Mittwoch, 2. September 2020

1. september 2020 - unter laborbedingungen

start in einen neuen monat, start in eine neue jahreszeit. 

zur jahreszeit äusserte ich mich schon verschiedentlich, jetzt also nicht nur gefühlt, sondern ganz offiziell meteorologisch: herbst. der monat bringt viel arbeit, aber auch besuch und hoffentlich (!) ein paar tage ferien auswärts. so weit man das überhaupt momentan absehen kann. 

morgens in der werkstatt arbeitete ich weiter an prototypen - noch ist nicht alles ausgereift, aber ich denke, da sind durchaus dinge dabei, die es sich weiterzuverfolgen lohnt. 

von der werkstatt aus radle ich zuerst zum bücherschrank, ich muss die beiden bücher loswerden, die ich bereits gelesen hatte (und finde natürlich auch wieder ein buch). dann weiter zum gemüsedepot, leider ist das gemüse noch nicht da. dafür mache ich trotzdem den schlenker über das blumenfeld, denn wir sind wieder mehr drinnen und es lohnt sich, blumen nach drinnen zu holen. der garten gibt allerdings gerade mal so viel her, dass er sich selber schmücken kann. 

mittagessen heute mit kai - seit dieser woche trägt er im kalender wieder die homeoffice-zeiten ein, bis letzte woche waren es noch die tage, an denen er ins büro fuhr. nach zwei wochen, in denen er nahezu komplett ausser haus war, wurde das aber auch allmählich absurd. 

nach dem mittagessen beantworte ich eine mail: eine liebe leserin und filzfreundin hat meinen newsletter und die filzquadrat-homepage aufmerksam gelesen und einen wirklich saublöden fehler entdeckt. ein bisschen juckt es mich, ein ratespiel draus zu machen... aber nein, ich verrate es ihnen: bei der stickerei auf der tasche habe ich shashiko mit shibori verwechselt. sie ist natürlich mit shashiko-stickerei verziert, die tasche,  shibori wäre eine abbindetechnik, mit der man stoffe/filze ganz speziell färben oder verformen kann. mein familieninternes lektorat für die öffentlichkeitsarbeit ist doch zu wenig fachlich versiert. aber glücklicherweise wird hier ja aufmerksam mitgelesen. danke! 

ich bleibe noch ein bisschen am schreibtisch und gebe eine grössere wollbestellung auf. für die geplanten kurse gibt es anmeldungen und auch wenn ich noch den ganzen herbst und winter alleine filzen würde, brauchte ich trotzdem material. 

kai macht früh feierabend, so haben wir gelegenheit, beim burenaldi ein paar pflanzen zum halben preis zu retten. die rosen sehen alle nicht so gut aus - hat es ja auch schon reichlich im garten - dafür dürfen mit: eine kletterhortensie, eine clematis, ein winterjasmin und ein oregano, den kai in diesem sommer schmerzlich vermisst hat, weil er im alten garten überall als bodendecker vor sich hin gewuchert hat. 

anschliessend holen wir noch das gemüse. zuhause bügle ich, kai bereitet das abendessen vor: heute gibt es gemüsecurry mit reis. die tochter trudelt aus ihrer ersten saxophonstunde als auszubildende ein. sie geht jetzt alle zwei wochen in den unterricht - anders als die jugendlichen, die weiter zur schule gehen, müssen lehrlinge den musikunterricht komplett selbst bezahlen und logischerweise in der deutlich knapperen freien zeit unterbringen. die tochter beteiligt sich mit einem betrag an den musikstunden, wir übernehmen den rest. und falls ich mal die gelegenheit habe, würde ich da schon gerne beim kanton nachfragen, was denn das für eine seltsame regelung ist.

nach dem abendessen frage ich die tochter noch für die berufskundeprüfung ab - die ersten tests stehen auch schon an und sie ist sehr emsig am lernen. dafür kenne ich jetzt den aufbau der haut und diverse medizinische fachbegriffe. dabei fällt mir immer wieder auf, welches durcheinander aus griechisch und latein da herrscht, schon alleine die hautbestandteile heissen einmal -dermis (griechisch) und einmal -kutis (lateinisch).

spät am abend meldet sich noch der urlaubende sohn: er hat die sh-worte ausgetauscht* und schickt fotos vom urlaub. sieht sehr erholsam aus. ich habe ein schlechtes gewissen, ihn mit arbeit belästigt zu haben, obwohl oder gerade weil ich weiss, dass er eh immer arbeitet. 

gelesen: noch kein neues buch. 
gehört: da spotify heute keine podcasts abspielen wollte, musste ich auf meine schlecht gepflegte bibiliothek aus hörbüchern zurückgreifen, da gab es: 
- einen sehr empfehlenswerten essay zur klimakrise von jonathan franzen, der fragt "wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?"
- eine seltsame sammlung von ideen für kreative, wie sie besser kreativ sein können, der ich vor allem entnehme, dass ich morgens am besten gleich mit kreativem starte, oder doch besser mit einer selbstgewählten routine oder reflexion, alle digitalen geräte ausstelle oder lieber zuerst meine mails organisiere, nein, die beantworte ich erst am nachmittag, wenn ich eh nicht mehr kreativ bin oder was jetzt eigentlich? 
gesehen: grand hotel, beruhigend banal. 

*ich kann meine homepage eigentlich selbst verwalten. bis auf die arbeitsbeispiele, die hat mir der sohn nämlich mitten in der heissen corona-phase mit ebenso heisser nadel ganz schnell gestrickt, und für ein vernünftig zu bedienendes backend war noch nicht die zeit.

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