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Montag, 2. Dezember 2024

wochenende - 1. advent 2024

was für ein wochenende! im prinzip habe ich an beiden tagen gearbeitet, und wenn mans genau nimmt, halt nicht nur im prinzip. 

am samstag haben wir gemütlich gefrühstückt, ein bisschen die kommende woche strukturiert, ich habe noch schnell die beiden vollkornbrote gebacken, die ich am freitagabend vorbereitet hatte und dann hat mich kai gegen zwölf uhr auf den weihnachtsmarkt nach oberrohrdorf gebracht. 

so, oder so ähnlich war mein ausblick nach dem aufbau die nächsten sechs stunden. und ja, genau, da steht niemand vor dem stand und schaut sich meine waren an, sondern es ist ziemlich leer. besucher hatte es schon auf dem markt, aber halt vorwiegend sehr scheue, die sich kaum einmal getraut haben, an meinem stand stehen zu bleiben. so wenig mit marktbesuchern gesprochen habe ich auch noch selten. nach dem eindunkeln habe ich dann immerhin ein bisschen was verkauft - standmiete bezahlt, und ein bisschen mehr. was mich mehr als die fehlenden einnahmen schmerzt, ist das geringe interesse oder die fehlende neugier auf neues. auch eine erfahrung. 

am sonntagmorgen wollte ich unbedingt stollen backen, damit wenigstens mal ein weihnachtsgebäck vorbereitet ist. also stand ich gegen sieben zum ersten mal und dann so ungefähr alle halbe stunde auf, um handgriffe am klassischen weihnachtsstollen zu erledigen. 



zwischendurch gab es ein gemütliches frühstück, anschliessend drapierte ich eine weihnachtsdeko in unser wohnzimmerfenster und kurz nach elf waren drei stollen fixfertig gebacken, gebuttert und gezuckert. 


um halb zwölf wurde ich nämlich im ennetraum erwartet (oder halt auch wieder nicht erwartet, da muss ich mich auch erst noch dran gewöhnen, an diesen nahezu italienisch anmutenden umgang mit zeitangaben) und dann ging es schlag auf schlag mit den vorbereitungen für einen nachmittag, an dem familien und kinder grittibänze backen konnten. 


 in zwei gruppen wurden 48 grittibänze geformt, verziert und gebacken. 

in der ersten gruppe gab es viele verschiedene slawische sprachen zu hören (eventuell habe ich eine konversationspartnerin für tschechisch gefunden) in der zweiten gruppe viel französisch. während die teigmännchen buken, konnten die kinder noch ein bisschen spielen und die erwachsenen kaffee trinken. 

mit anschliessendem aufräumen ging die ganze veranstaltung bis kurz nach sechs am abend - und anschliessend hätte ich gerne ein wochenende gehabt. anstattdessen geht es die kommende woche schlag auf schlag weiter mit einem auftrag, einem filzkurs und verschiedenen einsätzen im ennetraum. 

immerhin habe ich am freitag noch schnell die entstehende häkeldecke "sophies universe" fotografiert, vielleicht wollen sie ja sehen, wie ich vorangekommen bin: 

das ist der stand nach dem fünften musterchart oder nach 45 runden. (mit sonne am freitagmittag).


Sonntag, 12. März 2023

12 von 12 im märz 2023

zum frühstück hatten wir besuch und zum fotografieren bin ich nicht gekommen. aber zu mittag hat es mal aufgehört zu regnen und da bin ich im garten nach dem frühling schauen gegangen. veilchen und feuerwanzen sind schon da. 
 

die magnolie blüht noch nicht wirklich. vielleicht ist das auch besser so, soll es doch diese woche noch mal frost geben.


die glockenhasel ist auch schon am start.

und die lupine hat sich endgültig entschieden zu bleiben. bloss fing es auch gleich wieder zu regnen an und ich verzog mich an den schreibtisch.

um ein kniffeliges strickproblem zu lösen. hat geklappt.

die nächste regenpause nutzte ich, um einige brombeerranken zu ernten.

ich darf nämlich wieder mal ein buch rezensieren - und möchte zumindest ein paar der angesprochenen versuche zur fasergewinnung ausprobiert haben. allerdings ist jetzt nicht die ideale zeit zur brombeerrankengewinnung. ich werde es trotzdem versuchen, es sieht allerdings nach viel arbeit aus, nach sehr viel arbeit.

schon schneller geht ein anderer versuch mit den überresten der gladiolen vom letzten jahr - oder vielmehr mit dem, was ich davon auf dem weg zum kompost verloren habe.

die erwiesen sich nämlich als gerade genug angerottet und durch den regen der letzten tag eingeweicht...

... dass ich daraus eine schnur drehen konnte.

flott musste ich mich danach an die zubereitung des abendessens machen, denn auch dazu hatten wir besuch.

auf dem teller: ofengemüse aus kartoffeln, pastinaken, gelben und orangen rüebli und sellerie, dazu salat und ein dip aus diversen restlichen milchprodukten mit schnittlauch. 

nur mit müh und not (aber ganz ohne schummeln) habe ich heute 12 bilder zusammenbekommen - trotzdem schicke ich sie gerne zu caro, die auch heute wieder viele 12er sammelt!
 

und so sah es in den letzten jahren im märz hier so aus: 

12von12 im märz 2022

12von12 im märz 2021

12von12 im märz 2020

12von12 im märz 2018 

12von12 im märz 2017 

12von12 im märz 2016 

12von12 im märz 2015 

12von12 im märz 2013 

12von12 im märz 2012 

12von12 im märz 2009

samstag statt woche 10.

 langweilige woche, die gegen ende noch fahrt aufgenommen hat, weil ich mich 1. doch daran erinnert habe, dass es ein paar dinge zu erledigen gibt (elektronikschrott wegbringen, staubsauger reklamieren) und wir 2. am samstag wegen ausstellung, stadtspaziergang und muschelessen nach zürich gefahren sind. 

deshalb keine woche, sondern eine samstagszusammenfassung. 

das wetter war eklig angesagt und nach der zweiten stürmischen nacht (die tote nachbarstanne steht immer noch) schneite es am samstagmorgen auch noch. im grunde war uns das aber egal, weil wir ja schon zum muschelessen reserviert und ausserdem den plan hatten, in der stadt im notfall von zufussgehen auf tram- oder busfahren ausweichen zu können. es kam dann ein bisschen anders, aber immerhin hatte jeglicher niederschlag auch gerade mal aufgehört, als wir um die mittagszeit aufbrachen. 

aus gründen nehmen wir gemeinsam immer einen zug, der nicht direkt zum hb zürich durchfährt und nutzten die gelegenheit, in altstetten auf ein tram umzusteigen. ich hatte mich ein bisschen verwirren lassen und angenommen, das tram würde uns direkt in die nähe des haus konstruktiv bringen, was aber nicht der fall war (eigentlich eine der wenige tramlinien, von denen ich zumindest ungefähr weiss, wo sie durchfährt) und was dann aber andererseits ganz vorzüglich passte. wir gingen also erst mal bummeln und dann schauen, dazu liessen wir ins niederdorf fahren, das samstäglich gut mit touristen gefüllt war - unklar ist, ob wir auch welche sind, da wir ja auch nicht gerade stadtzürcher sind. ohne wirkliche pläne (be)suchten wir ein paar lieblingsläden, unter anderem füllten wir die pfeffer- und kaffeevorräte im kolonialwarenladen auf. dann querten wir limmat und stadt und gelangten einigermassen punktgenau zur sihl und zum haus konstruktiv. unser ziel war die erste einzelausstellung einer künstlerin, von der mir kai zu weihnachten einen druck geschenkt hat und der nun, nachdem wir ihn rahmen haben lassen, seit ein paar wochen im esszimmer hängt. 

leider spiegelt sich das draussen auch bei schlechten wetterverhältnisse im glas. anstelle eines fotos erkläre ich ihnen, was sie nicht sehen: die gesamte fläche des bildes ist mit einem millimeterraster bedeckt, so wie man es vom millimeterpapier kennt. einzelne von oben nach unten verlaufende linien sind aus dem raster herausgelöst, entweder fehlen sie ganz, oder sie ringeln sich wie fäden, die aus einem gewebe gezogen wurden. ich mag gerne diesen überraschungseffekt, diese changieren zwischen raster und textil, der auch ein bisschen witzig-humorvoll ist. 

athene galiciades, die künstlerin, von der das bild stammt, hat nun im haus konstruktiv einen grossen ausstellungsraum mit zwei zusätzlichen kammern bekommen. darin überwiegend grossformatige zweidimensionale arbeiten, bemalte skulpturen und insgesamt vier grosse als halbzelte gespannte grüne blachen. einen schönen überblick bietet die einführung von der kuratorin, die man auf der seite des musems anschauen kann. 

ich zeige ihnen hier mal, was mir besonders aufgefallen ist. dazu gehört, dass ich diese bild nicht anschauen konnte, ohne direkt ein flächiges und davor vier dreidimensionale webmuster zu sehen.

das übrigens auch nicht. hier wäre dann übrigens dreirichtungs- oder triaxiales weben drin. als durchbrechung der strengen muster tauchen bei frau galiciades immer wieder schlangen und andere tiere auf.

die schlangen gibt es auch in abstrakt. und wieder ein körper, der aus der fläche herauszutreten scheint. und das ganze dann wieder ineinander "verflochten".


die fehler in der shelter-plane waren wohl eher zufall, aber erinnerten mich schon sehr ans "fehlerhafte" millimeterpapier. 

eine grosse ausstellung war das nicht, trotzdem gewannen wir einen eindruck vom arbeiten von frau galiciades - auch durch das künstlergespräch der kuratorin mit der künstlerin. und glücklicherweise war sie mir sympathisch - ich hatte mir im vorhinein schon überlegt, wie das wohl wäre, wenn ich das bild einer unsympathischen person im esszimmer hängen haben müsste, einfach weil mir das bild gefällt, ich aber immer wieder an das unsympathische erinnert werden würde. 

am museum diskutierten wir über den weiteren stadtspaziergang und einigten uns auf eine hybride vorgehensweise, indem wir grob der tramlinie folgen wollten, die uns auch an unser nächsten ziel hätte bringen können. nach ein paar schritten stiessen wir dann auf wasserwerfer und kantonspolizei in vollmontur, anlass nicht etwa fussball, wie wir beim vorbeifahren am bahnhof zuerst vermutet hatten, sondern eine nicht genehmigte demo der organisierten autonomen zum frauentag. (falls sie sich für die forderungen interessieren und wissen wollen, warum es sich eine nicht genehmigte demonstration sein muss, lesen sie beim link unter dem 8.3.2023 nach.) das fanden wir aber erst auf höhe des helvetiaplatzes heraus, wo dann schon eine seltsam gedämpfte stimmung herrschte, quasi ohne autoverkehr, aber auch ohne jegliche bus und tramverbindungen, dafür viele zu fuss gehende in allen richtungen. sie ahnen schon, was kommt: dem demonstrationszug ausweichend gingen wir weiter zu fuss in richtung hardbrücke, ab und zu kam zwar ein tram oder ein bus, aber halt weniger nach fahrplan und fast ausschliesslich stadteinwärts. wir besuchten ein möbellager, sahen uns vor dem justizgebäude die ausrüstung der polizisten noch mal genauer an und trafen schliesslich mit müden beinen in der zentralwäscherei ein, deren café ich gerne mal ausprobieren wollte. wir ruhten uns ein bisschen aus, dann gings weiter über das viadukt zuerst zu einem urbanen pflanzenladen (vulgo gärtnerei) und dann zum muschelessen. die nächsten muscheln essen wir dann, wenn sie sich über den sommer wieder ein bisschen fleisch auf die fehlenden rippen gegessen haben, aber schon das sitzen im café des amis tat gut - mal ganz abgesehen vom alkoholfreien aperitiv.

ich hab ihnen von unterwegs noch ein paar aufkleber mitgebracht, die ich ganz lustig fand: 

ich mag es wenn botschaft und bildsprache ein bisschen reibung im gehirn verursachen - ausserdem: die urheberschaft!

funktioniert nur, wenn man die dazugehörige wurstmarke kennt, botschaft fragwürdig?

das hätte das känguruh gesagt, wenn es schweizerdeutsch könnte.

Montag, 12. September 2022

wochenende, 10. und 11. september 2022 - tage des europäischen denkmals

schon seit vielen jahren bekomme ich von der nationalen informationsstellen zum kulturerbe (kurz: nike) das unter dem titel hereinspaziert.ch publizierte programm der schweizerischen beiträge für die tage des europäischen denkmals zugesandt. in diesem jahr war das thema "freizeit" - und es lag nicht am thema, dass ich das angebot recht gründlich angeschaut hatte. leider nicht gründlich genug, um uns rechtzeitig für eine architekturführung durch eines der zürcher freibäder anzumelden, aber immerhin früh genug, um noch reichlich alternativen parat zu haben. 

für den samstag haben wir uns dann etwas ausgesucht, was wir am nachmittag mit den velos erreichen konnten, denn am vormittag mussten wir noch ein bisschen gartenarbeit erledigen. durch die etwas interessante linienführung der neuen umzäunung ergibt sich nämlich eine art blinddarm in unserem garten. ein stück land hinter dem sichtschutz (von uns aus gesehen, die nachbarn sehen zaun und dahinter den sichtschutz), zugänglich nur über einen schmalen durchlass von einer seite. also das fleckchen erde gab es schon vorher und es wurde auch bisher nicht wirklich genutzt oder gepflegt, von beiden seiten der grenze. jetzt gibt es zwei durch den zaun geteilte ungenutze flächen und ich habe beschlossen, dieses brachland hinter oder unter gebüsch verschwinden zu lassen. jedenfalls auf unserer seite. und für den fall, dass irgendwann der sichtschutz umfällt. und akut, weil der anblick wirklich nicht schön ist. schösslinge gibt es genügend an den rändern des grundstücks, vier davon habe ich also am samstagvormittag mit und ohne hilfe von kai ausgegraben und an den gewünschten platz versetzt. (drei hainbuchen und ziemlich sicher eine mehlbeere) 

danach gab es zwetschgenkuchen, und dann radelten wir in richtung dietikon, zum minigolfplatz. diese anlage aus den späten sechzigerjahren wurde in den letzten jahren unter den schutz der denkmalpflege gestellt und gemeinsam mit einem verein als freizeitangebot für die dort wohnenden menschen gerettet. wir erfuhren bei einer partie auch, dass die einzelnen hindernisse genormt sind, dass es meisterschaften im minigolf gibt und dass die anlage in dietikon sehr gut in originalem zustand erhalten ist. 

lustig war auch, dass wir mit einer zürcherin zu einer gruppe zusammengewürfelt worden waren. und uns auf anhieb gut verstanden, so dass wir uns plaudernd , nach hindernis zehn auch mit getränken durch 18 hindernisse spielten. 

eigentlich eine gute idee - könnte man gut auch mal mit bekannten machen: eine partie minigolf spielen. 

wir waren dann spät zurück, hatten aber noch grosse kochpläne. im gemüsekistchen hatte sich schöner mangold befunden, den wollten wir in capuns, eine bündner spezialität, für die die mangoldblätter mit einer art spätzleteig, angereichert durch luftgetrocknete wurst, gefüllt werden. abendessen gab es deshalb erst gegen neun. das machte aber niemand so richtig etwas aus, es war ja wochenende.

am sonntag konnten wir also ein bisschen ausschlafen und gemütlich am gewächshaus frühstücken. zwei verschiedene ideen hatten wir für den heutigen tag aus dem denkmalstagführer ausgesucht, wir hatten die auswahl zwischen ziegelei und offenem garten. beide varianten waren nicht mit dem velo zu erreichen, aber eine halbstündige autofahrt brachte uns nach cham, zur ziegelhütte. 

was wir aufgrund der fotos und der beschreibung erwartet hatten: eine industrielle ziegelei mit riesigen bergen von hohlblockziegeln.

was uns anstattdessen erwartete: die letzte noch erhaltene handziegelei im kanton zug. hier wurde von der familie lörch neben einer selbstversorgerlandwirtschaft von mitte des neunzehnten jahrhunderts bis 1933 mit dem lehm aus der nahegelegenen lehmgrube von hand ziegel geformt und drei bis viermal im jahr gebrannt.
 


wir hatten viel zeit für die erkundung des geländes auf eigene faust eingeplant. nun waren wir  mit ein paar schritten durch das idyllische areal gelaufen und hatten schon fast alles gesehen. 

glücklicherweise gab es ein nettes café, in dem wir uns die eineinhalb stunden bis zum beginn der führung vertreiben konnten. 

die war dann leider auch eine herbe enttäuschung, nach einer sehr, sehr kurzen einführung zur ziegelei, die auch nicht wesentlich mehr informationen beinhaltete als die infotafeln, ging es ins untergeschoss des museums in einen ausstellungsraum, in dem die ergebnisse eines internationalen wettbewerbs zum bauen mit ziegeln zu sehen waren. immerhin wussten wir nun, woher die fotos stammten, die uns einen industriellen grossbetrieb vorgegaukelt hatten. nach zwanzig minuten gesamtführungsdauer konnte man sich dann noch ein wenig umsehen.

wir stiegen auf diesen turm, der für etwas steht, was auch im museum gemacht wird: nämlich die erforschung neuer baumaterialien, hier zum beispiel stampflehm. die wände des turms bestehen zu 40 % aus solchem ungebranntem lehm, zu 60 % aus den resten eines einfamilienhauses. 

kann man auch direkt sehen. zum beispiel an resten von fliessen.

den workshop, bei dem wir hätten unser freizeitbedürfnis aus lehm hätten modellieren können, schenkten wir uns. 

der geplante rückweg durch das reusstal scheiterte an zahlreichen baustellen, so dass wir zuletzt wieder auf der autobahn zurückfuhren. 

dafür langte es dann noch zum schwimmen und kai bereitete blumenkohl alla palermitana zu. abends noch eine folge "der tourist", wer auch immer diesen tipp auf seinem blog schrieb, danke, das ist ein guter tipp gewesen. nur leider werde ich mit der fortsetzung der geschichte nun ein bisschen warten müssen, ab morgen ist kai für eine woche zum mundharmonikaspielen unterwegs.

Montag, 5. September 2022

wochenende 3. und 4. september 2022 - nicht weit weg

am samstagmorgen erwartet mich nach dem frühstück das herausgeputzte oederlin-areal und die aufgeräumte werkstatt. ich muss wirklich nur noch zwei schilder nach draussen räumen, die kaffeemaschine bereit machen und ein paar kekse hinstellen, dann kann es losgehen. 

die ersten eineinhalb stunden sind noch eher verhalten, vielleicht auch, weil es gerade um elf, als es losgehen soll, draussen so richtig schüttet. nach dem mittag kommt die sonne heraus und damit auch jede menge besucher. zwischenzeitlich ist es so voll in der werkstatt, dass ich froh bin, dass ich hinter meinem filztisch einen festen platz habe. ich filze ein bisschen zur show, verteile reichlich kärtchen mit der adresse der homepage, verkaufe zwei kleinigkeiten und schaffe es, um fünf uhr (geplant war vier uhr) die türen der werkstatt zu schliessen. draussen hat sich mittlerweile die terrasse der brauerei gefüllt, erfahrungsgemäss kommen jetzt nicht mehr viele menschen, die wirklich interessiert sind. 

wenn nicht eine bekannte einen schnappschuss von mir und kai gemacht hätte, gäbe es kein foto vom heutigen tag, ausser denen, die ich vormittags auf instagram gepostet hatte.


aber auch mit dem ungeplant späten feierabend komme ich noch rechtzeitig zum abendanlass - das freiluftkino bedankt sich heute bei den helfer*innen mit einem abendessen (leckere hotdogs mit allem!) und einer siebdruckaktion. ich lasse mir ein sweatshirt mit einem insiderwitz bedrucken. es war schön, die menschen vom freiluftkino wiederzusehen, aber gegen halb neun bin ich so müde, dass ich nach hause radle, wo ich dann allerdings noch lange mit kai auf dem sofa sitze. 

***

der sonntag beginnt mit nebel, der sich allerdings verzogen hat, bis wir spät aufstehen. ruhetag. arbeitstag. kai schreibt an einer semesterarbeit, ich koche tomatensosse aus den weniger schönen oder einfach nicht aufgegessenen tomaten. mit zeit. später fahren wir mit den velos in ein nahegelegenes café und sitzen ein bisschen am fluss bei kaffee und kuchen. wir sind früh genug zuhause, um noch zu schwimmen, zum abendessen gibt es vegane chickenwings, die eigentlich überbackener blumenkohl aus dem backofen sind. leckeres fingerfood, dazu salat. 

Montag, 29. August 2022

donnerstag 25. august bis sonntag 28. august 2022 - in schnipseln

wieder einmal ist mir das bloggen aus den augen geraten, ich mag aber trotzdem ein paar schnipsel mit ihnen hier teilen. 

am donnerstag reiste ich in vereinsdingen und privat zu einer vereinskollegin. bei ihr hatten sich zur offenen türe 11 personen angemeldet, ich glaube das ist und wird der rekord dieser jubiläumsaktion der filzszene bleiben. sie hatte das tagesprogramm bewusst sehr offen gehalten, platz war vor allem für austausch, auf einem spaziergang durch die stadt und beim sitzen auf der terrasse bei leckerem essen mischten sich die grüppchen auch immer wieder, es war ganz wunderbar, zu sehen, wie die gemeinschaft hier lebt. 

am freitag war die offene werkstatt bei mir dann ebenfalls ziemlich voll belegt, mit drei frauen, die jeweils unterschiedliches filzten, war ich am zirkulieren und erklären und schaute bis halb sieben kaum mal auf die uhr. entstanden sind schlussendlich zwei "zwergenhäuschen", diese in zwei sitzungen, und ein kleiner topfuntersetzer, hier ging es aber weniger ums produkt als um den prozess, der demnächst mit anderen umgesetzt werden soll. 

zuhause kam ich gerade rechtzeitig zur geplanten ankunft des besuchs an, dessert und fleischsosse hatte ich bereits am donnerstag vorbereitet, kai machte dazu italienische kartoffelkroketten mit kaäsefüllung und noch einen salat. alles sehr lecker, lange gesessen und geredet und den abend mit den gästen auf der terrasse sehr genossen, woran uns nicht einmal der gegen späteren abend immer heftiger werdende regen hindern konnte.

da war es mehr als gut, dass ich den geplanten ausflug zu einem offenen samengarten am samstag mit veloanfahrt von 30+ kilometern bereits im vorfeld wieder abgesagt hatte. denn am samstag mussten wir erst mal ausschlafen, glücklicherweise hatten wir uns spät in der nacht noch dazu durchgerungen, die küche in einen annehmbaren zustand zurückzuversetzen. 

dann fuhren wir (ausnahmsweise mit dem auto) nach waldshut auf die post und auf den wochenmarkt. unsere gemüsekiste vom dienstag ist schon halbwegs leer, wir haben sie in dieser woche aber auch mit vielen menschen geteilt. gemüse, obst, eier und blumen, dann noch eine kugel eis und ein paar andere dinge erledigt, auf dem rückweg tauschten wir den sehr altersschwachen staubsauger noch gegen einen neuen ein. 

und weil kai uns fleisch für cordon bleu gekauft hatte, hatte ich heute kochfrei und konnte den frühen abend für ein bisschen gartenwuselei nutzen. der rest des beetes, das ich verschont hatte, weil die hitze schon die nicht abgeschnittenen pflanzen genug stresste, ist jetzt zurückgeschnitten, die zwei am vergangenen samstag gekauften rosen sind gesetzt, das beet vor dem eingang ist ebenfalls wieder einmal von verdorrtem, umgefallenen und unerwünschtem befreit. 

ob das wirklich gut war? jedenfalls hatte ich im laufe des samstagsabends drei begegnungen mit amphibien, die vielleicht gerade auf das dickicht angewiesen wären, das ich doch immer wieder lichte... im beet fand ich einen fliehenden grasfrosch, dann krabbelte ein fadenmolch aus der erde heraus. und als kai spät noch etwas in die garage tragen wollte, rief er mich, weil er zuerst dachte, dass der grasfrosch auf der suche nach einem unterschlupf gerade in die garage gehüpft sei. nachdem wir das tier aber eingefangen hatte, stellten wir fest, dass es eine erdkröte war, also das dritte amphibium am selben abend.  woher kommen die jetzt alle? 

den sonntag nutzten wir zum radeln und schwimmen, und nach dem abendessen mit einem sohn und einer freundin der tochter zum spielen.




Montag, 21. März 2022

19. und 20. märz - wochenende

das wetter ist frühlingshaft, aber immer noch bläst ein unangehmer wind aus osten.  (ungeplante doppeldeutigkeit). das wochenende, das durch einen nachmittagstermin am samstag in der werkstatt ohnehin schon nicht ganz entspannt ist, wird umgeplant. die tochter hat sich im freitagabendlichen turntraining den fuss verletzt und muss in den notfall des kantonsspitals gebracht werden. grosse kinder sind in solchen fällen ein segen, kai bringt sie hin, den rest regelt sie alleine. bis ich in die werkstatt losziehen muss, kann kai sie wieder abholen, die bänder sind nur gedehnt, ein paar tage schonung mit schiene und stöcken, wie man hier zu krücken sagt, sollten ausreichen, um das akute problem zu lösen. längerfristig soll sie über physiotherapie nachdenken, zur kräftigung der bänder. kai und ich haben inzwischen die grünfläche (wiese ist es nicht, rasen erst recht nicht) im garten abgerecht und die flächen und treppen rund ums schwimmbecken vom laub mehrerer stürme befreit. die temperatur- und feuchtigkeitsaufzeichnung im gewächshaus funktioniert, wir können jetzt so hübsche kurven vom verlauf abrufen:

der filznachmittag war ein geschenk, eine ganze familie hat zusammen osterschmuck gefilzt - vier hasennestchen und eine ganze menge umfilzte eier. 

nach fünf bin ich wieder zuhause, die sonne reicht noch für ein bisschen sitzen an einer windstillen ecke, aber es wird dann doch recht rasch kühl. 

das abendessen heute ein teamwork: bärlauchspätzle von kai, schweinsgeschnetzeltes von mir, salat dazu. am abend schauen wir gemeinsam "je suis karl", auch nicht gerade ein aufheiternder film. die tochter schlug eine romanze vor, halb im scherz, wäre vielleicht besser gewesen. 

die darstellung der verführungskraft rechter ideologien, wie alles erst so harmlos jugendlich daherkommt, weltoffen, zumindest europäisch und dann aber doch im letzten moment in richtung fremdenhass abbiegt, ist schon beeindruckend und vermutlich auch recht stimmig, mir war aber der schritt von ein paar versammlungen in europäischen hauptstädten zu revolte und bürgerkrieg ein bisschen fix. ausserdem fand ich die  erzählweise wenig mutig: warum nicht die zuschauer auf dem erkenntnisstand von maxi lassen und damit ihre zweifel teilen? warum muss in der mitte des films schon klar sein, dass der anschlag auf das haus in berlin von den rechten als islamistischer terror gefakt worden ist? das und die musik, deren texte ja durchweg die ideologie der jungen rechten transportiert, aber halt doch so gut dazupasst und mit deren sound man aus dem film geht. und warum ist der text, den der junge yussuf am ende in der kanalisation singt, eigentlich nicht übersetzt? weil er arabisch singt? 

am sonntag dann nach einem ruhigen vormittag und besuch des mittleren sohns zum mittagskaffee noch einmal kino: loving highsmith in der einzigen vorstellung, in der er noch läuft, um drei uhr am nachmittag. schöne doku, die lust auf die bücher macht und nicht das gefühl aufkommen lässt, dass die autorin in der zweiten lebenshälfte besonders glücklich gewesen sein könnte. gerade wie sie das in einem interview behautptet, lässt einen sofort zweifeln. rückzug und immer wieder rückzug sehe ich da. ich muss unbedingt an den tage- und notizbüchern weiterlesen.

der risograph im keller ist verschwunden, als wir zurück sind, der eigentliche zweck des besuchs des sohns, dieses gerät zu verschenken und abholen zu lassen, ist aufgegangen. um die vollgerümpelte ecke muss sich dann auch mal jemand kümmern. aber der grösste brocken ist weg. das war eine spannende zeit mit dem technisch angejahrten gerät, aber irgendwie doch zu gross und zu selten benutzt, dass er noch länger hier platz verbauchen darf. 

später zum abendessen foccacia und diverses, dann noch eine runde schreibtischarbeit. noch drei wochen bis zu den ferien und noch so viel zu tun. glücklicherweise hat vieles noch vorher ein ablaufdatum, ich hoffe, dass ich die letzte vorferienwoche einigermassen freischaufeln kann, um die fahrt und die reise vorzubereiten.


Montag, 21. Februar 2022

19. und 20. februar 2022 - erster huflattich

 lange geplant, endlich gemacht: die küche frisch gestrichen. gekauft hatte ich die farbe schon vor mehr als einem jahr, aber trotz aller lockdowns und eingeschränkter möglichkeiten zur freizeitgestaltung war es halt nicht dazu gekommen. in weiser voraussicht hatten wir für den abend einen tisch in einem restaurant reserviert, einerseits, weil wir nicht sicher waren, ob wir wirklich fertig werden würden mit malern, andererseits um nicht auch noch kochen zu müssen. wir assen lecker und zu zwei dritteln vegetarisch im dory und du. die tochter ging dann noch ins kino, wir nach hause. 

den ganzen samstag über war das wetter wirklich schön gewesen, hilfreich bei den renovierungsarbeiten in der küche, aber halt auch ein bisschen schade, dass wir nicht draussen waren. am sonntag war es dann immerhin nicht ganz so schlecht wie angesagt. wir brachen also nach einem reichlich späten frühstück zu einer drausenrunde auf. das auto liessen wir vor dem ehrendinger friedhof stehen, wanderten dann von unterehrendingen hinauf zum steibuck, bogen aber unterhalb rechts ab um ins gipsbachtal zu gelangen. dem folgten wir bis zur ehemaligen gipsgrube, dort gab es schon die ersten frühlingsboten zu sehen. 


auf dem ausgesetzten weg hinauf war es ziemlich windig, auch schon am vormittag, unten im tal aber schön mild und frühlingshaft. den rückweg nahmen wir durchs dorf, gegen eins waren wir schon wieder zuhause. 

ich verarbeitete die letzten ranken des knöterichs zu einem grossen kranz, der nun neben der haustüre hängt. der grosse sohn kam und half der tochter ihr bett zusammenzubauen, das die beiden gemeinsam konsturiert und zugesägt hatten. wir assen gemeinsam waffeln, später gab es noch cremant, ich kochte eine sosse zu resten vom freitag, die gab es dann zum abendessen, dazu noch eine grosse schüssel salat mit reichlich sprossen, aus der wiedergefundenen sprossenzucht.


Montag, 14. Februar 2022

12. und 13. februar 2022 - zwei sonnige spätwinterliche tage

was für ein prachtwetter am wochenende!  schon morgens vom bett aus konnte ich sehen, wie sich das tal langsam mit sonne füllte, passend dazu dann auch unser tagesprogramm:

 
zusätzlich zum wirklich grossen garten hinter dem haus gibt es auch noch zwei beete vor dem haus. eines davon lassen wir so wie es ist, zugewachsen mit elfenkraut und farnen, das andere muss zwingend gepflegt werden, weil es halt schon recht sichtbar vor dem eingang liegt. leider auch komplett im schatten. wir trödelten also nach dem recht späten frühstück noch herum, ich bereitete mohnschnecken vor, trotzdem war das beet noch gefroren, als wir am späten vormittag mit dem abschneiden der vorjährigen vegetation begannen. 

zu entfernen gab es vor allem die blütenstände der hortensien, die noch malerisch herumstehenden herbstanemonen und verschiedenes verfiltzte direkt am boden. dazu mussten rosen geschnitten werden, und ich wollte einen versuch mit einer umgesetzten hosta, die im elfenkrautbeet unterzugehen droht, wagen. 

elfenkraut am schuh war die folge, die beete sind jeweils recht gross, so dass uns nichts anderes übrigblieb als grossflächig hineinzutreten. nach dem nordbeet war dann noch der sitzplatz unter der pergola dran, da musste allerdings nur das efeu am rand einfach bündig abgeschnitten werden.
 

danach war die tonne dann voll und wir hatten kaffeedurst. 
 

zum kaffee gab es die mohnschnecken. 
 

es war gerade noch zeit zum wäscheaufhängen, dann rief auch schon die zoomsitzung zur frühlingspost. es gab formatfragen und details zu entscheiden - ich bin immer wieder verblüfft, wie enge leitplanken für diese postkunstprojekte manche zu brauchen scheinen, wohingegen in den laufenden aktionen dann gerne mal ein format oder eine farbvorgabe verloren geht. die organisatorinnen zerstreuten manches bedenken und manche zu feste vorstellung, ich weiss immer noch nicht, ob mir diese virtuellen vorbereitungstreffen wirklich gut tun.
 

für eineinhalb stunden videokonferenz hatte ich mir mein strickzeug hingelegt und ich habe es dann auch wahrlich gebraucht. 
 

um halb fünf schien draussen dann eine so schöne abendsonne, dass ich noch ein bisschen fotografieren musste.zum beispiel die tag-und-nacht-blumen, die sich selbst ausgesamt haben.
 
 
und die spriessenden blumenzwiebeln, die ich vor einem grabenden tier mit einem gitter schützen musste. 

 
als es mir im garten zu kalt wurde, bastelte ich kurz ein mockup für die frühlingspost. reizen würde mich das thema schon. ich glaube ich muss erst mal wieder ein bisschen abstand von den bedenkenträgerinnen bekommen. die anmeldung läuft ja ab montag eine ganze woche. 

die tochter hatte am vortag essen gerettet - darunter auch zwei nicht mehr ganz taufrische gurken. die verarbeitete ich zu schmorgurken, dazu gab es kartoffelspalten aus dem ofen. 

 

wir assen dabei recht früh, denn für den abend hatten wir karten fürs kino - wir sahen uns das neueste weltuntergangsszenario aus hollywood an, moonfall, und hatten dabei ganz hervorragend viel spass. keine wichtige botschaft, aber dafür zweieinhalb stunden beste unterhaltung und ich kann nicht glauben, dass herr emmerich sich wirklich ernst nimmt. 

(meine zwölf bilder vom samstag machen sich auf den weg zum 12 von 12 bei caro, mit einem dank für die plattform!) 

12 von 12 im februar 2021

12 von 12 im februar 2017 

12 von 12 im februar 2015

12von 12 im februar 2009  

 

***

der sonntag startete spät und gemütlich mit frühstück und familiensitzung im sonnenschein am essplatz, danach blieb noch zeit um ein paar liegengebliebene sachen zu erledigen und kurz nach eins brachen wir auf, um uns in aarau mit sohn und freundin, sowie deren eltern zu treffen. wir bekamen eine spannende stadtführung, die uns das städtchen, dessen atmosphäre wir schon länger schätzen, noch ein bisschen mehr ans herz legte. die sonne lockte überall die menschen nach draussen, in den strassencafés und gärten freuten sich alle auf den nahenden frühling.