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Sonntag, 7. Juni 2026

kleiner rest kw 22 und kw 23 - viel zeit verbracht mit renoir, corot und cezanne

 die reise von prag nach hause verlief einigermassen ereignislos - ein bisschen verspätung hier, ein bisschen unbequemes warten da und am ende waren wir halt doch eine gute stunde länger als geplant unterwegs aber immerhin noch kurz vor zehn zuhause. 


 ja ja, sie lesen schon richtig: von prag nach münchen und umgekehrt reist man mit dem regionalexpress. wie teilten uns ein abteil mit einer familie mit zwei kindern. reisen in zugabteilen kommt mir mittlerweile so retro vor und erinnert mich vor allem an die reisen in den späten achtzigern und frühen neunzigern nach italien oder an die buchhandelsschule nach frankfurt. weiter nach zürich ging es dann in einem schweizer grossraumabteil - aber im mit abstand am dreckigsten zug, den ich jemals unter der obhut der sbb habe fahren sehen. da wir in münchen direkt am gleis gewartet hatten (wo auch sonst?), hatten wir auch mitbekommen, woran das liegen wird: obwohl der zug eine lange pause in münchen einlegt, war nirgends etwas von reinigung oder wenigstens müllkübel leeren zu sehen. 

am sonntagmorgen stellte ich als erstes die wasserzufuhr für das bädle an - während unserer abwesenheit hatte es nicht mehr geregnet und es fehlten für eine inbetriebnahme noch gut 15 zentimeter wasser, das entspricht etwa 4 kubikmeter. das können wir guten gewissens aus der trinkwasserleitung hinzufügen. dank im kühlschrank deponierter einkäufe seitens der tochter konnten wir gemütlich im garten frühstücken und den fortschritt der vegetation inspizieren - tatsächlich waren noch nicht alle rosen verblüht, sogar die rosa multiflora am untern sitzplatz blühte noch so gerade. 


 trotz guter pflege durch die kinder war natürlich einiges im garten zu tun, hatten wir ja durch die mehr oder weniger die erste hälfte des mais dauernden eisheiligen nicht einmal die aussensitzplätze so richtig in betrieb genommen, also hiess es erst mal saubermachen, teppich auf die veranda, den spitzen der grünen hölle gelassen aber mit bestimmtheit begegnen. und dann lief etwas grundlegend schief bei der inbetriebnahme des mittlerweile ausreichend gefüllten bädle - die pumpe lieg heiss und stellte ihren dienst ein. 

die wartezeit auf ihr abkühlen verbrachten wir mit der spontan von aprikosenkuchen angelockten tochter, die später wieder zum kleiderschrankaufbauen verschwand. ein zweiter versuch in sachen bädle blieb ergebnislos, die pumpe lief zwar wieder, förderte aber kein wasser mehr - wir fuhrwerkten eine gute stunde herum, aber am ende liess sich nichts machen, wir werden eine fachperson brauchen um das problem zu lösen. 

kein guter start in eine volle woche. 

montagvormittag verbrachte ich im kulturzentrum - die neue kollegin ist noch da, das muss man ihr sehr hoch anrechnen. und sie packt sehr praktisch dinge an, die mir auch schon lange auf dem magen liegen, zum beispiel haben wir nun die vielen kleinen kässeli, die überall herumstanden, konsolidiert zu einer vernünftigen handkasse. zum arbeiten kam ich nebenbei auch - all zu viel war aber während meiner abwesenheit eh nicht los gewesen. 

am montagnachmittag brachte ich turnusgemäss den haushalt noch ein bisschen aufs laufende, dann verschwand ich für eine erste schwimmrunde ins freibad. das hatte zwar auch schon vor unseren ferien offen, aber da waren ja gerade die eisheiligen. das schwimmen war schön und ich las anschliessend noch ein bisschen in der sonne, bevor ich zum abendessen nach hause radelte. 

der dienstag startete mit dem kennenlernen einer neuen tschechischlehrerin, meine byvala ucitelka macht sommerpause und so habe ich während der pragreise einen ersatz für sie gesucht, zumindest mal für zweieinhalb monate, vielleicht aber auch für länger. ich scheine mich beim interview gar nicht so schlecht geschlagen zu haben, meine eigene einschätzung von irgendwas mit a2 wurde mir bestätigt. grundsätzlich finde ich die neue lehrperson sympathisch - was ich nicht so mochte: sie erklärt auf englisch, dadurch fühlt sich der teil, in dem ich tschechisch sprechen soll, mehr nach unterricht an - da meine frühere lehrerin immer ausschliesslich tschechisch mit mir gesprochen hat, fühlte sich das eher nach echtem gespräch an. 

danach musste ich schnell los zur physiotherapie - heute eine stunde einführung an den geräten, die ich dann in den kommenden zweieinhalb wochen zum selbständigen weiterüben benutzen soll. 

danach war ich erstmal durch, fuhr nach hause und plante die kommenden wochen in sachen tschechischunterricht (ich musste mein guthaben bei preply zur neuen lehrperson migrieren, was einerseits gut funktioniert hat, andererseits aber wegen meines kleinen pensums an lerneinheiten dann doch ein bisschen aufwändig war) und physioeinheiten. dann war auch schon zeit für ein frühes mittagessen, denn am nachmittag ging es weiter mit einer aufsichtsschicht in der villa langmatt. und weil es am tag vorher im schwimmbad so schön gewesen war, ging ich anschliessend auch noch schwimmen. 


 in einem vollständig leeren schwimmbad - es hatte am nachmittag ein gewitter gegeben und war immer noch grau bewölkt mit einzelnen regentropfen. ich schwamm dann auch nur 1000 meter, danach war mir kalt genug. zuhause gab es schwäbische pizza aus resten, nachdem auch kai nach einem langen arbeitstag eingetroffen war. 

mittwochvormittag war dann regulärer arbeitstag im kulturzentrum - ich musste wieder streng drauf achten, mich nicht nur rechtzeitig zu verabschieden, sondern auch vorher noch zu mittag zu essen, bevor ich zu meiner nachmittagsschicht ins museum weiterzog. 

für den mittwoch hatte ich den kochdienst übernommen, war aber vom ergebnis nicht überzeugt. ich hatte mich an einer mir sinnreich erscheinenden zubereitungsart versucht, bei der alle zutaten, inklusive nudeln roh in eine auflaufform geschichtet, mit reichlich flüssigkeit übergossen und dann sich selbst im backofen überlassen werden. naja, vielleicht lag es auch an den linsennudeln, die eh immer so matschig werden, dass das ergebnis zwar sehr sättigend, aber geschmacklich eher grenzwertig pappig war. 

donnerstagmorgen schaffte ich es dann endlich mal in die werkstatt - zwei sitzfilze der bestellung sind fertig, die kollegin meldete sich krank, ich sah aber keine möglichkeit, meinen tag noch umzuplanen, da ich am nachmittag schon wieder im museum war. am abend kam kai spät, ich nutzte die gelegenheit und machte zwei überstunden, die hoffentlich dazu beitragen, dass das programm für den herbst im kulturzentrum bis ende juni komplett steht und in papierform gebracht werden kann. 

den freitag konnten sie schon ausführlich nachlesen - es wäre mein freier tag gewesen, aus verschiedenen gründen war der dann allerdings nicht ganz so entspannt.  

dass ich auch am wochenende für jeweils lange schichten im museum eingeteilt worden bin, führe ich auf  meine vorherige zweiwöchige abwesenheit zurück und ein bisschen auf den plan, dass ich dann hier komplett ankommen kann. jedenfalls frühstückte ich mit kai gegen acht am samstagmorgen, dann brach er alleine für den marktbesuch und einkaufen in deutschland auf und ich hatte noch ein bisschen zeit zum herumwursteln. die nutzte ich dann endlich mal zu einer runde mit dem fotoapparat durch den garten.  


 die rosen blühen! hier am haus die kletterrose und im vorgarten eine ungefüllte eher rote multiflora, die ein geschenk meines patenonkels ist. 

  

die wird ganz begeistert von bienen und hummeln umschwirrt, allerdings waren sie etwas kamerascheu.  

noch eine vorgartenrose, die sehr fein duftet. 


selbst die fehlkonstruktionsrose blüht in diesem jahr einigermassen schön: irgendjemand hat ihr so viele und dichte rosenblätter angezüchtet, dass die blüten nie richtig aufgehen, sich beim kleinsten regen voll wasser saugen und dann herabhängen und vor sich hin gammeln. was ein quatsch! 


nochmal das rosenspalier oberhalb der garage. 


die rosen dominieren, aber es hat auch giersch. 


 



und ich habe ein paar blaubeeren entdeckt. 


so sieht der untere sitzplatz jetzt nach abblühen der weissen multiflorarose aus. 
 
danach liess ich den garten garten sein und machte mich auf den weg ins museum, zu meiner ersten sieben-stunden-aufsichts-schicht. die woche über waren nachmittags jeweils viele besucher gleich zu anfang der öffnungszeit in die räume gekommen - am samstag startete der tag eher verhalten. der park war gut besucht, auch das verandacafé war gut besetzt, ich selbst war die erste stunde nach öffnung auch noch vor allem im park unterwegs zum aufstellen der liegestühle, reinigen der parkbänke und blumengiessen. dadurch ging der vormittag und die ersten drei stunden eigentlich sehr schnell rum - irgendwann nach ein uhr hatte ich eine halbe stunde pause, dann noch mal aufsicht an verschiedenen plätzen, vor allem viel im oberen geschoss, von wo ich immer wieder einen blick auf menschen in liegestühlen auf der wiese werfen konnte. als um fünf die letzten besucher gegangen waren, war ich dann aber doch froh. 

noch vor halb sechs zu hause wartete da noch ein bisschen arbeit (wäschaufhängen und brotbacken) und ein frisch gestrichenes ehemaliges tochterzimmer auf mich - kai hatte ganze arbeit geleistet und so können wir dann bald mit umräumen weitermachen. 
 
zum abendessen grillten wir feines stück vom weidesäuli, dazu gab es kartoffelgratin aus dringend zu verbrauchenden kartoffeln und salat - bis wir fertiggegessen und -geschwätzt hatten, war es fast halb zehn und draussen schon ein bisschen frisch - gut so, wir sahen die serie zu ende, bedrückend, aber soo, soo gut umgesetzt und eine wahre heldengeschichte.  
 
am sonntag dann noch mal eine lange schicht im museum. nur konnten wir heute gemeinsam gemütlich frühstücken, bevor ich wieder um zehn uhr los musste. und weil ich gerade nach dem museum und meiner arbeit dort gefragt wurde: ich bin seit dem vergangenen monat eine der museumsaufsichten in der villa langmatt, in der eine der bedeutendsten privaten sammlungen impressionistischer kunst in einer jugendstilvilla mit umgebendem park gezeigt wird. das museum und der park waren die letzten drei jahre geschlossen und wurden grundlegend saniert und umgebaut, wobei vor allem das wohnhaus möglichst originalgetreu erhalten wurde. seit anfang mai ist das haus wieder geöffnet und wird rege besucht und gelobt. neben der aufsicht in den räumen gehört auch ein bisschen ordnung halten, das auffüllen des verandacafés, in dem sich besuchende selbst bedienen können und verschiedene reinigungsarbeiten zu meiner arbeit. 
 
heute hatte ich aufsicht im esszimmer der familie brown, dann mittagspause, dann aufsicht im oberen stock und am ende noch in der galerie, in der momentan die impressionistischen gemälde hängen, die vorher auf tour in verschiedene europäische museen waren. ausserdem habe ich viel geschirr weggeräumt und wieder aufgefüllt. 


 das war der blick, den ich während meiner ersten pause heute hatte. 


und hier habe ich kaffeepause am nachmittag gemacht. 
 
was war sonst noch diese woche? ich warte immer noch auf mein bestelltes fairphone - das smartphone mit der kaputten scheibe tut zwar noch, aber spass macht es keinen mehr, und da ich eh schon über eine neuanschaffung nachdachte, kommt die jetzt halt vielleicht ein bisschen früher. oder später... derweil muss ich kais witze darüber aushalten, dass sich die lieferung sicher verzögert, weil das gerät von china in die schweiz gesegelt werden musst... oder die letzte meile mit dem cargovelo reist... 

in sachen pumpe für das schwimmbad warten wir auch noch - der service ist überlastet... ja, vermutlich ist halt auch gerade ein bisschen saison. und wir werden auch noch gleich eine neue umrandung für das schwimmbad bekommen, es waren menschen da, um sich die sache anzuschauen, wir sind gespannt, was es geben wird, wieder holz? oder doch platten? wir werden sehen. gerne bald.  

Sonntag, 29. Juni 2025

kw 26 - auf knopfdruck entspannen

ich bin ja einigermassen stolz darauf, dass ich es seit ein paar wochen schaffe, mir in meine wochen etwas anderes als alltag einzuplanen - in dieser woche gab es sogar zwei kleine ausflüge. 

dabei war die arbeitswoche intensiv und wieder einmal sehr zerstückelt, dank dreier etwas komplizierter vermietungen. es gibt ja immer wieder so situationen, in denen nicht alles klappt, aber der grad des nichtklappens ist dann halt schon auch noch entscheidend. diese woche: einmal beamer tut nicht das, was er soll (deutlich unkomplizierter gelöst als die it sich das gedacht hatte), es ist zu heiss im raum (kann ich nicht ändern, die gruppe kam am zweiten bezahlten tag nicht wieder), schlüssel nicht im schlüsselkasten (ja, die vormieterin wusste, dass sie den schlüssel nicht mitnehmen darf, aber es kann halt schon passieren, dass sie es vor lauter stress und hitze vergisst? menschliches versagen, das zu einem um 10 minuten verspäteten unterrichtsstart geführt hat, vielleicht auch eine lektion, die die jungen menschen, die ein bisschen warten mussten, bis sie sich hinter ihre bildschirme setzen konnten, gratis und franko bekommen haben. nur: wie bringe ich die eltern dazu, das auch so zu sehen?), entgegen meinem dringenden und begründeten wunsch zum falschen zeitpunkt im falschen raum angeliefertes zusatzmobiliar für eine veranstaltung (hallo? gemietet für vier stunden und dann sollen wir fünf tage auf dem zeug sitzen? - angesichts der hitze hab ich ja verstanden, dass es so einfacher war, ich musste trotzdem laut protestieren, wurde gehört, abgeholt, später geliefert... und - damit hab ich gedroht - kein kind in der krabbelgruppe von bauteilen erschlagen). 

arbeitszeit in der werkstatt minimal: ich filzte ein bestelltes veggiefell, lieferte es aus und verbrachte einen besucherlosen freitagnachmittag in der offenen werkstatt mit häkeln für ein filzprojekt für mich.  

ansonsten war es wieder heiss (und soll auch noch so bleiben), es gab gegen wochenmitte überall rundherum gewitter, wir bekamen nur ein paar tropfen, einige wolken und für einen tag ein bisschen abkühlung ab. allmählich geht das wasser zum giessen aus. den tomaten im gewächshaus ist es zu warm um früchte anzusetzen (meine arbeitshypothese - nur: wie bekomme ich die töpfe aus dem gewächshaus raus? oder kann ich das ding an den ecken irgendwie aufbocken? was passiert dann, wenn es stürmt?) ich muss mich immer mal wieder davon abhalten, zu sehr den hitzerekorden nachzustudieren - insgesamt fühlt es sich halt an wie in einem roman von t.c. boyle, nur weniger verdichtet, ist ja auch nicht literatur, sondern unsere gegenwart. 

ich habe die uralte hängematte aus guatemala aufgehängt. ein bisschen ist es eine erinnerung an ein anderes leben (ich war nie in südamerika, habe sie von einem freund mitgebracht bekommen). ich muss aber erst noch vertrauen in das ding aufbauen, blöderweise kann ich sie nur an einem ort aufhängen, wo unter ihr betonplatten sind. 

am mittwoch dann ein sehr früher ausflug, bei der hitze aber sinnvoll. 

wenn man um kurz nach sechs mit dem zug hier startet, kann man um kurz vor sieben am zürichsee sein. es waren schon die ersten schwimmenden unterwegs. 

mein weg führte mich ins dorfmuseum von thalwil und dort in den rosengarten mit herrlichem blick über den see - wo wir uns gemeinsam bei einer runde yoga ent-falten konnten. 

 

das "entfalt-stündli" war teil des rahmenprogramms zur textilen installation der elysiummanufaktur, die diese aus anlass der thalwiler kulturtage geschaffen hat. (leider schon rum, deshalb keine rechte werbung mehr)  

das schreiben die macherinnen zur installation: verklemmt. klemmte, klamm, geklommen. be-, ein-, ab-, ver-, ge-, fest-, unver-, dahinter. fühlt du dich gequetscht? irgendwo steckengeblieben? zusammengepfercht? ... möchtest du dich mal wieder locker machen? wir haben alle dilemmas und vorkommnisse zum einklemmen untersucht und präsentieren: eine textile herausforderung, ein kollektives ragout und sofortige erste hilfe. 

 anschliessend gab es einen entspannungszmorgen und ich blieb einfach sitzen im garten. 

ich liess sozusagen alle pläne, noch mehr kultur zu sehen, auf knopfdruck los. 

auf dem rückweg machte ich noch halt im elliesyum - der buchhandlung der elysiummanufaktur. 


 und auf dem bahnsteig gab es kultur von thalwiler hofkunst. 

haben sie den gestrickten pfeil gesehen? ich liebe diese details! 
im zug zurück studierte ich die füdlizytig - sozusagen der intellektuelle overload zum thema verklemmungen. und dann wars auch schon mit dem entspannen vorbei (siehe oben). 

aber irgendwie wurde es auch samstag und für diesen tag war schon seit langem der jahresausflug des vereins filzszene geplant. unser ziel in diesem jahr die ausstellung "textile manifeste" im museum für gestaltung in zürich. viel organisation war diesmal nicht - ich hatte die führung gebucht, aber ein gemeinsames zmorgenessen an reservierten tischen war uns verwehrt worden. nach einem kurzen spaziergang durch den schattigen platzspitz-park (glücklicherweise packte nicht eine die alten geschichten aus dem letzten jahrhundert aus, oder sie lief so weit hinter mir, dass ich es nicht gehört habe. ja, schlimme zeiten und zustände, aber ich kanns nicht mehr hören, vor allem der wohlige grusel mit dem erzählt wird.) waren wir viel zu früh im museum und tranken unseren kaffee halt unorganisiert - später zum gemeinsamen imbiss stellten wir ein paar tische zusammen, geht doch!

die führung war spannend, für mich vor allem der aspekt der geschichte des gebäudes. die ausstellung selbst, die den anspruch erhebt, einen überblick über die textilkunst der letzten ungefähr hundert jahre zu geben, ist unglaublich dicht mit objekten bestückt. filz fehlt natürlich wieder einmal fast komplett - einzig zwei werke von stefanie salzmann waren zu sehen und fanden bei den fachfrauen wenig anklang. über andere objekte wurde fröhlich gefachsimpelt - die geduld der recht jungen führenden war wirklich bewundernswert, aber angesichts des geballten fachwissen blieb ihr auch streckenweise nicht viel anderes übrig. 


unsere führerin vor einer textilinstallation von elsi giauque. 


ich habe nur ein paar stücke fotografiert, die mich spontan beeindruckt haben - leider kann ich jetzt auch nicht mehr herausfinden, welche künstlerinnen sie geschaffen haben - überhaupt stehen bei solchen besuchen bei mir die verantwortung für die organisation und die möglichkeit mich auf die objekte einzulassen ein bisschen in widerspruch, vielleicht kann ich ja bis mitte juli noch mal einen besuch einplanen. 

auch dieser entspannungs-tag war ausserdem wieder mit arbeit garniert - als ich am spätnachmittag zuhause war und ins bädle springen durfte, war ich deshalb schon recht froh. 

samstagabend und sonntagmorgen bin ich diese woche alleine  und hoffe, dass ich jetzt die zeit bis zur ankunft von kai und allerlei zeug aus seinem elterlichen haus noch ein bisschen mit lesen und/oder recherche zur reise nach mähren im herbst nutzen kann. 

Sonntag, 15. Juni 2025

kw 24 - erste sommerliche tage

heiss ist es geworden im verlauf dieser woche - heute sonntag sollen allerdings schon wieder gewitter abkühlung bringen, leider aber auch unwetter. nachdem wir uns anfang der woche noch schwer getan haben, ins nach den kühlen regentagen auf 17 grad abgekühlte bädle zu steigen, waren wir am samstag schon sehr froh um die abkühlung - allerdings jetzt bei 20 grad wassertemperatur. 

den pfingstmontag haben wir für eine weitere ziellose radtour in der näheren umgebung genutzt - abseits der radwege war es im wald und auch sonst sehr, sehr ruhig. 


die arbeitswoche war gut durchgetaktet - zwei vormittage und ein nachmittag in der werkstatt haben die fertigstellung der bestellten und auch noch ein paar überschüssiger sitzfilze ermöglicht. 



im kulturzentrum ist es gerade in meiner eigentlichen arbeit ruhig - dass ich trotzdem genug zu tun hatte, dafür sorgten diese woche eine weitere person, die sich ihren potentiellen arbeitsplatz anschauen kam sowie infrastrukturelle querschläger. am wochenende klärte sich zumindest die postenbesetzungssituation in der momentan bestmöglichen variante, eine zusage der ausgewählten kandidatin vorausgesetzt. 


wir haben jahreszeitlich gut gegessen - am scharnier zwischen spätfrühling und frühsommer. will heissen: am montag gab es den letzten spargel der saison, am samstag eine artischocke als vorspeise zum später gegrillten lammrücken. und ich sehe, dass die gelben tischsets nicht die beste wahl als hintergrund sind.


ausserdem produziert unser garten in diesem jahr reichlich eigene erdbeeren! himbeeren auch, nur eben nicht reichlich. die tomaten wachsen und haben bereits angefangen zu blühen, ein paar kefen gab es, bald sind auch die träuble reif. so richtig viel ist das alles nicht, aber wir freuen uns daran. (und die eigenen erdbeeren sind defintiv die besten - das kilo überreife erdbeeren, das wir am samstagabend geschenkt bekamen, haben wir einfach püriert und eingefroren, das gibt dann irgendwann auch mal erdbeertiramisu.)

am heutigen sonntag werden wir noch gemütlich zusammen im garten frühstücken, dann werde ich für zwei tage in die alte heimat fahren, um meine mutter zu besuchen. und was das beste ist: es gibt zwar immer ein paar kleinigkeiten zu erledigen, aber es wird einfach ein besuch sein, an dem wir es und zusammen gut gehen lassen! ich freue mich.

einen erdbeerzwerg als zuwachs im garten gab es noch - mitbringsel vom erdbeerfest bei meiner arbeitgeberin.


Sonntag, 1. Juni 2025

kw 22 - halb krank, halb ferien

sehr kurze arbeitswoche. 

den montag hatten wir vor langer zeit mal als freien tag festgelegt - es gibt da nämlich eine durchaus nicht zu leugnende differenz zwischen der ferientagsmenge von kai (sechs wochen? sieben wochen?) und von mir (fünf wochen.) und die versuchen wir nun durch einzelne gemeinsame freie tage zu verwerten, wobei ich bei einer beschäftigung von 20 prozent theoretisch nicht mehr als einen ganzen tag in der woche anwesend sein muss, es allerdings de facto halt so aussieht, dass ich eher fünf tage 1.67 stunden arbeite als nur einen tag 8.4 stunden. 

also verlängertes wochenende. hier möchte ich noch einen kleinen exkurs anschliessen: ich überlege ja immer wieder, ob ich im blog auf meine wochenposts den unter historiker*innen verbreiteten begriff des "langen jahrhunderts" adaptieren soll - verwendet wird er vor allem dann, wenn sich poltisch-historische entwicklungen nicht an die jahrhundertschwellen halten (haha, warum sollten sie auch?)  und halt eine entwicklung schon vor der jahrhundertwende beginnt oder darüber hinaus ragt. analog gibt es dann auch den begriff des kurzen jahrhunderts (für das 20. jh). ich vermute aber, das mich das arg durcheinander bringen würde und am ende dann ereignisarme wochenstummel übrigblieben, die dann prompt unter den tisch fielen. also: eher nein.

nochmal also. freier tag am montag. und gar nicht mal so schönes wetter. vorwiegend regnerisch, aber dann doch nicht so schlimm, weil wir die zeit gut nutzen können, um das, was kai vom ausräumen der wohnung seines vaters mitgebracht hat, zu sortieren. und als es dann endlich nicht mehr regnet, setzen wir uns dann doch noch auf die fahrräder und fahren durch den ziemlich nassen und stellenweise auch ein wenig schlammigen wald und besuchen die köhler, die ihr lager am siggenberg aufgeschlagen haben. 

für die führung sind wir zwar offiziell ein bisschen sspät dran, wir bekommen aber noch eine private einführung in den meilerbau.

und entdecken hier ein stück des feuerungskanals, der in der mitte des meilers später dafür dient, das ganze in brand zu setzen.

die köhler haben sich in einem alten steinbruch eingerichtet - bis der meiler durchgeglüht ist, bleiben sie vor ort und müssen teilweise alle zwei stunden (auch in der nacht) nach dem rechten sehen.

auf dem rückweg wird das wetter immer besser und ich kann den idyllischen blick auf kirchdorf, einen teil unserer gemeinde festhalten. 

mein einziger arbeitstag im kulturzentrum (neben ein paar stippvisiten wegen kleinigkeiten) ist der dienstag, vormittags versuche ich meine arbeit zu erledigen, am abend bin ich dann bei zwei vorstellungsgessprächen dabei, in denen eine nachfolgerin für meine kollegin gesucht werden soll - beziehungsweise beim zweiten gespräch verabschiedet sich die vereinspräsidentin nach kurzer zeit und ich darf das gespräch mit dem kassier, der noch kürzer als ich dabei ist, zu ende führen. joa, premiere, so was hab ich auch noch nie gemacht. glücklicherweise bereite ich mich ja grundsätzlich gut vor und darf immer wieder auf kais coaching für solche gelegenheiten zurückgreifen...

mittwoch arbeite ich in der werkstatt - der letzte vorfilz aus wollresten wird fertig, demnächst kann es weitergehen mit der produktion von geflochten-gefilzten (und bereits vorbestellten) sitzfilzen. 

es regnet immer noch, und ich skippe das schwimmen, das ich bereits vom dienstag auf den mittwoch geschoben habe, unter anderem wegen einer heraufziehenden erkältung. kino am abend geht dann aber doch noch. nach "dreams" am vergangenen sonntag sehen wir uns "sex", den ersten teil einer filmtrilogie des norwegischen regisseurs dag johan haugerud im kleinen orient-kino an. viel dialog, anstrengend, weil originalsprache und untertitelt, handelt der film von zwei männern in heterosexuellen beziehungen, die durch unerwartete erfahrungen ihre wahrnehmung von sexualität, geschlecht und identität in frage stellen. - in dreams (auch bereit stark dialoglastig) verfolgt haugerud ein ähnliches thema - es geht hier um die verliebtheit einer sechzehnjährigen in ihre französischlehrerin, die zu spannungen innerhalb der familie führt, weil ihre mutter und großmutter mit ihren eigenen unerfüllten träumen und wünschen konfrontiert werden. aufmerksam wurde ich auf die trilogie, von der wir hoffentlich auch noch den dritten teil "love" sehen können,  durch einen artikel in der republik, den ich mit ihnen als abonnentin teilen darf. 

am donnerstag ging es mir dann auch nicht besser und aus einer mischung aus wut über das schlechte timing der erkältung und einfach kranksein schaffte ich es nicht, kai alleine zum konzert von patrick wolf im dynamo in zürich zu schicken, sondern schleppte mich halt dorthin, worauf wir beide nicht viel von diesem ausflug hatten, kai immerhin ein bisschen mehr als ich. 

der limmat entlang war es feiertäglich belebt, aber nicht so trubelig, dass wir nichts zu essen bekommen hätten.

eingekehrt übrigens beim "parkplatz" - wo ich mir wieder nicht getraut habe, die kapitalismuskritischen sprüche zu fotografieren.

das konzert war scheints gut - ich fand es stellenweise zu laut und breiig abgemischt, aber vielleicht musste das ja auch so. viele menschen hat herr wolf leider nicht angezogen und davon gingen dann doch auch noch etliche schon vor dem ende des konzerts. auch eigentlich schade. 

die restlichen tage des verlängerten wochenendes gab ich dann den sinnlosen kampf gegen die erkältung auf und hing halt mehr oder weniger tatenlos im immerhin sonnigen garten herum. 

kaum ist es warm, gibt es auch schon die ersten gewitterwolken über dem schwarzwald. gewitter dann jeweils am samstag und sonntag gegen abend.

garagenrose.

pfingstrosen. schon ein bisschen wild.

die clematis, die im letzten jahr garnicht wollte, ist dieses jahr echt schön.

habichtskraut. überall. 

wildromantisch ist wahrscheinlich die schmeichelhafte bezeichnung für das chaos.

man kann übrigens tatsächlich in drei tagen den erdbeeren beim reifen zuschauen.

und am sonntag dann tatsächlich noch anbaden! bei fast zwanzig grad gar nicht mal so greislich kalt.