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Samstag, 29. Juni 2024

mein juni

der juni beginnt mit viel wasser und sehr emsig. bei uns ist der fluss zwar hoch - aber andernorts, auch in unserem alten zuhause, gibt es richtige überschwemmungen mit sachschäden und verletzten. es sind nicht die ersten in diesem jahr und es werden nicht die letzten bleiben. parallel dazu beschliessen sowohl der stände- als auch der nationalrat, ein vom europäischen gerichtshof für menschenrechte ergangenes urteil, das die schweiz zu mehr klimaschutz verpflichtet, zu ignorieren. hätte ich dafür zeit, würde ich daran verzweifeln. 

anstattdessen darf ich endlich wieder einmal das einführungsmodul in den filzbaukasten unterrichten und kann ganz viel über den wertwollen rohstoff wolle erzählen. natürlich legen die teilnehmer*innen auch hand an - ausschliesslich aus naturbelassener wolle, weitgehend von einheimischen oder zumindest europäischen schafrassen entsteht diese "bunte" vielfalt an probefilzen: 

 

kai geht auf den markt und bekocht mich mit den letzten spargeln der saison.  in der folgenden woche beginnt er wieder zu arbeiten, vorerst mit einem halben pensum.

das wetter lässt in der ersten juniwoche gelegentlich gartenarbeit zu - ich schneide zurück, was dringend nötig ist, fülle innerhalb von drei tagen zwei mal die grüntonne und mähe die wiese, die eigentlich noch viel zu nass ist (die pilze dürfen stehen bleiben).

einen kärcher haben wir uns auch noch ausgeliehen, um endlich den belag von den mittlerweile reichlich schlifferigen platten auf der terrasse zu entfernen. eigentlich sollte jetzt die schönste zeit im garten anbrechen, aber die kurzen regenpausen reichen nur für die nötigsten arbeiten, keinesfalls zum geniessen.

der kater muss geimpft werden und bekommt seinen jährlichen gesundheitscheck und vor dem abstimmungssonntag sollen auch noch diese kuverts in den richtigen briefkasten eingeworfen werden. 

zum frühlingsmarkt am samstag trete ich schon ein bisschen angeschlagen an - mein rücken braucht dringend eine pause. vorher aber bringt mir je ein kind meine waren an den markt im nachbarort und eines holt sie wieder ab, das dritte besucht mich zwischendurch. es ist warm, aber regnerisch, und frühling ist eher nicht so die zeit für filzsachen. aber immerhin die standgebühr und ein klein wenig überschuss haben herausgeschaut - ein foto gibt es nicht, dafür hatte ich keine nerven mehr. 

am sonntag kämpfe ich trotzig noch gegen den schmerzenden rücken, am montag kapituliere ich und lasse mir vom hausarzt schmerzmedikamente und physiotherapie verschreiben. und dazu gratulieren, dass ich bisher keine probleme mit dem rücken hatte. so beginnt unsere ferienwoche. ein paar tage weg von zuhause haben trotzdem gut getan und die schmerzmedikamente ihren dienst. 
während wir im schönen bergell im grotto sitzen und das abendessen geniessen, bangen zuhause menschen um ihr zuhause, weil in einer tiefgarage mit feuerwerkskörpern hantiert wurde. zwei menschen sterben und die nachricht von diesem unglück macht die runde bis nach deutschland. 
 
zurück zuhause startet die physiotherapie, die ich von unterwegs noch organisiert habe und ich kann zumindest nachts auf die schmerzmittel verzichten. zahnarztbesuch, vorstandssitzung und ein weiterer sitzfellchenkurs am mittwochvormittag, dann mache ich mich auf den weg zu meiner mutter.

von mittwoch bis samstag kann ich rückenhalber nicht alles erledigen, was zu tun wäre, dafür planen wir ein bisschen für den rest des jahres. und ich treffe spontan die freundin, die mit mir bis zur späten sperrstunde auf dem platz vor dem schloss campari spritz trinkt und dann noch eine stunde auf der strasse weiterquatscht. das war schön!

zurück zuhause drängelt schon wieder der garten, aber zusammen mit kai, der mir hilft, während ich von der alten heimat erzähle, ist es auch schön. und ich habe es geschafft, uns hilfe zu organisieren: die tochter hat geholfen, die terrasse zu reinigen, der mittlere sohn hat solange ich unterwegs war den rasen gemäht und der älteste kommt und schneidet den ewigen kirschlorbeer. täglich ernten wir himbeeren, auch einige erdbeeren, träuble und blaubeeren.

der viele regen lässt alles üppig wachsen ... und wirft es dann um. einige blumen habe ich gerettet. 

mittlerweile bin ich weitgehend schmerzfrei ohne medikamente, mein neuer zahn ist eingeschraubt worden und ich habe begonnen, den sommerbrief für unseren verein zu schreiben. den einen oder anderen abend kann man draussen sitzen, und so tippe ich gerade am gartentisch zu den aufgeregten rufen der alpensegler, die ihr abendessen an insekten erjagen und hoffe, dass ich entweder noch eine fledermaus oder einen hirschkäfer zu sehen bekomme. 

...

und der juni geht ja noch ein bisschen weiter - gegen ende juni ist es heiss und dämpfig/düppig, fast jede woche gibt es irgendwo schwere gewitter, ein unwetter, hochwasser, hagel, verschüttungen und weggespülte strassen. 

für uns gibt es noch einen letzten termin in sachen einbürgerung: bei der ausweisstelle in aarau müssen fotos gemacht und fingerabdrücke genommen werden, damit wir schweizer papiere bekommen können. 


kai geht anschliessend zur physiotherapie, ich ins kunsthaus, wo ich die ausstellung der künstlerin und filmemacherin pauline julier nur zur hälfte anschaue - dafür aber zeit habe, mich auf eine videoarbeit tiefer einzulassen.

obwohl es um das verhältnis des menschen zur natur und um landschaften geht, arbeitet frau julier in ihren videoarbeiten viel mit text und lässt so die bilder in unserem kopf entstehen. eine interessante idee, aber es braucht schon sehr viel konzentration und einlassen auf die gezeigten diaschauen, um etwas davon zu haben/zu verstehen. 

das letzte juniwochenende werden wir ruhig verbringen, heute morgen waren wir endlich mal wieder zusammen einkaufen auf dem markt und zuvor kaffeetrinken, der garten braucht auch noch ein bisschen zuwendung und mit ein bisschen überwindung sollte ein erster (!) sprung ins bädle möglich sein.


 
 

Mittwoch, 24. April 2024

blick zurück auf den april

pünktlich zum beginn des april waren wir wieder von unserem ostertrip zurück. wie so oft mussten wir erst mal einen ganzen tag zuhause verbringen. auch weil die erste woche nach ostern schon wieder einige aushäusige termine bringen sollte. mit zwei strickfreundinnen fuhr ich am donnerstag nach zürich, zu einer ladeneröffnung. auf dem rückweg am bahnhof sahen wir dann noch diesen schönen zug. die älteren damen knüpften daran gleich ein stück technik- und industriegeschichte badens an.

gleich am anderen tag war spinntreffen - mit spinnrad und öv unterwegs nach unterlunkhofen. geht gut. und gibt mir ein bisschen zeit zum durchatmen nach einem abend mit vielen menschen. an meinem auch schon ein paar jahre alten spinnrad ist ganz zum schluss des abends der antriebsriemen gerissen. entgegen den unkenrufen der einen spinnerin, die das gleiche rad hat wie ich, ging der wechsel erstaunlich einfach vonstatten. auch weil der hersteller einfach ein pdf mit anleitung auf der website hat.

schön waren in diesem monat die marktbesuche mit kai. einmal waren wir in waldshut, wie immer mit viel drumherum an besorgungen und frühstück im café. ein schöner ruhiger vormittag. 

auch weil es warm war, frühsommerlich, dann sommerlich, und gar nicht mehr frühlingshaft. auch an kais geburtstag, den wir am sonntag schon ein bisschen mit den kindern vorgefeiert hatten, und den wir dann zu einem ausflug ins seleger moor genutzt haben. 

einfach eine bilderstrecke.

soo viel blühte noch nicht - gelegenheit jede blüte der rhododendren einzeln zu feiern.

und: wir haben eine wasserschlange gesehen. aber nicht fotografiert.

zarte schönheiten ausserdem.

kurz vor dem heimgehen dann noch ein abstecher durch den farngarten.

auf den ersten blick noch nicht so üppig.

auf den zweiten blick vielleicht der beste zeitpunkt, um die farne in ihrer unterschiedlichkeit wahrzunehmen.

dem angebot an rhododendren haben wir widerstanden. die beiden, die uns mit unserem garten anvertraut wurden, sind schon genug an aufregung.

das nächste wochenende verbrachten wir nach einem marktbesuch in baden zur gänze im garten. es gibt zu tun, aber auch zu reden. wie allgemein in unserem alter empfohlen, haben wir begonnen, uns dem komplexen thema pensionsplanung zu nähern. und es blieb warm und wir nutzten die gelegenheit zum angrillen, mit feinen auberginen und den letzten teilen vom weideschwein. 

das gute wetter nutzte ich zum pikieren der setzlinge.

in der werkstatt war endlich mal wieder ein bisschen betrieb, ein sitzfilzkurs mit letztendlich doch nur einer teilnehmerin. zwei mädchen, die ich von den filznachmittagen in der primarschule kannte, kamen für eine ferienvormittag zum filzen. dann gab es eine aufwändige packaktion für den ferienpasskurs und einen anstrengenden tag im jugendheim von neun bis vier am nachmittag ohne ablösung und pause. schöne ergebnisse und zufriedene teilnehmerinnen trugen mich in den verdienten feierabend.


rund um eine vorstandssitzung mitte des monats fiel eine menge an vereinsarbeit an. einiges kann jetzt schon fürs kommende jahr aufgegleist werden, bei der aktuellen arbeit knirscht und rumpelt es nach wie vor gewaltig. zwei wichtige positionen haben wir innerhalb eines jahres neu besetzt, da ist das vielleicht auch kein wunder. so sinnvoll ich die onlinesitzungen bei maximal in der schweiz verstreuten mitgliedern finde, so sehr stört mich der kampf mit der technik und die ständigen ablenkungen dadurch. 

nach dem newsletter für den verein brachte ich auch noch einen für die werkstatt zustande - und stellte angebote für kurse und auftragsarbeiten zusammen. so darf es gerne weitergehen. gleichzeitig schaffte ich es endlich mal wieder, nicht jeden morgen einfach in die werkstatt zu fahren, sondern mir zu überlegen, wo ich gerade am wirksamsten sein kann und anschliessend auch mal zuhause dinge abzuarbeiten.

die spargelzeit geht nun auch hier im kanton los und zusätzlich zum spargel durfte ich mir auf dem schellenberg-hof auch noch die frisch geschorene wolle von fünf ouessant-schafen abholen. 

dann kam der kälteeinbruch. im schneetreiben fuhren wir an einem vormittag zu einem termin ins hinterland des kantons. saublöd, dass wir in der vergangenen woche die sommerreifen hatten aufziehen lassen. 


auch das wochenende bei freunden in stuttgart war so gar nicht frühlingshaft, aber wir nutzten tapfer den verregneten freitagnachmittag für einen bummel zu zweit und den kalten, aber schönen samstag zum spaziergang mit den freunden zu einem café im stuttgarter westen, wo wir uns über den warmen innenraum fast so sehr freuten wie über kaffee und  kuchen. den rest der zeit verbrachten wir mit essen, trinken und schwätzen, nachdem wir realisiert hatten, dass wir uns 16 monate nicht gesehen haben. 


vor der rückfahrt durfte ich mir vier bilder vom vater des freunds aussuchen - die freunde waren im vergangenen jahr mit der auflösung eines elterlichen haushalts beschäftigt.

nun rücken unsere ferien mit den kindern im schwarzwald immer näher, immerhin: das wetter soll besser werden. es gibt noch ein bisschen zu planen, denn kinder und freundinnen reisen zu unterschiedlichen zeiten an und mit diversen verkehrsmitteln dazu hin noch. ein paar tage heisst es noch durchhalten, dann startet die erste ferienwoche des jahres.


Donnerstag, 28. März 2024

mein märz

der märz ist in unblogbarer weise über uns hereingebrochen. gut war gleichzeitig viel los.

gleich am ersten waren wir in unserem lieblingskulturlokal an einem konzert - und stellten fest, dass wir hier bisher eher selten an konzerten, dafür aber an vielen anderen veranstaltungen waren. der abend war super - der name der band dub spencer und trance hill hätte uns auf den zusammenhang mit reggae hinweisen können, gut waren wir ein bisschen begriffsstutzig, es war nämlich total schön, guter sound, mitreissende musik, fast alles handgemacht und total speziell vor ort von der hand von umberto echo dreidimensional abgemischt. 

 

kaputtes schuhwerk erforderte einen ausflug nach zürich, wo wir wenig mehr als schuhe kaufen und kaffee trinken hinbekamen. in einer ausstellung waren wir auch noch, aber wenig beeindruckt. 

dann kam der finale endspurt für die generalversammlung, die nach all der mühe und organisation ein wirklich schöner tag wurde. vormittags eine entspannte mitgliederversammlung mit guten diskussionen und sehr vertrauensvollen abstimmungen, mittagessen im hotel blume mit seiner badenostalgischen atmosphäre und ein gelungener nachmittag mit kreativem austausch. ich ging mit dem gefühl nach hause, dass wir uns auf einem guten weg befinden - und war nicht die einzige. 

 

über die stadtwanderung mit freunden habe ich hier schon geschrieben. 

unter der woche war auch einiges geboten mit blutspenden, coiffeur, der endlich abgegebenen steuererklärung und der jahreskontrolle bei der frauenärztin. freuen durften wir uns über den brief mit der nachricht zur abgeschlossenen einbürgerung. und mit dem entrümpeln bin ich auch vorwärtsgekommen - am ende konnten wir ein volles auto zum recyclinghof bringen.

das wetter, würde ich sagen, war mehrheitlich durchwachsen, der anorak hängt immer noch griffbereit an der garderobe, weil ich ihn nach wie vor für den morgendlichen weg in die werkstatt brauche. gleichzeitig blüht es im garten wie noch nie! die meisten im herbst verteilten blumenzwiebeln waren kleine osterglocken, die nun die ränder der mit primeln übersäten wiese schmücken. ein paar grössere waren  auch darunter, die brauchen noch ein bisschen, bis sie blühen, vielleicht schaffen sie es bis ostern. 


die im februar gekeimten paprikapflanzen entwickeln sich gut, inzwischen habe ich auch die tomaten und einiges an blumen und gemüse angesät. 

in der werkstatt war ich die meiste zeit mit einem weiteren resteverwertungsprojekt beschäftigt: ich habe eine ganze menge wolle aussortiert, die entweder wegen ihrer farbe oder wegen ihrer eher schlechten filzbarkeit lange liegen geblieben war. beide eigenschaften versuchte ich durch double-face ausgelegte vorfilze, die ich anschliessend noch flechtend kombinierte, auszutricksen. ergebnis: ein stapel brauchbarer und gar nicht so unhübscher sitzfilze (für den frühlingsmarkt?) 


eine ausstellung zur textilforscherin noémi speiser lockte uns nach basel (da kommt noch was dazu)- weil ich bereits ahnte, dass die ausstellung nicht gross ein würde, schaute ich mich nach einem nebenprogramm um. noch eine ausstellung, noch einmal textile kunst, die ich mir auch schon vorgemerkt hatte. in der kunsthalle basel wird noch bis zum 20. mai GROWTH von klara hosnedlova gezeigt. uns hat die mischung aus gegenständlicher kunst, konzept und abstraktion gut gefallen und zu diskussionen angeregt (die tochter begleitete uns). 

 

es blieb aber auch noch ein bisschen zeit in der stadt herumzuschlendern. 

 

nun ist der märz beinahe rum, es kommt noch das osterwochenende, das wir in der alten heimat verbringen werden, unter anderem mit einer nostalgiewanderung und einem osterfrühstück mit den eltern. draussen schneeregnet es momentan und dabei sollte ich mich mit dem fahrrad auf den weg zum einkaufen machen...


Freitag, 15. Juli 2022

erste julihälfte 2022

am 5. und 12. schrieb ich jeweils einen kleinen einblick in den alltag, dazwischen ging es um triviales und berufliches, und selbstverständlich geht es hier auch mit dem 12tel-blick weiter. was mir gerade fehlt ist das grosse ganze, der zusammenhang. vielleicht verlieren sie den überblick über die fehlende, weil nicht beschriebene handlung? soll ich wöchentlich wenigstens ein update posten? naja, jedenfalls ist mir danach, die letzten beiden wochen zusammenzufassen, denn es scheint mir so, dass wir garten- und alltagsmässig hier irgendwo ende juni stehengeblieben waren. 

in der ersten juliwoche entschwand die tochter in den urlaub - sie fuhr mit einer jugendfreizeit in die niederlande, um von enkhuizen aus mit einem plattbodensegelschiff die westfriesischen inseln abzusegeln (kann man das so sagen, wenn man meint, dass sie so von insel zu insel segelten um jeweils ein bisschen zeit zu verbringen?). kai und ich spürten wenig von der ferienabwesenheit der tochter, das scheint sich nun umgekehrt proportional zum zunehmen der kinderschar zu verhalten: wenn bei drei kindern eines verreist ist, hat man gleich das gefühl doppelt so viel zeit zu haben, wenn von einem kind eines verreist ist, ist das auch kein grosser unterschied mehr. (was ich mit umgekehrt proportional meine, ist die tatsache, dass das erste kind den haushalt umkrempelt, das zweite noch einigermassen unruhe in den laden bringt, aber das dritte dann auch keinen grossen unterschied mehr macht. vier haben wir nicht ausprobiert, man braucht dann angeblich ein anderes auto, das macht vermutlich dann schon noch was aus.)  

jedenfalls hatten wir genug zu tun, wir mussten uns nämlich ad hoc mit geldausgeben beschäftigen. nachdem kai meine idee für zwei elektrovelos positiv aufgenommen hatte, gab es probefahrten und preisvergleiche, drehten sich gespräche zeitweise vor allem um newtonmeter und wattstunden, also um motorleistung und akkugrösse. und natürlich immer wieder darum, welches modell denn überhaupt auf die schnelle verfügbar sein würde. jedenfalls hatten wir bis zur rückkehr der tochter einiges aufgegleist, kai hatte schon ein neues velo, das auto eine anhängekupplung nebst veloständer und ich mich immerhin für ein velo entschieden. mein "altes" elektrovelo bekommt die tochter um damit (nicht nur) in die arbeit zu fahren. 

wir verbrachten einen abend im biergarten, und zwei abende auf dem parkhausdach im freiluftkino, wofür die abwesenheit der tochter aber nicht entscheidend war.  am wochenende machten wir eine lange radtour in die kantonshauptstadt und stellten fest, dass velofahren und einkaufen auf dem markt nicht so wirklich gut zusammenpassen, wenn der markt 30 kilometer von heimischen kühlschrank entfernt liegt. 

schön war es trotzdem und  die beiden zermatschten tomaten konnte man auch noch essen, ansehen eher weniger. 

der rückweg führte uns durch das noch ganz im zeichen des jugendfests geschmückte lenzburg - lustig, wie überall an brunnen und gassen das stadtgeschehen aufgenommen wird... 

im freiluftkino sahen wir "el buen patron" und "swan song" - in diesem jahr haben die gezeigten zehn filme ganz eindeutig eine sehr internationale ausrichtung. und wir sahen das werbedia für meine filzwerkstatt, das vor jedem film für ein paar sekunden zu sehen ist.

ein bisschen müde starteten wir in die neue woche nach dem freiluftkinoabend - noch müder war nur noch die tochter, die nach einer nachtzugfahrt gleich am nachmittag wieder arbeiten gehen musste. wir sahen sie die ganze woche über nur am mittag und spät am abend, eine spätschichtwoche. 

ich holte mein neues velo ab, wir unternahmen eine fahrt in eine freiluftbar am fluss, es wurde wieder heiss. eine echte vorferienwoche. wir machten uns gedanken, was wir mit unseren vierzehn freien tagen anfangen wollen. in der werkstatt arbeitete ich fast ausschliesslich an dingen für uns - unter anderem an einem neuen katzenkissen und einer rückseite für einen sitzfilz. ausserdem wusch und kardierte ich ein bisschen rohwolle. 

einen abend half ich am freiluftkino - ein bisschen gemüse schnibbeln, später 70 flammkuchen belegen. 

der garten wächst, gedeiht und lechzt nach wasser. (achtung, bilderstrecke!) 

 

symbolbild wassermangel.  

zuerst erste tomaten.

ein bisschen lavendel und samen vom schlafmützchenmohn gesammelt.

die verdrehte königskerze gibt noch mal alles. leider hat sich im stängel die hausbesetzerszene breit gemacht, nix gegen hausbesetzungen, aber wozu gibt es eigentlich insektenhotels?

ganz aktuell hat die calla zu blühen begonnen.

den kürbis werden sie hier noch ein paar mal zu sehen bekommen. er hat einen namen: kalle. eventuell stellen sich noch ein paar geschwister ein, sie würden dann konrad und kornelia heissen.

 und eine erste reife pepperoni ist auch schon aufgetaucht. 

so, nun sind sie upgedatet, die ferien können kommen. morgen geht es erstmal für einen tag in die berge, dann sehen wir weiter.



Donnerstag, 6. Januar 2022

5. januar 2022 - #wmdedgt im januar 2022 (coronaedition 22)

oh, was für ein anfang, gleich geht es hier mit dem #wmdedgt weiter, frau brüllen fragt wie an jedem fünften des monats, was man den ganzen tag so mache. und ich will antworten. 

vor meinem wecker weckt mich das radio, das kai angemacht hat. wir hören deutschlandfunk, so ganz genau was, weiss ich nicht mehr. zehn vor halb sieben geht dann mein wecker, ich bleibe aber noch liegen und höre die nachrichten um halb sieben. dann stehe ich auf, gehe in die küche, räume die spülmaschine aus und mache währenddessen kaffee und bereite frühstück vor. ich selbst mag heute morgen noch nicht viel essen, schneide mir nur etwas von der ananas ab, die bald aufgegessen werden sollte. ich trinke kaffee mit kai, wir spielen ein bisschen word-feud, scrabble in der app. er macht sich gegen sieben auf den weg ins büro, den ersten tag nach den weihnachtsferien. trotz homeofficepflicht muss halt ab und zu doch etwas vor ort erledigt werden, es wird sich aber die nächsten wochen in grenzen halten. 

ich ziehe um an den schreibtisch im schlafzimmer, weil ich weiss, dass es reichlich schriftliches zu erledigen gibt. zuerst mache ich mir einen groben tagesplan, später kommen immer noch weitere punkte hinzu. ich lade von allen kameras bilder in den rechner, mache dies und das und da es noch zu früh ist, um zu telefonieren, gehe ich unter die dusche. 

geduscht erreiche ich die zahnarztpraxis und vereinbare einen zahnpflegetermin, die gynäkologin hat noch weihnachtsferien. ich lege im bulletjournal zwei themenseiten an und lade da eine menge an gedanken ab, die mir unter der dusche eingefallen sind: die eine zu anstehenden gartenarbeiten, die andere für die vorbereitung des anstehenden fünften basisfilzmoduls über komplexe dreidimensionale formen. 

dann endlich bin ich bereit, den blogpost über die weihnachtsferien zu schreiben. das geht lange, vor allem, weil ich mir ab und zu überlegen muss, was wir eigentlich gemacht haben. die tochter steht um zehn auf, eine gute gelegenheit, das frühstück nachzuholen. sie will zuerst noch duschen, also bleibt genug zeit, zwei aufbackbrötchen in den backofen zu tun und den tisch zu decken. wir frühstücken gemeinsam, sie hat pläne für den tag. zuerst will sie ihr zimmer aufräumen, am nachmittag dann ins brockenhaus. ich frage, ob sie dafür verabredet ist, oder ob sie mit mir gehen will. es sieht so aus, als ob ich für den nachmittag eine verabredung hätte. 

der blogpost wird fertig, da ist es dann schon fast zwölf. das liegt zuletzt auch daran, dass ich zwischendurch immer noch anderes erledigt habe. nächster punkt auf der liste: die termine der kommenden filzbaukastenmodule auf der homepage einstellen. das sind zehn module, die jeweils an zwei terminen stattfinden. glücklicherweise sind die meisten davon schon angelegt, so dass ich nur die daten ändern muss. nur drei muss ich komplett neu schreiben, also auch den inhalt knapp zusammenfassen und - das dauert immer am längsten - header-bilder in meiner sammlung finden. für ein modul gibt es vorerst nur ein symbolbild. zwischendurch meldet sich kai, dass er auf dem heimweg sei und bittet um kaffee um zwei uhr. die tochter ist fast fertig mit aufräumen und möchte auch kaffee. also übernehme ich auch diesen service und bin ein bisschen froh, dass ich vom schreibtisch mal aufstehen kann. 

nach dem kaffeetrinken mache ich die letzten unkomplizierten termineinträge fertig, dann belade ich zusammen mit der tochter das auto mit diversen entsorgungskisten und -säcken. wenn wir schon herumfahren, können wir das auch gleich noch erledigen: altglas, altöl und dosen entsorgen wir in der gemeinde, plastikmüll und sperriges bringen wir ins recyclingcenter. unterwegs bekommt das auto noch benzin, dann geht es ins brockenhaus. die tochter findet eine handvoll lustiger pins und eine recht hübschen roten pullover, ich zwei glasnäpfchen für teelichte ohne aluhülle. auf dem rückweg holen wir noch die an neujahrstag auf dem nachhauseweg in der werkstatt deponierten gartenstühle ab und lassen mein weihnachtsgeschenk vom grossen sohn, eine tafel zu werbezwecken, dort. 

eigentlich wollte ich noch weiterarbeiten, aber dann habe ich doch keine lust mehr. es ist auch schon fast zeit zum kochen. ich hole aus dem keller kartoffeln und zwei steckrüben, die ich in einem eher langwierigen prozess zu einer art küchle verarbeite. dazu gibt es tomatensosse und salat. der geschmack und die konsistenz der küchle lohnt den aufwand nicht, aber das ungeliebte gemüse ist endlich versorgt. nebenbei höre ich radio, es geht ausnahmsweise nicht um die pandemie, sondern um den konflikt in der ukraine und um den nun ein jahr zurückliegenden sturm auf das amerikanische kapitol. 

überhaupt dümpelt das thema corona für mich gerade auf einer art nebenschiene. ich weiss schon, dass sich da draussen wieder eine neue welle aufbaut, schneller und grösser als jede in den vergangenen zwei jahren. auswirkungen auf mein leben sind allerdings akut gleich null, ich könnte aufgrund meines impfstatus sogar ins restaurant oder ins schwimmbad, was ich ohnehin nicht will. was mich aber wirklich aufhorchen lässt, ist eine nachricht, die ich auf dem smartphone lese, als ich gewohnheitsmässig die aktuellen ansteckungszahlen checke, die bei uns immer erst gegen 14 uhr veröffentlicht werden: in unserem wohnkanton werden die präventiven massentests an den schulen und in betrieben ausgesetzt. es gibt zu viele positive testpools und die kapazität der labors ist am anschlag. die noch zur verfügung stehenden tests sollen vor allem im gesundheits- und betreuungsbereich und für ausbruchstestungen eingesetzt werden. das hört sich nun nicht mehr nach viel kontrolle an. in den schulen sitzen nämlich immer noch diejenigen, die am schlechtesten geschützt sind, nicht weil sie das so wollten, sondern weil erst ab 16 jahren ein booster zugelassen ist und die unterzwölfjährigen sowieso erst seit montag geimpft werden können. 

während kai und die tochter die küche aufräumen, nutze ich die zeit, um solche nachrichten zu lesen, dann um zwei paar schuhe zu bestellen und gleich noch mein blogbuch für das vergangenen jahr in auftrag zu geben. ja, sie lesen richtig, den blog gibt es seit ein paar jahren auch ausgedruckt. mittlerweile ist es ein rechter stapel. 

ich nehme noch den neuen pullover der tochter aus der waschmaschine, dann ist es zeit für sofa, wein und serie: immer noch "menschen in angst" - der titel bekommt mit jeder folge eine andere bedeutung und die sechs kurzen teile waren absolut sehenswert.


Samstag, 15. Mai 2021

14. mai 2021 - 189 gramm wolle, zu 27 filzperlen formiert

irgendwie musste ich heute eine arbeitstag und einen ferientag in 24 stunden unterbringen. kai hatte frei, ich aber beschlossen, trotzdem zu arbeiten, also die offene werkstatt am nachmittag nicht abzusagen. 

am vormittag erledigten wir gemeinsam die freitäglichen haushaltsarbeiten, dabei fiel dann noch die duschkabine teilweise auseinander und musste repariert werden. gegen halb elf waren wir mit allem fertig, und verabredeten uns über mittag mit dem grossen sohn an der limmat zum mittagessen. 

anschliessend spazierten kai und ich zum finnischen laden, wo ich im winter vor dem schaufenster gedacht hatte, dass ich mir gerne eine tasse kaufen würde so bald er wieder offen hätte. das hat jetzt etwas länger gedauert, aber es mangelte ja auch nicht an tassen.

für den nachmittag hatte sich kai eine filzlektion erbeten - nachdem sich niemand für den werkstattnachmittag angemeldet hatte. bisher habe ich ihm ja die filzwünsche in aller regel einigermassen zeitnah erfüllt, das wäre auch in diesem fall wieder möglich gewesen, aber er wollte es einfach mal selbst ausprobieren. nach dem mittag kam dann doch noch eine anmeldung, allerdings nicht zum filzen, sondern einfach auf einen plausch. 

kai filzte sich eine unterlage für die tastatur auf dem schreibtisch, ich plauderte mit der strickkollegin und bereitete währenddessen die letzten tür-wand-schoner vor. nach der fertigstellung des tischfilzes ging kai nach hause und ich übte mich noch eine gute stunde im powerfilzen: zehn filzperlen am stück nass fertig filzen bescherte mir am ende augeweichte hände und das gute gefühl, in der nächsten woche neue dinge angehen zu können. 

da liegen sie nun: siebenundzwanzig gar nicht so grosse filzperlen. ich hoffe sie machen sich nützlich und freude.

nach hause radelte ich dann im regen, wobei ich so viel nicht radelte, denn ich war mit dem unmotorisierten velo unterwegs und von der werkstatt geht es einfach nach hause quasi nur bergauf. mit dem leichten tourenvelo kürze ich dann gerne noch über den wanderweg ab, so dass ich die längste strecke schiebe. 

auf meinen wunsch hin hatte kai ein rezept für fischfilet ala bordelaise herausgesucht und dazu tomatenreis und salat gemacht, wir assen ohne die tochter, die noch vom turnen abgeholt werden musste. später sofa und serie.


Donnerstag, 13. Mai 2021

12. mai 2021 - 12 von 12 im mai

 immer am 12ten bittet caro um 12 bilder vom tag - wie immer bei schlechtem wetter ist es mir nicht leicht gefallen, 12 bilder zu machen, aber es ging dann doch: 

vormittags in der werkstatt geht es zügig mit dem auftrag voran - die ersten 17 tür- und wandschoner in hellgrau sind fertig, jetzt nur noch zwei in hellblau  und acht in hellbeige.

ich bekomme besuch, eine kollegin aus der filzszene macht einen kleinen zwischenstopp in der werkstatt und hat mir eier von zwerghühnern mitgebracht. wir verquatschen uns ein bisschen und ich muss mich beeilen mit dem anschliessenden einkaufen. im supermarkt ist es voll, und ich muss warten bis ich in den laden kann, morgen ist ja feiertag.

zuhause hat kai schon das mittagessen bereit gemacht, die sonne kommt heraus für einen spaziergang, aber im garten ist es schon noch recht nass.

auch im wald sind noch die fans des nassen waldbodens unterwegs - sensible nacktschnecken, sobald ich in die nähe kam, fuhren sie ihre fühler ein, da sind die roten kolleginnen schon robuster.

der war wohl die längste zeit unterwegs...

nach dem spaziergang wie immer kaffee und anschliessend fahre ich mit dem velo zu einem portugiesischen laden, den wir schon länger entdeckt hatten. in sehr authentischer atmosphäre gibt es vor allem gefrorenen fisch und meeresfrüchte, viel wein, diverse spannende lebensmittel und gebäck.

leider aber nicht die paella-pfanne, die ich mir erhofft hatte. 

der garten ist üppig grün und inzwischen so ziemlich abgetrocknet. also mache ich mich ans mähen, zuerst mit der sense, einiges steht schon ziemlich hoch, dann mit dem neuen alten benzinmäher.

der läuft nach dem service beim grossen sohn bestens an und macht den rasen kurz, aber ganz unanstrengend ist das mähen mit dem teil auch nicht. zusätzlich zieht er natürlich eine benzinwolke hinter sich her, in der man schiebt... aber immerhin ist er nicht sehr laut.

dieses bild gibt mir rätsel auf - ich muss es wohl gemacht haben, als ich den grasfangbehälter des mähers geleert habe.

so, fertig. der grösste vorteil liegt wohl wirklich im eingesammelten grasschnitt, hätte ich mit dem handmäher gemäht, müsste ich jetzt noch den rasen abrechen. wegen mir müsste man keinen rasen oder vielmehr keine wiese haben. für mich ist das platzverschwendung und das grösste handicap das gartens. ausser fürs kubb oder federballspielen.

aber ohne rechen bleibt noch zeit, um ein sträusschen maiglöckchen zu pflücken.

und um das "niemandsland" zwischen dem nachbargrundstück und unserem mit der sense zu mähen. problem dabei: da hat mal jemand pfosten einbetoniert und ausserdem ist es extrem uneben. es sieht nach dem mähen noch unschöner aus als vorher, aber immerhin kümmern wir uns drum.

deshalb habe ich auch lieber eine der vielen akeleien fotografiert, die jetzt ihre blüten öffnen. 

nach dem sehr spontan eingelegten gartenarbeitstag bin ich ziemlich geschafft und hänge ein bisschen in den seilen, da hilft auch keine portugiesische pasta. zum abendessen hat die tochter einen nudelsalat gemacht, später sofa und serie.

12 von 12 im mai 2020

12 von 12 im mai 2019 

12 von 12 im mai 2018  

12 von 12 im mai 2017  

12 von 12 im mai 2016 

9 von 12 im mai 2015 

12 von 12 im mai 2013