Montag, 2. August 2021

1. august 2021 - tag fünf oder: die franzosen, die spinnen

sonntagmorgen, chonologisch: 

6.30 uhr, es klappert vor der terrassentüre, die tische fürs frühstück für das ganze hotel werden gedeckt. 

7.00 uhr, durch die halb geschlossene terrassentüre werden wir gefragt, ob wir kein frühstück wollen (haben wir gestern bei der anreise schon abbestellt). 

bis 8.00 uhr rumpelt es immer wieder draussen, es werden wohl besteckteile ergänzt oder stühle zurechtgeschoben. 

8.15 uhr: die erste französische familie erscheint mit zwei kindern zum frühstück auf der terrasse. 

8.30 uhr: es wird auf dem flur palavert, jetzt ist es rundherum so laut, dass man auch kaum mehr hört, dass draussen wohl ein wasserbassin eingelassen wird. 

8.45 uhr: ich möchte gerne nach hause, es regnet hier sowieso auch.

kurz darauf verliessen wir unser hotelzimmer - ohne die im übrigen mit einem aufschlag bezahlte "terrasse" vor dem hotelzimmer benutzt zu haben. 

die stimmung rettete im nieselregen dann eine patisserie, die sich unerwartet fast schräg gegenüber dem hotel finden liess, wo wir leckeren milchkaffee und dazu vienoisserien bekamen. ich mag das wort für die leckeren süssen stückle - kai ass eines mit mandeln, ich ein pain au chocolat. nach dem café hatte auch der regen wieder nachgelassen, wir gingen noch einmal zum hotel und sortierten unser tagesgepäck. und stellten das auto um, so dass es jetzt auf einem offiziellen parkplatz steht. und zwar so, dass wir am dienstag wirklich nur losfahren müssen und nicht 100 m rückwärts durch diverse torbögen und an anderen autos vorbei manövrieren. 

es dürfte also schon eher fortgeschrittener vormittag gewesen sein, als wir wirklich aufbrachen, die stadt noch sonntäglich ruhig und nur ein paar versprengte touristen unterwegs. wir wandten uns erstmal nach westen um zum fluss zu kommen, unterwegs passierten wir teile der universität und trafen auf zeichen studentischen lebens ausserhalb der sommerferien.

wir folgten dem fluss für ein, zwei brücken - er bildet eine art schlaufe um die innenstadt besancons - und verliessen ihn wieder an der pont battant, um ein stückchen durch ein viertel ausserhalb der flussschlaufe zu laufen. hier war ein kleiner markt aufgebaut, es gab auch strassenmusik und wir versorgten uns mit ziegenkäse und brot, das wir später in einem kleinen park mit ausblick über die stadt zu mittag assen. hinunter mussten wir den gleichen weg nehmen, überquerten auf einer brücke den halben fluss und fanden einen verwunschenen weg auf einer kleinen insel im fluss.

dann trödelten wir noch ein wenig durch innenstadtgassen, bis wir kurz nach zwei am frac, einem ausstellungsgebäude für moderne kunst, ankamen. da donnerte es schon in der ferne und es hatte viele dunkle wolken und just als wir das gebäude betraten, fing es an zu regnen. 



drinnen waren wir in der ausstellung "danser sur un volcan"  gut für knappe zwei stunden aufgehoben, draussen sahen wir es immer mal wieder heftig auf dem fluss regnen. gegenüber entdeckten wir aussengastronomie und ein schwimmbad, beides wegen regen oder vielleicht auch wegen ferien geschlossen. die ausstellung war spannend, mir ein bisschen zu viel körper und menschen, aber sehr abwechslungsreich. 

leider regnete es immer noch, als wir mit schauen fertig waren - aber da wir schon auf dem weg entdeckt hatten, dass es rundfahrten auf dem doubs gibt, hatten wir auch schon ein programm für den spätnachmittag. 

wir umrundeten also auf einem ausflugsschiff die stadt ein zweites mal und dabei auch noch wirklich vollständig, denn die ausflugsschiffe nutzen einen im neunzehnten jahrhundert angelegten tunnel unter der zitadelle, der die flussschleife abschneidet. 

los geht's mit einer schleuse, die uns aus dem seitenkanal auf flusshöhe bringt.

und aus der schleuse wieder raus, der regen hat aufgehört!

das gebäude des fonds régional d’art contemporain, diesmal vom fluss aus.

und da geht es hinein in den tunnel! mit dem schiff!

auf der anderen seite: vauban-befestigung.

und noch mal was von vauban.

nach einer stunde war die rundfahrt zu ende und mir war reichlich kalt und meine füsse in den sandalen waren endgültig zu nass für weitere spaziergänge. also kehrten wir für eine pause und einen kleiderwechsel ins hotelzimmer zurück. und um herauszufinden, dass quasi jedes restaurant ausserhalb der innenstadt gerade sommerferien oder zumindest am sonntagabend geschlossen hat. also entschieden wir uns - wenn schon, denn schon - für das nahegelegenste mit küche aus der franche-comté. mit reservierung, en ligne. 

da bekamen wir dann zwar einen platz, aber keinen gemütlichen, so dass wir gar nicht so sehr traurig waren, dass wir nach dem aperitiv keine getränke mehr bestellen konnten. ein burger mit lokalen zutaten und ein gratin aus ebensolchen schmeckten lecker, aber wir sassen so beengt neben der bar, an der gefühlt die ganze zeit eine menschenschlange ohne reservierung anstand, dass wir froh waren, bald wieder gehen zu können. pappsatt und damit total anders satt als am vortag mit dem leckeren vegetarischen menu suchten wir noch ein lokal um ein glas bier zu trinken, aber wurden nicht fündig. dafür entdeckten wir ein frühstückscafé für morgen, das ist dann ja auch schon ein plan!

Sonntag, 1. August 2021

31. juli 2021 - tag vier, von montbéliard nach bésancon

nach zwei tagen in montbéliard zieht es uns weiter den doubs hinunter. vorher sehen wir uns aber noch vor der herausforderung ein frühstück zu bekommen - wo wir gestern so viel glück und einen leckeren milchkaffee hatten und ein ganzes tablett an süssen stückle im fenster stand, ist heute gähnende leere. schade. uns wird bedauernd der bäcker in der fussgängerzone empfohlen, wo es leider nur kaffee aus pappbechern gibt. 

vor dem verlassen der stadt machen wir noch einen kleinen abstecher zur alten rennstrecke, da steht man aber einfach vor verschlossenen türen. also weiter dem fluss entlang, zuerst auf einer etwas grösseren strasse, dann, als wir entdecken, dass wir auch der ganz kleinen strasse am fluss folgen können, wieder mit niedriger reisegeschwindigkeit, dafür um so mehr spass.

an einer schleuse rasten wir und essen das mitgebrachte brot mit käse und thunfischpaste. wir haben glück und es kommt tatsächlich ein boot, das die schleuse benutzt. wie sie den mechanismus auslösen ist uns unklar, es gibt signale, wenn sich die schleusentore schliessen, aber vielleicht funktioniert alles mit kameraüberwachung oder automatisch, es bleibt uns unklar. 



unterwegs sehr viel land, kühe, radfahrer und einige malerische dörfchen. über dem doubs manchmal felsen und eine bahnstrecke. in baume les dames machen wir noch eine rast und versuchen einen kaffee zu trinken, finden aber nur restaurants, die ihre tische draussen gedeckt haben. später, als wir wieder zum parkplatz laufen, ist dann ein café geöffnet, es hatte nur mittagspause. wir vermissen die italienischen bars und haben nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet der kaffee so ein problem werden würde. 


kurz vor besancon verändern sich die kleinen orte am fluss, sind nicht mehr ländlich, sondern eher touristisch, da sehen wir dann aber schon die zitadelle beinahe über uns. die anfahrt zum hotel ist uns schon als kompliziert angekündigt, wird aber noch dadurch erschwert, dass der tunnel unter der zitadelle geschlossen ist und wir auf dem anderen weg, den wir dem navigationssystem entlocken, mitten in einer demonstration der gegner des pass sanitaire landen. einen moment lang haben wir bedenken, dass früher oder später eines der mitgeführten schilder auf unserer windschutzscheibe landen wird, dann springt die ampel auf grün und wir können glücklicherweise der menschenmenge ausweichen. 

wir umfahren die stadt und lassen uns in die fussgängerzone navigieren, die ihre pforten nach angabe des hotels auch für autos öffnet, ideal ist eine anreise am samstagnachmittag eher nicht, aber wir schaffen es wieder nicht bis zum hotel. eine weitere coronamassnahmengegnerdemo findet in der innenstadt statt, oder vielleicht sind die von vorhin auch weitergezogen. wir stehen mitten auf der fussgängerzone, können weder vor noch zurück, wollen aber vor allem eines nicht: noch einmal mitten drin landen. am ende rettet uns ein taxifahrer mit den worten "vous etes perdu?" und fährt uns voraus zu einem parkplatz, wo  wir zuerst einmal unser auto abstellen können. 

unter umgehung der demo gehen wir mit leichtem gepäck zu fuss zum hotel und checken ein. das zimmer (oder ein anderes) wurde sehr optimistisch fürs internet fotografiert, es ist klein und dunkel, aber immerhin kann man vor dem zimmer auf einer terrasse sitzen. das hotel ist in einem hinterhof gelegen und sehr ruhig, nur vereinzelt dringen noch rufe und der lärm der tröten bis hierhin durch und ändern irgendwann die richtung, aus der sie kommen. wir brechen auf, um unser auto zu holen, für das uns ein parkplatz im eher engen hinterhof zugesagt worden ist. das spiel mit der telefonischen anmeldung für die fussgängerzone kennen wir ja schon und tatsächlich ist der weg zum hotel frei. nur stellt jemand direkt vor uns sein auto auf den uns versprochenen parkplatz, dem just dieser platz auch zugesagt wurde. die ältere dame an der rezeption hat uns vielleicht schon wieder vergessen? 

wir lassen unser auto dann einfach vor einem anderen tor, das scheint auch in ordnung zu sein und gedanken übers rausfahren können wir uns ja dann am dienstag machen, wenn wir wieder weiter müssen. oder dürfen. 

denn nachdem wir uns leidlich im sehr engen und vollgestellten zimmer eingerichtet haben, wird klar, dass die terrasse natürlich allen hotelgästen zur verfügung steht und man im zimmer, wenn man nicht glastüre und vorhänge schliessen will, keinerlei privatsphäre geniesst. es ist ein bisschen so, als ob der nachbar auf dem campingplatz seinen tisch direkt vor unserem zelteingang aufgestellt hätte. glücklicherweise regnet es aber gerade und die nach uns eincheckenden besucher schauen sich jeweils nur kurz im garten um. wir müssen also vorerst nicht zwischen keine rückzugsmöglichkeit und zivilschutzbunker (so fühlt sich das zimmer mit geschlossenen fenstern und vorhängen an) wählen. 

später brechen wir auf, um uns ein restaurant zu suchen. auch schwierig, denn da es immer noch regnet, steht deutlich weniger platz zur verfügung und so sind die geöffneten restaurants mehrheitlich ausgebucht. oder wir wollen  nicht alleine im saal im ersten stock oder unter einer tropfenden markise essen. am ende aber geht die suche auf die glücklichste aller arten zu ende: wir bekommen einen tisch am fenster in einem asiatisch-vegetarischen lokal, wählen dort das menu und werden mit vier leckeren gängen für das ganze durcheinander des tages entschädigt. am ende sind wir so satt, dass wir das angebotene dessert ausschlagen müssen, obwohl das sicher auch noch sehr spannend gewesen wäre. 

das amuse-geule: rettichsalat.

meine erster gang: salat aus grünen bohnen mit pilzen und einer sauce mit irgendwas mit sesam.

kais erster gang: gemüse in reispapier, mit knoblauch und koriander

kais zweiter gang: frühlingsrollen

mein zweiter gang: nems revisité, interessante konsistenz und lecker, aber keine ahnung was das war. 

mein dritter gang: sushi, vegetarisch

kais dritter gang: ravioli, diesmal hatte er den part, nicht zu wissen, was das ist.

der letzte gang war gleich: spiesse mit gemüse, pilzen, frittiertem tofu, dazu reis und kokossüppchen.

im hotelzimmer versuchen wir uns an einem arrangement mit jalousie und dahinter geöffneter terrassentüre und gehen schlafen. draussen regnet es wieder.  

(das schreiben und mit fotos versehen dieses blogposts wird erheblich durch ein nicht sehr leistungsfähiges w-lan gestört, weswegen eventuell noch bilder vom leckeren essen später hinzukommen könnten).

Samstag, 31. Juli 2021

30. juli 2021 - tag drei in montbéliard

 und zwar  diesmal wirklich im städtchen. nach zwei abenden restauranterkundungen hatten wir zwar kurzfrsitig das gefühl, uns schon fast ein bisschen zu gut auszukennen, aber wir hatten ja auch noch pläne...

erster teil des plans: nicht im hotel frühstücken. denn das frühstücksbuffet war zwar nicht schlecht, aber letztendlich zu üppig und am zweiten tag sicher nicht spannender als am ersten. also machten wir uns auf die suche nach eine café... und das war dann überraschend schwierig, denn so viel hat hier morgens auch noch nicht auf. aber eine patisserie, in der wir dann unseren milchkaffee und viennoisserien bekamen. 



zweiter teil des plans: das schloss besichtigen, das die stadt der jahrhundertelangen württembergischen herrschaft zu verdanken hat. hier in mömpelgart haben meist irgendwelche männlichen verwandten der grafen und herzöge von württemberg regiert, haben die reformation gebracht und vor allem im siebzehnten jahrhundert mit heinrich schickhardt grosse bautätigkeit entfaltet. ganz einfach war es wohl nie, die ringsum von französischen gebiet umgebene grafschaft zu halten aber so richtig zu ende war es mit den württembergern hier erst mit napoleon. 

die beiden arg an das alte schloss in stuttgart erinnernden türme heissen nach dem paar, das am beginn der württembergischen exklave stand: henriette (der hellere, rechte turm) und frédéric (friedrich, der turm aus roten sandstein). 

ausschliesslich mit einer führung kann man auch die oberen stockwerke der beiden türme anschauen, die führung natürlich nur auf französisch, all zu viel haben wir nicht verstanden, aber immerhin viel gesehen.


auf dem schloss und in der sommerresidenz im nahegelegenen étupes ist auch sophie dorothea aufgewachsen, die später den russischen grossfürsten paul heiratete und so zur schwiegertochter von katharina der grossen wurde. das schloss in einem nahegelegenen örtchen gibt es nicht mehr, es wurde während der französischen revolution dem erdboden gleichgemacht. 

nachdem wir uns auch noch in der kunstsammlung des schlosses ein wenig umgesehen hatten, nahmen wir uns brot und käse für teil drei des plans in den park der stadt mit. die grosse grünanlage liegt zwischen dem fluss allan und dem rhein-rhone-kanal und ist eine art themenpark mit etlichen naturwissenschaftlichen stationen, aber auch mit einem labyrinth und kiosk. 

wir folgten dem rhein-rhone-kanal noch ein stückchen und als wir am äusserten ende des spaziergangs waren, kamen wir in ein gewitter. beim unterstehen unter einem baum (es hatte reichlich), sahen wir immerhin einen eisvogel einen kleinen entwässerungskanal entlangflitzen. tropfnass, der baum war irgendwann nicht mehr sehr dicht gewesen, kamen wir mit einem kleinen umweg über die katholische stadtkirche zurück zum hotel und waren erst einmal eine weile mit trocknen beschäftigt.

die abendliche restaurantauswahl war ein missgriff - eigentlich hätten wir marrokanisch essen wollen, das ausgewählte restaurant hatte aber zu, was weder an der türe noch im internet zu finden war. anstattdessen landeten wir in einer schlechten pizzeria, glücklichweise wenigstens im aussenbereich. 

ach ja, und dann ist ja auch noch immer pandemie. vielleicht haben sie davon gehört, dass in frankreich die coronamassnahmen wieder verschärft worden sind und man jetzt nur noch mit einem covidzertifikat ins restaurant oder in mussen kann? die franzosen hier vermutlich alle nicht. oder halt, eine ausnahme gab es: in der gestern besuchten kapelle wurde beim eintritt unser barcode gescannt... aber halt auch kein ausweis kontrolliert... ansonsten nada, nix, niente strenge massnahmen. gestern wurde sogar durchgehend ohne maske bedient und zwar sowohl draussen als auch drinnen. der chef des hauses begrüsste stammgäste mit handschlag oder wangenküsschen. na, immerhin stammgäste werden wir bei den faden pizzas nicht werden. 

später spazierten wir noch ein bisschen durch die stadt und fanden dies und das fotografierenswerte.

in montbéliard ist auch der hauptsitz von peugeot.


und auf dem heimweg dann, schon in der strasse vom hotel gab es dann noch ein bier in dieser bar.



 



Freitag, 30. Juli 2021

29. juli 2021 - zweiter tag unterwegs: notre dame de ronchamp

 apropos übernachten mitten in der stadt: 

ausblick beim bloggen (es gibt nur einen winzigen schreibtisch im zimmer an der unattraktivsten ecke, so dass ich vom bett aus bloggen musste).

... und blick aus dem fenster. noch vor dem frühstück.

frühstück gab es heute im grossen speisesaal des hotels, der eigentlich ein foto wert gewesen wäre, aber ich war schon mit einem buffetfrühstück und der tatsache, dass man sich kaffee selbst aus der maschine lassen musste, ein wenig gefordert, zumal ja peripandemisch jeder gang zum buffet mit dem aufsetzen der maske verbunden ist. morgen dann vielleicht doch lieber draussen im cafè, jedenfalls dann, wenn das wetter gut genug dafür ist.

nach dem frühstück starteten wir in richtung norden, auf kleinen strässchen, teilweise entlang des flüsschen lizaine und ich überlegte, wie lange man brauchen würde, um mit tempo dreissig ganz frankreich zu durchqueren. wir sahen aber auch ausnehmend viel und entdeckten eine badestelle in einem weiher. 

aber zuerst stand kultur auf unserer agenda: 

die kapelle notre dame de ronchamp wurde in den fünfziger jahren von le corbusier an stelle einer während der befreiungskämpfe 1944 zerstörten wallfahrtskapelle gebaut. nach aussen hin dominiert der eindruck eines "leuchtturms, der die pilger anzieht". 

innen spielt vor allem das licht eine grosse rolle. in beide seitenwände sind zahlreiche lichteinlässe gebaut, die themen der natur und der marienverehrung aufgreifen.







mich überraschte, wie wenig perfekt das ganze wirkt - viele der verwendeten materialien zeigen deutliche zeichen der verwitterung und die bemalung der fenster wirkt sehr spontan und teilweise halbfertig oder schon wieder abgewischt. 

neben den fenstern gibt es in der kapelle noch drei seitenkapellen, die quasi in die aussenwand eingewickelt sind. sie bekommen licht ausschliesslich von oben.


die kleinste kapelle leuchtet rot von den wänden her.


die grösste und höchste kapelle bekommt ihr licht aus dem turm. die glocken hängen übrigens ausserhalb der kirche, von le corbusier vorgesehen war ein elektronisches system anstelle von kirchenglocken, das aber nie realisiert wurde. 

neben der kirche kann auch das ursprüngliche pilgergebäude besichtigt werden.


 


heute finden pilger ihre unterkunft im kloster im neuen kloster, das erst nach dem jahrtausendwende von renzo piano entworfen und gebaut worden ist. es ist mehr oder weniger in den hügel hineingebaut und wir haben es zwar angeschaut, aber auf das fotografieren verzichtet. 

insgesamt haben wir uns viel zeit für das erkunden des geländes gelassen und sind anschliessend nur noch zum badeweiher gefahren. 


 tipptopp badeplatz, sogar von der wasserwacht beaufsichtigt, obwohl man nur in einem abgesperrten bereich, in dem man fast noch stehen konnte, schwimmen durfte. 

den rückweg nahmen wir dann über grössere strassen auf der suche nach einem nicht all zu grossen supermarkt, für wasser und kekse. hotelzimmerpause. 

am abend nahmen wir eine apero auf dem schlossberg und assen später in einem bio-restaurant leckeres hühnchen und fisch.

Donnerstag, 29. Juli 2021

28. juli 2021 - erster tag der reise: zuhause bis montbéliard

 unterwegs waren wir schliesslich fast doppelt so lange, gegen neun uhr sind wir nach gebührender verabschiedung gestartet und waren kurz nach vier uhr im hotel. 

zuhause regnete es beständig und sah auch nicht nach besserem wetter über den tag aus, aber wir hatten glück und schon nach überquerung des bözbergs fiel kein regen mehr. ich hatte mir vom routenplaner eine strecke ohne mautstrassen aussuchen lassen, die uns zunächst durchs fricktal, dann über gelterkinden in richtung liestal führte, dann wieder über die hügel zuerst durch baselland, dann durch solothurnisches gebiet. kurz vor laufen entdeckten wir über uns die ruine gilgenberg. und weil gerade in diesem augenblick ein wegweiser auftauchte, bogen wir ab und liefen ein paar schritte zur ruine hinauf. die war zwar von unten schöner als von oben und nahem, aber immerhin hatten wir uns die füsse vertreten und auf einem fast trockenen bänkle ein paar trauben und kekse gegessen. 

ruine von unten

ruine seitlich, blick auf jurafelsen

urlaub ist, wenn man zeit hat, einer schnecke beim auszutzeln der samenstände des gewöhnlichen rainkohls zuzuschauen.

 

weiter ging es dann über laufen und delsberg nach st. ursanne. wir hätten gerne an der überaus hübschen strecke durch die berge gerastet, aber irgendwie war alles entweder privat oder abgesperrt oder beides. hier müssen regelmässig radrennen durchfahren, man sah neben der strasse allerhand podeste und kleine balkons - vielleicht macht hier ja sogar die tour de france einen abstecher in die schweiz? 

in st. ursanne hielten wir dann am idyllisch gelegenen bahnhof und verzehrten unsere mitgebrachten brote. hier waren wir schon einmal vor vielen jahren gestrandet, nach einer wanderung durch die hügel über dem doubs und vor der rückfahrt mit dem bus zum ferienhaus. st. ursanne durchquerten wir einfach mal und fuhren gleich weiter in richtung französische grenze. 

erste überquerung des doubs, gleich nach der grenze zu frankreich. wir standen mitten auf der strasse, weil einfach nichts los war. später kam ein auto, das es eilig hatte, aber da waren wir schon wieder losgefahren. und sonne!

wir folgten wie geplant dem flüsschen, das hier immer mal wieder aufgestaut wird, zur stromgewinnung. am ufer viele kleine ferienhäuschen, manchmal auch hüttchen. ich denke, da wird viel gefischt, aber halt nichts los. für einen kaffee mussten wir bis saint hippolyte fahren und auch dort: ein einziges cafè hatte offen, ansonsten leere schaufenster und läden. dass es hier wenig touristisch sein würde war uns schon klar, aber dass quasi die komplette bevölkerung entweder in ferien oder schon lange weggezogen ist?!

in richtung montbeliard wurde es dann immer belebter, hier auch viel industrie am fluss und innerhalb der ortsgrenzen ist das baden verboten. das wird dann immer gleich am ortsschild verkündet. nach guter alter historikerweisheit: ich vermute, dass etwas, das derart plakativ mit einem verbot belegt ist, massenhaft ausgeübt wird, oder zumindest wurde. man müsste jetzt nur noch die schönsten badestellen finden. 

für die letzten meter bis zum hotel nutzten wir die navigation, was auch ganz gut war so, vermutlich wären wir sonst nicht in das strässchen hineingefahren, an dem wir nun für drei nächte einlogiert sind. sogar ein parkplatz im innenhof ist vorhanden und wir haben nur ein paar schritte, um wirklich mitten in der stadt zu sein. 

das nutzten wir dann auch gründlich und erkundeten kreuz und quer die teilweise autofreien gassen der innenstadt, fanden ein kleines restaurant, in dem wir tartines assen und landeten schliesslich doch noch auf dem schloss, das einmal ein württembergischer graf oder herzog hat bauen lassen. dort allerdings waren wir nur mässig willkommen, denn der schlossberg wird am abend mit einer gittertüre verschlossen. ansonsten gibt es oben einen kiosk, der nun auf unserer wunschliste gelandet ist. 

blick vom schlossberg, aber mit gebäude in württembergischem renaissancestil.
 

drunten in der altstadt fanden wir dann aber noch eine weinbar, vor der wir noch ein bisschen sitzen konnten, bevor wir uns im hotel schlafen legten, nicht ohne vorher noch eine weile dem nächtlichen betrieb der stadt gelauscht zu haben.