beim blick in den kalender hätte ich auf eine etwas ruhigere woche getippt - kam dann aber nicht so. die weniger verplanten tage füllten sich mit allerlei kram, wobei ich sehr froh war, dass mein velo so schnell repariert war und ich so wieder von haustür zu haustür unterwegs sein konnte.
fast alle freien zeiträume nutzte ich für den auftrag, der noch die werkstatt belegt, bis auf zwei sitzfilze, die noch ein wenig schrumpfen müssen, ist das dann aber auch erledigt. am donnerstagmorgen kam ich wunderbarerweise ein paar stunden dazu, mich um das filzbaukasten-modul zu kümmern, das ich im juli unterrichten darf. "filzen mit kindern" - der grobe zeitplan für die vier halbtage steht, ein ebenso grobes konzept für das handout auch - wobei ich mich für letzteres sicher bei bereits bestehenden texten bedienen kann.
im kulturzentrum war nicht allzuviel zu tun, meine anwesenheit war nur für den gemeinsamen arbeitsvormittag am mittwoch und für einmal faltwand öffnen notwendig. die in der vorwoche kranke kollegin wirkte immer noch ein bisschen angeschlagen, sonst habe ich sie zupackender erlebt, diese woche hätte sie vermutlich mehr bestätigung gebraucht, bis ich das verstanden hatte, war aber der vormittag auch schon fast rum. mir tut sie ein bisschen leid, ich arbeite gerne mit ihr zusammen.
nur zwei nachmittage im museum haben mich diese woche dafür mehr geschlaucht als in der vorherigen woche die insgesamt 26 stunden. vor allem der donnerstag war seltsam anstrengend, obwohl nicht besonders viele menschen im haus waren - andererseits ist es wohl schon ein andrang an besucher:innen, den man seitens der museumsleitung so auch nicht erwartet hat, ich kenne es ja nicht anders, stelle es mir eher schwieriger vor, wenn an einem nachmittag nur ein bruchteil an personen ins museum kommt. der museumsdirektor ist wieder im haus - es wurden hände der aufsichten geschüttelt, ich fühlte mich gesehen, andere gerieten glaubs mehr unter stress.
womit ich nicht gut umgehen kann: im oberen geschoss haben wir eine installation von reto boller, einem künstler, der die umbauarbeiten der letzten beiden jahre mit interventionen begleitet hat. seine letzte arbeit ist ein fabrikneues feldbett auf einer orangefarbenen plane, die an allen ecken die aufschrift "safe" trägt. die liege ist zusätzlich mit gurten ausgestattet, mit denen man eine darauf liegende person fixieren könnte und das ganze steht im ehemaligen elternschlafzimmer der villa. einige besucher (mal mehr, mal weniger, gefühlt am donnerstag jede zweite) sind von dieser installation irritiert, häufig hört man aussagen wie "das sagt mir jetzt nichts" oder "was soll denn dieser quatsch". die irritation ist wohl gewollt - da reibt sich deutlich etwas an der grossbürgerlichen atmosphäre, die viele besucher am haus schätzen. auch ich denke an notunterkünfte, seien es flüchtlingslager oder umfunktionierte turnhallen hier im land, in denen menschen, die vor natur- oder menschengemachten gefahren fliehen müssen, untergebracht werden. hoffe, sie finden einen sicheren platz. aber. da sind ja auch noch die gurte - vielleicht sind es ja auch diese lager, in denen die menschen festgehalten werden, die uns vor ihnen schützen? - gepaart mit der atmosphäre vor der am wochenende anstehenden abstimmung über eine weitere svp-initiative voller fremdenhass hätte ich eigentlich gerne, dass da der oder die eine oder andere über sein ja oder nein noch einmal heftig nachdenkt. ist aber nicht mein job hier.
so, wo waren wir, ach ja, die woche.
die pumpe fürs bädle ist geflickt. das hat zwar zwei termine gebraucht, aber jetzt sollte es gut sein. der erste hat mich am dienstag viele nerven gekostet, den zweiten hat am freitag kai übernommen. am freitagabend habe ich ein bisschen gedrängelt, dass wir das ding in betrieb nehmen, nächste woche soll es wieder warm werden, dann freuen wir uns darüber, wenn das schwimmbad bald sauber und bebadbar ist.
mein ersatz fürs zerschossene mobiltelefon ist da. das hat mich dann weitere nerven am donnerstagabend gekostet - mittlerweile kann das ding so viel, dass es kein wunder ist, dass es einige zeit braucht, bis man sich wieder überall angemeldet und eingeloggt hat. am donnerstagabend war eigentlich nicht mehr genügend geduld übrig, um das langwierige prozedere durchzuführen. aber bis freitagabend habe ich es sogar geschafft, die daten für mein sehr handgestricktes vokabelapp zu übertragen, es gibt also keine ausrede mehr, hier nicht weiterzulernen.
wir gehen aktuell beide sehr auf dem zahnfleisch, sowohl kai als auch ich - wenn dann auch noch dusselige handwerker oder anmeldeprozesse dazukommen, die solcherart designt sind, dass durch komplette verwirrung bewirkt wird, dass man jede art von einwilligung zum datensammeln gibt, dann wirds schnell mal emotional.
der freitag ist ja neuerdings so eine art freier tag, zumindest solange, wie ich mir eine pause vor publikumsverkehr in der werkstatt verordnet habe. momentan ist das oederlin-areal, in dem meine werkstatt liegt, auch tagsüber nicht mit dem öv zu erreichen - ein grund mehr, endlich mal eine pause zu machen, auch weil ich mittlerweile ja zwei andere jobs habe, die mich eigentlich vom kursegeben entlasten sollten.
leider klappt frei immer nur so halb: einerseits habe ich vor dem wochenende gerne ein aufgeräumtes haus, andererseits gibt es auch sonst noch immer was zu tun, diese woche dann das zweite krafttraining für die knie und doch noch in der werkstatt vorbeischauen, um alles für den kommenden dienstag vorzubereiten, auf den ich mich schon freue
denn übers wochenende sind wir unterwegs - zuerst zu freunden in der alten heimat.
unterwegs trafen wir völlig unvorbereitet (das autoradio verlangt nach völliger entfernung von batteriestrom einen code, den wir bisher nicht auftreiben konnten) auf eine komplett gesperrte autobahn bei böblingen, hier wurde auf der grossbaustelle eine brücke aufgestellt. die umleitungssituation war gelinde gesagt etwas unübersichtlich (man beachte neben dem grossen schild auch die kleinen am strassenrand.)
mit den freunden waren wir für eine radtour verabredet, die sie uns nebst dazugehörigem restaurantbesuch zum letztjährigen ehejubiläum geschenkt hatten. ich genoss die situation des nur hinterherradelns und die landschaft geniessens. vom haus der freunde ging es übers meerbachtal auf die radtrasse entlang der ehemaligen eisenbahnstrecke in richtung schwäbisch gmünd, der folgten wir bis wäschenbeuren, dann gings erst richtung wäscherschloss und dann auf das kaisersträssle auf der höhe des schurwalds in richtung westen, über ober- und unterkirneck, vorbei an rattenharz...
immer mit sehr viel aussicht auf die drei kaiserberge staufen, rechberg und stuifen, auf die alb vom rosenstein bis zur teck auf der einen seite und auf die höhen des schwäbischen walds auf der anderen seite.
wir stiegen auf den reinhold maier aussichtsturm bei breech - oben vor allem viel wind, und noch mehr aussicht.
wir sassen zuerst sehr ruhig im gastgarten, in dem wir am nachmittag nach unserer kirchlichen trauung gefeiert hatten, später kamen auch andere gäste dazu. nach einem leckeren schwäbischen abendessen machten wir uns dann auf den rückweg, der unbeabsichtigt ein bisschen spannend wurde.
blick von kurz vor oberwälden in richtung alb, die sonne war schon untergegangen, und wir entdeckten, dass wir von dort die fahrgeschäfte am maientagsgelände sehen konnten.
und da die freunde ganz in der nähe des rummelplatzes wohnen, machten wir nach ende der radtour auch noch einen spaziergang übers festgelände.
viel los war nur im bierzelt, wo auf den tischen getanzt wurde und die luft zum schneiden war. bei den fahrgeschäften und buden ausserhalb war nicht so ein grosser andrang und allenthalben wurde auch schon zusammengeräumt. wir sassen dann noch gemütlich bei den freunden bei bier und wein und sicher besserer luft als im bierzelt.
am morgen frühstückten wir ausführlich auf der terrasse - dann machten wir uns auf den weg zu meiner mutter, die schon eine ganze liste von erledigungen für uns bereithielt. nichts aufwändiges, nur ein paar handgriffe für uns jeweils - für meine mutter halt manches nicht mehr alleine machbar, aber dafür freut sie sich sehr, wenn wir die sachen erledigen.
später werden wir noch gemeinsam essen gehen, auch das gehört zu einem besuch in der alten heimat.
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