was wir im garten suchen, ist die gegenwelt. der schönste ort auf erden. ein zaun gehört drum, allenfalls ein türchen ist erlaubt. dieser ort kann überall sein. manchmal ist er nur im kopf.
die reise von prag nach hause verlief einigermassen ereignislos - ein bisschen verspätung hier, ein bisschen unbequemes warten da und am ende waren wir halt doch eine gute stunde länger als geplant unterwegs aber immerhin noch kurz vor zehn zuhause.
ja ja, sie lesen schon richtig: von prag nach münchen und umgekehrt reist man mit dem regionalexpress. wie teilten uns ein abteil mit einer familie mit zwei kindern. reisen in zugabteilen kommt mir mittlerweile so retro vor und erinnert mich vor allem an die reisen in den späten achtzigern und frühen neunzigern nach italien oder an die buchhandelsschule nach frankfurt. weiter nach zürich ging es dann in einem schweizer grossraumabteil - aber im mit abstand am dreckigsten zug, den ich jemals unter der obhut der sbb habe fahren sehen. da wir in münchen direkt am gleis gewartet hatten (wo auch sonst?), hatten wir auch mitbekommen, woran das liegen wird: obwohl der zug eine lange pause in münchen einlegt, war nirgends etwas von reinigung oder wenigstens müllkübel leeren zu sehen.
am sonntagmorgen stellte ich als erstes die wasserzufuhr für das bädle an - während unserer abwesenheit hatte es nicht mehr geregnet und es fehlten für eine inbetriebnahme noch gut 15 zentimeter wasser, das entspricht etwa 4 kubikmeter. das können wir guten gewissens aus der trinkwasserleitung hinzufügen. dank im kühlschrank deponierter einkäufe seitens der tochter konnten wir gemütlich im garten frühstücken und den fortschritt der vegetation inspizieren - tatsächlich waren noch nicht alle rosen verblüht, sogar die rosa multiflora am untern sitzplatz blühte noch so gerade.
trotz guter pflege durch die kinder war natürlich einiges im garten zu tun, hatten wir ja durch die mehr oder weniger die erste hälfte des mais dauernden eisheiligen nicht einmal die aussensitzplätze so richtig in betrieb genommen, also hiess es erst mal saubermachen, teppich auf die veranda, den spitzen der grünen hölle gelassen aber mit bestimmtheit begegnen. und dann lief etwas grundlegend schief bei der inbetriebnahme des mittlerweile ausreichend gefüllten bädle - die pumpe lieg heiss und stellte ihren dienst ein.
die wartezeit auf ihr abkühlen verbrachten wir mit der spontan von aprikosenkuchen angelockten tochter, die später wieder zum kleiderschrankaufbauen verschwand. ein zweiter versuch in sachen bädle blieb ergebnislos, die pumpe lief zwar wieder, förderte aber kein wasser mehr - wir fuhrwerkten eine gute stunde herum, aber am ende liess sich nichts machen, wir werden eine fachperson brauchen um das problem zu lösen.
kein guter start in eine volle woche.
montagvormittag verbrachte ich im kulturzentrum - die neue kollegin ist noch da, das muss man ihr sehr hoch anrechnen. und sie packt sehr praktisch dinge an, die mir auch schon lange auf dem magen liegen, zum beispiel haben wir nun die vielen kleinen kässeli, die überall herumstanden, konsolidiert zu einer vernünftigen handkasse. zum arbeiten kam ich nebenbei auch - all zu viel war aber während meiner abwesenheit eh nicht los gewesen.
am montagnachmittag brachte ich turnusgemäss den haushalt noch ein bisschen aufs laufende, dann verschwand ich für eine erste schwimmrunde ins freibad. das hatte zwar auch schon vor unseren ferien offen, aber da waren ja gerade die eisheiligen. das schwimmen war schön und ich las anschliessend noch ein bisschen in der sonne, bevor ich zum abendessen nach hause radelte.
der dienstag startete mit dem kennenlernen einer neuen tschechischlehrerin, meine byvala ucitelka macht sommerpause und so habe ich während der pragreise einen ersatz für sie gesucht, zumindest mal für zweieinhalb monate, vielleicht aber auch für länger. ich scheine mich beim interview gar nicht so schlecht geschlagen zu haben, meine eigene einschätzung von irgendwas mit a2 wurde mir bestätigt. grundsätzlich finde ich die neue lehrperson sympathisch - was ich nicht so mochte: sie erklärt auf englisch, dadurch fühlt sich der teil, in dem ich tschechisch sprechen soll, mehr nach unterricht an - da meine frühere lehrerin immer ausschliesslich tschechisch mit mir gesprochen hat, fühlte sich das eher nach echtem gespräch an.
danach musste ich schnell los zur physiotherapie - heute eine stunde einführung an den geräten, die ich dann in den kommenden zweieinhalb wochen zum selbständigen weiterüben benutzen soll.
danach war ich erstmal durch, fuhr nach hause und plante die kommenden wochen in sachen tschechischunterricht (ich musste mein guthaben bei preply zur neuen lehrperson migrieren, was einerseits gut funktioniert hat, andererseits aber wegen meines kleinen pensums an lerneinheiten dann doch ein bisschen aufwändig war) und physioeinheiten. dann war auch schon zeit für ein frühes mittagessen, denn am nachmittag ging es weiter mit einer aufsichtsschicht in der villa langmatt. und weil es am tag vorher im schwimmbad so schön gewesen war, ging ich anschliessend auch noch schwimmen.
in einem vollständig leeren schwimmbad - es hatte am nachmittag ein gewitter gegeben und war immer noch grau bewölkt mit einzelnen regentropfen. ich schwamm dann auch nur 1000 meter, danach war mir kalt genug. zuhause gab es schwäbische pizza aus resten, nachdem auch kai nach einem langen arbeitstag eingetroffen war.
mittwochvormittag war dann regulärer arbeitstag im kulturzentrum - ich musste wieder streng drauf achten, mich nicht nur rechtzeitig zu verabschieden, sondern auch vorher noch zu mittag zu essen, bevor ich zu meiner nachmittagsschicht ins museum weiterzog.
für den mittwoch hatte ich den kochdienst übernommen, war aber vom ergebnis nicht überzeugt. ich hatte mich an einer mir sinnreich erscheinenden zubereitungsart versucht, bei der alle zutaten, inklusive nudeln roh in eine auflaufform geschichtet, mit reichlich flüssigkeit übergossen und dann sich selbst im backofen überlassen werden. naja, vielleicht lag es auch an den linsennudeln, die eh immer so matschig werden, dass das ergebnis zwar sehr sättigend, aber geschmacklich eher grenzwertig pappig war.
donnerstagmorgen schaffte ich es dann endlich mal in die werkstatt - zwei sitzfilze der bestellung sind fertig, die kollegin meldete sich krank, ich sah aber keine möglichkeit, meinen tag noch umzuplanen, da ich am nachmittag schon wieder im museum war. am abend kam kai spät, ich nutzte die gelegenheit und machte zwei überstunden, die hoffentlich dazu beitragen, dass das programm für den herbst im kulturzentrum bis ende juni komplett steht und in papierform gebracht werden kann.
den freitag konnten sie schon ausführlich nachlesen - es wäre mein freier tag gewesen, aus verschiedenen gründen war der dann allerdings nicht ganz so entspannt.
dass ich auch am wochenende für jeweils lange schichten im museum eingeteilt worden bin, führe ich auf meine vorherige zweiwöchige abwesenheit zurück und ein bisschen auf den plan, dass ich dann hier komplett ankommen kann. jedenfalls frühstückte ich mit kai gegen acht am samstagmorgen, dann brach er alleine für den marktbesuch und einkaufen in deutschland auf und ich hatte noch ein bisschen zeit zum herumwursteln. die nutzte ich dann endlich mal zu einer runde mit dem fotoapparat durch den garten.
die rosen blühen! hier am haus die kletterrose und im vorgarten eine ungefüllte eher rote multiflora, die ein geschenk meines patenonkels ist.
die wird ganz begeistert von bienen und hummeln umschwirrt, allerdings waren sie etwas kamerascheu.
noch eine vorgartenrose, die sehr fein duftet.
selbst die fehlkonstruktionsrose blüht in diesem jahr einigermassen schön: irgendjemand hat ihr so viele und dichte rosenblätter angezüchtet, dass die blüten nie richtig aufgehen, sich beim kleinsten regen voll wasser saugen und dann herabhängen und vor sich hin gammeln. was ein quatsch!
nochmal das rosenspalier oberhalb der garage.
die rosen dominieren, aber es hat auch giersch.
und ich habe ein paar blaubeeren entdeckt.
so sieht der untere sitzplatz jetzt nach abblühen der weissen multiflorarose aus.
danach liess ich den garten garten sein und machte mich auf den weg ins museum, zu meiner ersten sieben-stunden-aufsichts-schicht. die woche über waren nachmittags jeweils viele besucher gleich zu anfang der öffnungszeit in die räume gekommen - am samstag startete der tag eher verhalten. der park war gut besucht, auch das verandacafé war gut besetzt, ich selbst war die erste stunde nach öffnung auch noch vor allem im park unterwegs zum aufstellen der liegestühle, reinigen der parkbänke und blumengiessen. dadurch ging der vormittag und die ersten drei stunden eigentlich sehr schnell rum - irgendwann nach ein uhr hatte ich eine halbe stunde pause, dann noch mal aufsicht an verschiedenen plätzen, vor allem viel im oberen geschoss, von wo ich immer wieder einen blick auf menschen in liegestühlen auf der wiese werfen konnte. als um fünf die letzten besucher gegangen waren, war ich dann aber doch froh.
noch vor halb sechs zu hause wartete da noch ein bisschen arbeit (wäschaufhängen und brotbacken) und ein frisch gestrichenes ehemaliges tochterzimmer auf mich - kai hatte ganze arbeit geleistet und so können wir dann bald mit umräumen weitermachen.
zum abendessen grillten wir feines stück vom weidesäuli, dazu gab es kartoffelgratin aus dringend zu verbrauchenden kartoffeln und salat - bis wir fertiggegessen und -geschwätzt hatten, war es fast halb zehn und draussen schon ein bisschen frisch - gut so, wir sahen die serie zu ende, bedrückend, aber soo, soo gut umgesetzt und eine wahre heldengeschichte.
am sonntag dann noch mal eine lange schicht im museum. nur konnten wir heute gemeinsam gemütlich frühstücken, bevor ich wieder um zehn uhr los musste. und weil ich gerade nach dem museum und meiner arbeit dort gefragt wurde: ich bin seit dem vergangenen monat eine der museumsaufsichten in der villa langmatt, in der eine der bedeutendsten privaten sammlungen impressionistischer kunst in einer jugendstilvilla mit umgebendem park gezeigt wird. das museum und der park waren die letzten drei jahre geschlossen und wurden grundlegend saniert und umgebaut, wobei vor allem das wohnhaus möglichst originalgetreu erhalten wurde. seit anfang mai ist das haus wieder geöffnet und wird rege besucht und gelobt. neben der aufsicht in den räumen gehört auch ein bisschen ordnung halten, das auffüllen des verandacafés, in dem sich besuchende selbst bedienen können und verschiedene reinigungsarbeiten zu meiner arbeit.
heute hatte ich aufsicht im esszimmer der familie brown, dann mittagspause, dann aufsicht im oberen stock und am ende noch in der galerie, in der momentan die impressionistischen gemälde hängen, die vorher auf tour in verschiedene europäische museen waren. ausserdem habe ich viel geschirr weggeräumt und wieder aufgefüllt.
das war der blick, den ich während meiner ersten pause heute hatte.
und hier habe ich kaffeepause am nachmittag gemacht.
was war sonst noch diese woche? ich warte immer noch auf mein bestelltes fairphone - das smartphone mit der kaputten scheibe tut zwar noch, aber spass macht es keinen mehr, und da ich eh schon über eine neuanschaffung nachdachte, kommt die jetzt halt vielleicht ein bisschen früher. oder später... derweil muss ich kais witze darüber aushalten, dass sich die lieferung sicher verzögert, weil das gerät von china in die schweiz gesegelt werden musst... oder die letzte meile mit dem cargovelo reist...
in sachen pumpe für das schwimmbad warten wir auch noch - der service ist überlastet... ja, vermutlich ist halt auch gerade ein bisschen saison. und wir werden auch noch gleich eine neue umrandung für das schwimmbad bekommen, es waren menschen da, um sich die sache anzuschauen, wir sind gespannt, was es geben wird, wieder holz? oder doch platten? wir werden sehen. gerne bald.
schon in der zweiten arbeitswoche sind die ferien ganz weit weg - ausser ich darf noch einmal jemanden davon erzählen, dazu war diese woche noch zwei mal gelegenheit, beide male eher gegen wochenende.
ich habe mal kurz nachgezählt: ich bin diese woche tatsächlich sieben mal ins kulturzentrum gefahren - neben dem arbeitsvormittag noch mindestens jeden tag einmal, um entweder eine vermietung vorzubereiten oder die rückgabe des raums zu kontrollieren oder beides. damit dürfte das die zerfledderste arbeitswoche gewesen sein, die ich im zurückliegenden jahr gehabt habe - dafür bin ich dann am mittwoch auch noch gefragt worden, wo meine überstunden so herkommen...
trotzdem war ich auch noch viel in der werkstatt: am montag fand der zweite sitzfellchen-kurs statt, diesmal mit drei teilnehmerinnen. ansonsten arbeitete ich an einem auftrag für mich selbst (hört sich ein bisschen komisch an, ich kann jetzt aber nicht mehr dazu sagen) und an den käfern, die jetzt nur noch beine und augen bekommen müssen. die offene werkstatt am freitag wurde durch arbeit fürs kulturzentrum zerschossen - für einmal war es mir nicht möglich, mich da abzugrenzen, es musste etwas abgeholt werden, was wir für einen anlass ausleihen und ich wollte der geberin nicht durch komplizierte terminplanung die zeit stehlen, also kürzte ich meine werkstattzeit ab.
auch in dieser zweiten woche habe ich es viermal geschafft, die 3.1.km waldstrecke zu gehen - wieder von montag bis donnerstag und ich merke, dass ich etwas schneller geworden bin. in der kommenden woche wird es da eine unterbrechung geben, ich bin gespannt, wie es danach weitergeht.
gefühlt war nicht für sehr viel mehr platz, aber es gab vorkommnisse: am dienstag sagte meine tschechisch-lehrerin sehr spontan meine lektion ab, sie hatte probleme mit ihrem computer. also dann halt tschechisch am mittwoch, dafür war ich dann ein bisschen später im kulturzentrum. andererseits bekam ich fast ebenso spontan einen termin zum winterreifen-montieren, wäre das also auch erledigt.
am mittwochabend hatten wir karten für ein weiteres konzert im kulturhaus royal, diesmal traten isolation berlin auf.
schönes konzert, wir hatten bei einigen etwas wilderen liedern viel spass, die balladigeren fand ich teilweise arg emotional um sich selbst in düsternis kreisend, aber hei, das hat man ja gewusst. was mich gestört hat: der leadsänger (ich weigere mich jetzt, seinen namen zu recherchieren) hat es nicht geschafft, seine bandkollegen vorzustellen. was sind denn das für sitten? macht man das so in berlin?
donnerstag war der einzige tag ohne ausflug ins kulturzentrum, dafür habe ich die tomaten vollends abgebaut und die fenster im wohnzimmer geputzt, und danach ging es mit volldampf in ein wochenende mit besuch und einem vollen buchungskalender in der arbeit.
am freitagabend kamen studienfreunde von mir bei uns an, kai hatte zwiebelkuchen vorbereitet, ich als dessert für vermicelles eingekauft und wie das halt so ist mit alten freunden, die man lange nicht gesehen hat, sassen wir lange, lange und hatten uns einiges zu erzählen. auch eben ausführlich von unseren ferien in mähren, dafür erfuhren wir viel über ihre kürzliche reise nach andalusien. der studienkollege, der mit mir geschichte studiert hat, hat beruflich viel mit indien zu tun, aber auch mit anderen fernen ländern, und es ist überaus spannend, ihm zuzuhören.
am samstagmorgen hatten wir ein bisschen mühe, die beiden vielreisenden gästen von einem unbekannten kleinod im kanton aargau zu überzeugen, aber am ende waren sie ganz begeistert von unserem besuch in bruno webers weinrebenpark. (wir waren schon öfter dort, ich habe zwei eintragungen im blog dazu gefunden.)
schon am einfang wurden wir von der grinsenden schlangenkatze begrüsst.
ausserdem war schönstes herbstsonnenwetter, so richtig goldener oktober, in dem die fabelwesen und die formenwelt von bruno weder so richtig zur geltung kam.
irgendwie waren wir wohl schon lange nicht mehr dort gewesen: im gegensatz zu unseren vorigen besuchen, bei denen immer irgendwo noch gebaut wurde, wirkte heuer das ganze gelände ungeheuer aufgeräumt und fertig.
auf den schlangen, die das wasser als brücken überspannen, darf man inzwischen nicht mehr herumklettern - unsere kinder durften das noch..
ein paar gussformen für die betonfiguren und diesen witzigen frosch entdeckten wir am wohnhaus, in dem heute noch die frau des künstlers lebt.
auch das erdgeschoss des wohnhauses kann man teilweise anschauen.
und immer wieder entdeckten wir neue details.
auch noch beim zweiten gang durch den wald, bei dem das licht immer schräger durch die blätter schien.
nur noch ein bisschen sonne auf der obersten spitze des turms - zeit, um so langsam wieder zum auto zurückzugehen. zuhause gab es zuerst einen kleine apero, dann schnitzel mit pommes und salat (traditionsgericht mit den freunden) und wieder einen langen abend voll mit guten gesprächen.
... die wir am sonntagmorgen beim frühstück fortsetzten. (nachdem ich, wie bereits am samstagmorgen, einen zwischenstopp im kulturzentrum absolviert hatte) diesmal befanden wir uns in der luxuriösen situation, dass wir ja am vortag ja schon genau richtig mit unserem vorschlag gelegen hatten und auch der kleine ausflug auf die lenzburg, traf den geschmack. das städtchen ist aber auch einfach sehr nett und auch das schloss hat sich in den letzten jahren sehr herausgeputzt. zudem trafen wir auf die museumsfreiwilligen, bei der eine bekannte von mir engagiert ist, bei allerlei textilem wirken an.
barockgarten und nutzpflanzen.
blick vom schloss aufs städtli.
eine von vielen gründerzeitvillen um das mittelalterliche städtchen.
nun sind unsere besucher abgereist, ich nutze ein bisschen zeit zum bloggen, später wird es flammkuchen geben und eine weitere fahrt ins kulturzentrum - ich bin gespannt, ob ich die mieterin von morgen davon überzeugen kann, dass unser beamer funktioniert und ihr mit mässigem aufwand zeigen kann, wie sie ihr laptop mit dem beamer verbinden kann. ausserdem auch noch, ob das putzen, das schon am samstagvormittag stattfinden hätte sollen, jetzt nachgeholt wurde. glücklicherweise sind nicht alle wochenenden wie dieses - natürlich nur arbeitstechnisch gemeint, ansonsten war es wirklich schön, endlich mal wieder alte freunde zu besuch zu haben!
früh zogen wir los am dienstag nach ostern, früher als unsere gebuchte verbindung, weil 8 minuten zum umsteigen am hb zürich, das geht, wenn man mal kurz nach chur möchte, wo es reichlich andere verbindungen gibt, aber nicht, wenn man noch den ganzen tag reisen und keinen zug verpassen möchte. also frühstückten wir gleich mal am hauptbahnhof, wo es sich als erstaunlich schwierig erwies, einen kaffee mit sitzplatz zu finden.
viertel vor acht ging es dann los in richtung münchen. in einem sehr, sehr vollen eurocity und mit wenig beinfreiheit. die familie gegenüber von uns hatte, sagenwirmal, reichlich reiseproviant dabei. und ich bin auch schon mal bequemer und produktiver gereist. glücklicherweise hatte ich mir keine restlichen mails oder ähnliches für den zug vorgenommen.
in münchen kamen wir mit der üblichen moderaten verspätung von knapp zwanzig minuten an, was nicht auf den anschlusszug nach budapest gereicht hätte, aber wir hatten diesmal reichlich zeit, die man allerdings im münchner hauptbahnhof auch nicht so recht verbringen kann. da unser zug nach prag schon da war, besetzten wir frühestmöglich sitzplätze in einem der bereitgestellten drei regionalbahnwagen. keine ahnung, ob es nicht auch eine bessere art gibt, nach prag zu reisen. jedenfalls sahen wir viel landschaft, wechselten reichlich die fahrtrichtung, erlebten die unterschiedlichsten mitfahrenden und kamen tatsächlich pünktlich um 18.22 uhr am hlavní nadraží in prag an. internet unterwegs nicht nennenswert und erste klasse gab es auch nicht, aber die hatte mich auch schon bis münchen nicht überzeugt.
zu fuss zum appartement, zügiges einchecken, da, wo wir wohnen kann es keine enttäuschungen geben, oder naja, doch ein bisschen, auch im fünften stock sieht man hintenraus halt nur die technischen aufbauten auf den dächern. aber vorneraus wäre auch nichts gewesen, der wenzelsplatz wird nämlich gerade grossflächig umgebaut. wir geniessen also vor allem die zentrale lage. gleich mal bei einem spaziergang um den wenzelsplatz - der war auch schon glamouröser, jetzt vor allem ein grosses baustellenloch. zum abendessen gingen wir praktischerweise gleich mal in das vom hotel empfohlene tschechische restaurant husinec- und assen gulasch mit knödel und ente mit blaukraut im kartoffelpfannkuchen, dazu gab es ein tschechisches bier. pappsatt (auch wir hatten reichlich proviant dabei gehabt, auf dessen aufessen kai auf der reise bestanden hatte) fielen wir ins bett.
***
fürs frühstück am mittwoch (puuh, schon mittwoch, wer startet denn ferien so, dass man gleich am ersten tag den eindruck hat, die hälfte sei schon rum) hatten wir uns schon am abend ein sozialcafé * ausgesucht, das von beeinträchtigen menschen geführt wird, wir bekamen leckeren capuccino und croissants und machten uns anschliessend auf den weg zur strassenbahnhaltestelle der linie 22 - die durch viel prag und an reichlich sehenswürdigkeiten vorbei führt. mit reichlich anderen menschen fuhren wir am nationaltheater und der kleinseite vorbei, dann die serpentinen zur burg hoch und stiegen am kloster strahov aus.
am kloster waren wir schon mal vorbeigekommen, bei einem spaziergang vom petřin zur prager burg, aber von innen hatten wir es noch nicht gesehen. wir buchten die grosse runde mit galerie. was mich persönlich ein bisschen verwirrt hat: die besichtigung beginnt im zweiten obergeschoss, wo man erst mal einen blick in die bibliothek(en) werfen kann.
zuerst in die philosophische bibliothek.
dann in die theologische.
in den räumen und gängen drumherum sind handschriften, inkunabeln (frühe drucke aus der zeit vor der erfindung des buchdrucks mit beweglichen lettern/gutenberg), karten,globen und naturwissenschaftliche sammlungsgegenstände ausgestellt, da hielten wir uns deutlich länger auf als vor den biblotheken.
neben der xylothek (sammlung von teilen von bäumen in buchform) fesselten uns eine karte europas aus habsburgisch-böhmischer sicht und ein globus mit einem gut erforschten europa und asien, aber nur rändern von australien und nordamerika (südamerika konnten wir nicht sehen). hach, historische kartographie.
die galerie war dann eher nicht so spannend, religiöse malerei halt, aber nicht so die wirklich tolle. aber auf der untersten ebene kamen wir halt so noch in den kreuzgang und hätten sehr viel zu den prämonstratensern, ihrem gründer, dem heiligen norbert und der geschichte des klosters erfahren können, wenn wir ausreichend geduld gehabt hätten.
uns lockte aber das schöne wetter nach draussen.
einen kurzen blick warfen wir noch in die klosterkirche - in der noch die weihrauchgeschwängerte luft von der letzten messe stand.
heiliger werauchimmer mit dach - er hielt auch noch eine binse in der hand und vielleicht ist das auch sein attribut, das dächlein.
noch am kloster.
und der blick war es dann auch wert - burg und veitsdom von hinten, sozusagen, und unten natürlich die moldau.
wir liessen uns durch den waldartigen park am petřinhügel treiben, üppig frühlingshaftes grün und schönstes wetter luden dazu ein. wir querten die standseilbahn zum petřin, die momentan renoviert wird und setzten unseren weg so weit wie möglich entlang des hügels fort, bis wir in der nähe der kinski-gärten dann ein stück mit bus und tram hinein nach smíchov fuhren. dort gab es dann ein sehr verpätetes mittagessen und eine kleine pause im gartenrestaurant le camille.
anschliessend waren wir wieder ausgeruht genug, um weiter durch die strassen um die metrostation anděl zu schlendern und ein softeis zu essen, bevor wir zur moldau weiterwanderten, diese auf einer eisenbahnbrücke überquerten und uns dann für eine weile in eine strassenbahn setzten. ohne konkretes ziel stiegen wir am bahnhof modřany wieder aus, ein bisschen ratlos schauten wir uns um und ich entdeckte nicht nur einen durchgang zum fluss, sondern auch eine kleine personenfähre. tatsächlich war auch dieses herzige verkehrsmittel in unserm öv-ticket eingeschlossen und so setzten wir auf die andere flussseite über.
durch flussauen und eine kleine wohnsiedlung gelangten wir an eine bushaltestelle und liessen uns an die metrostation smíchov bringen - mit der metro ging es schnell zurück ins hotel. sehr lang war unsere pause dort nicht - zum abendessen ging es dann noch nach holešovice, in ein vegetarisches restaurant in einer netten ruhigen gegend mit bäumen entlang der strassen. auf dem rückweg begegneten wir grossen mengen sparta prag fans, die gerade aus dem stadion kamen - die stimmung war gut, aber nicht zu ausgelassen, sie hatten gegen den tabellenersten pilsen gewonnen.
***
wie angesagt begann es bereits in der nacht auf den donnerstag zu regnen - gut hörbar tropfte es im innenhof des hotels auf blechdächer. nun, wir waren darauf vorbereitet und gingen nur ein paar schritte bis zur buchhandlung academia am unteren ende des wenzelsplatz, dort frühstückten wir zuerst im hauseigenen café und nutzten das unwirtliche wetter anschliessend zum ausführlichen herumstöbern in der schönen und gutsortierten buchhandlung. wir staunten über die riesige zeitgeschichtliche abteilung, die unter anderem dicke bände mit einzelbiographien von tschechoslowakischen soldaten in der raf im wk2 enthielt und fragten uns, wer so etwas kauft?
als es kurz mal weniger heftig regnete wechselten wir in die lucerna-passage und erkundeten diese sehr ausführlich - es hat viel mehr wege und innenhöfe als man beim einfachen abkürzen von strasse zu strasse ahnt! durch die světozor-passage gelangten wir in den franziskaner-garten und von dort aus in die geschäftsstrassen der neustadt.
kai war in einem plattenladen, ich fotografierte ein bisschen häuser und dann assen wir in einer art kantine zu mittag. lustiges system: am eingang bekommt man einen zettel, an den einzelnen essensausgaben wird darauf mit einem code (nicht dem preis) vermerkt, was man bestellt hat und man bezahlt am ende beim ausgang.
als es nach dem mittagessen noch immer regnete waren wir ausreichend zermürbt, dass wir ins appartement zurückfahren wollten, aber in der metrostation war ein wassereinbruch und so gingen wir dann halt zu fuss den wenzelsplatz gefühlt bereits zum tausendsten mal hinauf.
am spätnachmittag brachen wir wieder auf - die metro fuhr noch nicht wieder von unserer station aus, aber vom unteren wenzelsplatz brachte uns die linie a zur kleinseite hinüber, so dass wir auf kais wunsch einmal über die karlsbrücke spazieren konnten, weiter dann durch den garten des klementinum in die altstadt - die so alt nicht ist, auch hier stehen vorwiegend häuser aus dem späten 19. und frühen zwanzigsten jahrhundert und dazwischen halt der alte jüdische friedhof und die altneusynagoge. wir hatten im restaurant golem reserviert - was ein fehler war. relativ einfallslose orientalische und tschechische gerichte auf der karte, alles ein bisschen sehr abgenutzt, einzig der service war gut. oder hätten wir vielleicht doch das hummus mit gulasch essen sollen?
eigentlich hatten wir hier aber nur deshalb reserviert, weil wir anschliessend gleich nebenan in der maiselsynagoge für ein konzert der norwegischen sängerin bente kahan karten hatten. bente kahan hat es sich als tochter holocaust-überlebenden zur aufgabe gemacht, mit ihrem künstlerischen wirken die erinnerung an die jüdische kultur in europa vor, während und nach dem holocaust wach zu halten. ein beeindruckender und ein bisschen aus bedrückender abend zu jom hascho'a.
ich habe ihnen das lied verlinkt, das mich am meisten beeindruckt hat - natürlich ist das eine andere aufnahme und nicht die in prag von der sängerin und schauspielerin performte, die durch die aktualität des themas noch mehr dringlichkeit bekam.
den abend liessen wir dann noch in der bar des lucerna-kinos ausklingen.
***
am freitag dann noch mehr regen - wir hatten aber schon pläne für den regentag, unser ziel war die nationalgalerie im ehemaligen handelspalast in holesovice. deshalb fuhren wir gleich mit der strassenbahn in dieses viertel und frühstückten eine haltestelle von der galerie entfernt in einem café.
blick in den "innenhof" des handelspalast, durch schattierungsvorhänge, gibt einen interessanten effekt
die nationalgalerie hat mehrere standorte in prag, im veletržní palác
ist die kunst ab dem 19. jahrhundert untergebracht. das gebäude wurde
als handelsmesse in den zwanziger jahren des 20.jahrhunderts gebaut und
ist 1974 vollständig abgebrannt. nachdem es von der nationalgalerie
erworben wurde, dauerte es allerdings bis in die mitte der neunziger
jahre, bis es als ausstellungsraum eröffnet werden konnte.
es hat unglaublich viel platz im gebäude und während unseres besuchs stand auch mindestens eine etage komplett leer.
wir starteten chronologisch mit dem "langen" neunzehnten jahrhundert und ich war freudig überrascht, dass sich die ausstellungschronologie eher an der politischen geschichte als an kunststilen orientierte - sortiert war die sammlung nach themen und startete beim mensch. im ersten saal dann ganz unterschiedliche portraits, darunter viele künstler-selbstportraits - von männern. im zweiten saal dann die frauen - hier vorwiegend ganzkörper und ausser bei den alten frauen auch reichlich nackte haut. so eklatant war mir das bisher nicht aufgefallen.
weiter ging es dann mit der welt und ihren verschiedenen aspekten, spannend hier ein kleiner exkurs zum stadtteil holesovice-bubny, in dem sich das museum befindet - ich drängelte ein bisschen, diesen teil der ausstellung nur kursorisch zu durchschreiten, interessierte mich doch vor allem die ausstellung einen stock tiefer, zur kunst in der ersten republik, also der zeit von 1918 bis 1938.
ein entstehender nationalstaat, der sich erst selbst eine tradition schaffen musste und abgesehen vom späten mittelalter lange zeiten am rande des grossösterreichen reichs lag. und dazu noch ein staat, der viele verschiedene sprachgruppen und identitäten zu vereinen hatte, von einer grossen deutschen minderheit im westen bis zu kleineren gruppen wie ungarn und rutenen im osten - der anteil der tschechen und slovaken machte nur etwa zwei drittel im multiethnischen staat tschechoslowakei aus.
in der ausstellung sichtbar gemacht wird auch die praxis, zunächst nach volksgruppen getrennt auszustellen, aber auch lange traditionen wie die lokalen kunstvereine die es natürlich auch bereits während der zugehörigkeit zur donaumonarchie gab. gefühlt war so ziemlich jeder stil vertreten, nur die namen unter den impressionistischen, expressionistischen, kubistischen, surrealistischen bildern und statuen waren uns weitgehend neu.
vacláv špála, ungarische landschaft - erinnerte mich sehr an kirchner
josef čapek, seemann
am ende der ausstellung wird es düster - die bedrohung europas durch nazideutschland manifestierte sich zunächst in einem zustrom an fliehenden menschen, unter denen sich auch sehr viele bildende und andere künstler befanden. mit dem münchner abkommen und der besetzung 1938 endete dann die staatliche souveränität der gerade mal zwanzig jahre alten ersten republik.
john heartfields friedliebender raubfisch wurde wie andere werke bereits 1936 in der ausstellung in der galerie manes in prag von den deutschen beanstandet.
für uns war es zeit für eine pause - ohne kaffee, denn in der cafeteria gab es kein wasser...
danach machten wir uns auf den weg, die kleineren, temporären ausstellungen zu erkunden. eine davon beschäftigte sich mit der ersten giraffe in tschechien, die in afrika geboren, dem prager zoo geschenkt, nicht lange dort überlebt hat. sie wurde ausgestopft und ins nationalmuseum gebracht - wobei die innereien des tiers in der prager kanalisation verschwanden - und mit diesem thema setzt sich die künstlerin in ihrer arbeit auseinander.
man kann sogar innerhalb der giraffe sitzen und sich anhören, wie sich verschiedene menschen dieses verschwinden der giraffe vorstellen.
gut gefallen hat uns auch der open space atlas. daran, wie gut solche räume genutzt werden, kann man gut sehen, wie wichtig sie sind. neben jungen menschen waren vor allem eltern mit kindern hier anzutreffen.
mittlerweile war es nachmittag geworden - aber es regnete halt immer noch. wir machten einen abstecher zu den markthallen in holešovice, aber wurden bis auf ein paar gemüsestände enttäuscht. da wir definitiv nicht vorhatten zu kochen (möglich wäre es gewesen), tranken wir ein bier in einer nahen gaststätte, buchten nebenbei einen tisch fürs abendessen und machten uns anschliessend getrennt auf den weg ins appartement. ich wollte noch mal in ruhe in der buchhandlung entscheiden, welches buch ich mir kaufen wollte.
zum abendessen fuhren wir dann zur station pankrác - etwas ausserhalb in einem neueren stadtteil. ich hatte für die hinreise eine route mit zwei verschiedenen tramlinien ausgewählt - immer wieder spannend so die stadt auch in ihren randgebieten zu erleben. im auf kartoffeln spezialisierten und richtig lebhaften lokal bekamen wir zwar nicht den spargel, den wir auf der karte gesehen hatten, dafür aber einen kompletten service in tschechisch.
hezky vecer! und immerhin hatte es aufgehört zu regnen.
***
am samstag weckte uns strahlender sonnenschein - wir blieben trotzdem ein bisschen länger liegen, da wir für 11 uhr karten für ein kinderkonzert im smétana saal des obécni dům hatten. fürs frühstück hatten wir schon am vorabend ein café hinter dem museum gefunden, hier wurde fleissig an allen tischen gearbeitet, mittlerweile ein weit verbreitetes bild, das ich eigentlich auch noch ganz gerne mag.
zum obécni dům gingen wir zu fuss durch die stadt und kamen noch bei der jerusalem-synagoge vorbei.
im konzerthaus dann wirklich viele, viele kinder, herausgeputzt für diesen anlass und entsprechend aufgeregt. das konzert ging nur eine knappe stunde - so weit wir verstanden hatten, war das es der schluss einer reihe von solchen konzerten und stand unter der überschrift: das finale und das schlagwerk, dementsprechend gab es vorwiegend schlüsse zu hören, nur den radeckymarsch gab es ganz und mit viel bewegung und getöse auch aus dem publikum. wir hatten es lustig, neben und hinter uns hielten es aber gerade die erwachsenen kaum ohne reden oder smartphone aus... hmpf.
ein bisschen schauten wir uns noch im prachtvollen gebäude zwischen jugendstil und art deco um.
dann verliessen wir die innenstadt mit der metro - nächster halt: markt an der kirche zum heiligen georg von poděbrad.
dort bewunderten wir backwaren, gemüse und setzlinge, kauften uns saatgut für sprossen und proviant für unterwegs und tranken ein glas prosecco, bevor wir unseren stadtspaziergang fortsetzten.
mittagessen gab es unter dem fernsehturm, weiter ging es durch das lebendige žižkov zum veitsberg mit dem nationaldenkmal und der reiterstatue von jan žižka. das denkmal für den, sagenwirmal, tschechischen tell, wurde bereits während der ersten republik (sie haben aufgepasst? also nach 1918.) geplant und teilweise gebaut, konnte dann aber nach 1938 nicht eingeweiht werden. so wurde es erst während der stalinistisch geprägten ära 1952 seiner bestimmung übergeben und sieht auch ein bisschen so aus. heute beherbergt es ausstellungen zur geschichte und das grab des unbekannen soldaten und erinnert an die opfer der tschechoslowakischen und tschechischen streitkräfte, auch derer, die im rahmen von kfor einsätzen getötet wurden.
und eine aussichtsplattform, von der man einen wunderschönen blick auf die stadt hat.
unter jan žižkas gestrengem einäugigem blick assen wir unser zvieri.
der anschliessende abstieg nach karlín, den auf der anderen seite des hügels gelegenen stadtteil, war ein bisschen mühsam - wahrscheinlich wären wir besser wieder nach žižkov abgestiegen und hätten den tunnel unter dem berg benutzt.
ich fürchte mich nicht - steht über dem tunnelportal auf der karlín-seite
dazu fanden wir kein café und auch keine gaststätte, die wir einladend genug fanden und machten schliesslich das, was wir in solchen fällen gerne tun: wir stiegen in eine tram und fuhren so lange stadtauswärts, bis uns die gegend gut gefiel oder in diesem fall eine bude zwischen wohnhäusern an einem spielplatz auftauchte. so nutzten wir die letzten sonnenstrahlen für ein bier und weitere pläne fürs abendessen. wenig originell assen wir lendenbraten und smazene syr (gebratenen käse) in der nähe des bahnhof vysocany.
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der sonntag wurde dann der tag der zweiten male - wir starteten wieder mit einem frühstück bei cafedu, praktischerweise an einer tramhaltestelle gelegen. für die fahrt zum ersten programmpunkt hatte ich uns eine interessante route ausgesucht - man kann so wirklich viel von einer stadt sehen, unter anderem fuhren wir nicht nur am grossen olšany-friedhof vorbei, sondern gleich mittendurch.
weit ausserhalb der menschenströme liegt der musoleum genannte ausstellungsraum des tschechischen künstlers david černy, dessen skulpturen man gut auch im öffentlichen raum begegnen kann. mir war das ganze ein bisschen zu sehr provokativ-plakativ eindimensional.
wenn das jetzt bei meinen fotos nicht so sichtbar wird, dann liegt das daran, dass ich vor allem die dinge fotografiert habe, die mich eher ansprachen. naja, und auch ein bisschen die, die ich hier im blog auch zeigen kann.
aber trotzdem natürlich nicht uninteressant. und am ende entdeckten wir dann doch noch im keller des gebäudes etwas, das uns - ja was eigentlich, denn "gefiel" kann ich hier kaum schreiben, "berührte" vielleicht.
gezeigt werden vier torsi aus grauem kunststoff, teilweise gefüllt mit roter styropor(?)masse, die auf sich drehenden spiessen stecken. dabei werden die körperteile massiv über den betonboden gezerrt, und reiben sich stück für stück mit einer entsprechenden geräuschkulisse ab. ein überaus quälendes erlebnis.
leider gab es im museum kaum information zum künstler - nur zum gebäude, einer ehemaligen brennerei, gab es eine schautafel. schade.
für uns ging es weiter per tram zum mittagessen in dem café in smíchov,
das wir bereits am ersten tag besucht hatten, auch heute gab es wieder
feine suppe, bevor wir auf die letná-ebene fuhren und durch den park zum
biergarten spazierten.
noch einmal ausblick bei schönstem wetter, das uns dann auch dazu veranlasste, zu fuss durch die stadt zurück zum appartement zu gehen. dafür noch einmal durch die parizska (die bahnhofstrasse prags mit sämtlichen nobelläden und dem entsprechenden publikum zu fuss und im dicken auto) und dann durch das touristische herz prags - wo wir nicht nur einen ostermarkt sondern sogar noch die uhr am altstätter rathaus bewundern konnten.
spannender allerdings der flagshipstore von preciosa. dem glashersteller mit vasen, skulpturen und vor allem lampen in allen stilrichtungen. ich denke, es gibt kaum ein land mit einer kunstvolleren tradition in der glasherstellung.
wir warfen noch schnell post ein, kauften ein mitbringsel für unsere blumengiessenden nachbarn und sortierten unsere sachen im appartement für die rückreise.
dann machten wir uns auf unseren letzten spaziergang durch prags quartiere und entdeckten ganz nah bei unserer unterkunft einen weiteren park mit biergarten und liegewiese - und das ganze auf dem weg zum abendessen. in wintergarten des restaurant lavička genossen wir den letzten abend in prag und fuhren anschliessend mit der strassenbahn und der metro wieder zurück ins appartement.
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tschüss prag!
so schräg wie in ferienstart am dienstag ist wohl ein rückfahrtstag am montag. so gab es schon kurz nachdem wir in prag unseren zug bestiegen hatten, diverse anfragen, die mit der arbeit zu tun hatten, ich klärte mit kai den plan für die woche und konnte dann endlich mit dem geplanten weiterbloggen beginnen. was ich ihnen beinahe unterschlagen hätte: 6 uhr aufstehen, 6.30 verliessen wir planmässig das appartement, das letzte mal durch die wasserreiche metrostation (es gab in unserem eingang eine stelle, bei der das wasser von unten heraufdrückte und überall im bahnhof einzelne plätze, an denen es von der decke tropfte - so ganz ist die sache vom donnerstag wohl noch nicht ausgestanden, aber glücklicherweise fanden die prager eine möglichkeit, die station in betrieb zu behalten) zum hauptbahnhof, wo es dann noch eine ganze weile dauerte, bis der zug mit einer gleisangabe gelistet wurde. kurz nach sieben konnten wir einsteigen - da wir keine plätze hatten reservieren können, war uns das frühe einsteigen so wichtig gewesen und ... tadaa ... es gab eine erste klasse (die hatte, ich weiss nicht, ob ich das geschrieben hatte, auf der hinfahrt von münchen nach prag nämlich gefehlt), wir fanden ein freies abteil und abgesehen von einigen mitreisenden, die aber kein ticket für die erste klasse hatten, blieben wir die nächsten sechs stunden alleine in diesem abteil - bloggen ging ungefähr bis zur deutschen grenze, aber nicht, weil dann der zug keine internet mehr gehabt hätte, sondern weil ich mein upload-limit des internetanbieters des privaten zugbetreibers von 50mb verbraucht hatte.
pünktliche ankunft in münchen - so dass wir die eineinhalb stunden bis zum anschlusszug für einen besuch im café kosmos nutzen konnten, das wir schon von der rückreise von budapest kannten. nun sitze ich im eurocity nach münchen, ein bisschen eingekeilt zwischen einer jassenden familie, eine nougatbrezn von rischart neben mir und versuche, diesen blogpost fertigzustellen.
so - geschafft. ich hätte da zwar noch ein paar bilder von sehr hübschen prager metrostationen... aber lassen wir das für ein anderes mal...
und - weil ich so liebe gebeten wurde und mir die ganzen sechs tage in prag wie ein einziger langer spaziergang vorkamen, schicke ich meinen kleinen reisebericht zum monatsspaziergang bei heike .
* zu überprüfen: bila vrana an der ulice ve smeckach (ich denke, in dieser strasse haben wir bei unserem ersten pragbesuch gewohnt)