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Sonntag, 20. September 2020

sommerpost komplett

ich habe mich entschieden, die zweite hälfte der sommerpost in einem post mit dem entstehungsprozess meiner post zu zeigen. leider ist mir die sommerpost in diesem jahr ein wenig ... entglitten ... ich kam selten mal dazu, die post direkt zu zeigen und das verfolgen der vielen, vielen gruppen auf instagram habe ich auch nicht geschafft. ich glaube, ich brauche mal eine postkunstpause. oder ein kleineres projekt in einer kleineren gruppe. 
aber schön war es schon, und alle pöste kamen pünktlich hier an! danke euch frauen in gruppe 11, danke auch an michaela und tabea und an alle anderen postkünstlerinnen! 
 
sommerpost-woche 35:  post von uta, die uns in die welt der märchen entführt.

 
sie hat nicht nur eine, sondern gleich drei marken gestaltet und dazu noch eine ganze sammlung ausgestanzt. ich habe mir meine lieblingsmarke in die karte eingefügt und sie so in der küche befestigt. 

sommerpost-woche 36: post von claudia, die die sommersonne mit einem sonnendruck eingefangen hat.

hier treibt sich auf der briefmarke ein käfer aus dem odenwald herum. 

 

in woche 37 war ich dann endlich selbst dran mit der sommerpost. gerade rechtzeitig um noch nicht an die herbstferien zu denken. immerhin entstanden ist meine sommerpost aber wirklich über den sommer. 

als motiv wählte ich eine frau im badeanzug, die die arme erhoben, von uns weg in die ferne blickt. blau ist für mich nicht einfach eine farbe, sondern auch ein synonym für ferne. die legendäre ausstellung im heidelberger kunstverein habe ich zwar 1990 nicht selbst gesehen, aber viel darüber gehört und gelesen.

zuerst habe ich nur einen stempel geschnitzt, den ganz unten im bild. dann kam mir das aber alles ein bisschen einfach und wenig spannend vor und weil ich ende juli mit dem schnitzen auch noch sehr rechtzeitig dran war, pauste ich die skizze noch ein zweites mal durch und begann damit, einen zweiten stempel zu schneiden für einen hintergrund. diesen zweiten stempel habe ich dann in drei teile zerschnitten, um so verschiedene weisse flächen mit verschiedenen farben füllen zu können. 

am schluss druckte ich mit fünf verschiedenen farben - dreimal blau, dazu rot und gelb. und weil ich kein gelbes stempelkissen hatte, plünderte ich einen gerade ausgemusterten tintenstrahldrucker und bastelte mir mit einem schwamm und der restlichen tinte aus einem der tanks eines. der druck ist nicht besonders passgenau, aber ich mag die überlappungen. 

an diesem punkt brauchte ich ein wenig hilfe vom sohn, beziehungsweise von dessen schneideplotter. und solange ich auf die geplotteten bögen wartete, vertrieb ich mir mit der tochter ein wenig die zeit mit blubberblasenbildern. 


noch ohne so genaus zu wissen, was mit den papieren passieren sollte, stellten wir einen ganzen stapel von ihnen her. 

in grossen mengen in die geplotteten bögen gedruckt, gefiel mit die marke immer besser. 

sehr schick fand ich auch, dass das mit dem rand der marken auch so gut funktionierte. ich habe die bögen nur einmal geknickt und dann entlang der perforation gerissen. ein grosser dank für die vorlagen geht hier an michaela.

die blubberblasenbilder wurden zu strandschaumausschnitten - die den badenden damen einen würdigen rahmen geben.

und ich musste meiner post einen text mitgeben, der mir bei "blau" auch immer in den sinn kommt. im englischen meint "blue" ja nicht nur eine farbe, sondern auch den gemütszustand der traurigkeit oder melancholie. dazu passend druckte ich einen text von luka bloom "exploring the blue" aus und fügte ihn meinen karten hinzu. hier können sie sich den song auch anhören.

leider habe ich keine fotos vom umschlag, den ich ebenfalls aus eine meerschaumblatt gefaltet habe. irgendwann musste ich nämlich die sommerpost einfach zur seite legen, um mich auf anderes zu konzentrieren. deshalb konnte ich auch die post nicht am samstag vor meiner postwoche auf den weg bringen, sondern erst am drauffolgenen montag. inzwischen dürfte sie aber überall angekommen sein.

und auch die letzte post ist bei mir angekommen! sie kommt von stephanie aus solingen und das motiv liess mich zuerst rätseln: 


ja, das ist ein nikolaus. und auf dem unteren bild auch. da zieht er sich gerade den pullover aus, denn ihm ist warm geworden. und für die voyeure unter ihnen, das trägt er untenrum: 
 

nun ist die postkunst zu ende. die karten werden sicher noch eine weile in unserer küche hängen und an den sommer erinnern. und vielleicht packt es mich ja auch gleich zu weihnachten wieder und ich mache doch noch bei der adventspost mit...



Dienstag, 21. Juli 2020

20. juli 2020 - die erste sommerpost bewirkt etwas

der erste arbeitstag wurde mir gleich nach dem nachhausekommen aus der werkstatt von der angekommenen sommerpost versüsst:


das thema der diesjährigen sommerpostkunstaktion von michaela und tabea vom post-kunst-werk sind "briefmarken ins blaue" . so richtig meerig blau kommt die briefmarke von elke daher, die gestern schon angekommen ist. elke selbst schreibt, sie bewundere zwar filigrane stempelschnitzereien, bliebe aber lieber bei ihren vorhandenen mitteln. ich selbst wäre froh, wenn ich mit meinen vorhandenen mitteln derartiges zustande brächte.

freudig sichtete ich gleich mal mein material. (ich bin erst in woche 37 dran, die für mich gefühlt schon im herbst liegt). ich hatte vor einiger zeit, in einer zeit vor unserem umzug, ein set mit schnitzmessern günstig erstanden.

diese messer sind müll, warum erfahren sie weiter unten.

die ruhten dekorativ in einem becher auf dem schreibtisch, zu viel mehr war ich noch nicht gekommen. bei einem zaghaften versuch war ich mir dann nicht ganz sicher, ob der stempelgummi, den ich auch schon längere zeit horte, nicht durch das herumliegen gelitten hätte. alle mit dem neuen werkzeug verursachten spuren waren an den rändern ausgefranst und krümelig.


glücklicherweise kam ich noch auf die idee, mein altbewährtes linolschnitzzeug herauszuholen und es einmal damit zu probieren. und siehe da, es lag gar nicht am gummi, sondern an den billigen messern.


nochmal in der rechten unteren ecke zum vergleich: rechts die  ungleichmässig ausgefranste spur vom stumpfen messer, links zum vergleich die vom uralten linolschnitzwerkzeug.
die blöden billigdinger habe ich gleich komplett entsorgt. für die sommerpost werde ich wieder mit den alten werkzeugen arbeiten, eventuell liegt auch noch irgendwo ein skalpell herum, das ich gerne mal testen würde.


und weil es grade so schön gepasst hat, habe ich dann noch nach blauer farbe gesucht. in der passenden konsistenz gibt es neben vier stempelkissen in blau auch noch stempelfarbe, füllertinte, zeichentusche und druckerfarbe in unserem haushalt. aus ebenfalls vorhandenen schmutzradierschwämmen kann man auch eigene stempelkissen basteln, sagt das internet. das werde ich dann mal testen.
ich denke, das motto "use what you have" kann auch wieder für die sommerpost angewendet werden, da bin ich sehr froh.

sonst so heute:

wirklich echte arbeit in der werkstatt gleich heute morgen. zuerst die reste vom filzen mit den kindern aufräumen und dann eine bestellte tasche auslegen.
zu mittag wärmte die tochter, die gründlich ausgeschlafen hatte, reste. den nachmittag verbrachte ich mit obigem und haushaltskram. zum abendessen gab es chili con carne aus dem tiefkühler, reis und salat.
zweimal geschwommen, einmal am nachmittag und einmal am abend bis um neun, insgesamt wohl ein kilometer.

gelesen: vicki baum, menschen im hotel.

Freitag, 12. Juni 2020

11. juni 2020 - halbfeiertag

heute war ja hier bei uns im aargau und in der ganzen schweiz so eine art halbfeiertag. in katholischen gegenden feiert man heute fronleichnam, in reformierten hingegen ist der fronleichnamstag ein ganz normaler arbeitstag. das führt dazu, dass die tochter schulfrei hat (morgen auch noch, dann feiern wir hier wieder mal den konfessionslosen st.brück), kai aber arbeiten muss und ich frei entscheiden kann. zugunsten des ausschlafens der tochter und auch, weil es immer was zu tun gibt, entschied ich mich für halbtags arbeiten. also arbeitsvormittag in der werkstatt, wo ich die schon länger in meinem kopf kreisende etwas grössere, aber nicht ganz tiefe filztasche mit 2 innentaschen und einem henkel zum über die schulter hängen sauber durchrechnete und auslegte. mit zweiter, farbiger schicht aussen und doch noch einem sehr zurückhaltenden muster auf mindestens einer seite schaffte ich es sogar erst auf 12.30 uhr nach hause.

zum mittagessen gab es die zweite hälfte des bohneneintopfs, den wir wieder nicht ganz geschafft haben.

danach gab es ein zweites mal in diesem jahr die knifflige aufgabe zu lösen, die pumpe des umwälzsystems dazu zu bringen, das wasser vom tiefer gelegenen bädle hochzupumpen. das geht mit einem trick, diesmal lief auch die pumpe nicht wieder heiss und wir mussten nicht ganz so lange probieren. nötig geworden war die aktion, weil an der pumpe so eine art sieb gereinigt werden musste und damit der unterdruck abgefallen war. (in einer der schlauen, wenn auch dürftigen ratgeber zum pool, die hier herumliegen, steht der satz: ihr pool braucht so viel pflege wie ein haustier. - der autor hat vielleicht eher an ein reitpferd gedacht, unser kater braucht jedenfalls deutlich weniger aufmerksamkeit, zumal er gerade wieder eine auswärtige essensquelle gefunden hat, aber dazu vielleicht ein andermal mehr.)

für den nachmittag hatte ich mit der tochter eine kleine shoppingtour verabredet, wovon allerdings der erste teil (brockenhaus) ausfallen musste, weil wegen zu. hm, das ist der nachteil solcher unklarer feiertagslagen, man kann nie wissen, was offen und was zu hat. bei unserem zweiten ziel hatte ich mich vorher schlau machen können, wir fuhren zum künstlerbedarf auf dem land. das war sehr nett mit der tochter durch die gänge zu schlendern und dinge anzuschauen, die wir nicht brauchen und dann doch noch ein paar kleinigkeiten zu finden, die wir brauchen könnten. jedenfalls ist der aquarellkasten wieder gut gefüllt, mit wünschen der tochter und primärfarben.


es gab sehr schönes buchbinderleinen in einem changierenden türkisgrün. ansonsten haben wir eher unspektakuläres wie leim und tinte gekauft.

zurück zuhause nahm ich einen chat wieder auf, den ich am morgen angeregt hatte und diskutierte ein bisschen über das für und wider eines besuchswochenendes, das dann aber wegen der unklaren wetterlage am kommenden samstag doch abgesagt wurde. schade, aber vielleicht besser so, weil wir wollten ja eigentlich schon die halbe nacht im garten sitzen und so richtig den sommer geniessen. geht vielleicht wirklich besser im juli.

die tochter buk kaiserschmarrn, dazu gab es erdbeeren - wir konnten schon wieder im garten sitzen, auch nach dem abendessen noch.

gelesen: die geheimnisse der küche des mittleren westens, j.ryan stradal
gesehen: hindafing (so ein quatsch)
gehört: die weisse frau, wilkie collins


Donnerstag, 2. April 2020

frühlingspost 2020 - flora und fauna

mit gemischen gefühlen habe ich in diesem jahr die vorankündigungen für die frühlingspost des postkunstwerkblogs gelesen. ich war mir nicht so sicher, ob ich wirklich zeit und musse finden würde, um etwas zu machen, ausserdem wollte ich auf keinen fall material kaufen, da wir immer noch am reduzieren des vorhandenen sind. und dann war ja da auch noch die reise, die wir im april antreten wollten. 

aber schablonendruck auf stoff, das wollte ich auf keinen fall verpassen. das thema schien mir weit genug, um sicher eine idee zu haben. also meldete ich mich an und es fügte sich alles ganz wunderbar: in der garage fand ich einen alten bettbezug, den ich färben konnte, der sohn brachte reichlich siebdruckfarben und bat darum, diese zu verbrauchen und die überall aufblühenden japanischen zierkirschen lieferten inspiration. und als ich prompt eine der reisewochen zugeteilt bekam konnte ich problemlos auf eine andere woche tauschen.


zuerst aber musste ich doch einkaufen: stofffarbe zum färben des bettbezugs. und obwohl der stoff fast doppelt so viel wog wie auf der packung angegeben, wurde das ganze sehr pink. kein zartes pastell, sondern bonbonknallig, getrocknet zwar dann schon weniger, aber immer noch dunkler als gedacht.


erste probeschablonen und -drucke entstanden anfang märz. die blütenblattform stimmte aber noch nicht und farblich war ich auch noch weit von zufrieden entfernt. ton in ton funktionierte zwar einigermassen, aber um auf dem relativ dunklen stoff zu drucken brauchte ich noch dunklere farben und das ergebnis entfernte sich immer weiter von meiner duftig-leichten inspiration. 
also bat ich den sohn auch noch um weisse farbe.


 und begann mit dem grossen mischen.



mittlerweile mit kirschigeren schablonen druckte ich mich so langsam an das gewünschte ergebnis heran. und weil ich meine filzwerkstatt für besucher wegen der massnahmen gegen die corona-pandemie schliessen musste, hatte ich plötzlich ganz viel platz. ich druckte auf beiden tischen gleichzeitig und verteilte in schichten kirschblüten in gross und klein.


und da bei uns in der schweiz ausser lebensmitteln nichts mehr eingekauft werden kann, blieb es auch bei den karten und umschlägen beim motto"use what you have".


nun hat sich die post am vergangenen freitag auf die reise gemacht und heute, donnerstag, habe ich die ersten meiner stoffe bei instagram gesehen, sie sind also gut in deutschland angekommen. und ich bin gespannt, wie es in der kommenden woche weitergehen wird.
es ist so schön, dass es diese aktion gibt!
ein ganz herzlicher dank geht darum zu tabea und michaela, die die organisation übernommen haben. auf ihrem gemeinsamen blog "postkunstwerk" könnt ihr wieder verfolgen, was da alles zusammenkommt an kreativen bearbeitungen des themas flora und fauna.

und nun erlaube ich mir noch, meinen pinken stoff, den ich im vergleich zu anderen auch noch recht flächig bedruckt habe, auch noch zum mittwochsmix im april zu schicken - einfach weil das gerade so gut passt.

Freitag, 20. März 2020

19. märz 2020 - geht halt irgendwie weiter

morgens ist es jetzt schon immer ganz hell wenn ich aufstehe, zur gewohnten zeit. frühstück mit kai, mit scrabble, dann bloggen, den tag planen, ein paar dinge am laptop erledigen. kurzer morgendlicher chat mit meiner mutter, seit der ersten augen-op halten wir das jetzt so, dass sie sich morgens kurz meldet, damit ich weiss, dass alles in ordnung ist bei ihr.

ich sammle anschliessend alle stoffdruckutensilien ein und fahre mit dem rad in die werkstatt, um den stoff für die frühlingspost zu bedrucken. das könnte ich zwar auch zuhause auf dem esstisch machen, aber in der werkstatt habe ich zur zeit zwei grosse tische, die ohnehin leer stehen und wo ich die bedruckten stoffe dann auch liegen lassen kann, bis sie trocken sind. ausserdem habe ich dort auch plastikfolie zum abdecken der tische.

in der werkstatt stelle ich fest, dass die tische natürlich keineswegs leer sind, am freitag hatte ich ja, nach der nachricht von der schulschliessung, alles stehen und liegen gelassen. (das ist gefühlt schon ewig her, geht es ihnen auch so?) also muss ich zuerst einmal aufräumen. aber zu allererst suche ich die dinge zusammen, die ich brauche, um am nachmittag mit kai ein video aufzunehmen, wie man kleine osterhasen filzt um dies meinen filzkindern zur verfügung zu stellen. dann geht es mit dem schablonendruck los.


sie sehen auf dem bild nur die erste schicht, ein bisschen spannend soll es ja auch noch sein. übernächste woche werden die briefe hoffentlich angekommen sein, dann gibt es hier auch noch einen detaillierten bericht.

um die mittagszeit bin ich fertig und radle nach hause, wie abgemacht essen wir um halb eins, brot und auflage.

der anschliessende spaziergang entfällt zugunsten der dreharbeiten am osterhasenvideo. die tochter verabschiedet sich allerdings zu einer etwas sportlicheren runde, das hatte sie ja gestern schon angekündigt. beim videodreh knirscht es etwas, zuerst technisch, dann ist mir das alles auf einmal zu viel, dann geht es doch, dann kommt die kamera an ihr limit. pause. darüber bin ich nicht einmal sehr traurig, dann kann ich noch ein bisschen in den garten.
erster task hier: aussenwasserhahn anstellen. auch das klappt nicht wie gewünscht, denn der auf der gartenseite gelegene wasserhahn ist kaputt, das ventil schliesst nicht, das wasser schiesst nur so heraus. der abstellhahn im keller dichtet nur bedingt, also müssen wir am ende wieder alle aussenwasserhähne am haupthahn abstellen. wir werden uns behelfen, den vermieter einen handwerker aufbieten lassen ersparen wir uns eher momentan.
anschliessend schneide und grabe ich mich der westseite des hauses entlang. es müssen noch ein paar letzte hortensien, rosen und der schmetterlingsbaum geschnitten werden, ausserdem grabe ich wieder einige schösslinge von bäumen aus. die westseite des hauses ist vermutlich die schattigste, da steht neben dem haus ein wahrer urwald über den wir uns noch nicht wirklich gedanken gemacht haben.

irgendwann beenden wir das video, meine mutter ruft an um ein bisschen zu plaudern, wir sitzen zu dritt in der letzten sonne draussen. die tochter verzieht sich noch einmal, sie will noch einen text fertigschreiben. ich stopfe meine gartenabfälle in die grüntonne und fange dann an, das abendessen zu kochen. heute gibt es federkohl mit kichererbsen und paprika und einer joghurtsauce. wir essen uns recht konsequent durch unseren ernteanteil, haben aber auch noch einiges an gemüse im vorrat. überhaupt haben wir beschlossen, dass wir vor anfang der kommenden woche nicht einkaufen gehen müssen.

nach dem abendessen sehen wir heute die schweizer nachrichten - eindringlich versuchen die offiziellen stellen den menschen klar zu machen, dass sie sich an die aufgestellen regeln zum umgang miteinander halten müssen, wenn man einen rasanten anstieg der infektionen bremsen will. der kanton uri hat ein ausgangsverbot für menschen über 65 jahre erlassen. (alte historikerregel: ein regelungsbedarf durch verbot oder gesetz weisst darauf hin, dass das verbotene verhalten vorher regelmässig stattgefunden hat.) selbst unter dem wetterbericht läuft ein band mit verhaltenshinweisen: (regelmässiges händewaschen, distanz zu anderen menschen halten, möglichst zuhause bleiben, nur zum lebensmittel einkaufen, zum arzt, apotheker oder zur arbeit rausgehen, wenn es wirklich notwendig ist). öffnet man instagram oder spotify auf dem smartphone bekommt man dieselben hinweise, bevor man die eigentliche seite öffnen kann.
die bedrohung ist zu abstrakt. steht das wasser an der unterkante des kellerfensters oder fallen bäume auf strassen, dann ist die bedrohung sichtbar, bei der corona-pandemie ist das nicht der fall. vielleicht müssen wir alle erst einen todesfall durch corona in unserer nächsten nähe haben bevor wir aufwachen und die richtigen schlüsse ziehen.

was sonst noch so los war:

die tochter hat jetzt die aufgaben von ihren lehrern erhalten. einige trudeln noch über den tag ein.  selbst der saxophonlehrer hat material geschickt und möchte einmal in der woche eine aufnahme per messenger übermittelt bekommen. bis zu den frühlingsferien befinden wir uns in schuldingen in phase 2, die schülerinnen und schüler bekommen aufgaben, die der festigung des bisher gelernten dienen, prüfungen sind ausgesetzt, aber die aufgaben werden kontrolliert und korrigiert.

und das wollte ich ihnen auch noch zeigen: 

wenn ihnen das alles zu viel wird - die new york times hat hier einen ruhigen platz eingerichtet. ist für einmal besser als mit freunden im park.

gelesen: du bist ich
gehört: die schaulustigen (zeit-podcast)
gesehen: schweizer tagesschau und sex education (das ist so herrlich banal, das braucht man jetzt wirklich)






Donnerstag, 24. Januar 2019

montag, dienstag, mittwoch 21. bis 23.1.2019 - gedanken zum wohnen

den montag mit wenig anstrengenden aber langwierigen haushaltsdingen - unter anderem dem abtauen der beiden tiefkühlschränke - und dem nachholen des wochenendes verbracht, am dienstag gemüse gepackt, gefrorenen wirsing geputzt und die kürbisse aussortiert, die die lagerung halbwegs heil überstanden haben. dienstagnachmittag eine längere matheübesitzung mit der tochter, es ist viel und so ganz klar ist nicht, welcher stoff dran kommt, so dass es vor allem drauf rausläuft gute laune und zuversicht zu verbreiten.

auch am mittwoch war ich nicht in der werkstatt, ursprünglich weil am morgen der wasserboiler entkalkt wurde und ich die tatsache, dass ich sowieso am späten nachmittag zu einer sitzung nach zürich reisen sollte, zu einem längeren aufenthalt dorten nutzen wollte und mich für eine führung durch die sammlung des museum für gestaltung angemeldet hatte.
dann bin ich aber am mittwochmorgen mit halsschmerzen und so ein bisschen angematscht aufgewacht, dass ich die teilnahme an der führung abgesagt habe. bis eins war ich dann wiederum so weit fit, dass ich dann doch losgefahren bin, um eine ausstellung in der villa patumbah, dem sitz des schweizer heimatschutzes*, anzuschauen.

die ausstellung widmet sich dem thema farben, vor allem natürlich im zusammenhang mit gebäuden.



 bilder aus der farbküche, in der zu bestimmten terminen auch selbst experimentiert werden kann.


 diese farbporträts ausgewählter bauten wurden in jahrelanger kleinarbeit von studenten am haus der farbe erstellt und können als grundlage für farbentscheidungen im urbanen raum dienen.

neben der farbausstellung gibt es eine dauerausstellung zum thema baugeschichte und zur erhaltung schützenswerter bauten.


 anregung auch alltagsdinge wahrzunehmen und sie nach ihrer geschichte zu befragen - zum beispiel türklinken.


 das denkmalorakel fällte ein treffendes urteil - ich glaube, die gummibandfabrik und ich könnten freunde sein! überhaupt, was für ein wunderschönes gebäude!


 ein raum setzt sich auch mit der entwicklung des wohnens und dem thema zersiedelung der schweizer landschaft auseinander.

der eigentliche star des besuchs war aber die villa selbst. sie wurde ende des 19.jahrhunderts von einem zürcher in auftrag gegeben, der durch tabakanbau auf sumatra reich geworden war und übertreibt es schamlos mit dem historismus, dem zusätzlich noch ein stückchen orient beigemischt wurde.


 die villa steht in einem nicht mehr ganz so weitläufigen park in zürich-riesbach, ganz in der nähe des botanischen gartens der stadt zürich.



 deckenstuck und -malerei im vestibül. 


 deckenmalereien im eingangsbereich.


 noch mehr deckemalerei im gartensaal.


kassettierte decke mit deckenmalerei und stuck und und und....


holzintarsien an den wänden und auf den böden.


und noch ein blick ins treppenhaus.


nichts blieb unverziert ... um das thema türfallen noch einmal zu strapazieren.
man kann es sich kaum vorstellen, dass man in so einem ambiente wirklich wohnen konnte, zumal ja auch sicher noch möbel in den heute weitgehend leeren räumen standen. repräsentativ war das auf jeden fall, aber alltagstauglich?

jedenfalls eine schöne überleitung zur anstehenden sitzung zur organisation der mitgliederausstellung der filzszene, die ja auch unter dem thema wohnen-be-wohnen steht. wir haben einen schönen flyerentwurf angenommen, der ein wenig aus dem für kunstgewerbe üblichen herausstechen wird und demnächst wird es dann auch mehr infos hier dazu geben.



*für alle mit der schweiz nicht so sehr vertrauten leserinnen sei hier kurz angemerkt, dass es sich beim schweizer heimatschutz um eine non-profit-organisation handelt, die sich dafür einsetzt, dass baudenkmäler aus verschiedenen epochen vor dem abbruch bewahrt werden und weiterleben - nur für den fall, dass sie zuerst an sinistre gestalten dachten, jedwede "fremd" aussehende person mit gewalt aus dem land werfen wollen.

Montag, 21. Januar 2019

samstag 19. und sonntag 20.1.2019 - geflochten und gefilzt

 das wochenende habe ich in der werkstatt verbracht. am samstag gab es den einführungstag in "geflochten und gefilzt", an dem ein erstes würfelförmiges, aber oben offenes filzobjekt schritt für schritt nach anleitung entsteht - vorher aber lernen die teilnehmerinnen eine methode, wie sie selbst sich das flechten von objekten mit ecken und kanten erschliessen können:


beide frauen waren mit feuereifer bei der sache und schrieben mit, fotografierten und fragten nach, was das zeug hielt!


am sonntag gab es dann für eine der beiden (die, die die weitere anreise hatte) einen einzelkurstag, um einen ersten eigenen kleinen entwurf umzusetzen. ich rate immer zunächst zu einer begrenzten anzahl von veränderungen gegenüber dem "urwürfel", damit die schrittweise auftretenden komplikationen gut gemeistert werden können.
hier wurde das material (doubleface anstatt einer durchgehenden farbe), die streifenbreite einer streifengruppe und die höhe des objekts verändert und schon entsteht etwas ganz eigenes:


für mich ist es jedesmal wieder eine freude, wenn sich jemand für diese eher aufwändige technik interessiert und ich diesen kurs unterrichten darf. meist kann ich von den teilnehmerinnen auch noch etwas lernen, denn jede geht wieder ein wenig anders an die entwürfe und ans filzen heran.

am 23.februar findet für alle, die schon die einführung "geflochten und gefilzt" besucht haben, ein workshoptermin statt, an dem gelegenheit ist, in einer kleingruppe von maximal 3 personen einen eigenen (wieder einen kleinen) entwurf unter meiner begleitung umzusetzen. gut geeignet ist der termin auch für die, die die technik auffrischen wollen und zuhause nicht so dazu kommen.
die daten findet ihr auf www.filzquadrat.ch bei den "kursen".



Freitag, 20. Juli 2018

riso

der mediamatiklernende in unserer familie redet davon schon seit mehr als einem jahr, mittlerweile ist es aber auch insgesamt ein trend geworden, die gestaltung von drucksachen, flyern oder plakaten mittels risographie. es handelt sich dabei um ein dem siebdruck ähnliches druckverfahren, bei dem farbseparierte pdf-vorlagen vollfarbig in einzelnen druckgängen übereinander gedruckt werden. 


für ein eigenes projekt hatte der sohn im werkbereich des jugendkulturzentrum dynamo in zürich einen risographen gefunden, die maschine sieht von aussen beinahe ein bisschen wie ein normaler kopierer aus.


das innenleben zeigt dann aber den unterschied: für jeden vollfarbdruckgang muss die farbtrommel gewechselt werden, es wird jeweils aus dem pdf eine folie gelasert, die auf einem feinen sieb liegt, durch das von innen farbe gedrückt wird.


es stehen nicht endlos viele farben zur verfügung, aber durch rasterung und überdrucken können eine menge mischtöne erzeugt werden. da haben wir uns allerdings nicht drangewagt, da scheint es mir, braucht es eine ganze menge knowhow und eventuell auch zeit zu experimentieren - eher kunst als einfach nur druck.

unser ziel war es heute, die neuen kursprogramme mit diesem druckverfahren herzustellen, wir druckten dafür mit nur zwei farben, einem dunklen jägergrün und einem orangeton. aber zum anfang: verwendet werden kann nur ungestrichenes papier, wir mussten auch die bögen selbst zuschneiden.


der erste druckgang mit jägergrün:


die innenseite des flyers, jetzt schon in zwei farben.


auf der vorderseite ergibt sich ein für die risodrucke typischer effekt: im ersten druckgang wurden die buchstaben aus dem bild ausgespart, im zweiten dann orange überdruckt. durch leichte abweichungen im druck passen die buchstaben nicht ganz genau in die lücken und es entstehen überdruckungen.


nach dem drucken konnten wir dann die flyer auch noch an einer speziellen maschine falzen. beeindruckend vor allem die geschwindigkeit...


und da halten wir schon unser ergebnis in den händen: nach etwa eineinhalb stunden arbeit und spass sind 200 flyer fertig!


nun kann ganz in ruhe während der ferien die farbe trocknen und ab mitte august gibt es dann das neue kursprogramm auch in gedruckt.
wer jetzt sehr neugierig geworden ist, kann ja schon mal auf www.filzquadrat.ch/kurse nachschauen, da sind alle kurse auch schon online!

der sohn engagiert sich jahr für jahr für wirklich aussergewöhnlich schöne kursprogramme und probiert dabei gerne auch neues aus. für mich war es eine ganz spannende erfahrung,mit ihm gemeinsam auch den druck sozusagen "von hand" zu erledigen, anstatt die druckvorlagen einer druckerei zu geben. der werkbereich des dynamo ist wirklich sehr gut ausgestattet, in den textilbereich möchte ich auch gerne einmal hineinschauen. aber auch die möglichkeiten des risodrucks finde ich reizvoll, vielleicht lohnt es sich ja dafür sogar, tiefer in die digitale gestaltung einzusteigen. auch kleine auflagen sind beim risodruck nämlich  möglich, weil die gelaserten master nicht aufwändig oder teuer sind. mal schauen...