Sonntag, 7. Juni 2026

kleiner rest kw 22 und kw 23 - viel zeit verbracht mit renoir, corot und cezanne

 die reise von prag nach hause verlief einigermassen ereignislos - ein bisschen verspätung hier, ein bisschen unbequemes warten da und am ende waren wir halt doch eine gute stunde länger als geplant unterwegs aber immerhin noch kurz vor zehn zuhause. 


 ja ja, sie lesen schon richtig: von prag nach münchen und umgekehrt reist man mit dem regionalexpress. wie teilten uns ein abteil mit einer familie mit zwei kindern. reisen in zugabteilen kommt mir mittlerweile so retro vor und erinnert mich vor allem an die reisen in den späten achtzigern und frühen neunzigern nach italien oder an die buchhandelsschule nach frankfurt. weiter nach zürich ging es dann in einem schweizer grossraumabteil - aber im mit abstand am dreckigsten zug, den ich jemals unter der obhut der sbb habe fahren sehen. da wir in münchen direkt am gleis gewartet hatten (wo auch sonst?), hatten wir auch mitbekommen, woran das liegen wird: obwohl der zug eine lange pause in münchen einlegt, war nirgends etwas von reinigung oder wenigstens müllkübel leeren zu sehen. 

am sonntagmorgen stellte ich als erstes die wasserzufuhr für das bädle an - während unserer abwesenheit hatte es nicht mehr geregnet und es fehlten für eine inbetriebnahme noch gut 15 zentimeter wasser, das entspricht etwa 4 kubikmeter. das können wir guten gewissens aus der trinkwasserleitung hinzufügen. dank im kühlschrank deponierter einkäufe seitens der tochter konnten wir gemütlich im garten frühstücken und den fortschritt der vegetation inspizieren - tatsächlich waren noch nicht alle rosen verblüht, sogar die rosa multiflora am untern sitzplatz blühte noch so gerade. 


 trotz guter pflege durch die kinder war natürlich einiges im garten zu tun, hatten wir ja durch die mehr oder weniger die erste hälfte des mais dauernden eisheiligen nicht einmal die aussensitzplätze so richtig in betrieb genommen, also hiess es erst mal saubermachen, teppich auf die veranda, den spitzen der grünen hölle gelassen aber mit bestimmtheit begegnen. und dann lief etwas grundlegend schief bei der inbetriebnahme des mittlerweile ausreichend gefüllten bädle - die pumpe lieg heiss und stellte ihren dienst ein. 

die wartezeit auf ihr abkühlen verbrachten wir mit der spontan von aprikosenkuchen angelockten tochter, die später wieder zum kleiderschrankaufbauen verschwand. ein zweiter versuch in sachen bädle blieb ergebnislos, die pumpe lief zwar wieder, förderte aber kein wasser mehr - wir fuhrwerkten eine gute stunde herum, aber am ende liess sich nichts machen, wir werden eine fachperson brauchen um das problem zu lösen. 

kein guter start in eine volle woche. 

montagvormittag verbrachte ich im kulturzentrum - die neue kollegin ist noch da, das muss man ihr sehr hoch anrechnen. und sie packt sehr praktisch dinge an, die mir auch schon lange auf dem magen liegen, zum beispiel haben wir nun die vielen kleinen kässeli, die überall herumstanden, konsolidiert zu einer vernünftigen handkasse. zum arbeiten kam ich nebenbei auch - all zu viel war aber während meiner abwesenheit eh nicht los gewesen. 

am montagnachmittag brachte ich turnusgemäss den haushalt noch ein bisschen aufs laufende, dann verschwand ich für eine erste schwimmrunde ins freibad. das hatte zwar auch schon vor unseren ferien offen, aber da waren ja gerade die eisheiligen. das schwimmen war schön und ich las anschliessend noch ein bisschen in der sonne, bevor ich zum abendessen nach hause radelte. 

der dienstag startete mit dem kennenlernen einer neuen tschechischlehrerin, meine byvala ucitelka macht sommerpause und so habe ich während der pragreise einen ersatz für sie gesucht, zumindest mal für zweieinhalb monate, vielleicht aber auch für länger. ich scheine mich beim interview gar nicht so schlecht geschlagen zu haben, meine eigene einschätzung von irgendwas mit a2 wurde mir bestätigt. grundsätzlich finde ich die neue lehrperson sympathisch - was ich nicht so mochte: sie erklärt auf englisch, dadurch fühlt sich der teil, in dem ich tschechisch sprechen soll, mehr nach unterricht an - da meine frühere lehrerin immer ausschliesslich tschechisch mit mir gesprochen hat, fühlte sich das eher nach echtem gespräch an. 

danach musste ich schnell los zur physiotherapie - heute eine stunde einführung an den geräten, die ich dann in den kommenden zweieinhalb wochen zum selbständigen weiterüben benutzen soll. 

danach war ich erstmal durch, fuhr nach hause und plante die kommenden wochen in sachen tschechischunterricht (ich musste mein guthaben bei preply zur neuen lehrperson migrieren, was einerseits gut funktioniert hat, andererseits aber wegen meines kleinen pensums an lerneinheiten dann doch ein bisschen aufwändig war) und physioeinheiten. dann war auch schon zeit für ein frühes mittagessen, denn am nachmittag ging es weiter mit einer aufsichtsschicht in der villa langmatt. und weil es am tag vorher im schwimmbad so schön gewesen war, ging ich anschliessend auch noch schwimmen. 


 in einem vollständig leeren schwimmbad - es hatte am nachmittag ein gewitter gegeben und war immer noch grau bewölkt mit einzelnen regentropfen. ich schwamm dann auch nur 1000 meter, danach war mir kalt genug. zuhause gab es schwäbische pizza aus resten, nachdem auch kai nach einem langen arbeitstag eingetroffen war. 

mittwochvormittag war dann regulärer arbeitstag im kulturzentrum - ich musste wieder streng drauf achten, mich nicht nur rechtzeitig zu verabschieden, sondern auch vorher noch zu mittag zu essen, bevor ich zu meiner nachmittagsschicht ins museum weiterzog. 

für den mittwoch hatte ich den kochdienst übernommen, war aber vom ergebnis nicht überzeugt. ich hatte mich an einer mir sinnreich erscheinenden zubereitungsart versucht, bei der alle zutaten, inklusive nudeln roh in eine auflaufform geschichtet, mit reichlich flüssigkeit übergossen und dann sich selbst im backofen überlassen werden. naja, vielleicht lag es auch an den linsennudeln, die eh immer so matschig werden, dass das ergebnis zwar sehr sättigend, aber geschmacklich eher grenzwertig pappig war. 

donnerstagmorgen schaffte ich es dann endlich mal in die werkstatt - zwei sitzfilze der bestellung sind fertig, die kollegin meldete sich krank, ich sah aber keine möglichkeit, meinen tag noch umzuplanen, da ich am nachmittag schon wieder im museum war. am abend kam kai spät, ich nutzte die gelegenheit und machte zwei überstunden, die hoffentlich dazu beitragen, dass das programm für den herbst im kulturzentrum bis ende juni komplett steht und in papierform gebracht werden kann. 

den freitag konnten sie schon ausführlich nachlesen - es wäre mein freier tag gewesen, aus verschiedenen gründen war der dann allerdings nicht ganz so entspannt.  

dass ich auch am wochenende für jeweils lange schichten im museum eingeteilt worden bin, führe ich auf  meine vorherige zweiwöchige abwesenheit zurück und ein bisschen auf den plan, dass ich dann hier komplett ankommen kann. jedenfalls frühstückte ich mit kai gegen acht am samstagmorgen, dann brach er alleine für den marktbesuch und einkaufen in deutschland auf und ich hatte noch ein bisschen zeit zum herumwursteln. die nutzte ich dann endlich mal zu einer runde mit dem fotoapparat durch den garten.  


 die rosen blühen! hier am haus die kletterrose und im vorgarten eine ungefüllte eher rote multiflora, die ein geschenk meines patenonkels ist. 

  

die wird ganz begeistert von bienen und hummeln umschwirrt, allerdings waren sie etwas kamerascheu.  

noch eine vorgartenrose, die sehr fein duftet. 


selbst die fehlkonstruktionsrose blüht in diesem jahr einigermassen schön: irgendjemand hat ihr so viele und dichte rosenblätter angezüchtet, dass die blüten nie richtig aufgehen, sich beim kleinsten regen voll wasser saugen und dann herabhängen und vor sich hin gammeln. was ein quatsch! 


nochmal das rosenspalier oberhalb der garage. 


die rosen dominieren, aber es hat auch giersch. 


 



und ich habe ein paar blaubeeren entdeckt. 


so sieht der untere sitzplatz jetzt nach abblühen der weissen multiflorarose aus. 
 
danach liess ich den garten garten sein und machte mich auf den weg ins museum, zu meiner ersten sieben-stunden-aufsichts-schicht. die woche über waren nachmittags jeweils viele besucher gleich zu anfang der öffnungszeit in die räume gekommen - am samstag startete der tag eher verhalten. der park war gut besucht, auch das verandacafé war gut besetzt, ich selbst war die erste stunde nach öffnung auch noch vor allem im park unterwegs zum aufstellen der liegestühle, reinigen der parkbänke und blumengiessen. dadurch ging der vormittag und die ersten drei stunden eigentlich sehr schnell rum - irgendwann nach ein uhr hatte ich eine halbe stunde pause, dann noch mal aufsicht an verschiedenen plätzen, vor allem viel im oberen geschoss, von wo ich immer wieder einen blick auf menschen in liegestühlen auf der wiese werfen konnte. als um fünf die letzten besucher gegangen waren, war ich dann aber doch froh. 

noch vor halb sechs zu hause wartete da noch ein bisschen arbeit (wäschaufhängen und brotbacken) und ein frisch gestrichenes ehemaliges tochterzimmer auf mich - kai hatte ganze arbeit geleistet und so können wir dann bald mit umräumen weitermachen. 
 
zum abendessen grillten wir feines stück vom weidesäuli, dazu gab es kartoffelgratin aus dringend zu verbrauchenden kartoffeln und salat - bis wir fertiggegessen und -geschwätzt hatten, war es fast halb zehn und draussen schon ein bisschen frisch - gut so, wir sahen die serie zu ende, bedrückend, aber soo, soo gut umgesetzt und eine wahre heldengeschichte.  
 
am sonntag dann noch mal eine lange schicht im museum. nur konnten wir heute gemeinsam gemütlich frühstücken, bevor ich wieder um zehn uhr los musste. und weil ich gerade nach dem museum und meiner arbeit dort gefragt wurde: ich bin seit dem vergangenen monat eine der museumsaufsichten in der villa langmatt, in der eine der bedeutendsten privaten sammlungen impressionistischer kunst in einer jugendstilvilla mit umgebendem park gezeigt wird. das museum und der park waren die letzten drei jahre geschlossen und wurden grundlegend saniert und umgebaut, wobei vor allem das wohnhaus möglichst originalgetreu erhalten wurde. seit anfang mai ist das haus wieder geöffnet und wird rege besucht und gelobt. neben der aufsicht in den räumen gehört auch ein bisschen ordnung halten, das auffüllen des verandacafés, in dem sich besuchende selbst bedienen können und verschiedene reinigungsarbeiten zu meiner arbeit. 
 
heute hatte ich aufsicht im esszimmer der familie brown, dann mittagspause, dann aufsicht im oberen stock und am ende noch in der galerie, in der momentan die impressionistischen gemälde hängen, die vorher auf tour in verschiedene europäische museen waren. ausserdem habe ich viel geschirr weggeräumt und wieder aufgefüllt. 


 das war der blick, den ich während meiner ersten pause heute hatte. 


und hier habe ich kaffeepause am nachmittag gemacht. 
 
was war sonst noch diese woche? ich warte immer noch auf mein bestelltes fairphone - das smartphone mit der kaputten scheibe tut zwar noch, aber spass macht es keinen mehr, und da ich eh schon über eine neuanschaffung nachdachte, kommt die jetzt halt vielleicht ein bisschen früher. oder später... derweil muss ich kais witze darüber aushalten, dass sich die lieferung sicher verzögert, weil das gerät von china in die schweiz gesegelt werden musst... oder die letzte meile mit dem cargovelo reist... 

in sachen pumpe für das schwimmbad warten wir auch noch - der service ist überlastet... ja, vermutlich ist halt auch gerade ein bisschen saison. und wir werden auch noch gleich eine neue umrandung für das schwimmbad bekommen, es waren menschen da, um sich die sache anzuschauen, wir sind gespannt, was es geben wird, wieder holz? oder doch platten? wir werden sehen. gerne bald.  

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