Sonntag, 16. August 2026

kw 33 - kreativer als auch schon (vielleicht wegen der aussicht, dass die hitzewelle endet)

wenn sich die wettervorhersagen für die kommenden tage und darüber hinaus bewahrheiten, ist die vergangene woche die letzte mit so absurder hitze gewesen. was allerdings bleiben wird, ist die dürre und das ausbleiben von grösseren und längeren regenfällen. 

die hitze beschäftigte mich diese woche vor allem im hinblick auf einen termin in meiner werkstatt, die ich ja seit dem beginn der hitzewellen kaum mehr so richtig genutzt habe - auch weil anfang des sommers ja zusätzlich das baugerüst vor dem fenster und die fehlenden storen nervten. nun war ich wieder an ein paar tagen dort und habe sogar ein wenig gearbeitet. 


 wobei der montag erst mal mit werkstatt-office startete. der schlüssel zu einem lagerraum im kulturzentrum tut nicht, was er soll, das mietverhältnis ist kompliziert und ich musste mir den weg zu einer zuständigen person erkämpfen, inklusive viel wartens auf rückrufe, also nahm ich halt mein büro mit in die werkstatt und wechselte immer mal wieder zwischen wolle und telefon hin und her. 

ansonsten habe ich endlich damit begonnen, die vliese aus der diesjährigen schur der zackelschafe zu verarbeiten. ich wollte ein wenig üben, denn für den freitag war hoher besuch zum veggiefellfilzen angekündigt. 

dasselbe wiederholte ich (ohne den office-anteil) am dienstagmorgen - gegen mittag wurde es jeweils gut warm in der werkstatt, morgens war es noch auszuhalten gewesen und ich konnte jeweils ein wenig lüften. 

mittwoch dann war die kollegin zurück aus den ferien, was einen langen arbeitstag im kulturzentrum ergab (sonst bin ich nur vormittags dort), allerdings unterbrochen durch ein gemeinsames mittagessen auf der schattigen terrasse über der limmat im restaurant gegenüber. und den besuch des ältesten sohns, der sich unsere musikanlage angeschaut hat, allerdings hat er auch nicht wirklich etwas bewirken können, was wir nicht schon selbst herausgefunden hatten, man bräuchte ein passwort. mal sehen ob das herausgerückt wird oder ob die frage danach dann doch bewirkt, dass die eigentlich involvierte person es dann mal schafft, bei uns vorbeizukommen und uns eine einführung in die höllenmaschine zu geben. 

am spätnachmittag war ich zurück zuhause und hatte endlich zeit, ein paar dinge mit der vereinskollegin zu klären, die die journalistin von der coop-zeitung für den freitagnachmittag eingeladen hatte. unter anderem bestand ich auf weitergabe der information "es wird heiss". 

und dann war da ja noch die sonnenfinsternis! 


 als wir ende vergangener woche noch keine sofi-brillen hatten, war ich fast schon davon überzeugt, dass wir das ereignis verpassen würden. und ein bisschen traurig, weil endlich konnte man mal davon profitieren, dass pausenlos die sonne scheint und kein wölkchen am himmel zu entdecken war. aber kai hat dann am samstag noch brillen ergattert. 


ein bisschen dunkel wurde es bei voller bedeckung von 91% - kein vergleich zu 1999, als sogar die strassenbahn in stuttgart mit licht unterwegs war. 


ein bild von der bedeckten sonne habe ich nicht gemacht, ich hatte im vorfeld weder lust noch zeit mich mit den technischen möglichkeiten zu beschäftigen und es gab ja auch reichlich bilder. im bild oben ist das spektakel fast vorbei - die sonne geht, immer noch gut zur hälfte bedeckt, unter. an der stelle, an die wir mit einem umweg über einen dann doch nicht so guten beobachtungsplatz geradelt waren, waren noch andere menschen, eine schöne stimmung auch. ruhig, wir nahmen uns zeit, das allmähliche verschwinden und wiederauftauchen der sonne hinter dem mond anzuschauen (mussten ja die brillen auskosten), nahmen aber auch die dämmerung wahr (es blieb eigentlich ziemlich hell) und den wind, der mit der dämmerung kam. 
nach menschlichem ermessen und da wir keine grossen fernreisen unternehmen wollen, wird das die letzte so fast vollständige sonnenfinsternis gewesen sein, die wir erlebt haben. 

am donnerstag räumte ich final die werkstatt für den freitag auf und her - dann hatte ich noch einen servicetermin mit anschliessendem mittagessen und den nachmittag verbrachte ich bei den impressionisten in der villa langmatt. 


 auch da heiss, heiss, heiss. vielleicht aber wirklich der letzte so heisse und stickige arbeitsnachmittag dort. ausserdem habe ich mir noch ein paar schuhe fürs museum gekauft - geschlossene schwarze aus leder und mit fussbett. allerdings kamen die erst am freitag. damit sollte ich nun auf längere sicht ausgestattet sein für die mueumsaufsicht. 

der freitagnachmittag, der mir (und noch mehr der vereinskollegin) so viel sorgen bereitet hatte, ging dann erstaunlich gut über die bühne. mit der journalistin kam auch noch eine fotografin, wir redeten zuerst ein bisschen, dann filzte ich gemeinsam mit der journalstin ein veggiefell und nach kurzer zeit stellte sich das ein, was sich im besten fall beim filzen einstellt: eine gewisse ruhe, eine empfindung von kontemplation, freude darüber, was die hände bewirken können und am ende die begeisterte einsicht, etwas mit den eigenen händen erschaffen zu haben - fast ohne hilfsmittel! 
die begleitung durch die fotografin war ruhig und dezent, es blieb viel zeit vom verein, aber auch vom filzen allgemein zu erzählen und nun dürfen wir gespannt sein, was wir vorab zu lesen bekommen werden. erscheinen wird der artikel erst im herbst, aber das ist auch gut so. 

und noch einmal war ich diese woche in sachen filzszene unterwegs! nach einem frühen und kurzen marktbesuch fuhren kai und ich am samstagmittag in den prättigau, wo christoph vetsch und das ganze team dazu eingeladen hatten, mit ihm den neubau seiner wollkarderei und -spinnerei zu feiern. 

hmm, vom neuen gebäude hab ich jetzt gar kein foto gemacht. 


die faszination der über hundert jahre alten maschinen (es gibt auch neuere) ist einfach immer wieder zu gross. die grosse kardiermaschine war vom löschwasser des brandes vor zwei jahren schon sehr in mitleidenschaft gezogen, konnte aber gut wiederhergestellt werden. 


ansonsten nur ein paar atmosphäre-fotos. ich war schon ein paar mal dort und konnte kai selbst ein bisschen die maschinen erklären, wobei auch immer jemand vom team für fragen da war. 

detail im neubau ... an den alten fenstern geht man vorbei, wenn man ins obergeschoss in den neuen laden geht. dort war ich dann auch noch, nur ein teil der einkäufe ist für die werkstatt bestimmt. 

diese bunten baumwollstrangen sollen eine weitere häkeldecke geben. ich hatte so viel spass am herstellen der ersten, dass ich einfach noch mal eine machen möchte. 

am spätnachmittag fuhren wir wieder zurück - auch unterwegs blieb es trotz wolken in den bergen weiterhin trocken. wir hätten noch in die royale sommerbar gehen können, einigten uns dann aber auf zuhause bleiben. 

ich hatte inzwischen mit einem kleinen nähprojekt begonnen, das ich auch gleich am abend noch fast fertig bekommen habe. 

geben soll das eine art zusammenfaltbare tasche für allerhand dinge, die ich so immer mit mir rumtrage. 


später am abend gabs dann noch käse- und wurstplättchen - wir hatten um drei in der festwirtschaft beide eine bratwurst gegessen, bekamen am späteren abend aber dann doch noch ein bisschen hunger. 

für den sonntag hatte ich gleich beim frühstück so viele ideen, dass ich mir eine liste machen musste. kaum hatte ich den ersten punkt der liste erledigt (tomaten ein bisschen ausputzen und teilweise abräumen, damit ich nicht halbe leichen mit trinkwasser giessen muss) stand die nachbarin vor der türe und brachte mir eineinhalb kilo zwetschgen. ausserdem war beim schneiden der tomaten auch noch reichlich basilikum abgefallen - also kamen zwetschgen zum einfrieren paratmachen und noch mehr basilikumsalz herstellen auf die liste. glücklicherweise spülte kai nebenbei ab, so dass das chaos in der küche beim entsaften des holunders und einkochen zu gelee und den anderen dingen nicht so ausartete. zwischendurch (beim warten auf den ersten saft aus dem heissentsafter) nähte ich das täschchen fertig: leider ist der schnitt eine fehlkonstruktion, denn die beiden taschen auf den seitenflügeln werden als zweites geschlossen und sind so nicht gegen ein ausleeren geschützt. grmpf. die ganze arbeit für eine eher halbbatzige lösung. noch mal - und dann eben besser - machen? oder abhaken? 


momentan gibt es ein bisschen pause, später könnte ich noch eine anleitung für eine weitere häkeldecke suchen, die strangen zu knäueln wickeln und die anderen punkte auf meiner liste abhaken. 

so, das hat dann auch noch ganz gut geklappt - die zweite decke wird entweder charlottes universe oder universe in bloom werden. und auch mit dem wickeln der knäuel habe ich schon begonnen. 


und nun harren wir der dinge, die da in sachen wetterumschwung kommen sollen. ich kann gut verstehen, dass die für mittwoch angesagten 30 grad zweifel aufkommen lassen an einer tatsächlichen wetteränderung und musste eine abmeldung für den ausflug am mittwoch entgegennehmen. schade, aber ich glaub das mit dem kühleren wetter auch erst, wenn es dann da ist. 


 

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