Montag, 6. Juli 2020

5. juni 2020 - #wmdedgt

wmdedgt heisst "was machst du eigentlich den ganzen tag?" und ist eine blogparade der tagebuchbloggenden auf dem blog von frau brüllen. es gibt ein paar regeln, die kann man sich bei ihr durchlesen und es gibt eine ganze menge von einträgen unter diesem post, in denen menschen ihren alltag beschreiben.

heute war nun aber halt kein echter alltag, sondern sonntag, dazu noch ein sonntag in den ferien. komischerweise war der sonntag aber für mich ein arbeitstag, denn sonntags machen wir seit beginn der pandemie eher keine ausflüge oder wanderungen mehr, die verschieben wir, wenn es irgend geht, auf einen wochentag. und da wir in der kommenden woche ferien haben, wandern wir am montag.

da aber der dienstag für mich wieder ein (zumindest halber) arbeitstag sein wird, musste ich also heute arbeiten, um den montag ganz frei zu haben.

zuerst aber gab es gemütliches frühstück draussen, kai hatte brötchen geholt und wir überlegten anfangs noch, wo im garten wir frühstücken sollten, denn ausgerechnet um unsere sonntagsfrühstückszeit herum steht die sonne momentan hinter der ansonsten von uns sehr gemochten pappel, die riesig über dem nachbargrundstück aufragt. es blieb dann der einfachheit halber bei der terrasse, denn der einzige fleck sonne wäre ganz am anderen ende des grundtücks gelegen und alles dahin zu tragen hatte niemand so recht lust.
nach dem frühstück schrieb ich eine rechnung, druckte sie aus und versuchte mir eine überblick zu verschaffen, was alles wirklich dringend an einem sonntag erledigt werden musste.
für das filzen mit kindern am dienstag suchte ich acht ganz alte tabletts heraus, mit denen kann man dann quasi überall arbeiten, ohne dass eine grosse sauerei entsteht. die lud ich aufs fahrrad und fuhr so in die werkstatt. dort stand der bereits gepackte wagen, den ich jetzt aber noch mal umpacken musste, weil ich die idee mit den tabletts am freitag noch nicht gehabt hatte. also lud ich alles noch einmal aus und überlegte neu, was wirklich mit muss. es ist nicht ganz einfach für ein kinderfilzen alles einzupacken, wenn man die genauen umstände nicht kennt, aber ich denke, das sollte jetzt gut sein so. es fiel mir noch auf, dass die aufkleber, mit denen ich meine unendlichen mengen an postkarten mit alter adresse auf die neue adresse update, aus waren und so bestellte ich welche nach.

anschliessend suchte ich beispiele für zwei sommerferienkurse heraus, die ich in turgi anbieten werde, setzte mich wieder aufs rad und radelte ebendorthin um die dortige schaufensterauslage durch eine hand voll filzschlangen auf filzsteinen und ein mobile zu ergänzen. vor ort traf ich die kreativcafébetreiberin mit ihrer vermieterin auf der strasse, denn am abend zuvor hatte jemand mit hilfe eines autos einen grossen absperrpfosten in eines der schaufenster befördert, das kaputt und mittlerweile durch eine holzplatte ersetzt worden war. die kurse werden aber in einem anderen fenster "ausgestellt".

gegen ein uhr war ich wieder zuhause, es gab noch ein paar dinge am laptop zu erledigen, unter anderem waren die fotos vom sohn angekommen. so ziert mein kopf nun auch die website der filzszene: 


ganz witzig finde ich auch das:


es würde eigentlich noch gut auf meine eigene homepage passen, aber ich habe ein bisschen bedenken, dass meine kund_innen dann auf der suche nach der werkstatt diese fassade suchen, die man aber ja nur vom balkon über der limmat aus sieht und die deshalb nicht für die orientierung taugt. (aus diesem grund möchte ich auch behaupten, dass es sich bei dem gezeigten bild nicht um werbung handelt, also nur für den fall, dass jemand die regeln genau gelesen hat und/oder genau nimmt)

die arbeit an der website verschob ich wegen akuter unlust, was nicht besonders professionell ist, aber halt auch manchmal sein muss. anstattdessen schwamm ich ein bisschen, dann gab es kaffee und die von der tochter gebackenen muffins mit johannisbeeren. und dann ging der nachmittag plötzlich sehr schnell rum und ich wollte noch telefonieren und während ich das tat, kündigte schon der grosse sohn seinen besuch an und es musste noch wäsche ab- und aufgehangen werden und dann auch gekocht und gegessen (es gab gekaufte gnocchi mit selbstgemachtem pesto und salat) und dann noch eine weile draussen im garten gesessen.

der tag ging also sehr schnell rum und ich weiss immer noch nicht so recht, ob der arbeits- oder der freizeitteil überwogen hat, aber eigentlich wäre es schon auch gut gewesen, wenn ich das mit der homepage auch noch erledigt hätte, aber übermorgen ist ja auch noch ein tag und morgen wird erst mal gewandert.

gelesen: daniel kehlmann, tyll

Sonntag, 5. Juli 2020

4. juli 2020 - erster urlaubstag

unser erster urlaubstag begann mit ausschlafen, da wir ja wirklich kein weite anfahrt zum urlaubsdomizil hatten, konnten wir anschliessend dort schon gemütlich frühstücken.

kai hatte gleich für den ersten tag eines der aktivangebote gebucht: alte gartenwege ressourcenschonend neu gestalten - selbstorganisiert lernen.  der erste teil des workshops war sogar als eltern-kind-programm geplant, so dass die tochter gleich mitmachen konnte.


das übungsobjekt - aus dem leben gegriffen


krafttraining inklusive.


gehirnjogging auch. puzzlekompetenzen oder tangramkenntnisse waren erwünscht.


nach abschluss des ersten teils sahen die ergebnisse schon ganz gut aus. es gibt meines wissens dann noch einen zweiten workshop für fortgeschrittene, das datum ist aber noch nicht fix.

ich hatte für den vormittag "praktische küchenkräuterverarbeitung" gewählt, allerdings boten mir das einfrieren von petersilie und das herstellen von pesto aus selbstgeerntetem basilikum dann doch wenig neues.


trotzdem gab es einen lachsmiley als bewertung!

ein bisschen shopping musste auch noch sein: alles so günstig hier, also gab es gleich ein paar neue gläser und einen teppich für die terrasse. man muss es sich ja auch schön machen im urlaub!

das abendessen war dann ein bisschen exotisch und ungewohnt: im angebot waren nachos mit paprikastückchen und käse überbacken. tja, andere länder, andere sitten. hat aber immerhin allen geschmeckt und war nicht teuer.

beinahe hätte ich vergessen, dass wir auch noch tiere beobachtet haben - den hatte ich noch nie vor der kamera, ein tigerschnegel, fast 10 zentimeter lang. 


abendstimmung  mit mond und lampions.


urlaubslektüre: daniel kehlmann, tyll

Samstag, 4. Juli 2020

3. juli 2020 - huhn oder hahn?

vormittags durfte ich mich der mithilfe der tochter erfreuen, die nun ja schon den zweiten tag ferien hat. ich muss mich immer wieder dran erinnern, dass es ihre sommerferien sind - es fühlt sich defintiv auch nicht so anders an als die vielen wochen zuhausebleiben und schule nur übers internet, in denen sie halt zwischen frühstück und znüni, znüni und mittagessen, mittagessen und irgendwann am nachmittag selbständig in ihrem zimmer gearbeitet hat. nun hängt sie selbständig in ihrem zimmer ab oder hilft beim freitäglichen putzrundgang. und erledigt so dinge wie terrasse staubsaugen und eingangsbereich aufhübschen, inklusive gründlicher reinigung des eingelassenen schuhabtreters. ich habe solange den langweiligen rest bestritten.

mal sehen wie das jetzt während der zwei wochen ferien wird. ich habe sicherheitshalber schon mal angekündigt, dass bei der in diesem jahr gebuchten ferienwohnung die endreinigung nicht im preis inbegriffen ist und handtücher und bettwäsche mitgebracht werden müssen. dafür haben wir einen garten mit bädle, echt viel platz, wir haben keine weite anfahrt, kommen sicher in keinen stau und alles, was wir sonst so brauchen ist vorhanden. auch um die ausstattung der küche mache ich mir keine sorgen. hat ja auch was, wenn man schon weiss, was einen erwartet. einkaufsmöglichkeiten gibt es vor ort, es ist nicht zu touristisch, aber man hat eine gute anbindung an den öv und städte, berge und seen gibt es in erreichbarer nähe. in der garage stehen passende räder, die wir ohne aufpreis benutzen dürfen und das wlan funktioniert. es kann also losgehen mit dem urlaub nach dem letzten arbeitstag.

am nachmittag fuhr ich deshalb noch einmal in die werkstatt, die bleibt ab morgen für zwei wochen geschlossen. ich hatte wieder eine besucherin, eine die öfter kommt und heute einen ganz speziellen wunsch hatte - sie möchte in die arbeit mit vollfilz einführt werden. der anlass dafür war für den ersten versuch ein wenig gross, aber wir fanden eine alternative, die uns dann auch den ganzen nachmittag beschäftigt hat, ein huhn nach gabriele mazaracis.


hier noch im entstehen, aber schon ziemlich weit.


und hier schaut es schon ganz fertig drein.
(ich habe es geschafft, die speicherkarte mit nach hause zu nehmen und habe auch noch die ergebnisse des hut-filztages am mittwoch ergänzen können, zu den bilder ginge es hier entlang.)

der grosse sohn kam dann auch noch in die werkstatt zum fotografieren, blieb aber dann doch lieber draussen und machte fotos von mir durchs fenster. auf die ergebnisse warte ich noch, er hatte am abend noch einiges vor in sachen kulturarbeit.

gegen halb acht machte ich mich auf den heimweg - zur zeit wird es freitags immer spät, mal wegen bier, mal wegen fotos. zuhause blieb nur wenig zeit zum rasten, dann fuhr ich wieder los um tochter und freundin vom turnen abzuholen. anschliessend nudelsalat und zu müde für mehr als die schweizer tagesschau.

gelesen: daniel kehlmann, tyll

Freitag, 3. Juli 2020

2. juli 2020 - ferne und nähe

weil ich vor den ferien sowieso nicht mehr wirklich etwas in der werkstatt anfangen kann und weil auch ein berg arbeit am laptop auf mich wartete, ging mein arbeitsweg heute nicht in die werkstatt, sondern nur an den schreibtisch im schlafzimmer, meinen wochenend-blog-platz.

ich schrieb also zuerst einen etwas längeren blogpost, dann bastelte ich längere zeit an zwei handzetteln/plakaten für kursankündigungen und dann machte ich mir gedanken zu meinem nächsten newsletter. zwischendurch telefonierte ich mit dem augenoptiker, meine brille war fertig und ich bekam tatsächlich gleich am selben tag noch einen termin, um sie abzuholen.

zwischendurch beobachtete ich mit der tochter, wie eines (vermutlich das letzte) der hausrotschwänzchenkinder das nest verliess.


es machte noch kurz eine pause auf unserem wäschständer, hinterliess ein letztes häufchen (alle anderen wurden von den eltern immer sorgfältig aus dem nest getragen) und flog weg, zu unserem erstaunen, denn es sah nicht wirklich richtig fertig aus, so fast ohne schwanz. nun können wir ihm nur glück wünschen, dass es die zahlreichen katzen in der umgebung nicht erwischen.

nach dem mittagessen überlegte ich weiter am newsletter, kam aber doch zu keinem sinnvollen ergebnis und vertagte die angelegenheit. anstattdessen telefonierte ich noch ein wenig und fuhr dann zum augenoptiker. das ist übrigens der einzige laden, in dem fast konsequent maske getragen wird. die für mich zuständige dame trägt ihre zwar immer noch nasenfrei, aber vielleicht müsste sie einfach mal jemand drauf ansprechen? ich habe es jedenfalls wieder nicht getan, blöd eigentlich.
die brille ist gewöhnungsbedürftig, wie von einer stärkeren gleitsichtbrille nicht anders zu erwarten. aber die frage, ob ich sie gleich aufbehalten wolle, habe ich dann doch nicht so ganz verstanden. was soll ich denn sonst damit tun? und wenn meine alte brille noch so gut gewesen wäre, dass ich sie der neuen vorziehen würde, dann hätte ich einfach keine neue gebraucht. also radelte ich mit der gebotenen vorsicht (und neuer brille) los.

auf dem rückweg legte ich einen stopp an der werkstatt ein und überlegte grob, was ich für den dienstag und das kinderfilzen brauche. dann radelte ich vollends nach hause und war ein wenig unschlüssig über den restlichen nachmittag. am ende probierte ich die nahsichtzone der neuen brille aus und bestickte eine im brockenhaus gefundene serviettentasche mit einem weiteren shashiko-muster. endlich eine stickvariante, die mir entgegenkommt!


zum abendessen schmorte ich rindsplätzli, dazu gab es bratkartoffeln aus rohen kartoffelwürfeln und knackerbsen. fernsehabend, weil es draussen nach mehreren gewittern über den tag nicht wirklich gemütlich war.

gelesen: daniel kehlmann, tyll
gesehen: shtisel


Donnerstag, 2. Juli 2020

1. juli 2020 - doppelt gemoppelt

für den heutigen tag hatte ich nur einen filztag "hut" im kalender stehen. der war dann aber schon verhältnismässig früh zu ende, nämlich noch vor vier. es ist ein stabiler hut entstanden, stilmässig irgendwo zwischen alpini- und cowboyhut, und eine stolze trägerin ist mit kopfbedeckung aus der werkstatt gegangen.



auf wunsch der kundin habe ich wieder den ganzen tag eine mund-nasen-bedeckung getragen (sie natürlich auch) und das geht wirklich gut. wichtig ist mir dann nur eine stunde mittagspause, die ich an einem anderen ort (zuhause) und ohne schutz verbringen kann. mein "schutzkonzept" für die werkstatt sieht neben einer zahlenmässigen beschränkung der besucherinnen vor allem offene fenster und türen und getrennte arbeitsplätze vor, aber mit maske zusätzlich ist ebenfalls super!

gegen halb fünf war ich zuhause - und weil noch ein bisschen energie übrig war, sortierte ich das entsorgungspapier, füllte ein waschmaschine mit dreckiger werkstattwäsche (das ist auch ein teil des schutzkonzepts: alle von besucher_innen benutzten handtücher, vorhänge, matten werden nach dem gebrauch gewaschen), ging ein bisschen schwimmen und erledigte die bügelwäsche, während die tochter von ihrer "abschlussreise" nach hause kam und zum abendessen pfannkuchen buk.

nach dem essen war ich dann aber wirklich müde. noch ein bisschen lesen und fernsehen ging dann aber schon noch.

sonst so:
das thema corona-pandemie, das hier in den letzten wochen nur noch am rande vorkam, drängt sich wieder in den vordergrund. hier in der schweiz steigen die infektionszahlen gerade rasant: wir sehen eine verdoppelung der fallzahlen von gestern auf heute (um die 60 gestern, heute 137) und von woche 25 (170) zu woche 26 (355). und das nicht nur in absoluten zahlen sondern auch im anteil an positiven tests von 0,4 auf 0,7 prozent. denn getestet wird wirklich was das zeug hält.

wie frau brüllen bin ich wirklich sauer, denn wir waren schon mal im einstelligen bereich. ob es nun die geöffneten clubs und bars sind, wo anwesenheitslisten das einzige "schutzkonzept" sind und die dann auch noch falsch ausgefüllt werden oder die allgemeine nachlässigkeit und das gefühl, das mit dem "chaibe corona-zügs isch jetzt aber endli verbii", jedenfalls fühlt es sich überhaupt gar nicht gut an, wenn man jetzt sagen könnte, dass man ja immer schon gesagt habe, dass das so nicht gut gehen könne, mit diesem tempo an lockerungen.

immerhin kommt ab nächsten montag die maskenpflicht im öv, nach einem ewigen eiertanz, in dem der zuständige bundesrat alain berset immer wieder die verantwortung der kantone zu handeln betont hat, die aber alleine nix machen wollten (durch manche kantone ist man aber auch mit dem zug echt schnell durch). gestern sah die bundespräsidentin frau sommaruga dann beim verkünden der maskenpflicht ein bisschen so aus wie die klassenlehrerin, die der klasse mitteilen muss, dass bei der anzahl an augelaufenen einträgen und in anbetracht, dass sie das schon lange so angekündigt hat, der schulausflug auf die rigi in diesem jahr ausfallen wird.

für uns persönlich haben wir wenigstens für den besuch aus deutschland die perfekte woche erwischt, oder zumindest eine noch gute. die vorfreude auf die kommenden zwei ferienwochen ist aber schon ein bisschen getrübt und ich habe allmählich kaum mehr lust, pläne zu schmieden, was wir unternehmen könnten.
ich bin aber auch noch auf eine ganz andere art und weise wirklich sehr sauer, denn die ganze arbeit der letzten wochen, in denen wir nicht nur den lehrgang filz neu aufgegleist und termine dafür gemacht haben, sondern ich auch ferienkurse für kinder geplant habe, könnte mit einem mal für die tonne gewesen sein. bis jetzt bin ich dank der solidarität meiner kund_innen sehr gut durch die corona-krise gekommen, wie das in einer zweiten welle aussehen würde, will ich mir im augenblick nicht ausmalen.

gelesen: daniel kehlmann, tyll
gesehen: shtisel







12-tel blick im juni

hier reiche ich den gestern vergessenene 12-tel-blick nach. was der 12-tel-blick ist, können sie bei eva nachlesen, wo sie auch viele andere 12-tel-blicke finden.


bei mir musste heute endlich mal ein bisschen leben ins bild. die deko vom gestrigen schulabschlussfest sehen sie rechts unter der pergola, da ist auch bereits der tisch fürs abendessen gedeckt. kai kam freiwillig ins bild, den flamingo habe ich da hin gesetzt und der kater will eigentlich gar nicht. insgesamt ist es ein bisschen abendstimmung vor dem angekündigten gewitter, die wolken spiegeln sich in den fenstern, zwischendurch kommt aber auch die sonne raus, so dass wir den sonnenschirm aufgespannt haben.



im vergleich sieht man das grün immer mehr werden, bunter wird es aber vorerst nicht mehr. die giesskanne ist zurück, allerdings mussten wir die plastikkanne entsorgen, dafür steht jetzt da eine schöne aus blech.
ein halbes jahr ist rum und das bild passt nach wie vor bestens zur situation - wir bleiben zuhause und geniessen den garten.

Mittwoch, 1. Juli 2020

30. juni 2020 - ende gelände

ein zur zeit seltener start in den tag, der damit begann, dass alle das haus verliessen. ich, wie immer, zwar als letzte, aber die anderen beiden hatten nur geringen vorsprung.


in der werkstatt wieder arbeit am sitzfilzberg und vorbereitung auf einen kurstag morgen, an dem ein hut entstehen soll. dafür steht nun alles bereit - zumindest in dem fall, dass es bei dem bereits angedeuteten entwurf bleibt.

um zwölf schnell nach hause, wo heute niemand auf mich wartet, ich kann mir also ein brot belegen und mich auf die terrasse setzen und beim essen lesen. aber nicht lange, dann musste ich zum einkaufen aufbrechen. auf dem plan heute: ein geschenk besorgen, brockenhaus und lebensmitteleinkauf.
im brockenhaus fand ich zwei tischdecken für den garten, wo jetzt ja immer zwei tische tischdecken brauchen.

auch nach dem einkaufen blieb wieder kaum zeit, ich schaffte es noch nicht einmal, das geschenk einzupacken, weil ich schon wieder los musste, zur abschlussfeier der tochter. sie hat in diesem jahr das neunte schuljahr beendet und damit die obligatorische schulzeit. die feier stand - aufgrundderaktuellensituation - ganz lange auf der kippe und konnte nur in einem ein bisschen anderen rahmen als sonst stattfinden. anstatt alle klassen gemeinsam einzuladen wurde in diesem jahr klassenweise für je eine halbe stunde in der grossen aula der kantonsschule gefeiert. die klasse der tochter hatte den grossen vorteil, dass sie als letzte dran war und so niemand zur eile mahnen musste, weil schon die nächsten eltern vor der türe standen. pro schülerin waren auch nur zwei gäste zugelassen und weil kai just für die zeit der feier einen anderen termin hatte, hat mich der mittlere sohn an die feier begleitet. es wurde sehr locker gesessen, man hätte sogar noch je einen stuhl abstand lassen können innerhalb der zweiergruppe.
und die abschlussfeier war die gelungenste, die ich erlebt habe. bei den beiden söhnen mussten jeweils um die 150 schülerinnen und schüler übers podium geschleust und beglückwünscht werden und in beiträgen kamen nur wenige aus der ganzen stufe zu wort. die meisten anderen jugendlichen kannte ich nicht, dementsprechend langwierig war die ganze angelegenheit. gestern nun hatte die klasse als ganze die veranstaltung geplant und zumindest im  mit dem musiklehrer eingeübten stück kamen auch alle vor. sonst: ein fulminanter start mit einem kahuut-quiz fürs publikum, dann viele kurze reden, geschenke für die lehrer_innen, blumen, noch mehr reden (der schulleiter war mittlerweile im achten durchgang seiner rede und in übung), musik, zeugnisübergabe (mit plexiglasscheibe), und zum schluss die bitte, den saal tröpfchenweise zu verlassen. da sich alle eltern eh noch von der klassenlehrerin verabschieden wollten, war das kein problem.

wir gelangten auf verschiedenen wegen nach hause, tochter und sohn gingen zu fuss, ich machte mit dem velo noch den umweg über das gemüsedepot und hatte so viel vorsprung, dass ich den gartensitzplatz noch dekorieren konnte. kai war in der küche zu gange, die tochter hatte sich frittierte tintenfisch- und zwiebelringe gewünscht, dazu gab es salat und brot. und wir sassen sehr gemütlich noch einen langen abend im garten und feierten die tochter gebührend. 


nur ein plan ging nicht auf: gerne hätte ich gestern mit dekoration und menschen  das foto für den 12tel-blick gemacht, es aber dann einfach vergessen. ich hole es aber sicher in den nächsten tagen nach, die deko kann hängen bleiben.

gelesen: daniel kehlmann, tyll
gehört: diverse podcasts, das highlight: zwei folgen "am wegrand"

Dienstag, 30. Juni 2020

29. juni 2020 - noch so viel zu tun

die tage sind voll gefüllt mit kleinen dingen, die erledigt werden wollen. vielleicht hat das etwas mit den herannahenden zwei wochen ferien zu tun. oder mit der unruhe des schuljahresendes, die wir in diesem jahr so eigentlich gar nicht spüren. jedenfalls war heute genug zu tun.

am morgen regnete es, wie schon die ganze nacht durch und ich erledigte neben dem blogpost gleich noch ein bisschen büroarbeit, mit dem plan, erst nach dem regen loszufahren.
trotzdem fuhr ich dann, wenn auch sehr spät, durch nieselregen in die werkstatt. auch hier gibt es vor den ferien noch genug zu tun. am liebsten würde ich alle aufträge noch vorher abschliessen, aber mindestens zwei werden liegen bleiben müssen. ich konzentriere mich auf den einen, grossen und die vorbereitung auf einen kurstag und einen kinderfilzanlass. noch zweieinhalb sitzfilze zu filzen, dann kann ich den grossen auftrag abgeben.

am mittag wieder das gleiche spiel wie bei der hinfahrt: es regnet, diesmal wie aus kübeln. zum mittag gibt es wieder brot und auflage, auch die tochter kommt tropfnass nach hause.

nach dem mittagessen gehe ich direkt die küchenreinigung an, heute inklusive fensterputzen (diese fliegen!), spülmaschine sauber machen, wasserflaschenreinigung und ersetzen der wasserfilterkartusche. danach bleibt mir gerade noch zeit, ein stück beerenkuchen zu essen, dann mache ich mich mit dem velo auf den weg zwei ortschaften weiter, wo ich zu einem treffen in einem noch entstehenden kreativcafé verabredet bin. holla, die waldfee, das sind mal räumlichkeiten! platz ohne ende, diverse nebenräume und eine grosse fensterfront zur strasse hin. wir verabreden für den anfang zwei ferienfilzkurse: einen für kinder und einen für tandems (elternteil mit kind). ich freue mich, mal in einer anderen ecke kurse anbieten zu können - aber auch hier wieder arbeit: ich werde die kursausschreibungen erstellen und muster der kursinhalte zum ausstellen im schaufenster bereit machen müssen. und zwar noch vor den ferien.

vor der rückfahrt kaufe ich noch schnell fürs abendessen ein. und geniesse dann die fahrt über die limmat und die abendlichen felder. es windet, aber der wind hat auch die letzten regenwolken vertrieben und so kann ich, während kai das abendessen zubereitet, noch eine runde schwimmen.

zum abendessen gibt es tomate mit mozzarella und basilikum. und danach endlich mal wieder eine familiensitzung, in der wir koch- und waschdienste für die restliche woche verteilen.

für die zwei wochen ferien haben wir noch keine pläne, die tochter hat ferien, kai hat frei und ich werde nicht in die werkstatt gehen und keine kurse geben, mit einer kleinen ausnahme: einen vormittag habe ich für eine ferienfreizeit der kirche reserviert, da werde ich mit den kindern schnüre filzen.

dass wir im sommer nicht wegfahren ist nicht etwa eine folge der corona-pandemie, sondern war schon länger geplant. nur wären wir, wenn alles nach plan gelaufen wäre, eben schon im frühjahr zwei wochen und ein paar tage verreist gewesen, die reise nach cornwall, die dann ja bekanntlich nicht stattfinden konnte. garten und bädle geniessen, das wäre so unsere vorstellung gewesen für den sommer, nun machen wir das unfreiwillig-freiwillig ja schon längere zeit und ich könnte das zwar auch noch länger tun, aber in anbetracht der vielen, vielen wochen, die wir nun schon zuhause verbringen, kommen mir die zwei wochen ferien lächerlich kurz vor. lohnt es sich überhaupt, dafür pläne zu schmieden? oder wollen wir mal planlos vor uns hinurlauben? was können wir überhaupt unternehmen ohne auf all zu grosse menschenansammlungen zu treffen? danach ist mir nämlich, angesichts der covid19-fallzahlen in der schweiz, über deren raschen anstieg sich sogar der innenminister wundert, so gar nicht. man wird sehen. und wandern. wandern werden wir wohl auf jeden fall.

gelesen: daniel kehlmann, tyll
gehört: meine podcastliste der reihe nach durch.
gesehen: shtisel




Montag, 29. Juni 2020

27. und 28. juni 2020 - wunsch und wirklichkeit

meine pläne fürs wochenende sahen ausser dringend zu erledigenden dingen nur herumliegen im garten und lesen vor. es ist dann seltsamerweise aber ganz anders gekommen. vermutlich haben wir ja alle eh keinen plan, also macht das ja auch nichts aus.

am samstag habe ich nach dem aufstehen einen blick auf die wetterapp geworfen und beschlossen, zuerst zu bloggen und dann brötchen holen zu gehen. leider hat sich der regen nicht an das im app angezeigte zeitfenster gehalten und so hat es just in dem augenblick zu regnen begonnen, als ich mein fahrrad aus der garage geholt habe.
nach frühstück und vager tagesbesprechung mit der tochter und bei immer noch eher grauem draussen habe ich mit einer hausputzrunde begonnen. irgendwann wurde es heiss, die sonne schien vom himmel, das putzen war immer noch nicht fertig, beziehungsweise ich hatte mir ein paar zusätzliche arbeiten ausgedacht wie holzgeländer putzen und mit möbelpolitur behandeln und holzböden wischen.

aber irgendwann war ich dann auch damit fertig. ich schaute mir das bädle mal kritisch an: am freitagnachmittag hatte der sturm jede menge tannennadeln von woher auch immer ins becken geweht, die die tochter in grossen mengen, aber halt doch nicht alle entfernt hatte, bevor sie auf meine fernschriftliche anweisung das bädle gegen weitere verschmutzungen verschlossen hatte. nach dem abfischen einer mindermenge an zeugs legte ich eine schwimmrunde ein - um anschliessend den algen an den wänden mit einem schrubber an einem langen stiel zu leibe zu rücken. (eine merkwürdige bewegung, die mir am tag drauf muskelkater bescherte). zum schwimmen waren mir die algen an einem bekannten, festen platz lieber gewesen als frei schwimmend im wasser, aus dem sie pumpe und sandfilter nach ablösen in einem mehrstündigen prozess herausfilterten.

es gab dann noch mehrmals wäsche aufzuhängen und einigen schreibkram zu erledigen, so ziemlich genau bis halb sechs, denn da war ich mit der tochter für einen gang zum taco-stand verabredet. der stand dann zwar am gewohnten ort, war aber leider geschlossen. ein kulinarisch vergleichbares angebot fiel uns auf die schnelle keines ein, zumal wir auch nicht in die stadt laufen wollten, also testeten wir den lokalen döner-pizza-pasta-laden mit den grauslichen werbefotos. wir bekamen für nicht viel geld beide ein riesiges dürüm mit extrem viel fleisch und von eher durchschnittlicher qualität.

nach dem essen waren wir mehr als satt und da erwies es sich als glücksfall, dass halt doch noch diverses erledigt werden musste, denn ohne die wäsche, die abgehängt, die pflanzen, die gegossen und das zeugs, das aufgeräumt werden musste, wäre ich vermutlich sofort in einen komatösen verdauungsschlaf gesunken. am ende habe ich dann sogar noch ableger von unserer pileapflanze gemacht. das war zwar nicht dringend, aber ich war grade so schön im flow.

***

im wesentlichen ging es am sonntag damit weiter: am morgen war es bedeckt und nicht zu heiss, um das beet vor dem haus vollends von den farnen zu befreien. und ausserdem auch noch die kanadische goldrute zu entfernen und zu entsorgen.
nach dem frühstück konnte ich in das beet einen rosenstock und zwei rotblätterige zierstauden einsetzen, die schon lange auf einen guten platz warteten. ausserdem kamen auch die beiden erst am donnerstag besorgten storchenschnäbel ins beet. das sollte jetzt für eine weile wieder gut aussehen, eventuell muss man da ein bisschen öfter jäten, weil es jetzt halt auch wieder platz für unerwünschtes hat, aber man wird sehen.

durch die auspflanzaktion hatte es freie töpfe gegeben, die geschrubbt und wieder neu befüllt werden konnten. das ergebnis ist ein immer schöner werdender garten. es blüht wieder an vielen orten und die tomaten haben schon ganz viele früchte angesetzt.

nach beendigung der dreckigen arbeit legte ich eine schwimmrunde ein. kai kam nach hause und wir konnten kaffee trinken und den aus resten improvisierten beeren-käsekuchen verzehren. kai brachte weitere töpfe aus dem haushalt seiner eltern und eine grosse schüssel roter träuble mit, die wir zu dritt entstielten und zum einfrieren bereit machten. der restliche nachmittag verging mit leichteren gartenarbeiten, telefonieren, einer transportfahrt zur werkstatt und dann doch endlich mit ein bisschen lesen in der sonne.
zum abendessen gab es nudeln mit pesto (aus eigener basilikumüberschussproduktion) und salat aus allem was noch da war. als wir nach dem essen noch ein bisschen draussen sitzen wollten, begann es zu regnen. aber schauen sie mal, wie sich der garten über den regen freut!



gelesen: daniel kehlmann, tyll
gehört: servus, grüezi und hallo und die lage der nation der vergangenen woche

Samstag, 27. Juni 2020

26. juni 2020 - langer tag mit viel neuem

der juni ist schon fast wieder vorbei. und unsere woche mit besuch von meiner mutter ist heute auch zu ende gegangen. passend dazu hat sich schon gestern abend eine wetteränderung angekündigt, aber bisher ist es hier bei wind und dunklen wolken geblieben und es hat sich noch kein gewitter direkt über uns entladen. aber hauptsache, wir hatten die letzten tage schönes wetter und konnten gemeinsam den garten und das bädle geniessen!

am vormittag habe ich noch schnell für die nachbarin meiner mutter und für kai, der übers wochenende nach deutschland fährt, stoffmasken genäht. in sommerlichem beige mit hellblauen streifen.
die tochter kam über mittag nach hause, wir assen brot mit auflagen und nach dem mittag kam kai aus seinem halben bürotag nach hause, um auch noch eine kleinigkeit zu essen und sich dann in richtung deutschland auf den weg zu machen. er bringt meine mutter nach hause und nutzt die gelegenheit zu einem besuch bei seinem vater.

ich musste dann auch schon pressieren, denn in der werkstatt erwartete ich eine besucherin der offenen werkstatt mit einem klaren wunsch. es sollte ein korb mit henkeln gefilzt werden, unter besonderer berücksichtigung der herstellung der henkel. für das gewünschte modell empfahl ich eine runde, nicht ganz geschlossene form und lag damit ganz richtig, denn der korb ist sehr schön geworden.

während wir arbeiteten, bauten die menschen von der braufabrik baden die tische und bänke für ihren bierausschank am freitagabend auf. nachdem am nachmittag noch einmal ein paar dicke wolken vorbeigezogen waren, die uns schon bedenklich stimmten, kamen gegen 17 uhr die ersten gäste und auch wir konnten uns zum abschluss der arbeiten am korb einen schluck holen. es wurde ein bisschen später als sonst mit dem feierabend, aber da ich zuhause von niemandem erwartet wurde, war das auch egal.

irgendwann war ich auch zuhause, ein bisschen später kam die tochter vom sport nach hause, wir assen resten zum abendessen, und dann telefonierte ich eineinhalb stunden mit einem studienfreund aus stuttgart. wir brachten uns gegenseitig auf den neuesten stand bezüglich erleben der letzten monate - ihm hat das reisen und ausflüge machen viel mehr gefehlt als mir. anstatt in der grossstadt hat er die zeit des lockdowns an einem zweitwohnsitz in einer kleinstadt verbracht - was ich gut nachvollziehen kann. andererseits kam dann zu den anderen sorgen auch noch die angst vor einer reisebeschränkung zwischen bundesländern oder regionen dazu. und immer wieder spürbar: die grosse verunsicherung der letzten wochen und die daraus resultierende müdigkeit/erschöpfung.

vielleicht sehen wir uns im august. wenn bis dahin nicht... na, den rest können sie sich denken.

am ende des tages musste ich dann noch in vertretung des abwesenden technischen bademeisters die wasserqualität testen und empfehlungen für die behandlung entgegen nehmen. ich bin gespannt, ob das funktioniert, sozusagen remote-wasserkontrolle.

gelesen: joan aiken, ärger mit produkt x (ausgelesen - aus dem tausch mit meiner mutter habe ich nun einen riesigen lesestapel und weiss noch nicht so recht, was als nächstes lesen.)





Freitag, 26. Juni 2020

25. juni 2020 - viel besuch

schon seit einigen tagen beobachteten wir im garten und am haus einen hausrotschwanz, der auf der suche nach insekten war. mal sass er auf dem rosenbogen, mal auf einer giesskanne, mal auf dem dachrand, meist mit einer portion raupen oder mücken im schnabel. seit mittwoch wissen wir, dass es sich um ein paar hausrotschwänze handelt, die ihre jungen unter den dachbalken auf unserem schlafzimmerbalkon aufziehen. in regelmässigen abständen hören wir die kleinen vögel, mit einigen verrenkungen kann man sie sogar sehen. es dürfte noch ein paar tage dauern, bis die kleinen losfliegen.

ebenfalls seit tagen kommt regelmässig in der abenddämmerung ein hirschkäfer vorbeigebrummt. bisher sahen wir ihn nur fliegen, immerhin so tief, dass wir deutlich erkennen konnten, dass es sich um ein männchen handelt. gestern nach dem abendessen landete er dann direkt auf unserem gartentisch und wurde umgehend zur fotosession geladen.



 vor allem wenn es heiss und trocken ist, wird das wasser für viele insekten zur falle - wir steuern dem mit zusätzlichen trinkgelegenheiten im garten entgegen, fischen aber immer wieder käfer, spinnen und fliegen aus dem wasser, für die jede rettung zu spät kommt.
eine besucherin beendete leider ihr leben in unserem bädle. als wir nach dem  abendessen zum letzten mal die insekten von der oberfläche fischten, fanden wir diesen plattbauch, eine grosslibellenart aus der lautmalerischen familie der libellulidae.



ansonsten:

wir machten einen kleinen ausflug ins pflanzenreich der wildstaudengärtnerei dietwyler bei rüfenach. die gärtnerei, die eigentlich auch ein garten ist, zeigt, wie schön ein verwilderter garten sein kann. schade habe ich keine fotos gemacht, das aktuellste im blog ist von 2007. ich empfehle also einen eigenen besuch!

den nachmittag haben wir wieder im garten verbracht. heute war es richtig heiss, so heiss, dass die arbeitsplätze nach drinnen verlegt wurden. ausserdem gab es eiskaffee mit tochter und mutter.

zum abendessen gab es pizza, danach wurde es windig und kurz ein bisschen ungemütlich im garten, später dann sassen wir  doch noch eine zeit lang draussen.


Donnerstag, 25. Juni 2020

24. juni 2020 - der limmat entlang

einen teil des vormittags verbrachte ich mit bügeln, einen teil damit, das komplette gestern gelieferte gemüse in eine sauce für gemüselasagne zu verwandeln - zwiebeln, fenchel, krautstiel, knackerbsen, eine zugekaufte zucchini und zwei dosen tomaten sollten für fünf personen reichen. vom vormittag blieb dann gerade noch so viel übrig, dass ich drei schubkarren (scheibtruhen! was für ein wort, danke frau verfuchst-und-zugenäht) voll farnpflanzen aus dem beet vor dem haus herausreissen und sogar noch vor dem mittagessen in das bädle springen konnte. das alles zog ein gefühl grosser effektivität nach sich.

zum mittagessen gab es käse und wurst zu brot, danach eine pause und für den nachmittag hatte ich einen spaziergang zum freiluftgastronomie an der limmat vorgeschlagen. neben diversen sehr sonnigen durststrecken gab es unterwegs genug zu sehen, am tränenbrünneli tranken wir einen eiskaffee und spazierten dann in der mittlerweile noch heisser gewordenen sonne zurück.



wir waren gerade rechtzeitig zurück um kai noch zu treffen, der mit einem musikerkollegen verabredet war, und den grossen sohn in empfang zu nehmen, der etwas an seinem campingbus zu reparieren hatte. die tochter hatte eine freundin zu besuch, so weit ich mich erinnere, ist das der erste besuch für sie seit der schulschliessung.
zum abendessen mit den beiden söhnen gab es die bereits erwähnte gemüselasagne, danach sassen wir noch eine weile draussen - ziemlich genau so lange, bis kai auch wieder nach hause kam.

gelesen: joan aiken, ärger mit produkt x

Mittwoch, 24. Juni 2020

23. juni 2020 - sommertag

der sommer ist da. morgens spürt man schon, dass der tag richtig warm werden wird.
also haben wir nach dem frühstück schnell einen einkaufszettel gemacht und sind einkaufen gefahren. in der stadt, im grossen supermarkt, sieht man deutlich mehr menschen mit masken als im ort im kleinen. vorwiegend ältere menschen mit einwegmasken.

zu mittag gab es süsses vom bäcker - das leben findet mittlerweile, abgesehen von der zubereitung der mahlzeiten, komplett im garten statt. und arbeiten kann ich auch besser drinnen als draussen, also setzte ich mich für eineinhalb stunden an den schreibtisch und erledigte mails und andere sachen.

dann reichte es noch für eine runde schwimmen, bevor ich mit dem velo zu metzger und zum gemüseabholen aufbrach. wieder zurück war es auch fast schon zeit, den grill anzuwerfen. ich machte das feuer, die tochter den salat und kai grillte die würste.

tochter und mutter verabschiedeten sich heute beide früh in ihre zimmer und ich sass viel zu lange mit kai am wiederbelebten grillfeuer.


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Dienstag, 23. Juni 2020

22. juni 2020 - blau gemacht

am vormittag das übliche montagsprogramm in der küche erledigt, später dann ein besuch in der werkstatt. meine mutter möchte bei mir eine tasche bestellen und das muss wie mit jeder anderen kundin auch grösse, farbe, wolle und gestaltung besprochen werden. ich bin ein bisschen auf die farbkombi gespannt, und es gibt eine knifflige idee - die farbe soll innen in der tasche sein, die henkel aber in der naturfarbenen grundwolle, dazu soll am oberen rand die innere farbe herausschauen. als modell für die form dient diese tasche:


den nachmittag verbrachten wir wieder sehr gemütlich im garten mit handarbeiten, ein bisschen schwimmen und ich mit der kniffligen aufgabe, aus zwei petflaschen für kai eine sanduhr zu bauen, die ziemlich genau 10 minuten läuft. nach einigen anläufen habe ich nun etwas brauchbares zustande bekommen, problem bleibt die instabilität, wenn der sand in der oberen flasche ist. vielleicht braucht es noch ein gestell.


zum abendessen gab es gemüsepaprikahälften, gefüllt mit kartoffeln, tomaten, oliven und frischkäse, in tomatensosse gebacken. uns später sassen wir noch lange draussen am bädle.


noch mehr blau:
ich habe mich für die sommerpost angemeldet - auch da geht es in diesem sommer ins blaue!

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Montag, 22. Juni 2020

20. und 21. juni 2020 - sonnwende

ob ich in dieser woche vor lauter nichtstun noch etwas zu bloggen haben werde, weiss ich jetzt auch noch nicht.

am wochenende haben wir immerhin die grünguttonne für den kommenden dienstag voll gemacht, gebadet, im garten rumgeräumt (töpfe auf die terrasse!) und es uns im garten gemütlich gemacht. ich habe sogar das faserabonnement vom september 2016 zu spinnen begonnen. 

am samstag war das wetter noch eher durchwachsen bis zum abend, als wir auf der terrasse gedeckt hatten und dann schnell noch alles zum schnitzelessennach drinnen tragen mussten, weil es zu regnen anfing. dafür hatten wir drinnen dann am späteren abend spass mit von kai improvisiertem wunschkonzert.

am sonntag dann überwiegend sonnig, aber auch noch mit einigen wolkenfeldern. bestes badewetter! am abend sassen wir beim mittleren sohn im hinterhof für fluffiges knoblibrot, spaghetti mit auberginen-kichererbsen-mus und das mitgebrachte schokomousse-dessert.

gesehen: die letzte folge von "the english game"
gelesen: joan aiken, ärger mit produkt x

Samstag, 20. Juni 2020

19. juni 2020 - ... und zurück

am morgen musste ich mir eine liste machen, um nichts zu vergessen, was wir vor und auf der heimreise zu uns noch erledigen wollten. am abend zuvor hatte ich nämlich tatsächlich die eigens in chur für die familie der freundin als gastgeschenk besorgte bündner nusstorte zum besuch mitzunehmen vergessen.

die liste:

-  brot, brezeln und süsse stückle beim örtlichen bäcker besorgen
- spargeln und erdbeeren beim spargelstand kaufen
- die nusstorte abgeben
- ein grosses stück weg bis in den südschwarzwald zurücklegen (das stand nicht auf der liste)
- fleisch und wurst beim grosschlachter besorgen (nicht ohne an die schrecklichen nachrichten aus der schlachterei im norden deutschlands zu denken, wobei das vermutlich eine komplett andere dimension ist, die wir uns kaum vorstellen können)
- restlichen heimweg zurücklegen


unterwegs habe ich dann noch die restlichen möglichkeiten kennengelernt, wie man eine mund-nasen-bedeckung sinnvollerweise nicht trägt. so grundsätzlich ich dafür wäre, in räumen und situationen, die ein abstandhalten erschweren, einen solchen schutz zu tragen und das auch in der werkstatt mit besucherinnen mache, so skeptisch bin ich, was die durchführung angeht.

leider hat es den nachmittag über immer wieder wie schon auf der fahrt geregnet und wir konnten noch nicht im garten sitzen. mittlerweile ist auch wirklich alles durchfeuchtet, auch die stühle und anderen gartenmöbel. aber demnächst soll er ja zurück sein, der sommer. das passt gut zu der ferienwoche, die meine mutter bei uns verbringen wird.

am nachmittag kam noch der grosse sohn für eine stippvisite und um seine grossmutter zu begrüssen. 

zum späten abendessen gab es eine gemüsepfanne aus gemüse aus ernteanteil und dem spargelbruch, den wir mitgebracht hatten.

passend zu den aktuellsten angekündigten lockerungsmassnahmen hat die tochter nun wieder sowohl schwimm- als auch turntraining.  das schwimmtraining findet seit gestern wieder im freibad statt, das turntraining heute nun ja schon in der zweiten woche. (ja, und beides hat natürlich nichts mit den neu ab montag geltenden regeln zu tun, die keine sperrstunde für lokale mehr vorsehen, den sicherheitsabstand auf 150 zentimeter verringern und veranstaltungen mit bis zu 1000 personen wieder erlauben. - eine zuvor diskutierte maskenpflicht für den öv wird bundesweit nicht kommen, kann kantonal aber angeordnet werden. grundsätzlich würde ich die immer noch begrüssen, bin aber nun doch ein bisschen verunsichert, siehe oben.)

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gesehen: tagesthemen und eine folge the english game



Freitag, 19. Juni 2020

18. juni 2020 - unterwegs

schon wieder unterwegs, diesmal sogar im ausland.
so ganz vollständig geschlossen war die grenze zwischen der schweiz und deutschland für uns, die wir einen deutschen pass und einen wohnsitz in der schweiz haben, ohnehin nie. aber vernünftigerweise liessen wir das reisen bleiben, wie die meisten anderen auch. und das wird auch noch ein bisschen so bleiben, inklusive einkaufstourismus.
meine "reise" führte mich heute zu meiner mutter, die ich seit mitte märz nicht mehr gesehen hatte. die autobahn war gefühlt normal gefüllt, um die grenze herum der verkehr wie immer recht dicht und bis auf eine gespenstisch leere autobahnraststätte alles im üblichen rahmen.
ein bisschen was gibt es hier immer zu erledigen, schwere dinge herumtragen zum beispiel, aber auch noch einkäufe erledigen. anders als zuhause hier halt wirklich konsequent mit maske, wobei das in den am nachmittag relativ leeren läden mein sicherheitsgefühl auch nicht wirklich erhöhte.
für  den abend hatte ich mich mit der freundin verabredet, wir sassen bei ihr zuhause auf der terrasse bei leckerem börek und erzählten einander die vergangenen monate im schnelldurchlauf. schule, einkaufen, arbeit, urlaub und ferien - hüben und drüben - ich vermute mal, der focus aufdieaktuellelage wird noch eine weile in vielen gesprächen bleiben.

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gehört: schon wieder nur radio, die schon lange nicht mehr gehörte vormittagstalksendung auf swr1



Donnerstag, 18. Juni 2020

17. juni 2020 - zurück auf der strasse

den vormittag hatte ich mir reserviert für büroarbeiten und einkauf. also sass ich zuerst eine weile am schreibtisch und schrieb emails und rechnungen. das gemüse tauchte wieder auf, es ist höchst seltsam, drei taschen wurden auf dem bauernhof vergessen oder nicht gefunden und deshalb fehlten in einem depot drei halbe gemüsekörbe. was aber dem ausfahrenden nicht auffiel, was ich mir wiederum kaum vorstellen kann. seis drum, das gemüse ist wieder da.

einkaufen war nicht weiter auffällig, nur das selfscanningsystem, bei dem man alle dinge schon beim hineinlegen in den einkaufswagen scannt, ist mitten im einkauf ausgestiegen und ich musste am schluss dann doch an die kasse. in der kassenschlange wie immer die eine dränglerin (keine bestimmte person, aber es gibt immer eine), die noch nichts von abstand und corona gehört hat und die ganze schöne postcoronale ordnung durcheinander bringt.

nach einem sehr kurzen mittagsimbiss breche ich mit dem auto bei strömendem regen in richtung chur auf, die autobahn ist wieder voll, glücklicherweise muss ich nicht zu stosszeiten unterwegs sein. am walensee wird gebaut, aber auch da läuft es einigermassen flüssig, in chur finde ich dank vorheriger recherche rasch einen parkplatz, der gar nicht weit vom bahnhof entfernt ist. die sitzung findet in einer gaststätte statt, die am nachmittag kaum besetzt ist, wir sitzen auf lücke und distanz und öffnen immer wieder mal das fenster. bis die ersten arbeiter zum feierabendbier eintreffen, sind wir mit unseren punkten durch, dann wird es allerdings auch rasch voll und wir sind alle froh, dem kleinen gastraum zu entfliehen. einen zweiten sitzungsteil, zu dem wir nur zu zweit sein müssen, erledigen wir im freien auf einem mäuerchen im wohngebiet. geht auch.


die heimreise beginnt in chur im stau, bis ich an den anderen stauträchtigen stellen im unterland bin, ist es allerdings schon so spät, dass da nichts mehr los ist. auf dem heimweg noch schnell das gemüse abgeholt, das noch erstaunlich frisch ist, dann bin ich kurz vor acht wieder zuhause und damit nur knapp drei mal so lange unterwegs gewesen, wie die sitzung gedauert hat. es war aber trotzdem schön, dass wir uns in echt getroffen haben. ich war zum ersten mal seit mitte märz so weit weg von zuhause und zum ersten mal in einer gaststätte. was ich noch nicht gewagt habe: die fahrt im zug (die ich sonst sehr geniesse).

zum abendessen tabouleh und schneckenwurst, später noch zwei folgen "the english game". unterwegs nur radio und keinen podcast gehört.

Mittwoch, 17. Juni 2020

16. juni 2020 - ohne gemüse nach hause ist fast wie ohne znacht ins bett

die hälfte des junis ist auch schon wieder rum, stelle ich beim schreiben der überschrift fest. das datum schreibe ich übrigens immer zuerst, das, was nach dem spiegelstrich kommt, als letztes.

momentan bereiten wir uns auf unseren besuch vor, das heisst auch, dass ich heute zum letzten mal in der werkstatt war für die nächsten eineinhalb wochen. zwei paar babyfinkli habe ich gemacht, das erste paar erschien mir doch arg klein, obwohl die grössentabelle die schuhgrösse für 6 - 9 monate angab. das dürfte dann als wenn auch verspätetets geburtsgeschenk einigermassen passen oder im zweifelsfall irgendwann passend werden.


zu mittag nach hause, dort gab es mal wieder das brot-und-auflagen-zmittag. danach machte ich mich ans rasenmähen, dann telefonieren, dann rasen abrechen, fertig war ich damit erst kurz fünf und dann mussten wir auch gleich aufbrechen, um unser auto abzuholen. in der klimananlage hat nur kühlflüssigkeit gefehlt, auch gut. auf dem rückweg dann eine enttäuschung: unser gemüsekorb stand nicht wie sonst im depot, dazu haben wir auch immer noch keine vernünftige antwort, es scheint aber noch mehr als nur unser korb zu fehlen.

zuhause wurden wir schon von der tochter mit pancakes und erdbeeren zum abendessen erwartet - wir konnten wieder draussen essen. und danach sogar noch eine runde schwimmen. das wasser im bädle kühlt jetzt auch an regentagen nur noch minimal ab. nur nach dem schwimmen musste ich drinnen dann noch warm duschen, wollsocken anziehen und tee trinken. aber insgesamt sehr angenehme üppige 500 meter (40 x 16 meter) geschwommen.

drinnen noch ein wenig gelesen, solange sich kai um die wasserqualität kümmerte, und später endlich wieder eine serie auf netflix begonnen, die uns richtig gut gefällt: the english game. (und gleich zwei folgen geschaut.) 

gelesen: joan aiken, ärger mit produkt x
gehört: lage der nation (194) und coronavirus-update (48)

katia weibel empfiehlt ihre liebsten podcasts. ich habe mir reflekta und am wegrand gemerkt (ein paar andere kannte ich schon) und freue mich aufs autofahren mit podcast in den nächsten drei tagen.

via herrn buddenbohm endlich erfahren, warum uns das gärtnern in corona-zeiten so gut tut/getan hat (?). (ich vermute, dass unser erbitterter kampf gegen den kirschlorbeer den uns nicht möglichen kampf gegen das virus ersetzt. hier wie dort steht aber noch nicht fest, wie das ausgehen wird. überhaupt: balkonpsychologie, ein klasse wort!)

Dienstag, 16. Juni 2020

15. juni 2020 - eher unrund

ein nicht ungewöhnlicher montag. morgens werkstatt mit bestellungserledigung, zum mittagessen nach hause, nachmittags zuerst die küche geputzt und dann doch noch mal in die werkstatt, für eine übergabe von dingen, die mit dem neu anzutretenden posten in verbindung stehen. altlast wäre ein unschönes wort, würde es aber treffen. mal sehen, ob das mit dem elan des neubeginns abgearbeitet werden kann.

dann musste das auto ein weiteres mal in die garage, die klimaanlage tut nicht mehr das, was sie soll. also holte mich kai von der werkstatt ab, wir fuhren zwei dörfer weiter und spazierten nach autoabgeben durch felder und wiesen nach hause. auf dem rückweg hatte ich richtig hunger, also machte ich mich zuhause gleich ans kochen. leider hatte ich beim öffnen des drehschranks in der ecke eine tür in der hand und das ding ging nicht mehr auf. also kochte ich die kartoffeln statt im schnellkochtopf im normalen, dafür hatte kai dann auch ein bisschen mehr zeit, sich des schranktürproblems anzunehmen. bis zum abendessen sah es damit nicht richtig gut aus, unausgesprochen fürchteten wir beide, einen küchenbauer aufbieten zu müssen. ein eher unschönes szenario.
dank pellkartoffeln mit quark kam das türchen dann aber doch noch in ordnung und gegen später gab es sogar noch eine fernsehrunde.

gelesen: joan aiken, ärger mit produkt x
gehört: jane eyre
gesehen: the oa

Montag, 15. Juni 2020

14. juni 2020 - liste leer

ein arbeitssamer sonntag. zwischendurch braucht es solche tage, an denen das erledigt wird, was sonst im alltag immer wieder liegen bleibt.

  • ich habe meinen schreibtisch aufgeräumt, allerdings zu spät, um das wochenendbloggen dort zu erledigen
  • im keller hat kai die bilder sortiert, die wir nicht aufgehängt haben und so versorgt, das sie bis zum nächsten grossen umstellen dort bleiben können.
  • die steuererklärung ist fertig geworden. zum ersten mal übermitteln wir sie komplett digital. der workflow war in diesem jahr noch nicht ganz optimal, auch zuviele belege noch in papier  vorhanden, nächstes jahr machen wir das besser.
  • ich habe mich auf die vorstandssitzung am kommenden mittwoch vorbereitet. nachdem ich ein thema auf die agenda habe setzen lassen fühle ich mich dafür veranwortlich, die rahmenbedingungen zur lösung des problems zu ermitteln.
  • allerhand kleinkram konnten wir so nebenbei erledigen, die letzten gewaschenen mützen wegräumen, platz im kleiderschrank im gästezimmer schaffen, waschmittel bestellen.
  • die grünguttonne haben wir auch noch gefüllt - immer noch ist das ziel möglichst viele der samenstände der kirschlorbeeren zu entfernen, bevor sie reif werden und abfallen.
sonst noch so:
die tochter hat eine biskuitroulade gebacken, die wir am nachmittag mit dem spontan hergeeilten sohn nebst freundin verzehrten. zum abendessen gab es lachsnudeln, dazu salat. am abend den letzten polizeiruf vor der sommerpause. (was schon sommerpause, das jahr hat ja gerade erst angefangen?)

gelesen: die geheimnisse der küche des mittleren westens, j.ryan stradal

Sonntag, 14. Juni 2020

13. juni 2020 - herrscht nun coro normal?

ich habe mir den heutigen titel von der aktuellen ausstellung im stadtmuseum in aarau ausgeborgt, das nach lockdown und wiedereröffnung sich spontan in einem interaktiven angebot der frage widmet, wie das museum als erinnerungsspeicher mit deraktuellensituation verfahren soll, aber auch was die notwendigen schutzmassnahmen für den betrieb des hauses und den austausch bedeuten. der titel enthält auch ein wortspiel, das ich zuerst nicht verstanden habe - das "coro" kann nämlich auch für ein lässig ausgesprochenes courant stehen, und der "courant normal" ist in der schweiz wo etwas wie der normale (geschäfts)gang der dinge.

ein bisschen ärgere ich mich jetzt, wo ich das nachgelesen habe, dass wir nicht wenigsten kurz ins foyer des stadtmuseums hinein geschaut haben. wir waren nämlich heute, nachdem ich mir am morgen neue brillengläser anmessen lassen hatte, im städtchen aarau unterwegs. zuerst holten wir die ausstellung der diesjährigen manor-preisträgerin denise bertschi nach, die tatsächlich nur aus drei räumen besteht. alleine die videoinstallation zu den beziehungen der aarauer industriellenfamilie zu brasilien war den besuch wert. auch wenn ich die arbeit nach wie vor eher aus historischer als künstlerischer hinsicht spannend finde, mag ich das assoziative vorgehen von bertschi.
das kunsthaus war am samstagvormittag extrem leer. die corona-schutzmasssnahmen bestanden vor allem aus der bereitgestellten handdesinfektion und einer begrenzten besucherzahl, die aber wohl bei weitem nicht ausgeschöpft war.

vom kunsthaus schlenderten wir durch das städtchen, das für einen samstagvormittag ebenfalls sehr ruhig wirkte, nur die strassencafés waren durchgehend gut besetzt. wir setzten uns auf den platz an der reformierten kirche, mit einem kaffee und gipfeli aus der bar garage in der sonne. weiter ging es dann an besagtem stadtmuseum vorbei und hinunter an die aare zur alten stadtgärtnerei. das war dann unser  erster zweckfreier bummel durch eine stadt, und auch mein erster cafébesuch nach dem lockdown.


überall begegnet man umstellung in den abläufen - am wenigsten noch in der aussengastronomie, aber zum beispiel eben auch in der gärtnerei, wo jetzt ein- und ausgang getrennt sind. und natürlich beobachteten wir, was sich verändert hat, wo man die auswirkungen deraktuellenlage spüren und sehen kann. an der oberfläche wirkt alles wieder fast normal, aber darunter, vor allem im umgang mit den menschen, bleibt eine verunsicherung zurück.


auch eine sehr persönliche verunsicherung - wie ernst nehme ich jetzt noch die schutzmassnahmen, wie ernst nimmt mein gegenüber sie? jetzt, in dem augenblick, in dem wir uns begegnen, aber auch ganz allgemein? wie nimmt mein gegenüber mich wahr, wenn ich mir bestimmte dinge - noch - nicht wieder zutraue? wird mir vorsicht als misstrauen ausgelegt? oder ist diese vorsicht nicht doch wirklich ausdruck meines misstrauens?
aber auch umgekehrt: was mute ich anderen mit meinem verhalten zu? wird mein gegenüber mir sagen, wenn sie von mir ein anderes, vorsichtigeres verhalten wünscht? welchen einfluss hat die art unsere beziehung darauf? nehmen wir rücksicht auf die schwächste, oder gibt der den ton an, der am wenigsten bedenken hat?

im grunde genommen müssen wir nun, wo nicht mehr vorgaben offizieller stellen unser verhalten stark reglementieren und einschränken, gesellschaftliches miteinander neu aushandeln. und das ist anstrengend.

sonst noch so?
am spätnachmittag sehr heiss und drückend, gegen abend starker wind, aber dann doch kein annähernd so starkes gewitter, wie befürchtet, nur einiges an regen.
zum abendessen pizza zu dritt, danach ein weiterer film von werner herzog mit klaus kinski, woyzeck. ich merke, dass ich grosse teile des texts immer noch sehr gut kenne, der film bleibt eng am theaterstück.

Samstag, 13. Juni 2020

12. juni 2020 -12 von 12 im juni 2020

da  ich über den tag gerne auch einmal am zwölften vergesse, fotos zu machen, habe ich mir heute den wecker gestellt und mich alle stunde daran erinnern lassen. und das habe ich fotografiert*:

7.30 uhr - frühstückskaffe - das grüne draussen spiegelt sich im ceranfeld

8.30 uhr - auf dem arbeitstisch liegt die gestern ausgelegte tasche zum filzen bereit

9.30 uhr - zwischenstadium (linke seite):  schon recht ordentliche schrumpfung, noch wenig form

11.30 uhr - geschrumpft und geformt. aber noch nicht fertig

12.30 uhr - die tochter hat henna auf dem kopf

13.30 uhr - lesepause

14.30 uhr - bad putzen ist auch noch dran

16.30 uhr - kaffeepause mit kai

17.30 uhr - es blüht wieder in der nurserie

18.30 uhr - shashiko-stickerei auf der tasche im werden

20.30 uhr - abendessen, es gibt schnitzel mit pommes und salat, das anrichten der zitrone auf ketchup ist optional


22.30 uhr - blick nach westen, der nachbar spielt die sommervariante der weihnachtsbeleuchtung in stenkelfeld durch.


gute nacht und vielen dank an caro, die heute wieder x mal 12 bilder bei sich versammelt!

Freitag, 12. Juni 2020

11. juni 2020 - halbfeiertag

heute war ja hier bei uns im aargau und in der ganzen schweiz so eine art halbfeiertag. in katholischen gegenden feiert man heute fronleichnam, in reformierten hingegen ist der fronleichnamstag ein ganz normaler arbeitstag. das führt dazu, dass die tochter schulfrei hat (morgen auch noch, dann feiern wir hier wieder mal den konfessionslosen st.brück), kai aber arbeiten muss und ich frei entscheiden kann. zugunsten des ausschlafens der tochter und auch, weil es immer was zu tun gibt, entschied ich mich für halbtags arbeiten. also arbeitsvormittag in der werkstatt, wo ich die schon länger in meinem kopf kreisende etwas grössere, aber nicht ganz tiefe filztasche mit 2 innentaschen und einem henkel zum über die schulter hängen sauber durchrechnete und auslegte. mit zweiter, farbiger schicht aussen und doch noch einem sehr zurückhaltenden muster auf mindestens einer seite schaffte ich es sogar erst auf 12.30 uhr nach hause.

zum mittagessen gab es die zweite hälfte des bohneneintopfs, den wir wieder nicht ganz geschafft haben.

danach gab es ein zweites mal in diesem jahr die knifflige aufgabe zu lösen, die pumpe des umwälzsystems dazu zu bringen, das wasser vom tiefer gelegenen bädle hochzupumpen. das geht mit einem trick, diesmal lief auch die pumpe nicht wieder heiss und wir mussten nicht ganz so lange probieren. nötig geworden war die aktion, weil an der pumpe so eine art sieb gereinigt werden musste und damit der unterdruck abgefallen war. (in einer der schlauen, wenn auch dürftigen ratgeber zum pool, die hier herumliegen, steht der satz: ihr pool braucht so viel pflege wie ein haustier. - der autor hat vielleicht eher an ein reitpferd gedacht, unser kater braucht jedenfalls deutlich weniger aufmerksamkeit, zumal er gerade wieder eine auswärtige essensquelle gefunden hat, aber dazu vielleicht ein andermal mehr.)

für den nachmittag hatte ich mit der tochter eine kleine shoppingtour verabredet, wovon allerdings der erste teil (brockenhaus) ausfallen musste, weil wegen zu. hm, das ist der nachteil solcher unklarer feiertagslagen, man kann nie wissen, was offen und was zu hat. bei unserem zweiten ziel hatte ich mich vorher schlau machen können, wir fuhren zum künstlerbedarf auf dem land. das war sehr nett mit der tochter durch die gänge zu schlendern und dinge anzuschauen, die wir nicht brauchen und dann doch noch ein paar kleinigkeiten zu finden, die wir brauchen könnten. jedenfalls ist der aquarellkasten wieder gut gefüllt, mit wünschen der tochter und primärfarben.


es gab sehr schönes buchbinderleinen in einem changierenden türkisgrün. ansonsten haben wir eher unspektakuläres wie leim und tinte gekauft.

zurück zuhause nahm ich einen chat wieder auf, den ich am morgen angeregt hatte und diskutierte ein bisschen über das für und wider eines besuchswochenendes, das dann aber wegen der unklaren wetterlage am kommenden samstag doch abgesagt wurde. schade, aber vielleicht besser so, weil wir wollten ja eigentlich schon die halbe nacht im garten sitzen und so richtig den sommer geniessen. geht vielleicht wirklich besser im juli.

die tochter buk kaiserschmarrn, dazu gab es erdbeeren - wir konnten schon wieder im garten sitzen, auch nach dem abendessen noch.

gelesen: die geheimnisse der küche des mittleren westens, j.ryan stradal
gesehen: hindafing (so ein quatsch)
gehört: die weisse frau, wilkie collins


Donnerstag, 11. Juni 2020

10. juni 2020 - cliffhänger

am morgen musste ich noch vor dem bloggen (und ja, auch deshalb ist der blogeintrag gestern nicht so lange ausgefallen) endlich mal einen stapel mails lesen, sortieren und teilweise beantworten. ausserdem waren rechnungen zu bezahlen und ich musste mich um hilfe an den mittleren sohn wenden, weil ich meine filzwerkstatt teil einer werbemassnahme ist und dafür für ein logo her musste. das meiste liess sich in zwei stunden erledigen, der rest wenigstens anschubsen oder auf eine abzuarbeitende liste verlagern und um kurz nach neun war ich dann auch in der werkstatt.

dort filzte ich zuerst einen sitzfilz fertig und dann noch einen zweiten. jetzt habe ich von meinem grossauftrag zwei drittel abgearbeitet und mir einen finger unterhalb des zweiten fingerglieds aufgerieben. es wird also eine sitzfilzpause notwendig sein. aber ich habe auch noch zwei, drei andere dinge auf dem zettel, das sollte also kein problem werden.

zum zmittag mit der tochter gab es reste der kässpätzle und grünen salat. beim telefonieren mit meiner mutter konnte ich ein garn zwirnen, das ich für einen filzauftrag brauche und anschliessend war zeit für eine lesepause. dann fiel mir leider auf, dass ich das einkaufen eventuell nicht auf den donnerstag verschieben würde können, weil hier teilweise fronleichnamstag als feiertag angesehen wird. ich recherchierte öffnungszeiten und kam zu dem ergebnis, dass die lebensmittelbesorgung sofort stattzufinden habe, da im engeren umkreis nur eine migros an fronleichnam offen hat. im laden war es dann überraschend ruhig, keine panischen vor-dem-feiertag-noch-schnell-den-grosseinkauf-erledigen-menschen unterwegs und relativ entspanntes einkaufen. zum erstem mal ohne gesichtsmaske seit märz. die fallzahlen sind hier so anhaltend tief und da ich annehme, dass das nicht ausschliesslich daran liegt, dass ich bei meinem wöchentlichen einkauf eine stoffmaske trage, die andere, aber nicht mich schützt, habe ich beschlossen, auf dieses accessoire heute zu verzichten. und wie gesagt: es war ja auch wirklich ruhig heute im laden. dafür habe ich es endlich geschafft, meinen einkauf wirklich kontaktlos zu bezahlen.

zurück zuhause räumte ich einkäufe und küche auf und sah noch kurz die tochter bevor sie zu einer probe verschwand. dann kochen (schon wieder ich, tausch mit der tochter wegen verschiebung der probe): es gab fenchel, aubergine und fetakäse in tomatensosse zu polenta und restreis. das wetter war wieder ganztätig regnerisch gewesen, am abend mit einigen wolkenbruchartigen spitzen, sodass ich den garten einen weiteren tag sich selbst überlassen habe. morgen muss ich mal nach den tomaten sehen.

nach dem essen ging es noch ein bisschen mit arbeit weiter, die angeschubsten dinge vom morgen waren zu ende zu erledigen und dann musste ich noch in vereinsdingen telefonieren. kommende woche habe ich die erste sitzung in einem vereinsvorstand, in den ich in abwesenheit gewählt wurde. findet so richtig in real und in einer wirtschaft statt, vielleicht muss ich da vorher mal noch am wochenende mit kai üben, wie das jetzt geht, auswärts in gastwirtschaften sitzen. oder auch lieber nicht.

als dann endlich feierabend war (kai telefonierte auch noch nach acht geschäftlich) wollten wir die erste staffel you zu ende schauen, dann gab es aber einen cliffhänger und plötzlich schauten wir auch noch die erste folge der zweiten staffel. wo das noch enden soll...

gelesen: die geheimnisse der küche des mittleren westens, j.ryan stradal
gehört: lage der nation, sehr theorielastige folge des corona-virus-update, anfang von servus,grüezi und hallo

Mittwoch, 10. Juni 2020

9. juni 2020 - kurz und knapp

ganzer filzkurs-tag. ein paar weisse filzfinken und eine glückliche filzerin als ergebnis. (ich muss mal schauen, ob ich noch ein foto von den schuhen bekommen kann!)

zuhause wurde ich am abend mit leckeren nudeln mit kefen, puffbohnen und spinat aus ernteanteil bekocht.

gelesen: die geheimnisse der küche des mittleren westens, j.ryan stradal
gesehen: you, noch eine folge, dann haben wir die erste staffel durch, dann ist aber auch mal gut!