Freitag, 7. August 2020

6. august 2020 - affig

gestern und heute ist in der werkstatt ein affe entstanden. 


seit dem erscheinen des exzellenten heftes der filzerin gabriele mazaracis, in dem sie schritt für schritt erklärt, wie ihre tiere entstehen, habe ich mich schon ab und zu mit dem filzen von tieren beschäftigt, aber es gehört immer noch nicht zu meinen kernkompetenzen, wesen aus vollfilz zu erschaffen. 

nun gab es eine neue herausforderung: im rahmen der offenen werkstatt entstehen immer mal wieder wünsche und ideen bei schüler_innen, die sich nicht aus dem handgelenk erfüllen lassen. unter anderem der wunsch, einen affen zu filzen. es gab auch ein vorbild, und zwar aus dem musterkatalog der leider früh verstorbenen berliner filzerin christine birkle. dazu hatte ich die figuren von swig im hinterkopf - filzt sie eigentlich noch? - und so konnte es mit hilfe des technischen rüstzeugs von gabi losgehen. 

ich habe natürlich bei leibe nicht jeden arbeitsschritt fotografiert, obwohl das schon wünschenswert gewesen wäre. aber manchmal musste ich einfach weitermachen, ein anderes mal waren die hände zu seifig und zwischendurch habe ich das fotografieren komplett vergessen. nicht alles hat auf anhieb gut funktioniert, aber um aus den fehlern zu lernen, habe ich nach der fertigstellung des affen alle schritte aufgeschrieben - plus die alternativen, die ich mir vorstellen könnte, dass sie besser funktionieren. 

 hier badet der inzwischen deutlich kleiner gewordene affe zur entspannung im essigwasser, während ich mir notizen mache. augen und mund machen ihn vollends zu einem kleinen liebenswerten wesen. er scheint selbst ein bisschen überrascht zu sein, was da mit ihm passiert. 

ja, sie haben ganz richtig gesehen, der affe hat zwei rechte hände. immerhin besser als zwei linke, aber irgendwie doch auch nicht sooo praktisch. im eifer des gefechts und durch stetes herumdrehen habe ich die handflächen nicht gegengleich, sonder gleich gemacht. das ist aber wirklich der einzige sichtbare mangel - bitte sprechen sie das tier nicht auf seine grossen ohren an, das gehört so! 

den affen habe ich zuerst einmal alleine gefilzt, es wird ein zweiter folgen, dann fühle ich mich fit genug, einen entstehungsprozess zu begleiten. dabei wird sicher ein ganz anderes tier entstehen, denn vermitteln kann ich nur die handgriffe, die notwendig sind, um leib, arme, beine, kopf und ohren zusammenzufügen, proportionen und ausdruck fügt die jeweilige filzende person selbst hinzu. 

ich freue mich, dass ich wieder mal bei den tieren gelandet bin. es macht immer wieder richtig spass, ein wesen entstehen zu lassen, das dann so lustig aus dem lavabo guckt. momentan habe ich die idee, noch mehrere davon bis zum tag der offenen türen im oederlin-areal zu filzen, sicher sind die ein guter hingucker! 

wenn ich nur wüsste, was ich mit all dem papierenen informationsmaterial machen soll... pandemiebedingt habe ich ja momentan eher weniger spontane besucher, die 100 wanderkarten von zeitsprung oder fünfzig einladungskarten zum tag der offenen türen mitnehmen könnten. über den newsletter gibt es die beiden demnächst digital und hier die daten schon mal vorab: 

samstag 5.september 2020

11 uhr bis 18 uhr 

tag der offenen türen im oederlin areal - und in der filzwerkstatt filzquadrat

(sollten sie aber beides gerne in papier haben wollen, schicken sie mir doch eine direktnachricht (rechte spalte), dann bringe ich es auf die post!) 

***

sonst so: es wird wieder heiss, nach den regentagen anfang der woche. nachts kühlt es aber zumindest ganz gut ab und so geniessen wir den garten vorerst vor allem morgens und abends. das wasser im bädle ist kühler durch den regen und die tonnen sind wieder voll. morgens stehe ich jetzt meist früh mit der tochter auf, um halb sechs. wir wechseln dann ungefähr fünf worte bis sie kurz vor sechs das haus verlässt, aber sie freut sich bisher noch über meine anwesenheit. um die frühe zeit dämmert es gerade und ich habe jetzt also immer viel zeit um in den tag zu starten. 

ich versuche dran zu bleiben am august art-journal von ramona weyde, vorerst nur beim schauen, aber ich weiss, dass ich wieder ein paar gute ideen mitnehmen werde aus diesem angebot. ich denke, man kann sich immer noch anmelden, tun sie das, auch und gerade, wenn sie denken, dass ein skizzenbuch nichts für sie ist, aber immer schon mal eins haben wollten. 

ausserdem höre ich mich durch die podcasts der reflekta-reihe zum thema suffizienz, die sind zwar von unterschiedlicher qualität, aber geben doch den einen oder anderen impuls zum thema "was ist genug?".

gelesen: john lanchester, kapital

gesehen: sonne, mond, sterne (es ist zu schön zum drinnen sitzen) 

gehört: siehe oben

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