eine weitere komplette woche mit temperaturen weit über 30 grad. fast jeden tag waren etwa 36 grad angesagt, fast jeden tag war es dann gegen spätnachmittag noch ein, zwei, drei grad wärmer.
das haus liess sich zu beginn der woche noch einigermassen kühl halten, aber nachdem es auch in den nächten kaum mehr unter 20 grad abkühlt und draussen alles dermassen trocken ist, dass so etwas wie tau komplett ausfällt, wird es mit jedem tag wärmer und wärmer, obwohl wir strikt darauf achten, die fenster und balkontüren geschlossen zu halten, so viel wie möglich läden und storen zu schliessen und so bald ein bisschen ein kühleres lüftchen weht, alles aufzureissen.
für die kommende woche sind temperaturen knapp unter dreissig grad angesagt, ich freue mich schon drauf. und auch das spiegelt den wahnsinn dieser hitzeperiode im juni: dass ich mich auf knapp dreissig grad freuen kann liegt vor allem daran, dass das zehn grad weniger sind als momentan.
und wenn ich es nicht ohnehin schon täte, würde ich zu kochen beginnen, wenn mir noch eine einzige person mit sprüchen wie "früher war es auch mal heiss" oder " das nannte man früher halt sommer" kommt. nein, diese hitzewelle ist kein wetter mehr, nicht so früh im jahr, nicht so lange und ganz sicher nicht in hinsicht darauf, dass die heisseste zeit des jahres ja erst noch bevorsteht. aber irgendwas gegen die eigentliche ursache, die klimakrise, tun, mal abgesehen davon, jetzt schnell überall klimanlagen zu installieren? i wo, bewahre, da könnte ja die wirtschaft beleidigt von dannen ziehen oder sich irgendwer eingeschränkt fühlen...
im kulturzentrum sitzen wir mal mit offenen, mal mit geschlossenen fenstern, die baustellen rundherum lassen uns die wahl zwischen schwitzen und husten (wegen staub), zwischen bewegungsunfähgkeit vor hitze und ausschliesslich brüllender kommunikation (wegen lärm).
im museum gibt es keine klimaanlage, sondern nur eine lüftung. und da man garnienicht nach draussen lüften kann wegen der kunst, wird es auch dort mit jedem tag heisser. an mindestens zwei stellen läuft mir der schweiss vom puren herumstehen den rücken hinunter: im obergeschoss und in der galerie, die am weitesten von der türe entfernt liegt. leider gibt es auch über mittag oder für die pause am nachmittag kaum mehr so richtig kühle plätze. aber immerhin gratis-glace für die aufsichten. und sehr wenig besuchende.
| pausenblick vom samstag - das problem ist das laub der kirschbäume, das rollt sich bei der hitze gerade auf und macht keinen rechten schatten mehr. |
in der werkstatt war ich diese woche nur kurz um etwas zu holen. vielleicht sind ja bald wenigstens dort das gerüst weg und die sonnenstoren wieder montiert. vielleicht werden wir die werkstatt bald mal nutzen um uns dort vor dem limmatschwumm umzuziehen.
die arbeiten am bädle haben tatsächlich begonnen - montag wurde besichtigt, am dienstag ging es los mit dem abbau der reste von der holzbeplankung. am ergebnis kann man sehen, wie bescheuert die idee mit dem holz einfach drüber war.
was sie nicht sehen: der rand vom bädle steckt voller rostiger schrauben, mit denen die holzplanken befestigt waren. gehalten hat die sache mit dem holz etwa zehn jahre. die platten, die jetzt zum vorschein kamen, dürften etwa sechzig jahre alt sein. kaputt sind die jetzt auch - weil auch da jede menge schrauben drin stecken.
am mittwoch wurden die platten entfernt.
am freitagnachmittag stapelten zwei mann die platten in den oberen garten und brachten die reste vom holzzeugs weg, wofür ich extrem dankbar war, denn eigentlich sollte das der vermieter entsorgen kommen - nach abschluss der bauarbeiten... neue platten wurden geliefert. wegen der engen zugänge mit vielen treppen lief das alles von hand und mit schubkarre. ein bisschen schäme ich mich, dass ich über schwitzen im stehen schrieb, eine platte wiegt 25 kg.
im bild übrigens auch noch die installationen zur aufrechterhaltung des badebetriebs: auf dem schalbrett rechts unten duschen wir, auf der gegenüberliegenden seite, wo die leiter liegt, steigen wir aus, den rückweg nehmen wir über die mittlerweile komplett verbrannte wiese. nicht gemäht (wie bei uns) oder gemäht (wie beim nachbarn) - es ist einfach alles verdorrt und sieht ein bisschen aus wie freibadwiese am ende der sommerferien.
was war sonst noch?
am montag war ich nach sehr langer zeit mal wieder an einer vorstandssitzung im kulturzentrum. ich stellte fest, dass ich da mittlerweile gelassener bin als auch schon, meine immer noch sehr neue kollegin war ein bisschen mitgenommen, aber auch deutlich stärker von desorganisation und hüst und hott betroffen.
am dienstag durfte ich mich im museum in die aktuelle ausstellung junger kunst, die unter dem titel "raumfahrt" läuft, einführen lassen. das diesjährige thema ist intimität. aufsicht gibt es in den räumen im keller nicht, also werden wir wohl kaum mit den reaktionen der besucherinnen auf die positionen konfrontiert werden. ich selbst möchte es mir aber auch noch mal in ruhe ansehen - es gibt ein zelt im raum, eine videoinstallation und eine art wandfries.
am donnerstag war ich bei der coiffeuse, ein bisschen erleichterung bei der hitze. und eine schöne fahrt mit dem velo nach brugg bei noch einigermassen erträglichen temperaturen entlang der flüsse am morgen.
am freitag gab es ein hoffest im industrieareal, in dem meine werkstatt liegt. initiiert von der wg ateliergemeinschaft des ältesten sohns. haben wir den auch mal wieder gesehen. und noch ganz viele andere menschen, die wir über ihn oder einfach von dem ort kennen. schön wars, wir sind dann aber doch nicht so lange geblieben, wir wollten noch schwimmen.
weil sie von den bauarbeiten beeinträchtigt sind, habe ich mir ein paar der taglilien in die wohnung geholt. bisher erschienen sie mir nicht als die idealen schnittblumen, aber sie halten sich erstaunlich gut, jede blüte blüht zwar wirklich nur einen tag, aber die anderen knospen entwickeln sich und blühen nun nach und nach seit einer woche auf. ich verlinke ihnen den wikipedia-artikel, das sind interessante pflanzen, deren verschiedene teile sehr vielfältig von der medizin bis zum dachdecken benutzt werden, ich freute mich über den begriff "schraubelig cymoid", ich habe zwar keine ahnung, was das bedeutet, aber tönt das nicht toll?
lag es an den fehlenden besuchern wegen hitze oder an der einführung am dienstag - jedenfalls hatte ich unfreiwillig gelegenheit, mich mit zwei anderen aufsichten über die ausgestellte kunst (auch die der vergangenen jahre) zu unterhalten. und obwohl ich meine persönliche wahrnehmung von renoir (überwiegend süsslicher kitsch, aber technisch gut gemacht) nicht teilte, erfuhr ich, wie scheisse unnötig all das moderne zeugs ist. weiss ich das jetzt auch.
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