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Montag, 17. April 2017

über ostern

über ostern gibt es bei uns fixe und weniger fixe termine. zu den fixen terminen gehört die karfreitagswanderung. ziel ist gerne ein kreuzweg (passend zur passion) und nicht zu weit weg. wenn uns nichts anderes einfällt, geht es auf den laubberg ( 2015, 2014, 2012, 2011), aber in diesem jahr nicht, denn auf der seite des jurapark aargau gibt es immer noch eine ganze menge wandervorschläge (noch mehr bei den themenwegen) unter anderem den martinsweg von wittnau aus. mit marienkappelle, kreuzweg, kraftort, brünneli und rundweg. passend für karfreitag also. 

 

fotomässig war die ausbeute nicht so gut, darum anstatt der mariengrotte die vergissmeinnicht rundherum. 


 und an stelle des kreuzwegs die gekreuzten halme.


ostersamstag gibt es traditionell eine menge zu tun: einkaufen, geschenke einpacken, nester basteln und füllen - dazu kamen heute noch ein paket aus deutschland abholen und eines beim lokalen grossverteiler und schwimmen.


ostersonntagsbrunch: vor und nach der osternestersuche. mittlerweile hatte sich das wetter ganz österlich eingeschwungen, es nieselte, regnete, nieselte.



bis zur osterkaffeetafel (innovativ mit osterhäuschen!) hatten die tochter und kai einen trickfilm fertiggestellt.


und danach gabs dann später noch irgendwann spargel, kräuterflädle und ein superfeines rinderfilet. und als dessert birnensorbet.
(und die erkenntnis, dass ostern sich nicht grossartig von weihnachten unterscheiden muss, wenn man den schwerpunkt auf gemeinsames essen legt, auch wenn das gezwungenermassen durch schlechtes wetter passiert!)

Samstag, 4. April 2015

karfreitagswanderung


 traditionelle karfreitagswanderung, mit ein bisschen anderen bildern für dieses jahr. die gleiche (eigentlich auch dieselbe wanderung wie im letzten jahr, vor zwei jahren, und  vor drei jahren.


 beim vergleich wird erst so recht sichtbar, wie unterschiedlich nicht nur der ostertermin, sondern auch die vegetation zu ostern sein kann. darum die gleiche, nie aber die selbe wanderung.


 immer zuerst die rast in der mariengrotte. mit kerzen entzünden, in diesem jahr waren die gedanken von uns allen bei einer person, die schon durch ihre beiden namen doppelt der maria nahestehen sollte.


 am ende des kreuzwegs, bevor man auf die hochfläche hinaustritt, empfing uns diffuser sonnenschein. die vegetation wirklich noch nicht weit, aber die rast an der kapellenmauer einigermassen windgeschützt.


(alle bilder vom grossen sohn.)

Dienstag, 3. März 2015

nachlese zur filzwelten-ausstellung in erlinsbach

gleichmal vorweg: ich bin leider völlig unfähig, meine eigenen sachen in einer ausstellung zu fotografieren. bilder von den sachen der anderen vier frauen zu machen: kein problem - aber an meinen objekten kann ich dann ja konsequent vorbeischauen. 

 
ein bisschen was hab ich dann doch noch gefunden: 


meine schals, dekoriert mit einem meiner lieblingsfilzobjekte. 


und ohne.


filzkissen mit den neuen "utensilo"-täschchen, speziell für kleine handarbeiten, für die man eine menge zubehör griffbereit braucht - zum beispiel fürs spinnen oder socken stricken oder sticken...


und der kreuzweg, der zum ersten mal passend zur fastenzeit ausgestellt war. 
darauf habe ich die meisten reaktionen vom publikum bekommen und auch die intensivsten. viele gute gespräche - nun bin ich gespannt, ob sich eine weitere ausstellungsgelegenheit für die vierzehn stationen ergibt. während der ausstellung ist mir dann aufgefallen, dass es vermutlich schön gewesen wäre, karten von den kreuzwegstationen zu haben und eventuell auch verkaufen zu können, oder die kleine dokumentation, die ich dazu geschrieben habe. hier im blog können sie alles zum kreuzweg unter dem schlagwort kreuzweg nachlesen. 

(einen kleinen einblick in die ganze ausstellung finden sie auf dem filzwelten-blog.) 



Samstag, 21. Februar 2015

ausstellung... nächste woche schon... in erlinsbach bei aarau!


während hier gerade noch einmal der winter einbricht, bereiten wir von den filzwelten uns auf unsere frühlingsfilzausstellung vor!
ich würde mich freuen, euch vom kommenden freitag 27.2. bis sonntag 1.3.2015 in kulturzentrum wgärtli in erlinsbach zu treffen. ich werde neben objekten,taschen,kissen und schals, grösstenteils geflochten und gefilzt, auch meinen kreuzweg zeigen.
am freitag und samstagnachmittag ist jeweils gelegenheit, mit sandra funk blumen zu filzen.
und während der ausstellung natürlich wieder zum kaffeetrinken, kuchenessen, zusammensitzen und schwatzen!

Freitag, 18. April 2014

kreuzwegstation vierzehn

der heilige leichnam jesu wird ins grab gelegt. 
(graue neuseelandwolle, engadiner fuchsschafwolle und merino-seiden-mischung)

das kreuz ist nur noch abwesendes da, es wird sichtbar in der abwesenheit von wollschichten.
anstattdessen gibt es verschiedene wollschichten ganz unterschiedlicher qualität - die braunen ecken aus grober wolle sind tatsächlich die abschnitte von einem kreuz, dazu kommt die weisse fläche aus seidenmerino, die weite teile des kreuzes fast verdeckt, selbst aber auch teilweise verdeckt wird.
das leiden ist vorbei, die prüfung ist überstanden. jesus wird ins grab gelegt. und dieses grab ist nicht etwa dunkel, erdig, schwer - es ist hell, leicht, fein. das konnte ich so gestalten, weil wir ja alle um den ausgang der geschichte wissen: das grab bleibt kein ewiges, jesus liegt am dritten tage nicht mehr im grab, er ist auferstanden.


auch in der kapelle im jonental wird bei diese, bild schon die hoffnung sichtbar - in der linken oberen ecke reisst der schwerdunkle himmel auf und licht und ein kleiner engel auf einer wolke werden sichtbar. 

zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Montag, 14. April 2014

kreuzwegstation dreizehn



jesus wird vom kreuz abgenommen und in den schoss seiner mutter gelegt.
(graue neuseelandwolle, weisser wolletamine)

die mutter muss zusehen wie ihr kind stirbt, miterleben wie der sohn verurteilt und gekreuzigt wird.
was bleibt noch für den toten zu tun? ihn vom kreuz abnehmen, in tücher zu wickeln und zu salben.

das kreuz ist jetzt nicht mehr als kreuz sichtbar, nur die gewickelten stoffstreifen bilden noch die kreuzform - das leiden ist vorbei und doch ist es ein schritt auf dem weg zu heil. 


zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Donnerstag, 10. April 2014

kreuzwegstation zwölf


jesus stirbt am kreuz.
(grau neuseelandwolle, merinowolle, merino-seiden-mischung)

mein gott, mein gott, warum hast du mich verlassen?


zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Montag, 7. April 2014

kreuzwegstation elf

jesus wird ans kreuz geschlagen. 
(graue neuseelandwolle, merinowolle, seiden-merino-mischung)

jesus wird nicht allein gekreuzigt, zwei räuber werden rechts und links von ihm ans kreuz geschlagen.

 einer der verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: bist du denn nicht der messias? dann hilf dir selbst und auch uns!der andere aber wies ihn zurecht und sagte: nicht einmal du fürchtest gott? dich hat doch das gleiche urteil getroffen. uns geschieht recht, wir erhalten den lohn für unsere taten; dieser aber hat nichts unrechtes getan. dann sagte er: jesus, denk an mich, wenn du in dein reich kommst. jesus antwortete ihm: amen, ich sage dir: heute noch wirst du mit mir im paradies sein.
Lukas 23, 39-43


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Freitag, 4. April 2014

kreuzwegstation zehn

jesus wird seiner kleider beraubt.
(graue neuseelandwolle, grober weisser baumwollstoff, merinowolle, münzen, silberfaden)

in allen evangelien ist die rede davon, dass die soldaten, die jesus seine kleider wegnehmen um diese kleider losen. genauer beschreibt johannes, dass die soldaten die kleider in vier teile teilen wollten, aber beim untergewand, das von oben bis unten durchgewebt war (und wohl eine besonderheit darstellte) scheuten sie dieses verfahren und losten darum. mir kam dabei der wirtschaftliche, also geldwerte vorteil in den sinn, den damals so ein zusätzliches kleidungsstück bedeutet haben muss.



im bild aus dem jonental kann man zusätzlich ein weiteres element der erzählung finden: die soldaten reichen jesus wein, der mit galle versetzt ist. (bei markus ist verwirrenderweise die rede von wein mit myrrhe?) aber jesus nimmt ihn nicht. 
 
zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Dienstag, 1. April 2014

kreuzwegstation neun


jesus fällt zum dritten mal unter dem kreuz. 
(graue neuseelandwolle, seiden-merino-mischung, steinschaf/lamm, steine)

auf den bildern im jonental steigert sich das fallen in die tiefe - verständlich ausgedrückt, jesus stürzt immer tiefer. auf meinem filzbild wird das kreuz immer dicker, stärker, schwerer. die steine hingegen verbergen sich hingegen hinter einer zunehmend dicken filzschicht.



zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Samstag, 29. März 2014

kreuzwegstation acht

jesus begegnet den weinenden frauen. 
(graue neuseelandwolle, merino-seiden-mischung, glas, zwirnsfaden.)

der text zu dieser kreuzwegstation, der bei lukas 23, 28-31 zu finden ist, verwirrt mich komplett:  
Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?
anstatt des heils eine düstere prophezeiung - und welche zeit spricht hier jesus an? ist sie schon vergangen oder steht sie uns erst noch bevor? für mich geht es hier im die einbindung in die geschichte, in die geschichte der menschen, nicht um heilsgeschichte. an kriege, völkermord, vertreibung lassen mich diese worte denken, an die greueltaten der jüngeren vergangenheit. wie soll das in den kreuzweg mit eingehen? tatsächlich finde ich beim herumsuchen in meinen fundstücken etwas passendes: vor mehr als zehn jahren machten wir im nordwesten tschechiens einen langen sommerurlaub und streiften dabei auch viel durch die wälder, an flüssen entlang und durch kleine und grössere städte. im wald fanden wir die hinterlassenschaften einer alten glashütte und gruben eine ganze menge reste von einem glasmacherofen aus. die schönsten, aber auch die bizarrsten teile nahmen wir mit. fast alle dieser fundstücke haben aber etwas fliessendes, das abrupt abgestoppt wurde durch das erkalten.
aus welcher zeit diese überreste stammen weiss ich nicht - durch die familie meines mannes ist für mich aber gerade diese weltgegend mit einer menge an geschichte verbunden, auch und gerade mit der jüngeren vergangenheit.


im jonental bleiben die weinenden frauen im dunkeln, in der düsternis, angesichts der prophezeiung kein wunder.

zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg.  

Donnerstag, 27. März 2014

meine arbeit am kreuzweg

heute habe ich das letzte bild des bilderzyklus "kreuzweg" abschliessen können. zumindest was die filz- und nadelarbeit angeht, natürlich werde ich weiterhin bis ostern (oder genauer bis zum gründonnerstag) hier die einzelnen kreuzwegstationen zeigen und so weit ich etwas dazu sagen kann, auch ein paar erläuterungen geben. 
 

manche, die hier liest, mag sich vielleicht gefragt haben, wie man sich ausgerechnet mit diesem thema auseinander setzen, sich damit filzend beschäftigen kann. ich denke mir das, weil sich der kreuzweg teilweise als so eine art "quotenkiller" im blog erwiesen hat, vor allem hinsichtlich der kommentare (so wenige wollten sich noch kaum einmal zu etwas gefilztem hier im blog äussern). 


für mich hat die auseinandersetzung mit dem kreuzweg zwei dimensionen - zum einen die religiöse, zum anderen aber auch eine kunsthistorische. und ganz klar kann ich die beiden nicht trennen. wie komme ich denn nun aber auf den kreuzweg? zum einen gibt es in unserer familie so eine art tradition immer wieder kreuzwege (also die, die sich oft vom dorf/ort/stadt zu einer kappelle hochziehen) zu begehen, gerne auch tatsächlich am karfreitag, der ja der "richtige" tag für so etwas ist. oftmals finden dann auch kreuzwegprozessionen statt, aber an so einer haben wir noch nie teilgenommen. schon mit meinen grosseltern und eltern sind wir ab und zu (allerdings eher wohl nicht am karfreitag, denn dann ist dort wirklich prozession) auf den salvatorberg in schwäbisch gmünd gestiegen (oder gepilgert). mit meinem mann und mit den kindern habe ich dann begonnen, immer wieder neue kreuzwege zu entdecken - und selbstverständlich fängt man dann an zu vergleichen: welche bilder sagen mir etwas, welche finde ich langweilig oder nichtssagend, welche stossen mich sogar eher ab? 
wichtig für uns - vor allem auch mit den kindern - war immer: das leiden jesu gehört zur zentralen botschaft des christentums: erst durch das leiden und sterben kann jesus auferstehen und so für uns auf dem weg des heils vorangehen.  ob das theologisch korrekt formuliert ist, kann ich nicht beurteilen, aber so habe ich es verstanden. dabei ist das "auf den berg steigen" durchaus hilfreich: einer der von uns häufiger begangenen kreuzwege liegt zwischen gansingen und hottwil, man muss da zuerst mal ein ganzes stück den berg hochlaufen um an den startpunkt zu kommen, den eine kleine mariengrotte bildet. danach geht es steil den berg hinauf, begleitet von eher kargen kreuzwegstationen aus stein. oben angekommen, so ungefähr bei station 13, tritt man aus dem wald auf eine im idealfall besonnte wiese, auf der eine kleine kapelle mit der 14. station steht. hier gibt es dann auf der karfreitagswanderung ein schönes picknick. gerade als die kinder noch kleiner waren denke ich, wurde so die ostergeschichte ein wenig erfahrbarer gemacht.


 und ich habe im laufe der zeit eine ganze menge verschiedene kreuzwegsdarstellungen kennen gelernt. im letzten jahr zum beispiel war wir im museum um kreuzwegsbilder anzuschauen. klar ist, die verschiedenen epochen hatten ganz unterschiedlichen zugang zur leidensgeschichte. bis der uns vertraute kreuzweg sich um 1600 herausbildete gab es viele formen der erinnerung an das leiden christi. früher wurde mehr erzählt, seit dem vergangenen jahrhundert setzte sich eine eher abstrakte auseinandersetzung mit dem thema durch, die heute aber an vielen orten schon wieder zurückgenommen wird.


das thema kreuzweg habe ich nicht bewusst gesucht - es kam mit aber sehr entgegen, weil ich gerne einmal seriell arbeiten wollte. den rahmen bildet das format und die "grundwolle" - graue neuseelandwolle. ich habe die gelegenheit genutzt und mir vertraute techniken wie das arbeiten mit schichten oder auch das flechten oder weben an vielen stellen angewandt, ich bin aber auch mal über meinen schatten gesprungen und habe sachen ausprobiert (oder wieder einmal angewandt) die ich nicht so oft/gerne mache: stoff einfilzen (liebe ruth, wenn du das liest: ich und die pongé-seide sind immer noch keine freunde!) oder sticken zum beispiel. spannend fand ich es fremdkörper einzufügen, auch das mit verschiedenen techniken. manche bilder erzählen eher eine geschichte, auch geschichten, die ich mir beim machen ausgedacht habe, wie die von der veronika, andere transportieren eher eine stimmung, ein gefühl.
nun, da der kreuzweg fertig ist, bin ich auch ein stückchen froh und erleichtert, wie man das ja sein darf, wenn das leiden endlich ein ende gefunden hat. zeit für die osterfreude ist es noch nicht, aber halbzeit in der fastenzeit, am sonntag markiert der sonntag laetare die mitte. wenn sie lust haben, begleiten sie mich doch noch die restlichen wochen auf dem weg zur auferstehung, zum osterjubel. alle bisherigen kreuzwegstationen finden sie unter dem tag kreuzweg.

Mittwoch, 26. März 2014

kreuzwegstation sieben


jesus fällt zum zweiten mal unter dem kreuz. 
(graue neuseelandwolle, steinschaf/lamm, merino-seiden-mischung, mehr steine.)

die steine sind nicht mehr freigelegt, die wollschicht darüber ist dicker, trotzdem sieht man sie noch gut. auch das kreuz ist aus einer dickeren wollschicht. 


zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Sonntag, 23. März 2014

kreuzwegstation sechs


veronika reicht jesus das schweisstuch. 
(graue neuseelandwolle, schwarze merino-seiden-mischung, pongé-seide, verschiedene näh- und stickgarne.)

auch wieder so eine station an der sich das bild nahezu aufdrängt, veronika, über die ich nicht viel mehr in erfahrung bringen konnte, als dass ihr name aus dem makedonische kommt und "die siegbringerin" heisst, reicht jesus ein tuch, mit dem er sich den schweiss abwischen kann. der legende nach bleibt das gesicht jesu in diesem tuch abgebildet,dieses schweisstuch der veronika wird bis heute, obwohl es mehrere ausgaben davon gibt, als reliquie verehrt.

obwohl das tuch in fast allen bildlichen darstellungen weiss ist, drängte sich mir für die farbgestaltung zunächst ein zartes blauviolett auf. nach einigem überlegen kam ich dann auch auf die verbindung: der früh im jahr blühende gamander-ehrenpreis trägt auch den lateinischen namen veronika. und weil mich diese farbe so verfolgt hatte, landete zum schluss auch noch der ehrenpreis auf dem tuch der veronika: ich stelle mir vor, dass sie es bestickt hat, sie ist noch nicht ganz fertig mit ihrer arbeit, ein saum fehlt noch, auch ist es noch nicht rundherum mit den blütenranken verziert. trotzdem reicht sie es nun dem leidenen jesus auf seinem weg. auch hier tritt wieder das kreuz und damit das leiden hinter die begegnung zurück. die beziehung in die jesus zu veronika eintritt durch ihr mitleiden, ihre mitfühlende geste steht hier im vordergrund.




der vollständigkeit halber die abbildung aus dem jonental: veronika und jesus blicken sich an, sie bietet ihm das tuch an.

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Mittwoch, 19. März 2014

kreuzwegstation fünf


simon von cyrene hilft jesus das kreuz zu tragen.

(graue neuseelandwolle, hellbraune merino, steinschaf/lamm, merino-seide-gemisch.)

simon von cyrene, wahrscheinlich ein einfacher bauer, wird von den soldaten gezwungen, jesus das kreuz tragen zu helfen. vielleicht gingen sie durch felder... sicher ist das kreuz dadurch zeitweise ein wenig leicher geworden, physisch zumindest, vielleicht wog es aber auch noch schwerer, denn wozu soll da auch noch ein völlig unbeteiligter in die sache mithineingezogen werden? 


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Montag, 17. März 2014

kreuzwegstation vier

jesus begegnet seiner mutter maria. 

(graue neuseelandwolle,steinschaf/lamm, garn aus leinen/wolle, teilweise handgesponnen.)

alles leiden, aller schmerz tritt hinter diese begegnung zurück. im vordergrund steht die beziehung zur mutter, steht die mutter selbst, im traditionellen blau der marienmäntel. und ist doch ganz tief verankert in das leiden jesu. eine strahlende, leuchtende gestalt, die viel zuversicht einflössen kann. 


merkwürdig wieder die darstellung aus der wallfahrtskapelle in jonen: im vordergrund fällt mir zunächst der soldat auf, der jesus zu schlagen scheint. jesus und seine mutter hingegen sind irgendwie unverbunden, jesus blickt nicht auf, hat er maria überhaupt wahrgenommen? aber auch maria wirkt seltsam unbeteiligt - sie steht halb abgewandt, hat gerade einmal den kopf so weit gedreht, dass sie jesus aus dem augenwinkel sehen kann. was trägt sie in der hand? wird sie sich gleich wieder abwenden und weglaufen - wie das ihre füsse schon vorwegnehmen?

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Freitag, 14. März 2014

kreuzwegstation drei


jesus fällt zum ersten mal unter dem kreuz. 
(graue neuseelandwolle, atelierwolle vetsch, steinschaf/lamm, steine und keramikscherben.)

eine kreuzwegstation ohne text, ohne direkten bezug zur bibel. aber menschlich nachvollziehbar: ein schweres holzkreuz auf den schultern, ein steiniger weg, die verurteilung, die erniedrigung durch die soldaten sind gerade erst vorbei, wen würden da nicht die kräfte verlassen, wer würde da nicht ins straucheln kommen?


und jetzt ändert sich auch die szenerie auf dem bild vom kreuzweg im jonental: die soldaten werden ungemütlich, jesus liegt am boden, aber wird zum aufstehen, zum weitergehen gezwungen.

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Mittwoch, 12. März 2014

kreuzwegstation zwei


jesus nimmt das kreuz auf seine schultern. 
(dunkelgraue neuseelandwolle, rote merinowolle, engadiner fuchswolle, draht)

noch bevor der eigentliche weg mit dem kreuz beginnt, wird jesus von einer kohorte römischer soldaten erniedrigt. seiner kleider beraubt wird ihm ein purpurroter mantel umgelegt und eine krone aus dornen 
aufgesetzt - und dann wird er als könig der juden verspottet. aber damit nicht genug, danach wird er angespuckt und geschlagen. 

diese szene lässt mich zunächst ein wenig ratlos zurück. die soldaten demonstrieren ihre macht über den verurteilten. und was weiter? beim querlesen und weiterlesen wird es mir deutlich: nichts weiter. jesus wehrt sich nicht, er stellt nichts richtig, er verteidigt sich nicht, er lässt einfach geschehen. er vertraut voll und ganz auf Gott, verlässt sich auf ihn, der ihn erretten wird. 

so deutlich und plakativ die zuschaustellung der macht ist, das kreuz weist doch über sie hinaus. 


der kreuzweg in jonen scheint eine ganz andere szene darzustellen - hier ist nichts von spott und entwürdigung zu sehen und zu spüren, beinahe fürsorglich laden die soldaten das kreuz auf jesu rücken. warum der maler wohl gerade diese darstellung gewählt hat?

zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg.