Sonntag, 4. Januar 2026

kw 1 - halbhalb

nun liegt sie auch schon wieder hinter uns, die ferienwoche am scharnier der jahre, die hier schon seit vielen jahren einfach so verplempert wird, ohne grosse pläne, manchmal mit besuch, aber vor allem mit viel wohnen. (also: zu hause sein. eine von meinen strickkolleginnen macht gerne den witz, dass sie beim abschied fragt, ob man nach hause gehe zum wohnen, das hört sich dann in etwa so an: gasch hei, go wohne?)

um es zuhause auch wirklich schön zu haben, starteten wir mit einer putzrunde und aufräumaktion in die woche, zumindest ich habe das haus auch später nicht verlassen, und auch den restlichen tag mit häuslichkeiten verbracht. 

für den dienstag hatten wie nämlich pläne. 

unser erster weg führte uns ins neue domizil des haus konstruktiv im ehemaligen löwenbräuareal in zürich. dort ausgestellt waren werke von arthur lescher, einem brasilianischen künstler. begleitet wurde die ausstellung von einem überblick über den neoconcretismo in brasilien (learning: in diktaturen baut sichs leichter ganz modern), der mit vielen exponaten von max bill illustriert wurde. tatsächlich war max bill auch immer mal wieder beratend in brasilien tätig, aber irgendwie wirkte es halt schon so, wie wenn man halt genügend bills in der sammlung gehabt hätte, aber eher keine brasilianischen künstler der epoche. 
die räume, die das museum nun im ehemaligen industrieareal hat, sind deutlich kleiner und weniger vielfältig als im unterwerk selnau an der sihl, allerdings sollen noch mehr räume dazukommen, wir sind vorerst verhalten gespannt.  

zum kaffeetrinken blieben wir dann auch nicht im museum sondern gingen richtung hardbrücke und kehrten in der ehemaligen kantine von escher-wyss ein, wo jetzt ein veganes café betrieben wird. viele junge menschen mit laptops und lernkärtchen, sonst ganz ok, aber beim nächsten mal dann halt doch lieber gleich wieder in die zentralwäscherei. 

wir experimentierten weiter mit dem neuen zürcher öv, nahmen dann aber zwei buslinien um zunächst zum hauptbahnhof zu gelangen. hier suchten wir lange im unterirdischen shopville nach einem bestimmten laden, mehrstöckigen karten sind manchmal schon ein bisschen verwirrend. 

zu fuss spazierten wir weiter ins niederdorf - der andere laden, den wir wegen neuen sitzkissen für stühle und sessel besuchten wollte, machte weihnachtsferien. 

weil wir jetzt wirklich viel zeit hatten, gingen wir noch ein bisschen beleuchtung und menschen gucken, und absurde läden. 

vom bahnhof aus nahmen wir dann wieder den bus zum muschelessen - ja, das war jetzt zweimal knapp hintereinander, aber die muschelsaison ist halt auch echt kurz. 

am tag drauf war dann schon silvester, wir machten besorgungen auf dem markt für die anstehenden feiertage (nur sehr wenige stände, aber fast alles bekommen - am ende dann halt im supermarkt) - den rest des letzten tages im jahr vertrödelten wir zuhause, beziehungsweise brachten wir mit der zubereitung des silvestermenus zu. die tochter leistete uns gesellschaft und brach dann fast zeitgleich mit uns auf - sie in den nachtdienst im wohnheim für cerebral gelähmte, wir zum silvester-rumble ins kulturhaus royal.  

vom start weg gab es ein buntes programm - zuerst eine art wohnzimmerkonzert mit gitarren und gesang, dann sortierte andrea uhl (im bild) ihre tasche und überlegte, was sie mit ins neue jahr nehmen wollte. das war natürlich die perfekte überleitung zum alt- und neujahrsbingo am feuer draussen. mit musik wurde die zeit bis zum jahreswechsel übrbrückt, es gab für alle etwas zum anstossen und später ging das programm dann wieder drinnen weiter. wir blieben noch für die beiden nächsten acts: kate lim und odd beholder hatten finta-personen zum einsenden von soundschnipseln eingeladen und daraus eine performance gebastelt. sie wurden abgelöst von crisprbaby, die richtig, richtig laut mit vielen loops und überlagerungen musik machten. irgendwann vor drei waren wir zuhause und im bett - nach einem ganz anderen silvesterabend als sonst. 
 
neujahr war dann erstmal vor allem ausschlafen, dann frühstücken mit übergang zum neujahrskonzert (ging das immer schon so lange?) und anschliessendem etwas überstürztem aufbruch ins kunsthaus aarau, zum traditionellen besuch der auswahl 25, der ausstellung der aargauer kunstschaffenden. 

Levent Pinarci, Botenstoff #1, 2025

seit einiger zeit scheinen mir viele der kunstwerke bereits um das thema behausung, wohnen und so weiter zu kreisen. so auch hier wieder, dazu viel mystisches, mythisches und esotherisches. und getöpfert plastiziertes. 

paul takács, warte 2025

aber auch witziges - hier zum beispiel die aufnahme des themas rabenkrähen (ich glaube, die sind mittlerweile in den meisten städten ein problem geworden, rund um das haus, in dem meine mutter wohnt, gibt es sie zu hunderten...) durch das malerduo boškovic-scarth. 



auch der "schamhügel" von agatha zobrist liess uns schmunzeln. 

für einmal verhüllen die feigenblätter nicht, sondern enthüllen eher... 

nicht fehlen darf das obligatorische bild von der treppe im kunsthaus - diesmal, weil das textilkunstwerk oben in der ecke vor allem aus der distanz so richtig gut wirkte. 

am freitag hätten wir die gelegenheit gehabt, nach basel zu fahren, halb waren wir schon dort, weil ein gerät aus der reparatur abgeholt werden musste, wir entschieden uns aber gegen stadt und womöglich schon wieder kunst und gingen anstattdessen auf eine kleine wanderung, die ich bereits hier ausführlich beschrieben habe. 

 

damit war fürs wochenende und damit die letzten beiden tage der weihnachtsferien wieder dringend wohnen angesagt - auch ein bisschen weil für mich der eventuell sehr volle januar ein bisschen seine schatten voraus wirft. ich setzte mich also vorwiegend an den schreibtisch um die vorstangsretraite der filzszene am kommenden wochenende vorzubereiten, aber das schöne wetter und über nacht gefallener schnee lockten uns auf einen spaziergang. 

nicht viel schnee, aber weil es kalt war, ist und bleibt, blieben die paar zentimeter zumindest auf unserer zufahrtsstrasse und im wald liegen. 
 
am sonntag dann dasselbe nochmal, nur diesmal anstelle schreibtisch zuerst baumabschmücken und durchstaubsaugen, dann erst persönliches auslüften in winterkalter sonne auf schneebedeckten wegen.  und jetzt noch ein nachmittag zum bloggen und herumwursteln, bevor es morgen mit volldampf ins neue  jahr geht. 


es war dann sogar noch zeit für die weihnachtspyramide! 

 

Samstag, 3. Januar 2026

wanderung von lampenberg nach schloss wildenstein und zum sormattfall

solange hier noch weihnachtsferien sind, nutzen wir die tage auch, um draussen zu sein. am zweien tag des jahres stand eine fahrt ins baselländische an - ein reparierter lautsprecher wollte abgeholt werden. und weil wir eh schon unterwegs waren, suchten wir uns eine gelegenheit, mal etwas neues zu entdecken in einer gegend, die wir noch nicht so gut kennen wie unseren heimatkanton. 

auf der tourismusseite des kanton baselland war ich auf einen wandervorschlag zum schloss wildenstein gestossen. 

unser auto stellten wir an der mehrzweckhallte in lampenberg bei bubendorf ab und starteten mit einem kleinen weg durch ein typisch baselländisches dorf. aus dem dorf heraus ging es über weiden und felder in den wald und über einen kleinen höhenzug in ein hochtal. hier betraten wir das naturschutzgebiet rund um das schloss wildenstein und spazierten zuerst durch einen alten eichenhain, der auf das 15. jahrhundert zurückgeht. die eichen wurden gezielt für die schweinemast hier angepflanzt, fleisch aus eichelmast galt als besonders schmackhaft.  

die uralten bäume sind beeindruckend. 

aber es werden auch neue bäume gepflanzt und so der bestand verjüngt. wir lernten etwas über stieleichen und traubeneichen und übten gleich mal die blätter zu unterscheiden. 

am schlossweiher vorbei und über eine reichlich zugige hochfläche gelangen wir zum hofgut und schloss wildenstein. auf dem hofgut gibt es einen hofladen, hier kann man im sommer auch draussen sitzen - jetzt im winter war es nicht so sehr einladend. 

die burg wildenstein wurde im 14. jahrhundert erbaut - das älteste erhaltene gebäude ist der wohnturm aus dem jahr 1338. zu beginn des 18. jahrhunderts wandelte sich der charakter dann von der burg zum schloss und entstanden erste gärten, vorwiegend nach englischem vorbild. 

heute befindet sich das schloss im besitz des kantons und kann nur an wenigen tagen im jahr besucht werden. 

im dreizehnten und vierzehnten jahrhundert hatte die ursprüngliche höhenburg eine wechselvolle geschichte, ursprünglich von den eptingern auf grund und boden der basler bischofskirche erbaut, wurde sie von den bernern belagert, an die herren von baden und anschliessend an die stadt basel verkauft und war dann im besitz verschiedener basler adelsfamilien. 

das wappen am brunnen geht auf die familie vischer-merian zurück, ebenfalls ein basler adelsgeschlecht, das die melusine im wappen führt. 
rund um das schloss führt ein informationspfad, erst hier wird das schloss als ehemalige höhenburg erlebbar. allerdings erschreckte uns die hörstation zur melusine eher als dass sie uns erfreute... 

folgt man dem weg unterhalb des schlosses weiter und überquert zuerst ein kleines bächlein, kommt man an diesen felsen vorbei zu einem wasserfall, dem sormattfall. 

dank der kälte war der sicher beeindruckender als sonst. 




unterhalb des wasserfalls querten wir den bach, ein bisschen vorsichtiger, weil auch hier alles vereist war. 

auf der anderen seite des wasserfalls ging es steil bergauf und wieder zurück auf der hochfläche bot sich uns noch einmal ein blick aufs schloss über das tal hinweg. 

unser weg führte uns entlang eines namenlosen bächleins und unter weiteren felsen entlang wieder in das hochtal, in dem lampenberg liegt. hier begegneten wir dann noch dieser schafherde, die alle angelaufen kamen, als wir am gatter stehenblieben.  


über kleine strässchen gelangten wir zurück nach lampenberg. 

die runde war gut 7 kilometer lang und wir waren etwas über drei stunden unterwegs - es gab ja auch reichlich zu sehen unterwegs. 

und wenn ich mitte des monats noch dran denke, dass schicke ich diese interessante winterrunde zu den monatsspaziergängen bei heike.  

unter folgenden link habe ich die strecke gespeichert: https://mapy.com/s/bucenogofo

 

 

Dienstag, 30. Dezember 2025

jahresrückblick 2025

tradition seit 2008 hier im blog - also gibt es ihn auch in diesem jahr wieder, den jahresrückblick. zum achtzehnten mal im übrigen bereits. 

traditionell gehe ich dafür nicht nur meine eigenen blogeinträge, sondern auch mein immer noch analog geführtes notizbuch und meinen digitalen kalender durch - ich bin sozusagen auf spurensuche in meinem eigenen leben. nicht alles, was ich erlebt und gefühlt habe, hat spuren hinterlassen, manches bleibt unbeschrieben oder taucht nur verklausuliert im blog auf, im kalender sehe ich unangenehme termine, im notizbuch immer wieder verschobenenes, das wieder und wieder in listen auftaucht. manchmal mag ich in der rückschau dann mehr mit ihnen teilen, manchmal auch nicht. 

und wie immer habe ich parallel die ungefähr 3000 fotos des vergangenen jahres durchgesehen, immer auf der suche nach welchen, die ich noch nicht im blog gezeigt habe, die aber dann doch irgendein gemeinsames thema haben sollen, das am besten auch noch mit dem im jahr vorherrschenden gefühl zu tun haben soll - vielleicht nur für mich, vielleicht aber auch ganz offensichtlich für sie, liebe leserin meines blogs*.  

also starten wir jetzt einfach mal im januar und sehen dann weiter, wo das alles hinführt. 

ich entnehme meinen eigenen einträgen, dass das jahr ziemlich arbeitsreich gestartet hat - der fokus lag auf vereinsdingen, die sich halt ohnehin am jahresanfang ballen, denn das ist die zeit, in der wir nicht nur die generalversammlung planen, sondern uns seit ein paar jahren auch als vorstand zurückziehen, um uns gedanken über die vereinsarbeit ganz allgemein zu machen. perfekte ergänzung waren viel arbeit und kurse in der werkstatt - die arbeit im kulturzentrum, die noch ziemlich neu war, scheint mich wenig beschäftigt zu haben. 

im rückblick denke ich beim februar 2025 immer nur an die eskalation bei der damals gerade drei monate alten und eigentlich noch ziemlich neuen arbeit, die am ende dazu führte, dass nicht ich (wie von mir zunächst beabsichtigt) sondern die kollegin, die schon viele jahre dabei war, gehen musste. dabei war da noch so viel anderes! ich war an der filzbegegnung in roggenburg, die tochter bereitete sich auf ihren aufenthalt in den niederlanden vor, ich trieb ein paar projekte in sachen filzen voran, es gab einen weiteren shirdak-tag und ich legte letzte hand an die vorbereitungen zur gv der filzszene. 
 

nachdem ich in den ersten tagen des märz vor allem abstand vom kulturzentrum gewinnen konnte, einfach weil anderes, wie die gv des vereins und die fahrt mit der tochter zu ihrem segelschiff, wichtiger waren, galt es anschliessend dort den betrieb sicherzustellen. häufig fühlte ich mich irgendwo zwischen schwimmen in jeder hinsicht und feuerwehrübung, aber wahrscheinlich haben mich die wenigen tage, die dann intensiv mit filzen verbracht habe, eher gerettet als belastet. was hat es mit dem foto auf sich? ich musste gerade ein bisschen recherchieren, aus welchem anlass ich an diesem abend im kulturhaus royal war - der antifa-abend taucht sonst nirgends auf und mein dortsein ist nur durch dieses foto dokumentiert.
 

mit dem frühling kamen im april neue perspektiven, gelegenheiten für spaziergänge, ausflüge und auch schon für zeit im garten und ganz am ende des monats lockte die reise nach prag, wo wir sechs schöne, volle tage verbrachten. auch zurück war die freude am bloggen, es gab zumindest wieder regelmässig einen wochenrückblick. 
 
 
die arbeit ging im mai an vielen verschiedenen stellen nicht aus - aber es ging auch voran, vor allem mit der homepage für den verein, aber auch mit dem bewerbungsprozess für eine neue kollegin. dazwischen fand sich sogar noch ein bisschen zeit für vier gemeinsame tage in den bergen mit dem mittleren sohn und dessen freundin, danach arbeitete ich dafür zwei wochen durch. endlich konnte wieder draussen geschwommen werden, ab mitte des monats im öffentlichen freibad, zum monatsende dann auch im eigenen garten. 
 

 im juni endete die lange nasse und kühle phase des wetters und es wurde zuerst sommerlich und dann gleich richtig heiss. ich jonglierte arbeitsmässig weiter zwischen meinen tätigkeiten, aber was das kulturzentrum betraf, war ein ende der unsicherheit in sicht. in der werkstatt lief die produktion bereits bestellter sitzfilze auf hochtouren - und ich schaffte es immer wieder, mir auch schöne inseln einzuplanen. 
 

 der juli war zuerst heiss, nach einer abkühlung blieb es dann lange sehr nass. der garten schenkte uns gurken - die tomaten nahmen das nasse wetter nicht so locker. ich fing an zu geniessen, dass ich im kulturzentrum nicht mehr alleine arbeitete, aber es war dann halt auch gleich sommerpause nachdem die neue kollegin gestartet war. auch in der werkstatt verordnete ich mir eine pause, dafür stand gegen ende des monats ein grober plan für die langen ferien im september/oktober. 
 

 der august startete fulminant und mit einer woche ferien, nicht nur für uns, sondern auch für die tochter, die dazu vom schiff nach hause kam - gemeinsam mit den kindern, meiner mutter und einer trauzeugin nebst familie feierten wir unseren 30sten hochzeitstag. fürs abendessen hatten unsere kinder gekocht! (deutlich mehr als auf dem bild zu sehen!) anschliessend machten wir es uns noch für drei tage in frankreich schön. und dann war ich sozusagen wieder bereit zum arbeiten - wie schon lange nicht mehr sortierte und putzte ich mal die ganze werkstatt... 
 

im september ging tatsächlich erst mal mein fahrrad kaputt - und konnte ganz knapp vor den geplanten langen ferien dann doch noch kostenlos repariert werden. ein vorurlaubsendspurt, der auch noch den besuch in kais büro (zwei jahre verschoben) und an der klimademo in zürich erlaubte, dann ging es mitte des monats los in richtung osten - für drei wochen erkundeten wir das uns bis dahin völlig unbekannte mähren. 


nach unserem aktivurlaub waren wir dann doch erholter als gedacht und nicht einmal die reichlich vorhandene arbeit im kulturzentrum und die nun endlich anlaufenden sitzfellchenkurse konnten uns davon abhalten auch abends öfter unterwegs zu sein - zweimal konzert im royal, zweimal theater, dazu noch besuch aus der alten heimat und in der alten heimat, sowie ein spieleabend machten den oktober zu einem vollen, schönen monat. 

zwischen der rückkehr der tochter von ihrem schiff und dem besuch auf dem ersten weihnachtsmarkt am letzten november- und ersten adventswochenende lag ein langer, voller monat. schön war es, die tochter wieder zuhause zu haben und da sie noch den ganzen monat frei hatte, auch wirklich viel mit ihr zu unternehmen. im spätherbst ist traditionell viel los in der werkstatt - da war ich froh, zumindest anwesenheitsmässig im kulturzentrum ein bisschen reduzieren zu können - auch wenn ein sonntagstermin und neue verwicklungen in personeller hinsicht mir wieder den schlaf zu rauben begannen. (und nein, nicht die personelle situation an sich ist das problem, sondern die art, wie damit umgegangen wird.) auch toll: das hallenbad ist rumdumerneuert und hat wieder offen! 


adventspost und spaghetti-space, zwei konzerte am abend und immer noch mal ein termin in der werkstatt - auch im dezember wurde es nicht wirklich stiller bis zur eigentlichen weihnachtswoche, die wir zwischen zwei fahrten in die alte heimat sehr ruhig und gemächlich mit viel kochen und essen und zusammensitzen verbrachten. aber ist das nicht eigentlich der sinn von weihnachten? nun sind wir wieder zurück und es liegen noch ein paar herrlich freie unverplante tage vor uns am jahresende und ein bisschen drüber hinaus. ideen haben wir, aber auf die eine oder andere werden wir eher verzichten. 
 
und wie war das jahr so insgesamt? was mich am meisten beschäftigt hat, war die arbeit im kulturzentrum - kein wunder, könnte man denken, war ja auch das erste ganze jahr seit langem, in dem ich, wenn auch mit kleinem pensum von 8.4 wochenstunden, abhängig beschäftigt war. ich würde heftig widersprechen: so viel unruhe wie da war, hat das deutlich mehr als 20 % meines lebens beansprucht. dementsprechend war es vor allem kein gutes werkstattjahr, zahlenmässig weiss ich das noch gar nicht so genau, aber für meinen geschmack bin ich viel zu wenig zum filzen gekommen, und wenn, dann häufig für aufträge oder kurse. mein plan, durch regelmässige bezahlte arbeit mehr zeit zum filzen für mich zu finden, anstatt ständig auf die belegung der werkstatt zu schielen, ist also bisher nicht aufgegangen. ich nehme mir vor, dies auch insgesamt mehr zu forcieren und einzufordern. privat hat uns wieder der garten in atem gehalten, er ist auch einfach viel zu gross. schön war es, das abenteuer der tochter mitzuverfolgen, die acht monate auf einem traditionssegler in den niederlanden als maatin unterwegs war. höhepunkte waren für mich vor allem die beiden reisen nach tschechien, nach prag im frühling und durch mähren im herbst - und das nicht nur unterwegs, sondern auch bereits in der vorbereitung. nach wie vor lerne ich mit freude tschechisch - selbstgesteuert, mit duolingo und mit einer halben stunde online-konversation pro woche mit einer tschechin über die app preply (sollten sie darüber nachdenken, dort selbst sprachunterricht zu nehmen, was ich sehr empfehlen kann, kontaktieren sie mich für einen rabatt). also noch mal, wie war jetzt das jahr? ich würde sagen: so lala, es gab gutes, aber auch viel mist - vieles vom letzteren hat nicht den weg in den blog gefunden, aus verschiedenen gründen. also fast wie immer. 

noch ein bisschen blog-statistik: 

- 9 mal habe ich an der von frau brüllen gehosteten blogaktion "wmdedgt" mitgemacht

- 6 mal habe ich es geschafft, 12 bilder für die 12 von 12 auf draussen nur kännchen zu machen

- 71 blogposts habe ich insgesamt geschrieben 

- 178 059 menschen haben mich auf meinem blog besucht (stand 30.12. 10.30 uhr) 

- 98 kommentare wurden hier im blog hinterlassen (über die ich mich immer wieder ganz besonders freue!)

da die statistik eine neue idee ist, gibt es noch keine vergleichszahlen,  von mir aus gesehen war es aber ein besseres blogjahr als die beiden zuvor. vor allem die reise nach mähren und die berichte davon haben mit viele besucher:innen beschert.  

und natürlich ist hier jetzt der platz um mal wieder sie zu rühmen, liebe blog:leserinnen - sie haben mir ein weiteres jahr die treue gehalten, sind immer wieder hier hergekommen, um meine alltagsbeschreibungen zu lesen oder sind vielleicht auch übers jahr neu dazugestossen. herzlichen dank für ihre aufmerksamkeit! und ihre meinung und ermutigungen in den kommentaren! 

*und haben sie es erraten? für mich haben alle bilder etwas mit energie, kraft, power und so weiter zu tun. was haben sie darin gesehen?  

Sonntag, 28. Dezember 2025

kw 52 - ausgedehnte weihnachtstage


die weihnachtswoche begann für mich auf der autobahn nach norden (genau genommen ist das erste drittel der strecke in die alte heimat auf landstrassen zu absolvieren) und zwar gemeinsam mit kai. all zu früh sind wir auch nicht losgefahren, was uns noch ein bisschen gelegenheit für die allerletzten weihnachtsvorbereitungen gab. 
erste station war ein besuch bei meinem patenonkel - wir wurden mit süssen stückle und kaffee bewirtet und verbrachten eine stunde plaudernd - aber halt leider auch mit ernsten themen. 
dann gings weiter zu meiner mutter, dort dann anstelle von kaffee tee und gutsle probieren. anschliessend gab es wie meist ein paar wenige handgriffe zu erledigen, für die sich in den wochen seit unserem letzten besuch niemand gefunden hat und die auf uns warten konnten. 
gegen abend machten wir uns dann zu fuss auf den weg zu den freunden, die sonst immer silvester mit uns feiern und liessen uns von ihnen aufs laufende bringen - ihre tochter arbeitet zur zeit als paket- und briefzustellerin und hatte viel zu erzählen. 
 
am anderen morgen trafen wir sie noch einmal - mit ihrem vw-bus an der tankstelle, als wir uns gerade auf den weg zu uns nach hause gemacht hatten. mit diversen zwischenstopps für einkäufe und abholung von fleisch- und wurstwaren waren wir am nachmittag irgendwann zuhause, hatten dann nur kurz zeit für kaffee und eine weitere gutsleverkostung, weil kai und ich noch letzte einkäufe erledigen und den käse fürs raclette am heiligen abend abholen mussten. wieder nur ein kurzer zwischenstopp, bevor wir gemeinsam mit der tochter zur weihnachtsfeier in der wg des ältesten sohns aufbrachen - diesmal nur für den apero, wobei wir die tochter dort zum abendessen und zur weiteren abendgestaltung zurückliessen, während wir nach hause zurückfuhren um gemeinsam mit meiner mutter zu abend zu essen. am ende des tages hatte ich das gefühl nichts, aber auch wirklich nichts getan zu haben. 
 
und dann war auch schon heiliger abend - ich buk am vormittag aus den übrig gebliebenen backzutaten einen panettone, und der rest der familie machte sich ans aufbauen und schmücken des weihnachtsbaums.  
wie man sehen kann, eine durchaus ernste angelegenheit, die mit passender kopfbedeckung selbstverständlich besser von der hand geht. 

am ende war der baum geschmückt und illuminiert, sowie die geschenke unter ihm verteilt und wartete auf die ankunft der beiden söhne. 

natürlich gab es nicht gleich raclette, sondern zuerst panettone und gutsle und einen vortrag der falle von robert gernhardt durch kai, aber tatsächlich ist das raclette seit einigen jahren nun schon tradition an heiligabend. 



hier sitzen die geschwister dann schon aufgereiht für die bescherung - die in diesem jahr angenehm wenig opulent ausfiel. es wurde reihum übergeben, ausgepackt, angeschaut, bedankt und gefreut. tollerweise hat kai etwas geschenkt bekommen, was ich schon lange haben möchte - und es ist erst noch selbstgemacht! die kinder verschwanden zu späterer stunde alle noch gemeinsam in den club - wo sie mit freunden weiterfeierten.

den weihnachtstag begannen wir mit einem gemütlichen frühstück - und ich anschliessend mit blaukrautkochen - nicht immer gibt es ihn, aber heute hat er natürlich besonders gut gepasst, der blaukrautengel. anschliessend gab es für mich (und für kai, der zum helfen mitkam) einen kleinen arbeitseinsatz im kulturzentrum, wo für die einzige vermietung über die weihnachtstage tische und ein flügel verschoben werden mussten. wir gingen zu fuss und waren so gleich für den restlichen tag durchgelüftet.

auf der fensterbank habe ich zwischendurch eine entdeckung gemacht: eine unserer kakteen hat tatsächlich zwei winzige blüten bekommen! 
den nachmittag verbrachte ich mit gemächlichem kochen - es gab schweinebraten nach diesem rezept.


der mittlere sohn ass mit uns - anschliessend probierten wir noch ein spielegeschenk aus und schauten einen film an. 
 
auch den zweiten weihnachtstag liessen wir gemütlich beginnen - das wetter war sowieso nicht besonders einladend für unternehmungen, es wurde teilweise nicht einmal richtig hell. kai startete vorbereitungen für eine produktion gefüllter nudeln, dann gingen wir ein bisschen spazieren, dann kam auch schon der älteste zum kaffee und anschliessend wurde der esstisch für die nudelfüllung mit beschlag belegt. auch so kann man einen ganzen tag verbringen. die nudeln waren mit kürbis (eine hälfte) und mit spinat-ricotta-mischung (die andere hälfte) gefüllt und waren sensationell lecker - hier stand die zeitdauer des kochens wie auch schon am ersten weihnachtstag im richtigen verhältnis zum ergebnis. 
nach dem essen hingen wir alle ein bisschen in den seilen, aber zu einem satirischen jahresrückblick hat es dann doch noch gereicht. (empfehlenswert - vor allem die musikeinlagen...) 
 
samstag war dann wieder reisetag - diesmal mehr oder weniger direkt in die alte heimat, kleiner umweg über den friedhof - das wetter nach dem durchqueren des schönbuchtunnels schön geworden und lud dazu ein, noch ein bisschen draussen zu sein. nach kaffee besuchten kai und ich die restlichen elternteile an ihrer ruhestätte, später waren wir noch zum abendessen in einem bayerischen lokal. 
 
für den sonntag hatten kai und ich uns bei freunden eingeladen - kai durfte ein gerät zum musikmachen dort abholen und wir verbanden diesen besuch mit einem ausgiebigen frühstück mit viel neuigkeiten- austauschens. um die mittagszeit machten wir uns auf den rückweg in die schweiz, im albvorland schien die sonne und so entschieden wir uns, nicht über die autobahn, sondern mehr oder weniger entlang des nordwestlichen albtraufs nach hause zu fahren. dabei boten sich uns die unterschiedlichsten naturschauspiele. im sonnenschein über diesigen ebenen wirkten berge und stadtsilhouetten wie scherenschnitte. an anderen stellen waren bäume und wälder mit dickem reif bedeckt, der teils in der sonne glitzerte, teils im nebel weitere schichten zulegte. sonne und hochnebel wechselten sich so schnell ab, dass wir mehr als einmal das gefühl hatten aus einem tunnel ins licht zu fahren. nur die burg hohenzollern und den testturm für aufzüge bei rottweil sahen wir nicht. 
nun sind wir wieder zuhause und eine weitere ferienwoche liegt vor uns - voll von unverplanten tagen und noch fast ohne pläne... 
 
mit den weihnachtstagen ist auch die adventspost zu ende gegangen - hier noch einmal ein überblick über alle karten, die bei mir eingetroffen sind.  

mein spezieller adventskalender ging offiziell bis zum 25. dezember - die 26ste karte (die letzte in der zweituntersten reihe) habe ich von einer kollegin geschickt bekommen, die auch bei der adventspost mitgemacht hat. 

und so dürfen die karten jetzt noch ein bisschen bei uns hängen bleiben. alle schönen umschläge oder beigaben habe ich aufbewahrt, mir schwebt eine schachtel zur aufbewahrung vor, da könnte ich schon noch ein paar engelmotive brauchen, um sie zu schmücken.