Sonntag, 23. August 2026

kw 34 - scheisskapitalismus

 zur zeit ist jede einzelne woche so unendlich vollgepackt und anstrengend. oder ich bin einfach wirklich urlaubsreif. aber endlich ist die abkühlung da. zwar zuerst noch ohne nennenswerte niederschläge, am montag so ein bisschen regen, dann aber ab donnerstagnacht und noch den ganzen freitag ergiebiger, so dass endlich die giesswasservorräte wieder aufgefüllt sind. vielen schon verdorrten pflanzen hilft das jetzt auch nicht mehr und für flüsse, seen und erst recht das grundwasser müsste es viel, viel mehr regnen. 

in die woche startete ich eigentlich durch das vollkommen durch arbeit unversehrte wochenende ausgeruht, aber halt mit einem arbeitstag an gleich zwei orten. am morgen im kulturzentrum versuchte ich, die wichtigsten dinge für meine ferienabwesenheit zu übergeben, am nachmittag war infoanlass im museum für die aufsichten und am abend dann noch vorstandssitzung wieder im kulturzentrum. gut, dass ich danach noch auf ein getränk zu kai in die royale sommerbar ging, hat den wochenstart zwar ein bisschen versüsst, aber ich kam halt doch gleich am montag spät ins bett.   


am dienstag verteilten sich verschiedene termine ein bisschen arg über den vormittag - ich kam aber zwischendurch immerhin für so lange in die werkstatt, dass ein weiteres veggiesitzfell fertig geworden ist. leider ist die wolle in diesem jahr durch kleine einstreupartikel sehr verschmutzt, die ich auch im trockenen zustand nicht aus den fellen herausbekomme. vielleicht stecke ich sie doch mal in die waschmaschine und sehe, ob es dann besser wird. 
am nachmittag schwamm ich im jetzt wieder fast leeren becken des örtlichen freibads, einerseits sind die sommerferien zu ende und andererseits hat es ja abgekühlt, auf einigermassen angenehme freibadtemperatur. nach viel mit armen am morgen in der physiotherapie wurde ich ein bisschen schneller armmüde als sonst. 

für den mittwoch war das vorstandsreisli der filzszene geplant - ich fuchs hatte mir gedacht, dass ich an diesem tag gut mein velo zum service bringen könnte, am ende wurde dann doch eine grössere logistiksache draus. am morgen buk ich als erstes einen zwetschgenkuchen, dann erledigte ich das übliche morgenprogramm mit giessen, turnen, vokabeltrainer plus einen schnellen blick ins arbeitspostfach vom kulturzentrum, bevor ich um neun mit velo, kuchen und allem andern zeugs in richtung velowerkstatt startete. danach ging es mit dem bus weiter, über bahnhof (wegen doofer busumleitung) zum kulturzentrum um dort den kuchen für die nächsten stunden unterzubringen, zurück zum bahnhof, wo ich reichlich zeit hatte, mir einen capuccino zu holen und mich auf die stadtführung vorzubereiten. zuerst aber traf ich noch den ältesten sohn, der mir ein bisschen gesellschaft leistete. 
kurz vor elf kamen fast alle vorstandsfrauen an, eine fehlte wegen hitze, für den tag waren schon wieder mehr als 30 grad angekündigt. wir machten gemeinsam einen spaziergang durch die badener altstadt, die recht bestaunt wurde (keine der frauen kannte baden vorher) und an der limmat entlang zum restaurant auf der ennetbadener seite. danach holte ich den kuchen ab und wir machten uns auf den weg in die villa langmatt.

dort war noch zeit für ein kleines päuschen, dann führung durch park und haus und anschliessendes kaffeetrinken und kuchenessen. eine vorständin machte sich auf den heimweg, zwei legten sich auf die wiese für eine pause, und ich ging mit der anderen shirdaklenden kollegin teppiche angucken. gegen halb sieben war ich zuhause und froh, dass wir am morgen das ambitioniertere kochprogramm auf tomate und mozzarella geändert hatten. und kai hatte mein velo schon ausgetauscht - auch seines braucht einen service. 

den donnerstagvormittag nutzte ich für weitere urlaubsvorbereitungen für die kulturzentrumsarbeit, den nachmittag verbrachte ich arbeitend im museum. fürs abendessen und eine kleine pause kam ich nach hause, wir beobachteten immer wieder das wetterapp, denn regen war angesagt, zog aber immer wieder südlich oder nördlich vorbei, so dass wir am abend auch noch das konzert von fish on the mountain draussen auf dem sommerbar-platz geniessen konnten. 


 sieht vielleicht nur mässig gemütlich aus, ist aber wirklich nett dort auf dem platz. 

diesmal wurde es gar nicht spät - wir sassen nur viel zu lange noch bei uns zuhause, nachdem ein paar minuten nach unserer ankunft der regen und das gewitter begonnen hatte. 

freitag war haushaltstag mit viel regen, endlich!  am nachmittag hatte ich mich entschieden, den start einer veranstaltung im kulturzentrum zu begleiten. das in erster linie, weil eine kollision von zwei gruppen möglich gewesen wäre, wobei eine mietende eh schon aus einem anderen grund auf uns vom kulturzentrum nicht gut zu sprechen war. manchmal gibt es sehr hohe erwartungen an unsere arbeit, räume, werbung und so weiter, und manchen menschen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass die niedrigen beiträge, die sie an die raummiete leisten, auch nur deshalb möglich sind, weil wir nicht alle diese erwartungen erfüllen können (und manchmal auch nicht wollen.) probleme gab es keine - was aber auch daran lag, dass die mieterin letztendlich gar nicht auftauchte. sie hat einen gültigen vertrag, ihre veranstaltung führen wir im programm, ich hatte ihr ein mail mit den zugangsdaten zum raum geschickt, auf das sie mir auch noch geantwortet hatte - aber am ende blieb der für sie so aufwändig durch meine anwesenheit reservierte raum leer. und ich stellte fest, dass an anderer stelle auf unsere homepage dieser termin nicht auftauchte... mal sehen, ob ich dieses rätsel lösen werde. dafür hat sich dann jemand anderes beschwert, weil der vermietete aber nicht benutzte raum nicht zum warten zur verfügung stand, omg, warum sind die menschen nur so kompliziert? 

samstag waren wir gemütlich auf dem markt und erledigten noch ein paar andere dinge in waldshut, dann stand schon wieder ärger im kulturzentrum auf dem programm: beim vorbereiten der räume auf eine veranstaltung am sonntag musste ich feststellen, dass der putzdienst am morgen nicht dagewesen war. natürlich ging niemand ans telefon, als ich dort anrief, also erledigte ich zusammen mit kai kurz das gröbste selbst. später zuhause erreichte ich dann doch noch jemanden, mir wurde versprochen, dass das putzen nachgeholt wird, alleine die sms, die man mir nach getaner arbeit schicken sollte, habe ich nicht bekommen. 

wieder zuhause verräumten wir unsere einkäufe, ich buk schnell einen zwetschgenkuchen, wir ernteten eine zweite menge holunderbeeren zum entsaften und ich füllte bis zum frühen abend eine grüngutonne mit der ausufernden zierquitte. dann endlich ein bisschen pause, später noch abendessen mit verschiedenen kleinen fleischstücken vom grill und salat dazu. ich recherchierte die fahrtroute für unsere ferien, bald geht es los! am abend drinnen ein seltsamer film - "mein glück", die geschichte eine lastwagenchauffeurs, der auf einer fahrt durch russland in einem dorf stecken bleibt und ab da wird die handlung dann so seltsam und verworren, dass ich sie nicht wiedergeben kann. es gibt im film, etwa so bei einer guten stunde eine seltsame veränderung, der erste teil ist zwar auch bereits sehr fremd, aber mit sparsam guten dialogen und sehr spannender kameraführung, der zweite teil war geprägt von seltsam hölzernen dialogen, unwirklich holzschnittartigen charakteren und glänzte durch assynchronen ton und eine wirklich merkwürdige, teils lieblos kadrierte bilder. wahrscheinlich dachten wir beide, dass es wieder besser würde, wurde es aber nicht. 

den sonntag verbrachte ich arbeitend im museum, dazu noch ein besonders langer arbeitstag, von halb zehn bis halb sieben - sonst dauern die wochenendeinsätze nur sieben stunden inklusive vor- und nachbereitungszeit. und es war grossanlass - motorsport classics mit jaguarautomobilen im park, dazu schönes wetter, freier eintritt ins museum und kostenlose kurzführungen. das bescherte uns bis zum abend mehr als 1200 besucher und dementsprechend anstrengend war der tag dann auch. 

 
 

im anschluss radelte ich trotzdem ich wirklich schlagkaputt war noch schnell am kulturzentrum vorbei und tatsächlich, die mietenden waren schon mit ihrer veranstaltung fertig und ich konnte gleich noch endkontrolle machen und die räume wieder abteilen. juhui, das rettet mir den montagmorgen! 

jetzt noch pizza und sonst nicht mehr viel. 

sonst noch so? 
 

die raupe eines schwalbenschwanzes an der petersilie! ich weiss, dass unsere nachbarn mit den kindern gelegentlich schwalbenschwänze aufziehen und es deshalb auch die schmetterlinge im quartier immer wieder zu sehen gibt. sie legen aber auch offensichtlich eier und sind dabei nicht einmal so wählerisch. am mittwoch habe ich die nicht mehr ganz kleine raupe entdeckt, am donnerstag nochmal gesehen, beim regen am freitag dann vergessen nachzuschauen und am samstag war sie verschwunden, aber mit ihr auch noch viele viele blätter von der petersilie. hoffentlich hat sie sich irgendwo verpuppt und ist nicht von einem vogel geholt worden. im nächsten jahr sollte ich  vielleicht mal ein paar fenchelpflanzen irgendwo platzieren? 

zweimal musste ich mich in dieser woche über die dreistigkeit von menschen wundern (und auch ein bisschen ärgern), die denken, dass regeln für sie nicht gelten und ganz klar aussprechen, dass dies aufgrund ihres reichtums, vermögens, steueraufkommens so sei. ich frage mich seither, ab welchem steuerbaren einkommen das so sein soll? und kann man diese menschen dann bitte dazu verpflichten, immer eine aktuelle steuererklärung mitzuführen, dass kontrolliert werden kann, welche regeln auch für sie verbindlich sein sollen und welche sie übertreten dürfen? noch widerlicher finde ich übrigens den umkehrschluss, nämlich dass besonders alle, die nichts oder wenig haben, sich besonders an alle regeln zu halten haben. 
 

 

Sonntag, 16. August 2026

kw 33 - kreativer als auch schon (vielleicht wegen der aussicht, dass die hitzewelle endet)

wenn sich die wettervorhersagen für die kommenden tage und darüber hinaus bewahrheiten, ist die vergangene woche die letzte mit so absurder hitze gewesen. was allerdings bleiben wird, ist die dürre und das ausbleiben von grösseren und längeren regenfällen. 

die hitze beschäftigte mich diese woche vor allem im hinblick auf einen termin in meiner werkstatt, die ich ja seit dem beginn der hitzewellen kaum mehr so richtig genutzt habe - auch weil anfang des sommers ja zusätzlich das baugerüst vor dem fenster und die fehlenden storen nervten. nun war ich wieder an ein paar tagen dort und habe sogar ein wenig gearbeitet. 


 wobei der montag erst mal mit werkstatt-office startete. der schlüssel zu einem lagerraum im kulturzentrum tut nicht, was er soll, das mietverhältnis ist kompliziert und ich musste mir den weg zu einer zuständigen person erkämpfen, inklusive viel wartens auf rückrufe, also nahm ich halt mein büro mit in die werkstatt und wechselte immer mal wieder zwischen wolle und telefon hin und her. 

ansonsten habe ich endlich damit begonnen, die vliese aus der diesjährigen schur der zackelschafe zu verarbeiten. ich wollte ein wenig üben, denn für den freitag war hoher besuch zum veggiefellfilzen angekündigt. 

dasselbe wiederholte ich (ohne den office-anteil) am dienstagmorgen - gegen mittag wurde es jeweils gut warm in der werkstatt, morgens war es noch auszuhalten gewesen und ich konnte jeweils ein wenig lüften. 

mittwoch dann war die kollegin zurück aus den ferien, was einen langen arbeitstag im kulturzentrum ergab (sonst bin ich nur vormittags dort), allerdings unterbrochen durch ein gemeinsames mittagessen auf der schattigen terrasse über der limmat im restaurant gegenüber. und den besuch des ältesten sohns, der sich unsere musikanlage angeschaut hat, allerdings hat er auch nicht wirklich etwas bewirken können, was wir nicht schon selbst herausgefunden hatten, man bräuchte ein passwort. mal sehen ob das herausgerückt wird oder ob die frage danach dann doch bewirkt, dass die eigentlich involvierte person es dann mal schafft, bei uns vorbeizukommen und uns eine einführung in die höllenmaschine zu geben. 

am spätnachmittag war ich zurück zuhause und hatte endlich zeit, ein paar dinge mit der vereinskollegin zu klären, die die journalistin von der coop-zeitung für den freitagnachmittag eingeladen hatte. unter anderem bestand ich auf weitergabe der information "es wird heiss". 

und dann war da ja noch die sonnenfinsternis! 


 als wir ende vergangener woche noch keine sofi-brillen hatten, war ich fast schon davon überzeugt, dass wir das ereignis verpassen würden. und ein bisschen traurig, weil endlich konnte man mal davon profitieren, dass pausenlos die sonne scheint und kein wölkchen am himmel zu entdecken war. aber kai hat dann am samstag noch brillen ergattert. 


ein bisschen dunkel wurde es bei voller bedeckung von 91% - kein vergleich zu 1999, als sogar die strassenbahn in stuttgart mit licht unterwegs war. 


ein bild von der bedeckten sonne habe ich nicht gemacht, ich hatte im vorfeld weder lust noch zeit mich mit den technischen möglichkeiten zu beschäftigen und es gab ja auch reichlich bilder. im bild oben ist das spektakel fast vorbei - die sonne geht, immer noch gut zur hälfte bedeckt, unter. an der stelle, an die wir mit einem umweg über einen dann doch nicht so guten beobachtungsplatz geradelt waren, waren noch andere menschen, eine schöne stimmung auch. ruhig, wir nahmen uns zeit, das allmähliche verschwinden und wiederauftauchen der sonne hinter dem mond anzuschauen (mussten ja die brillen auskosten), nahmen aber auch die dämmerung wahr (es blieb eigentlich ziemlich hell) und den wind, der mit der dämmerung kam. 
nach menschlichem ermessen und da wir keine grossen fernreisen unternehmen wollen, wird das die letzte so fast vollständige sonnenfinsternis gewesen sein, die wir erlebt haben. 

am donnerstag räumte ich final die werkstatt für den freitag auf und her - dann hatte ich noch einen servicetermin mit anschliessendem mittagessen und den nachmittag verbrachte ich bei den impressionisten in der villa langmatt. 


 auch da heiss, heiss, heiss. vielleicht aber wirklich der letzte so heisse und stickige arbeitsnachmittag dort. ausserdem habe ich mir noch ein paar schuhe fürs museum gekauft - geschlossene schwarze aus leder und mit fussbett. allerdings kamen die erst am freitag. damit sollte ich nun auf längere sicht ausgestattet sein für die mueumsaufsicht. 

der freitagnachmittag, der mir (und noch mehr der vereinskollegin) so viel sorgen bereitet hatte, ging dann erstaunlich gut über die bühne. mit der journalistin kam auch noch eine fotografin, wir redeten zuerst ein bisschen, dann filzte ich gemeinsam mit der journalstin ein veggiefell und nach kurzer zeit stellte sich das ein, was sich im besten fall beim filzen einstellt: eine gewisse ruhe, eine empfindung von kontemplation, freude darüber, was die hände bewirken können und am ende die begeisterte einsicht, etwas mit den eigenen händen erschaffen zu haben - fast ohne hilfsmittel! 
die begleitung durch die fotografin war ruhig und dezent, es blieb viel zeit vom verein, aber auch vom filzen allgemein zu erzählen und nun dürfen wir gespannt sein, was wir vorab zu lesen bekommen werden. erscheinen wird der artikel erst im herbst, aber das ist auch gut so. 

und noch einmal war ich diese woche in sachen filzszene unterwegs! nach einem frühen und kurzen marktbesuch fuhren kai und ich am samstagmittag in den prättigau, wo christoph vetsch und das ganze team dazu eingeladen hatten, mit ihm den neubau seiner wollkarderei und -spinnerei zu feiern. 

hmm, vom neuen gebäude hab ich jetzt gar kein foto gemacht. 


die faszination der über hundert jahre alten maschinen (es gibt auch neuere) ist einfach immer wieder zu gross. die grosse kardiermaschine war vom löschwasser des brandes vor zwei jahren schon sehr in mitleidenschaft gezogen, konnte aber gut wiederhergestellt werden. 


ansonsten nur ein paar atmosphäre-fotos. ich war schon ein paar mal dort und konnte kai selbst ein bisschen die maschinen erklären, wobei auch immer jemand vom team für fragen da war. 

detail im neubau ... an den alten fenstern geht man vorbei, wenn man ins obergeschoss in den neuen laden geht. dort war ich dann auch noch, nur ein teil der einkäufe ist für die werkstatt bestimmt. 

diese bunten baumwollstrangen sollen eine weitere häkeldecke geben. ich hatte so viel spass am herstellen der ersten, dass ich einfach noch mal eine machen möchte. 

am spätnachmittag fuhren wir wieder zurück - auch unterwegs blieb es trotz wolken in den bergen weiterhin trocken. wir hätten noch in die royale sommerbar gehen können, einigten uns dann aber auf zuhause bleiben. 

ich hatte inzwischen mit einem kleinen nähprojekt begonnen, das ich auch gleich am abend noch fast fertig bekommen habe. 

geben soll das eine art zusammenfaltbare tasche für allerhand dinge, die ich so immer mit mir rumtrage. 


später am abend gabs dann noch käse- und wurstplättchen - wir hatten um drei in der festwirtschaft beide eine bratwurst gegessen, bekamen am späteren abend aber dann doch noch ein bisschen hunger. 

für den sonntag hatte ich gleich beim frühstück so viele ideen, dass ich mir eine liste machen musste. kaum hatte ich den ersten punkt der liste erledigt (tomaten ein bisschen ausputzen und teilweise abräumen, damit ich nicht halbe leichen mit trinkwasser giessen muss) stand die nachbarin vor der türe und brachte mir eineinhalb kilo zwetschgen. ausserdem war beim schneiden der tomaten auch noch reichlich basilikum abgefallen - also kamen zwetschgen zum einfrieren paratmachen und noch mehr basilikumsalz herstellen auf die liste. glücklicherweise spülte kai nebenbei ab, so dass das chaos in der küche beim entsaften des holunders und einkochen zu gelee und den anderen dingen nicht so ausartete. zwischendurch (beim warten auf den ersten saft aus dem heissentsafter) nähte ich das täschchen fertig: leider ist der schnitt eine fehlkonstruktion, denn die beiden taschen auf den seitenflügeln werden als zweites geschlossen und sind so nicht gegen ein ausleeren geschützt. grmpf. die ganze arbeit für eine eher halbbatzige lösung. noch mal - und dann eben besser - machen? oder abhaken? 


momentan gibt es ein bisschen pause, später könnte ich noch eine anleitung für eine weitere häkeldecke suchen, die strangen zu knäueln wickeln und die anderen punkte auf meiner liste abhaken. 

so, das hat dann auch noch ganz gut geklappt - die zweite decke wird entweder charlottes universe oder universe in bloom werden. und auch mit dem wickeln der knäuel habe ich schon begonnen. 


und nun harren wir der dinge, die da in sachen wetterumschwung kommen sollen. ich kann gut verstehen, dass die für mittwoch angesagten 30 grad zweifel aufkommen lassen an einer tatsächlichen wetteränderung und musste eine abmeldung für den ausflug am mittwoch entgegennehmen. schade, aber ich glaub das mit dem kühleren wetter auch erst, wenn es dann da ist. 


 

Montag, 10. August 2026

kw 32 - immer noch viel zu heiss (und trocken)

es ist heiss. und kein regen in sicht. keine wetteränderung auch nicht, es wird weiterhin noch mindestens eine woche heiss bleiben. 

dienstagnachmittag im schwimmbad. 

meine laune zu diesem thema ist mittlerweile unterirdisch schlecht, abgesehen davon, dass ich mich persönlich bei diesen temperaturen nicht wohl fühle, kann ich beim besten willen nicht wegsehen, wenn jetzt bereits die wälder braun werden, von flüssen und seen immer weitere tiefststände gemeldet werden und im garten alles, was wir nicht bewässern (und das ist das meiste) hängt, die blätter einrollt oder verdorrt. wenigstens sieht hier in der schweiz die politik, dass die landwirtschaft ein problem hat, während sich die bauern in deutschland noch vom zuständigen minister verhöhnen lassen müssen. ausser direktzahlungen und wasser, das vom militär auf die almen geflogen wird, passiert hier dann aber auch nichts. sollte der nächste sommer eher nass werden, haben wir dann ja wieder ein neues problem, wen interessiert es schon, dass all diese wetterextreme auf eine ursache zurückgehen: die klimakatastrophe, die kleingeredet oder ignoriert wird, aber politisch immer noch keinen vorrang vor der gewinnmaximierung weniger reicher hat. 

so, wäre das auch mal wieder gesagt.  

ansonsten war die woche bis auf den mittwoch, über den ich schon schrieb, eher eine ruhige. 


montag habe ich die sommerpost versandfertig gemacht. 

dienstag war ich im kulturzentrum und habe ein wenig gearbeitet - während das neue putzteam das erste mal da war. ich traf auch noch die vereinspräsidentin, allerdings tauschten wir nur ein paar private dinge aus. später war ich noch im schwimmbad, da war es voll, was mich freut, es ist freibadwetter, es sind ferien, das bad ist schön renoviert und wird genutzt! 


mittwoch siehe dort

donnerstag brachte ich mit fahrrad und anhänger die flyer mit dem kulturzentrums-programm für september bis dezember auf die post - die vertretungsbetriebsleitung hat etwas geschafft, was ich noch nie erlebt habe: das programm kommt drei wochen vor dem start in die haushalte. am nachmittag hatte ich nach zwei wochen den ersten einsatz im museum - auch dort ist es nach wie vor einfach heiss, heiss, heiss. 

freitag war bis auf einen physiotermin terminfrei, vorher hatte ich aber zeit für einen ausführlichen haushaltsvormittag und danach gab es nur noch etwas in der werkstatt nachzusehen und einzukaufen für ein frühstück mit 2 von drei kindern am sonntag. 

ein bisschen durfte ich mich auch schon mal auf vorrat ausruhen, denn der samstag war wieder mal ein arbeitssamstag. im museum ist es heiss und stickig, aber das schrieb ich auch schon am donnerstag. 

ich hab ihnen mal wieder zwei bilder aus dem museum mitgebracht - ein detail von einem reparierten teppich und den schönen blick in die galerie. 
 

im museum war nicht so viel los - dafür um so mehr draussen im park und im verandacafé, wo seltsamerweise vor allem eine sorte limonade getrunken wurde, die ständig leer war und nachgefüllt werden musste. sonst verteilt sich das irgendwie besser. 

nach feierabend ging ich ausnahmsweise nicht nach hause (kai war auch unterwegs, er half mit, dass die streetparade sicher über die bühne gehen konnte) - sondern zu einem sommerfest in der wg des ältesten kindes. 

dort musste ich erst ein bisschen in die baumwipfel schauen, war ich schwimmen in der limmat und erst dann war ich so richtig bereit, mitzufeiern. 

reichlich menschen waren auf dem schmalen inseli zwischen kraftwerkskanal (kraftwerk schon lange stillgelegt) und limmat zusammengekommen, es gab musik, getränke und eine toaststation zum selbst belegen und toasten. schön wars, am ende hat mich kai doch noch abgeholt und auch noch ein bier getrunken, bevor wir nach hause gingen und dort auch noch eine weile im garten sassen. 

am sonntag war die frühstücksrunde dann noch um eine person reduziert, die tochter hatte spontan einen zusätzlichen dienst übernommen und so brunchten wir nur mit dem mittleren sohn. auch mal schön. 


reichliche tomatenernte - nur die richtig grossen wollen auch in diesem jahr nicht so recht was werden. 

den restlichen sonntag verbrachten wir faul und mit kleinen häuslichkeiten, grillten uns eines der letzten stücke von unserem weidesäuli und stimmten uns auf die kommende woche ein. 
 




Freitag, 7. August 2026

sommerpost 2026

superspontan habe ich mich im frühsommer entschieden, an der sommerpost 2026 des post-kunst-werk teilzunehmen - zu verlockend war das thema. landkarte des sommers. 

zwischendurch habe ich natürlich wieder einmal mehrmals die krise bekommen, weil ich keine ahnung hatte, woher ich auch noch für dieses projekt die zeit nehmen sollte. aber dann kam die liste meiner gruppe und gleich noch eine fristverlängerung, die ganze aktion wurde um zwei wochen nach hinten geschoben. super war für mich auch, dass ich erst an stelle drei der liste stand, also meine post erst in der woche nach den sommerferien bei den empfängerinnen sein musste. davor lagen planerisch zwei ruhige wochen - noch in den schulferien und die kollegin hatte auch frei, so dass unsere regelmässigen termine ausfielen.  

 
 begonnen habe ich dann aber doch schon viel früher - zuerst habe ich mal auf der genialen plattform von swisstopo herumrecherchiert, man kann sich da kartenausschnitte auf a3 ausdrucken. gereizt hätte mich das als basis schon, dazu noch mit dem schönen schweizer landeswappen drauf. aber schlussendlich war es mir dann zu viel information, ich wollte mein kartenprojekt ein bisschen aufgeräumter und mehr skizzenhaft haben. also habe ich alles, was mir wichtig schien, auf einen a3-bogen abgepaust. 


mit dem halbkaputten drucker an meiner arbeitsstelle lassen sich ganz herrliche fehldrucke in hellblau herstellen - die wurden die basis meiner karte des sommers. 
 

aus einem "richtigen" druck habe ich mir eine schablone gebastelt, mit hilfe derer ich die berge und waldgebiete in meine karte hineinschablonierte habe. 

auch das alles ganz fein und leicht - mit aquarellfarbe. 

danach begann die eigentliche arbeit: ich habe mit holzfarbstiften alle meine wege in die karte eingetragen, schön farblich gekennzeichnet, wo ich mit dem fahrrad unterwegs bin, wo zu fuss, schwimmend und mit dem zug. 

parallel zu dieser arbeit hatte ich mit faltungen experimentiert - ich mochte früher die falkpläne gerne, die durch ihre gestaffelte faltung in der einen, die zick-zack-faltung in der anderen und durch gezielte schnitte auch ein blättern im gefalteten plan ermöglichten. 

und so faltete ich dann auch meine karte.  

notwendig wurde dadurch ein umschlag, in dem die karte festgeklebt wird - aber halt nur an einer einzigen stelle, so dass man ihn auch noch vollständig auffalten kann. 

auf einigen freien flächen blieb platz für ein paar erläuterungen zu meiner karte - es handelt sich beim gewählten kartenausschnitt um die unmittelbare umgebung, in der ich wohne, die eingezeichneten wege ergeben ein buntes netz aus verbindungen zwischen den orten an denen ich lebe, arbeite, meine freizeit verbringe. ebenfalls handschriftlich habe ich zu den einzelnen orten dinge auf der karte ergänzt. 


und ganz am schluss haben auch noch die zahlreichen fehldrucke eine aufgabe bekommen - aus ihnen entstanden die umschläge für die sommerpost. 

nun habe ich heute die fünf exemplare für meine postkunstgruppe auf den weg gebracht - ein exemplar habe ich behalten und eines, das ich auf reserve mitgezogen habe, ist übrig. 

sollte irgendjemand aus der postkunst-umgebung trotz fehlender vernetzungsmöglichkeiten diesen post lesen und interesse an einem tausch haben, würde ich mich freuen, auch dieses letzte exemplar noch auf den weg zu bringen und wäre gespannt auf eine weitere karte. (einfach kommentieren oder das kontaktformular in der rechten spalte benutzen). 

ich selbst werde der postkunst in dieser form wohl nach dieser aktion endgültig keine weitere chance mehr geben - zu gering sind mir die vernetzungsmöglichkeiten, nicht einmal auf instagram habe ich noch etwas von der aktion mitbekommen (wofür die initiantinnen nichts können, der wegfall der suche nach hashtags war ja nicht deren idee), aber dass es auch keinerlei vernetzungsmöglichkeiten auf dem post-kunst-werk blog mehr gibt (ich habe es gesehen, das interesse war zuletzt denkbar gering, ich verstehe es, dass man das dann nicht mehr anbietet) ist schon sehr, sehr schade. 
ich schätze die anregungen sehr, es ist auch wirklich schön, post zu bekommen (wenn sie denn mal käme) - aber für mich war immer das miteinander die ganz grosse motivation und weniger die ergebnisse. ich sage also wieder mal einem teil des internets, wie ich es kennen und lieben gelernt habe, ciao. 

Donnerstag, 6. August 2026

#wmdedgt am 5. august 2026 (mit sonntagsspaziergang am mittwoch)

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

und weil der 5. august kein gewöhnlicher tag für uns ist, haben wir uns heute freigenommen für eine wanderung. und deshalb darf dieser post später im monat dann auch noch zum sonntagsspaziergang von heike wandern, auch wenn wir nicht am sonntag, sondern an einem mittwoch spaziert sind. 

wir stehen ein klitzekleines bisschen später auf als sonst, erst so gegen viertel nach sieben. anziehen, rucksäcke fertigpacken und den tomaten wasser geben stehen noch auf dem programm, bevor wir mit den verlos in richtung bahnhof starten. 

dort holen wir uns unser frühstück beim café uno - es gibt capuccino und gipfeli, ich habe mich vergriffen und anstatt eines laugengipfels ein schokogipfeli genommen. 


8.08 uhr bringt uns ein zug nach zürich, von dort geht es weiter nach zug, mit dem bus zur haltestelle schönegg und von dort mit der standseilbahn auf den zugerberg. 
 

oben angekommen geniessen wir ein bisschen die aussicht auf den zuger see. 


 auf tausend meter höhe ist ein bisschen frischer als unten, aber gleich geht es zum einzigen grösseren anstieg des tages, da brennt die sonne bereits. 

auf der hochwacht gibt es noch mehr aussicht zu geniessen. 


unter anderem auf die rigi - da waren wir vor vier wochen. 

und auf eine herde kühe. 


von nun an geht es vor allem bergab - in sanften kurven durch weiden und feuchtflächen, von denen es hier oben viele gibt. auch hier ist es trocken, aber längst nicht so sehr wie bei uns unten. und wir sehen an vielen stellen schläuche für die bewässerung der weiden. 


 ab und zu gibt es schöne blumen zu sehen, unter anderem diese silberdistel. 

ir passieren verschiedene bauernhöfe, je weiter wir nach unten kommen, desto weniger vieh hat es, dafür dominieren nun die obstbäume mit äpfeln, zwetschgen, reineclauden, kirschen. 


 die landschaft wird flacher und landwirtschaftlich genutzter - die sonne brennt vom himmel. 

wir passieren das dörfchen allenwinden, deutlich schon zur agglomeration von zug gehörend, an einem brunnen kommen wir nicht vorbei, da hatte ich schon mit gerechnet. 


aus dem dorf heraus führt uns ein weiterer wanderweg in den wald hinein und auf einem schmalen begsporn entlang, auf dem wir bis zur burgruine wildenstein gelangen. eine grössere pause haben wir aufgeschoben, weil wir auf sitzbänke hofften, am besten im schatten. in der ruine hat es aber nur eine wegen dürre und waldbrandgefahr abgesperrte feuerstelle, aber keine sitzgelegenheiten. wir essen unser vesper auf einer treppe, eher unbequem und beschliessen, weiterzulaufen. 

jetzt ist es richtig heiss, selbst im wald, und uns fehlt eine richtige pause, wir schleichen deshalb zuerst den berg hinunter an einen wasserfall. 


dann auf der anderen seite wieder hinauf. 


eine andere wandererin hat uns auf diese bänkle mit aussicht aufmerksam gemacht, wie schnell wir jetzt dem see näherkommen! 

wir verpassen die strassenbrücke übers lorzentobel, weil wir einfach nur noch ankommen wollen und schleppen uns weiter durch den wald, in dessen schatten es nicht wirklich kühl ist und über mehrere sonnige stücke am waldrand bis zum schlaufensteg. kurz vorher gibt es noch eine quelle, endlich können wir unsere wasserflaschen auffüllen. 


der sensationelle steg verbindet kurz vor baar - ja was eigentlich? vor allem geht er einfach in schlaufen, teils in wipfelhöhe durch den wald. 


endlich sind wir unten. so ganz am ende war das für meine knie nicht die beste idee. 

und gleich stehen wir mehr oder weniger im alten industriegebiet von baar, passieren die arbeiterhäuser der spinnerei in der höll und gleich darauf die riesigen spinnereigebäude, so weit sie heute noch stehen, selbst. 

dann biegen wir einmal um die ecke und stehen vor der baarer brauerei mit dem erdmannli-signet. 


im braui-laden holen wir uns ein getränk (ich panache, kai ein amber, die brauereigaststätte hatte betriebsferien) und nehmen gleich den bus zum bahnhof baar. 

dort warten wir ein bisschen auf den zug nach zürich um kurz nach vier.  wenn wir nicht noch salz und eine orange gekauft hätten, hätten wir einen früheren bekommen. ausserdem wundern wir uns, dass wir auf der wanderstrecke, die mit 9.5 kilometer angegeben war, fast 14 kilometer gelaufen sind. umwege haben wir bis auf die paar schritte zur burg hinauf keine gemacht. kein wunder sind wir deutlich kaputter als gedacht, auch hatten wir mit ein bisschen weniger hitze gerechnet. 

die rückreise verläuft weiterhin reibungslos, um kurz nach fünf sind wir in baden, kai kauft noch schnell kaffee, und dann radeln wir nach hause zurück. 

abendessen auswärts fällt aus, wir sind so froh, in unser bädle springen zu können und finden fertige rigatoni al forno im tiefkühler, die wir uns warm machen. 

ich telefoniere noch mit einer vereinskollegin, es gibt dinge zu planen und abzusprechen und dann beschliessen wir, dass wir für heute genügend draussen waren und schauen drinnen gemütlich den zweiten teil des fernsehzweiteilers "himmelsleiter".