mit all den sonderaktionen und meiner reise an die buchmesse bin ich jetzt ein bisschen mit den wochenrückblicken durcheinander gekommen.
die drei tage vor der buchmesse verbrachte ich vor allem mit arbeiten und dazuhin mit dem gedanken, mich ein bisschen vorsorglich auszuruhen, damit ich nachher auf der messe wirklich fit sein würde.
das hat dann nur so mässig gut geklappt, aber auf jeden fall habe ich vorsorglich noch grosse mengen vom basilikum geerntet, das jetzt draussen jederzeit dahingerafft werden kann von den ersten kälteren nächten, und es dann zu einer grösseren menge an pesto verarbeitet, die ich dem spaghetti space zur verfügung stellen werde. (einfach aus dem grund, dass wir selbst schon so viel eingefroren haben, dass wir das sowieso nie aufessen können bis zur nächsten basilikumsaison. das pesto friere ich in eiswürfelbehältern ein, durch den ölanteil gehen die klötze leicht aus der form, können nachher in gefrierbehälter oder -tüten umgefüllt und portionsweise wieder entnommen werden.)
wieder zurück aus frankfurt ging es mehr oder weniger nahtlos mit arbeiten weiter - in der werkstatt wurden vorfilze fertig für meinen ersten shirdakteppich, anschliessend blieb ich dann gleich beim flächenfilzen und bereitete feine, helle, dünne filze für die engelproduktion vor (der weihnachtsmarkt winkt auch schon vom horizont her).
die auf dem bild sind natürlich die für den teppich.
im kulturzentrum gab es arbeit und im museum schönes licht.
es ist noch immer eher spätsommerlich, auch wenn man morgens jetzt schon handschuhe zum fahrradfahren braucht, wird es nachmittags noch so sonnig, dass man im t-shirt im garten sitzen kann. die sonne steht tief und zaubert durch die alten scheiben diese geisterhaften strukturen auf die wände in der alten villa.
am freitag wären wir eigentlich bei der tochter zur einweihungsparty in der wg eingeladen gewesen, die fiel aber wegen krankheit der mitbewohnerin aus und so trafen wir uns im ausstellungsraum spaghetti space, wo gerade der musiker und konzeptkünstler louis jucker ausstellt.
im ersten raum steht eine jukebox - die nach auswahl lieder und videos dazu abspielt. das war schon, als ich jung war, nicht mehr stand der technik, aber in manchen lokalen, vor allem auf dem land, traf man manchmal noch eine an. schon damals war der mechanismus faszinierend, heute erst recht, wo kann man sonst noch sehen, wie die musik ausgewählt und abgespielt wird?
zu den songs gibt es ein buch - eine art index, in dem die einzelnen lieder verschlagwortet sind.
im ausstellungsraum findet man alle texte an dieser wand.
ungewöhnlich auch die entstehung der texte und lieder - in rahmen von zwei residenzen hat der künstler gespräche mit ganz unterschiedlichen menschen geführt, die ihm ideen für musik lieferten, die ihnen in bestimmten situationen heilung bringen sollten. daher auch der titel der ausstellung: a pharmacy of songs.
(und auf dem bild ein stück technikgeschichte aus meinem leben: auf der gleichen schreibmaschine habe ich von 1987 bis 1990 meine berichtshefte in der lehre geschrieben.)
die lieder bestechen nicht durch ausgefeilte tonqualität - low fi, aber durch texte und musikalische handgemachtheit, bis hin zu dem punkt, dass auch die kleinen analogen tonträger in der jukebox selbst hergestellt sind, mit dieser museumsreifen maschine.
wer mag, darf ideen für neue songs liefern.
ja, war fein. und auch beruhigend.
und lieferte diskussionsstoff beim anschliessenden gemeinsamen pizzaessen mit der tochter. ist das politisch? und warum? oder ist kunst eh immer schon politisch? auch wenn sie vordergründig doch eher dekorativ ist, gerade weil sie dann nicht einmal zum nachdenken anregen, also gar nichts kann?
die fortsetzung des abends fand dann im royal statt - hier spielte der musiker ein konzert und wir konnten zusehen, wie er auf seinen selbstgebastelten, vom flohmarkt, sperrmüll oder sonstwoher geretteten instrumenten musiziert und von der kofferschnalle bis zur elektrischen schreibmaschine alles als quelle für töne und damit für seine kompositionen nutzt.
auch das: schön wars, bereichernd im besten sinne.
am samstag dann endlich mal regenwetter, aber so, dass wir noch trocken über den wochenmarkt gehen konnten und unser gemüse einkaufen. und zuhause einfach mal nichts mussten - ausser ein bisschen wäsche waschen, ein bisschen gemüse retten, ein bisschen bloggen, hausaufgaben machen, lesen, sein. auch ein schöner samstagnachmittag.
sonntag dann noch ein arbeitstag im museum. irgendwie gingen die sieben stunden eigentlich sogar ganz schnell rum. trotzdem ein bild von der kaffeepause:
draussen sitzen geht noch, es gibt auch decken, aber gemütlich ist das nicht mehr. andererseits war das kleine verandacafé so voll, dass man sich als mitarbeiterin da nicht auch noch reinquetschen muss. am schönsten an der arbeit im museum ist immer, dass (fast) alle menschen dort sehr entspannt sind, einfach wegen der schönheit des orts, oder so.












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