Montag, 6. Juli 2026

wmdedgt im juli 2026

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?", abgekürzt wmdedgt, und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

heute also sonntag, gestern habe ich im museum gearbeitet, mein wochenende ist also eher kurz. 

es ist warm, aber nicht heiss, wir freuen uns auf einen ungestörten tag im garten - zuerst schmieden wir noch pläne für ein abendessen ausser haus, stellen aber dann fest, dass wir lieber den abend im garten und am haus geniessen wollen - aber der reihe nach. 

wir schlafen aus, hören im bett noch ein bisschen byte fm und ich beginne meinen blogpost über die vergangene woche. 

frühstück gibt es auf der terrasse am haus, um halb zehn ist es dort zu anfang noch schattig, später kommt die sonne. wir nehmen es sehr gemütlich, überlegen zusammen, wie wir den tag verbringen wollen. ein paar kleinigkeiten im garten stehen an, ausserdem ist kai gut damit beschäftigt, das bädle trotz der bauarbeiten sauber zu halten, vor allem die tatsache, dass das bassin nicht abgedeckt werden kann, macht zusätzliche arbeit, es bilden sich deutlich mehr algen. 

ein paar handgriffe sind noch im haushalt zu erledigen, das meiste hat kai am samstag erledigt und danach machen wir uns auf den weg zum fluss, wir wollen endlich auch mal in der limmat baden. dafür ziehen wir uns in meiner werkstatt um, wir waren nicht ganz sicher, ob es dort noch badekleider hat, für kai war es gut, dass er eine badehose von zuhause mitgenommen hat. 

auf dem weg zur einstiegsstelle treffen wir eine mitbewohnerin aus der wg des ältesten sohn, sie sind alle gut wieder von einer konzertreise zurückgekommen und wir gehen kurz mit in die wg. allerdings stellt sich heraus, dass der sohn ein bisschen angeschlagen ist, er wird also nicht mit zum schwimmen kommen.

wir klettern hinunter ans ufer, das wasser ist angenehm, es kostet fast keine überwindung rein zu gehen. zuerst beobachten wir die kleinen fische am ufer, dann lassen wir uns eine knappe halbe stunde den fluss hinunter treiben, beziehungsweise schwimmen auch zwischendurch, es ist wirklich kaum strömung. es ist noch wenig los, unterwegs hören wir es zwölf uhr schlagen, später wird es sicher voller werden. von der ausstiegsstelle laufen wir zurück zu meiner werkstatt, ziehen uns um und sind gegen eins wieder zuhause. 

dort gibt es eine portion eis, es hat niemand einen sonntagskuchen gebacken oder gekauft, aber eis ist auch gut. ich widme mich der fertigstellung des wochenrückblicks, kai macht auch irgendetwas, später treffen wir uns in der küche, es gibt noch eine friteuse sauberzumachen und kai hat vom markt sauerkirschen mitgebracht, die ich zu marmelade verarbeite. 

einen capuccino später sprechen wir über die pläne für den sommer - noch acht wochen bis zu unseren nächsten ferien, und die sind teilweise ordentlich vollgepackt. und dann habe ich mich auch noch auf die sommerpost eingelassen. 

nachdem ich zuerst ein bisschen herumgejammert habe, mache ich mich einfach mal an die arbeit. ich pröble mit kartenausschnitten herum, eigentlich müsste ich a3 ausdrucken gehen, dann sind mir die karten von swisstopo doch deutlich zu detailliert, vor allem ist da so viel los in bereichen, die ich garnicht brauche. dann habe ich eine andere idee - die karten aus dem internet werden nur meine basis sein, den rest mache ich lieber von hand. 

zwischendurch stossen kai und ich aufs wochenende mit sekt an - der allerdings ein bisschen warm ist. wir machen uns sorgen um unseren kühlschrank im keller, den haben wir ungefähr fast so lange wie das mittlere kind, vielleicht geht der kaputt? brauchen wir dann einen ersatz? kai meint schon, ich bin mir da nicht so sicher. 

während kai kocht (das war sein vorschlag, damit ich endlich mal mit dem gejammere aufhöre, andererseits aber auch wirklich mit der arbeit anfange) versuche ich, meine neue idee umzusetzen. das sieht gut aus, ist aber anstrengend. da ist die vorspeise aus tomaten mit mozzarella und basilikum eine willkommene gelegenheit zur pause. und der risotto, der lange kochen muss, weil naturreis, den ein guter anlass, doch noch mal weiterzumachen. als der risotto fertig ist, bin ich es auch. 

ich habe also eine grundlage für die weitere arbeit. so ganz genau weiss ich noch nicht, wie es weitergehen wird, habe aber ideen. jetzt brauche ich erstmal kopien, damit ich weiterprobieren kann. die mache ich am dienstag im kulturzentrum. für den montag habe  ich schon genügend andere pläne. 

wir sitzen dann deutlich länger als gedacht beim abendessen - es ist schön, wenn nebenan nicht gearbeitet wird und es war eine gute idee, nicht auswärts zu essen. irgendwie landen wir in einer diskussion über die wirkung positiver gedanken zum tagesabschluss, kai erzählt von einem psychologen, der darüber gesprochen hat, mir fällt dazu die ganze achtsamkeits- und dankbarkeitsjorunaling-kiste ein und muss ein bisschen in der richtung argumentieren, dass das das für die einzelne person vielleicht hilfreich ist, als ideologie und für die gesellschaft aber dazu führt, dass strukturelle probleme auf den einzelnen verschoben werden und gesamtgesellschaftlich aus dem blick geraten... weil irgendetwas gutes werden wir schon noch jedem tag abgewinnen können, oder nicht? kai sieht in einer positiven grundhaltung eher die voraussetzung, sich gegen widrige äussere umstände zur wehr setzen zu können (man sagt wohl: resilient sein zu können). 

ein bisschen wirkt hier auch noch der film nach, den wir gestern auf empfehlung meiner tschechischlehrerin gesehen habe. ein tschechischer film über das massaker von lidice, wo 1942 nach dem attentat auf heydrich ein exempel an der bevölkerung statuiert und das dorf dem erdboden gleichgemacht wurde, nachdem alle männer erschossen, die kinder vergast und die frauen ins konzentrationslager deportiert worden waren. (zu sehen bei filmfriends, meist mit einem leseausweis von der örtlichen bibliothek zugänglich.) 

später schauen wir noch eine folge der aktuellen serie "troppo" - abwechselnd finden kai und ich die serie nicht so spannend, aber eine(r) will immer weiterschauen, dann halt. 

nicht zu spät ins bett, vorher aber noch kurz nachrichten geschaut. 

 

 

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