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Montag, 14. August 2023

12 von 12 im august 2023

 es ist der zwölfte august, ein samstag und ich habe an die zwölf bilder für 12 von 12 gedacht:

es gibt frühstück auf der terrasse - eigentlich wollten wir ja am gewächshaus frühstücken, aber da ich gerade die tischdecke aufgelegt hatte, als auch schon die ersten tropfen fielen, haben wir doch noch umdisponiert. 

seit tagen schon schleiche ich um unseren holunder herum, der dieses jahr besonders viele früchte hat - heute möchte ich gerne ernten. 

erste idee: die langen zweige abschneiden und dann am boden die beerendolden ernten. das funktioniert nur so mässig, weil an einem zweig längst nicht alle dolden gleichzeitig reif sind, und wir so eine ganze menge unreife früchte wegwerfen müssen. also doch keine zwei fliegen mit einer klappe, sondern der rückschnitt dann erst im herbst. 

also hilft mir kai und hält einzelne äste tief, während ich die dolden abschneide. 


bester kontrast: heugümper auf holunderbeeren.

die gewaschenen, verlesenen und von den groben stängeln befreiten beeren wandern in den heissentsafter.
 
 
während die beeren im dampf ihren saft abgeben, habe ich zeit, die fotos meines adventskalenders vom vergangenen jahr in ein album zu kleben.  


mittlerweile regnet es zum dritten oder vierten mal. der saft rinnt aus den beeren, am ende werden es um die zwei liter sein.

ich habe mir noch mehr klebearbeit geholt: übers jahr haben sich jede menge schachteln und schächtelchen angesammelt, die es sich lohnt, mit schönen papieren zu verzieren und ihnen ein zweites leben als geschenkverpackung oder so zu geben. aber zuerst bekommen meine stempelschnitzwerkzeuge eine schöne aufbewahrungsmöglichkeit.

in einer regenpause mache ich mich auf den weg zum geisshof, wo heute die solidarische landwirtschaft, bei der wir bis im vergangenen jahr mitglied waren, sommerfest feiert. wir sind als ehemalige eingeladen und können so wieder einmal den blick über das reuss- und das aaretal geniessen. 

später kommt auch noch die tochter auf den hof. die genossenschaft ist ganz schön gewachsen, ich kenne kaum noch jemanden, später tauchen dann aber doch noch einige bekannte gesichter auf. es gibt essensstände und ein musikprogramm statt gemütlichem informellem beisammensein, wie wir es aus der anfangszeit der solawi kennen.

am abend tritt sogar noch eine richtige band auf. 


die tochter und ich machen uns aber auf den heimweg, sie ist seit dem morgen beim aufbau der badenfahrt im einsatz gewesen und ich finde es auch in ordnung, nach hause zu fahren, solange es nicht regnet. 

zuhause treffen wir zuerst auf eine ruinierte katzeklappe - der kater begreift das prinzip der chipgesteuert geöffneten klappe nicht und döngelt anstattdessen solange an die türe, bis diese kaputt geht. ich bin ein wenig ratlos, weil wir zur zeit wieder öfter fremde katzen im haus haben, aber muss letzten endes halt vermutlich einsehen, dass es ja kein zustand ist, dass der alte kater auch draussen sitzen bleiben muss. und dabei noch in einer woche drei sätze batterien verschleisst. (wie das geht, weiss ich auch nicht).

kai findet mich jedenfalls laut schimpfend in der küche, als er von seinem einsatz bei der streetparade zurück kommt. wir sitzen noch ein bisschen herum, ich bastele weiter, dann ist es aber auch einfach zeit, zu bett zu gehen. 

mein 12tes bild ist erst am tag darauf entstanden: 

insgesamt 15 gläser holundergelee sind es geworden, eines verschenken wir gleich und eines öffnen wir beim sonntagsfrühstück. 

meine bilder schicke ich wie immr zu caro, wo sich die 12er-blogbeiträge heute wieder versammeln.





Dienstag, 22. Februar 2022

21. februar 2022 - fine biocò

 noch mal ein sturm in der nacht, vor allem in den morgenstunden ging es rund ums haus ziemlich windig zu. ausserdem hatte sich die nicht schliessbare gartentüre wieder einmal losgemacht (hier hilft nur arretieren mit einem keil, was aber je nach windrichtung mehr oder weniger erfolgreich ist) und schlug gefühlt direkt neben meinem kopf gegen die wand. 

dementsprechend unfit wachte ich auf, ging in die werkstatt, werkelte bis halb eins dort herum und kam wieder nach hause. nach dem mittagessen machte ich erst mal einen mittagsschlaf. küchenputzen entfiel heute, dafür gab es schreibtischarbeit zu tun. 

und eine nachricht, dass wir unsere mitgliedschaft bei der gemüsegenossenschaft nach acht jahren zum ende des ersten quartals beenden können. drei mal bekommen wir noch einen korb, der aktuelle newsletter macht nicht gerade hoffnung, dass in den drei körben noch all zu viel gemüse sein wird. das letzte gemüsejahr war schlecht, aber das war nicht der grund für unser ausscheiden. vielleicht haben wir es nach dieser langen zeit einfach gesehen, vielleicht war es auch die coronazeit, die manche andere wege gehen liess. unserer ist jedenfalls nicht mehr der der gemüsegenossenschaft. so schön es war, dieses projekt aufbauen zu helfen, ich freue mich jetzt auch mal darauf auf den wochenmarkt zu gehen und dort nach lust und laune einkaufen zu können, ohne an die rüebli und randen im keller zu denken, die ja auch noch gegessen werden wollen. ja, das gemüse wird weniger saisonal sein, ja, wir werden nicht mehr ganz so lokal essen und es werden weniger demeterprodukte auf den tisch kommen. aber wir werden sie auch nicht mehr durch duldung von coronaschwurbelei und weltanschaulich merkwürdigem erkaufen müssen. vielleicht ist es das letztere gewesen, was zumindest mir den letzten anstoss zum austritt gegeben hat. ich kann nun nicht gerade behaupten, dass ich nicht davon gewusst habe, welche methoden in der biodynamischen landwirtschaft zum einsatz kommen, und dass dahinter eine ganz eigene weltsicht und ideologie steckt. aber bis zur pandemie ging ich von leben und leben lassen aus. auch wenn ich vieles nicht nachvollziehen konnte, dachte ich mir oft "hilft's net, so schadet's wenigstens auch niemandem" - da bin ich mir heute halt nicht mehr so sicher. 

mir liegt jetzt beinahe ein witz auf der tastatur - einer der mit der winzigen menge an bioco-wirsing im verhältnis zu allen anderen zutaten im abendessen - es gab eine weisskraut-wirsing-wähe - zu tun hat. aber lassen wir das. 

 

 



Samstag, 4. September 2021

3. september 2021 - gemüse und salat

heute nur noch kleine planänderung, denn das auto musste ja auch wieder abgeholt werden. 

also vormittags die übliche haushaltsrunde, nachmittags offene werkstatt bis vier, und da bis dahin niemand gekommen war, machte ich mich auf den weg in der autowerkstatt. 

unterwegs traf ich die tochter auf dem busbahnhof, wir teilten ein stück des wegs, auf dem rückweg holte ich noch das gemüse ab, das seit vergangener woche jetzt immer freitags geliefert wird. wir denken zur zeit darüber nach, wieder eine ganzen korb zu bestellen, denn eigentlich ist ein halber korb irgendwie garnichts. je eine hand voll bohnen und krautstiel, ein paar tomaten, ein salat, der nirgends hin reicht und eine zucchini, dazu ein pfund kartoffeln, eine zwiebel und ein knoblauch. sicher liegt es auch am wirklich schlechten wetter in diesem jahr, aber dass wir jetzt nicht einmal auf dem höhepunkt der erntesaison jeweils weiter als eine halbe woche mit dem gemüse aus der solidarischen landwirtschaft kommen, ist nicht wirklich das, was wir wollen. nur wird es dann halt auch wieder viel mehr arbeitseinsätze brauchen. 

zuhause war es noch richtig schön sonnig, nur das bädle liegt halt um diese jahreszeit ab fünf im schatten. nach einer tasse kaffee überwand ich mich dann aber trotzdem und ging eine runde schwimmen, das wasser ist empfindlich kalt, gemessen habe ich aber nicht. 

für die tochter und mich bereitete ich einen gemischten salat zu, aus dem was so herumlag (salat, kichererbsen, tomaten frisch und getrocknet), plus den bohnen aus zwei wochen gemüsekorb. dazu gab es tahinidressing. meine portion ass ich gleich, die für die tochter wanderte stylish in ein einmalglas als bowl. 

und weil sonst nichts weiter anstand, pröbelte ich noch ein bisschen mit verbundenen filzkugeln herum, ungefähr bis die tochter und kai zeitgleich eintrafen. 


Mittwoch, 30. Juni 2021

29. juni 2021 - gemüseupdate und viel regen

aus verschiedenen gründen wird das jetzt hier einmal ein bisschen unchronologisch, das wochenende mit der firmung der tochter, samt montag, an dem auch noch besuch da war, liefere ich ihnen bei gelegenheit (die fotos sind schon da, wenn auch noch in einem etwas sperrigen format) nach, vielleicht setze ich das dann an die richtige stelle und benachrichtige sie hier, vielleicht auch nicht, mal sehen. 

genau genommen ist auch immer noch besuch da, oder vielleicht besser eine gästin, nämlich meine mutter. nichtsdestotrotz war heute ein einsatz auf dem bauernhof geplant und da man die neuerdings ja sehr im voraus buchen muss, wollte ich den nicht verschieben. mir schwante allerdings schon am vorabend, dass das nicht so ganz der reguläre einsatz mit "ich werfe zwei stunden lang gemüse in körbe und fahre sie hinterher aus und bin um 12 wieder zu hause" werden würde, da schon wieder ein schweres gewitter über unsere gegend zog und nicht nur reichlich regen, sondern in anderen regionen auch hagel und sturm sowieso mit sich brachte. deshalb schaute ich auch das fussballspiel der "nati" nicht ganz an und sah so zwar die anschlusstreffer der schweiz, aber nicht mehr die verlängerung und den sieg im elfmeterschiessen. als ich um viertel vor eins aufwachte war mir aber anhand des hupkonzerts vollständig klar, dass sich die nationalelf unseres gastlandes ins viertelfinale geschossen hatte. grund genug für die fans, das fast so zu feiern wie anderorts einen europameistertitel. gratulation an die herren, deren gesichter ich noch von den fussballbildli der söhne kenne. 

nun aber zurück zum bauernhof und der gemüsegenossenschaft. um acht uhr morgens war strahlend schönes wetter auf dem geisshof. am abend war wegen gewitter nicht mehr geerntet worden, die praktikantin war wegen sturmschaden auch nicht da, aber immerhin standen schon die neuen kartoffeln und ein paar knackerbsen bereit. eigentlich sollte das gemüse am vorabend bis auf salate und kräuter geerntet werden, so teilten wir die arbeit dann anders auf: der bauer und der  andere für den verpackungseinsatz eingeplante genosse ernteten, während ich nach und nach die gemüse verpackte. gegen halb zwölf waren wir trotzdem fertig und da ich auch den nachfolgenden einsatz des ausfahrens des gemüses stand uns auch niemand auf den füssen und forderte beeilung. 

ich nutzte dann doch noch die gelegenheit, mich ein wenig in den folientunneln und auf dem feld umzuschauen. 

hier wachsen paprika, oder wie man hier sagt pepperoni

und hier die schlangengurken

da tomaten

und hier noch viel mehr tomaten


und da, noch ganz klein, das was wir im herbst und winter und vielleicht auch schon im kommenden frühjahr ernten wollen werden.

und da habe ich auch noch das suppengemüse gefunden. 

da wächst gerade nichts, oder zumindest nichts sichtbares.

oder es hat einfach platz für ein paar ackerrandschönheiten.

kurz vor zwölf startete ich dann mit der ersten ladung körbe bei sonnenschein, und auch bei der ersten schleife schien noch die sonne. erst bei erreichen des städtchen hatte sich der himmel bezogen und fielen die ersten tropfen, am zweiten depot musste ich dann ein paar minuten den schlimmsten regen abwarten um die körbe an ihren platz zu bringen, weil es schüttete, was der himmel hergab.

die rückfahrt war dann auch nicht ganz ohne hindernisse, aber schlussendlich war ich um zwei uhr dann auch zuhause. und stellte mich erst mal unter die dusche, denn das gemüseverpacken war schon ein bisschen eine schlammschlacht gewesen. 

blöd nur, dass es den ganzen nachmittag weiter gewitterte und wir nicht mehr so recht nach draussen und vor allem nicht mehr ins bädle kamen. später verlor dann noch die deutsche mannschaft gegen england, noch so ein land, das sich seit vielen jahren über den ersten einzug in ein viertelfinale bei einer europameisterschaft freuen kann. wir assen auf der terrasse pizza, aber richtig gemütlich wurde es draussen nicht, weil es schon wieder zu regnen begann.

Donnerstag, 19. November 2020

18. november 2020 - heute viel pandemie, aber auf distanz

 so häufig war heute die rede von zwanzigeinundzwanzig, dass ich beim eintragen des datums stockte. ja es ist wirklich immer noch 2020, auch wenn ich schon ziemlich genug habe (es dürfte ihnen auch nicht anders gehen) von diesem jahr. aber heute war auch wirklich viel pandemie.

ich hatte nämlich heute online-sitzungstag. nachdem ich bisher durch acht monate pandemie ohne eine einzige onlinesitzung gekommen bin, war es also so weit. zufall war nur, dass wir zum ersten mal eine vorstandssitzung der filzszene weder verschieben noch vor ort in einer gaststätte stattfinden lassen konnten und am abend gerade noch die erste online-gv der gemüsegenossenschaft anberaumt war. 

der tag startete aber ganz unvirtuell mit dem warten auf die lieferung unserer neuen esszimmertischlampe. ich las mich bis dahin durch blogs und freute mich passend über den blogbeitrag von astrid über die bedeutung von licht in ihrer wohnung (unbedingt auch dem link zum zitat "ich bin kerze" folgen). ich nutzte die wartezeit und bestückte mal die laternen auf dem gartentisch mit kerzen.

vormittags war ich in der werkstatt, wie immer, und puzzelte noch ein wenig an dem grossen wollball herum, bevor ich mit dem mitgebrachten staubsauger einen grossteil des staubs und der krümel, die die restewolle aus der karderei mit sich gebracht hatte, wegstaubsaugte. es kam noch jemand vorbei, um wolle für  weihnachtsprojekte zu holen und anschliessend konnte ich mich endlich zur weihnachtsdeko aufraffen. so richtig ordentlich ist es immer noch nicht, aber morgen werde ich wohl aufräumen müssen, da am freitag wieder eine familie für die offene werkstatt angemeldet ist. 

über mittag nach hause - da schien schon die sonne und ich konnte das sofa und das wohnzimmer (mal wieder alleine) geniessen. noch ein geburtstagsanruf (ich nutze mal die gelegenheit und stelle hier noch ein foto vom gabentisch ein, der sich seit sonntag nochmal gefüllt hat - sorry, liebe s., der tusch wurde ein opfer der ch-pandemiestrategie, will heissen, der hat es beim lüften umgeweht): 

durch das vorgängige telefonat plumpste ich mässig vorbereitet in die telefonkonferenz mit den anderen frauen vom vorstand der filzszene. die kamera, die beim test gestern funktioniert hatte, ging prompt wieder nicht mehr, und beim versuch, sie zu starten, legte ich zwischendurch mal den ganzen rechner lahm, aber ansonsten lief es sehr gut. in der sitzung war eine grosse resignation gegenüber der situation spürbar, die allermeisten für das kommende jahr geplanten aktivitäten müssen in erster linie gegen eine absage abgesichtert werden, teilweise haben wir termine auch schon möglichst weit in den sommer verschoben, in der hoffnung, dass wir sie dann nicht absagen oder erneut verschieben müssen. für die vereinsarbeit bedeutet die pandemie wohl mindestens ein verlorenes jahr, in dem die nur lose verbundenen vereinsmitglieder weiter auseinander driften. wir hoffen, zumindest die mitgliederversammlung im sommer live durchführen zu können - auch und gerade weil dafür frauen aus der ganzen schweiz zusammenkommen! 

anschliessend stärkte ich mich mit dem allerletzten stück schwarzwälder kirschtorte vom sonntag, übernahm den kochdienst der tochter, die sich auf dem weg zur hautärztin befand und schaute mir die ersten videos vom frisch gekauften onlinefilzkurs an. oh, ich freue mich schon, da braucht man nicht nur wolle, sondern auch zirkel und papier und lange lineale... parallel dazu meldete sich der grosse sohn, der wegen eines quarantänefalls in der wg bei uns unterschlupf suchte. kurz mit ihm besprochen, dann die restliche familie informiert: wir sind für ein paar tage zu viert. 

das von der tochter übernommene kochen tat dann gut: ich warf zwiebeln, sellerie, rüebli, nachgereifte tomaten (mehr platz für laternen auf dem gartentisch!), selbstgetrocknetes basilikum und eine schachtel tomatensosse aus  dem gefrierer zusammen und kochte es eine weile. dazu gab es spaghetti und nüsslisalat. kurz vor sieben waren dann auch alle da, wir klärten beim essen wie risikoreich der angekommene sohn ist (ein bisschen erhöhtes risiko, aber durchaus tolerierbar - wegschicken wäre eh keine alternative gewesen) und ich musste dann auch gleich wieder weiter, zur virtuellen gemüse-gv. 

die kamera, die ich am nachmittag wieder zum laufen gebracht hatte, wollte im anderen onlinesitzungstool dann wieder nicht laufen, aber diesmal dachte ich an die externe alternative, die mir kai schon am vorabend gereicht hatte. das wäre dann allerdings gar nicht nötig gewesen, denn ich hatte kamera und mikrophon eh die meiste zeit aus. die verantwortlichen aus der betriebs-, medien- und it-gruppe stellten ihre arbeit vor, der gemüseanbauplan wurde vom bauer erläutert. mitdiskutieren, beziehungsweise fragen stellen, lief über den chat. eingeleitet wurde die sitzung sehr sinnreich und flott mit einem durchgang durch die notwendigen schaltflächen, inklusive test des chats und der abstimmungsfunktion. durch den abend führte dieselbe person ebenso charmant, wie sie es auch live getan hätte. zur sitzung anwesend waren 37 mitglieder, die zusätzlich noch 16 oder 17 weitere stimmen vertraten, damit also nur unwesentlich weniger als zu einer nichtwirtuellen sitzung gekommen wären. und hier, wo ja die hauptarbeit nicht im begegnen sondern im gemüse besteht, das wir nach wie vor auf dem hof ganz real begleiten und bearbeiten können/müssen, war die stimmung auch besser als am nachmittag. im grund läuft alles gut, bis auf die mediengruppe, die pandemiebedingt wenig werbung machen konnte, konnten alle normal arbeiten. andererseits gab es pandemiebedingt auch weniger wechsel als in vorherigen jahren, so dass die werbearbeit auch weniger wichtig war. die warteliste ist auf eine position geschrumpft, wenn sie also zufällig im raum baden/brugg wohnen und sich für gemüse aus einer solidarischen landwirtschaft interessieren, wäre das jetzt die gelegenheit. 


hier können sie sich unseren schönen bauernhof anschauen. (ganz ehrlich: gemüse ist unser kerngeschäft, filme müssen so nebenbei gehen.) aber schön, oder? und hier finden sie dann die infos dazu.

danach noch deutsche nachrichten - mit erschreckenden bildern aus berlin - und ein glas wein. 

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: francesca melandri, alle ausser mir


Montag, 17. August 2020

15. und 16. august 2020 - gartenwochenende

 für dieses wochenende hätte ich ursprünglich zwei verschiedene arbeitstermine im kalender gehabt, die sich einer nach dem anderen, der erste sehr erwartbar, der zweite sehr kurzfristig, in luft aufgelöst haben. nur die zweite absage hatte mit der pandemie zu tun, ich tue mich aber immer noch schwer damit, die plötzlich frei werdenden tage oder stunden zu geniessen. 

was ich anstatt arbeiten getan habe: 

ins wochenende starteten wir wieder mit einem besuch am wochenmarkt und einem anschliessenden auswärtsfrühstück, zuerst wollte die tochter eigentlich mit, dann doch nicht, also gingen dann doch nur kai und ich. unser ziel in dieser woche: das nachbarstädtchen auf der deutschen seite der grenze. den wochenmarkt in der von allen seiten von häusern umschlossenen hauptgasse mag ich sehr, wir haben unsere bevorzugten stände und waren früh dran, so dass wir an kaum einem stand anstehen mussten. für das frühstück hatte ich ursprünglich ein café am rand der altstadt ausgesucht, vor ort mussten wir aber leider feststellen, dass der auf alten bildern locker und offen wirkende aussenbereich durch eine zeltkonstruktion ersetzt worden ist, die vermutlich eine wetterunabhängige aussengastronomie erlaubt. nicht ganz unser ding, also kehrten wir in die altstadt zurück und genossen dort ein sehr durchschnittliches café-frühstück mit vorderschinken und döschenmarmelade - aber immerhin mit ausblick auf markt und publikum. 

zurück zuhause wurde uns klar, dass wir am markt etwas unsere einkaufslust übertrieben hatten, zusätzlich zu zwetschgen auf vorrat warteten zuhause ja auch noch unsere eigenen tomaten und restgemüse aus der genossenschaft auf verarbeitung: zwetschgen eingefroren, tomatensauce gekocht, kühlschrank aufgeräumt (unter anderem käse gerieben), würzpaste aus resten hergestellt, rettichsalat für den abend vorbereitet. 

anschliessend widmete ich mich dem schärfen des spindelmähers - dank youtube-video und  eingetroffener schleifpaste konnte es endlich losgehen. 

fast zu schön um im werkzeugschrank zu verschwinden

ganz so routiniert wie der herr mit dem netten akzent im video war ich noch nicht, aber nach zweimaligem umbauen der räder wusste ich wie der hase die spindel rückwärts läuft, hatte zusätzlich verstanden was dazu warum gewechselt werden muss und drehte ein paar runden mit schleifpaste und mäher. der anschliessende rückbau wäre dann ein klacks gewesen, wenn ich nicht bemerkt hätte, dass der freilauf voll mit schmierfett war, das ich grösstenteils entfernen musste, um eben wieder einen freilauf hinzubekommen. beim abstreifen der schleifpaste war ich noch ein bisschen skeptisch, so scharf kamen mir die klingen nicht vor, aber der anschliessende test ergab: der mäher läuft nicht nur mit weniger kraftaufwand, sondern schneidet auch das gras gleichmässig auf der ganzen breite richtig gut ab. 

beim nächsten schärfen mach ich ihn auch richtig sauber!

das warten auf die schleifpaste und recherchieren nach einem brauchbaren anleitungsvideo hat sich gelohnt - den handmäher haben wir geschenkt bekommen und mit ein bisschen investition in zeit und material wieder richtig gut zum laufen gebracht. 

danach blieb gerade noch zeit für einen sprung ins bädle und dann ging es auch schon los zum sommerfest der gemüsegenossenschaft. 

hierhin begleitete uns die tochter, wir gingen alle drei mit ein bisschen gemischten gefühlen - hatten wir doch den grossteil der gemüsegenossen nicht erst seit märz nicht mehr gesehen (die gv am 12. märz war mir schon nicht mehr geheuer gewesen, hatte aber noch stattgefunden, allerdings ohne mich) und waren sehr gespannt auf die stimmung dort. 

es wurde dann - unter freiem himmel fühlt man sich halt doch momentan am wohlsten - ein sehr schönes, wenn auch kleines fest mit viel rücksichtnahme untereinander, aber auch viel mehr miteinander als auch schon. die seniorin der genossenschaft las geschichten und begleitete volkslieder auf dem akkordeon, es gab zu essen und zu trinken, feuer zum grillieren und gemeinschaft, zum ersten mal auch unter den etwas grössern kindern der genossinnen und genossen. 

***

am sonntag schliefen wir alle erst mal aus. nach duschen und wäsche abhängen goss und schnippelte ich mich einmal durch den garten, ganz ohne zeitdruck und bis zum frühstück. die sonne steht nun wieder anders als im juni und juli, der frühstücksplatz ist jetzt wieder in der sonne - im unterschied zum mai wurde uns das aber schnell lästig. nach entscheidung für einen faulen sonntag und familiensitzung bewegte ich mich im wesentlichen zwischen liegestuhl und küche hin und her, es gab am nachmittag zwetschgenkuchen und gegen frühen abend hatte ich einen kleinen aktivitätsschub, was uns eine garderobe für kleider und schwimmzeug bescherte. das material hatte ich am vergangenen montag vom sufersee mitgebracht und nun war es gerade richtig trocken um verarbeitet zu werden. fürsfotografieren war es zu spät, aber sie hängt nun sogar schon an der wand.

zum abendessen gab es ein blumenkohl-kichererbsen-curry, das mir ein wenig zu scharf geriet - der bio-ingwer aus dem ohneladen ist so viel schärfer als sein pendant aus dem supermarkt. 

gelesen: john lanchester, kapital

gesehen: eine weitere folge von the rain, dritte staffel

Mittwoch, 13. Mai 2020

12. mai 2020 - 12 von 12 im mai 2020

es war heute schon ein bisschen spät als ich festgestellt habe, dass es der zwölfte des monats ist. deshalb kann ich ihnen keine unspektakulären bilder vom frühstückskaffee anbieten. los geht es erst in der werkstatt, beim eintragen in mein werkstatttagebuch schrieb ich das datum und wurde an 12 von 12 erinnert:


für eine kindergruppe darf ich sitzfilze anfertigen - auf allen filzen werden je zwei sprossen einer strickleiter zu sehen sein, sie stehen für den namen der gruppe, "himmelsleiter". dafür musste ich ein bisschen mit einem selbstgesponnenen garn und vorfilzen experimentieren.


ausserdem gewünscht: auf jedem sitzfilz ein engel. ich habe mich für ein stilisiertes exemplar entschieden und eine schablone angefertigt.


so in etwa (natürlich nur ein ausschnitt - die probe ist nur etwa halb so gross wie die geplanten sitzfilze) soll das dann aussehen.


aber besser vielleicht nicht mit weissen flügeln... dieverschwinden nämlich einfach im hellen hintergrund. die idee sind aber ohnehin bunte engel, für die probe erschien mir die farbe eher egal, war sie aber nicht... der engel steht dazuhin auch noch auf der unterseite der sprosse, wenn man das ganze perspektivisch sehen will. (das hätte man auch schon vor dem filzen bemerken können.)


lieber nochmal "genau" berechnen.
danach geht es nach hause, zum mittagessen mit der tochter.

nach einer kleinen pause mache ich mich auf den weg, um mit dem e-velo das gemüse abzuholen.


ein ungewohnter blick vom hertenstein auf bäderviertel und römerstrassenquartier in baden.


die gemüseausbeute ist heute recht klein, es gibt immer mal im frühling ein loch in der gemüseproduktion. aber der salat sieht sehr lecker aus - und das einzige radieschen hat sich hinter der zwiebel versteckt...


der nachmittag ist ein wenig zerfahren, zuerst warte ich auf einen handwerker, dann kann er nichts ausrichten, nebenbei versuche ich dinge am computer zu erledigen und zu telefonieren, aber werde dauernd dabei unterbrochen. immerhin habe ich endlich die marmelade beschriftet!
kai und die tochter kommen nach hause. wir haben unsere wöchentliche mathematische verabredung, wobei die tochter für die einzige noch anstehende matheprüfung ein thema ausgewählt hat, in dem sie sich ohnehin besser auskennt als ich: kombinatorik. bei einer schwierigen aufgabe kann ich trotzdem helfen, indem ich die gegebenen parameter sortiere und sie dann weiter rechnet.


am frühen abend steht bügeln auf dem plan, die tochter turnt, die wochenplanung in sachen essen ist auch schon begonnen, aber heute will so recht nichts fertig werden.


das turnen geht noch eine weile, kai kocht ein curry aus den noch vorhandenen zutaten und ich habe noch ein bisschen zeit, mich meinem büchlein zum mittwochsmixthema klein/garten zu widmen.


schnipselverbastelung. ein garten am meer. das thema lässt mich endlich viele gesammelte briefmarken verwenden.

nach dem abendessen vervollständigen wir die liste der für die kommende woche geplanten gerichte, als basis für den grosseinkauf morgen.



nun schicke ich meine zwölf bilder vom tag zu caro. überall verändert sich nun der alltag wieder, corona aber bleibt das thema in vielen beiträgen, nutzt doch die gelegenheit, in ein paar andere leben zu schauen!

Mittwoch, 8. Januar 2020

7. januar 2020 - dominantes gemüse

bis ich endlich aufstehen durfte, war ich schon x-mal aufgewacht, was vor allem daran lag, dass ich abends zu faul gewesen war, die sachen für den anstehenden einsatz in unserer gemüsegenossenschaft vorzubereiten.
aber dann: viertel nach sechs aufgestanden, frühstück gemacht, gebloggt, alle infos für die gemüseverteilfahrt zusammengesucht und auf einen zettel aufgeschrieben, auto ausgeräumt, mit plastikplane, schuhen für schlammigen untergrund und gartenhandschuhen gepackt. kai nimmt grüntonne nummer eins mit. um viertel vor acht starte ich in der erst gerade beginnenden morgendämmerung in richtung geisshof, wo das gemüse für unsere gemüsekooperative biocò angebaut wird, und wo ich heute - zusammen mit einer ganz neu hinzugekommenen gemüsegenossin - die körbe packe, die an sechs depots geliefert werden und dort wiederum von 38 haushalten abgeholt werden. ich darf also den erklärbär spielen und zeigen wo was herkommt und wo was hingeht. um halb elf sind wir trotzdem fertig und drehen noch eine kleine runde über den hof, so dass ich felder und folientunnels und neuerdings auch ein gewächshaus zeigen kann. insgesamt ertrinkt gerade wieder mal alles im matsch, wir halten den rundgang also kurz.
dann fahre ich mit der ersten ladung körbe in richtung brugg, dort gibt es neuerdings zwei depots, das zweite ist trotz konkreter adresse unauffindbar, da hilft nur ein anruf auf dem hof, der bauer kann weiterhelfen, sein job wäre das aber nicht gewesen.
dann wieder zurück auf den hof, leere körbe abgeben, volle einladen und noch einen kleinen schwatz halten. mit den restlichen körben starte ich richtung baden, beliefere weitere drei depots und kann unterwegs im unverpacktladen noch ein bisschen werbung für unsere solidarische landwirtschaft machen. die körbe sehen trotz viel wintergemüse einfach gut aus. heute enthält ein korb:
kartoffeln, rüebli, zwiebeln, knoblauch, lauch, wirsing, sellerie, eine rande, einen kürbis und einen zuckerhut, sowie ein säckchen nüsslisalat.
um ein uhr bin ich mit meiner halben gemüseportion zuhause, werfe kurz ein paar reste für eine gulaschsuppe in einen topf, bitte den sohn, auf diese aufzupassen während ich dusche und taue dann unter der dusche endlich auf. es war schon recht kalt im schopf, wo wir heute das gemüse gepackt haben.  die restlichen körbe bringe ich morgen auf den hof, dann kann ich auch gleich eine entsorgungsrunde und den wocheneinkauf damit verbinden.
beim mittagessen kommen wir ins reden, ich muss mich dann ein wenig losreissen, weil ich noch den newsletter für die kommenden filzkurse und den für den anstehenden kinderfilzkurs schreiben und verschicken will. damit werde ich dann gerade so fertig bis die tochter aus der schule kommt, glücklicherweise braucht sie auch eine pause und so treffen wir uns erst um 16.30 uhr wieder zur mathestunde. eine externe nachhilfe sparen wir uns, aber ohne zusätzliche unterstützung ginge es auch nicht. geholfen hat uns eine feste abmachung, wann wir zusammen lernen.
danach baue ich das bügelbrett auf und beginne die über die ferien aufgelaufenen wäscheberge abzutragen. der sohn kocht kürbissuppe mit selleriechips, kai lernt mit der tochter noch französisch, und ich höre beim bügeln podcast.
nach dem abendessen geht das noch eine weile so weiter, aber kurz nach neun sitzen wir auf dem sofa und schauen die dritte folge anne with an e.

gelesen: t.c.boyle, américa
gehört: der weltenfalter
gesehen: anne with an e

Dienstag, 2. Juli 2019

dreimal gemüse - nachgeholt


blogpause ist ja schön und gut, aber das gemüse (und auch schon den 12tel-blick) muss gezeigt werden. deshalb heute die gemüsekörbe der letzten drei wochen:

am 18.6. gab es die ersten frühkartoffeln, viel salat, kefen, knackerbsen und sehr wenig saubohnen, dazu zwei kohlrabi, fenchel, bereits sehr grosse frühlingszwiebeln und broccoli.
am 25.6. gab es wieder viel salat, kartoffeln, knackerbsen, saubohnen, broccoli, die erste zucchini und wieder zwei kohlrabi. wie die woche zuvor gab es auch schon basilikum.
heute enthielt der korb wieder frühkartoffeln, einige salate, kratustiel, nochmal knackerbsen, zwei zucchetti und je eine schlangen- und eine gartengurke. zusätzlich zum basilikum gab es noch petersilie.

es wird sommer. und viel leckeres gekocht.

Mittwoch, 3. April 2019

unser gemüse ... gestern


das gemüse, das jetzt immer dienstags kommt, passt ganz schlecht in meinen plan. irgendwann habe ich dann aber doch noch dran gedacht und es hereingeholt:
rüebli, kartoffeln, randen, sellerie aus dem lager, lauch vom feld, salat und mangold aus dem folientunnel.

Montag, 25. März 2019

woche 12 - 18.- 24.märz 2019

schon wieder eine woche voller termine, diesmal vor allem abends.

gestartet bin ich dann aber doch recht gemütlich am montag und habe ausser einer fahrt in die mühle nach scherz zum abholen eines riesigen sacks dinkelspelzen nichts gemacht, woran ich mich jetzt noch erinnern könnte.

am dienstag dann die gemüseverteilfahrt, mit vorherigem abpacken der gemüsekörbe, am dienstagnachmittag, dem einzigen freien nachmittag der tochter, mit ihr gelernt.

am mittwoch war ich dann mit der weihnachtsmarktkollegin frühstücken, die dorfweihnacht ist bis auf ganz wenige details jetzt abgerechnet, der rest des geldes, das wir über sechs jahre eingenommen haben, wird vorerst auf dem konto stehen bleiben, bis wir eine gelegenheit finden, ein projekt im ort zu unterstützen, das vielleicht ein wenig starthilfe braucht. viel ist es nicht, aber wir hätten uns in unserem ersten dorfweihnachtsjahr gefreut über eine finanzielle absicherung.
nachmittags dann büchertausch und danach in die werkstatt, um am kursprogramm für das kommende jahr zu arbeiten.

das kursprogramm hat sich überhaupt durch die ganze woche gezogen, blöderweise habe ich dann auch noch einmal alles bisher notierte verloren, weil ich vor einer fahrt von einem ort zum anderen das speichern vergessen hatte. das ist mir auch schon lange nicht mehr passiert. aber es hat auch fast die ganze woche gebraucht, bis mir gedämmert hat, dass ich für die zeit nach den sommerferien, für die ich ja noch keinen stundenplan der tochter habe, schlecht ganztagestermine für unter der woche festlegen kann, geschweige denn den tag, an dem ich die offene werkstatt weiterhin anbieten werde. also muss ich nur noch für mai und juni termine finden.

am mittwochabend dann noch die generalversammlung der gemüsegenossenschaft, für die ich mich als protokollführerin gemeldet hatte. die kontrovers diskutierten themen hatten wir schon bei einer ausserordentlichen generalversammlung im november abgehandelt, finanziell sieht es momentan gut aus bei der solidarischen landwirtschaft, die volle anzahl von 60 körben ist verkauft, es besteht sogar noch eine warteliste, also verlief der abend bis auf eine winzige kleinigkeit harmonisch. das macht natürlich so ein protokoll verhältnismässig einfach.

donnerstag wie immer vormittags einkaufen, frühes mittagessen mit der tochter und nachmittags offene werkstatt. viel besuch war nicht, aber immerhin waren die werkstattnachbarn da, unter anderem um einen auftrag abzuholen.
wieder vor allem schreibtischarbeit: ein angebot für die begleitung einer veranstaltung einer hochschule und das protokoll der gv.

am abend schnell nach hause und dann gleich weiter an die nächste versammlung, diesmal die des quartiervereins ennetraum. hier das komplette gegenteil zur routiniert durchgezogenen biocò-versammlung. bei jahresrechnung und budget wurde jede einzelne zahl verlesen und erläutert, und zwar mindestens zwei mal, auch wenn sich von jahr zu jahr wenig veränderung ergibt. dabei warteten alle anwesenden vor allem auf die letzten traktanden, in denen es um den umzug in einen neuen raum gehen sollte.
zur grossen überraschung aller beteiligten, auch des vorstands und der gemeindevertreter, hat sich die option eines umzugs vorerst komplett zerschlagen, da der vermieter der räumlichkeiten nicht kooperieren wollte. die verhandlungen liefen schon eine ganze weile, das endgültige aus aber kam erst am tag vor der mitgliederversammlung. nun ist eine art schwebezustand für den verein entstanden, das konzept für eine professionalisierung in neuen räumen steht, doch räume gibt es keine. unglücklicherweise wirkt sich das auch auf die beteiligung des vereins an der 200-jahr-feier des ortes aus. dementsprechend ging ich etwas verblüfft und enttäuscht nach der versammlung nach hause. 

am freitag haushaltsvormittag, mittagessen im katholischen kirchgemeindesaal bei der fastensuppe, und danach in die werkstatt für einen kindergeburtstag.
das wetter war wunderbar, die brauer von nebenan haben eine treppe auf den balkon vor den werkstätten gebaut und so konnten die kinder draussen feiern und drinnen filzen. anstatt der angekündigten sieben kamen neun kinder, aber in der werkstatt ist das ja kein problem. alles sehr lebhaft, zwischendurch musste ich ein bisschen druck machen, damit die gewünschten notizbuchüllen auch fertig wurden, aber am ende waren alle glücklich und zufrieden.

der grosse sohn und kai kamen zum feierabend in die werkstatt, einerseits dringend angefordert, da im eifer des feierns der sack mit dem dinkelspelt ein loch bekommen hatte und ich kein gutes klebeband zur hand hatte, andererseits um bei der benachbarten braufabrik baden ein feierabendbier zu nehmen. wir probierten diverses, ich ein american pale ale (lecker hopfig) und ein ingwerbier mit alkohol. es wird einem ja auch nicht leicht gemacht mit dem fasten.


der samstag war schon vor einiger zeit verplant, aber erst ab dem nachmittag, so dass mir am vormittag noch zeit dafür blieb, die beete auf der südseite des hause zu entunkrauten. der rhabarber wächst! hoffentlich können wir in diesem jahr, zwei jahre nach dem umzug an einen anderen standort, mal wieder anständig rharbarber ernten!  andererseits fiel mir auf, dass ich noch keine schimmer habe, was ich pflanzen will auf den beeten. noch nicht einmal die tomaten sind gesät.

am nachmittag dann nach zürich, zum off-cut. ich wollte material für die kinderwoche besorgen, aber ausser möglichen heftumschlägen für zu nähende hefte habe ich nichts gefunden. oder doch: für mich ein paar interessante materialien, mit denen ich ein bisschen herumexperimentieren kann. und eine schachtel für eine ideen-sammel-box.

die söhne, die uns begleitet hatten, verabschiedeten sich einer nach dem anderen, wobei der grosse uns noch zum piccolo giardino begleitete, wo wir in der sonne eistee trinkend den blick auf diese betonmauer genossen:


kai und ich liefen erst einen grossen bogen durch die stadt bis zum stadtteil werd, von da nahmen wir dann die strassenbahn auf die andere stadtseite, um im café des amis zum saisonabschluss miesmuscheln zu essen. beim nachhausekommen trafen wir die beiden söhne noch am risographen an, der in der vergangenen woche einzug in den keller gehalten hat. nach ein paar startschwierigkeiten druckt der nun meistens und wird fleissig getestet. ich kann also jetzt mein kursprogramm im haus drucken lassen! vorerst zwar nur in einer farbe, aber was will man mehr?!


sonntagmorgen frühstück in etappen, aber gemütlich. kai und ich machten einen ausgedehnten spaziergang über die schacheninsel oberhalb von brugg. die insel wird regelmässig überschwemmt und verändert sich immer wieder. ein grosser teil ist recht wild und die wege nicht immer gut sichtbar, aber verirren kann man sich kaum. wir gingen bis zur spitze der insel, wo wir noch nie waren, und folgten auf dem rückweg dem aarekanal am kraftwerk. auch hier hat es mittlerweile viele biber, die auch grosse bäume komplett tot genagt haben.


am nachmittag im garten zuerst einen sack repariert, dann einen korb im keller vergessene walnüsse geknackt. über dieser arbeit über allerhand nachgedacht und vom einen zum anderen gekommen. weil aber jetzt dieser blogpost mal fertig werden muss, kann ich das heute nicht mehr erläutern.

später abendessen aus ernteanteil und übrigen reis, den der mittlere sohn gerettet hat. danach noch familiensitzung und tatort.





Dienstag, 19. März 2019

dienstag 19.3.2019 - unser gemüse heute

ich finde nicht so recht wieder zurück in den rhytmus des täglichen erzählens, eine erfahrung, die ich schon ab und zu gemacht habe. es ist nie einfach gewesen, nach einer pause wieder regelmässig zu schreiben.

aber eines muss sein: das gemüsefoto vom inhalts des gemüsekorbs von der solidarischen landwirtschaft. vor ungefähr fünf jahren habe ich den ersten gezeigt, und seither nur die verpasst, die ich nicht selbst angenommen habe.
heute habe ich das gemüse auch selbst verpackt und verteilt, also hatte ich auch noch gelegenheit mich ein bisschen auf dem hof umzuschauen.


hier wächst schon wieder einiges, sozusagen der kindergarten der biocò.


das auto war für die erste tour richtung westen nur locker gefüllt, aber doch immerhin so, dass der rest, der nach osten muss, später gut reingepasst hat. insgesamt werden momentan dienstags 36 körbe in zwei grössen ausgeliefert und heute gab es noch einmal satt lagergemüse und dazu schon das erste frische grüne aus dem folientunneln.


der blick aufs gemüse ändert sich auch mal wieder: weil der weisse tisch, auf dem ich die meisten lieferungen fotografiert habe, einer druckmaschine weichen musste, gibt es heute das gemüse mal auf der kellertreppe. mal schauen, ob das so bleibt.
es gab: lauch, nüsslisalat, eine rande, federkohl, sellerie, knoblauch, spinat, rüebli, nocheinmal die wenig geliebten steckrüben und kartoffeln.
die härteste zeit im gemüsejahr kommt erst noch: dann nämlich, wenn die lager leer sind und trotzdem noch nichts sättigendes auf dem feld gewachsen ist. das ist erfahrungsgemäss im april/mai der fall, wenn die kochzeitschriften und -apps voll sind mit frühlingsgemüse, mit frischen rüebli, erbsen, kefen, spargel, die es bei uns auf dem hof entweder garnicht wachsen oder halt erst ab juni/juli erntereif sind.



Sonntag, 10. März 2019

wochenende 9./10.märz 2019 - raketen

am samstagmorgen aus einem merkwürdigen traum aufgewacht:

ich wanderte mit der tochter an einem kleinen bach entlang, ich wusste, dass es die sihl war, die ganze umgebung sehr gestaltet, eher wie ein minigolfparcour zum durchwandern. ich selbst (!) balancierte über mäuerchen, während die tochter (!) lieber durchs wenig tiefe, sehr klare und ausserdem warme wasser watete. dabei trug sie rot-weisse schuhe, die eher aussahen wie puppenschuhe. am ende des wegs querten wir eine autobahn und kamen in ein gebiet mit industrie und einkaufszentren. dabei sahen wir, wie eine militärische rakete kurz vor dem einschlagen noch mehrere hochspannungsleitungen samt masten umriss. eine weitere rakete flog längs der autobahn dicht über unseren köpfen dahin. obwohl vorher noch nichts darauf hingedeutet hatte, war uns sofort klar, dass eine atomare bedrohung herrschte und wir flüchteten in ein gebäude, das ein grosses museum beherbergte. dort leitete man uns zusammen mit vielen anderen menschen sofort in die im untergeschoss gelegene zivilschutzanlage. während der aufnahmeprozedur entkam die tochter durch eine seitentüre, worauf umgehend eine suchaktion eingeleitet wurde.

an dieser stelle bin ich aufgewacht, bin dann aber noch eine weile herumgelegen und habe dem traum hinterhergespürt. insgesamt war es keine besonders angespannte situation gewesen, nur das verschwinden der tochter hatte mich durcheinandergebracht, vor allem weil es so plötzlich und unpassend geschah.

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der dritte arbeitssamstag für kai in folge, der rest der familie inklusive mir durfte aber noch ein bisschen ausschlafen. als erstes habe ich nach dem aufstehen die blogeinträge für donnerstag und freitag nachgeholt, dann zusammen mit dem grossen sohn frühstück gemacht und mich durch den vormittag gehangelt mit verschiedenen hierundda-tätigkeiten wie: der tochter beim prozentrechnen helfen, altpapier wegbringen, waschen, tee kochen, noch ein bisschen bloggen, küche aufräumen. um halb drei gab es eine grünkernsuppe mit dem ersten bärlauch, danach habe ich hefeteig angesetzt, daraus anstatt der geplanten mohn- rosinenschnecken gebacken (der mohn war abgelaufen und ranzig), dann aus dem restlichen teig einen schwäbischen hefezopf geformt. zuerst musste nämlich die tochter noch brownies backen, dann konnte erst der zopf in den ofen.

am abend war ich mit kai zum abendessen auswärts verabredet, die kinder assen zuhause die restlichen steckrübenbratlinge als burger.

wir assen in der spedition ein rotes thai-curry (kai) und einen libanesichen gemüseeintopf (ich) beides nicht nur sehr lecker, sondern auch noch wunderschön angerichtet.
auf dem rückweg tranken wir noch im hotel blume einen espresso und weil es so nett war, auch noch ein glas wein. (erste ausnahme vom alkoholfasten...)

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im letzten bioco-korb waren sowohl rüebli als auch steckrüben, die bereits auszutreiben begonnen haben. von beiden habe ich das oberste ende abgeschnitten und in wasser gestellt und so haben wir jetzt nicht nur eine rüeblirakete, sondern auch noch zwei steckrübensputniks:


ein dank geht an frau gugus, für die idee! (sie hat eh immer so kuuli ideä!)


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war das wetter schon am samstag nicht gerade schön gewesen, war es am sonntag noch schlimmer, beim aufstehen trieb gerade eine art schneeregen quer vor dem schlafzimmerbalkon vorbei.

nach dem gemütlichen frühstück mit hefezopf und frischgepresstem blutorangensaft fuhren kai, die tochter und ich nach lenzburg ins stapferhaus um uns die aktuelle ausstellung zum thema "fake" anzuschauen.


der untertitel der ausstellung lautet "die ganze wahrheit" - und darum geht es dann auch, um lüge und wahrheit, fälschung und original. die ausstellung ist, wie alle ausstellung des stapferhauses wieder absolut sehens- oder vielmehr besuchenswert, medial toll umgesetzt und auf angenehme art zum interagieren einladend. ausgehend vom eigenen umgang mit dem thema lüge über die moralische entwicklung bis zu fake news werden immer wieder fragen aufgeworfen: wann kann lügen verwerflich, wann tolerierbar, vielleicht sogar lustig oder gar notwendig und leben rettend sein? wollen wir überhaupt immer die wahrheit wissen? und wollen wir sie auch anderen schonungslos zumuten?


 zuhause gab es zum kaffee eine üppige kuchenauswahl mit schneckennudeln, hefezopf und brownies, danach die familiensitzung und momentan bereitet kai die sonntagspizza zu!