Samstag, 6. Juni 2026

wmdedgt am 5. juni 2026

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

oh, wow, schon der fünfte heute. oder doch erst der fünfte? oder zumindest erst juni? 

ich beschäftige mich zur zeit dermassen viel mit der planung der kommenden wochen und monate, dass ich immer schon das gefühl habe, wir müssten schon viel weiter im jahr sein. regelmässig freue ich mich dann, dass immer noch eine ganze menge jahr übrig ist, denn momentan rennt die zeit. 

heute wäre eigentlich mein einziger arbeitsfreier tag in der woche gewesen, so ganz blieb es nicht dabei, aber lesen sie selbst. 

wie immer aufgestanden um kurz vor halb sieben, mehr oder weniger vom wort zum tage aus dem bett gemobt. frühstück machen für kai und mich, für mich gabs müesli mit aprikose. zuerst die liste für den tag geschrieben, danach startete ich gleich mit der haushaltsreinigung. 

eigentlich habe ich mich nach zuerst zwei wochen urlaub und dann viel arbeit ausserhalb des hauses schon fast über das herumkrusteln, aufräumen und putzen zuhause gefreut. nebenbei fiel mir dann wieder ein, dass am abend zuvor mein velo so komische geräusche gemacht hatte - ich überlegte mir verschiedene szenarien, wie ich die drei bis vier verschiedenen orte, an denen heute noch dinge zu erledigen und termine wahrzunehmen waren, mit dem halbkaputten velo verbinden konnte. variante eins: das wichtigste zuerst, dann zum velomech mit dem ding. variante zwei: einfach losradeln, wir haben ja noch vom letzten grossen urlaub her eine tcs-mitgliedschaft und die beinhaltet auch velo-pannenhilfe. es wurde dann szenario drei - weil ich nach beendigung der putzrunde mir das klappernde hinterrad noch einmal gründlich anschaute und zwar nichts fand, was das metallische und geschwindigkeitsabhängige klappern hätte erklären können, dafür aber einen seitlichen schlitz im pneu, aus dem der schlauch schon hervorzuquellen begann. also fuhr ich schön langsam zum veloladen und stellte mein halbkaputtes velo vor. mir wurde - wenn möglich - rasche abhilfe versprochen und ich ging zu fuss durch leichten nieselregen nach hause. 

dort dann zuerst telefongespräch mit meiner mutter, während ich mich dem falten von kranichen widmete (mein projekt: aus dem tagesabreisskalender jeden tag einen kranich falten. klappt so mittel, dazu waren wir jetzt auch noch fast zwei wochen weg, ich versuche aufzuholen). anschliessend kalkulierte ich den tag neu durch, glücklicherweise hatte kai sich schon am mittwoch um das auto gekümmert, das eine neue batterie gebraucht hatte. nach geschätzt drei wochen, in denen es nicht benutzt worden war, hat die 10 jahre alte batterie schlapp gemacht, hatten wir neulich schon mal, da ging es dann mit starthilfe und rumfahren, auf dauer ist das keine option: deshalb am mittwoch tcs und neue batterie. 

und so konnte ich dann nach frühem mittagessen und kleiner pause in den erledigungsmarathon des nachmittags per auto starten. naja, sagen wir es so: ich weiss schon, warum ich sonst für alle kleinen strecken hier rundherum das velo nehme, denn ich stand quasi zwischen jeder erledigung im stau. 
zuerst arzttermin, besprechung eines untersuchungsergebnisses, mit drei klaren botschaften: mehr calcium, mehr vitamin d und k, mehr eiweiss, mehr krafttraining. die beratung dazu allerdings so weit an meiner lebensrealität vorbei, dass ich gegen ende immer mehr schmunzeln musste, pouletbrüstli und eiweissshakes (weil nur pouletbrüstli sind zu teuer) werden für mich definitiv nicht die lösung sein. ich überlege noch, wie weiter - vielleicht eine seriöse ernährungsberatung? 

zweiter termin: dann doch arbeit. schnell im kulturzentrum vorbeigeschaut, eine spülmaschine laufen gelassen und die räume kontrolliert. die kollegin mit dem grösseren pensum ist krankgeschrieben, sonst hätte sie das nebenbei erledigt. bis die maschine aufgeheizt war, habe ich noch schnell mails beantwortet, dann ist das auch wieder bis montag erledigt. 

anschliessend hatte ich meine erste allein-trainings-stunde im sport-physio, mit dem am dienstag erstellten plan. mittlerweile war das wetter eher wieder sommerlich schwül und ich schwitzte ein bisschen an den geräten herum - ging fürs erste mal eigentlich ganz gut, bin mal gespannt, ob das muskelkater gibt. 

kurze einkaufsrunde, weil ich das auto eh schon im parkhaus des lebensmittelladens stehen hatte, mal umgeschaut, was es alles an eiweissreichen pflanzlichen sachen so gibt. proteinmüesli, erbsen- statt reiswaffeln, und dann noch dinge für mittagessen morgen eingekauft. 

und dann wars irgendwann einfach schon kurz vor vier und ich strich meine letzte station: eigentlich wäre ich noch gerne in die werkstatt gegangen und hätte an einem auftrag weitergearbeitet, ein bisschen um den vom tisch zu haben, ein bisschen, weil es spass gemacht hätte. aber eigentlich war ich durch und kai hatte mir auch bescheid gegeben, dass er auf der heimfahrt sei. und wie wir so am schreiben waren, kam dann auch die sms vom velomechaniker, dass das velo fertig sei - gerade noch rechtzeitig, dass kai seine einkaufsrunde umplanen und das velo mitbringen konnte. neuer pneu und ... verrostetes radlager, aber nur auf einer seite. hatte der velomech so auch noch nie gesehen, aber jetzt ist es repariert. ich bin so froh, denn ohne velo hätte ich übers wochenende zu fuss zur arbeit gehen müssen. (öv macht keinen sinn, denn wohnung und museum liegen nicht direkt an bushaltestellen, und den bus hätte ich nur für eine station benutzen können, und auto, also nee... mal ganz abgesehen von der parkplatzsituation.) 

mittlerweile war das wetter wieder ziemlich schön und warm, vor allem in der sonne und wir sassen einfach so auf der terrasse und erzählten uns gegenseitig unseren tag. meinen kennen sie ja schon, kai berichtete von ausgefallenen terminen, die durch gemeinsames kuchenessen ersetzt worden waren - hintergrund ist aber eine eher anstrengende gesamtsituation schon durch die ganze woche. ausserdem gab es neues zur kaputten pumpe am schwimmbad: der service ist überlastet, nächste woche hakt unser vermieter nach. doch, doch, ich bin immer noch optimistisch, dass wir in diesem sommer noch schwimmen werden. 

während wir so redeten, war mein blick auf das blöde steinbeet an der terrasse gefallen und eigentlich wars mir schon vorher klar: da muss was passieren. also schnitt ich, während kai zum abendessen risotto mit kalamari machte, den ausufernden winterjasmin und die rotblühenden pflanzen, deren name mir entfallen ist. jetzt sieht es ein bisschen kahl aus, die terrasse ist aber wieder durchgehend begehbar und das wächst eh schnell wieder nach. und die grünguttonne ist auch voll. es blieb auch noch zeit, um himbeeren einzusammeln. die sind winzig in diesem jahr, denen fehlte zum entscheidenden zeitpunkt im mai einfach das wasser. 

beim abendessen sassen wir gemütlich draussen, das risotto hatte lange genug zeit gehabt, um so richtig klebrig zu werden. wir fassten vage pläne für die ferien im herbst. und ich überredete kai dazu, die küche noch richtig aufzuräumen, weil ich morgen eh arbeite und er einen vollen plan hat mit marktbesuch und anschliessendem streichen des zimmers der ausgezogenen tochter. 

erst kurz vor neun starteten wir eine folge der serie, die wir gerade schauen - etty. die von arte verfilmte geschichte basiert auf den tagebüchern von etty hillesum, einer niederländischen jüdischen intellektuellen, die während der deutschen besatzug der niederlande entstanden sind. gedreht ist die geschichte im heutigen amsterdam, mit modernen strassenbahnen, fahrrädern, telefonen, die menschen agieren in kleidern, die man heute trägt. und in diese uns vertraute welt bricht immer mehr der terror der nazis ein. durch die bewusst nicht historisch korrekte ausstattung geht die geschichte zumindest uns um einiges näher - unbedingte empehlung, diese serie anzuschauen! 


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