke ich sie doch mal in die waschmaschine und sehe, ob es dann besser wird. 
am nachmittag schwamm ich im jetzt wieder fast leeren becken des örtlichen freibads, einerseits sind die sommerferien zu ende und andererseits hat es ja abgekühlt, auf einigermassen angenehme freibadtemperatur. nach viel mit armen am morgen in der physiotherapie wurde ich ein bisschen schneller armmüde als sonst. 

für den mittwoch war das vorstandsreisli der filzszene geplant - ich fuchs hatte mir gedacht, dass ich an diesem tag gut mein velo zum service bringen könnte, am ende wurde dann doch eine grössere logistiksache draus. am morgen buk ich als erstes einen zwetschgenkuchen, dann erledigte ich das übliche morgenprogramm mit giessen, turnen, vokabeltrainer plus einen schnellen blick ins arbeitspostfach vom kulturzentrum, bevor ich um neun mit velo, kuchen und allem andern zeugs in richtung velowerkstatt startete. danach ging es mit dem bus weiter, über bahnhof (wegen doofer busumleitung) zum kulturzentrum um dort den kuchen für die nächsten stunden unterzubringen, zurück zum bahnhof, wo ich reichlich zeit hatte, mir einen capuccino zu holen und mich auf die stadtführung vorzubereiten. zuerst aber traf ich noch den ältesten sohn, der mir ein bisschen gesellschaft leistete. 
kurz vor elf kamen fast alle vorstandsfrauen an, eine fehlte wegen hitze, für den tag waren schon wieder mehr als 30 grad angekündigt. wir machten gemeinsam einen spaziergang durch die badener altstadt, die recht bestaunt wurde (keine der frauen kannte baden vorher) und an der limmat entlang zum restaurant auf der ennetbadener seite. danach holte ich den kuchen ab und wir machten uns auf den weg in die villa langmatt.

dort war noch zeit für ein kleines päuschen, dann führung durch park und haus und anschliessendes kaffeetrinken und kuchenessen. eine vorständin machte sich auf den heimweg, zwei legten sich auf die wiese für eine pause, und ich ging mit der anderen shirdaklenden kollegin teppiche angucken. gegen halb sieben war ich zuhause und froh, dass wir am morgen das ambitioniertere kochprogramm auf tomate und mozzarella geändert hatten. und kai hatte mein velo schon ausgetauscht - auch seines braucht einen service. 

den donnerstagvormittag nutzte ich für weitere urlaubsvorbereitungen für die kulturzentrumsarbeit, den nachmittag verbrachte ich arbeitend im museum. fürs abendessen und eine kleine pause kam ich nach hause, wir beobachteten immer wieder das wetterapp, denn regen war angesagt, zog aber immer wieder südlich oder nördlich vorbei, so dass wir am abend auch noch das konzert von fish on the mountain draussen auf dem sommerbar-platz geniessen konnten. 


 sieht vielleicht nur mässig gemütlich aus, ist aber wirklich nett dort auf dem platz. 

diesmal wurde es gar nicht spät - wir sassen nur viel zu lange noch bei uns zuhause, nachdem ein paar minuten nach unserer ankunft der regen und das gewitter begonnen hatte. 

freitag war haushaltstag mit viel regen, endlich!  am nachmittag hatte ich mich entschieden, den start einer veranstaltung im kulturzentrum zu begleiten. das in erster linie, weil eine kollision von zwei gruppen möglich gewesen wäre, wobei eine mietende eh schon aus einem anderen grund auf uns vom kulturzentrum nicht gut zu sprechen war. manchmal gibt es sehr hohe erwartungen an unsere arbeit, räume, werbung und so weiter, und manchen menschen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass die niedrigen beiträge, die sie an die raummiete leisten, auch nur deshalb möglich sind, weil wir nicht alle diese erwartungen erfüllen können (und manchmal auch nicht wollen.) probleme gab es keine - was aber auch daran lag, dass die mieterin letztendlich gar nicht auftauchte. sie hat einen gültigen vertrag, ihre veranstaltung führen wir im programm, ich hatte ihr ein mail mit den zugangsdaten zum raum geschickt, auf das sie mir auch noch geantwortet hatte - aber am ende blieb der für sie so aufwändig durch meine anwesenheit reservierte raum leer. und ich stellte fest, dass an anderer stelle auf unsere homepage dieser termin nicht auftauchte... mal sehen, ob ich dieses rätsel lösen werde. dafür hat sich dann jemand anderes beschwert, weil der vermietete aber nicht benutzte raum nicht zum warten zur verfügung stand, omg, warum sind die menschen nur so kompliziert? 

samstag waren wir gemütlich auf dem markt und erledigten noch ein paar andere dinge in waldshut, dann stand schon wieder ärger im kulturzentrum auf dem programm: beim vorbereiten der räume auf eine veranstaltung am sonntag musste ich feststellen, dass der putzdienst am morgen nicht dagewesen war. natürlich ging niemand ans telefon, als ich dort anrief, also erledigte ich zusammen mit kai kurz das gröbste selbst. später zuhause erreichte ich dann doch noch jemanden, mir wurde versprochen, dass das putzen nachgeholt wird, alleine die sms, die man mir nach getaner arbeit schicken sollte, habe ich nicht bekommen. 

wieder zuhause verräumten wir unsere einkäufe, ich buk schnell einen zwetschgenkuchen, wir ernteten eine zweite menge holunderbeeren zum entsaften und ich füllte bis zum frühen abend eine grüngutonne mit der ausufernden zierquitte. dann endlich ein bisschen pause, später noch abendessen mit verschiedenen kleinen fleischstücken vom grill und salat dazu. ich recherchierte die fahrtroute für unsere ferien, bald geht es los! am abend drinnen ein seltsamer film - "mein glück", die geschichte eine lastwagenchauffeurs, der auf einer fahrt durch russland in einem dorf stecken bleibt und ab da wird die handlung dann so seltsam und verworren, dass ich sie nicht wiedergeben kann. es gibt im film, etwa so bei einer guten stunde eine seltsame veränderung, der erste teil ist zwar auch bereits sehr fremd, aber mit sparsam guten dialogen und sehr spannender kameraführung, der zweite teil war geprägt von seltsam hölzernen dialogen, unwirklich holzschnittartigen charakteren und glänzte durch assynchronen ton und eine wirklich merkwürdige, teils lieblos kadrierte bilder. wahrscheinlich dachten wir beide, dass es wieder besser würde, wurde es aber nicht. 

den sonntag verbrachte ich arbeitend im museum, dazu noch ein besonders langer arbeitstag, von halb zehn bis halb sieben - sonst dauern die wochenendeinsätze nur sieben stunden inklusive vor- und nachbereitungszeit. und es war grossanlass - motorsport classics mit jaguarautomobilen im park, dazu schönes wetter, freier eintritt ins museum und kostenlose kurzführungen. das bescherte uns bis zum abend mehr als 1200 besucher und dementsprechend anstrengend war der tag dann auch. 

 
 

im anschluss radelte ich trotzdem ich wirklich schlagkaputt war noch schnell am kulturzentrum vorbei und tatsächlich, die mietenden waren schon mit ihrer veranstaltung fertig und ich konnte gleich noch endkontrolle machen und die räume wieder abteilen. juhui, das rettet mir den montagmorgen! 

jetzt noch pizza und sonst nicht mehr viel. 

sonst noch so? 
 

die raupe eines schwalbenschwanzes an der petersilie! ich weiss, dass unsere nachbarn mit den kindern gelegentlich schwalbenschwänze aufziehen und es deshalb auch die schmetterlinge im quartier immer wieder zu sehen gibt. sie legen aber auch offensichtlich eier und sind dabei nicht einmal so wählerisch. am mittwoch habe ich die nicht mehr ganz kleine raupe entdeckt, am donnerstag nochmal gesehen, beim regen am freitag dann vergessen nachzuschauen und am samstag war sie verschwunden, aber mit ihr auch noch viele viele blätter von der petersilie. hoffentlich hat sie sich irgendwo verpuppt und ist nicht von einem vogel geholt worden. im nächsten jahr sollte ich  vielleicht mal ein paar fenchelpflanzen irgendwo platzieren? 

zweimal musste ich mich in dieser woche über die dreistigkeit von menschen wundern (und auch ein bisschen ärgern), die denken, dass regeln für sie nicht gelten und ganz klar aussprechen, dass dies aufgrund ihres reichtums, vermögens, steueraufkommens so sei. ich frage mich seither, ab welchem steuerbaren einkommen das so sein soll? und kann man diese menschen dann bitte dazu verpflichten, immer eine aktuelle steuererklärung mitzuführen, dass kontrolliert werden kann, welche regeln auch für sie verbindlich sein sollen und welche sie übertreten dürfen? noch widerlicher finde ich übrigens den umkehrschluss, nämlich dass besonders alle, die nichts oder wenig haben, sich besonders an alle regeln zu halten haben. 
 

 

Sonntag, 16. August 2026

kw 33 - kreativer als auch schon (vielleicht wegen der aussicht, dass die hitzewelle endet)

wenn sich die wettervorhersagen für die kommenden tage und darüber hinaus bewahrheiten, ist die vergangene woche die letzte mit so absurder hitze gewesen. was allerdings bleiben wird, ist die dürre und das ausbleiben von grösseren und längeren regenfällen. 

die hitze beschäftigte mich diese woche vor allem im hinblick auf einen termin in meiner werkstatt, die ich ja seit dem beginn der hitzewellen kaum mehr so richtig genutzt habe - auch weil anfang des sommers ja zusätzlich das baugerüst vor dem fenster und die fehlenden storen nervten. nun war ich wieder an ein paar tagen dort und habe sogar ein wenig gearbeitet. 


 wobei der montag erst mal mit werkstatt-office startete. der schlüssel zu einem lagerraum im kulturzentrum tut nicht, was er soll, das mietverhältnis ist kompliziert und ich musste mir den weg zu einer zuständigen person erkämpfen, inklusive viel wartens auf rückrufe, also nahm ich halt mein büro mit in die werkstatt und wechselte immer mal wieder zwischen wolle und telefon hin und her. 

ansonsten habe ich endlich damit begonnen, die vliese aus der diesjährigen schur der zackelschafe zu verarbeiten. ich wollte ein wenig üben, denn für den freitag war hoher besuch zum veggiefellfilzen angekündigt. 

dasselbe wiederholte ich (ohne den office-anteil) am dienstagmorgen - gegen mittag wurde es jeweils gut warm in der werkstatt, morgens war es noch auszuhalten gewesen und ich konnte jeweils ein wenig lüften. 

mittwoch dann war die kollegin zurück aus den ferien, was einen langen arbeitstag im kulturzentrum ergab (sonst bin ich nur vormittags dort), allerdings unterbrochen durch ein gemeinsames mittagessen auf der schattigen terrasse über der limmat im restaurant gegenüber. und den besuch des ältesten sohns, der sich unsere musikanlage angeschaut hat, allerdings hat er auch nicht wirklich etwas bewirken können, was wir nicht schon selbst herausgefunden hatten, man bräuchte ein passwort. mal sehen ob das herausgerückt wird oder ob die frage danach dann doch bewirkt, dass die eigentlich involvierte person es dann mal schafft, bei uns vorbeizukommen und uns eine einführung in die höllenmaschine zu geben. 

am spätnachmittag war ich zurück zuhause und hatte endlich zeit, ein paar dinge mit der vereinskollegin zu klären, die die journalistin von der coop-zeitung für den freitagnachmittag eingeladen hatte. unter anderem bestand ich auf weitergabe der information "es wird heiss". 

und dann war da ja noch die sonnenfinsternis! 


 als wir ende vergangener woche noch keine sofi-brillen hatten, war ich fast schon davon überzeugt, dass wir das ereignis verpassen würden. und ein bisschen traurig, weil endlich konnte man mal davon profitieren, dass pausenlos die sonne scheint und kein wölkchen am himmel zu entdecken war. aber kai hat dann am samstag noch brillen ergattert. 


ein bisschen dunkel wurde es bei voller bedeckung von 91% - kein vergleich zu 1999, als sogar die strassenbahn in stuttgart mit licht unterwegs war. 


ein bild von der bedeckten sonne habe ich nicht gemacht, ich hatte im vorfeld weder lust noch zeit mich mit den technischen möglichkeiten zu beschäftigen und es gab ja auch reichlich bilder. im bild oben ist das spektakel fast vorbei - die sonne geht, immer noch gut zur hälfte bedeckt, unter. an der stelle, an die wir mit einem umweg über einen dann doch nicht so guten beobachtungsplatz geradelt waren, waren noch andere menschen, eine schöne stimmung auch. ruhig, wir nahmen uns zeit, das allmähliche verschwinden und wiederauftauchen der sonne hinter dem mond anzuschauen (mussten ja die brillen auskosten), nahmen aber auch die dämmerung wahr (es blieb eigentlich ziemlich hell) und den wind, der mit der dämmerung kam. 
nach menschlichem ermessen und da wir keine grossen fernreisen unternehmen wollen, wird das die letzte so fast vollständige sonnenfinsternis gewesen sein, die wir erlebt haben. 

am donnerstag räumte ich final die werkstatt für den freitag auf und her - dann hatte ich noch einen servicetermin mit anschliessendem mittagessen und den nachmittag verbrachte ich bei den impressionisten in der villa langmatt. 


 auch da heiss, heiss, heiss. vielleicht aber wirklich der letzte so heisse und stickige arbeitsnachmittag dort. ausserdem habe ich mir noch ein paar schuhe fürs museum gekauft - geschlossene schwarze aus leder und mit fussbett. allerdings kamen die erst am freitag. damit sollte ich nun auf längere sicht ausgestattet sein für die mueumsaufsicht. 

der freitagnachmittag, der mir (und noch mehr der vereinskollegin) so viel sorgen bereitet hatte, ging dann erstaunlich gut über die bühne. mit der journalistin kam auch noch eine fotografin, wir redeten zuerst ein bisschen, dann filzte ich gemeinsam mit der journalstin ein veggiefell und nach kurzer zeit stellte sich das ein, was sich im besten fall beim filzen einstellt: eine gewisse ruhe, eine empfindung von kontemplation, freude darüber, was die hände bewirken können und am ende die begeisterte einsicht, etwas mit den eigenen händen erschaffen zu haben - fast ohne hilfsmittel! 
die begleitung durch die fotografin war ruhig und dezent, es blieb viel zeit vom verein, aber auch vom filzen allgemein zu erzählen und nun dürfen wir gespannt sein, was wir vorab zu lesen bekommen werden. erscheinen wird der artikel erst im herbst, aber das ist auch gut so. 

und noch einmal war ich diese woche in sachen filzszene unterwegs! nach einem frühen und kurzen marktbesuch fuhren kai und ich am samstagmittag in den prättigau, wo christoph vetsch und das ganze team dazu eingeladen hatten, mit ihm den neubau seiner wollkarderei und -spinnerei zu feiern. 

hmm, vom neuen gebäude hab ich jetzt gar kein foto gemacht. 


die faszination der über hundert jahre alten maschinen (es gibt auch neuere) ist einfach immer wieder zu gross. die grosse kardiermaschine war vom löschwasser des brandes vor zwei jahren schon sehr in mitleidenschaft gezogen, konnte aber gut wiederhergestellt werden. 


ansonsten nur ein paar atmosphäre-fotos. ich war schon ein paar mal dort und konnte kai selbst ein bisschen die maschinen erklären, wobei auch immer jemand vom team für fragen da war. 

detail im neubau ... an den alten fenstern geht man vorbei, wenn man ins obergeschoss in den neuen laden geht. dort war ich dann auch noch, nur ein teil der einkäufe ist für die werkstatt bestimmt. 

diese bunten baumwollstrangen sollen eine weitere häkeldecke geben. ich hatte so viel spass am herstellen der ersten, dass ich einfach noch mal eine machen möchte. 

am spätnachmittag fuhren wir wieder zurück - auch unterwegs blieb es trotz wolken in den bergen weiterhin trocken. wir hätten noch in die royale sommerbar gehen können, einigten uns dann aber auf zuhause bleiben. 

ich hatte inzwischen mit einem kleinen nähprojekt begonnen, das ich auch gleich am abend noch fast fertig bekommen habe. 

geben soll das eine art zusammenfaltbare tasche für allerhand dinge, die ich so immer mit mir rumtrage. 


später am abend gabs dann noch käse- und wurstplättchen - wir hatten um drei in der festwirtschaft beide eine bratwurst gegessen, bekamen am späteren abend aber dann doch noch ein bisschen hunger. 

für den sonntag hatte ich gleich beim frühstück so viele ideen, dass ich mir eine liste machen musste. kaum hatte ich den ersten punkt der liste erledigt (tomaten ein bisschen ausputzen und teilweise abräumen, damit ich nicht halbe leichen mit trinkwasser giessen muss) stand die nachbarin vor der türe und brachte mir eineinhalb kilo zwetschgen. ausserdem war beim schneiden der tomaten auch noch reichlich basilikum abgefallen - also kamen zwetschgen zum einfrieren paratmachen und noch mehr basilikumsalz herstellen auf die liste. glücklicherweise spülte kai nebenbei ab, so dass das chaos in der küche beim entsaften des holunders und einkochen zu gelee und den anderen dingen nicht so ausartete. zwischendurch (beim warten auf den ersten saft aus dem heissentsafter) nähte ich das täschchen fertig: leider ist der schnitt eine fehlkonstruktion, denn die beiden taschen auf den seitenflügeln werden als zweites geschlossen und sind so nicht gegen ein ausleeren geschützt. grmpf. die ganze arbeit für eine eher halbbatzige lösung. noch mal - und dann eben besser - machen? oder abhaken? 


momentan gibt es ein bisschen pause, später könnte ich noch eine anleitung für eine weitere häkeldecke suchen, die strangen zu knäueln wickeln und die anderen punkte auf meiner liste abhaken. 

so, das hat dann auch noch ganz gut geklappt - die zweite decke wird entweder charlottes universe oder universe in bloom werden. und auch mit dem wickeln der knäuel habe ich schon begonnen. 


und nun harren wir der dinge, die da in sachen wetterumschwung kommen sollen. ich kann gut verstehen, dass die für mittwoch angesagten 30 grad zweifel aufkommen lassen an einer tatsächlichen wetteränderung und musste eine abmeldung für den ausflug am mittwoch entgegennehmen. schade, aber ich glaub das mit dem kühleren wetter auch erst, wenn es dann da ist.