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Donnerstag, 2. April 2020

frühlingspost 2020 - flora und fauna

mit gemischen gefühlen habe ich in diesem jahr die vorankündigungen für die frühlingspost des postkunstwerkblogs gelesen. ich war mir nicht so sicher, ob ich wirklich zeit und musse finden würde, um etwas zu machen, ausserdem wollte ich auf keinen fall material kaufen, da wir immer noch am reduzieren des vorhandenen sind. und dann war ja da auch noch die reise, die wir im april antreten wollten. 

aber schablonendruck auf stoff, das wollte ich auf keinen fall verpassen. das thema schien mir weit genug, um sicher eine idee zu haben. also meldete ich mich an und es fügte sich alles ganz wunderbar: in der garage fand ich einen alten bettbezug, den ich färben konnte, der sohn brachte reichlich siebdruckfarben und bat darum, diese zu verbrauchen und die überall aufblühenden japanischen zierkirschen lieferten inspiration. und als ich prompt eine der reisewochen zugeteilt bekam konnte ich problemlos auf eine andere woche tauschen.


zuerst aber musste ich doch einkaufen: stofffarbe zum färben des bettbezugs. und obwohl der stoff fast doppelt so viel wog wie auf der packung angegeben, wurde das ganze sehr pink. kein zartes pastell, sondern bonbonknallig, getrocknet zwar dann schon weniger, aber immer noch dunkler als gedacht.


erste probeschablonen und -drucke entstanden anfang märz. die blütenblattform stimmte aber noch nicht und farblich war ich auch noch weit von zufrieden entfernt. ton in ton funktionierte zwar einigermassen, aber um auf dem relativ dunklen stoff zu drucken brauchte ich noch dunklere farben und das ergebnis entfernte sich immer weiter von meiner duftig-leichten inspiration. 
also bat ich den sohn auch noch um weisse farbe.


 und begann mit dem grossen mischen.



mittlerweile mit kirschigeren schablonen druckte ich mich so langsam an das gewünschte ergebnis heran. und weil ich meine filzwerkstatt für besucher wegen der massnahmen gegen die corona-pandemie schliessen musste, hatte ich plötzlich ganz viel platz. ich druckte auf beiden tischen gleichzeitig und verteilte in schichten kirschblüten in gross und klein.


und da bei uns in der schweiz ausser lebensmitteln nichts mehr eingekauft werden kann, blieb es auch bei den karten und umschlägen beim motto"use what you have".


nun hat sich die post am vergangenen freitag auf die reise gemacht und heute, donnerstag, habe ich die ersten meiner stoffe bei instagram gesehen, sie sind also gut in deutschland angekommen. und ich bin gespannt, wie es in der kommenden woche weitergehen wird.
es ist so schön, dass es diese aktion gibt!
ein ganz herzlicher dank geht darum zu tabea und michaela, die die organisation übernommen haben. auf ihrem gemeinsamen blog "postkunstwerk" könnt ihr wieder verfolgen, was da alles zusammenkommt an kreativen bearbeitungen des themas flora und fauna.

und nun erlaube ich mir noch, meinen pinken stoff, den ich im vergleich zu anderen auch noch recht flächig bedruckt habe, auch noch zum mittwochsmix im april zu schicken - einfach weil das gerade so gut passt.

Mittwoch, 29. Januar 2020

28. januar 2020 - mein beitrag zu mittwochsmix weiss/linie

(für alle, die wegen des mittwochsmix hier sind: nach dem tagebucheintrag folgt der beitrag zum mustermix!) 

normaler morgen ohne grosse vorkommnisse, so dass ich wieder einmal vor neun in der werkstatt war. dort unmittelbar damit begonnen, die gestrigen überlegungen und planungen in die tat umzusetzen: das nicht sehr grosse kissen füllt den ganzen arbeitstisch aus. schön, wieder einmal eine grosse fläche auszulegen und dank der vorbereitungen auch gut am vormittag machbar. 

über mittag nach hause, zum mittagessen reste und die zwei cervelats, die wir am montag vergessen hatten in die erbsensuppe zu schneiden. 

kurze pause, dann wocheneinkauf. vielleicht ist der dienstag als einkaufstag doch nicht so praktisch, meistens fehlt dann aufs wochenende doch noch einiges. zuhause telefonat mit meiner mutter, dann kurze mathelektion mit der tochter. sie kocht dann nudelsalat für mittwochabend und zum mitnehmen in die schule über mittag. ich stricke ein wenig, der sohn kommt nach hause, ich koche eine rande aber der dampfkochtopf will nicht so recht, kai kommt nach hause, der sohn kocht, ich bügle. 

dann gibt es abendessen: pfannkuchen mit rande, ziegenfrischkäse, frühlingszwiebeln und nüsslisalat. sehr lecker. den restlichen abend auf dem sofa verbracht. 

gelesen: alle tage
gehört: der stechlin (hatte ich vor weihnachten schon mal angefangen, jetzt einfach irgendwo wieder eingesetzt, hat halbwegs gepasst)
gesehen: der messiah (wird das noch spannend? bekommt das noch irgendeinen bisher nicht absehbaren dreh in der geschichte?)

***

und hier dann noch mein beitrag zum mittwochsmix weiss/linie bei frau müllerin  und bei frau nahtlust:

ich habe das thema in meinem medium - filz - umzusetzen versucht und dabei altbewährtes und versuche gemischt.
als anregung diente mir ein katalog zu einer ausstellung von vera molnar, mit der ich mich aus diesem anlass ein bisschen intensiver beschäftigt habe. endlich ist auch die cd-rom mit aufnahmen ihrer skizzenbücher von 1976 bis 2003 angekommen, da habe ich nun wirklich reichlich material.


zu den entstandenen filzarbeiten:

 - rechts unten: ein stück weisses garn, in eckigen spiralen auf schwarzem kammzug. da das garn nicht im gleichen mass wie die wolle beim filzen schrumpft, umspielt es die linie.

- mitte: ganz anders verhält sich der auf grauen kammzug aufgelegte mullverband, er schrumpft in sich, die linie bleibt klar. aber sie ist so breit, ist das überhaupt noch eine linie? oder liegt es nur am grössenverhältnis? die linie ist eine fläche, es sei denn, sie dehnt sich nur in einer richtung aus, aber dann ist sie nicht sichtbar.

- links oben: die linie umschliesst eine fläche. (technisch gleich wie rechts unten) 

- rechts oben: die dunklen linien sind ganz anders entstanden als die hellen. im grunde genommen sind es schnittkanten, die durchtreten und so eine linie ergeben. ein schöner kleiner trick beim filzen.


zuerst wird eine fläche gefilzt: eine seite weiss, die andere schwarz. die fläche wird halbiert und dann in streifen geschnitten, regelmässige oder wie hier, unregelmässig kurvige. anschliessend werden die beiden zerschnittenen flächen ineinandergewoben. beim filzen dringen die geschnittenen schwarzen fasern durch die weisse fläche nach oben und bilden die sichtbaren dunklen linien auf weiss (oder eher... grau.)

schön war es, die anregungen des mittwochsmix aufzunehmen und mit meinen eigenen mitteln zu erkunden. die linie stand bei mir ganz klar im vordergrund, das weiss sorgte eher für klarheit und einheitlichkeit innerhalb der entwürfe. entstanden sind filzproben, keine fertigen stücke, aber mindestens eine probe wird weiterverfolgt und zu einem sofakissen. allerdings nicht in weiss.

das nächste thema wird tropfen und zahl sein ...



Montag, 11. Februar 2019

langes wochenende im schnee 8.-10.2.2019

wie bereits angedeutet, ist das ja so eine sache mit den sportferien bei uns in diesem jahr. die einzige, die überhaupt noch sportferien hat, ist die tochter und gerade sie hat ja nun keine sportferien wegen schnuppern und kurswoche in den beiden ferienwochen. trotzdem wollten wir ein bisschen dem unterland mit seinem ewigen hochnebel und höchstens mal stundenweisem schneematsch entfliehen.

deshalb sind wir für drei tage in die surselva gefahren, genauer nach sedrun, das wir bisher nicht kannten. ohne skier und auto, dafür mit wanderschuhen und zug. übernachtet und gegessen haben wir ganz hervorragend im hotel chrüzli in sedrun.   

und da das wetter sonnig und warm und der schnee zwar nicht gerade neu aber immerhin reichlich vorhanden war, sind wir vor allem draussen zu fuss unterwegs gewesen. 
 

 am ersten tag, am freitagnachmittag rund um sedrun.


 und am samstag entlang der bahnstrecke der matterhorn-gotthardbahn von sedrun nach disentis.


 das wunderschöne wetter liess uns mehr schlendern als wandern, unterwegs gibt es auch eine menge ruhebänkchen mit schöner aussicht in der sonne und natürlich kann man immer mal wieder auf einen der malerisch roten züge warten.


 in disentis haben wir einen kaffee getrunken und sind dann für die rückfahrt in die bahn gestiegen. der wirt des hotels hatte mir die gästekarte per mail geschickt, so dass auch ich zwischen disentis und dem oberalppass gratis zug fahren konnte.


 und weil wir ein bisschen neugierig waren, wie es auf dem oberalppass aussieht, fuhren wir einfach durch sedrun durch weiter auf den pass. die matterhorn-gotthard-bahn schaltet bei bedarf an den steilen teilen der strecke einen zahnradantrieb zu.


 zwischen fünf und sechs auf dem pass waren alle skifahrer schon weg und es wurde allmählich kalt. wir bekamen noch etwas zu trinken an der wärme im berggasthaus, wo nebenbei schon geputzt wurde.


mit dem auto kommt man im winter nur huckepack über den pass. und ich endlich auch zu einem bild vom zug.

am sonntag wurde das wetter wie angekündigt schlechter und so verabschiedeten wir uns nach einem gemütlichen frühstück in richtung chur. dort war es föhnig-warm und wir trugen unser gepäck den kurzen weg ins bündner kunstmuseum für ein bisschen kunst und kaffee und kuchen.


am späten nachmittag waren wir dann wieder zuhause - mittlerweile bei sturm und regen räumten wir unsere sachen aus und assen das vom mittleren sohn zubereitete abendessen. danach dann sonntagabendkrimi mit der tochter, die da nur in den ferien mitschauen darf, dann aber darauf besteht.


Mittwoch, 1. August 2018

ziegelmuster aus der heide


wir waren ein paar tage in der lüneburger heide unterwegs - und was den einheimischen vielleicht schon garnicht mehr auffällt, ist für uns komplett exotisch: backstein so weit das auge reicht. und zwar nicht nur einfach aufeinander gestapelt, sondern teilweise zu wirklich wunderschönen mustern arrangiert.


meine sammlung stammt aus dem dorf wilsede, das autofrei inmitten der heide liegt. wir sind hingewandert (und auch wieder zurück), die heide beginnt schon zu blühen und es ist sehr, sehr heiss!

ich schicke meine backsteinmuster heute zur ferienausgabe des mustermittwoch bei müllerin art!

Mittwoch, 20. Juni 2018

mustermittwoch - stempelfliesen

einmal angefangen, läuft es mit dem mittwochsmusterthema "fliesen" fast wie von selbst. rapportmuster finde ich sowieso immer spannend und für eine fliese aus vier rapporten müssen ja eigentlich auch nur zwei seiten passen. 
in unserem langweiligen weissen minibadezimmer sind neulich ein paar klebedekofliesen eingezogen (nachdem die fensterbilder-fische wirklich alle entsorgt waren), die ich versucht habe, aus der erinnerung nachzubauen: 
 



 beim ersten versuch hatte ich nicht gut genug überlegt: das muster vom papier durchgerieben, aber ein bisschen versetzt, da wird halt nur einungefähr passender rapportstempel draus...


 wobei das überdrucken in einer zweiten farbe dann doch ein reizvolles ergebnis im stil einer risographie ergibt. aber an dem stempel weiterzuarbeiten hatte ich dann doch keine lust.

also zweiter versuch, die formen jetzt eher frei entwickelt:




 im bild festgehalten, die einzelnen schritte auf dem weg zu dieser stempelfliese, die mir dann doch zu grob wurde.




 aber dann wollte ich es nochmal wissen und skizzierte die fliese aus dem badezimmer doch erst einmal ab, der entwurf dann wieder ins raster direkt auf dem stempelgummi ergab dann den stempel, mit dem ich bisher am meisten zufrieden bin.








der test für grosse flächen ist noch am laufen. ich finde das den eher mühseligen teil der angelegenheit. aber es wird!

eine fliesenanregung hätte ich noch zum zeigen:


aufgenommen am samstag in schaffhausen.

Mittwoch, 13. Juni 2018

mustermittwoch - fliesenmuster

mustermittwoch - wie lange habe ich es schon nicht mehr geschafft, mich mit dem monatsmusterthema der frau müllerin zu beschäftigen! seit ich anfangs jahr meine neue werkstatt bezogen habe, habe ich quasi keine papierarbeiten mehr gemacht, nichts mehr gedruckt, gestempelt, geklebt oder gebunden. schade eigentlich, aber auch wieder schön, dass ich mich endlich wieder ganz aufs filzen konzentrieren kann. 



trotzdem ist der mustermittwoch immer noch wichtige inspirationsquelle für mich und keiner sagt ja, dass die fliesenmuster aus papier sein müssen! also erinnerte ich mich an ein paar schöne fliesen aus dem hiesigen museum langmatt und nahm sie als anregung für eine umsetzung in filz. 


zuerst einmal mag ich diese grüntöne schon sehr. überhaupt umgibt mich so viel grün, draussen und drinnen an meinem arbeitstisch, ich würde am liebsten immer nur grün, grün und nochmal grün benutzen. vorbereitet habe ich vier fliessengrosse vorfilze in doublefaceoptik.
die idee war, diese vorfilze zweimal zu falten und dann eine art scherenschnitt zu versuchen.


nun ist das aber selbst mit den verhältnismässig dünnen vorfilzen eher schwierig. denn einmal falten ist schon recht sperrig, zweimal falten erst recht. (ungefähr so, wie wenn man sehr dickes papier sehr oft faltet) es muss dann halt schon ein sehr grober scherenschnitt sein, damit die formen in allen vier lagen einigermassen gleichmässig werden. eine ähnlich feine darstellung wie auf den keramikfliesen bräuchte eine ganz andere technik ... und das mit dem scherenschnitt hatte ich mir schon so ein bisschen in den kopf gesetzt.


 die ausgeschnittenen formen habe ich dann umgedreht (gekehrt) und mit der unterseite nach oben wieder in die lücken eingesetzt. vorteil des vorfilz: man kann alles ein bisschen zurechtruckeln, denn so ganz genau passten die gekehrten formen natürlich nicht.


nach dem filzen ist dann alles noch weniger detailliert und mehr verschwommen, vor allem auf dem groben untergrund aus süddeutscher merinowolle, die überall recht stark durchschlägt. die farben mag ich dafür sehr und der eindruck von fliessen ist durchaus da!

edit: ich habe tatsächlich vergessen, den mustermittwoch zu verlinken, vor lauter freude am dabeisein vermutlich, ich hab es aber jetzt nachgeholt, gehen sie ruhig mal schauen, was da woche für woche, monat für monat, jahr für jahr alles entsteht! 

Mittwoch, 25. April 2018

mustermittwoch - steinmandalas

der mustermonat ist schon wieder beinahe um, da freue ich mich, dass ich heute noch ein paar mandalas beitragen kann, die heute mittag ganz spontan im delta der dranse entstanden sind.



am liebsten sammle ich an seen und am meer ja menschengemachtes. in diesem fall ganz unterschiedliche ziegelresten, die vom genfer see oder der dranse rund geschliffen wurden. 



 die dranse ist ein zufluss zum genfer see, auf der französischen seite. sie kommt von oben, aus den bergen und bringt entsprechend viel fein gemahlenes gestein mit.


wir sind ihr dann noch ein bisschen nachgefahren und haben spannende felsen und schluchten gesehen. 
mehr von unserem kurzurlaub am lac leman gibts dann in den nächsten tagen...



Mittwoch, 31. Januar 2018

letzte hexagöner und mein erster 12telblick


die kleine probe vom ersten versuch mit gefilzten sechsecken hat mir so gut gefallen, dass sie gleich zur grundlage einer tasche machen musste. lustig, wie die vorbereiteten ösen für die gurte an der tasche eigentlich auch sechsecke ergeben. und in der wäscheschleuder sieht die tasche aus wie ein fussball!


deshalb schicke ich heute meine (fast) fertige beuteltasche zum mustermittwoch bei müllerin art.

und irgendwie habe ich das gefühl, dass ich noch nicht ganz fertig bin mit den sechsecken.  auf meiner wunschliste stünde nämlich noch das sechseckige geflecht, auch als verrückte flechtung (mad weave) oder "zerbrochener reis" bekannt, bei dem ich immer noch nicht weiss, wie man es flechten muss. es ergeben sich dann kleine rauten, die jeweils als dreiergruppe eine auf die spitze gestellte würfelprojektion ergeben, ähnlich der schon hier gezeigten, aber eben unendlich wiederholt. - sechseckig. (die würde dann schon wieder zu den kleinteiligen mustern gehören... also kleinteilig in filz.)

ausserdem habe ich endlich einen blick entdeckt, den ich gerne durch das kommende jahr verfolgen möchte. im vergangenen jahr habe ich ja jeden monat einen einsatz auf dem biocò-bauernhof gemacht und mich ungefähr ab mitte jahr geärgert, dass ich das nicht zum anlass genommen habe, beim 12tel-blick einzusteigen.
der 12telblick ist eine idee von tabea heinicker - ein jahr lang, jeden monat den gleichen blickwinkel einnehmen und schauen, was für veränderungen sich ergeben. veränderungen, die man vielleicht so garnicht wahrnimmt, wenn man den vergleich nicht hat. jedenfalls dann nicht, wenn man denselben ausblick tagtäglich vor der nase hat.
so einen blickwinkel habe ich mir jetzt ausgesucht. so ungefähr von der mitte der werkstatt aus fotografiert: arbeitstisch und schreibtisch, aber auch den ausblick aus dem fenster auf das gegenüberliegende limmatufer und ein lustiges grünes industrieüberbleibsel.


 äh ja und damit ich beim nächsten mal nachschauen kann, wo ich gestanden habe, muss ich leider auch dieses foto posten. note to myself: fotophon benutzt, brusthoch gehalten, brennweite im fotoprogramm nicht verändert.


Mittwoch, 24. Januar 2018

januarmuster: sechsecke

das januarthema des mustermittwoch, sechsecke, hat sich als überaus produktiv erwiesen. nicht nur in form von papierfaltungen, sondern auch einmal im filz.
dabei fing alles als spielerei an, indem ich ich aus vorfilz ein paar sechsecke ausschnitt, zu einem grösseren sechseck arrangierte und damit einen netten kleinen erfolg verzeichnete.


mein forschergeist war geweckt! wie viele sechsecke braucht es, wenn man diese form um eine weitere runde erweitert (19 stück!)? lassen sich dann wieder in der grossen form glatte seiten mit einfachen abschnitten von sechsecken erzeugen (geht nicht, es braucht dann verschiedene formen)

für einen grösseren filz stellte ich dann auch den vorfilz für die sechsecke selbst her.


ein sechseckiger filz stellt nämlich ein bisschen spezielle anforderungen, damit er nicht nur masshaltig wird, sondern auch alle ecken einen 120grad winkel bekommen.
überhaupt! woher nehme ich jetzt einen passenden winkel? zuhause hätte ich ein geodreieck gehabt, aber nun arbeite ich in meiner werkstatt und musste ein bisschen improvisieren - zum glück hatte ich ja schon letzten mittwoch das falten der sechsecke geübt und konnte mir aus einem flipchartpapier einen winkel falten!


hier kann man schon mal die beiden ergebnisse anschauen. der erste kleiner filz wirkt eher wie ausgeschnitten, der zweite, grössere, lässt die sechsecke auf dem hintergrund erscheinen wie ein abgeschlossenes ornament.

ein bisschen ausholen muss ich jetzt aber schon noch wegen den besonderen anforderungen der form:
filz entsteht durch die fortschreitende verkettung und verdichtung von fasern, meist wollfasern, im filz- und walkprozess. dabei schrumpft das werkstück nicht unerheblich, bis zu einem drittel oder mehr. wenn alle wollfasern völlig durcheinander lägen, wäre diese schrumpfung maximal gleichmässig. da das verwendete material, die schafwolle, aber fürs filzen aufgelockert und vorbereitet werden muss, indem sie gekämmt wird, liegen die fasern mehr oder weniger in eine richtung. in dieser richtung ist die schrumpfung aber grösser als quer zu ihr.
um eine gleichmässige schrumpfung zu erreichen, legt man die wolle deshalb in zwei richtungen aus, um 90 grad versetzt, bei rechteckigen stücken erhält man so eine gleichmässige schrumpfung parallel zu beiden seiten.
nun treffen die seiten eines sechsecks aber nicht im 90grad winkel sondern im winkel von 120 grad aufeinander. das sechseck hat damit 3 parallele seitenpaare und wenn es gefilzt gleichmässig schrumpfen soll, dann muss in drei lagen jeweils parallel zu diesen seiten ausgelegt werden, jeweils um 60grad gegeneinander versetzt.
trotzdem sind die ecken immer ein bisschen widerspenstig!


aber es geht weiter mit den sechsecken!


eine würfelprojektion im sechseck ist der nächste versuch.
(die schlechte qualität der fotos bitte ich zu entschuldigen... sie sind alle mit dem fotophon gemacht, aber das wetter und die sonne spielen zur zeit ja nicht so recht mit!)

Donnerstag, 18. Januar 2018

ein nachtrag zum mustermittwoch: sechsecke falten

der mustermittwoch ist für mich immer eine schöne anregung, mich mal mit dingen zu beschäftigen, die ich sonst eher nicht mache. und manchmal auch mit dingen, die ich sonst auch mache. im januar heisst das thema hexagons - oder auch sechsecke. 

etwas geometrisches also, was ich ja ohnehin öfter mache. als allererstes fiel mir natürlich die zirkelmethode ein, um ein sechseck zu konstruieren. andererseits reizte mich aber die flinke methode der frau müllerin, ein hexagon zu falten (und zu schneiden). also habe ich es gestern abend ausprobiert. oder vielmehr ausprobieren wollen. natürlich zuerst den text nicht gelesen und mit quadratischem faltpapier begonnen. das ging dann mal total daneben. denn michaela hat für ihre faltschnitte das format 6cm x 5,5cm benutzt, ein rechteck mit ganz leicht unterschiedlichen seiten also. hätte ich das auch getan, hätte es bei mir auch funktioniert (auch bei 12x11 oder 3,6x3,3 oder bei allen proportionalen verkleinerungen oder vergrösserungen). 
weil ich aber der kinder halber grössere mengen quadratisches faltpapier besitze und zu faul war um davon was abzuschneiden und ausserdem ein - wie man hier in der schweiz sagt - düpflischiesser sein kann, habe ich mich erst mal beschwert. und dann eine andere anleitung gesucht. und im sinne der konstruktiven kritik kommt hier nun mein beitrag zum sechsecke falten:
 

und so gehts: quadrat halbieren. das gefaltete rechteck im 90gradwinkel wieder halbieren. wieder auffalten und beide kurze seiten auf den mittelfalz falten. wieder öffnen. nun eine gefaltete ecke entlang der mittelfalte so hochfalten, dass sie auf die viertellinie zu liegen kommt.


die zweite seite wird auf die entstandene faltkante gefaltet. dann muss man die schneidepunkte markieren. dazu einfach die kürzeste ecke auf beiden seiten anzeichnen (geht auch durch kniffen) und abschneiden. einschneiden und dabei aufpassen, den äusseren rand nicht zu zerschneiden.


gäbe dann das.


beim rechteck funktioniert das genauso. man muss nur darauf achten zuerst sie lange seite zu halbieren. je ungleicher die beiden seiten vom rechteck übrigens sind, desto mehr abfall bekommt man.

und man kann ruhig mutig wegschneiden, das maximale wäre sozusagen der illusionistische würfel.
ein paar schöne hexagons hat es auch noch gegeben, aber bevor ich die ihnen zeige, müssen es noch etwas mehr werden.


mit wolle habe ich heute morgen experimentiert, das ist aber auch noch nicht wirklich fertig! ich komme jetzt hinterher wie die alte fasnacht, aber schneller gings leider nicht!