Sonntag, 12. Juli 2026

kw 28 - regina montis

ich verspräche zu viel, wenn ich ihnen garantierte, dass ich heute nicht über unsere baustelle schreiben werde. aber lassen sie uns das thema doch gleich zu beginn abhandeln, dann haben wir es hinter uns. 

ende der vergangenen woche hatten wir ja ein bisschen hoffnung geschöpft: die randsteine waren betoniert und alles sah danach aus, dass es nun bald mit dem legen der platten losgehen würde. aber weit gefehlt: weiterer sand und der obere rand des serviceschachts wurde abgetragen, jeweils bei kleinen stippvisiten des bauunternehmers. nachdem ich dann zweimal menschen vertröstet hatte, mit denen wir mal so grob einen besuch bei uns im sommer abgemacht hatten, weil ich kein ende der bauarbeiten in sicht sah und so keinen besuch hier empfangen möchte (und der besuch auch nicht kommen will) ist mir am montagnachmittag, zu arbeitsbeginn kurz nach vier am abend, der kragen geplatzt - eine definitive zusage über das ende der bauarbeiten bekam ich zwar nicht (eher eine menge quatsch über die arbeitsbedingungen wie hitze, zu kleines auto, unzugänglichkeit der baustelle, als ob man das nicht hätte absehen können...) aber ich habe mir immerhin weitere arbeiten nach 18 uhr verbeten.  


und irgendetwas habe ich damit wohl angerichtet - denn am mittwochabend waren die ersten beiden bahnen platten verlegt. donnerstag und freitag wurde bereits kurz nach sieben mit den arbeiten begonnen, mit einem helfer, und den ganzen tag durchgearbeitet. die sandhäufen in unserem garten wurden abtransportiert und zum wochenende haben wir rund um das bädle betonplatten. nur die sache mit der dusche harrt noch einer lösung, wir dürfen also weiter gespannt sein. vielleicht bekommen wir auch noch befestigungsstifte für die poolplane, aber es wurde schon so viel versprochen. und dann wäre da noch der übergang zur wiese...  (oder dem, was davon nach ende der bauarbeiten so übrig ist). 

"nur" noch die dusche ...  (es klafft hier ein ca. 40 cm tiefes loch ohne sichtbaren abfluss)

unsere thematische gartendeko 2026 

immerhin können wir jetzt, nachdem kai die verrosteten schrauben aus dem rand gezogen hat, die plane wieder aufs becken legen, damit dürfte die veralgung ein bisschen weniger werden. 

eins hätte ich noch: für mich ist es ein symbolbild für überforderung. (auf der anderen seite vom bädle hat sich ... leider auch ein blöder spalt ergeben. so einer in dem man sich supergut die zehen brechen kann. falls man es hier noch nicht geschafft hat.) 

sie sehen also, das thema sind wir so schnell noch nicht los. 

sonst so: montag den sommerbrief für die filzszene verschickt und das hand-out für den kommenden kurs finalisiert, danach haushaltsdinge, muss auch mal wieder sein. dienstag erledigungstag mit fünf anlaufpunkten am vormittag, nachmittags dann etwas ruhiger. mittwoch hatten kai und ich uns schon vor langer zeit einen freien tag eingeplant - um endlich kais geburtstagsausflug nachzuholen. 


unser ziel war die rigi - unterwegs waren wir per velo (zum bahnhof), dann mit umsteigen in olten it dem zug nach luzern, von dort ging es mit dem schiff weiter nach vitznau. umsteigezeiten jeweils so um die sechs minuten, was für ein tolles land, in dem so etwas funktioniert! zum fotografieren kam ich dann erst hier, aber auch nur im gehen... 


 und dann waren wir da. im kräuterhotel edelweiss an der zahnradbahnhaltestelle rigi-staffelhöhe. auf der terrasse links mit den roten schirmen sassen wir dann die nächsten zwei stunden und genossen zuerst ein plättli zum teilen (wochenration fleisch für uns, wegen mir hätte es viel mehr eingelegtes gemüse geben dürfen). 

zum hauptgang, nachdem kai ausführlich gejammert hatte, dass er eigentlich gar nichts mehr essen könne, gab es für mich ein onsen-ei mit saisongemüse und rapsmayonaise. 
 

und für kai ein omelett mit grünzeug obendrauf. 


 das war superlecker und ein bisschen schade, dass wir  kein dessert mehr geschafft haben. 

beim essen sahen wir menschen beim arbeiten im kräutergarten zu - da schmeckt der aperitiv aus bitterkräutern gleich noch ein bisschen besser... 

vollgefressenheitsbedingt schafften wir es nur bis rigi-staffel zu fuss, dann stand da so ein verlockendes bähnchen, das uns nach kulm brachte... 


 aber auf den gipfel liefen wir dann doch noch rauf. 

 

den alphornbläsern waren wir schon auf dem schiff und in der zahnradbahn begegnet. sie hatten ein schwyzerörgeli dabei, auf dem dann beide male "vo luzärn uf weggis zue" erklang. fast schon unheimlich bilderbuchmässig. aber stellen sie sich die freude vor, wenn sie aus amerika, japan, korea oder china anreisen und dann stehen da einfach vier menschen in tracht und spielen alphorn, ohne eintritt, ohne anstehen und ohne gedränge drumherum. (und die waren nicht bezahlt oder engagiert, die mussten sogar ihre getränke im sb-restaurant selbst bezahlen.) 

ja, die rigi ist ein touristenziel. und wir haben dort den kleinsten, schlechtesten und teuersten capuccino getrunken an den ich mich erinnern kann. aber schön ist es schon auch. beim nächsten mal vielleicht wieder mehr zu fuss, aber für diesen tag hat es so gepasst. 


 nochmal ein historisches bähnle runterwärts. 


 mit uns warten viele in vitznau auf das dampfschiff. 

bürgenstock und pilatus. auf dem bild sieht mans nicht: es war heiss. 

ich stromerte noch ein bisschen auf dem schiff herum. 1906 in dienst gestellt, die maschine stammt von der firma sulzer in winterthur. das bähnle, das uns vom berg heruntergebracht hatte, von brown boveri & cie in baden. ein stück industriegeschichte der schweiz - seit ich im museum langmatt arbeite, aber für mich auch ein bisschen mehr: die familie, die dort lebte und die privatsammlung impressionistischer gemälde zusammentrug, war die des bruders eines der gründer der bbc und selbst leitender ingenieur dort, sidney brown, seine frau jenny eine geborene sulzer. 1906 war gerade der anbau mit galerie und bibliothek der villa fertig geworden. 

man darf vermutlich zu recht davon ausgehen, dass die beiden mit ihren kindern auch einmal einen ausflug auf diesem dampfer unternommen haben. vielleicht sogar hier im speisesaal der ersten klasse gegessen? 

ansonsten ist mir irgendwann diese woche aufgefallen, dass das jetzt die ruhe vor dem sturm ist - in der kommenden woche werde ich mehr oder weniger von montag bis sonntag durcharbeiten. 

also versuchte ich den fast freien nachmittag nach bürovormittag am donnerstag im kulturzentrum zu geniessen (nur schnell noch die werkstatt für den montag vorbereiten und rosmarin aus dem garten zum freiluftkino bringen). der freitag war dann schon wieder vollgestopft mit haushalt, physio und museumsaufsicht. 


 pausenbild - heute vom verandacafé. 

jetzt ist wochenende - am markt und einkaufen waren wir schon, selbstverständlich auch vorher noch frühstücken, bereits ist es wieder zu heiss, um am nachmittag draussen im garten zu sein. gleich werden wir noch schwimmen, ein bisschen aperölen und dann geht es später auf das parkhausdach zum freiluftkino, wo wir hoffen, ein paar der kinder zu sehen... 

morgen ist zwölf von zwölf und ich plane sehr, dabei zu sein - weswegen der wochenrückblick ausnahmsweise am samstag endet.  

Montag, 6. Juli 2026

wmdedgt im juli 2026

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

heute also sonntag, gestern habe ich im museum gearbeitet, mein wochenende ist also eher kurz. 

es ist warm, aber nicht heiss, wir freuen uns auf einen ungestörten tag im garten - zuerst schmieden wir noch pläne für ein abendessen ausser haus, stellen aber dann fest, dass wir lieber den abend im garten und am haus geniessen wollen - aber der reihe nach. 

wir schlafen aus, hören im bett noch ein bisschen byte fm und ich beginne meinen blogpost über die vergangene woche. 

frühstück gibt es auf der terrasse am haus, um halb zehn ist es dort zu anfang noch schattig, später kommt die sonne. wir nehmen es sehr gemütlich, überlegen zusammen, wie wir den tag verbringen wollen. ein paar kleinigkeiten im garten stehen an, ausserdem ist kai gut damit beschäftigt, das bädle trotz der bauarbeiten sauber zu halten, vor allem die tatsache, dass das bassin nicht abgedeckt werden kann, macht zusätzliche arbeit, es bilden sich deutlich mehr algen. 

ein paar handgriffe sind noch im haushalt zu erledigen, das meiste hat kai am samstag erledigt und danach machen wir uns auf den weg zum fluss, wir wollen endlich auch mal in der limmat baden. dafür ziehen wir uns in meiner werkstatt um, wir waren nicht ganz sicher, ob es dort noch badekleider hat, für kai war es gut, dass er eine badehose von zuhause mitgenommen hat. 

auf dem weg zur einstiegsstelle treffen wir eine mitbewohnerin aus der wg des ältesten sohn, sie sind alle gut wieder von einer konzertreise zurückgekommen und wir gehen kurz mit in die wg. allerdings stellt sich heraus, dass der sohn ein bisschen angeschlagen ist, er wird also nicht mit zum schwimmen kommen.

wir klettern hinunter ans ufer, das wasser ist angenehm, es kostet fast keine überwindung rein zu gehen. zuerst beobachten wir die kleinen fische am ufer, dann lassen wir uns eine knappe halbe stunde den fluss hinunter treiben, beziehungsweise schwimmen auch zwischendurch, es ist wirklich kaum strömung. es ist noch wenig los, unterwegs hören wir es zwölf uhr schlagen, später wird es sicher voller werden. von der ausstiegsstelle laufen wir zurück zu meiner werkstatt, ziehen uns um und sind gegen eins wieder zuhause. 

dort gibt es eine portion eis, es hat niemand einen sonntagskuchen gebacken oder gekauft, aber eis ist auch gut. ich widme mich der fertigstellung des wochenrückblicks, kai macht auch irgendetwas, später treffen wir uns in der küche, es gibt noch eine friteuse sauberzumachen und kai hat vom markt sauerkirschen mitgebracht, die ich zu marmelade verarbeite. 

einen capuccino später sprechen wir über die pläne für den sommer - noch acht wochen bis zu unseren nächsten ferien, und die sind teilweise ordentlich vollgepackt. und dann habe ich mich auch noch auf die sommerpost eingelassen. 

nachdem ich zuerst ein bisschen herumgejammert habe, mache ich mich einfach mal an die arbeit. ich pröble mit kartenausschnitten herum, eigentlich müsste ich a3 ausdrucken gehen, dann sind mir die karten von swisstopo doch deutlich zu detailliert, vor allem ist da so viel los in bereichen, die ich garnicht brauche. dann habe ich eine andere idee - die karten aus dem internet werden nur meine basis sein, den rest mache ich lieber von hand. 

zwischendurch stossen kai und ich aufs wochenende mit sekt an - der allerdings ein bisschen warm ist. wir machen uns sorgen um unseren kühlschrank im keller, den haben wir ungefähr fast so lange wie das mittlere kind, vielleicht geht der kaputt? brauchen wir dann einen ersatz? kai meint schon, ich bin mir da nicht so sicher. 

während kai kocht (das war sein vorschlag, damit ich endlich mal mit dem gejammere aufhöre, andererseits aber auch wirklich mit der arbeit anfange) versuche ich, meine neue idee umzusetzen. das sieht gut aus, ist aber anstrengend. da ist die vorspeise aus tomaten mit mozzarella und basilikum eine willkommene gelegenheit zur pause. und der risotto, der lange kochen muss, weil naturreis, den ein guter anlass, doch noch mal weiterzumachen. als der risotto fertig ist, bin ich es auch. 

ich habe also eine grundlage für die weitere arbeit. so ganz genau weiss ich noch nicht, wie es weitergehen wird, habe aber ideen. jetzt brauche ich erstmal kopien, damit ich weiterprobieren kann. die mache ich am dienstag im kulturzentrum. für den montag habe  ich schon genügend andere pläne. 

wir sitzen dann deutlich länger als gedacht beim abendessen - es ist schön, wenn nebenan nicht gearbeitet wird und es war eine gute idee, nicht auswärts zu essen. irgendwie landen wir in einer diskussion über die wirkung positiver gedanken zum tagesabschluss, kai erzählt von einem psychologen, der darüber gesprochen hat, mir fällt dazu die ganze achtsamkeits- und dankbarkeitsjorunaling-kiste ein und muss ein bisschen in der richtung argumentieren, dass das das für die einzelne person vielleicht hilfreich ist, als ideologie und für die gesellschaft aber dazu führt, dass strukturelle probleme auf den einzelnen verschoben werden und gesamtgesellschaftlich aus dem blick geraten... weil irgendetwas gutes werden wir schon noch jedem tag abgewinnen können, oder nicht? kai sieht in einer positiven grundhaltung eher die voraussetzung, sich gegen widrige äussere umstände zur wehr setzen zu können (man sagt wohl: resilient sein zu können). 

ein bisschen wirkt hier auch noch der film nach, den wir gestern auf empfehlung meiner tschechischlehrerin gesehen habe. ein tschechischer film über das massaker von lidice, wo 1942 nach dem attentat auf heydrich ein exempel an der bevölkerung statuiert und das dorf dem erdboden gleichgemacht wurde, nachdem alle männer erschossen, die kinder vergast und die frauen ins konzentrationslager deportiert worden waren. (zu sehen bei filmfriends, meist mit einem leseausweis von der örtlichen bibliothek zugänglich.) 

später schauen wir noch eine folge der aktuellen serie "troppo" - abwechselnd finden kai und ich die serie nicht so spannend, aber eine(r) will immer weiterschauen, dann halt. 

nicht zu spät ins bett, vorher aber noch kurz nachrichten geschaut. 

 

 

Sonntag, 5. Juli 2026

kw 27 - endlich kühler

 die woche startete mit einem intensiven arbeitsvormittag für den verein filzszene - ich holte dinge nach, die ich gerne schon vor wochen erledigt gehabt hätte, für die mir aber informationen gefehlt hatten und stürzte mich anschliessend gleich in die vorbereitungen und das schreiben des sommerbriefs - zweimal jährlich bekommen unsere mitglieder post von mir, der vereinspräsidentin. mittlerweile geschieht das per mail, bis 2021 tatsächlich noch per post. da mittlerweile fast alle infos eingetroffen waren, ging das im grunde genommen schnell von der hand, am späten vormittag konnte ich meinen entwurf schon in die runde der vorständinnen geben - das feedback trudelte über die woche ein und was wäre ich ohne diese frauen, sie fanden noch einige schreibfehler und gaben wertvolle hinweise, was man besser schreiben kann. anfang der kommenden woche werden dann die mitglieder den sommerbrief im mailfach haben. 

und weil ich zuhause am schreibtisch gearbeitet hatte, bekam ich auch den ersten regenschauer der angesagten abkühlung mit - noch wenig regen, die regentonne wurde nur zu einem drittel gefüllt. das sah dann am abend schon ganz anders aus, als uns ein heftigeres gewitter erwischte. innerhalb von einer halben stunde hatten wir alle wasservorräte aufgefüllt, waren dabei klatschnass geworden, hatten aber viel spass dabei, im regen herumzurennen. 


am dienstag war ich mehr oder weniger den ganzen tag unterwegs von termin zu termin. den ersten absolvierte ich noch zuhause - die erste tschechischlektion mit einer neuen lehrerin ging ein bisschen in verbindungsproblemen und veständnisproblemen baden. die lehrerin hatte mehrfach stromausfall, ich kam nicht so gut zurecht damit gesiezt zu werden, weil ich bei jeder frage und anweisung zuerst nachdenken musste (meine bisherige lehrerin hat mich geduzt), was gemeint war. kann also nur noch besser werden - mal sehen ob ich die versprochene hausaufgabe noch bekomme... 

danach gings zur physiotherapie, zum duschen nach hause, wieder in die stadt zum mri von wirbelsäule und hüfte, wieder nach hause zur bügelrunde und telefon mit meiner mutter, dann ins schwimmbad, von dort weiter ins kulturzentrum und auf dem rückweg noch in der dorfbibliothek vorbei, um lesefutter für die sommerferien zu holen. die hätte auch noch in der ersten ferienwoche auf gehabt, das hatte ich übersehen. gut, dass die tochter einfach wieder zum abendessen bei uns war, wie schon am sonntag und montag und mir da mein piercing wiedereinsetzen konnte. 

am dienstagabend dann das nächste gewitter, zum wassersammeln gab es keinen anlass, aber es regnete einigermassen dauerhaft. 

am dienstag hatte der bauunternehmer das terrain um das bädle geebnet - nach dem gewitter sah das dann aus wie ein ersosionsmodell. es scheint, es gibt hohlräume, in die das wasser mitsamt sand abfliessen konnte. 

auch zum vorschein gekommen ist diese plakette mit dem firmennamen des betriebs, der das schwimmbad ursprünglich gebaut hat. schade gibt es keine jahreszahl, die firma ist auch nicht mehr auffindbar, es sei denn, sie ist nach wetzikon umgezogen. 

mittwoch war ich dann den ganzen tag nicht zuhause - morgens im kulturzentrum, nachmittags im museum am arbeiten. 

am abend sah es dann am bädle so aus. wir waren etwas überrascht, was das nun werden soll und liessen uns vom bauunternehmer infomieren, dass er vor dem verlegen der platten einen rand betonieren muss. davon war bisher keine rede gewesen - eine rasche fertigstellung der arbeiten sieht auch ein bisschen anders aus. aber wenns denn sein muss. zum baden kamen wir am mittwochabend auch nicht mehr, dafür dauerten die arbeiten zu lange. 

donnerstag arbeitete ich wieder am schreibtisch zuhause - das hand-out für ein neues kursmodul muss bis ende der kommenden woche fertig sein. ich kam gut voran, ärgerte mich zuerst nur ein bisschen über die arbeiten im garten (zumindest am morgen wäre es schön gewesen, ein bisschen draussen sein zu können, es hat mittlerweile zu angenehmen sommertemperaturen abgekühlt). zum nachmittag steigerte sich mein unmut immer mehr - denn nicht nur kommt der bauunternehmer (ich schreib das immer so, stellen sie sich anführungszeichen vor, das ist eine ein-mann-klitsche und kein bauunternehmen, der einzige mitarbeiter, der da beschäftigt ist, kommt immer freitags nach feierabend, dann geht aber endlich was auf der baustelle) nicht vor zehn hier an (angeblich muss er morgens erst mal material besorgen), er macht auch sehr, sehr gerne auf unserer gartenbank zigarettenpause, telefoniert so alle zwanzig minuten für eine viertelstunde und schaut videos (vermutlich davon, wie man so eine poolumrandung betoniert). 

und voila, das ergebnis eines langen arbeitstags, feierabend gegen zwanzig uhr, danke dafür, sind wir also auch am donnerstag nicht geschwommen. 


 zwei randsteine sind gesetzt, den rechten winkel hab ich sicherheitshalber nicht nachgemessen. 

freitag war ich schlauer und habe mir gleich am morgen zeit fürs schwimmen genommen - mit ein bisschen planung für ein und ausstieg geht das schon, ist nur ein bisschen mühsam, weil man nach dem schwimmen durch den ganzen garten laufen muss, um die baustelle rum zur dusche. 

ich hätte mich aber nicht beeilen müssen - denn diesmal tauchte der bautrupp, also zwei personen, erst am spätnachmittag auf und arbeitete wieder bis acht. ich verweigerte wasserentnahme auf unserer terrasse und verwies auf den wasserhahn am bädle, irgendwann ist auch genug, wenigstens beim abendessen will ich nicht, dass nebenan dauernd der maurerkübel mit wasser gefüllt wird. übrigens alles echte handarbeit, beton wird mit der schaufel im eimer gemischt. immerhin wurde der rand am freitag noch fertig. 

so, jetzt aber genug von der baustelle - aber ich habe halt sonst auch echt wenig erlebt diese woche. das handout ist zu neunzig prozent fertig, in der langmatt war ich mittwochnachmittag und samstag den ganzen tag. 


 während diese woche das buch über den kürzlich erfolgten umbau erschienen ist, habe ich mich ein bisschen mit der ursprünglichen gestalt der villa langmatt beschäftigt. um die jahrhundertwende zum zwanzigsten jahrhundert gebaut, sah das haus innen ursprünglich ganz anders aus, bevor es in den zwanziger jahren französisiert wurde, viel dunkler, herber, sachlicher, geradliniger. und auch mit einer etwas anderen raumaufteilung im erdgeschoss. die deckenrosette und der leuchter im obergeschoss dürften noch reste der ursprünglichen gestaltung im sezessionsstill sein. 

im kuluturzentrum wurde diese woche die küche aufgeräumt - vom caféteam. die interimsbetriebsleitung macht hier echt vorwärts. ansonsten tut sich auch einiges, aber jetzt sind ja erst mal sommerferien. 

ich schrieb schon drüber, ich habe mich sehr spontan zur sommerpost vom post-kunst-werk angemeldet. nun sind die listen versendet worden, ich habe tatsächlich einen recht späten zeitslot für das verschicken der post bekommen, und habe schon mal ein bisschen mit herumspielen begonnen. mein kalender ist für den ganzen sommer so unglaublich voll, ich habe keine ahnung, wann ich das machen soll. 

kann sich noch jemand an die falk-pläne erinnern? an eine faltung in dieser art habe ich gedacht. da ist aber ein format a3 schon eher klein dafür. 

ich habe mich an eine ausstellung erinnert, die wir vor einigen jahren in zofingen gesehen haben, mind-mapping-art, eine der ausgestellten künstlerinnen war esther ernst, die viel mit kartenskizzen macht, eine art visuelles tagebuch auf landkarten gestaltet. ich bin nicht nur viel auf ihrer homepage unterwegs gewesen, sondern habe mir auch ein buch bestellt, es macht spass darin zu blättern und mich inspirieren zu lassen.  

von swiss-topo kann man sich kartenausschnitte herunterladen und ausdrucken, auch in a3, vermutlich werde ich eine schwarzweissvariante als basis für meine karte nehmen. 

der ausschnitt ist eigentlich recht klar für mich: die karte meines sommers ist meine direkte nachbarschaft mit schwimmen im fluss und im schwimmbad, zuhause im garten sein, freiluftkino und feiern in der royalen sommerbar und zwischendurch auch arbeiten in museum, kulturhaus und in der werkstatt.  

ich bemerke gerade, wie dieser wochenpost ein wenig ausfasert, es war sonst nicht viel in dieser woche, vor allem die freude darüber, dass es nicht mehr absurd heiss, sondern nur noch sehr sommerlich warm ist, hat überwogen, darum noch ein bild vom nur halb geschlossenen fensterladen, so geht das jetzt nämlich auch wieder. 


 

Montag, 29. Juni 2026

kw 26 - heisser

 eine weitere komplette woche mit temperaturen weit über 30 grad. fast jeden tag waren etwa 36 grad angesagt, fast jeden tag war es dann gegen spätnachmittag noch ein, zwei, drei grad wärmer. 

das haus liess sich zu beginn der woche noch einigermassen kühl halten, aber nachdem es auch in den nächten kaum mehr unter 20 grad abkühlt und draussen alles dermassen trocken ist, dass so etwas wie tau komplett ausfällt, wird es mit jedem tag wärmer und wärmer, obwohl wir strikt darauf achten, die fenster und balkontüren geschlossen zu halten, so viel wie möglich läden und storen zu schliessen und so bald ein bisschen ein kühleres lüftchen weht, alles aufzureissen. 

für die kommende woche sind temperaturen knapp unter dreissig grad angesagt, ich freue mich schon drauf. und auch das spiegelt den wahnsinn dieser hitzeperiode im juni: dass ich mich auf knapp dreissig grad freuen kann liegt vor allem daran, dass das zehn grad weniger sind als momentan. 

und wenn ich es nicht ohnehin schon täte, würde ich zu kochen beginnen, wenn mir noch eine einzige person mit sprüchen wie "früher war es auch mal heiss"  oder " das nannte man früher halt sommer" kommt. nein, diese hitzewelle ist kein wetter mehr, nicht so früh im jahr, nicht so lange und ganz sicher nicht in hinsicht darauf, dass die heisseste zeit des jahres ja erst noch bevorsteht. aber irgendwas gegen die eigentliche ursache, die klimakrise, tun, mal abgesehen davon, jetzt schnell überall klimanlagen zu installieren? i wo, bewahre, da könnte ja die wirtschaft beleidigt von dannen ziehen oder sich irgendwer eingeschränkt fühlen... 

im kulturzentrum sitzen wir mal mit offenen, mal mit geschlossenen fenstern, die baustellen rundherum lassen uns die wahl zwischen schwitzen und husten (wegen staub), zwischen bewegungsunfähgkeit vor hitze und ausschliesslich brüllender kommunikation (wegen lärm). 



im museum gibt es keine klimaanlage, sondern nur eine lüftung. und da man garnienicht nach draussen lüften kann wegen der kunst, wird es auch dort mit jedem tag heisser. an mindestens zwei stellen läuft mir der schweiss vom puren herumstehen den rücken hinunter: im obergeschoss und in der galerie, die am weitesten von der türe entfernt liegt. leider gibt es auch über mittag oder für die pause am nachmittag kaum mehr so richtig kühle plätze. aber immerhin gratis-glace für die aufsichten. und sehr wenig besuchende.  

pausenblick vom samstag - das problem ist das laub der kirschbäume, das rollt sich bei der hitze gerade auf und macht keinen rechten schatten mehr. 

in der werkstatt war ich diese woche nur kurz um etwas zu holen. vielleicht sind ja bald wenigstens dort das gerüst weg und die sonnenstoren wieder montiert. vielleicht werden wir die werkstatt bald mal nutzen um uns dort vor dem limmatschwumm umzuziehen.  

die arbeiten am bädle haben tatsächlich begonnen - montag wurde besichtigt, am dienstag ging es los mit dem abbau der reste von der holzbeplankung. am ergebnis kann man sehen, wie bescheuert die idee mit dem holz einfach drüber war. 


 was sie nicht sehen: der rand vom bädle steckt voller rostiger schrauben, mit denen die holzplanken befestigt waren. gehalten hat die sache mit dem holz etwa zehn jahre. die platten, die jetzt zum vorschein kamen, dürften etwa sechzig jahre alt sein. kaputt sind die jetzt auch - weil auch da jede menge schrauben drin stecken. 

am mittwoch wurden die platten entfernt. 


am freitagnachmittag stapelten zwei mann die platten in den oberen garten und brachten die reste vom holzzeugs weg, wofür ich extrem dankbar war, denn eigentlich sollte das der vermieter entsorgen kommen - nach abschluss der bauarbeiten...  neue platten wurden geliefert. wegen der engen zugänge mit vielen treppen lief das alles von hand und mit schubkarre. ein bisschen schäme ich mich, dass ich über schwitzen im stehen schrieb, eine platte wiegt 25 kg. 

im bild übrigens auch noch die installationen zur aufrechterhaltung des badebetriebs: auf dem schalbrett rechts unten duschen wir, auf der gegenüberliegenden seite, wo die leiter liegt, steigen wir aus, den rückweg nehmen wir über die mittlerweile komplett verbrannte wiese. nicht gemäht (wie bei uns) oder gemäht (wie beim nachbarn) - es ist einfach alles verdorrt und sieht ein bisschen aus wie freibadwiese am ende der sommerferien. 

was war sonst noch? 

am montag war ich nach sehr langer zeit mal wieder an einer vorstandssitzung im kulturzentrum. ich stellte fest, dass ich da mittlerweile gelassener bin als auch schon, meine immer noch sehr neue kollegin war ein bisschen mitgenommen, aber auch deutlich stärker von desorganisation und hüst und hott betroffen. 

am dienstag durfte ich mich im museum in die aktuelle ausstellung junger kunst, die unter dem titel "raumfahrt" läuft, einführen lassen. das diesjährige thema ist intimität. aufsicht gibt es in den räumen im keller nicht, also werden wir wohl kaum mit den reaktionen der besucherinnen auf die positionen konfrontiert werden. ich selbst möchte es mir aber auch noch mal in ruhe ansehen - es gibt ein zelt im raum, eine videoinstallation und eine art wandfries. 

am donnerstag war ich bei der coiffeuse, ein bisschen erleichterung bei der hitze. und eine schöne fahrt mit dem velo nach brugg bei noch einigermassen erträglichen temperaturen entlang der flüsse am morgen. 

am freitag gab es ein hoffest im industrieareal, in dem meine werkstatt liegt. initiiert von der wg ateliergemeinschaft des ältesten sohns. haben wir den auch mal wieder gesehen. und noch ganz viele andere menschen, die wir über ihn oder einfach von dem ort kennen. schön wars, wir sind dann aber doch nicht so lange geblieben, wir wollten noch schwimmen. 


 weil sie von den  bauarbeiten beeinträchtigt sind, habe ich mir ein paar der taglilien in die wohnung geholt. bisher erschienen sie mir nicht als die idealen schnittblumen, aber sie halten sich erstaunlich gut, jede blüte blüht zwar wirklich nur einen tag, aber die anderen knospen entwickeln sich und blühen nun nach und nach seit einer woche auf. ich verlinke ihnen den wikipedia-artikel, das sind interessante pflanzen, deren verschiedene teile sehr vielfältig von der medizin bis zum dachdecken benutzt werden, ich freute mich über den begriff "schraubelig cymoid", ich habe zwar keine ahnung, was das bedeutet, aber tönt das nicht toll? 

lag es an den fehlenden besuchern wegen hitze oder an der einführung am dienstag - jedenfalls hatte ich unfreiwillig gelegenheit, mich mit zwei anderen aufsichten über die ausgestellte kunst (auch die der vergangenen jahre) zu unterhalten. und obwohl ich meine persönliche wahrnehmung von renoir (überwiegend süsslicher kitsch, aber technisch gut gemacht) nicht teilte, erfuhr ich, wie scheisse unnötig all das moderne zeugs ist. weiss ich das jetzt auch. 

 

Montag, 22. Juni 2026

kw 25 - heiss (36 grad ... den ohrwurm konnte ich ihnen jetzt nicht ersparen)

 die neue woche startete noch in der alten heimat. da wir den grössten teil der liste meiner mutter noch am sonntag erledigt hatten, blieb uns ein bisschen gemütliche zeit. wir entschieden uns für einen gang ins städtle, kai und ich hatten gelegenheit einen weihnachtsgutschein einzulösen und so haben wir jetzt eine superweiche kunterbunte fussmatte im bad und dazupassende duschtücher. auch meine mutter hatte noch ein paar besorgungen zu erledigen, unterwegs kauften wir bienenstich in der bäckerei aus kais kindheit und nach noch ein paar handgriffen an der spülmaschine und kaffee und bienenstich machten wir uns wieder auf den heimweg. 

am abend kümmerte kai sich noch mal ausführlich um das bädle, für die ganze woche waren steigende temperaturen und ab mitte der woche hitze angesagt, also wussten wir schon, dass wir bald die abkühlung brauchen können würden. 

der dienstag war aber noch nur sommerlich - morgens hatte ich meine vorletzte stunde bei meiner ersten tschechischlehrerin, ich vermisse sie schon jetzt ein bisschen. dann radelte ich zur physiotherapie, wo ich immer noch alleine am üben bin, nutzte dort zum ersten mal auch die dusche und war mit gipfelieinkaufen gerade rechtzeitig in der werkstatt, um noch ein paar sachen herauszusuchen, denn ich war zum käferfilzen verabredet.  

diese beiden gesellen sind dabei entstanden - mit viel spass und sehr viel erzählen und austauschen aktuellster ereignisse. 

danach machte ich nur einen kurzen zwischenstopp zuhause und radelte dann weiter ins schwimmbad. 

dort war deutlich mehr los als in der vergangenen woche, aber ich habe mal daran gedacht, die alten bemalungen der wände festzuhalten - ich befürchte ein bisschen, dass sie im zuge der renovierungsmassnahmen dann auch noch verschwinden werden, überall anders ist die badi nämlich schon total schick. 

am mittwoch war wieder langer tag.  

am vormittag gab es erdbeerkuchen und (wie alle hier zu so sprudelnden alkoholischen getränken sagen) schampagner. gipfeli gabs auch noch, weil es war ja eigentlich sitzung angesagt. meine neue kollegin hat es gut geschafft, den haufen abzuholen und nach dem gemütlichen teil eine einigermassen straff geführte besprechung hinbekommen. am ende gingen die oft ein wenig zu animositäten neigenden parteien als team auseinander. 

wie jetzt immer mittwochs wechselte ich über den mittag den arbeitsort und war am nachmittag im museum - wo angesichts der hitze ein wenig hysterie herrschte, ich war dann froh, die aussenrunde übernehmen zu können, wo es zwar heiss, aber immer noch ein wenig luftig war und ich mit giesskanne und nassem lappen unterwegs war. immerhin bekam ich so ein bisschen frische luft. ich mag auch den gedanken, dass der park der villa langmatt sicher zu den gepflegtesten parks gehört, wo jeden tag die bänke abgewischt und auch zwischendurch alle mülleimer geleert werden. der nachmittag war ruhig, aber noch einigermassen gut besucht. 


das sah dann am donnerstagnachmittag schon ganz anders aus - da war es, wenn möglich, noch ein bisschen heisser, so gegen die 36 grad und da kamen dann wirklich fast keine besucher mehr, kaum noch ins museum und auch deutlich weniger und später in den park. drinnen im museum ist es im grunde genommen gut auszuhalten, es gibt eine lüftung, aber keine klimanlage, die dann gleich kühlschranktemperaturen herstellt. 


das radeln ist grenzwertig, teilweise fährt man wie in eine wand aus hitze hinein, mit zu den schlimmsten momenten gehört der, wenn man den extrem klimatisierten lebensmittelladen verlässt. aber einkaufen musste ich, unter anderem um am donnerstag dieses sommerliche menu aus brokkoliküchle, salat und gerettetem lachs zu kochen: 

ansonsten heisst es vor allem, das haus kühl zu halten - das geht ziemlich gut, wenn man nur nachts und am frühen morgen lüftet und tagsüber möglichst alles geschlossen hält. 

donnerstagvormittag hatte ich bürovormittag zuhause und erledigte einige private dinge, schaltete unter anderem die bezahlfunktion per twint auf dem neuen mobiltelefon endlich frei, lud kursteilnehmerinnen für ein filzbaukastenmodul ein und kam auch noch dazu, eine gute stunde für das kulturzentrum zu arbeiten, am mittwochmorgen hatte ich kein einziges mail fertig bekommen. 

freitag entschied ich mich noch vor der hausputzrunde, das training in der physiotherapie wegen hitze ausfallen zu lassen. dafür wurstelte ich dann lange zuhause herum. wir haben ja ein weiteres freies zimmer, da die tochter im mai ausgezogen ist. nun hat kai sein arbeitszimmer im alten tochterzimmer eingerichtet (vorher noch die wände gemalert) und ich werde einen teil des gästezimmers für mich einrichten können. am freitag habe ich es dann immerhin mal geschafft, die im schrank verbleibenden dinge zu ordnen (gästebetten, bettwäsche, wolldecken) und den boden zu putzen, so dass ich anschliessend eine noch vorhandene tischplatte aufbauen konnte. da ich nicht ganz dringend einen weiteren arbeitsplatz brauche, werde ich mir mit dem einrichten zeit lassen - auch kai ist im zimmer nebenan noch nicht so ganz installiert, aber so können wir die tage, in denen uns die hitze spätestens gegen mittag in die schattierte wohnung zwingt, wenigstens gut nutzen. 


und endlich können wir auch in unserem bädle schwimmen! am mittwochabend haben wir gemeinsam angebadet, bei erfrischenden 16 bis 17 grad wassertemperatur, am donnerstag wars schon ein bisschen wärmer und am freitag schon um die 19 grad warm. am freitagabend sprangen wir kurz vor einem gewitter noch schnell ins wasser, überlegten, ob das gewitter überhaupt kommen würde und wurden dann fast noch von heftigsten böen und horizontalem regen überrascht. die pappel der nachbarn hat in der ganzen nachbarschaft ihre zweige verteilt, das gitter mit dem wein hat glücklicherweise standgehalten und die tomaten habe ich gleich am abend im letzten tageslicht wieder halbwegs in ordnung gebracht. 

am samstagmorgen war es dann aber schon wieder ein bisschen mit der freude am bädle vorbei - wir bekommen sehr, sehr plötzlich nun doch noch eine neue umrandung um das schwimmbecken. vermutlich macht es unserem vermieter recht viel freude, das in der besten badesaison erledigen zu lassen, die ja ohnehin eher nur ein viertel des jahres ausmacht. jedenfalls stand er am samstagmorgen um sieben vor der türe und hat damit begonnen, die verzogenen und vermoderten holzplanken abzubauen. 

wir kamen so noch eine halbe stunde früher los zum markt - frühstückten in waldshut aber erstmal gemütlich, statteten der buchhandlung und dem bioladen einen besuch ab, deckten uns mit gemüse und viel obst ein, kai fand ein schönes leinenhemd und wir erledigten weitere lebensmitteleinkäufe. auf dem rückweg besorgten wir poolchemie und ein stück stoff für eine leichte hose fürs museum und waren gegen eins wieder zuhause. am bädle war nicht soo viel passiert, der vermieter kehrte dann auch gleich wieder von einer vermutlichen entsorgungsrunde zurück und arbeitete in der bruthitze weiter, mindestens bis wir nach sechs zu einer geburtstagsfeier aufbrachen. 


diesen anblick bot unser bädle dann am sonntagmorgen. fertig ist anders, den rest soll jetzt die firma machen, die auch die neue poolumrandung erstellt, wobei wir noch keinen termin haben, wann die kommen. mit zwei schalbrettern, die wir eh noch haben, können wir notdürftig die dusche benutzen und ins becken ein- und aussteigen. 


da war es dann auch nicht mehr so schlimm, dass ich den ganzen sonntag im museum verbrachte (oben wieder eine pausenaussicht). wir starteten eine stunde früher als sonst an wochenenden, da es noch ein konzert am vormittag gab, dann war das museum ganz normal geöffnet und auch gut besucht - vielleicht auch, weil am abend das picknick im park stattfand und das haus dann noch mal drei stunden länger offen blieb. ich musste allerdings nur bis zum ende der regulären öffnungszeit bleiben und das hat bei der hitze auch gut gereicht. es ist einfach so, so heiss und die aussicht, dass das noch eine ganze woche weitergehen soll, ist recht bedrückend. 

so sah es dann aus, als ich um kurz nach fünf nach hause gefahren bin. 

irgendwann in dieser woche habe ich entdeckt, dass in einem der sträucher am bädle ein kleines vögelchen brütet, vermutlich eine mönchs- oder gartengrasmücke. hoffentlich übersteht das nest die bauarbeiten am bädle - es ist schon recht nah dran. 

freuen durfte ich mich auch über eine weitere sendung des kunstpostklubs. für einmal nehme ich lieber die drei wünsche... am liebsten mag ich das kleine original mit dem männchen! 

und jetzt muss ich dann doch mal mit dem neuen arbeitsplatz vorwärtsmachen, damit die sachen von doro einen platz bekommen können. 

auch noch: spontan habe ich mich diese woche für die sommerpost vom postkunstwerk angemeldet - das thema "landkarte" klingt so verlockend. ich darf nur keinen frühen termin bekommen, sonst bin ich vollends aufgeschmissen, vor der postkunst hätte ich gerne zwei andere sachen fertig... 
 

Sonntag, 14. Juni 2026

kw 24 - grau über die woche, bunt am wochenende

beim blick in den kalender hätte ich auf eine etwas ruhigere woche getippt - kam dann aber nicht so. die weniger verplanten tage füllten sich mit allerlei kram, wobei ich sehr froh war, dass mein velo so schnell repariert war und ich so wieder von haustür zu haustür unterwegs sein konnte. 

fast alle freien zeiträume nutzte ich für den auftrag, der noch die werkstatt belegt, bis auf zwei sitzfilze, die noch ein wenig schrumpfen müssen, ist das dann aber auch erledigt. am donnerstagmorgen kam ich wunderbarerweise ein paar stunden dazu, mich um das filzbaukasten-modul zu kümmern, das ich im juli unterrichten darf. "filzen mit kindern" - der grobe zeitplan für die vier halbtage steht, ein ebenso grobes konzept für das handout auch - wobei ich mich für letzteres sicher bei bereits bestehenden texten bedienen kann. 

im kulturzentrum war nicht allzuviel zu tun, meine anwesenheit war nur für den gemeinsamen arbeitsvormittag am mittwoch und für einmal faltwand öffnen notwendig. die in der vorwoche kranke kollegin wirkte immer noch ein bisschen angeschlagen, sonst habe ich sie zupackender erlebt, diese woche hätte sie vermutlich mehr bestätigung gebraucht, bis ich das verstanden hatte, war aber der vormittag auch schon fast rum. mir tut sie ein bisschen leid, ich arbeite gerne mit ihr zusammen. 

nur zwei nachmittage im museum haben mich diese woche dafür mehr geschlaucht als in der vorherigen woche die insgesamt 26 stunden. vor allem der donnerstag war seltsam anstrengend, obwohl nicht besonders viele menschen im haus waren - andererseits ist es wohl schon ein andrang an besucher:innen, den man seitens der museumsleitung so auch nicht erwartet hat, ich kenne es ja nicht anders, stelle es mir eher schwieriger vor, wenn an einem nachmittag nur ein bruchteil an personen ins museum kommt. der museumsdirektor ist wieder im haus - es wurden hände der aufsichten geschüttelt, ich fühlte mich gesehen, andere gerieten glaubs mehr unter stress. 

womit ich nicht gut umgehen kann: im oberen geschoss haben wir eine installation von reto boller, einem künstler, der die umbauarbeiten der letzten beiden jahre mit interventionen begleitet hat. seine letzte arbeit ist ein fabrikneues feldbett auf einer orangefarbenen plane, die an allen ecken die aufschrift "safe" trägt. die liege ist zusätzlich mit gurten ausgestattet, mit denen man eine darauf liegende person fixieren könnte und das ganze steht im ehemaligen elternschlafzimmer der villa. einige besucher (mal mehr, mal weniger, gefühlt am donnerstag jede zweite) sind von dieser installation irritiert, häufig hört man aussagen wie "das sagt mir jetzt nichts" oder "was soll denn dieser quatsch". die irritation ist wohl gewollt - da reibt sich deutlich etwas an der grossbürgerlichen atmosphäre, die viele besucher am haus schätzen. auch ich denke an notunterkünfte, seien es flüchtlingslager oder umfunktionierte turnhallen hier im land, in denen menschen, die vor natur- oder menschengemachten gefahren fliehen müssen, untergebracht werden. hoffe, sie finden einen sicheren platz. aber. da sind ja auch noch die gurte - vielleicht sind es ja auch diese lager, in denen die menschen festgehalten werden, die uns vor ihnen schützen? - gepaart mit der atmosphäre vor der am wochenende anstehenden abstimmung über eine weitere svp-initiative voller fremdenhass hätte ich eigentlich gerne, dass da der oder die eine oder andere über sein ja oder nein noch einmal heftig nachdenkt. ist aber nicht mein job hier. 

so, wo waren wir, ach ja, die woche. 

die pumpe fürs bädle ist geflickt. das hat zwar zwei termine gebraucht, aber jetzt sollte es gut sein. der erste hat mich am dienstag viele nerven gekostet, den zweiten hat am freitag kai übernommen. am freitagabend habe ich ein bisschen gedrängelt, dass wir das ding in betrieb nehmen, nächste woche soll es wieder warm werden, dann freuen wir uns darüber, wenn das schwimmbad bald sauber und bebadbar ist. 

mein ersatz fürs zerschossene mobiltelefon ist da. das hat mich dann weitere nerven am donnerstagabend gekostet - mittlerweile kann das ding so viel, dass es kein wunder ist, dass es einige zeit braucht, bis man sich wieder überall angemeldet und eingeloggt hat. am donnerstagabend war eigentlich nicht mehr genügend geduld übrig, um das langwierige prozedere durchzuführen. aber bis freitagabend habe ich es sogar geschafft, die daten für mein sehr handgestricktes vokabelapp zu übertragen, es gibt also keine ausrede mehr, hier nicht weiterzulernen. 


wir gehen aktuell beide sehr auf dem zahnfleisch, sowohl kai als auch ich - wenn dann auch noch dusselige handwerker oder anmeldeprozesse dazukommen, die solcherart designt sind, dass durch komplette verwirrung bewirkt wird, dass man jede art von einwilligung zum datensammeln gibt, dann wirds schnell mal emotional. 

der freitag ist ja neuerdings so eine art freier tag, zumindest solange, wie ich mir eine pause vor publikumsverkehr in der werkstatt verordnet habe. momentan ist das oederlin-areal, in dem meine werkstatt liegt, auch tagsüber nicht mit dem öv zu erreichen - ein grund mehr, endlich mal eine pause zu machen, auch weil ich mittlerweile ja zwei andere jobs habe, die mich eigentlich vom kursegeben entlasten sollten. 
leider klappt frei immer nur so halb: einerseits habe ich vor dem wochenende gerne ein aufgeräumtes haus, andererseits gibt es auch sonst noch immer was zu tun, diese woche dann das zweite krafttraining für die knie und doch noch in der werkstatt vorbeischauen, um alles für den kommenden dienstag vorzubereiten, auf den ich mich schon freue 

denn übers wochenende sind wir unterwegs - zuerst zu freunden in der alten heimat. 

unterwegs trafen wir völlig unvorbereitet (das autoradio verlangt nach völliger entfernung von batteriestrom einen code, den wir bisher nicht auftreiben konnten) auf eine komplett gesperrte autobahn bei böblingen, hier wurde auf der grossbaustelle eine brücke aufgestellt. die umleitungssituation war gelinde gesagt etwas unübersichtlich (man beachte neben dem grossen schild auch die kleinen am strassenrand.) 


mit den freunden waren wir für eine radtour verabredet, die sie uns nebst dazugehörigem restaurantbesuch zum letztjährigen ehejubiläum geschenkt hatten. ich genoss die situation des nur hinterherradelns und die landschaft geniessens. vom haus der freunde ging es übers meerbachtal auf die radtrasse entlang der ehemaligen eisenbahnstrecke in richtung schwäbisch gmünd, der folgten wir bis wäschenbeuren, dann gings erst richtung wäscherschloss und dann auf das kaisersträssle auf der höhe des schurwalds in richtung westen, über ober- und unterkirneck, vorbei an rattenharz...

immer mit sehr viel aussicht auf die drei kaiserberge staufen, rechberg und stuifen, auf die alb vom rosenstein bis zur teck auf der einen seite und auf die höhen des schwäbischen walds auf der anderen seite. 


 wir stiegen auf den reinhold maier aussichtsturm bei breech - oben vor allem viel wind, und noch mehr aussicht. 

wir sassen zuerst sehr ruhig im gastgarten, in dem wir am nachmittag nach unserer kirchlichen trauung gefeiert hatten, später kamen auch andere gäste dazu. nach einem leckeren schwäbischen abendessen machten wir uns dann auf den rückweg, der unbeabsichtigt ein bisschen spannend wurde. 

blick von kurz vor oberwälden in richtung alb, die sonne war schon untergegangen, und wir entdeckten, dass wir von dort die fahrgeschäfte am maientagsgelände sehen konnten. 

und da die freunde ganz in der nähe des rummelplatzes wohnen, machten wir nach ende der radtour auch noch einen spaziergang übers festgelände. 


 viel los war nur im bierzelt, wo auf den tischen getanzt wurde und die luft zum schneiden war. bei den fahrgeschäften und buden ausserhalb war nicht so ein grosser andrang und allenthalben wurde auch schon zusammengeräumt. wir sassen dann noch gemütlich bei den freunden bei bier und wein und sicher besserer luft als im bierzelt. 

am morgen frühstückten wir ausführlich auf der terrasse - dann machten wir uns auf den weg zu meiner mutter, die schon eine ganze liste von erledigungen für uns bereithielt. nichts aufwändiges, nur ein paar handgriffe für uns jeweils - für meine mutter halt manches nicht mehr alleine machbar, aber dafür freut sie sich sehr, wenn wir die sachen erledigen. 

später werden wir noch gemeinsam essen gehen, auch das gehört zu einem besuch in der alten heimat.