Donnerstag, 19. November 2020

18. november 2020 - heute viel pandemie, aber auf distanz

 so häufig war heute die rede von zwanzigeinundzwanzig, dass ich beim eintragen des datums stockte. ja es ist wirklich immer noch 2020, auch wenn ich schon ziemlich genug habe (es dürfte ihnen auch nicht anders gehen) von diesem jahr. aber heute war auch wirklich viel pandemie.

ich hatte nämlich heute online-sitzungstag. nachdem ich bisher durch acht monate pandemie ohne eine einzige onlinesitzung gekommen bin, war es also so weit. zufall war nur, dass wir zum ersten mal eine vorstandssitzung der filzszene weder verschieben noch vor ort in einer gaststätte stattfinden lassen konnten und am abend gerade noch die erste online-gv der gemüsegenossenschaft anberaumt war. 

der tag startete aber ganz unvirtuell mit dem warten auf die lieferung unserer neuen esszimmertischlampe. ich las mich bis dahin durch blogs und freute mich passend über den blogbeitrag von astrid über die bedeutung von licht in ihrer wohnung (unbedingt auch dem link zum zitat "ich bin kerze" folgen). ich nutzte die wartezeit und bestückte mal die laternen auf dem gartentisch mit kerzen.

vormittags war ich in der werkstatt, wie immer, und puzzelte noch ein wenig an dem grossen wollball herum, bevor ich mit dem mitgebrachten staubsauger einen grossteil des staubs und der krümel, die die restewolle aus der karderei mit sich gebracht hatte, wegstaubsaugte. es kam noch jemand vorbei, um wolle für  weihnachtsprojekte zu holen und anschliessend konnte ich mich endlich zur weihnachtsdeko aufraffen. so richtig ordentlich ist es immer noch nicht, aber morgen werde ich wohl aufräumen müssen, da am freitag wieder eine familie für die offene werkstatt angemeldet ist. 

über mittag nach hause - da schien schon die sonne und ich konnte das sofa und das wohnzimmer (mal wieder alleine) geniessen. noch ein geburtstagsanruf (ich nutze mal die gelegenheit und stelle hier noch ein foto vom gabentisch ein, der sich seit sonntag nochmal gefüllt hat - sorry, liebe s., der tusch wurde ein opfer der ch-pandemiestrategie, will heissen, der hat es beim lüften umgeweht): 

durch das vorgängige telefonat plumpste ich mässig vorbereitet in die telefonkonferenz mit den anderen frauen vom vorstand der filzszene. die kamera, die beim test gestern funktioniert hatte, ging prompt wieder nicht mehr, und beim versuch, sie zu starten, legte ich zwischendurch mal den ganzen rechner lahm, aber ansonsten lief es sehr gut. in der sitzung war eine grosse resignation gegenüber der situation spürbar, die allermeisten für das kommende jahr geplanten aktivitäten müssen in erster linie gegen eine absage abgesichtert werden, teilweise haben wir termine auch schon möglichst weit in den sommer verschoben, in der hoffnung, dass wir sie dann nicht absagen oder erneut verschieben müssen. für die vereinsarbeit bedeutet die pandemie wohl mindestens ein verlorenes jahr, in dem die nur lose verbundenen vereinsmitglieder weiter auseinander driften. wir hoffen, zumindest die mitgliederversammlung im sommer live durchführen zu können - auch und gerade weil dafür frauen aus der ganzen schweiz zusammenkommen! 

anschliessend stärkte ich mich mit dem allerletzten stück schwarzwälder kirschtorte vom sonntag, übernahm den kochdienst der tochter, die sich auf dem weg zur hautärztin befand und schaute mir die ersten videos vom frisch gekauften onlinefilzkurs an. oh, ich freue mich schon, da braucht man nicht nur wolle, sondern auch zirkel und papier und lange lineale... parallel dazu meldete sich der grosse sohn, der wegen eines quarantänefalls in der wg bei uns unterschlupf suchte. kurz mit ihm besprochen, dann die restliche familie informiert: wir sind für ein paar tage zu viert. 

das von der tochter übernommene kochen tat dann gut: ich warf zwiebeln, sellerie, rüebli, nachgereifte tomaten (mehr platz für laternen auf dem gartentisch!), selbstgetrocknetes basilikum und eine schachtel tomatensosse aus  dem gefrierer zusammen und kochte es eine weile. dazu gab es spaghetti und nüsslisalat. kurz vor sieben waren dann auch alle da, wir klärten beim essen wie risikoreich der angekommene sohn ist (ein bisschen erhöhtes risiko, aber durchaus tolerierbar - wegschicken wäre eh keine alternative gewesen) und ich musste dann auch gleich wieder weiter, zur virtuellen gemüse-gv. 

die kamera, die ich am nachmittag wieder zum laufen gebracht hatte, wollte im anderen onlinesitzungstool dann wieder nicht laufen, aber diesmal dachte ich an die externe alternative, die mir kai schon am vorabend gereicht hatte. das wäre dann allerdings gar nicht nötig gewesen, denn ich hatte kamera und mikrophon eh die meiste zeit aus. die verantwortlichen aus der betriebs-, medien- und it-gruppe stellten ihre arbeit vor, der gemüseanbauplan wurde vom bauer erläutert. mitdiskutieren, beziehungsweise fragen stellen, lief über den chat. eingeleitet wurde die sitzung sehr sinnreich und flott mit einem durchgang durch die notwendigen schaltflächen, inklusive test des chats und der abstimmungsfunktion. durch den abend führte dieselbe person ebenso charmant, wie sie es auch live getan hätte. zur sitzung anwesend waren 37 mitglieder, die zusätzlich noch 16 oder 17 weitere stimmen vertraten, damit also nur unwesentlich weniger als zu einer nichtwirtuellen sitzung gekommen wären. und hier, wo ja die hauptarbeit nicht im begegnen sondern im gemüse besteht, das wir nach wie vor auf dem hof ganz real begleiten und bearbeiten können/müssen, war die stimmung auch besser als am nachmittag. im grund läuft alles gut, bis auf die mediengruppe, die pandemiebedingt wenig werbung machen konnte, konnten alle normal arbeiten. andererseits gab es pandemiebedingt auch weniger wechsel als in vorherigen jahren, so dass die werbearbeit auch weniger wichtig war. die warteliste ist auf eine position geschrumpft, wenn sie also zufällig im raum baden/brugg wohnen und sich für gemüse aus einer solidarischen landwirtschaft interessieren, wäre das jetzt die gelegenheit. 


hier können sie sich unseren schönen bauernhof anschauen. (ganz ehrlich: gemüse ist unser kerngeschäft, filme müssen so nebenbei gehen.) aber schön, oder? und hier finden sie dann die infos dazu.

danach noch deutsche nachrichten - mit erschreckenden bildern aus berlin - und ein glas wein. 

gelesen: isabel allende, das geisterhaus

gehört: francesca melandri, alle ausser mir


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