das wetter ist so schön seit wir hier in prag angekommen sind! es scheint jeden tag die sonne und für die kommenden tage sind beinahe dreissig grad angesagt. bei unserem letzten aufenthalt in der stadt hat es auch mal geregnet - da fiel die entscheidung, wann wir durch die stadt spazieren wollen, und wann wir ins museum gehen, deutlich leichter.
aber immer nur spazieren geht auch nicht, wenn man schon mal so viele spannende museen um sich herum hat!
so nutzten wir unseren zweiten tag hier in prag für einen besuch im nationalmuseum, das von unserer unterkunft nur ein paar minuten entfernt liegt. hier waren wir zuletzt vor mehr als dreissig jahren, bei unserer ersten reise nach prag. erinnern konnte ich mich noch an die imposante innenausstattung, das pantheon der für tschechien wichtigen personen und vor allem an die unendlichen reihen von grossen, alten vitrinen mit den naturwissenschaftlichen exponaten.
unseren aktuellen besuch starteten wir aber mit etwas ganz neuem - man kann jetzt nämlich in die kuppel steigen und von oben auf den wenzelsplatz schauen.
hier wird immer noch gebaut. zu unserem entzücken stellten wir bereits fest, dass es eine strassenbahn über den wenzelsplatz geben wird - wenn die fertig ist, wird unsere unterkunft noch perfekter an den nahverkehr angeschlossen sein - wenn das überhaupt noch geht...
blick richtung neues museumsgebäude und hauptbahnhof.
und am flügel der grossen fassadenfiguren vorbei in richtung petřin.
und weil wir schon oben waren und man uns den weg durch ein treppenhaus zu den ausstellungen wies, begannen wir unsere erkundung des museums von oben.
per zufall starteten wir unseren rundgang in der naturkundlichen abteilung - die vitrinen gibt es noch, sie werden nur ganz anders verwendet.
die ausstellung ist toll gemacht - sowohl ästhetisch, als auch nach dem was wir mitbekommen haben, didaktisch. es waren auch eine menge schulklassen unterwegs!
auch viele der alten präparate sind in die ausstellung integriert - fast ärgert es mich ein bisschen, dass ich ihnen kein beispiel vom zusammenspiel von moderner darstellung und alten ausstellungsobjekten zeigen kann.
in der naturkundlichen abteilung stiessen wir per zufall auf die app, die das museum mit audioguides und navigationsmöglichkeiten bereithält - im historischen gebäude geht man hier nämlich sehr sparsam mit hinweisen zur organisation der ausstellungen um. vielleicht, weil man den gesamteindruck nicht stören möchte? jedenfalls lernten wir so, was es alles im haus zu sehen gibt - ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob das auch gut war...
anstatt weiter per zufall durchs museum zu flanieren, suchten wir uns eine ausstellung aus - die zur geschichte des zwanzigsten jahrhunderts... und damit begann eine kleine odyssee: denn so ganz selbsterklärend war die räumliche navigation in der app dann auch wieder nicht. und weil wir wegen einer schlange am aufzug einen anderen weg nahmen, brauchte es einiges an beharrlichkeit, bis wir den weg zur ausstellung gefunden hatten - einfacher wäre es gewesen, hätten wir einen übersichtsplan gehabt, der uns gleich zu beginn gesagt hätte, dass wir in das nebengebäude gehen müssen, dann hätten wir vermutlich auch den unterirdischen tunnel schneller gefunden.
der allerdings war toll - eine zeitreise durch die geschichte des wenzelsplatz wird an den langen wänden gezeigt und zwar von der entstehung der erde bis in die jüngste gegenwart, warum es dann bei den gezeigten filmsequenzen von grossen aufmärschen und demonstrationen auf dem platz zeitlich rückwärts ging, hat sich mir nicht erschlossen.
im neuen teil des museums angekommen mussten wir nur noch unseren weg in den vierten stock finden und dann ... ja dann... war unsere geduld (meine schon lange) dann doch am ende. der audioguide (auf deutsch) war so kompliziert und wenig verständlich, dazu gab es noch mal eine zeitreise (diesmal als eine art lift in einer rundumprojektion), dass wir kapitulierten. so grob kennen wir die geschichte tschechiens bereits und soo sehr unterschieden sich die drei gezeigten inneneinrichtungen auch nicht von dem, was wir selbst noch (im "westen" und ab den neunziger auch unterwegs in tschechien) miterlebt haben. vermutlich wäre die politische geschichte interessanter gewesen, aber die lag noch ein treppe weiter oben, und nein, wir konnten einfach nicht mehr.
also machten wir pause im museumscafé - auf dem ticket steht, man kann das museum damit nur einmal betreten, aber immerhin gibt es eine terrasse (über die man auch ohne probleme ins museum rein und raus kann...)
aber genug hatten wir immer noch nicht. ich wollte mir zumindest den audioguide zur architektur und geschichte des gebäudes anhören - hier kommt josef schulz, der architekt, der den entwurf lieferte, selbst zu wort.
man beginnt im treppenhaus.
die kleinen runden reliefs die herrscher über böhmen.
ende des neunzehnte jahrhunderts beleuchtete man noch mit gaslampen, doch das gebäude wurde rasch mit elektrischem licht ausgestattet - die glasdecken geben zusätzliche helligkeit.
den abschluss fand die führung im pantheon, wo massgebliche personen der tschechischen geschichte als bronzen zu finden sind, welche da stehen dürfen und welche gerade nicht, hängt auch immer ein bisschen von der jeweiligen zeit ab. es ist aber auch schon ein bisschen eng. da geht der blick doch besser zur decke, beziehungsweise zu den wandgemälden, karl iv. dürfte über alle zweifel erhaben sein.
und ganz am schluss hat kai dann auch die schaukästen wiedergefunden, im saal der mineralien, der ältesten ausstellung im haus. die vitrinen wurden übrigens tatsächlich für die mineraliensammlung vom architekten selbst entworfen.
danach brauchten wir dringend frische luft - wir schauten nur ganz kurz im appartement vorbei und verlegten unsere pause in den folimanka-park, dorthin wo, wir am tag vorher unseren spaziergang abgebrochen hatten.
die zwiebeltürmchen gehören zu mariae verkündigung, diesmal sahen wir sie von unten.
znacht gab es am kiosk im park, wir wollten draussen sein und bleiben - erwähnte ich schon das schöne wetter?
noch beeindruckender: von unten hört man den verkehr oben kaum.
da gefiel mir einfach das zeichen ... keine ahnung für was es steht.
unseren abendspaziergang beendeten wir mit dem aufstieg zur kirche mariae verkündigung, nur war die grosse strasse noch zwischen uns und der kirche, und weiter durch die strassen von vinohrady.