rundherum läuft alles ein bisschen langsamer, ist es in der stadt und auf den strassen deutlich ruhiger, weil zweite sommerferienwoche - aber ich hatte eine gut gefüllte und dazu auch noch richtig lange woche.
den anfang machten zwei tage in der werkstatt - zum ersten mal durfte ich das modul "filzen mit kindern" im rahmen des filzbaukasten der filzszene schweiz unterrichten. zwar nur mit zwei teilnehmerinnen, die sich auch noch kannten, aber immerhin ist das das erste modul, das ich überhaupt in diesem jahr übernehmen konnte.
wir machten gemeinsam einen durchgang durch schnur, fläche, kugel und hohlform, ich durfte ein bisschen filzwissen auffrischen und gegen lange gehegte ressentiments anarbeiten - die waren allerdings nach den ersten gelungenen kleinen werkstücken auch ganz schnell vergessen (löcher im filz - was ist das? - die gehören jetzt endgültig der geschichte an!)
einzig die anhaltende hitze machte uns allen zu schaffen. zwar sind die sonnenstoren zurück in der werkstatt, aber das gerüst steht immer noch und verhindert einen echten luftaustausch, dazu steht das wasser im stillgelegten oberwasserkanal direkt unterhalb der werkstatt und ... stinkt.
heiss blieb es wieder den grössten teil der woche, die angekündigten gewitter zogen jeweils nördlich und südlich vorbei oder streiften uns mit ein paar wenigen regenminuten. immerhin genug giesswasser haben wir wieder für ungefähr eine woche. aber alles, was wir nicht giessen, trocknet weiter vor sich hin. zum wochenende hin wurde es spürbar kühler.
die ersten tomaten werden reif im garten, sonst tut sich nicht viel. doch, halt, am montag ist tatsächlich noch die dusche beim bädle betoniert worden. vom vermieter erfuhren wir, dass die bauarbeiten damit beendet sind, es fehlen zwar noch haltepins für die plane, aber das darf jetzt der auftraggeber reklamieren, der auch bereits zur abnahme da war.
am wochenende habe ich es auch noch geschafft, den abblühenden lavendel zu ernten, zusammen mit dem reichlich vorhandenen salbei wird das eine räucherbündel gegen insekten - wir sind in diesem jahr gar nicht so fest geplagt, aber die halbe stunde kurz vor dem vollständigen eindunkeln müssen wir schon etwas gegen stechmücken unternehmen.
mittwoch und donnerstag waren arbeitstage im kulturzentrum, das programm für die monate september bis dezember geht demnächst in druck, da helfe ich nach kräften der kollegin, da bei mir in sachen vermietungen eher ruhiges abarbeiten angesagt ist.
donnerstagvormittag hatte ich frei, und eigentlich auch den ganzen freitag, da allerdings noch termine in sachen gesundheit, unter anderem in einer villa mit diesem leuchter im eingangsbereich.
die freien stunden verbrachte ich teilweise mit der sommerpost - es geht voran und wenn ich mich endlich entscheiden könnte, ein paar der sicherheitshalber auf reserve produzierten exemplare auszusortieren, würde es wahrscheinlich auch schneller gehen - aber vorerst lasse ich die noch im prozess drin, ich weiss buchstäblich noch nicht, was noch kommt und welche fehler mir dabei unterlaufen können, die einzelne exemplare verderben.
bis jetzt habe ich eine grobe kartenskizze nach der topographischen landkarte angefertigt, durch abpausen. dann habe ich diese kopiert. mit hilfe einer schablone habe ich die waldgebiete mit aquarellfarbe in grüntönen eingefärbt und von hand mit höhenlinien versehen. ausserdem hat der fluss seine blaue farbe bekommen.
den freitagabend nutzte ich zum einzigen einsatz auf dem parkhausdach beim freiluftkino.
zweieinhalb stunden kassenschicht - also nichts grosses, aber es hat spass gemacht. und wir haben wieder zwei der kinder gesehen, sind sogar im anschluss an den film noch ein bisschen sitzen geblieben.
gesehen haben wir diesmal sentimental value. im film geht es um zwei schwestern, die sich nach dem tod der mutter ihrem entfremdeten vater wieder annähern - er, ein ehemals berühmter regisseur will ein comeback drehen, die eine schwester hilft ihm bei recherchen zum film, die andere bekommt die hauptrolle angeboten, lehnt sie aber ab. daraufhin soll eine aufstrebende hollywood-schauspielerin die rolle übernehmen, aber dann kommt doch noch alles anders. ein bisschen drama, aber nicht ohne humor (ich sag nur: ikea-hocker...). auf dem parkhausdach brauchte ich in der zweiten hälfte tatsächlich meinen pullover.
im museum arbeitete ich am mittwochnachmittag und beide tage am wochenende. die wärme hält sich beharrlich in den räumen, auch wenn vormittags gelüftet wird, ist das bisschen frischere luft bald verbraucht. immer noch kommen gar nicht wenige besucher, jetzt über die ferienzeit auch viele touristen, aber auch viele, die das haus schon kennen und jetzt schauen wollen, wie es nach der renovation aussieht.
seit neuestem wird nach jeder halben stunde konsequent rotiert, man steht also nie länger als eine halbe stunde im selben raum. ich mag diese regelung, aber für einige aufsichten brachte sie verwirrung, denn bisher war klar, dass eine bestimmte position mit der pause beginnt, das bleibt so, aber man muss nun ein bisschen rechnen, wer zu beginn der pausenzeit dort steht. so aufgeschrieben hört sich das banal an - aber gepaart mit hitze und schwüle birgt das schon potential für aufregung. die blumen leiden fast noch mehr als wir aufsichten - am samstag sahen sie schlimm aus, am sonntag schlimmer.
in den zeiten in denen keine besucher da sind, macht mir zur zeit die langeweile zu schaffen. vor allem im obergeschoss habe ich das gefühl, wirklich jede schraube zu kennen. dafür fallen mir kleine veränderungen dann schnell auf - zum beispiel wurden die beiden unglasierten chinesischen terrakottafiguren auf dem kaminsims in der bibliothek ausgetauscht gegen zwei glasierte dachreiter, ebenfalls chinesisch, aber viel weniger alt. einer der terracotta-reiter stand für kurze zeit in einer vitrine und wurde aber schon wieder gegen einen gelben vogel ausgetauscht. warum? ich würde gerne mal fragen, aber wen?
am ende der woche, respektive zu beginn der neuen woche, fehlt mir das wochenende. kaum ist es ein wenig kühler, hoffe ich auch darauf, bald mal wieder wander zu gehen.